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0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

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0816
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0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Mittwoch, 03.10.18, 16:05

Ich lese hier schon seit ca. 2 Jahren sporadisch mit und habe mich nun entschlossen auch aktiv an der Diskussion teilzunehmen und meine Problematik vorzustellen.
Ich bin seit frühester Kindheit "psychisch auffällig" und habe nie wirklich in ein eigentständiges, glückliches Leben gefunden und habe deshalb schon reichlich Erfahrung mit jeder Art psychischer Behandlung. In meiner Kindheit hat sich meine Unsicherheit in Gruppen in Agressionsverhalten gezeigt, was dazu geführt hat, dass ich bereits in der Grundschule große Probleme hatte. Seit der Pubertät zeigte ich weniger Aggressionsverhalten als Rückzugsverhalten was zu weniger sozialer Auffälligkeit führte aber sich langfristig negativ auf meine psychische Befindlichkeit auswirkte sodass ich durchgängig Angst vor sozialen Situationen habe und in ihnen niemal gut funktioniert habe und jegliche Sozialsituation für mich sehr anstregend ist.
Schon im Jugendalter habe ich verschiedene Psychopharmaka erhalten. Unter anderem Ritalin (nach völlig unzutreffend ADHS-Diagnose) und Dipiperon.
Ich hatte durchgängige Schlafprobleme.
Irgentwann in der Oberstufe erhielt ich Zolpidem mit dem Hinweis, dass diese nicht abhängig machen würden. Die Tabletten halfen dabei meine Schlafproblematik zu kontrollieren und hatte über Jahrzehnte keine negativen Nebenwirkungen, sodass ich die regelmäßige Einnahme nicht als problematisch ansah. Nähere Informationen über den Wirkstoff hatte ich nicht. Die Einordnung in die Benzodiazepangruppe war mir bis 2016 unbekannt.

2004 hatte ich einen psychischen Zusammenbruch mit halbherzigem Suizidversuch was zur Zwangseinweisung in eine psychatrische Klinik führte. Dort wurde ich auf eine hohe Dosis Tavor gesetzt (wenn ich mich richtig erinnere 8 mg), die ich aber nach der Entlassung entziehen konnte und wieder bei meiner Standartdosis von 10 mg Zolpidem zur Nacht zurüchgekehrt bin.
Danach habe ich verschiedene Verhaltenstherapien erhalten die durch Gabe von allenmöglichen Antidepressiva ergänzt wurde aber keine positive Wirkung auf mich hatten. Ich halte die Depressionsdiagnose insgesamt für fragwürdig, da immer eher die Angstproblematik im Vordergrund stand
Auch immerwieder ärztliche Empfehlung von Tavor als Notfallmedikament und als Medikament um sozialen Situationen zu bewältigen, die für mich sonst nicht zu bewältigen waren. Mit Tavor bin ich aber sehr vorsichtig umgegangen, da mir bei diesem Medikament die Gefahr bewusst war. Dass Zolpidem und Tavor zur selber Wirkstoffgruppe gehören wurde mir nie dargelegt.
2007 hatte ich einen längeren Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik.
Danach habe ich erneut versucht ein Studium zu absolvieren. Leider habe ich zu großes Vertrauen in den Konfrontationsansatz der Psychotherapeuten gesetzt und bei der Studienwahl meine sozialen Probleme nicht adäquat berücksichtigt, sodass ich zwar einen Studienabschluss besitze, mit diesem aber nichts anfangen kann, da die möglichen Berufsbilder für mich kaum machbar erscheinen.
Das Studium habe ich 2012 auch beenden können.
Allerdings waren die Ängste in Zusammenhang mit sozialen Situationen durchgängig präsent.

Seit 2008 habe ich auch starke gesundheitliche Probleme einerseits in Form eines Tinitus nach einem Konzertbesuch, der zu dauerhaften Hörstörungen führte, die sich seit 2014 massiv verschlimmert haben und in häufigen, nicht mit Lärm in Zusammenhang stehenden Hörstürzen geführt haben verbunden mit Hyperakkusis und verzerrter Wahrnehmung bestimmter Geräuscharten, die schließlich zum Zusammenbruch meine geregelten Lebens geführt haben nachdem ich monatelang versucht habe der Situation durch Kortisioneinnahme Herr zu werden. Teilweise wurde Morbus Meniere vermutet und ich erhielt Betavert als Medikament. Allerdings trat der für diese Diagnose typische Drehschwindel nie voll ausgeprägt auf.

Außerdem habe ich seit 2008 Probleme mit starker Mundtrockenheit, sehr starker Schleimbildung und dickflüssigem Schleim und einem ständigen bitteren Geschmack im Mund. Leider werden diese Symptome weder von Psychotherapeuten noch von HNOs ernstgenommen und verschlimmern sich seitdem zunehmend, sodass ich mitlerweile selbst bei Spaziergängen Bonbons benutze und jede Belastung zu absoluter Mundtrockenheit führt.
Außerdem habe ich eine Schilddrüsenunterfunktion (durch Euthyrox behandelt) und eine sich ausbreitende Vitiligo, die beide Autoimmun ausgelöst sind. Gerade letztere ist für mich psychisch ziemlich belastend, da sie seit mehreren Jahren stark fortschreitet.

Die Zolpidemproblematik wurde 2016 akut nachdem ich bereits seit einem Jahr mehr oder weniger isoliert gelebt habe und mein Schlafrhytmus sich ungesund in den Vormittag verschoben hatte. Nachdem in der Nachbarschaft renoviert wurde bekam ich tagelang keinen Schlaf und erzwang deshalb Tagesschlaf mit einer Einnahme von 40 mg Zolpidem plus 1 mg Tavor.
Seitdem reagiert mein Körper auf die Zolpidem komplett anders als zuvor. Ich bekam tagsüber große Probleme mit meinen Augen. Oftmals waren sie zu Schlitzen verkleinert, meine Wahrnehmung war massiv verzögert und Freizeitaktivitäten wie Computerspielern schnellgeschnittene Filme schauen und Autofahren waren an den meisten Tagen nicht möglich bzw führten zu massiven Schweißausbrüchen. Außerdem waren die Augen extrem lichtempfindlich. Zunächst wurde ein Zusammenhang mit der Zolpidemeinnahme sowohl vom verschreibenden Hausarzt als auch von aufgesuchten HNO verneint. Stattdessen wurden trockene Augen diagnostiziert und mir Augentropfen verschrieben, die ich monatelang nahm. Es wurde auch eine Ausschlussdianostik in Hinsicht auf Sjögren-Syndrom durchgeführt und ich war zwischenzeitlich überzeugt, dass diese Richtung trotz meines anfänglichen Verdacht hinsichtlich des Zolpidem-Zusammenhangs zutreffend wäre.

