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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: Die Wiedereröffnung für neue Teilnehmer verzögert sich noch ein wenig. Geplanter Termin ist der 1.8. Das neue Konzept steht aber mittlerweile und wir arbeiten im Hintergrund an der Umsetzung.

Erste Veränderungen in Form zweier neuen Rubriken sind nun eingestellt, Erläuterungen siehe den Artikel über die geplanten Änderungen.


Seit dem 31.03.2019 Ist das Forum für Neuanmeldungen geschlossen. Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen. Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann. Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 07.01.19, 10:32

Hallo Sarah, hallo Lithium :)

erstmal danke für eure netten Antworten :hug:

ich werde die Dosis jetzt definitiv noch eine ganze Weile halten und erst reduzieren wenn mir hier dazu geraten wird den nächsten Schritt zu machen.
Was meine Angststörung anbelangt so denke ich, dass diese ganze Gesichte diese wieder hat aufflammen lassen nach all den Jahren in denen ich diese im Griff hatte. Ich hoffe mit meiner Psychologin künftig weiter daran arbeiten zu können. Ich schätze, dass einfach beides zusammenkommt momentan, auf der einen Seite der Entzug und auf der anderen Seite diese Angststörung und das Ergebnis ist eben jenes wie ich mich fühle zurzeit. Ich wundere mich oft, warum es mir immer so schlecht geht aber wenn man das mal bedenkt erscheint es eigentlich recht logisch, dass es einem da nicht gut gehen kann.

Was das mit den Strategien angeht Sarah, bin ich gerade dabei herauszufinden was mir im Notfall am besten hilft. Ein paar Dinge z.B. habe ich schon ausmachen können. Ohne meine Bett zum Beispiel wäre ich schon gestorben, das ist momentan mittlerweile wirklich der einzige Ort an dem ich
mich halbwegs sicher fühle wenn mal gerade nichts mehr geht. Was mir auch hilft wenn die Symptome sehr stark sind und ich deswegen ängstlich bin, ist meine Vitalparameter zu überprüfen. Das ist so regelrecht zu einer Marotte geworden, aber es beruhigt mich in solchen Situation ein wenig. Vermutlich weil ich dann etwas greifbares vor Augen habe was ich erfassen kann. Wenn mir im Kopf so komisch ist, dann ist das immer so ungreifbar und man fühlt sich dem so hoffnungslos ausgeliefert. Wenn ich dann beispielsweise den Blutdruck messe sehe ich, dass dieser meistens im optimalen Bereich ist und das Herz auch normal schlägt was mir dann ein kleines Gefühl an Sicherheit gibt.

Lithium, das mit dem dramatisieren stimmt sicherlich ich kenne das von mir sehr gut. Gerade auch an dem Beispiel mit dem Stau.
Ich ärgere mich wahnsinnig oft im Straßenverkehr, sei es nur weil jemand mal nicht den Blinker setzt oder vor mir zu langsam fährt.
Hinterher denke ich mir dann auch oft wie unnötig es gewesen ist sich darüber aufzuregen. Aber es ist wie eine Art Automatismus der
dann einsetzt hinter dem Steuer. Ich denke aber mit viel Selbstachtsamkeit kann man das gut in den Griff bekommen.

LG
Dan
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Lithium
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Lithium » Montag, 07.01.19, 11:38

Hi Dan,

es geht mir bei der Stausituation weniger um den Ärger über Leute die einen Fehler gemacht haben oder um Bauarbeiten die mal wieder zur ungünstigsten Zeit stattfinden. Es geht eher darum dass ich in einer Situation gefangen bin die ich nicht mehr kontrollieren kann. Es hat weniger etwas mit Ärger oder Wut zu tun sondern vielmehr ist es eine sehr starke Angstreaktion (ich weiß nicht ob man es schon eine Panikattacke nennen kann). Wenn es besonders schlimm ist (Gott sei Dank selten) hab ich wirklich das Bedürfnis meinen Kopf gegen eine harte Oberfläche zu schlagen um Linderung zu bekommen. Das Lenkrad gibt jedoch zu stark nach um den gewünschten Effekt zu erzielen. Ich hab es schon probiert (du darfst gerne lachen :D ). Gott sei Dank komme ich nur selten in eine Stausituation. Ich fahre in die Arbeit mit den öffentlichen Verkehrsmittel. Da hab ich nicht das Problem.

