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Heinmück: Amisulprid Absetzsymptome

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Heinmueck
Beiträge: 1
Registriert: Montag, 13.08.18, 6:06

Heinmück: Amisulprid Absetzsymptome

Beitrag von Heinmueck » Montag, 13.08.18, 6:23

Hallo ihr,

ich habe eine sehr lange Leidensgeschichte, die 2012 begann. Ich leide aufgrund eines Traumas an einer Angststörung, Depressionen und Pseudohalluzinationen.
Ich habe irgendwann 2013 das Medikament "Amisulprid", 50 mg eingenommen. Mir wurde vom Psychiater weder gesagt, wofür es ist noch wie lange ich es einnehmen soll.
Nach einer Recherche habe ich herausgefunden, dass es ein Mittel gegen Psychosen ist. Erst Jahre später fand ich selber heraus, dass bis 150 mg tatsächlich als Antidepressivum (nur antriebssteigernd) verschrieben werden.
Fakt ist aber: 12 h nach der Einnahme der Tablette waren alle (!) Symptome weg (ich schließe mal hieraus auch einen schönen Placeboeffekt).
Ich habe das Medikament nach anderer ärztlicher Rücksprache irgendwann in 3 Wochen abgesetzt. Mehrere Monate später traten die Symptome wieder auf. Wieder eine Tablette genommen, Beschwerden waren wieder nach 12 h weg usw.
Irgendwann habe ich es über 6 Monate, jeden Monat 10% ausgeschlichen. Dieses ging bis Februar 2018.
Dieses Mal fingen die Beschwerden nach deutlich kürzerer Zeit wieder an.
Ich habe dann im Urlaub, jetzt Juli 2018, eine Tablette (50 mg) genommen. Wieder gleicher Effekt, aber das erste Mal mit heftigen NW (starke Unruhe) zu kämpfen gehabt. Eine weitere Tablette habe ich daher nicht nehmen können.

Fakt ist: Die Reaktionen werden jedes mal heftiger (besonders die Depressionen und Pseudos), wenn das Medikament abgesetzt wurde.
Ich habe mich dazu entschieden, keine einzige Tablette mehr zu nehmen und halte mich im Moment mit anderen Möglichkeiten über Wasser.

Was ich nicht verstehe: Wieso treten diese massiven,verstärkten Symptome erst nach Wochen/Monaten (!) auf? Äußerliche Faktoren haben die Symptomatik noch verstärkt, aber mit dieser Heftigkeit habe ich nicht gerechnet.

Hat hier jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen ?
Ich wäre über jede Hilfe dankbar :)
Zuletzt geändert von Murmeline am Montag, 13.08.18, 6:28, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt

padma
Team
Beiträge: 15637
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Heinmück: Amisulprid Absetzsymptome

Beitrag von padma » Montag, 13.08.18, 18:01

hallo Heinmück, :)

willkommen im ADFD.

Es tut mir leid, dass du eine lange Leidensgeschichte hinter dir hast.
Konntest du denn an der Traumabewältigung arbeiten? Das wäre ganz wichtig, da Psychopharmaka nicht heilen können.
Fakt ist aber: 12 h nach der Einnahme der Tablette waren alle (!) Symptome weg (ich schließe mal hieraus auch einen schönen Placeboeffekt).
Da würde ich auch auf einen Placeboeffekt schliessen.
Ich habe das Medikament nach anderer ärztlicher Rücksprache irgendwann in 3 Wochen abgesetzt. Mehrere Monate später traten die Symptome wieder auf.
Absetzen in 3 Wochen war viel zu schnell. :shock:
Was ich nicht verstehe: Wieso treten diese massiven,verstärkten Symptome erst nach Wochen/Monaten (!) auf? Äußerliche Faktoren haben die Symptomatik noch verstärkt, aber mit dieser Heftigkeit habe ich nicht gerechnet.
Es sind vermutlich Absetzsymptome. Das liegt daran, dass unter dem Einfluss von Psychopharmaka das Gehirn sich verändert, es finden "Anpassungsprozesse" statt. Nach dem Absetzen müssen diese Veränderungen rückgängig gemacht werden. Dabei kann es zu Absetzsymptomen kommen.
Hier ist es am Beispiel von Antidepressiva erklärt: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=8621
Fakt ist: Die Reaktionen werden jedes mal heftiger (besonders die Depressionen und Pseudos), wenn das Medikament abgesetzt wurde.
Auch diese Erfahrung machen viele. Durch Eindosieren und wieder Absetzen wird das Nervensystem zunehmend sensibilisiert, jeder weitere Entzug wird immer schwieriger. Bei den Benzos nennt sich dies kindling Effekt, er tritt u.E.n. bei allen Psychopharmaka auf.
Ich habe dann im Urlaub, jetzt Juli 2018, eine Tablette (50 mg) genommen. Wieder gleicher Effekt, aber das erste Mal mit heftigen NW (starke Unruhe) zu kämpfen gehabt. Eine weitere Tablette habe ich daher nicht nehmen können.
50 mg war für eine Wiedereindosierung bei einem bereits sensibilisierten Nervensystem viel zu viel. Wir hätten dir geraten, es falls überhaupt mit 1 mg zu versuchen.

