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boudnager: Bromazepam kalter entzug

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boudnager
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boudnager: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von boudnager » Mittwoch, 20.06.18, 19:21

Hallo Zusammen,

ich bin zufällig heute auf das Forum gestoßen, danke Dass es euch gibt.

zu meiner Geschichte, ich hatte vor ca 3 monaten ein burn-out wegen zu vieler Arbeit und Verantwortung. ich hatte damals einen Freund konsultiert (der ist Neurochirurg) der hat mir einfach ruhe Sport und viel wasser trinken empfohlen. war dann auch nach ca 2 Wochen viel besser. einige zeit später hatte ich Schlafstörungen da bin ich zu meinem anderen Freund (Apotheker) gegangen. er hat mir Bromazepam gegeben, ich habe zum ersten mal in meinem leben die Packungsbeilage nicht gelesen; dachte also es wäre sowas wie ATARAX. ich habe nur 1/2 genommen also 3mg pro tag ca 6 Wochen lang(ich weiss das ist nichts im vergleich zu dem was ich hier alles gelesen habe).

vor einer Woche (Donnerstag) habe ich mich entschieden das zeug nicht mehr zu nehmen, der erste Tag ging gut, die zweite Nacht gegen 3uhr morgens war die hölle, ich hatte Panische Angst(und noch andere Symptome), dann dachte ich ich würde sterben, weil ich diese komische angst nicht einordnen konnte( meine Freunde sagen ich bin eher eine Starke Person). dann irgendwann habe ich meine Frau und meine 3 jährige Tochter geweckt, und Habe mich sozusagen verabschiedet, meine Frau hat versucht mich zu beruhigen, und hat vorgeschlagen einfach diese Tabletten zu nehmen. was ich auch gemacht habe. da ging es mir viel besser und bin sofort eingeschlafen.

am nächsten Tag war ich fit, dann habe ich mit meiner Frau zusammen mein zustand analysiert und endlich die Packungsbeilage gelesen, und nach ein bisschen recherche im internet.... :shock: :shock: :evil:

ich habe mich sofort entschieden das zeug nie wieder zu nehemen, habe die restlichen Tabletten sofort entsorgt.

zu meinen Symptomen,
erster Tag: Wandernde Muskel oder knochenschmerzen kann ich nicht einordnen, übelkeit, Haut Brennen wie ein sonnenbrand, gelenckschmerzen an den fingern. und Taubheitgefühl, hab aber Gut geschlafen.

der zweite tage: das gleiche, dazu kam kiefergelenckschmerzen, Angst aber ich habe mir immer gesagt das ist der entzug. also immer wieder ignoriert.

Der dritte Tag: Weniger schmerzen, übelkeit schwindel kommt ab und zu, hautbrennen weg, Taubheit und schmerzen noch oft am linken arm, nacken und am Grossen Zeh, dazu kam Konzentrationsschwäche, und mächtige Alpträume.

heute ist der vierte Tag: Müdigkeit, schmerzen eher wenig, Taubheitgefühl am linken Arm und Gesicht, übelkeit schwindel, meine Motorik auch jetzt beim schreiben ist gestört besonders der linke arm, und Reizbarkeit(ich mag es nicht wenn man mich anspricht), magen schmerzen(könnten aber von meiner chronischen Gastritis sein).

ich habe gestern mit meinem freund der Neurochirurg gesprochen er hat mir einen langsamen Entzug empfohlen also 1/4 pro tag eine Woche dann 1/4 pro 2 tage usw...das habe ich abgelehnt er hat mich davor gewarnt, dass mein zustand sich evtl verschlimmern könnte.(und hat mir dann Magnesium und atarax verschrieben ich nehme nur Magnesium.
ich sage mir ich bleibe stark( ich habe erst vor 6 Monaten und nach 22 Jahren mit dem rauchen aufgehört und geschafft) .