Und eine Stausituation ist eine eigentlich völlig harmlose Situation. Du wirst auch das Gefühl haben dass du durch deine Psyche und deinen Körper in einer unkontrollierbaren Situation gefangen bist. Durch das Messen der Vitalparamter kannst du dir temporär Erleichterung verschaffen aber die Kontrolle wirst du nie erreichen können dadurch. Ich halte die Messung der Vitalparameter auch für ein Glücksspiel. Manchmal hat man nun mal einen höheren Herzschlag oder einen höheren Blutdruck. Was machst du dann?

Liebe Grüße

Lithium :)
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 07.01.19, 12:27

Hi Lithium,

jetzt verstehe ich was du meinst, das beschreibt meinen Zustand sehr gut. Ich fühle mich mittlerweile permanent gefangen in meinem Zustand, als wäre mein Kopf momentan ein Gefängnis. Sicher gibt es viele Situation in denen man sich so fühlt, aber wenn der eigene Kopf bzw. Zustand das Problem ist dann fragt man sich "wie soll ich dem nur entkommen?". Im Grunde genommen bin ich momentan mein eigener gefangener.

Ich hätte es früher nicht für möglich gehalten, dass einem so etwas essenzielles wie sein eigenes Bewusstsein, seine Wahrnehmung und Gedanken so dermaßen Fremd werden und ängstigen können. Dazu kommt, dass ich immer wieder zu dem Punkt gelange: ich bin noch da und es fühlt sich immer noch alles komisch und schlecht an. Oft habe ich dann das Gefühl jeden Moment endgültig den Verstand zu verlieren weil es so extrem unangenehm und furchtbar ist diese Gefühle in seinem Kopf zu haben. Selbst nichts zu machen oder an nichts zu denken fühlt sich dann schrecklich an, es ist als hätte man Brei im Kopf und nichts würde mehr einen Sinn ergeben. Ich klammere mich ja daran, dass das Symptome der DP/DR sind, aber wie kann ich mir da sicher sein? Es hat lange gebraucht bis ich die Zweifel ablegen konnte es könnte was organisches sein. Da aber nie etwas gefunden wurde muss es psychisch/psychosomatisch sein bedingt durch das Tavor bzw. vlt auch noch durch die Einnahme von Mirtazapin (ich vermute eine Kombination aus beidem).

Leider sind die Informationen die ich über DP/DR im Internet finden konnte recht allgemein gehalten.
Dadurch fällt es mir schwer meine Zustände mit denen einer DP/DR zu vergleichen.
Bei mir richten sich die Symptome nur sehr selten auf den Körper sondern vielmehr auf mein geistiges erleben, ich glaube in der Psychologie
nennt man das "Grundstimmung". Und diese ist es, mit der ich mich nicht mehr identifizieren kann. Bei DP lese ich häufig, dass einem der
eigene Körper oder das Aussehen fremd vorkommt. Das ist bei mir nicht der Fall, wobei ich mir nicht sicher bin ob mit dem eigenen Körper auch
der Geist mit eingeschlossen ist per Definition? Das einzige was vereinzelt auftritt ist, dass es mir merkwürdig vorkommt zu sprechen oder zu laufen. Das ist aber relativ selten und hält höchstens für ein paar Minuten (manchmal sogar nur Sekunden) an. Es ist dann so als würde ich nicht selbst sprechen oder laufen. Da bin ich mir dann recht sicher das es DP, nur bei den geistigen Symptomen eben nicht.

LG
Dan
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Grund: ich habe den Doppelpost gelöscht, Jamie
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Montag, 07.01.19, 12:41

Hallo, Dan.

Ich vermute auch: sowohl Tavor als auch Mirtazapin sind verdächtig. Nun ist Dein ZNS gereizt und reagiert u.a. mit DP und DR.

Ich hab damals, mit DP und DR, wirklich gemeint, nun werde ich verrückt.

Aber glücklicherweise waren diese Erscheinungen das Erste, was sich nach Null zurückgebildet und mich später nie wieder gequält hat. Ich kann mich kaum noch entsinnen, wie das war.

Alles Gute und VG von Clarissa
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 07.01.19, 15:26

Hallo Clarissa,

ich schätze bevor ich nicht endgültig auf 0 für eine Weile bin kann ich mit einer wesentlichen Verbesserung der Symptome nicht rechnen, oder?
Clarissa hat geschrieben:
Montag, 07.01.19, 12:41

Aber glücklicherweise waren diese Erscheinungen das Erste, was sich nach Null zurückgebildet und mich später nie wieder gequält hat. Ich kann mich kaum noch entsinnen, wie das war.
Haben sich die Symptome bei dir eher schleichend oder schlagartig zurückgebildet? Ich kann mir das überhaupt nicht mehr richtig vorstellen mich
irgendwann wieder wie früher zu fühlen. Das wäre mein größter Wunsch.

