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Gundula G: Akut Hilfe benötigt beim Absetzen von Lorazepam nach vierwöchiger Einnahme

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Gundula G
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Gundula G: Akut Hilfe benötigt beim Absetzen von Lorazepam nach vierwöchiger Einnahme

Beitrag von Gundula G » Freitag, 03.08.18, 22:49

Hallo liebe Foristen,

gerne wende ich mich mit meinen Problemen an euer Forum, da es mir beim Lesen einen ausgezeichneten und kompetenten Eindruck machte. 2010 wurde bei mir eine Autoimmunerkrankung (Niere, Darm) mit starker Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit (50%) und einer gravierenden Schlafstrukturstörung diagnostiziert. Letztere wird seit 2012 mit Zopiclon behandelt, was mir zwei drei- bis vierstündige Schlafphasen ermöglicht. Zur Kontrolle der Toleranzentwicklung wird die Einnahme ebenso wie die des zusätzlich genommenen Promethazin dokumentiert.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Durchfällen (Verdacht auf Morbus Crohn) mit Wirkungsreduktion des Zopiclon, die aber vergleichsweise einfach durch Höherdosierung und anschließende Reduktion aufgefangen werden konnten.

Akut setzte Mitte Mai brachialer Durchfall mit nahezu völliger Unwirksamkeit von Zopiclon ein, der starken Gewichtsverlust auslöste. Zur Stabilisierung des Darms wurde begleitend zur eigentlichen Darmbehandlung in Absprache mit der Ärztin Zopiclon und auch Promethazin deutlich erhöht.

Aufgrund des anhaltenden Durchfalls erhielt ich von der Ärztin zur Unterbrechung des Teufelskreises (Durchfall reduziert Zopiclonwirkung führt zu Entzug und dieser verursacht wieder Durchfall) ohne weitere Aufklärung zusätzlich Lorazepam 2,5 mg (Tavor Expidet). Hiervon nahm ich 17 Tage lang jeweils als Einmaldosis zumeist 1,25 mg (eine halbe Tablette) täglich zum Schlafen, an vier dieser Tage waren es 1,875 mg (Dreiviertel), womit der Durchfall weitgehend gestoppt wurde.

Das recht abrupte Absetzen in Unkenntnis der Entzugsproblematik verursachte nur eine schlecht geschlafene Nacht und kurzfristig leichte Depressionen. Als zehn Tage später der starke Durchfall wieder einsetzte, nahm ich (wieder als Einmaldosis) 2,5 mg (eine ganze Tablette), anschließend für 13 Tage 1,25 mg und am Schluss für drei Tage 0,625 (Viertel), da ich aufgrund der vorangegangenen Erfahrung nicht mit Problemen rechnete. Am dritten Tag nach dem Absetzen erlitt ich Angst- und Panikattacken, Durchfall, Zittern, übermäßig gesteigerten Blutdruck, Todesangst sowie einen schweren depressiven Anfall.

Aufgrund der Ähnlichkeit der Phänomene mit denen meiner Grunderkrankung sowie Zopiclonentzug ging ich noch immer nicht von Entzugssymptomen aus und nahm erstmalig auf zwei Einnahmezeitpunkte verteilt 1,875 mg (Viertel plus Ganze) und am folgenden Tag 2,5 mg (Viertel und Dreiviertel), um die Krise in den Griff zu bekommen. Die durch parallele Nachforschungen gewonnene Erkenntnis, dass es sich um Entzugserscheinungen handelt, führte am dritten Tag zu dem Versuch, als Ausgangspunkt für das Abdosieren auf die längerfristig eingenommene Dosis von 1,25 mg herunterzugehen. Da dies mit sehr deutlichen Entzugserscheinungen und erneutem Durchfall verbunden war, habe ich die Ausgangsdosis nunmehr auf 1,875 mg angehoben, die ich seit zwei Tagen an zwei Zeitpunkten nehme.