nun zu meiner Frage könnte sich mein zustand verschlimmern??
soll ich das machen was mir der neuro sagte, also nach 4 tagen nochmal den langsamen Entzug machen, oder einfach weiter machen??
viele freunde empfehlen mir Alkohol zu trinken, was ich bis jetzt vermeide, der neuro wollte mir zu dieser Frage auch nicht antworten!!?(er ist kein fan von alkohol)

P.S: ich bin 41 ,177 cm und 78 kg.
P.S 2: Die Symptome die ich zitiert habe kommen abwechselnd und in unregelmäßigen Abständen.
entschuldigt meine Rechtschreibung

Jamie
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Re: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 20.06.18, 21:46

Hallo boundnager,

willkommen im Forum :).

Dein Apothekerkumpel hätte dich wenigstens darauf aufmerksam machen müssen, dass er dir gerade (auch noch illegalerweise) hoch potentes und stark abhängiges Zeug in die Hand drückt. :x
Nach 6 Wochen kontinuierlicher Einnahme ist von einer Abhängigkeit auszugehen, zumindest aber von einer an Abhängigkeit grenzenden Situation.

Ja, da hat der Neurochirurg leider recht - der Entzug kann sich womöglich weiter verschlimmern.

Erst einmal ist es so, dass keines der Symptome lebensbedrohlich an sich ist - aber es fühlt sich natürlich so an :( Ich war selbst benzoabhängig und teilweise entzügig - ich kenne die Symptome genau und alles was du schilderst, ist Entzug.
Insofern ist die Herangehensweise sich zu beruhigen und zu sagen, es ist Entzug, auch genau richtig.

Abrupt weglassen sollte man diese Medikamente aber nie, da man bei Benzos beim Kalten Entzug möglicherweise einen epileptischen Anfall riskiert; das einzig schwere und auch erst zu nehmende Entzugssymptom!
Allerdings hast du das Benzo weder sehr lange noch hoch dosiert genommen; insofern ist die Wahrscheinlichkeit eines zerebralen Krampfanfalls ziemlich gering.

Ich unterstütze ebenfalls die Idee das Bromazapam nochmal niedrig dosiert einzudosieren und dann in Ruhe über einige Wochen auszuschleichen, allerdings nicht mit diesen Schwankungen, zB nur jeden zweiten Tag etwas zu nehmen.
Das ist sehr ungünstig und verunmöglicht oft den Entzug.
Besser ist es, und unsere langjährige Erfahrung bestätigt dies, die Dosis einfach kontinuierlich abflachen zu lassen, zB so:
2 Tage 1,25mg
2 Tage 1,15mg
2 Tage 1,05mg
2 Tage 0,95mg
usw bis Null.

Man kann Bromazepam im Handumdrehen in Wasser auslösen, einen Dreisatz aufstellen und dann diese Dosierungen berechnen und abmessen (mit Spritzen aus der Apotheke).

Video Wasserlösemethode: viewtopic.php?f=43&t=14698
Grundlagen dazu: viewtopic.php?f=16&t=10923

Zu dem "Tipp" mit dem Alkohol: Alkohol dockt teilweise an den selben Rezeptoren an wie Benzos. Ich kann in deinem akuten Entzugszustand nur dringend davon abraten Alkohol zu trinken, das kann sich unberechenbar auswirken.

Hast du noch Fragen? :)

Grüße
Jamie
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Re: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von boudnager » Mittwoch, 20.06.18, 22:53

Hallo Jamie,

Ich Danke dir für die schnelle Antwort.

Ich kann mich gar nicht dazu bewegen die Tabletten nochmal zu nehmen, außerdem habe ich die entsorgt. und wenn ich richtig gerechnet habe müsste ich noch ein Monat lang die Tabletten nehmen beim runterdosieren. :( :(

ich will den kalten Entzug weiter machen. oder ratest du mir lieber runter einzudosieren??( das konnte ich aus deiner Antwort leider nicht rauslesen :? )
wie lange könnte es dauern bis das alles vorbei ist??

