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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Sonntag, 23.12.18, 13:11

Hallo.

Ich würde ja sagen: das gehört dazu.

Benzoentzug läuft kaum problemlos ab, vielleicht nach kurzer Ersteinnahme ohne Beikonsum, und erfordert einen langen Atem.

VG von Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 24.12.18, 11:36

Hallo und frohe Weihnachten an alle :)

gestern hatte ich mich überschätzt was das Tempo des herunterdosierens angeht. Ich habe gestern vor dem aufstehen (habe es gegen Mittag doch noch für 2,3 Stunden aus dem Bett geschafft mit großer Mühe) lediglich 0,25mg eingenommen statt 0,5 und auf die zweite Tablette am Nachmittag/frühen Abend verzichtet. Gegen 2 Uhr Morgens (ich hatte noch nicht geschlafen) hat sich dass dann gerächt. Das DR und DP verschlimmerte sich in der Nacht und plötzlich ging das zittern los gepaart mit Herzklopfen und Beklemmungsgefühlen. Ich habe das dann noch eine Weile versucht auszuhalten aber letztlich war es die starke DP und DR und das Gefühl jeden Moment den Verstand zu verlieren was mich dazu brachte nachträglich doch noch die reguläre zweite 0,5mg Tablette zu nehmen. Nach einer Stunde ging es mir deutlich besser, das DR und DP Gefühl waren fast verschwunden und auch das
Gedankenkarussell war unterbrochen. Der Kopf fühlte sich einfach wieder klarer und geordneter an. Das war wie eine Verschnaufpause von den Qualen und ich habe das Zeitfenster so sehr genossen, dass ich den Rest der Nacht wach blieb und mit meiner Freundin im Bett redete. Selbst Witze machen war mir wieder möglich. So gegen 5 Uhr bin ich dann eingeschlafen.

Mich hat es überrascht wie gut diese kleine Dosis geholfen hat, musste ich doch vor ein paar Wochen deutlich höhere Dosen nehmen im Notfall um
eine Wirkung zu erzielen. Vor einem Monat waren es ausnahmsweise mal 2,5mg die ich brauchte, und jetzt hat eine einzige 0,5mg so gut geholfen?
Das verstehe ich nicht. Es kann mir ja nur recht sein aber neugierig warum das so ist macht es mich schon. Die Gesamtdosis in den letzten 24 Stunden lag somit trotzdem unterhalb von der der letzten Tage mit 0,75mg statt 1mg.

LG und nochmal frohe Weihnachten an alle aus dem Forum!
Dan
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Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

Sonstige Nahrungsergänzungsmittel:
-150mg Magnesium täglich
-Vitamin B-Komplex täglich
-Omega 3,6,9 (seit dem 08.01.2019)

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Towanda1 » Montag, 24.12.18, 12:35

Lieber Dan,

es freut mich sehr, daß es nun kleine Fenster gibt.

Ich möchte trotzdem noch einmal auf das hinweisen, was die Vorschreiben schon öfter geschrieben haben:

Ständige Dosisänderungen stressen das ZNS zusätzlich. Mach Dir einen Absetzplan und halte Dich dran. Einmal nehmen, einmal nicht, einmal 1 mg, dann wieder nur 0,25 oder gar nichts, dann wieder mehr ist das schlimmste, was Du Deinem Nervensystem antun kannst.

Ich wünsche Dir, daß Du weiterhin kleine Fenster hast und die Feiertage ein wenig genießen kannst!

Liebe Grüße, Towanda
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13.12.18 - 7,50 mg Mirtazapin
16.01.19 - 6,70 mg Mirtazapin
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13.03.19 - 5,40 mg Mirtazapin

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Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen

Lithium
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Montag, 24.12.18, 13:31

Hi Dan,

ich möchte das was Towanda gesagt hat noch einmal unterstreichen: Du brauchst einen Absetzplan.

Das Problem ist dass du so wie ich zu Aktionismus neigst. In Phasen in denen es dir gut geht willst du zu schnell reduzieren und in Phasen in denen es dir schlecht geht willst du zu schnell wieder hoch gehen. Ich hatte in Phasen in denen es mir gut ging sehr häufig den Drang schneller abzusetzen. Ich bin aber froh dass ich mich an meinen Plan gehalten habe. Denn auf gute Phasen folgen wieder schlechte und wenn man da zu schnell mit der Reduktion war dann kann diese Phase noch viel schlechter werden.

Ich bemühe mich auch immer etwas weniger Aktionismus zu betreiben und dafür etwas geduldiger zu sein.

Frohe Weihnachten! :)

Lithium
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2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend. Davor seit 1999: Cannabis.

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis 03.03.2019.

2019 März: Absetzgeschwindigkeit auf 1 mg pro Monat geändert

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Dienstag, 25.12.18, 22:14

Hallo Towanda, hallo Lithium 🙂

ich hatte mir ja einen Absetzplan erstellt gehabt, nur war ich so naiv zu glauben ich könnte es auch mit der Brechstange schaffen. Ich habe mich da bezüglich des Tempos total überschätzt. Von 1,5mg auf 1mg die letzten acht Tage waren schon hart und dann zu glauben von 1mg so mir nichts dir nichts auf 0,25mg zu gehen war einfach dämlich von mir. Ich werde jetzt noch eine Weile bei 1mg bleiben, damit ist es zwar auch furchtbar aber gerade noch so aushaltbar.