Allerdings fiel mir auf, dass sich die Augenproblematik ausgerechnet dann besserte wenn ich Abends meine 10 mg Zolpidem zum schlafen nahm.
Außerdem reagierte ich auf die Zolpidem zunehmend paradox und wurde wach statt müde. Außerdem wirkten sie zunehmend enthemmend was zu starken nächtlichen Emotionsausbrüchen in verschiedene Richtungen führten (unter anderen auch die aus früher Kindheit bekannte Agressivität)
Daraufhin versuchte ich die Zolpidem mit Oxazepam zu substituieren was keine Besserung der Symptome brachte.
Schließlich versuchte ich einen kalten Entzug der Zolpidem was zu absoluter Schlaflosigkeit über 3 Tage und nachfolgend nur 1-2 Stunden Schlaf zu Nacht führte und in einem erneuten massivem Hörsturz gipfelte.
Danach stellte ich Entzugsversuche erstmal ein.
Alle aufgesuchten Neurologen/Psychater wollten einen stationären Entzug. Allerdings wollten mich Psychatrien eher in ihre allgemeine Abteilung aufnehmen wozu ich aufrgrund meiner Vorerfahrungen nicht bereit bin. Ein stationärer Entzug mit annehmbaren Konzept war nicht aufzufinden.

Also suchte ich nochmal das Gespräch mit meinem Hausarzt und legte einen Versuch mit Diazepam nach, nachdem ich feststellen konnte, dass eine Einnahme von 2,5 mg Zolpidem am Tag zu einem Abschwächung der Symptomatik führte, sodass ich mir mitlerweile sicher war, dass ich tagsüber in einen Entzug hinsichtlichd er Zolpidem rutsche und diese meine Symptome erzeugen.
Letztlich verschrieb mir der Hausarzt Diazepam-Tropfen und die Substitution funktioniert im Gegensatz zum Ansatz über Oxazepam auch besser sodass meine tagessymptomatik sich deutlich gebessert hat und Nachts trotzdem Schlaf möglich ist.
Angefangen habe ich 6 mg Diazepam (12 Tropfen). Der Hausarzt hatte bis zu 20 Tropfen empfohlen.
Leider habe ich nicht das Gefühl, dass der Hausarzt auf dem Gebiet eine besonders hohe Kompetenz aufweist und ich nehme ihm auch die langjährige Verschreibung von Zolpidem ohne jemals deren Einnahme zu problematisieren übel genauso wie die schnelle zusätzliche Gabe von Atosil ohne mich darauf hinzuweisen, dass es sich um ein Neuroleptikum mit recht hoher Gefahr bei Langzeiteinnahme handelt.
Er ist trotzdem meine einzige Chance auf einen ausschleichenden Entzug, da Psychater und Neurologen ambulant meist kein Benzo mehr verschreiben und mit anderen Mitteln substituieren wollen war aber aufgrund meiner Begleiterkrankung und der Hörsturzproblematik nicht möglich erscheint.
Leider macht die Tatsache, dass mein Leben seit mehr als 3 Jahren vollkommen in Scherben liegt und ich keinerlei positive Zukunfstperspektive besitze nicht einfacher -besonders das einschlafen wird dadurch nicht leichter.
Allerdings ist es mir gelungen derzeit mit 4 mg Diazepam und 3-5 Tropfen Atosil zu einem halbwegs stabilem Schlaf zu finden. Allerdings macht sich jeden Reduktion der Diazepam-Dosis sofort in einer leichten Verschlimmerung der Augensymptomatik bemerkbar. Ich denke ich werde erstmal versuchen, das Atosil komplett zu entfernen um dann zu versuchen Diazepam weiter zu reduzieren.
Leider machen meine Ohren derzeit wieder massive Probleme aber da diesbezüglich alle Behandlungsoptionen ausgeschöpft wurden, muss ich das wohl einfach akzeptieren auch wenn es den Entzug nicht gerade vereinfacht.

Hier im Forum würde mich interessieren, ob es Personen gibt, die nach jahrelangem gleichbleibendem Benzokonsum plötzlich in eine Unverträglichkeit mit krasser Entzugssymptomatik über Tag geruscht sind. Ich mache den Umschwung tatsächlich an der einmaligen verzweiflungsbedingten Hochdosierung fest.
Andererseits frage ich mich ob teile meiner gesunheitlichen Probleme in den letzten 10 Jahren auch auch mit der Zolpidem oder der späteren Atosileinnahme in Zusammenhang stehen.
Ich habe jedenfalls den Entschluss gefasst diesmal den Entzug langsam aber stringent durchzuführen um zu sehen welchen Einfluss die Psychopharmaka auf meine gesundheitlichen Probleme haben.
Ich habe zwar die Hoffnung aufgegeben zu einem normalen Leben jemals in der Lage sein zu werden, aber solange ich mich auf dieser Welt aufhalte möchte ich wenigstens versuchen ein Mindestmaß an Lebensqualität zu erhalten und dazu ist erstmal notwendig, dass ich die Entzugsproblematik in den Griff bekomme, da die letzten 2 Jahre in keiner Beziehung lebenswert waren.
'
Ich hoffe, dass die Wand an Text nicht zu stark abschreckt. Ich habe versucht mich so kurz wie möglich zu fassen aber ich wollte die verschiedenen Grundproblematiken wenigstens kurz anreißen. Ich hoffe, dass mir die Diskussion hier jedenfalls beim Projekt Benzofreiheit helfen kann auch wenn das nur einen winzigen Teil meiner Gesamtproblematik trifft.
Zuletzt geändert von padma am Mittwoch, 03.10.18, 17:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil

Sommersprosse
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Sommersprosse » Mittwoch, 03.10.18, 17:40

Hallo 0816,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander.

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Bitte lies dich aber zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen "Umgang mit dem Entzug" und "Gesundheit". Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruss zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Schön das du schon eine Signatur erstellt hast, vielen Dank.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Kaenguru70 » Donnerstag, 04.10.18, 11:40

Hallo und herzlich willkomnen im Forum.


Ich kann mir nur einige Punkte aus deinem Text rauspicken.
Speziell zu deiner Anfrage, nach deiner veränderten Reaktion auf Zolpidem nach erhöhter Einnahme, kann ich mich erinnern, das schon einmal gelesen zu haben und zwar hier:

https://adfd.org/austausch/viewtopic.ph ... 04#p186699

Nach einmaliger Einnahme von Zolpidem von 10 mg (Verdopplung der Dosierung) war die Wirkung verheerend.
Den Grund dafür kenne ich nicht, ausser dass Benzodiazeoine und (anscheinend) auch Z-Drugs paradox wirken können.

Ich möchte dich ermutigen sehr, sehr langsam auszuschleichen. Nach mehreren Entzügen ist das ZNS evtl sehr gereizt und es wird schwieriger einen Entzug durchzustehen. Es gibt da den sogenannten kindling Effekt, der besagt, dass bei mehrfachen Entzügen jeder weitere mit schwereren Problemen einhergeht.
Damit möchte ich keinesfalls Angst schüren, sondern nur schlimme Auswirkungen aufzeigen, um davor zu bewahren.