Gruss

Gwen
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Re: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von Gwen » Donnerstag, 21.06.18, 8:59

Hallo boudnager,

wir raten hier generell nicht zum kalten Entzug, da es nicht vorhersehbar ist, wie lange das dauert und es gibt immer wieder Mitglieder hier, die von vielen Wochen und Monaten mit heftigen Entzugsbeschwerden berichten.

Daher schrieb Jamie ja auch:
Jamie hat geschrieben:
Mittwoch, 20.06.18, 21:46
Ich unterstütze ebenfalls die Idee das Bromazapam nochmal niedrig dosiert einzudosieren und dann in Ruhe über einige Wochen auszuschleichen
Das ist die risikoärmere Variante. Die Entscheidung liegt natürlich bei Dir.

Von der Idee, den Entzug mit anderen Substanzen (Medikamenten, Alkohol etc) zu deckeln ist aus der Erfahrung hier ebenfalls dringend abzuraten.

Viele Grüße Gwen
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Re: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von boudnager » Donnerstag, 21.06.18, 16:52

Danke Gwen für die schnelle reaktion,

ich bleibe bei meiner Entscheidung für den Kalten Entzug. die Option zum ausschleichen hätte ich immer offen.
was mich manchmal schwach macht ist; wenn physische Symptome ins psychische gehen z.B Brustschmerzen dazu ein tauber linker arm, da denk ich sofort an Herzinfarkt.

ich würde auch gerne meine Erfahrung mit euch jeden Tag teilen, bis der spuck vorbei ist :)
also gestern die vierte Nacht bin ich spät ins bett gegangen, ich hatte noch freunde zu besuch, die ich nur schwer ausgehalten habe.
nach langem kämpfen mit der Psyche, und die Brustschmerzen, bin ich eingeschlafen, aber öfters aufgewacht, da ich nur Alpträume hatte, jetzt weiß ich wo Stephen King und co ihre Geschichten her haben :)

heute bin ich gegen 11uhr aufgewacht, voll verkatert und benommen 15 min lang , dann Übelkeit, leichtes stechen am Schlüsselbein und im Magen. ca 30 min später war alles weg. ich fühlte mich sehr fit. gegen 16 uhr wieder bissel schwindelig und übel, und ein tauber linker arm. aber sonst ist alles gut. ich hoffe es bleibt so :)

und noch eine frage: kann ich mit anderen "normalen" Medikamenten helfen, wie z.B parcetamol, asperin usw... oder lieber nicht?

Danke und Gruss
Boudnager

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Re: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von Ululu 69 » Freitag, 22.06.18, 11:23

Hallo boudnager,

die Entscheidung bleibt bei dir, das ist klar.
Die Risiken kennst du jetzt.

Du kannst das Forum gerne als eine Art Entzugstagebuch nutzen, das tun einige hier.
Es kann aber sehr gut möglich sein, dass du nicht immer Antwort bekommst, wenn du keine dringenden Anliegen hast.
Das Team ist zur Zeit extrem angeschlagen und das Forum wächst und wächst.

Ob du andere Medikamente wie Paracetamol u. Co. verträgst, musst du ausprobieren. Es gibt da sehr unterschiedliche Erfahrungen. Viele vertragen im Entzugs überhaupt keine zusätzlichen Medikamente. Es ist auch fraglich, ob sie gegen entzugsbedingte Schmerzen helfen, das müsstest du testen.

Ich habe jetzt mal deinen Namen im Titel ergänzt, das werden wir sukzessive bei allen Teilnehmern tun, um das Forum für uns Teamies etwas übersichtlicher zu gestalten, es werden immer mehr Betroffene und wir können uns die Titel nicht mehr merken.