Hilfe suche ich zu folgenden Fragenkomplexen:
Kann es tatsächlich sein, dass sich mein Körper an die nur an zwei Tagen genommene höhere Dosis und die zwei Einnahmezeitpunkte gewöhnt hat (obwohl ich doch die meiste Zeit nur 1,25 mg zu einem Zeitpunkt eingenommen habe), sodass ich vom höheren Niveau ausschleichen muss? Habe selbst bei meinem Kompromiss von 1,875 mg aktuell deutliche Entzugserscheinungen, die sich aber am zweiten Tag anscheinend leicht bessern.

Sind bei der geschilderten, gut vierwöchigen Einnahme und nur zwei höher dosierten Tagen am Ende schnellere/größere Reduktionen möglich als die im Forum empfohlenen 10%, um eine weitere Gewöhnung zu vermeiden?
Wie viele bzw. welche Entzugserscheinungen kann/soll man dabei in Kauf nehmen? Hierzu fehlt mir trotz der phasenweisen Zopiclonreduzierung (die vergleichsweise sehr viel leichter ist) die Erfahrung.

Welcher Einnahmezeitpunkt (Tag oder Nacht) sollte zuerst reduziert werden und wann fällt dieser dann weg?
Da die kontrollierte und protokollierte Zopiclonabhängigkeit aufgrund meiner Grunderkrankung weiterhin toleriert werden soll: Kann/soll Zopiclon zur Unterstützung einer möglichst schnellen Absetzung von Lorazepam vorübergehend höher dosiert oder besser konstant gehalten werden? Entspricht es eigentlich den Erfahrungen der Foristen, dass der Zopiclonentzug – wie es mir scheint – deutlich leichter ist als bei Lorazepam?

Kurz noch zu meiner Person: Ich bin weiblich, Anfang dreißig, 1,67 m groß und wiege statt meiner normalen 59 nur noch knapp 54 kg.
Zuletzt geändert von padma am Montag, 20.08.18, 17:04, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel um Benutzername ergänzt
Diagnosen:
1998-2006 generalisierte Angst-/Panikstörung, therapeutisch ohne Medikation behandelt
seit 2010 Autoimmunerkrankung Niere/Darm mit 50% Leistungseinschränkung, Verdacht auf Morbus Crohn
Medikation:
ab 2012 3,75mg Zopiclon, Anstieg bis 2018 auf 26,25 mg wegen Schlafstrukturstörung
und 5-10 Tropfen Promethazin
07.2018 1,25 mg Lorazepam (schwankend) in zwei Blöcken mit 10 Tagen Pause, Ende Juli zwei Tage mit 1,875 und 2,5 mg) zur Krisenintervention
Absetzversuch:
01.08-2018 1,25 mg Lorazepam
02.-03.08.2018 1,875 mg Lorazepam
04.-07.08.2018 1,5 mg Lorazepam
08.-10.08.2018 1,25 mg Lorazepam
11.-13.08.2018 1 mg Lorazepam
14.-17.08.2018 0,833 mg Lorazepam
18.08.2018 0,625 mg Lorazepam

Jamie
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Re: Akut Hilfe benötigt beim Absetzen von Lorazepam nach vierwöchiger Einnahme

Beitrag von Jamie » Freitag, 03.08.18, 23:14

Hallo Gundula,

willkommen im Forum und danke fürs Anlegen der Signatur. :)