LG
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru » Montag, 07.01.19, 15:38

Hallo Dan,

Ich bin zwar nicht Clarissa,
aber ich habe dazu Erfahrungswerte.

Allerdings sind die nur vom Benzo Entzug.
Die DP/DR war nach 1 Woche weg.

Die Übelkeit dauerte lange und war dann von einem auf den anderen Tag weg.
Der Schwindel wurde immer wieder durch Sonneneinstrahlung ausgelöst, ging dann schleichend weg. Im Sommer wird man sehen, ob ich Sonne vertrage.
Das Kribbeln im Gesicht war auch von einem auf den anderen Tag weg.

Manche Symptome wechseln sich ab, auch sehr komisch. Mal Hyperakusis, mal Muskelverkrampfung, mal Reizbarkeit.


Ich hoffe es ist hilfreich.


VG
Sarah

P.S. alles ab null gerechnet. Vorher wurde nichts besser.
Zuletzt geändert von Kaenguru am Montag, 07.01.19, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Montag, 07.01.19, 16:40

Hallo, Dan.

Bei mir ging es tatsächlich erst nach Null weg.
Ich war ja schließlich und endlich ziemlich flott auf Null :wink: .
Die Rückbildung von DR/DP erfolgte allmählich, aber doch eher rasch.

VG von Clarissa.
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los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen fast 5 Jahre frei von Medikamenten.
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"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Montag, 07.01.19, 19:08

Hallo Clarissa,

das lässt mich ein wenig hoffen in dieser schweren Zeit. :)

Heute war kein guter Tag abgesehen davon, dass ich nochmal ein Rezept bekommen habe.
Aber das hatte sich bereits heute morgen angekündigt, indem ich so benommen und verwirrt war wie noch nie nach dem aufwachen.
Ich habe auch nur knapp 4 Stunden schlafen können und stehe schon den ganzen Tag neben mir so richtig apathisch.

Ich habe das Gefühl mein Kopf schreit regelrecht nach Tavor, es ist kaum auszuhalten wieder. In meinem Kopf gehe ich schon
wieder alle möglichen Optionen durch wie Notaufnahme, hohe Dosis Tavor nehmen (das werde ich auf keinen Fall). Aber
es ist wieder als würde man kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehen und man muss alle Kräfte aufbringen um diesen zu verhindern.
Dazu wieder Todesangst wegen dem Leeregefühl im Kopf oder Angst davor verrückt zu werden.

Ich schätze das hat sich jetzt so dermaßen verstärkt weil ich bereits in der Vergangenheit zu schnell unterwegs gewesen bin mit dem
abdosieren, und zwischen den Jahren weiter runter gehen musste damit mir die Tabletten nicht ausgehen.
Aber ich kann ja jetzt nicht wieder die Dosis steigern das wäre ja ein fataler Rückschritt. Nur ist es auf der anderen Seite zumutbar das so
aushalten zu müssen? Das kann es ja auch nicht sein eigentlich...

LG
Dan
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Mittwoch, 09.01.19, 10:52

Hallo Forum,

ich liege nun weiterhin bei 0,75mg und es geht mir sehr schlecht. Ich kann mich zu überhaupt nichts mehr aufraffen und verbringe die meiste Zeit
im Bett. Die DP/DR ist nach wie vor unverändert, jedoch hat sich die Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit sehr verstärkt. Dazu sind auch noch ein
paar andere Dinge gekommen von denen ich mir nicht sicher bin ob diese auch von dem Entzug kommen können oder nicht. Vielleicht kann mir
noch einmal jemand erklären was von den mir unten genannten Dingen dazu passen könnte, das wäre sehr nett. :)

Zu nennen wären:

Psychisch

- Totale Antriebs und Gefühllosigkeit, keine Motivation für nichts oder nichts mehr ertragen zu können
- Bewegungsmangel, bzw. es als unangenehm empfinden sich großartig zu bewegen
- Sehr schnell müde und ausgepowert schon nach kleinsten Tätigkeiten
- mittlerweile häufige Versprecher oder Schwierigkeiten die richtigen Wörter zu finden
- Schneller Dinge vergessen bzw. was andere gerade gesagt haben

Physisch

- seit ein paar Tagen trockenen Husten
- sehr selten kribbeln an verschiedenen Körperstellen (hält nur sehr kurz an)
- Druckgefühl im Kopf, manchmal habe ich das Gefühl im Kopf pocht oder platzt etwas
- Druckgefühl auf den Ohren (als wären sie verstopft, gelegentlich ein nur kurz anhaltendes piepen auf einem Ohr)

LG
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Mittwoch, 09.01.19, 10:59

Hallo Dan,

das kommt mir alles sehr bekannt vor ... b.a. den trockenen Husten vielleicht, von Entzugsgrippe war ich weitgehend verschont.