An was lag es denn, dass die 0,5mg Tablette in dieser Nacht so wunderbar gewirkt hat? An diesem Tag hatte ich wie beschrieben auch nur 0,25mg genommen. Die Quittung dafür kam dann in der Nacht. Kann mir wer erklären warum der Effekt von dieser einzigen 0,5mg da so spürbar gewesen ist? Oder war das einfach Zufall?
Ich frage deswegen, weil es wirklich schon ziemlich lange her ist, dass ich von dieser relativ ‘kleinen‘ Dosis eine Wirkung verspürt habe.

LG
Dan
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Jetzt permanent am Grübeln.

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-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Jamie » Mittwoch, 26.12.18, 20:02

Hallo Dan. :)
An was lag es denn, dass die 0,5mg Tablette in dieser Nacht so wunderbar gewirkt hat? An diesem Tag hatte ich wie beschrieben auch nur 0,25mg genommen. Die Quittung dafür kam dann in der Nacht. Kann mir wer erklären warum der Effekt von dieser einzigen 0,5mg da so spürbar gewesen ist? Oder war das einfach Zufall?
Ich glaube das ist Zufall bzw. unerklärbar aufgrund unzähliger unbekannter Komponenten.

Ich kenne es aus meiner eigenen Zeit der Abhängigkeit, dass es fast nie mehr griff und manchmal spürte ich eine Wirkung, die mir dann unerklärlich war.
Wir lesen das hier auch immer mal wieder, dass Menschen Tage haben, wo ein Benzo scheinbar wieder greift, nur um einen Tag später und noch einen Tag später dann desillusioniert feststellen zu müssen, dass es nur ein einmaliger Effekt war.

Mir selber ist nicht klar, was da genau im ZNS vonstatten geht, dass solche Phänomene auftreten.

Ich hoffe in deinem eigenen Interesse, dass du die Methode "Brechstange" jetzt sein lässt, denn mit solchen Sachen fütterst du den kindling effect und dein ZNS wird noch viel mehr strapaziert.
Ich wünsche dir Durchhaltekraft und alles Gute

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Mittwoch, 26.12.18, 20:11

Hallo Jamie :)

ich werde mich nun exakt an den Plan halten und hoffe mit diesem gut zurechtzukommen. Vielleicht war die Wirkung von dieser einen Tablette deswegen so groß, weil ich bereits am Vortag mit 0,75mg und am selben Tag mit 0,25mg deutlich weniger als sonst eingenommen habe und mein
Kopf dann mit der Panikattacke in der Nacht das gefordert hat was er die ganze Zeit schon wollte, nämlich mehr. Und als er dann die zusätzlichen 0,5mg bekommen hat war er dann zufrieden. Aber das ist nur eine laienhafte These von mir.

Liebe Grüße
Dan
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ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Donnerstag, 27.12.18, 10:52

Hallo Forum,

Ich habe ein mehr oder weniger kleines Problem. Mein Neurologe möchte mir ja kein Tavor mehr verschreiben und riet mir letztes Mal stattdessen in die Klinik zu gehen.

Jetzt reichen meine Tabletten noch für ein paar Tage aber dann bräuchte ich ein neues Rezept. Mein vorheriger Beurologe hat mir das in jüngster Vergangenheit immer auf Privatrezept verordnet gehabt. Sollte ich meinen neuen Neurologen auch nach einem solchen fragen? Oder
Mein Hausarzt verordnet mir das Medikament bereits seit September nicht mehr.

Ich kenne mich da nicht so aus, aber auf Privatrezept wird man leichter an das Rezept kommen bei Ärzten oder?

Es ist schade dass mein Neurologe mich dahingehend nicht besser unterstützt. Aber den Ausschleichplan den er erstellt hatte war vom Tempo her viel zu schnell. Scheinbar glaubt er mir nicht, dass ich gerade ernsthaft am ausschleichen bin. Dabei würde es doch nur noch um ein oder zwei Rezepte gehen (er verschrieb immer die 50er a 0,5mg Tavor). Ich habe mich auch noch nie über ein Privatrezept beschwert. Das ich die Kosten dafür selbst tragen muss ist momentan wirklich das geringste Übel.

Auch mein Hausarzt war mit verschreiben immer gut dabei, hat über das Medikament nicht gut aufgeklärt und jetzt wo man abhängig ist, stellen Sie sich quer einem beim ausschleichen zuhause zu unterstützen in Form von Rezepten.

LG
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Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 27.12.18, 11:15

Hallo Dan,

kannst du zu deinen alten Neurologen nicht mehr gehen?