Ich habe Fragen:
2010 wurde bei mir eine Autoimmunerkrankung (Niere, Darm) mit starker Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit (50%) und einer gravierenden Schlafstrukturstörung diagnostiziert
Wie lautet die Erkrankung?
Wie macht sich die Schlafstrukturstörung bemerkbar und wurde das mal in einem Schlaflabor gescreent?
Nimmst du Medikamente gegen diese Autoimmunerkrankung? Wenn ja, bitte alle nennen.
Aufgrund des anhaltenden Durchfalls erhielt ich von der Ärztin zur Unterbrechung des Teufelskreises (Durchfall reduziert Zopiclonwirkung führt zu Entzug und dieser verursacht wieder Durchfall) ohne weitere Aufklärung zusätzlich Lorazepam 2,5 mg (Tavor Expidet). Hiervon nahm ich 17 Tage lang jeweils als Einmaldosis zumeist 1,25 mg (eine halbe Tablette) täglich zum Schlafen, an vier dieser Tage waren es 1,875 mg (Dreiviertel), womit der Durchfall weitgehend gestoppt wurde.
Das ist abenteuerlich. Denn der Durchfall sorgt ja auch dafür, dass das Lorazepam beschleunigt den Körper verlässt. Dass das Tavor wirkte und dann auch noch den Durchfall stoppte, ist mehr oder weniger Zufall, wie ich finde.
Ist dir oder der Ärztin mal der Gedanke gekommen, dass das Zopiclon selbst den Durchfall evtl. als Nebenwirkung oder Entzügigkeitssymptom auslösen kann? Da sollte man mal hinschauen.
Wissen tue ich es nicht, aber man sollte alles in Betracht ziehen.
Aber das wäre dann die Erklärung, warum die Diarrhoe durch das Tavor besser wurde.
Hilfe suche ich zu folgenden Fragenkomplexen:
Kann es tatsächlich sein, dass sich mein Körper an die nur an zwei Tagen genommene höhere Dosis und die zwei Einnahmezeitpunkte gewöhnt hat (obwohl ich doch die meiste Zeit nur 1,25 mg zu einem Zeitpunkt eingenommen habe), sodass ich vom höheren Niveau ausschleichen muss? Habe selbst bei meinem Kompromiss von 1,875 mg aktuell deutliche Entzugserscheinungen, die sich aber am zweiten Tag anscheinend leicht bessern.
Das ist auf keinen Fall ungewöhnlich. Tavor wirkt fast identisch wie Zopiclon und dockt an denselben Rezeptoren an (Gaba). Ich bin mir fast sicher, dass du mit deinen hohen fast 30mg Zopiclon in der Toleranz bist und durch das Tavor hast du deinem Gehirn ein paar Tage genau das gegeben, wonach es geiert... es nun wegzulassen löst einen fiesen Entzug aus, da du mit fast wirkgleichen Substanzen operiert hast, auf die dein Körper aufgrund der Abhängigkeit ganz wild ist.
Sind bei der geschilderten, gut vierwöchigen Einnahme und nur zwei höher dosierten Tagen am Ende schnellere/größere Reduktionen möglich als die im Forum empfohlenen 10%, um eine weitere Gewöhnung zu vermeiden?
Wie viele bzw. welche Entzugserscheinungen kann/soll man dabei in Kauf nehmen? Hierzu fehlt mir trotz der phasenweisen Zopiclonreduzierung (die vergleichsweise sehr viel leichter ist) die Erfahrung.
zu ersterem: vermutlich ja, das kommt aber auf den Versuch an. Man könnte es mal probieren 20% wegzulassen und das 14 Tage zu halten und schauen, was der Körper macht.
Das Ausschleichtempo muss aber unbedingt den Körperreaktionen angepasst werden. Das ist das einzige, was im Benzoenzug zählt.

zu zweiterem: das ist zum jetzigen Zeitpunkt zu spekulativ. Ein paar Unannehmlichkeiten und mistige Tage sind auf jeden Fall einzukalkulieren, aber letztlich kann man das erst bewerten, wenn du weißt, wie es sich wirklich anfühlt und wie es dir damit geht.

Zu deinem letzen Fragekomplex meldet sich jemand Anderes oder ich mich am Wochenende.

Ich hoffe, es ist schon mal der ein oder andere wertvolle Impuls für dich dabei gewesen.