Alles Gute und VG von Clarissa.
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru » Mittwoch, 09.01.19, 11:28

Hallo Dan,

Ich kann Clarissa auch bestätigen, es sind mir sehr bekannte Symptome, bis auf den Husten.
Rückblickend habe ich die meiste Zeit während des Absetzens gelegen. Die Muskeln sind weg, sehr bedauerlich.

Viele Grüße
Sarah

P.S. es gibt hier Zusammenfassungen von möglichen Absetzsymptomen. Oder triggert dich das Lesen?
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Mittwoch, 09.01.19, 20:08

Hallo Clarissa, Hallo Sarah :)

ich habe natürlich schon in der Vergangenheit im Internet geschaut, nur habe ich dazu teils unterschiedliche Angaben gefunden
weshalb ich hier nochmal nachfragen wollte. Da ich mittlerweile durch die ganzen Vorkommnisse im letzten Jahr und meinem jetzigen
Zustand ohnehin total fertig mit den Nerven bin und mir das nach wie vor alles sehr große angst macht, beruhigt es mich ein wenig wenn ich hier
im Forum mit euch über die Symptome schreiben kann.

Von einer Entzugsgrippe habe ich noch nie etwas vorher gehört, lediglich von Influenza ähnlichen Symptomen.

LG
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Donnerstag, 10.01.19, 11:52

Hallo Forum,

ich weiß gerade nicht was machen soll, es wird alles immer schlimmer in meinem Kopf! Ich bin wirklich sehr verzweifelt, ich fühle mich
jetzt permanent als ob ich durchdrehen würde und es hört einfach nicht auf. Ich schaffe das so einfach nicht mehr. Gestern Abend vor
dem einschlafen hatte ich nach längerer Pause wieder eine kleine Panikattacke weil die DP/DR Symptome extrem stark gewesen sind.
Dann hatte ich vor dem einschlafen für ein paar Sekunden merkwürdige Dinge vor Augen (ich weiß nicht ob es Halluzinationen gewesen sind),
aber es waren wie kleine Lichtblitze die man kurz sah. Ich habe das vorher noch nie gehabt und weiß nicht was das genau gewesen ist,
aber sowas habe ich noch nie vorher gehabt.

Ich kann mit nichts mehr etwas anfangen, am wenigstens mit mir selbst weil in meinem Kopf nichts mehr einen Sinn zu ergeben scheint.
Mir ist es so fremd einfach nur da zu sein und ich verstehe das alles nicht mehr.

Meine Eltern und Freundin ermutigen mich durchzuhalten und mit dem Entzug fortzufahren aber ich weiß nicht ob ich das noch lange
aushalten kann in meinem Kopf. Das letzte mal habe ich vor Weihnachten das Haus verlassen weil ich mich keinen Schritt mehr vor die
Tür wage. Das war vor ein paar Monaten noch nicht so. Alles wird immer schlimmer und schränkt mich immer weiter ein.

Ich gehe mittlerweile schon alles im Kopf durch was ich tun könnte, wie versuchen auszuhalten oder doch in die Klinik zu gehen.
Ich bin mir nicht mal sicher ob es mir kurzzeitig besser gehen würde wenn ich eine hohe Dosis Tavor nehmen würde (was ich unter
keinen Umständen vorhabe) aber der Gedanke ist halt einfach da nach dem Motto: was wäre wenn...

Ich frage mich ob das wirklich alles vom Tavor oder evtl. auch noch ein bisschen von dem Mirtazapin sein kann weil das überschreitet
mittlerweile einfach alles was ich mir vorstellen konnte. In meinem Hinterkopf habe ich ja schon sehr lange die Befürchtung, dass das
alles auch mit dem ersten Anfall oder was auch immer das gewesen ist ende Mai letzten Jahres zutun hat, und diese Befürchtung scheint
sich für mich mehr und mehr zu verstärken weil ich mir das mittlerweile immer schlechter vorstellen kann, dass das alles von den
Psychopharmaka sein soll.