Wir empfehlen Dosierungsschritte von 10% alle 2-4 Wochen, wobei man individuell evtl noch langsamer vorgehen muss.

https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 96#p183196

Bei 4 mg Diazepsm solltest du beim nächsten Schritt nur 0,5 mg absetzen (1 Tropfen)  und dann mit der Wasserlösemethode weitermachen. Hierzu eignet sich besonders Valocordin Tropfen, hier ist das Diazepam in Alkohol gelöst und man kann die Tropfen in Wasser auflösen.

https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 19&t=10923

Da findest du geschrieben, dass Diazepam nicht dafür geeignet ist, das gilt für die Diazepam Tropfen von Ratiopharm und Abz.

Ob es nun sinnvoll ist zuetst A*osil oder Diazepam zu reduzieren mag ich nicht zu beurteilen. Diazepam Reduktion kann mit zunächst verstärker Schlaflosigkeit einhergehen.
Vlt ist es dann sinnvoll A*osil zur Unterstützung noch einzunehmen.
Keinesfalls sollten 2 Medikamente gleichzeitig abgesetzt werden.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum und gutes Gelingen.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von padma » Donnerstag, 04.10.18, 12:38

hallo 0816, :)

auch von mir willkommen,

du hast ja viel schwierige Erfahrungen machen müssen. :(
Außerdem habe ich seit 2008 Probleme mit starker Mundtrockenheit, sehr starker Schleimbildung und dickflüssigem Schleim und einem ständigen bitteren Geschmack im Mund.
Das kann eine Folge der langen Benzoeinnahme sein. Wir haben hier Erfahrungen und Tipps dazu: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=57&t=11504

Auch deine anderen gesundheitlichen Beschwerden können im Zusammenhang mit der langjährigen Psychopharmakaeinnahme stehen. Zumindest können diese durch die Psychopharmaka begünstigt oder verstärkt worden sein. Ein langsamer Benzoentzug wird deiner Gesundheit sicherlich zugute kommen.

Wenn du genug Durchhaltevermögen, Geduld und Disziplin mitbringst, wirst du den Entzug schaffen.

liebe Grüsse,
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Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Donnerstag, 04.10.18, 19:58

Hallo Kaenguru und padma,
vielen Dank für eure Rückmeldungen,
ob die Trockenheitsproblematik mit den Psychopharmaka zusammenhängt ist in der Tat eine spannende Frage, die wohl nur der Entzug zeigen kann.
Ich habe leider als Kind auch eine Nasensprayabhängigkeit gehabt und fürchte, dass dadurch meine Schleimhäute eine Schädigung abbekommen haben. Zwar hatte ich das Nasenspray bei erstmaligem Auftreten der Verschleimungs- und Trockenheitsproblematik schon einige Jahre abgesetzt aber leider weiß man ja nie wann Langfristfolgen von Medikamenten einsetzen.

Ich hoffe, dass der Entzug gesundheitlich einiges verbessern kann und mir dadurch vielleicht wieder einige Lebensperspektiven entstehen.
Momentan sind meine Tage wenigstens einigermaßen stabil und die mein Schlaf ist zwar unruhig aber vorhanden.

Das Atosil wollte ich eigentlich zuerst loswerden, da mir bei Neuroleptika die Langzeitfolgen noch gruseliger erscheinen und ich das Gefühl habe, dass ich das Atosil schneller und leichter loswerde, da seine Wirkung für mich weniger zentral war und der Einnahmezeitraum auch kürzer ist. Beim Diazepam habe ich das Gefühl, dass ich sehr stark auf kleine Dosisveränderungen reagiere, sodass mein momentaner Plan erstmal ist die Diazepammenge stabil zu halten und Atosil zügig rauszubekommen um dann langsam die Diazepam zu reduzieren. Nächste Woche ist mein nächster Arzttermin. Mal sehen was mein Hausarzt bevorzugt. Immerhin nimmt sich der Arzt recht viel Zeit für Gespräche.

Ich werde weitere Rückmeldungen über meinen weiteren Plan nach dem Gespräch geben.

MFG
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Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von padma » Freitag, 05.10.18, 18:46

hallo 0816, :)

wenn dein Gefühl ist, dass du Atosil relativ problemlos absetzen kannst und du damit beginnen möchtest, dann würde ich das so machen.

Atosil als Entzugshilfe zu nehmen, ist sowieso sehr fragwürdig. Es kann den Benzoentzug nicht wirklich abfangen und macht ebenfalls körperlich abhängig.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von lunetta » Freitag, 05.10.18, 21:03

Hallo und willkommen auch von mir!

Nur eine Frage: nimmst du dzt. auch noch Zolpidem oder hast du komplett auf Diazep. umgestellt?

Bitte setz das Atosil auch nicht in einem Rutsch ab, sondern jede Woche 1 Tropgen weniger, oder zumindest alle 5 Tage 1 Tr. weniger.

Du hast dzt. sicher ein gereiztes ZNS und solltest deshalb sehr umsichtig vorgehen. Bei einer so jahrelangen Einnahme kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger nicht an.

Danach dann ganz langsam das Diazepam absetzen.

Hast du Zol. schrittweise gegen Diaz. ersetzt?

LG
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Samstag, 06.10.18, 11:51

Hallo Lunetta,
ich habe die Zolpidem in einem Rutsch gegen das Diazepam getauscht, was die beste Entscheidung der letzten zwei Jahre war, weil mein Alltag mit Zolpidem nicht mehr zu ertragen war, da 5 von 7 Tagen zu massiven Tagesentzügen geführt haben, die durch das Diazepam sich sofort gebessert haben. Mein Zustand ist jetzt wesentlich konstanter als in den zwei Jahren zuvor. Ich habe zwar immernoch Probleme mit meinen Augen tagsüber. Diese sind aber wesentlich besser aushaltbar und es ist wesentlich mehr Tagesbeschäftigung möglich als unter Zolpidem.
Ich werde beim Diazepam jetzt sehr vorsichtig mit dem Absetzen sein. Das Absetzen des Diazepams wird wirklich schwer, was ich bereits bei der Reduktion von 6 auf 4 Mg gemerkt habe. Die Zeit mit 6 mg Diazepam war die beste der vergangenen zwei Jahre. Aber aufgrund der plötzlichen Verschlimmerung der Reaktionen meines Körpers auf Zolpidem weiß ich, dass es kein Weg ist sich mit einer Benzoeinnahme abzufinden. Ich habe vor 4-5 Jahren meine Zolpidemeinnahme noch als kein großes Problem angesehen, da es immer so nebenwirkungsfrei gewesen ist. Wie stark man sich täuschen kann....

Das Atosil mag ich zu schnell abgesetzt haben aber mein Zustand momentan ist jetzt nicht so, dass ich das Gefühl habe unter dem Weglassen besonders zu leiden. Mein Körper hat bei Atosil auch nie so stark auf Dosisveränderungen reagiert und ich bin ja schon auf drei Tropfen runter. Diese werde ich aber jetzt tropfenweise rausnehmen.