Grüße
jamie
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Re: Akut Hilfe benötigt beim Absetzen von Lorazepam nach vierwöchiger Einnahme

Beitrag von Gundula G » Samstag, 04.08.18, 1:23

Hallo Jamie und besten Dank für deine sehr schnelle Reaktion!

Dann werde ich mal in aller Kürze versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen. ;-)

Der Name der Ausgangserkrankung ist vielen kaum ein Begriff, deshalb ließ ich ihn weg. Es geht um ME/CFS. Das ist eine schwere Erkrankung des Immunsystems - in meinem Fall ausgelöst durch eine Viruserkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber), die der Körper mangels Antikörper nicht bekämpfen kann. Resultat waren diverse Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, eine Funktionsstörung der Nebennierenrinde (bedingt auch die Schlafstörung) sowie nach einer notwendigen Chemotherapie (zur Abtötung der Zellen mit den Viren) ein Morbus Chron. Einstufung der Charité auf unter 40 % Leistungsfähigkeit.
Es ist auch durch Darmspiegelung sowie Autoimmunwerte im Blutbild eigentlich ziemlich geklärt, dass das Chron für die etwa alle 8 Monate in Schüben auftretenden Durchfälle verantwortlich ist. Ich denke, dass da Zopiclon tatsächlich eher nicht ursächlich ist. In diesem Fall war es tatsächlich einfach eine Stressreaktion, die bei chronischen Darmentzündungen gerne Auslöser eines Schubes darstellen.
Als Medikamente nehme ich hauptsächlich eine hochdosierte Pille zur Hormonregulation, bei den Schüben Cortison (nicht aktuell), das genannte Zopiclon sowie diverse Nahrungsergänzungen, insbesondere DHEA und 5HTP. Mehr ist leider gar nicht machbar, weil die Erkrankung so selten ist.

Die Schlafstrukturstörung ergibt sich durch die absolute Fehlregulation der Nebennierenrinde (Ausschüttung von Cortisol zur falschen Zeit, Mangel an DHEA-Bildung, etc.). Dies ist einerseits durch einen Spezialisten in München, die Endokrinologie der Uniklinik Essen untersucht und festgestellt worden sowie durch Schlafmediziner nachverfolgt worden. Aufgrund meines Allgemeinzustandes konnte ich nie in ein Schlaflabor. Nur ein modernes Gerät für Zuhause war möglich und zeigte die falschen Hormon- und Neurotransmitter-Ausschüttungen, sowie fehlregulierten Blutdruck, der die Schlafstruktur stört. Nach 1,5 Jahren blieb nur noch ein Schlafmittel als Lösung. Mein Schlaf sah in diesen 1,5 Jahren immer so aus: einschlafen, unruhiger Schlaf mit schweren Albträumen, durchgeschwitzt aufwachen nach spätestens einer Stunde. Das in etwa 4-5 Stunden lang, danach war endgültig Schluss und ich so fertig wie vorher. Ist leider ein typisches Symptom von ME. Ich war zuletzt alleine dadurch ein Pflegefall und konnte das Haus nicht mehr verlassen. Das ging erst nach 6 Monaten Schlaf mit Schlafmittel wieder - deswegen der Sonderfall mit Zopiclon - verordnet durch einen Schlafmediziner der Charité. Leider half keine Einstellung der Nebennierenrinde, keine Vorstufen von Melatonin/Serotonin, auf Antidepressiva reagiere ich ausnahmslos paradox usw.
Dass der Versuch mit Tavor abenteuerlich war, ist mir jetzt auch bewusst - und dumm und kontraproduktiv noch dazu. :-( Die Wechselwirkung mit Zopiclon hätte ich vorhersehen können, aber wenn man nicht mehr so ganz zurechnungsfähig krank danieder liegt, passiert sowas. Die Idee dahinter war: der Darm war (Befund Darmspiegelung) bereits ausgeheilt, doch durch den anhaltenden Entzug, kam der Darm dennoch nicht zur Ruhe und entzündete sich immer wieder. Daher sollte der Entzug unterbunden werden, um den Kreislauf zu stoppen - ich würde es kein zweites Mal so naiv machen. :-(
So viel erstmal zu deinen Fragen - hoffentlich halbwegs verständlich erklärt...