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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 10.01.19, 12:24

Hallo, Dan.

Unbegreiflicherweise kann das alles Folge der Psychopharmaka sein.

Viele von uns, auch ich anfangs, haben alles mögliche abklären lassen, ohne wesentlichen und v.a. ohne therapierbaren Befund.

Teilnahmsvolle Grüße von Clarissa.
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Donnerstag, 10.01.19, 13:12

Hallo Clarissa,

hast du vielleicht einen Ratschlag was ich tun könnte um es akut zumindest ein kleines bisschen erträglicher zu machen?
Ich glaube ich habe bei der Reduzierung nur Fehler gemacht indem ich anfangs zu schnell herunterdosiert habe und zwischen den Jahren
gezwungen war mir die Tabletten einzuteilen. Jetzt geht es mir so schlecht wie noch nie und ich denke jeden Augenblick könnte ich den
Verstand verlieren.

Ich frage mich warum ich überhaupt noch Tavor nehme, egal ob wie jetzt nur noch die 0,75mg oder vor ein paar Wochen noch 1,5 oder 1mg
sie hatten und haben überhaupt keine Wirkung mehr. Aber wozu dosiere ich dann herunter wenn es selbst mit den Tabletten furchtbar ist?
Es wird ja egal was ich mache sowieso immer schlechter. Sollte das herunterdosieren an sich das nicht eigentlich auffangen bzw. reduzieren?
Bei mir verschlechtert sich es ja nur von Woche zu Woche...

LG
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Kaenguru » Donnerstag, 10.01.19, 13:36

Hallo Dan,

Du hast ca 3 Monate Mirzazapin genommen und kalt abgesetzt.

Mir fallen Anikke und Towanda1 ein, die auch ca 3 Monate Mirtazapin genommen haben und schon seit Monaten abdosieren.
Auch LinLina ist jahrelang damit beschäftigt nach kurzzeitiger Einnahme.

Zum einen dosierte du das Tavor sehr flott runter, wir warnen immer davor und zum zweiten kann bei empfindlichen Menschen der Kaltentzug verheerende Folgen haben.

Vlt gehörst du wie ich zu den Menschen , die von der Genetik oder den Lebenserfahrungen schon ein sensibles Nervenkostüm mitbringen und dann passiert so etwas.

Es tut mir sehr leid, wie sehr du leidest.

Wenn es so unaushaltbar ist, könntest du den letzten Schritt beim Tavor rückgängig machen. Oder zumindest auf 0,9 mg gehen.
Der Entzug lässt sich nicht erzwingen und beschleunigen.
Das Tavor reicht nicht mehr zur Deckelung der Entzugssymptome. Die von Mirta kann es auch nicht beeinflussen.
Mittlerweile weisst du sicher genug über den Mechanismus der Regulation der Gaba-Rezeptoren.

Hier sind nochmal die Entzugssymptome aufgelistet.
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=12534



Viele Grüße
Sarah
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von albertine » Donnerstag, 10.01.19, 15:39

Hallo Dan,

wenn man Benzos schnell reduziert geht es einem sehr schlecht. Das ist einfach so. Deswegen wirst du aber nicht den Verstand verlieren. :)

Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich dir ein langsameres Reduzieren empfehlen soll, da es dir ja auch mit 2mg Tavor nicht gut ging.
hast du vielleicht einen Ratschlag was ich tun könnte um es akut zumindest ein kleines bisschen erträglicher zu machen?
Ich bin damals viel spazieren gegangen mit einer Mitpatientin. Es ging uns beiden sehr schlecht, aber die frische Luft und die Bewegung hat uns gut getan.

Grüße von Margot
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1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Station für innere Medizin, Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging, die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima, das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg
1.1.2018 - 15 mg
27.9.2018 - 7,5 mg
30.6.2019 - 5 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

2018 tiefenpsychologisch fundierte Therapie

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

lunetta
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 10.01.19, 19:00

Hallo!

Einerseits hast du MIrta sehr schnell abgesetzt zum anderen auch Tavor.
Beides kann höchst unangenehme Symptome machen.

Tavor hat eine kurze Halbwertszeit, und du hast wahrscheinlich über den Tag verteilt ständig Minientzüge, da die bisherige Dosis einen Wirkverlust hat, und egal du nun einnehmen würdest, du bist entzügig, weil sich dein Körper daran gewöhnt hat und gerne immer höhere Dosen hätte.