MFG
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Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
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Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil

0816
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Mittwoch, 10.10.18, 21:24

Hallo,
ich wollte nochmal meinen weiteren Verlauf beschreiben.
In der letzten Woche hatte ich doch wieder recht beträchtliche Einschlafprobleme und mein Wohlbefinden war insgesamt nicht gut. Besonders problematisch ist, dass mir Tage an denen ich aktiv bin zwar tagsüber gut tun aber Abends dazu führen, dass ich meine Gedanken sehr negativ werden, weil mir meine aussichtslose Situation deutlicher wird als wenn ich meinen Tag zuhause vorm PC verbringe und mich primär ablenke.
Letzten Samstag habe ich das Wetter genutzt um einen Ausflug ins Umland zu unternehmen und hatte den schwersten Abend der Woche obwohl es mir tagsüber wirklich gut ging.
Außerdem neige ich dazu, dass eine Nacht ohne ausreichenden Schlaf dazu führt, dass die nächste Nacht noch schwerer wird, weil ich tagsüber zu müde bin um mich effektiv abzulenken und funktionierende Ablenkungen sind leider sehr rar. Eigentlich funktionieren nur wenige Computerspiele wirklich gut, die aber voraussetzen, dass ich einen guten Tag habe und gesundheitlich fit genug bin. Es ist einfach ein ziemlich bescheidenes Gefühl keinen Lebensbereich zu haben, der auch nur halbwegs in Ordnung ist und mit Mitte 30 das Gefühl zu haben, dass das Leben nur noch schlimmer wird und das obwohl man seit Beginn der Pubertät nie wirklich glücklich und zufrieden war :(

Ich bin daher zu dem Schluss gekommen, dass ich wohl doch nochmal versuchen will den Entzug durch Psychotherapie zu begleiten, da meine klaustrophobische Sozialsituation dazu führt, dass ich mit meinen kreisenden Gedanken ganz schlecht fertig werde. Leider waren Psychotherapien bei mir in der Vergangenheit weniger erfolgreich aber ich sehe alleine keinen wirklichen Ausweg aus meiner Lebenssituation und keine wirkliche Zukunft was wirklich ungünstig ist, wenn man einen Entzug durchstehen will.

Die Frage ist jetzt, ob es mir gelingt an einen geeigneten Therapeuten zu kommen, der einerseits akzeptiert, dass ich den Diazepamentzug primär angehen muss und dabei keine "Hilfe" durch Antidepressiva möchte, weil der Ziel meines Entzuges ist zu sehen wie meine Gesundheit auf Abwesenheit jeglicher Psychopharmaka reagier. Andererseits hoffe ich einen Therapeuten zu finde, der akzeptiert, dass es mir darum geht eine Zukunft um meine Ängste herum zu bauen, die irgentwie lebbar ist. Die Idee meine Ängste durch Konfrontation in den Griff zu bekommen und ein normales Leben führen zu können habe ich so ziemlich aufgegeben. Das Ziel muss sein nach einem Zustand zu suchen, der in mir keinen ständigen Todeswunsch auslöst. Wie ein solcher Zustand aussehen kann, ist mir derzeit noch nicht ganz klar aber ich hoffe eine Therapie kann hier Ideen liefern.
Mein Hausarzt hat mir empfohlen mir eine Liste von Therapeuten zu erstellen und diese dann nacheinander anzurufen. Das ist für mich eine ziemliche Aufgabe, die mir absolut nicht leicht fällt. Deshalb würde mich interessieren, ob hier jemand Tipps zu Therapeutensuche hat. Da ich in einer Großstadt lebe, hoffe ich, dass die Suche einigermaßen zeitnah erfolgreich sein wird. Leider bin ich nur noch gesetzlich versichert, sodass die Suche deutlich schwerer sein wird als bei vergangenen Therapien. Damals war ich noch über meine Mutter privat versichert, sodass alles ziemlich einfach war und über Empfehlungen lief. Außerdem besteht das Problem, dass ich eigentlich in naher Zukunft dringend einen Ortswechsel anstrebe, da meine Stadt mitlerweile verbrannte Erde ist und es mir sehr schwer fällt in dieser Stadt vor die Tür zu gehen, da ich beständig Angst davor habe Menschen aus meiner vorherigen Leben über den Weg zu laufen. Bestimmte Stadtbereiche sind für mich aufgrund dieser Ängste tabu. Deshalb ist es eigentlich ungünstig hier eine Therapie zu beginnen um nach einen Ortwechsel wieder jemanden neues finden zu müssen aber meine Lebenssituation lässt einen Ortswechsel erst dann zu, wenn ich stabiler bin und eine Aussicht auf irgenteine Form von Erwerbsleben habe.

Was die Medikamentenreduktion angeht, habe ich gestern in Absprache mit meinem Hausarzt die Atosil um einen weiteren Tropfen reduziert und hoffe bis Anfang November nur noch mit Diazepam auskommen zu können um dann die Reduktion in Angriff zu nehmen.
Leider macht mein Ohr momentan wieder kontinuierlich Probleme was sehr belastend ist aber wohl nicht unmittelbar entzugsbedingt auftritt. Immerhin schlafe ich jedenfalls jede Nacht mindestens 4 Stunden, meistens 6-8 was zwar für mich wenig ist aber deutlich besser ist als im Kaltentzug, sodass ich hoffe meine Ohren nicht durch Schlafmangel weiter zu belasten.

MFG
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Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
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04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Kaenguru70 » Donnerstag, 11.10.18, 8:56

Hallo 0816,

Ich habe leider keine Idee, wie man schnell an einen Therapeuten kommt. Hast du die Möglichkeit Empfehlungen zu bekommen?

Ich habe hier im Forum von Klaus Bernhardt gelesen, der in Bezug auf Ängste und Panikattacken genau die Sichtweise vertritt, dass eine Konfrontation mit den Ängsten nicht zielführend ist.
Er hat andere Vorgehensweisen und Ideen.
Mich hat das sehr angesprochen, vlt ist für dich ja etwas dabei.
Es gibt die Buch und Hörbuchversion.

VG
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von lunetta » Donnerstag, 11.10.18, 9:21

Hallo!

Es könnte auch sein, dass der Sprung von 6 auf 4 mg Diaz. zu groß war.
Das zeigt sich leider oft erst verspätet. Dazu das rasche Abdosieren von Atosil...

Ich wieß dass du nicht hochdosieren willst, aber es wäre einen Versuch wert, dass du mal 1 Tropfen Diazepam mehr versuchst ob es dir damit besser geht und dann noch langsamer runterzugehen.

Therapie ist begleitend immer gut!

LG
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 11.10.18, 10:06

Einspruch :wink: ! Nicht immer.