Vielen Dank auch schonmal für die ersten Antworten. Au weia, das klingt nach deutlich mehr Zeit als ich so einplanen wollte. :-( Heißt, dass die 3/4 Tablette, die ich meinem Körper derzeit statt der Ganzen biete, wohl schon klar Entzug auslöst (merke ich ja auch)? Wollte eigentlich am WE weiter runter reduzieren...aber das wäre dann wohl eher nicht so gut?

Allerdings muss ich dann doch fragen (bin da wirklich nicht versiert), warum gleich 14 Tage halten? Habe Angst, meinen Körper dann erstrecht daran zu gewöhnen. :-( Hatte bis heute morgen noch die Hoffnung, den Entzug in 3 Wochen vielleicht zu schaffen. Daher auch die Frage, ob eine Umstellung auf höhere Zopiclon-Dosen (und deren anschließende Reduktion) hilfreich sein könnte?

Im Einstellen auf schlechte Tage bin ich leider schon geübt - meine Grunderkrankung bietet nur solche. Frage war halt, was man aushalten können sollte, was man eher meiden sollte. Ich merke z.B., dass ich Unruhe, Gereiztheit, Übelkeit, etc. ganz gut wegstecke. Geht es in Panik und Depression über, wird es für mich sehr schwer. Aber du hast Recht, das muss ich sicherlich eine Weile beobachten, bevor ich da mehr zu sagen kann. Insbesondere stellen für mich natürlich weitere Durchfälle eine Gefahr dar, da ich dann auch noch in einen Zopiclon-Entzug rutsche. Versuche dies derzeit zu vermeiden.

Und eine Frage kam mir noch nach Absenden des Posts vorhin: kennt ihr das mit einer Verschlechterung nach Einnahme der reduzierten Tavor-Menge? Ich wartete eher auf eine Verbesserung des Befindens, erlebte jetzt aber schon öfter, dass erstmal eine negative Kreislauf- und Panikreaktion einsetzte und die Verbesserung, wenn überhaupt, erst nach einer Stunde einsetzt?


Viele nächtliche Grüße kurz vor der zweiten Tavor-Einnahme des Tages!
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ab 2012 3,75mg Zopiclon, Anstieg bis 2018 auf 26,25 mg wegen Schlafstrukturstörung
und 5-10 Tropfen Promethazin
07.2018 1,25 mg Lorazepam (schwankend) in zwei Blöcken mit 10 Tagen Pause, Ende Juli zwei Tage mit 1,875 und 2,5 mg) zur Krisenintervention
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Gundula G
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Re: Akut Hilfe benötigt beim Absetzen von Lorazepam nach vierwöchiger Einnahme

Beitrag von Gundula G » Sonntag, 19.08.18, 16:47

Hallo liebe Foristen,
ich wollte mich noch einmal mit einem Zwischenstand melden und zugleich um Antworten auf zwei Fragen bitten, die mich aktuell stark beschäftigen.
Dank der hier erfahrenen Hilfe ist es mir nach dem anfänglichen Rückschlag gelungen, dir Lorazepam-Dosis bei handlebaren Entzugserscheinungen bereits deutlich zu reduzieren (s. Signatur). Ich vermute, dass dies möglich war, weil ich Lorazepam nicht sehr lange und nur sehr selten in höherer Dosierung genommen habe. Ich weiß, dass dies von der empfohlenen Vorgehensweise stark abweicht und nicht zur Nachahmung empfohlen werden kann. Mir hat in erster Linie der Hinweis geholfen, sehr feinfühlig auf die Reaktionen meines Körpers zu achten und die Reduktionen daran auszurichten. Dieses Forum ist die beste mir bekannte Unterstützung, um einen vernünftigen Entzug hinzubekommen- Danke!