LG Ute
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Re: boudnager: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von boudnager » Freitag, 22.06.18, 18:02

danke Ute,

ich habe gestern Nacht kaum schlafen können, ich fühlte mich als ob ich Fieber hätte, trotz aufgedrehtere Heizung, war mir kalt, ich bin aber nur einmal aufgewacht, alpträume gab es diesmal nicht, hatte noch Flankenschmerzen oder eher stechen!!? Kurzatmigkeit, brustdrücken.

Heute morgen, war mir ständig übel ca 3 stunden lang, und mein Brustkorb drückt als ob jemand drauf sitzen würde. zur arbeit geh ich jetzt nicht, (ich bin selbständig da hat mein Partner übernommen).

irgendwie hör ich seit dem Entzug öfter über schlimme krankheiten, oder sterbefälle in meiner umgebung. das macht mich wahnsinnig.

vorgestern war ich mit meiner frau beim Frauenarzt, da hat sich ein Ehepaar über Magenprobleme unterhalten, seit dem hatte ich auch Magenschmerzen, dann gestern in der bahn, hör ich wie einer ein Nierenproblem hat, da gingen der seitliche schmerz los. IST DAS NORMAL???!!!

wenn es mir richtig schlecht geht denke ich nur noch an die scheiß Tabletten um mal zu entspannen, ich sage mir aber du hast es bald geschafft. ich sage mir auch es ist jetzt zu spät zum ausschleichen??

daher die frage falls ich diesen Kampf verlieren sollte(6 tage 5 nächte), könnte ich das mit dem runterdosieren immer noch machen oder lieber nicht??

Würde mir sowas wie atarax helfen!!?

kommen die Brustschmerzen vielleicht vom nicht mehr Rauchen, könnte das auch Alkohol sein da ich seit ca, 2 Monaten kein Alkohol mehr getrunken habe(ich hatte eigentlich immer Bier getrunken in der regel 3 bis 6 flaschen pro abend.) könnte das alles zusammen sein??

ich bin eigentlich ein sehr lebhafter und lustiger mensch, jetzt bin ich öfters abwesend, kann oder will noch nicht mal mit meiner Tochter spielen.

verbessert sich mein zustand oder eher nicht, ich habe kein gelenk oder Muskelschmerzen mehr, taube Arme oder Gesicht habe ich nicht mehr, ich glaube mein Problem ist jetzt eher psychisch??

sorry dass ich alles durcheinander schreibe, aber meine Gedanken sind gerade so.

Gruss
Boudnager

Jamie
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Re: boudnager: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von Jamie » Freitag, 22.06.18, 19:00

Hallo Boundnager,

du bist jetzt aufgrund deiner doch vielfältigen Symptome viel stärker auf deinen Körper fixiert als sonst.
Ich vermute, dass du so gestresst bist deshalb, dass du leicht hypochondrische Tendenzen entwickelst.
Dadurch, dass man sich anhaltend unwohl in seinem Körper fühlt, machen sich halt auch schneller Krankheitsängste breit.

Als ich noch in der Apotheke arbeitete, habe ich nach jeder Läuse-Beratung da gestanden und es fing an mich zu kribbeln und jucken und ich dachte toll, jetzt hast du die Viecher auch. :o
War natürlich nicht so, aber das Gehirn macht einem so manchen Streich ;)
Insofern ist dein Erlebnis mit Magen und Niere jetzt nicht sonderlich unnormal.

Ich weiß nicht, woher die Brustschmerzen kommen; glaube nicht, dass es was mit dem Rauchen und dem Trinken zu tun hat - ich denke viel eher es ist ein Entzugssymptom, da Benzos auch die Muskelspannung verändern.

Vom Atarax würde ich wohl eher die Finger lassen; Entzugsdeckelung dieser Art klappt meist nicht und außerdem hat Atarax selbst ein gewisses Gewöhnungspotential.