Für den neuen sieht die Frage nach Privatrezept vielleicht so aus, als würdest du dir rein die weitere Einnahme sichern wollen. Vielleicht kannst du deine bisherigen Reduktionsfortschritte dokumentieren und ihm zeigen, so dass es sieht, dass es dir ernst ist und es dir nicht um eine dauerhafte Einnahme geht sondern um ein kontrolliertes absetzen. Dokumentierte auch die Symptome und erkläre ihm, mit den kleinen Schritten gehe es besser.

Es gab übrigens mal ein erfolgreiches Projekt zum ambulanten Entzug in Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern. https://www.abda.de/fileadmin/assets/Pr ... t_2013.pdf
Es muss also nicht immer die Klinik sein, vielleicht ist auch so ein Argument sinnvoll.

Grüße, Murmeline
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Donnerstag, 27.12.18, 17:33

Hallo Murmeline,

Ich werde morgen mal den alten Neurologen anrufen und anfragen.

Heute sind die Symptome wieder besonders schlimm im Vergleich zu den letzten Tagen. Die DR und DP wird immer schlimmer habe ich das Gefühl. Die Nacht heute war auch alles andere als schön, ich bin mehrmals wach geworden und der Kopf war einfach nur leer. Ich wusste für kurze Zeit wieder nicht wo ich gerade war oder wer ich bin. Irgendwann bin ich dann wieder weggetreten und heute morgen total erschöpft und zerstreut aufgewacht.

Jetzt gerade fühle ich mich wieder nicht wie ein Mensch, als ob ich überhaupt nicht mehr existiere. Meine Gedanken und die Grundstimmung fühlen sich so befremdlich an 😥 ich weiß manchmal überhaupt nicht mehr was ich hier noch soll mit diesem Zustand.

Dazu muss ich mich nach wie vor zwingen etwas zu essen und zu trinken weil ich überhaupt keinen Appetit mehr habe. Ich fühle mich seit Wochen und Monaten als ob es dem Ende entgegen geht (davon will niemand etwas hören weil es Quatsch sei), aber genau so fühle ich mich eben.

Ich habe jetzt noch mal mit der Klinik telefoniert und die haben gesagt, ich dürfe trotz allem auf keinen Fall wieder auf über 2 Tabletten (1mg) am Tag kommen. Es wäre schon ein großer Fortschritt das ich von 2 auf 1mg gekommen bin alleine. Ich werde nun noch ein paar Tage auf dieser Dosis bleiben ehe ich auf 0,75mg gehe.

Zum Glück habe ich meine Eltern gebeten das Tavor in ihrer Wohnung aufzubewahren, jetzt gerade wüsste ich nämlich nicht, ob ich aus lauter Verzweiflung nicht doch zu einer dritten Tablette greifen würde. Ich habe jetzt aber gerade die zweite und letzte für heute genommen vor einer Stunde und es ist zumindest leicht besser geworden. Auch der Puls hat sich wieder normalisiert, der lag die letzten Tage selbst im Ruhezustand im Bett über längere Zeit bei über 100.

Ist es möglich, dass Tavor so gut wie keinen oder nur einen leichten günstigen Effekt auf die Symptome der DR und DP hat? Mein Neurologe und meine Psychologin gehen auf diese Begriffe nicht weiter ein. Wofür gibt es diese Diagnose dann wenn sie bei mir nicht gestellt wird, bzw. man nicht darauf eingeht wenn ich davon erzähle wie sehr sie mich belastet? Gibt es vielleicht Selbsthilfegruppen? Oder denke ich da vielleicht zu weit in die Zukunft weil diese Symptome von DR und DP von dem Tavor kommen und deswegen sowieso wieder von alleine verschwinden mit der Zeit?

LG
Dan
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

Sonstige Nahrungsergänzungsmittel:
-150mg Magnesium täglich
-Vitamin B-Komplex täglich
-Omega 3,6,9 (seit dem 08.01.2019)

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru70 » Donnerstag, 27.12.18, 21:58

Hallo Dan,

Ich möchte dir aus meinen Erfahrungen auf deine Fragen versuchen zu antworten.
Da fließen auch die Erfahrungen von Familienmitgliedern hinein.
Auf Grund vieler, vieler schlechter Erfahrung mit Ärzten mache ich mich oft im Internet schlau und vermeide es ihnen ALLES zu erzählen.

Ich habe z.b. Angst, dass es in meiner Krankenakte landet.
Demzufolge habe ich noch nie jemanden  der Ärzte auf DP und DR angesprochen. Ich könnte mir auch a vorstellen, dass die meisten davon überfordert sind und keine Ahnung haben 
Die Psychiater und Neurologen zücken meistens den Rezeptblock und ich habe da auch schon einiges an Medikamenten durch, GsD die meisten nur kurzfristig. Ein Psychiater sucht auch immer nach einer Diagnose und wer weiß in was für eine Schublade man da gesteckt wird.

Psychologen sind da vlt bessere Ansprechpartner, wobei ich da gute und grottige kenne.

Erfahrene Betroffene halte ich mittlerweile für sehr gute Ansprechpartner und Experten.

Sie verstehen wovon man redet, weil sie ja evt gleiche Symptome haben.
Bücher von Betroffenen haben mir manchmal auch geholfen, weil ich mich dann nicht so allein gelassen gefühlt habe. Anderen macht das vlt auch Angst.