Mir hat jahrelange Therapie bei verschiedenen Therapeuten überhaupt nichts gebracht, die Ansätze waren teils vollkommen falsch, rückschauend betrachtet, und haben mir geschadet.

Man schafft es auch ohne Therapien, wenn man seinen Weg und sein Ziel gefunden hat.

Dazu möchte ich ermutigen.

VG von Clarissa.
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seit Mai 2015 EU-Rentnerin letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Kaltabsetzen; Erfahrungen auch mit Psychotherapien

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 4 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei.

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Freitag, 12.10.18, 17:33

Hallo Kaenguru,
ich habe mir mal die Rezensionen und weitere Informationen zu Herrn Bernhard durchgelesen und fürchte, dass mir das Ganze zu esoterisch ist. Ich bin eher ein rationaler Mensch, der nicht gut auf Autosuggestion und ähnliches anspricht. Ich bin eigentlich ein eher wissenschaftlich eingestellter Mensch und tue mir daher mit vielem aus dem Alternativbereich schwer, besonders wenn es Richtung Wunderheilungen geht und auf mich macht die Präsentation von Herrn Bernhard eher diesen Eindruck. Aber vielleicht schaue ich mir jedenfalls das Buch doch mal an.

Hallo Lunetta,
das Problem ist, dass meine soziale Situation ein relativ rasche Veränderung verlangt, da ich meine derzeitige Lebensführung nicht dauerhaft stabil halten kann. Außerdem habe ich Angst, dass bei meiner Vorgeschichte eine schnelle Toleranz hinsichtlich des Diazepams einsetzt und die positive Tageswirkung, die mir einen Entzug erst ermöglicht irgentwann wegfällt wenn ich zu lange mit der Reduktion warte.
Die Zolpidem habe ich wie gesagt jahrelang völlig problemlos vertragen bis zu dem einen Schlüsselmoment. Wenn soetwas mit Diazepam wieder passiert, habe ich ein entgültig unlösbares Problem auf das ich überhauptkeine Antwort mehr weiß.
Leider waren die letzten beide Nächste wieder sehr schlecht, sodass ich letzte Nacht um vier 2 zusätzliche Tropfen Atosil genommen habe um überhaupt Schlaf zu finden. Ich habe weniger das Gefühl, dass die Tropfenwirkung mich dann schlafen lässt als vielmehr der Placeboeffekt.
Aber wenn man bereits 3 Stunden wachliegt und das Gedankenkarrusell wilde umdrehungen vollführt, ist es schwer die Ruhe zu bewahren. Ich werde schauen müssen wie sich die nächste Woche entwickelt und dann mein weiteres Vorgehen überdenken.
Leider hatte ich gestern auch wieder enormen Hörverlust und Tinnitus auf dem belasteten Ohr und ich habe immernoch die Angst, dass sich bei zustarker nervlicher Beanspruchung ein entgültiger Hörverlust einstellen wird. Diese Ohrgeschichte belastet mich seit 5 Jahren extrem massiv und ich glaube nicht an einen direkten Zusammenhang mit der Psychopharmakaeinnahme. Leider kann man in dem Bereich noch weniger tun als bei den psychischen Problemen und Kortison hilft nur sehr kurzfristig und ist halt kein Medikament für die Dauereinnahme.
Ich werde mir jetzt am Wochenende mal eine Liste mit Therapeuten in der Nähe anfertigen und dann hoffe ich, dass ich Anfang nächster Woche in der Lage bin die vom Hausarzt angeregt Telefonaktion zu starten um jemanden zu finden. Letztlich muss ich dabei wohl auf mein Glück vertrauen, denn alleine sehe ich immer weniger Chancen mit meiner Situation fertig zu werden, da mir keinerlei soziales Umfeld außer meiner Mutter zur Verfügung steht und die Beziehung zu meiner Mutter, die aber mitlerweile in einem Alter ist, dass ich sie auch nicht unbegrenzt belasten kann und sie auch nichtmehr in der Lage ist mich wirklich aktiv zu unterstützen. An Tagen wie gestern habe ich einfach das Gefühl, dass ich egal wie ich handele über längere Sicht in eine Situation gerate in der Suizid die einzige Lösung ist. Denn für mich ist seit Jahren klar, dass ich den Suizid eher als Option sehe als ein nochmaliger Psychatrieaufenthalt, der dann wahrscheinlich in einem ständigen pendeln zwische Psychatrie und quälendem Leben enden wird. Deshalb wäre es wichtig einen Therapeuten zu finden, der zusammen mit mir Optionen entwickelt und realistische und gangbare Wege ausarbeitet wie ich in ein lebbares Leben zurückfinden kann. Mir selber gehen aufgrund der Kombination aus körperlichen Krankheiten, fehlender psychischen Stabilität und Medikamentenabhängigkeit die Ideen absolut aus.

Liebe Clarissa,
leider ist meine Situation so, dass ich selbst nicht mehr in der Lage bin eine Zukunft zu sehen und ich auch keine Menschen mehr habe, die mir nahe genug stehen um mit ihnen zusammen an Lösungen zu arbeiten. Meine bisherigen Therapien beurteile ich auch eher negativ aber mir fällt kein anderer Plan mehr ein und diese Situation besteht mitlerweile seit mehr als 3 Jahren. Und ich glaube, dass selbst eine weitere misslungene Therapie weniger schadet als ein weiterer Versuch mit Psychatrien. Zumindestens konnte ich meine Therapien bisher immer freiwillig und problemlos beenden wenn ich das wollte und muss nicht mit ungewollten Zwangsbehandlungen rechnen.

Hinsichtlich meiner Schlafprobleme wollte ich mal in die Runde fragen wie lange ihr am Ziel einzuschlafen festhaltet, wenn ihr merkt, dass es nicht klappt. Meine Einschlafzeit beträgt selbst an guten Tagen mehr als eine Stunde aber nach mehr als zwei Stunden im Bett merke ich, dass die Chance doch noch in den Schlaf zu finden immer stärker sinkt. Dann ist für mich die Frage, ob es besser ist aufzustehen, vielleicht sogar noch eine Runde um den Block zu drehen...meistens habe ich bisher versucht entweder zu lesen oder Hörbücher zu hören aber ich habe eher selten Erfolg dass mich das beruhigt.

MFG
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2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
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Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von lunetta » Freitag, 12.10.18, 18:12

Hallo!

Ich bleibe nie länger als 1/2 Stunde im Bett wenn es mit dem Einschlafen nicht klappt.

Ich stehe dann entweder auf und gehe bügeln, fernsehen, nähen etc. Oder ich lese im Bett.

Beruhigen tut mich das natürlich nicht, aber ablenken. Mit Gewalt schlafen zu wollen funktioniert bei mir sowieso nicht.

LG
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Clarissa » Freitag, 12.10.18, 20:44

Liebe 0816.