Da du bereits seit 6 Monaten auf 0 bist, ist es fraglich, ob eine Wiedereindosierung noch greifen würde.
und halte mich im Moment mit anderen Möglichkeiten über Wasser.
Was für Möglichkeiten sind das?


Hier noch unser Einführungstext:

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

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padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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25.10.2018: 0,15 mg :schnecke:



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
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Heinmueck
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Re: Heinmück: Amisulprid Absetzsymptome

Beitrag von Heinmueck » Montag, 13.08.18, 18:51

Hallo:),

vielen lieben Dank für deine ausführliche Nachricht!

Also ist die Devise quasi aushalten und abwarten, bis es vorbei ist?
Ich habe mittlerweile Angst, dass eine Absetzpsychose entstehen könnte (Anmerkung: Ich hatte noch nie eine), weil die Pseudohalluzinationen stärker geworden sind.

Es gibt Phasen, bei denen es mir einigermaßen gut geht, insbesondere wenn ich abgelenkt bin. Die Symptome werden logischerweise schlimmer bei Stress:(
Arbeiten, Sport, Freunde treffen usw. ist noch alles aktiv :) Auch wenn es eher krampfhaft ist, aber ich weiß, dass ich in ein noch größeres Loch falle, wenn ich irgendwas davon aufgebe.

Im Moment nehme ich:
Vitamin B-loges, Magnesium 400 mg und Omega-3 Kapseln

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Re: Heinmück: Amisulprid Absetzsymptome

Beitrag von padma » Montag, 13.08.18, 23:02

hallo Heinmück, :)

magst du diese Pseudohalluzinationen noch etwas beschreiben? Ich weiss nicht, was genau du damit meinst. Sowas wie flash backs?

Da du dies schon vor dem Absetzen hattest, denke ich eher nicht, dass es Frühwarnzeichen von einer Absetzpsychose sind. Im Entzug können ursprüngliche Symptome durch einen rebound Effekt verstärkt auftreten.

B Vitamine werden im Entzug öfters nicht so gut vertragen, das würde ich probeweise vielleicht mal weglassen.
Mit Magnesium und Omega 3 gibt es überwiegend gute Erfahrungen.
Also ist die Devise quasi aushalten und abwarten, bis es vorbei ist?
Da du auch gute Phasen hast und auch wenn es schwierig ist, noch einiges unternehmen kannst, würde ich nun, nach dieser langen Zeit nach 0, abwarten.

Es gibt die Option, eine Minidosis wieder einzudosieren, aber nachdem, was du berichtest, würde ich das wohl nicht tun. Entscheiden musst du natürlich selbst.

Du hast ja bereits einiges herausgefunden, was wichtig ist: Stress reduzieren, Ablenken.
Hier noch ein paar Tipps (gelten auch für NL) https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 10#p257810

liebe Grüsse,
padma
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25.10.2018: 0,15 mg :schnecke:



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