Zu deiner Frage, ob das Tavor dies alles macht. Ich habe (leider) sehr lange Alprazolam genommen.
Solange es im Blut war, habe ich mich meist ganz gut gefühlt. Benebelt und unkonzentriert, aber ohne Angst.

 Seltenst fühlte es sich paradox an, also dass ich dadurch  z.b. agressiv wurde.
Da man ja bei nachlassender Wirkung oft einen Rebound erfährt, ist man geneigt schnell wieder eine neue Tablette zu nehmen.

Ich finde man hat nie wieder den normalen Zustand, den man ohne Tabletten hat. Entweder ich war auf Entzug/Rebound, was einem  Entzugssymptome beschert, oder ich war auf Benzo und eingelullt und unkonzentriert.

Eine angenehme Mitte gab es nicht. Vlt ist das unter Diazepam nicht so schlimm, aber selbst da habe ich schon über eine nachlassende Wirkung nach ca 4 Stunden bei manchen Abhängigen gelesen.

Schlimm sind die Medikamente wenn man sie weglässt. Im Entzug bekam ich erst DR und DP und zwar erst nach Null.
Bei dir tritt es jetzt schon auf, jeder ist anders.
Es kommt also nur indirekt vom Tavor, nämlich durch den Entzug.
Das Tavor wirkt bei dir logischerweise nicht mehr richtig, da du deinem Körper ja viel weniger gibst, als er gerne hätte.

Ich hoffe es ist dir bewusst, dass du mit dem Hin- und Her der Dosierungen deine Symptome nur schlimmer machst. Dein Gehirn hätte gerne jeden Tag 2 mg oder mehr, du gibst ihm 1 mg,  damit ist es nicht zufrieden.
 Langsam fangen aber die Umbaumaßnahmen im ZNS an, bzw sind in vollem Gange.  Wenn du dann mal mehr und mal wieder weniger nimmst, gerät dieser Prozeß total durcheinander.

Es ist vlt wie auf einer Baustelle, wo der Bauherr an einem Tag die Wände verstärken will und am Tag darauf wieder nicht. Erst wird aufgebaut, dann wieder abgerissen. Irgendwann wissen die Bauarbeiter garnicht mehr was sie tun sollen und die Baumaßnahmen kommen ins Stocken.

Wenn ich eines im Entzug gelernt habe, dann ist es, dass Ruhe und Schonung  am meisten gehen die Symptome hilft.

Nimm die Tatsache an, dass du jetzt im Entzug bist und es dir nicht gut geht. Lenk dich ab so gut es geht und versuch nicht alles zu zerdenken. Du kannst nur abwarten, dein Körper regelt das für dich alleine.

Und wenn ich dir einen persönlichen Rat geben darf,  geh auf keinen Fall höher in der Dosierung. Ich glaube dir ist noch nicht bewusst in was für einen Teufelskreislauf man mit Benzos gerät. 

Ich habe über zig Jahre 0,25 mg Alprazolam genommen, das sind in Diazepam 5 mg. Du bist mit 2 mg Tavor schon bei 20 mg Diazepam.
GsD bist du nun nur noch auf 1 mg.
Je höher man geht, um so schwerer ist der Ausstieg.

Hier gibt es ganz schlimme Fälle im Forum, wenn ich in den Threads lese bin ich froh über meine Entzugssymptome, die auch schwer zu ertragen sind, aber noch nicht so schrecklich.
Bleib dran und sei konsequent. Sie zu, dass du langsam aber stetig auf Null kommst.

Ein Leben unter Benzo ist nie gut, wenn überhaupt nur eine Notlösung. So richtig merkt man den Unterschied, wenn das Medikament aus den Körper ist.

Viele mitfühlende Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Donnerstag, 27.12.18, 22:38

Hallo Sarah 🙂

mir ist durchaus bewusst, dass es so ziemlich das schlimmste wäre was ich machen könnte wenn ich die Dosis wieder erhöhen würde. Ich bin auch stolz darauf mittlerweile bei 1mg zu liegen, das ist ein Fortschritt.
Es ist nur so frustrierend diese kleinen blauen Tabletten weiterhin zu nehmen aber gleichzeitig keine zufriedenstellende Wirkung mehr zu verspüren. Klar, es muss dennoch eine da sein weil wenn man überhaupt keine mehr nimmt geht es einem ja noch um Welten schlechter als ohnehin schon.

Das Problem ist halt das Gesamtbefinden und das ich schon so lange nicht mehr sagen kann ‘es geht mir gut‘.
Ich will damit nicht sagen, dass ich die Flinte ins Korn werfen möchte aber es ist sehr belastend. Man wird einfach aus dem Leben welches man mal hatte gerissen und muss damit klar kommen. Dazu noch die Ungewissheit das einem niemand sagen kann wie lange der Spuk noch anhalten wird nachdem man erst mal auf 0 ist.