Ich bin auch ziemlich allein, zumindest mit diesem Problem.
Ich mußte mich auf mich selbst besinnen und bin meinen Weg allein gegangen, mit zusammengebissenen Zähnen manchmal. Und immer nur im Augenblick lebend, selbst jetzt mache ich mir um die Zukunft wenig Gedanken.
Von misslungenen psychiatrischen und Psychotherapien hatte ich irgendwann die Nase gestrichen voll, bestenfalls waren die Therpeuten freundlich, aber hilflos.
Über meine Schlafprobleme i.A. und im Entzug insbesondere könnte ich ein Buch füllen. Wahrscheinlich ein langweiliges :wink: .
Ich habe oft eben wachgelegen, auch jetzt kommt das noch hin und wieder vor, ziemlich zerschlagen. Manchmal kann ich etwas "Regenbogenpresse" lesen, manchmal warte ich einfach nur, daß die Zeit vergeht. Ich habe etliche komplett schlaflose Nächte hinter mir. Es ist besser geworden, ein guter Schläfer war ich ja nie.

Ich habe es bis jetzt überlebt :) .

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Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Juna » Freitag, 12.10.18, 22:35

Huhu,

ich ....bleibe "einfach" liegen, ich versuche gar nicht mit Zwang und bewusst einzuschlafen, ich schicke den Körper schlafen und der Geist ist dann eben wach.
So schaffe ich es, mich mehr oder weniger zu erholen und mehr oder weniger etwas Kraft für den nächsten Tag zu tanken.

Wenn ich mir diese Methode nicht iwann mal angeeignet hätte, wäre ich wahrscheinlich schon längst (komplett) durchgedreht.
Zwar schaffe ich es mittlerweile meistens immer mal wieder sogar ne Stunde zu schlafen, aber - gerade in letzter Zeit- bin ich doch wieder viel mehr wach, als gut wäre, gerade wenn ich dann absolut gar keine Erholung finden würde.

Alles Gute,
Juna
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Asbivi » Dienstag, 16.10.18, 13:19

Hallo 0816,

wollte mich auch mal bei dir melden. Es tut mir sehr leid, zu hören, wie schlecht es dir geht. Ich Weiss momentan auch nicht, wie es bei mir überhaupt weitergehen soll. Auch beruflich. Ich habe auch Abi, eine Kaufm. Ausbildung und einen uniabschluss, und war in der Lage Vollzeit zu arbeiten. Nicht davon hilft aber auch nur irgendwie u ob ich je wieder arbeiten kann u eine Arbeitsstelle finde, ist fraglich.

Mit PP geht es nicht, ohne aber auch nicht, ausschleichen ist auch die Hölle. Ich suche auch aktuell einen therapieplatz. Es gestaltet sich mehr als schwierig, und so viel erwarte ich mir auch nicht mehr davon... Habe ja schon welche gemacht, gebracht hat es mir wenig.

Mein Gejammer hilft dir nicht, aber vielleicht kann es dir ein Trost sein, dass es anderen auch nicht besser geht u du nicht allein bist sowie auch verstanden wirst. Vielleicht findest du hier im Forum, die ein oder andere Erfahrung, was anderen geholfen hast u die für dich auch funktioniert, ohne dass du je daran gedacht hättest. Ich habe rückblickend wohl schon seit dem 14. Lebensjahr Depressionen....Ich Weiss also, was es heisst, so lange zu leiden.

Genauso wie du habe ich einen beidseitigen tinnitus durch vorangegangene hörstürze mit hörverlust. Ich habe ein Ständiges dauerrauschen mit einem hohen pfeifen im Kopf. Kortisontherapien haben nichts gebracht. Lt schulmedizin gibt es keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten.

Genauso wie du befürchte ich einen kompletten hörverlust, da ich für hörstürze sehr anfällig bin. Ich glaube auch nicht, dass die hörstürze durch PP verursacht werden, den ersten hörstürze hatte ich so mit 16, da nahm ich keine PP. Allerdings habe ich von mitpatienten gehört, dass sie seit sie ein neues PP nehmen, sie einen tinnitus haben.

Es gibt sog. Masker/noiser, die helfen wohl einigen Leuten, sowie Hörgeräte. Zum einen natürlich - ganz offensichtlich - wg dem hörverlust, aber auch weil man durch das bessere Hörvermögen, vom tinnitus abgelenkt wird. Ich habe mit beiden keine Erfahrung, da diese wohl vom hno verschrieben werden müssen. Mein hno meinte, mein hörverlust wäre noch nicht so schlimm. Ja bei den hörtests, aber im realen Leben habe ich schon Probleme, je nach Akustik, alles zu verstehen. Ich hatte bisher keine Kraft mich darum zu kümmern. Evtl. Eine Idee für dich?!

Bzgl. Tinnitus: bei mir muss immer akustische Ablenkung sein, Stille geht garnicht. Natürlich eine geräuschkulisse, die man verträgt. Auch beim Versuch zu schlafen.

Ich freue mich von dir zu hören und wünsche dir von Herzen Hoffnung, symptomfreie Momente und Besserung.

Lg
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JamieSiggi0816
Ab 2004: Einnahme von 45 mg mirtazapin, dazu 40 mg fluoxetin, davor 2 mal Paroxetin genommen, dabei schwere kreislaufprobleme
Nach ca. 1 Jahr mirtazapin ausgeschlichen, keine absetzprobleme, fluoxetin auf 20 mg reduziert, dann wieder erhöht auf 40 mg.
Ca. 2011: zweite schwere Episode, mirtazapin wieder genommen, nach ca. 1 Jahr ausgeschlichen, 40 mg fluoxetin beibehalten

2016: nächste schwere Episode, zu fluoxetin 7,5 mg mirtazapin eingenommen.

Ab märz 2017: Trazodon 100 mg von neuer psychaterin, da höhere Dosis von mirtazapin vermehrt fressanfälle und starken Überhang ausgelöst hat, fluoxetin abgesetzt.

Ab Feb 2018: Notaufnahme in psychiatrischer Klinik, trotz Trazodon in schwere Depression gerutscht, vermehrte Einnahme von tavor wg extremen Angstzuständen vor klinikaufenthalt. Umstellung auf Sertralin bis 200 mg, dazu 50 mg quetiapin u 15 mg mirtazapin.
Ab märz 2018 60 mg cymbalta, 15 mg mirtazapin, 50 mg quetiapin

Ab Mai 2018 bis dato: 60 mg cymbalta, 15 mg mirtazapin, Reduzierung auf 25 mg quetiapin
Zustand: mit dieser medikamentierung geht es mir gut, Nebenwirkung bis auf etwas stärkeres schwitzen nachts und Gewichtszunahme (ca. 7 kilo), keine
Stand 15.10.2018: 20 mg cymbalta, 13 mirtazapin
Ich kann endlich wieder essen ( konnte nichts mehr essen, bin auf 41 Kilo abgerutscht, bin aber auch nur 154 cm gross, momentan muss ich aber extrem beim essen aufpassen, brauche nur ein Salatblatt anschauen und nehme zu)
Keine Angstzustände mehr

Kinderwunsch besteht, deshalb medis ausschleichen, insbesondere cymbalta

... Aber unter medis geht es mir besser als ohne.... :frust:

Asbivi
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von Asbivi » Dienstag, 16.10.18, 17:36

Nochmal Hallo,

Bzgl. Therapeutensuche: www.therapie.de
Links kann man suchparameter auswählen, u.a. Auch freie Plätze anklicken.