Ich denke ja, du könntest noch mal einsteigen mit Bromazepam und dann abdosieren; ich würde es nur nicht endlos rauszögern. Setze dir ein Zeitlimit und Marker, was du an Symptomen für nicht mehr akzeptabel hältst, falls dein Zustand sich weiter verschlechtert. Länger als 5 Tage würde ich nicht mehr zuwarten.

Viele Grüße
Jamie
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Re: boudnager: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von etlenia » Freitag, 22.06.18, 21:50

Hallo,

ich würde Dir raten, auf die Ratschläge zu hören. Sanft das Medikament abdosieren, erspart Dir die schlimmeren Entzugssymptome. Hier wissen alle, wie sich ein Entzug anfühlt. Dass man eher in sich hinein hört, weil alle möglichen Symptome im Entzug auftauchen, finde ich fast normal. Es stürmen die unterschiedlichsten Schmerzen und Befindlichkeiten über einen herein. Das zu sortieren und zu filtern ist in der Entzügigkeit äußerst schwer. Verstehen kann ich natürlich, dass Du nicht wieder eindosieren willst, wenn Du das Gefühl hast, das Medikament los zu sein. Dieses Gefühl, sich befreit zu fühlen, könnte Dein Instrument sein, um gegen die Symptome gedanklich anzugehen.

Alles Liebe
Claudia
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vor ca. 25 Jahren Stangyl 25mg abends (Angszustände und Panikattacken), Hirnanhangdrüse hat sich vergrößert nach absetzen wieder zurückgebildet, Einnahme 2 Jahre, einfach abgesetzt ohne Probleme

1997 Konisation (Krebsvorstufe)
2000 OP Endometriose
2002 Kaiserschnitt
2006 Pfeifferches Drüsenfieber (als Erwachsener richtig heftig, vor allem mit Kleinkind)
2007 Diagnose Dünndarmcrohn, Diagnose Histaminintoleranz
2013 Spindelzelllipom OP Schlüsselbeingrube dadurch Nervenschädigung rechter Arm, Atemnerv verletzt, dadurch nun 8 cm Zwerchfellhochstand rechts, Zwerchfell drückt auf den rechten Vorhof, dadurch Probleme mit dem Herz. Vor Tavor tgl. Kopfschmerzen, extreme Verspannungen, konnte den rechten Arm ohne Schmerzen nicht heben...

2016 Brustkrebs links invasiv, rechts Vorstufe 2x operiert worden, beidseits bestrahlt und Therapie abgebrochen, weil doppelte Dosis, wie andere Patientinnen und Nebenwirkungen, die ich gar nicht aufzählen kann oder will
Tamoxifentherapie abgebrochen, gingen aufs Herz und diverse andere Nebenwirkungen, mit der Brustkrebsdiagnose auf Tavor gekommen :cry:

Tavor 1 mg abends, keine anderen Medikamente
Seit 01.12.17 Umstellung auf Diazepam 2,5 mg morgens, abends 2,5 mg und 0,5 mg Tavor, Schweißausbrüche, vor allem nachts, alle 1-2 Stunden wach, keine Änderung zu dem Zustand unter Tavor. Weiterhin immer wieder Herzrasen, noch zerstreuter (regelrecht verpeilt)
Seit 7.12, morgens nur noch 1,5 mg Diazepam, restliche Dosis verbleibt
Seit 14.12. abends 6,5mg Diazepam und 0,25mg Tavor, kaum Schlaf, Puls hoch, Nervenschmerzen Kiefer,
Seit 18.12. abends 8mg Diazepam, mehrere Stunden komplett neben der Spur, schlafe von jetzt auf gleich ein paar Stunden, bin dann wach und den ganzen Tag verpeilt und unruhig. Weiterhin hoher Puls, keine Hitzewallungen und Schweißausbrüche mehr.
seit 19.12. abends 7mg Diazepam, nach ca. 5 Tagen der Dosis, alle 2 Stunden wach, schweißgebadet, hoher Puls, Muskelverspannungen nehmen zu, teilweise auch wieder Nervenschmerzen. Zustand tagsüber wacher im Kopf :-)
seit 12.01.18 abends 6mg Diazepam (nach der Einnahme immer noch sehr wackelig auf den Beinen) keine Änderung des Zustands, körperliche Leistungsfähigkeit lässt nach :-(, 1/4 Bisoprolol 1,25mg tgl.
seit 26.01.18 1mg Diazepam morgens, 4,5 mg abends
27.01.18 0,5 mg morgens, 5,5 mg abends
08.02.18 5mg abends, 1/2 Bisoprolol 1,25mg morgens
21.02.18 4,5 mg abends, Biso 1/2, bei Bedarf 3/4
09.03.18 4 mg abends, Biso 1/2
23.03.18 3,5 mg abends, Biso 1/2
06.04.18 3mg abends, Biso 1/2 seitdem keine Nacht mehr richtig geschlafen (fast auf die Minute genau, jede Stunde wach), nachts ständiges Schwitzen
03.05.18 2,5mg abends, Biso 1/2 Nervenschmerzen, Muskelschmerzen, ständiges Schwitzen, weiterhin fast schlaflos