Auf so viele Dinge habe ich dieses Jahr verzichten müssen, Weihnachten ist auch ausgefallen und dann sitzt man da. Ich weiß, dass es auch für meine Familie und Freundin kein schöner Zustand ist und habe deswegen oft Schuldgefühle. Würden sie nicht so fest hinter mir stehen hätte ich glaube ich keinen Willen das durchzustehen. Von Ärzten bin ich wie ich schon gesagt habe enttäuscht. Aber vermutlich habe ich in der Hinsicht auch zu viel von ihnen erwartet.

Ich werde falls es mein Zustand erlaubt dann in den nächsten Tagen auf 0,75mg gehen.

LG
Dan
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-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru70 » Donnerstag, 27.12.18, 22:51

Hallo Dan,

Ich verstehe dich sehr gut da ich ja das Gleiche durchgemacht habe. Aber es geht mir jetzt 4 Monate nach Null nicht gut, aber besser.

Dan092 hat geschrieben:
Donnerstag, 27.12.18, 22:38
Auf so viele Dinge habe ich dieses Jahr verzichten müssen,
Ich auch....


Hast du mal meinen Thread gelesen?
Dan092 hat geschrieben:
Donnerstag, 27.12.18, 22:38
Ich werde falls es mein Zustand erlaubt dann in den nächsten Tagen auf 0,75mg gehen.
Ich habe Sorge, dass du zu schnell unterwegs bist.
10% der letzten Dosis alle 2-4 Wochen.
Würde nun bedeuten 0,1 mg weniger.
Die unteren Dosierungsschritte werden eher schwieriger.
Aber das haben wir dir ja schon sehr oft gesagt. Meiner Schwester wurde Lorazepam zu schnell entzogen. Sie sagte, dass sie danach Ängste hatte, die sie niemals zuvor kannte. Dass sie wieder rückfällig wurde lag nahe.

Ich wünsche dir eine angenehme Nacht
LG Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Jamie » Freitag, 28.12.18, 8:12

Hallo Dan, :)

dein schnelles Vorgehen ist kontraproduktiv. Du tust dir wirklich keinen Gefallen :oops:.
Deine Rezeptoren kommen mit der Nachregulierung nicht nach, glaube es mir aus langjähriger und eigener Erfahrung und dem, was Sarah dir schreibt.

Für 2mg Tavorentzug brauchen die meisten in etwa ein Jahr, um es nachhaltig zu gestalten.
Du willst es in 3 Monaten loswerden.

Ich sage nicht, dass es nicht vielleicht auch klappen kann, aber meine Erfahrungswerte sind da leider nicht so toll.

Wünsche alles Gute
Jamie
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 28.12.18, 11:42

Hallo Sarah, hallo Jamie 🙂

Sarah, deinen Thread habe ich noch nicht gelesen aber ich werde mich da mal einlesen...

ich schätze ich habe meine Lektion gelernt, dass ich es nicht beschleunigen kann. Vermutlich bin ich auch zu schnell von 2mg auf 1mg gegangen, dazwischen lagen nur ein paar Wochen in denen ich auf 1,5mg lag. Das war dann aber mehr aus Unwissenheit heraus. Jetzt liege ich ja bei 1mg seit dem 16.12 und diese Dosis sollte ich jetzt noch eine Weile beibehalten wenn ich euch richtig verstanden habe?

Dann haben mir der Neurologe, mein Hausarzt und die in der Klinik ja vollkommenen Schwachsinn erzählt. Mein Neurologe wollte z.B. das ich in spätestens 2 oder 3 Wochen bei 0 bin.

Ich schätze ich muss einfach mehr Geduld aufbringen, gerade jetzt wo ich das Verständnis dafür habe wie langwierig so ein Entzug ist/sein kann. Es ist nur so frustrierend diese Tabletten weiterhin zu schlucken ohne das sie einem helfen oder man eine Wirkung verspürt. Auch dann wäre es an sich natürlich nichts gutes da das ja keine Dauerlösung ist und einem nur kurzfristig Linderung verschafft, aber es würde einem den Entzug natürlich dennoch erleichtern und angenehmer machen. So nimmt man weiterhin die Tabletten die einem das alles eingebrockt haben und es geht einem trotzdem schlecht damit. Ich denke aus diesem Frust heraus kam auch meine überstürzte und völlig unüberlegte Handlung es mit der Brechstange zu versuchen.

Dazu werde ich einfach meine Angst nicht los, dass da vielleicht nicht doch noch mehr dahintersteckt. Meine Psychologin ist erst am 7.1 wieder da mit der ich darüber reden kann. Ich glaube ich habe einfach noch nicht die Akzeptanz dazu was Tavor alles anrichten kann. Mir ist das mittlerweile schon bewusst aber manchmal kann ich es einfach nicht fassen und dann kommen wieder die Zweifel ob mein Zustand wirklich den Psychopharmaka geschuldet ist.

Aber es ist tatsächlich so, dass sich die Symptome genau da angefangen haben zu verändern und auch zu verstärken als ich nach zweiwöchiger Unterbrechung (damals wusste ich noch nicht, dass ich bereits abhängig gewesen bin), wieder angefangen habe Tavor zu nehmen und dann allmählich in höherer Dosis als in der Vergangenheit immer weiter aufdosiert habe bis ich letztlich bei 2mg/Tag lag.