Zwei Fragen treiben mich derzeit in erster Linie um, zu denen ich Antworten bzw. Feedback suche:

Bei mir kommt es regelmäßig ca. eine halbe Stunde nach der Einnahme von Lorazepam zunächst zu einer Zustandsverschlechterung, die sich i.d.R. durch Kreislaufverschlechterung (Anstieg von Blutdruck und Puls), leichte Panik und Krankheitsgefühl äußert. Diese Verschlechterung ist von Tag zu Tag unterschiedlich stark (ein Zusammenhang mit einer Dosisreduktion ist für mich nicht feststellbar) und vergeht normalerweise nach ca. einer Stunde auch wieder. Gibt es Mitglieder, die ähnliche Erfahrungen gemacht oder vielleicht sogar eine Erklärung dafür haben?
Da die oben beschriebenen Phänomene nach der letzten Einnahme recht stark waren und länger andauerten, ich auch nicht müde wurde, frage ich mich, ob nun doch - wie für das Ausschleichen ja empfohlen - eine Verlangsamung der Reduktion angezeigt ist. Mit welchen Stufen über welche Zeiträume sollte ich weitermachen?
Vielen Dank im Voraus!
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Re: Akut Hilfe benötigt beim Absetzen von Lorazepam nach vierwöchiger Einnahme

Beitrag von Jamie » Sonntag, 19.08.18, 17:09

Hallo Gundula :)
Bei mir kommt es regelmäßig ca. eine halbe Stunde nach der Einnahme von Lorazepam zunächst zu einer Zustandsverschlechterung, die sich i.d.R. durch Kreislaufverschlechterung (Anstieg von Blutdruck und Puls), leichte Panik und Krankheitsgefühl äußert. Diese Verschlechterung ist von Tag zu Tag unterschiedlich stark (ein Zusammenhang mit einer Dosisreduktion ist für mich nicht feststellbar) und vergeht normalerweise nach ca. einer Stunde auch wieder. Gibt es Mitglieder, die ähnliche Erfahrungen gemacht oder vielleicht sogar eine Erklärung dafür haben?
Entschuldige, dass ich gar nicht mehr reagiert habe; hab deinen Beitrag schlichtweg aus den Augen verloren.
Ich tippe gerade vom Handy aus, deswegen halte ich mich erst mal kurz, aber zum Zopiclon und Schlaf werde ich dir irgendwann noch einmal schreiben.

Zu deinem Anliegen.
Das ist ehrlich gesagt nicht gut, was du da erlebst.
Meines Erachtens sind das Anzeichen einer Unverträglichkeit des Lorazepams.
Im Benzobereich gibt es einige Teilnehmer mit den gleichen Schilderungen.
Der Körper fängt an sich gegen die Einnahme zu wehren.
Gründe können vielfältig sein: Toleranz, Nebenwirkungen oder auch eine in der Zwischenzeit entwickelte Unverträglichkeit.

Es ist jetzt fraglich, inwiefern man hier dann die Einnahme bzw das Ausschleichen verzögern sollte.
Das müsste man sich genau überlegen und ggf auch einfach mal ausprobieren.

Eine Unverträglichkeit ist ein Indikator, das Mittel zügig loszuwerden; leider klaffen hier aber auch Theorie und Praxis weit auseinander - denn viele vertragen ihr Benzo nicht mehr richtig, können aber längst nicht so rasch absetzen wie sie eigentlich wollen, da dooferweise auch bei Unverträglichkeit Entzugssymptome auftreten.
Das ist dann das fiese nicht mit, aber auch nicht ohne können. :oops:

Lass uns noch mal gemeinsam überlegen, was man nun tun könnte.

Grüße
Jamie
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