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Re: boudnager: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von boudnager » Samstag, 23.06.18, 17:52

hallo zusammen,

Ich danke euch für die schnellen antworten,

ich habe gestern jamies Beitrag gelesen, da hast du das Wort Hypochondrie benutzt, das hat mich irgendwie von meinem zustand geweckt. daran hatte ich in meiner Fokussierung auf die Symptome nicht gedacht.

nachdem ich es gelesen hatte, bin ich spontan mit meiner Tochter ins Hallenbad gefahren. ich habe auf dem weg dahin diese Kurzatmigkeit und Brustschmerzen gekriegt, da habe ich mir immer gesagt das ist alles nicht echt und mich durch schwimmen und spielen Mit Tochter abgelenkt, da habe ich gemerkt dass wenn ich nicht auf die Symptome reagiere, sie dann nur Minuten später verschwinden.

Nachts, im Bett ging der Kampf los, ich habe alle möglichen Symptome gekriegt, Übelkeit über Herz Lungen Muskelschmerzen ...usw, ich habe sie einfach ignoriert, ich hatte das Gefühl als ob, mein Gehirn gegen mich kämpft, es hat wirklich keine Symptome ausgelassen um mich wieder reinzuziehen, immer abwechselnd. sogar Genitalien und Prostata schmerzen habe ich gehabt :) alles ignoriert und alles immer dann nach ein paar Minuten wieder verschwunden. irgendwann um 3 Uhr morgens bin dann eingeschlafen, Heute morgen bin ich etwas fitter fröhlicher und leide kaum noch an dem Entzug (bis jetzt!) ein bisschen schwindel, ignoriert, weg. Übelkeit, ignoriert, weg.... ich habe natürlich immer noch angst krank zu sein(besonders wenn das Wort Krankheit fällt), aber ich verdränge es bis jetzt mit erfolg. werde heute nochmal ins Schwimmbad fahren, das hilft mich abzulenken.
etlenia hat geschrieben:
Freitag, 22.06.18, 21:50
wenn Du das Gefühl hast, das Medikament los zu sein. Dieses Gefühl, sich befreit zu fühlen, könnte Dein Instrument sein, um gegen die Symptome gedanklich anzugehen.
Das ist es Genau :D

LG
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Re: boudnager: Bromazepam kalter entzug

Beitrag von Ululu 69 » Sonntag, 24.06.18, 18:16

Hallo Boudnager,

Entzugssymptome sind durchaus körperliche Symptome, die in der Regel nicht durch Ignorieren verschwinden.
Was du verändern kannst, ist deine Reaktion darauf, sie als das zu nehmen, was sie sind nämlich Entzugssymptome und kein Zeichen für eine schwere Erkrankung.

Schön, dass du offensichtlich auf einem guten Weg bist.

LG Ute
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