Also ihr sagt ich sollte jetzt erst mal bei 1mg bleiben?

LG
Dan
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru70 » Freitag, 28.12.18, 12:56

Hallo Dan.
Dan092 hat geschrieben:
Freitag, 28.12.18, 11:42
Also ihr sagt ich sollte jetzt erst mal bei 1mg bleiben?
Ja genau....wir unterstützen dich.

Viele Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Freitag, 28.12.18, 13:34

Hi Dan,

ja du solltest jetzt 4 bis 6 Wochen auf 1 mg bleiben um anschließend um 10% auf 0.9mg zu reduzieren. (möglicherweise geht das nur mit der Wasserlösemethode mit der du dich schon mal auseinandersetzen könntest)

Du musst unbedingt bei deiner Psychologin das Problem thematisieren mit dem alles bei dir begonnen hat. Und das ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Panikattacke die durch deine Angststörung ausgelöst wurde. Sonst kommst du immer wieder in eine Situation bei der du unbegründet Angst hast schwer krank zu sein, eine Panikattacke bekommst und den Notarzt rufst der dir dann Benzos verabreicht.

Wenn deine Psychologin diesbezüglich unbrauchbar ist dann musst du dich belesen (Bücher über Angststörungen und Panikattacken) und anfangen Skills zu erlernen um mit der Angststörung zurecht zu kommen.

Viele Grüße

Lithium
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2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend. Davor seit 1999: Cannabis.

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis 03.03.2019.

2019 März: Absetzgeschwindigkeit auf 1 mg pro Monat geändert

Aktuell:
18.03.2019 13,5mg Mirtazapin

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 28.12.18, 17:25

Hallo Sarah, hallo Lithium 🙂

Danke.

Dann werde ich die Dosis jetzt erst mal so belassen.
Selbst wenn ich jetzt zu schnell auf 1mg gegangen bin wäre es ja ein großer Fehler wieder aufzudosieren oder?

Ich schätze das Mirtazapin und der Kaltentzug im Oktober spielen da auch noch mit rein wie es mir geht. Aber ich traue mich wirklich nicht das wiedereinzudosieren, zumal das jetzt schon fast 3 Monate aus dem Körper ist.

LG
Dan
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

Sonstige Nahrungsergänzungsmittel:
-150mg Magnesium täglich
-Vitamin B-Komplex täglich
-Omega 3,6,9 (seit dem 08.01.2019)

Lithium
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Freitag, 28.12.18, 18:17

Hi Dan,

an deiner Stelle würde ich das jetzt auch lassen mit dem Mirtazapin.

Ich kenne mich mit Benzos nicht so aus. Aber ich glaube ich würde zu den 1mg Tavor jetzt keine kleine Menge mehr eindosieren. Versuch dich auf der Dosis zu stabilisieren, dich in Geduld zu üben die Dosis 4 bis 6 Wochen zu halten bevor es weiter geht.

Liebe Grüße :)

Lithium
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Dan092
2003 Herbst: Diagnose Saisonale Depression 30mg Mirtazapin
2004 Frühjar: Absetzen Mirtazapin auf 0 innheralb von 2 Wochen. 4 Tage sehr starke Absetzsymptome danach alles bestens
2004 Winter: Mirtazapin 30mg
2007 Herbst: Mirtazapin 45mg
2008 Frühjahr: Mirtazapin 30mg
2012 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 1,5 Monaten auf 7,5mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 7,5mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 30mg
2012 Herbst: Mirtazapin 45mg
2013 Frühjahr: Absetzversuch innerhalb von 2 Monaten auf 15mg. Sehr starke Absetzsymptome bei 15mg und wegen psychischer Instabilität wieder zurück auf 45mg
2014 Herbst: Zusätzlich phasenweise 5 HTP 25mg - 150mg bis zum heutigen Tag. Aber generell keine Probleme wenn auf 0mg reduziert wird.
2017 Sommer: Cannabidiol manchmal am Abend. Davor seit 1999: Cannabis.

2018 Januar: 1. Absetzversuch von 45mg Mirtazapin mit sehr langsamen Reduktionsschritten. Absetzgeschwindigkeit: konstant 0,5mg Mirtazapin / Woche bis 03.03.2019.