Es könnte hilfreich sein, wenn du überlegst auf Diazepam umzustellen, was eine längere HWZ hat, und somit diese ständige Entzügigkeit besser werden würde.

Umstellung sollte nicht abrupt sein, sondern auch schrittweise ersetzt werden, und dann kannst du Diazepam langsam absetzen.

LG
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Dan092
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Dan092 » Freitag, 11.01.19, 6:51

Hallo an alle :)

das Problem ist auch, dass ich mir da sehr unsicher bin ob ich es weiterhin langsam machen soll oder doch eher zügig.
Ich glaube du warst es Jamie, die mal den Verdacht äußerste ich könnte Tavor eventuell nicht mehr richtig vertragen.
Den Verdacht habe ich mittlerweile auch. Sollte ich in dem Fall aber nicht so zügig wie möglich auf 0 kommen?

Ich habe ja bereits zwei Neurologen (meinen alten sowie den neuen) gefragt, ob es vielleicht möglich wäre mich auf
Diazepam umzustellen um auszuschleichen. Beide sind nicht mitgezogen. Gründe warum sie es ablehnten wurden mir
keine genannt.

Beide haben mir allerdings geraten zuzusehen so schnell wie möglich auf 0 zu kommen. Ich bin mir da jetzt unsicher wie
ich weiter vorgehen soll. Das Hauptziel ist natürlich auf 0 zu kommen aber natürlich auch die Symptome ein wenig in Schach
zu halten und das gelingt mir schon seit Monaten nicht mehr, im Gegenteil. Es ist ein permanenter Alarmzustand in dem ich
mich befinde.

Dazu kommt noch, dass mein alter Neurologe mittlerweile der einzige Arzt ist der mir auf Privatrezept das Tavor noch verschreibt.
Mein Hausarzt versucht diese ganze Thematik so gut es geht zu umgehen und möchte darüber auch nicht reden.

De facto habe und hatte ich nie einen Arzt der das ganze ein wenig begleiten könnte und der mich nicht dazu drängt in eine
Klinik zu gehen oder mich zeitlich drängt schnell auf 0 zu kommen.

LG
Dan
Diagnose: F13.3 Entzugssyndrom durch Sedativa oder Hypnotika, Schwere Angststörung, Gedankenkreisen, Somatisierung.
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Jamie
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Re: Dan092: Tavor Abhängigkeit?

Beitrag von Jamie » Freitag, 11.01.19, 9:12

Hallo Dan, :)

das ist leider eine Gratwanderung, wenn man ein PP nicht mehr verträgt, von dem man aber abhängig ist.
Das bedeutet nämlich nicht, dass man es daher auch schneller los wird.

Ich halte dein Tempo für zu schnell; selbst wenn es dir nicht bekommt, löst das Absetzen heftigen Entzug aus.
Leider ist in diesem Zustand auch nicht aufzuschlüsseln, woher deine permanente DP /DR kommt, es wird eine Mischung aus Entzug, ZNS Überreizung und Nebenwirkung sein und möglicherweise, das darf nicht vergessen werden, auch ein nicht bewältigter Mirtazapinentzug.

Der nächste Schritt sollte nur noch auf max. 0,65 runtergehen, wenn überhaupt.
Ich denke das mit dem Diazepam kannst du knicken, die Ärzte spielen nicht mit.
Eine Möglichkeit wäre noch Ärzte abzuklappen und weiter zu suchen, ob sich jemand findet, der dieses Experiment mit dir wagen würde, aber ich verstehe auch, wenn dafür die Kraft nicht ausreicht, zumal das Ende offen ist.

Ich möchte jetzt ganz konkret zwei Dinge vorschlagen.
Entweder du bleibst jetzt noch 10 Tage auf den 0,75mg und gehst dann auf 0,65 - 0,68 mg runter mit dem Lorazepam oder du stoppst den Lorazepamentzug und versuchst probeweise eine Wiedereinnahme des Mirtazapins mit 0,1mg und schaust, ob sich das positiv auf deinen Zustand auswirkt.
Da wir das hier jetzt schon ellenlang immer wieder ausdiskutiert haben, möchte zumindest ich jetzt schreiben, dass ich mich an erneuten Fürs und Widers nicht mehr beteiligen will, denn alles wurde schon zigmal auch von anderen Teilnehmern erörtert und ist nachlesbar.

Ich möchte konstruktiv sein und meines Erachtens sind das die Wege, die ich bei dir für realistisch halte.

Überlege es dir.

Schönes Wochenende
wünscht Jamie
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