Lg
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0816
Ab 2004: Einnahme von 45 mg mirtazapin, dazu 40 mg fluoxetin, davor 2 mal Paroxetin genommen, dabei schwere kreislaufprobleme
Nach ca. 1 Jahr mirtazapin ausgeschlichen, keine absetzprobleme, fluoxetin auf 20 mg reduziert, dann wieder erhöht auf 40 mg.
Ca. 2011: zweite schwere Episode, mirtazapin wieder genommen, nach ca. 1 Jahr ausgeschlichen, 40 mg fluoxetin beibehalten

2016: nächste schwere Episode, zu fluoxetin 7,5 mg mirtazapin eingenommen.

Ab märz 2017: Trazodon 100 mg von neuer psychaterin, da höhere Dosis von mirtazapin vermehrt fressanfälle und starken Überhang ausgelöst hat, fluoxetin abgesetzt.

Ab Feb 2018: Notaufnahme in psychiatrischer Klinik, trotz Trazodon in schwere Depression gerutscht, vermehrte Einnahme von tavor wg extremen Angstzuständen vor klinikaufenthalt. Umstellung auf Sertralin bis 200 mg, dazu 50 mg quetiapin u 15 mg mirtazapin.
Ab märz 2018 60 mg cymbalta, 15 mg mirtazapin, 50 mg quetiapin

Ab Mai 2018 bis dato: 60 mg cymbalta, 15 mg mirtazapin, Reduzierung auf 25 mg quetiapin
Zustand: mit dieser medikamentierung geht es mir gut, Nebenwirkung bis auf etwas stärkeres schwitzen nachts und Gewichtszunahme (ca. 7 kilo), keine
Stand 15.10.2018: 20 mg cymbalta, 13 mirtazapin
Ich kann endlich wieder essen ( konnte nichts mehr essen, bin auf 41 Kilo abgerutscht, bin aber auch nur 154 cm gross, momentan muss ich aber extrem beim essen aufpassen, brauche nur ein Salatblatt anschauen und nehme zu)
Keine Angstzustände mehr

Kinderwunsch besteht, deshalb medis ausschleichen, insbesondere cymbalta

... Aber unter medis geht es mir besser als ohne.... :frust:

0816
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Dienstag, 16.10.18, 21:34

Hallo Asbivi,
vielen Dank für deine netten Worte.
Leider waren meine letzten Tage wieder absolut grausam.
An den grundlegenden Tinnitus habe ich mich arrangiert, da ich diese im Ansatz schon seit mehr als 15 Jahre kenne. Ich kann Stille mitlerweile halbwegs gut ertragen. Was wirklich schlimm ist, sind die ständigen Hörstürze auf dem linken Ohr, die zu einer verzerrten Tonwahrnehmung bei deutlich gerigerem Hörvermögen führen und mich einfach absolut Alltagstauglich werden lassen. Die habe ich erst seit 6 Jahren und sie treten leider ständig erneut auf, oft stressinduziert, teilweise aber auch mehr oder weniger aus heiterem Himmel. Auf Kortison reagieren sie nur sehr kurzfristig und nicht nachhaltig. In der schlimmsten Phase 2014 habe ich versucht mehrere Monate hochdosiert Kortison zu nehmen, was leider dauerhaft keine Stabilität gegeben hat. Jetzt nehme ich Kortison nur noch selten, aber die letzten Tage musste ich wieder zum Kortison greifen, was um so frustrierender ist, weil ich weiß, dass es nur für ein paar Tage Erleichterung bringt. Eigentlich müsste ich nach jedem erneuten Hörsturz zum HNO rennen um den Horverlust zu dokumentieren und zu vergleichen aber mir fehlt dazu einfach die Kraft, wenn ich sowiso weiß, dass ich nur Hörtests machen darf und dann erneute Kortison aufgeschrieben zu bekommen
Hörgeräte werden bei mir wohl schon allein deshalb kein Thema sein, da mein Hörverlust derzeit einseitig ist. Allerdings hatte ich auch bereits einen Hörsturz auf dem anderen Ohr, der sich aber regeneriert hat.
Und ich glaube bei meinen Verzerrungen im Hören nach dem Hörsturz würde es auch wenig helfen die Lautstärke zu erhöhen.
Das schlimme bei mir ist, dass jeder neue Hörsturz mir jede Kraft zu positiven Gedanken nimmt und mir das Einschlafen noch schwerer macht.
Bei mir gibt es drei potentielle Verursacher für die Ohrprobleme: Die Benzoeinnahme, Autoimmunprozesse und eine Schleimhautschädigung durch Fehlgebrauch abschwällender Nasensprays im Kinder und Jugendalter, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Absetzen der PP hier zu einer Verbesserung führt leider unwahrscheinlich ist.

Wie ich unter diesen Umständen den Entzug schaffen soll, ist mir momentan unbegreiflich.
Ich habe die letzten Tage wieder erst Vormittags ein paar Stunden wach gelegen, da nachts absolut nicht ging, obwohl ich die letzte Atosilreduktion wieder rückgängig gemacht habe. Danke für den Tipp mit der Therapeutenseite. Sobald ich wieder einen etwas besseren Tag habe, werde ich versuchen die Therapie voranzutreiben, da ich sonst keinerlei Hoffnung mehr sehe. Ich weiß, dass ich alleine niemals in der Lage sein werde einen Umgang mit meiner Situation zu finden, der mich zu einem selbstständigen Leben befähigen. Deshalb bleibt mir nur die Hoffnung eine Therapie zu finden, die mir wirkliche Lösungswege aufzeigen kann. Bei Therapeuten kommt es ja auch sehr auf das persönliche Verhältnis an, sodass ich immer noch hoffe, dass eine neue Therapie besser helfen kann als die drei vorherigen zumal sich meine Erwartungshaltung ans Leben seit der letzten Therapie sehr gewandelt hat. Damals hatte ich noch wirklich Hoffnung zumindestens in Teilbereichen des Lebens. Jetzt geht es mir nur noch darum, ob es einen Weg gibt weiterzuleben ohne den Großteil des Tage zu leiden.

Deine Situation klingt nicht viel besser. Ich hoffe, dass sich deine Situation auch im Entzug halbwegs stabil halten lässt. Das fatale an der Kombination ist ja, dass man ständig Angst haben muss, dass man mit einer Maßnahme in Bezug auf die PP-Problematik negativ auf die Ohrerkrankung einwirkt. Hinzu kommt ja die Tatsache, dass Tinitus und Hörstürze oft von Ärzten auch als psychosomatisch angesehen werden, was ich bei meinen Problemen aber für absolut ausgeschlossen halte. Dafür sind die Probleme zu stark, zu langanhaltend und auch nicht abhängig von meiner Stimmung.