2019 März: Absetzgeschwindigkeit auf 1 mg pro Monat geändert

Aktuell:
18.03.2019 13,5mg Mirtazapin

Dan092
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 28.12.18, 22:12

Hallo Lithium, hallo Forum :)

das werde ich so machen.
Nur werde ich meine Ängste nicht los, dass es doch nicht alles vom Tavor ist. Ich kann es so schlecht annehmen das alles davon sein soll.
Die DR und DP ist das was mich mit Abstand am meisten fertig macht. Ich fühle mich nun seit vielen Wochen ununterbrochen als ob ich mich auflösen würde. Das ist kein Leben mehr das ist vegetieren. Wie kann ein Mensch aufhören sich mit sich selbst zu identifizieren bzw. mit seinem Bewusstsein, also das was einen ausmacht? Ich finde das total abnormal. Ich stecke jetzt 26 Jahre in diesem Körper und plötzlich wird mir mein eigenes Ich fremd? Zu denken, zu fühlen, zu wissen das man existiert. In der Psychologie gibt es ja die sogenannte "Grundstimmung", und die ist mir total fremd geworden. Ich kann damit einfach nichts mehr anfangen. Es ist als würde ich mich (nicht meinen Körper sondern mein Bewusstsein) von außen beobachten und hätte damit überhaupt nicht mehr viel am Hut. Im Grunde genommen bekomme ich auch überhaupt nichts mehr zustande, ich habe die Wohnung seit einer Woche nicht mehr verlassen. Meine Freundin schmeißt den kompletten Haushalt, meine Eltern unterstützen uns dabei oder mit Einkäufen, sonstigen Erledigungen etc. An manchen Tagen konnte ich in akuten Phasen wo die Symptome der DR und DP besonders ausgeprägt waren nicht mal kurz auf die Toilette gehen und musste da mit Hilfe meiner Freundin etwas improvisieren. Ich hätte mir das noch im Sommer nicht vorstellen können das es mal so weit kommen würde, und ich quasi mittlerweile ein Pflegefall bin. Ich wüsste nicht was ich ohne meine Freundin und Eltern tun würde, mir zerbricht es fast das Herz wie sehr sie mir helfen aber so sehr darunter leiden wie schlecht es mir geht. Meine Mutter tut mir ganz besonders leid, sie zerbricht an der Situation fast, und hat obwohl sie wie ich auch schon immer sehr wenig gewogen hat seitdem einige Kilos abgenommen. :(

Manchmal ist das Gefühl so stark dass ich mich fühle als würde ich jeden Augenblick vom Körper getrennt werden. Ich hatte das mal im Juli als der Krankenwagen dagewesen ist, da bin ich dann in dem Zustand das erste mal in meinem Leben zusammengebrochen. Ich war zwar bei Bewusstsein aber der Körper war für ca. 10-15 Sekunden total erschlafft und ich konnte ihn überhaupt nicht mehr spüren. Es war als wäre ich von allem vollkommen losgelöst. Hätten mich die Sanitäter nicht aufgefangen wäre ich gestürzt. Dieser Vorfall hat mir große Angst gemacht. Ich zweifel unter anderem auch deswegen oft ob es wirklich vom Tavor ist, das es mir immer schlechter geht mit der Zeit. Eine Seite von mir sagt ja und eine andere ist sich unsicher und tendiert eher zu nein. Körperlich wird nie etwas gefunden aber bedeutet das auch, dass da wirklich nichts anderes ist? Ich muss auch noch sehr oft an den ersten Anfall ende Mai denken mit dem die ganze Geschichte ja begonnen hat (auch was das Tavor betrifft). Ich weiß bis heute nicht was das war aber da hat es eben angefangen. Und dieser Anfall oder Panikattacke konnte damals zumindest nicht von einem Psychopharmaka gewesen sein, da ich zuvor ja überhaupt noch keines genommen hatte. So richtig angefangen hat es dann ca. 2 Wochen danach als in wieder in der Notaufnahme gewesen bin und man mir dort 8mg Lorazepam intravenös gespritzt hat. Am nächsten Tag als ich entlassen wurde fühlte ich mich so schlecht und komisch das ich es überhaupt nicht beschreiben kann. Obwohl ich nur eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik war fühlte ich mich beim eintreten in die Wohnung als sei ich ewig im Urlaub gewesen. Alles wirkte fremd und unwirklich und ich war sehr benommen. Und ab diesem Zeitpunkt stellte ich dann auch das erste mal so richtig eine Veränderung von mir fest, und da hat es auch angefangen das es mir immer schlechter geht mit der Zeit. Vielleicht haben diese 8mg (bei 53 Kilo Körpergewicht wohlgemerkt) ja doch etwas angerichtet. Vielen denen ich das im Nachhinein erzählt habe (darunter auch Ärzten, Psychologen) haben dazu nur mit dem Kopf geschüttelt. Sie konnten es überhaupt nicht nachvollziehen das mir eine derart hohe Dosis verabreicht worden ist. Das MhD der Ampulle war sogar einige Tage abgelaufen.

Ich schätze daher rührt auch meine Angst das da mehr dahintersteckt als das Tavor. Das dieser Anfall damals mit allem zu tun hat und da irgendwas mit mir passiert ist in dieser Nacht und meine Symptome alle daher rühren.

Ich habe diese Sorgen auch schon meinem Neurologen geäußert aber der möchte keine weiteren Untersuchungen anordnen. Ich wurde mal
im Sommer als ich notfallmäßig in der psychiatrischen Ambulanz war gefragt, ob mir schon einmal Nervenwasser (Lumbalpunktion) entnommen wurde. Das habe ich dann verneinen müssen da es nie gemacht wurde. Als ich davon meinem Neurologen erzählt habe sagte er mir das sei nicht nötig und verwies auf das unauffällige fMRT sowie das EEG. Ich habe ja schon lange damit aufgehört mich auf etwas anderes als das Hirn einzuschießen deswegen würde ich z.B. nach zig unauffälligen EKG's auch keinen Kardiologen aufsuchen wollen. Für mich ist klar, wenn da was sein sollte dann ist es neurologischer Natur. Ich konnte und kann mir diese Symptome nicht anders erklären.

Ich hoffe natürlich das doch alles "nur" von Tavor und dem Mirtazapin ist aber diese Zweifel lassen mich einfach nicht in Ruhe.
Leider kann mich in der Hinsicht auch meine Psychologin nicht unterstützen da sie auf diese Thematik sehr zurückhaltend reagiert, und ich zwischen den Jahren ohnehin keine Termine bei ihr habe. Was ich momentan habe ist meine Familie und euch (also das Forum) um darüber zu sprechen.

LG
Dan
Zuletzt geändert von Dan092 am Freitag, 28.12.18, 23:07, insgesamt 2-mal geändert.
Diagnose: Schwere Angststörung, F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Gedankenkreisen, Somatisierung, Untergewicht, Schlafstörungen seit Ende 2010.


-Ende Mai 2018 heftige Panikattacke/Zusamenbruch aus dem nichts (2mg Lorazepam intravenös v. Notarzt)

-Anfang Juni 2018 wieder heftige Panikattacke in der Notaufnahme (8mg Lorazepam intravenös)

-15.06.2018
Tavor vom Hausarzt verschrieben bekommen, 0,5mg Lorazepam, zwischenzeitlich wieder mehrere Attacken sowie ein schleichend aufkommendes permanentes Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

-Juli 2018 bei Bedarf weiterhin 0,5mg Lorazepam,
Allgemeinzustand verschlechtert sich weiter.

-17.07.2018 beginn mit Mirtazapin (15mg)
In der selben Nacht starke Angst/Panik, Schwächeanfall
im Krankenwagen, anschließend Untersuchung in der Notaufnahme ohne Befund.

-Weiterhin Mirtazapin (15mg) vor dem schlafen.
NW: unruhige Beine, aufschrecken in der Einschlafphase,
intensive Träume, trockene Kopfhaut.

-Ende Juli 2018 schwerstes Krankheitsgefühl, Schwäche, Benommenheit und Entfremdungsgefühle, intensives grübeln.

- Mitte August Erhöhung von Mirtazapin auf 30mg.
NW: unverändert, verstärktes grübeln.
Dazwischen unverändert bei Bedarf Lorazepam 0,5-1mg ca.
Ab September 2018 nicht nur bei Bedarf Lorazepam sondern ab nun täglich 0,5- maximal 2mg.

- Anfang Oktober 2018 neu aufkommende Symptome und Durchdrehgefühle. Lorazepam Dosis daraufhin erhöht um die daraus resultierenden Panikattacken abzufedern.
Jetzt permanent am Grübeln.

-13.10.2018 kaltes absetzen von Mirtazapin (von 30mg auf 0mg), weiterhin Lorazepam bei Bedarf und komische Bewusstseinszustände, matschiges Gefühl im Kopf, Panik.

-07.11.2018 weiterhin das Gefühl Krank zu sein, Schlafstörungen scheinen sich die letzten Tage verstärkt zu haben. Häufiges Erwachen (dabei völlig zerschlagen, verwirrt und erschöpft), besonders am Morgen dabei dieses starke Unwohlsein/Krankheitsgefühl im Kopf.

Tavor seit Mai/Juni 2018 bei Bedarf, ab September (1,5 - 2mg täglich) (im Notfall höhere Dosen bei Bedarf genommen, jedoch selten)
ab 16.12.18 (1mg)
ab 28.12.18 (0,75mg)

01.03.19 (0,325mg)

-16.12.2018 Symptome nach wie vor unverändert jedoch deutliche Abnahme der Anfälle in den letzten Wochen.
Hauptsymptom nach wie vor völlige Entfremdung von meinem Ich-Gefühl, denken etc. (Starke Depersonalisation und Derealisation)

-14.01.2019 mittlerweile verstärkt auch körperliche Symptome wie Tinnitus, Brain Zaps, Gangunsicherheit, trockener Husten sowie schwankenden Blutdruck und allgemeine Schwäche. Gefühle von DP / DR dauern an hinzu gekommen massive Durchdrehgefühle und Angst den Verstand zu verlieren :frust:

Untersuchungen:
Blutwerte inkl. Hormonwerte - ohne Befund
EKG - ohne Befund
EEG - ohne Befund
CT/MRT - ohne Befund

Aktuelle Medikation:
-0,325mg Lorazepam (Tavor) (Zusatzttavor bei Bedarf bis maximal 0,5mg extra)
-L-Thyroxin 50 Henning

Sonstige Nahrungsergänzungsmittel:
-150mg Magnesium täglich
-Vitamin B-Komplex täglich
-Omega 3,6,9 (seit dem 08.01.2019)

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