Ich habe mich jedenfalls sehr über deine Antwort gefreut, da es immer gut tut zu wissen, dass man mit der eigenen Symptomatik nicht ganz allein darsteht.

MFG
0816
Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil

0816
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Re: 0816: Zolpidem Entzug mit Diazepan nach 15 Jahren Einnahme

Beitrag von 0816 » Samstag, 20.10.18, 21:32

Hallo an alle,
ich muss leider berichten, dass diese Woche sich bei mir ganz schlimm entwickelt hat. Aufgrund meiner sich verschlimmernden Ohrbeschwerden habe ich auf anraten des Hausarztes nochmal eine Stoßtherapie mit Kortison probiert, was leider voll nach hinten losgegangen ist. Ich habe weder in der Nacht auf Mittwoch noch in der auf Donnerstag ein einziges Auge zugetan, was dazu geführt hat, dass die Ohrproblematik sich in immer neue höhen getrieben hat. Ich habe momentan erneut eine massive Hörminderung, die sich mit einer extrem unangenehmen Hörverzerrung und einem Gefühl wie einer Turbine im Kopf kombiniert. Ich befürchte, dass meine Hörvermögen komplett wegkippt, wenn ich versuche den Entzug weiterzuführen, weiß aber andererseits, dass ich nichtmehr auf Zolpidem zurückgehen kann.
Das Diazepam nimmt mir zwar die Entzugserscheinungen bisher recht gut aber ihm fehlt bei mir jegwede Schlafanstoßende Wirkung. Leider machen mich die Ohrprobleme unglaublich unruhig wenn ich im Bett liege und nicht zur Ruhe komme. Ich hatte gehofft, dass der langsame Entzug keine so starke Auswirkungen auf die Ohren haben würde und mir wenigstens ein paar Stunden Schlaf pro Nacht erlauben würde.
Das hat leider diese Woche gar nicht funktioniert. Als letztmaßnahme habe ich frühen Freitagmorgen meine Atosildosis mit 10 Tropfen erneut nehmen müssen um ein paar wenige Stunden Schlaf zu bekommen. So habe ich die letzten beiden Nächste ca. 5 Stunden unruhigen Schlaf bekommen aber auch das nur nach langem Einschlafkampf. Jede Nacht ist für mich angsteinflößend und kaum zu ertragen. Tagsüber kann ich mich immernoch irgentwie über den Tag retten aber die Nächte sind kaum auszuhalten.
Am liebsten würde ich mich mit Diazepam soweit sedieren, dass ich mein Leben ertragen kann aber ich weiß, dass das keine Lösung ist. Zwar bringt mich Diazepam momentan nicht in die selben Tageszustände wie das Zolpidem aber die Toleranz wird hier ja auch immer schneller werden und ich habe mit dem Zolpidem erlebt, dass die Situation jederzeit kippen kann, selbst wenn ich mich mit den 6 mg Diazepam deutlich besser gefühlt habe.
Die erneute Einnahme von Atosil war in der absoluten Notsituation unausweichlich, da ich zwei komplett schlaflose Nächte in Kombination mit meinen Ohrbeschwerden kaum ertragen konnte und eine dritte sicher zu sehr unguten Folgen geführt hätte, da ich immer stärkere Aggressionen entwickele. Schon so habe ich es geschafft aus Verzweiflung so fest gegen die Wand zu treten, dass ich es auch noch geschafft habe mir meine Ferse zu prellen, sodass ich nicht mehr wirklich auftreten kann.
Ich denke ich werde meinen Plan nocheinmal umstoßen und das Atosil erstmal bei 10 Tropfen belassen und versuchen erst das Diazepam zu reduzieren um zu hoffen, dass ich so eine komplette Schlaglosigkeit verhindern kann indem ich das Atosil sehr spät einnehme (unmittelbar vor dem entgültigen ins Bett gehen - dazu muss ich vielleicht anmerken, dass meine Schlafroutine seit Jahren darin besteht ca eine Stunde vor dem Einschlafen ein Hörbuch zu hören. Bisher habe ich die Medikamente immer vor dem Hörbuchstart genommen (früher Zolpidem und Atosil).

Ansonsten fällt mir wirklich wenig ein, was ich noch probieren kann. Ich werde wohl nicht drum herum kommen meinen Hörverlust nächste Woche nochmal vom HNO dokumentieren zu lassen. Mehr ist leider in Bezug auf die HNO-Problematik kaum drin, da Kortison die einzige behandlungsoption ist und ich stark das Gefühl habe, dass die Kortisoneinnahme in Kombination mit meinen aktuellen Entzugsversuchen zu meiner absoluten Schlaflosigkeit geführt hat. Denn selbst bei meinem letzten Kaltentzugsversuch hatte ich nur eine Nacht mit kompletter Schlaflosigkeit und habe in der zweiten Nacht 2-4 Stunden Schlaf bekommen. Und Schlafstörungen werden ja bei Kortison als Nebenwirkung genannt. In Kombination mit Zolpidem hatte ich das Problem zwar nie aber seit dem Diazepamumstieg scheint Kortison für mich ein absoluter Schlafkiller zu sein.

Ich scheine also momentan vor der Alternative eine weiteren Verschlimmerung der Hörschädigung bishin zum kompletten Hörverlust oder dem langsamen Abrutschen in die Benzohochdosis zu stehen, was für mich beides keine lebenswerten Alternativen Sinn.

Es tut mir leid, dass ich derzeit nur negatives berichten kann und hoffe, dass ich mit meiner momentanen Hoffnungslosigkeit niemanden zu sehr runterziehe. Aber wenn das so weitergeht scheint der ambulante Entzug für mich nicht möglich zu sein und ich muss mich wahrscheinlich doch darauf einlassen den Benzoentzug klinisch mit massiver Deckelung durch andere PP durchzuführen, obwohl sich alles in mir dagegen streubt. Wenn sich aber die Ohrproblematik auch im sanftem Entzug nicht kontrollieren lässt ist vielleicht doch der Versuch mit der Brechstange der einzig mögliche.
Ich hatte so gehofft, dass mir die Diazepam eine solche Situation ersparen könnten aber leider scheint es nur für zwei Monate gut funktioniert zu haben.
Jetzt hoffe ich, dass sich meine Symptomatik jedenfalls bis Anfang nächster Woche kontrollieren lässt und ich wenigstens etwas Schlaf bekomme, was das Ohr dann hoffentlich ein wenig entlastet.
Die Kombination meiner Erkrankungen ist einfach eine absolut teuflische Falle aus der es keinen halbwegs sauberen Weg gibt.

MFG
0816
Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 Tropfen Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil

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