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katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

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katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von katface » Samstag, 05.01.19, 1:21

Hallo zusammen, ich falle direkt mal mit der Tür ins Haus und schildere euch meine momentane Situation. Ich wollte mich schon viel früher hier vorstellen und als ich jetzt nochmal zum Thema Schwangerschaft recherchiert habe, bin ich panisch geworden.

Ich glaube gerade dass ich alles falsch gemacht habe, aber jetzt ist es nunmal so und ich muss gucken wie ich den Schaden am besten begrenzen kann.

Im Mai 2018 habe ich angefangen Venlafaxin 150 auszuschleichen in 12,5er-Schritten ca alle 6 Wochen. Im Juni bin ich dann direkt ungeplant schwanger geworden und habe das Tempo deshalb ab Juli etwas beschleunigt auf 4-Wochen-Intervalle. Sorgen wegen des Embryos habe ich mir nicht wirklich gemacht, stand ja alles auf embryotox, wie ungefährlich das doch sei. Ich kam mir sogar noch besonders vorbildlich vor, weil ich trotzdem absetze und den schritt auf 0 am liebsten einige Wochen vor dem Entbindungstermin (24.3.19) geschafft haben will. Was übrigens leider doch zu knapp geplant war, ich bin jetzt immer noch bei 62,5.
Da lese ich nun, im 7. Monat, dass embryotox eigentlich voll der Schwachsinn ist und ich mit der Einnahme von SSRI mein Kind großen Risiken aussetze.
Ich kann gerade absolut nicht einschätzen, was ich am besten tun soll. Mache ich jetzt einen kalten Entzug, dann halte ich als Mutter das aus, das ist mir egal wenn es dem Kindeswohl dient - aber tut es das überhaupt? Oder macht es denselben Stress mit mir durch?
Reduziere ich weiter, nur etwas schneller? Dann kriegt es aber immer noch täglich seine Dosis von dem Zeug ab.
Wenn ich in einem Tempo weiter reduziere, mit dem ich mich gut fühle und keine AS habe, dann dauert das noch ungefähr 5 Monate. Und ich will doch stillen!

Ich bin leider gerade total durcheinander, wäre einfach dankbar für eure Einschätzungen.
Zuletzt geändert von Ululu am Samstag, 05.01.19, 9:31, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Namen im Titel zugefügt zur besseren Übersicht im Forum
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Schwanger seit 06/2018 :shock: :cry: -> schrittweise Reduktion von 150mg
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Jamie
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Re: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von Jamie » Samstag, 05.01.19, 8:50

Hallo katface,

willkommen im Forum :)

Da die Kindesreifung im siebten Monat längst abgeschlossen ist und es nun nur noch um Wachstum geht, ist die Frage nach einem zügigen Absetzen nicht mehr ganz so relevant.
Kalt absetzen darfst und solltest du keinesfalls!

Es wäre dennoch wichtig, bis zur Geburt möglichst niedrig zu kommen, damit das Kind nach der Geburt keinem zu heftigen Antidepressivaentzugssyndrom ausgesetzt ist und quasi schon in seinen ersten Lebenstagen einen Entzug mitmachen muss :(.

Dies muss aber in Einklang mit deinem Körper geschehen (das Absetzen).
Jetzt etwas über das Knie zu brechen und dich dabei selber zu destabilisieren bedeutet im schlimmsten Fall eine werdende Mutter, die zum Zeitpunkt der Geburt ein Nervenwrack ist oder körperlich sehr angeschlagen.
Deswegen würde ich vorschlagen weiter zu reduzieren und das eben deinem Befinden anzupassen und zu schauen, dass du bis zur Geburt möglichst niedrig kommst (muss nicht unbedingt Null sein).

Gerade SNRI wie Venlafaxin sind in den unteren Dosierungen noch besonders potent, das heißt jetzt (und unter 37,5mg) wird es eigentlich erst so richtig "interessant" mit dem Absetzen.

Bitte mach dir jetzt keinen zu starken Druck; die Vergangenheit ist nicht zu ändern und das Baby entwickelt sich seit seiner Zeugung kontinuierlich unter dem AD Einfluss, was nun eben so ist.
Es kann ja durchaus alles gut gehen mit dem Kind und sieht ja auch so aus bei dir, oder ergaben die Untersuchungen Gegenteiliges?

Zu schauen ist in den Jahren, in denen das Kind aufwächst, nach Entwicklungsstörungen und -Verzögerungen (zB Lernschwierigkeiten, emotionale Störungen) etc., da AD in Verbindung gebracht werden solche Spätfolgen auszulösen, wobei auch hier große Studien ausstehen, die das mal wirklich belegen oder entwarnen.

Grüße und alles Gute für den Rest der Schwangerschaft :)
Jamie
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katface
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von katface » Samstag, 05.01.19, 15:18

Hallo Jamie, vielen Dank für die schnelle und informative Antwort! Es klingt für mich ganz plausibel, jetzt erstmal weiter zu reduzieren.
Bisher war jede Untersuchung unauffällig bzw. zufrieden stellend.

Liebe Grüße
Katface
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von Murmeline » Samstag, 05.01.19, 17:10

Hallo Katface,

es wäre schön, wenn du deinen weiteren Verlauf hier dokumentierst. Es finden sich immer wieder Schwangere mit fragen hier ein, leider verschwinden einige dann auch wieder. Verständlich, weil man ja im „echten Leben“ viele Veränderungen hat, um die man sich kümmern möchte. Für das Forum wäre es aber prima, wenn jede Schwangere auch weiter kurz berichten würde, wie es läuft.

Danke! Murmeline
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von padma » Samstag, 05.01.19, 18:56

hallo Katface, :)

herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft.

Wenn du mit dem bisherigen Tempo gut zurecht gekommen bist, würde ich jetzt dabei bleiben.

Es wäre gut wenn du in einer Klinik mit einer Neonatologie entbinden würdest. Damit falls es Komplikationen geben sollte, deinem Baby sofort gut geholfen wird.


Mit dem Stillen ist eine Abwägungsfrage. Das Baby ist ja bereits jetzt der Substanz ausgesetzt und wenn du bis dahin in der Dosis niedrig bist, wäre vielleicht eine kurze Stillzeit vertretbar. Aber ich kann die Vorteile und Risiken nicht wirklich abwägen.

liebe Grüsse,
padma
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von katface » Sonntag, 06.01.19, 15:07

Murmeline, das mache ich gerne. Gut zu wissen, dass das erwünscht ist.

Ich hab jetzt ziemlich schnell (innerhalb von wenigen Tagen) testweise auf 37,5 reduziert, das ist seit heute der Stand. Dabei bleibe ich jetzt mal. Bin gespannt, wie lange ich brauche um damit symptomfrei klarzukommen, ich werde berichten - bis jetzt hab ich nur leichte Probleme mit dem Antrieb...

padma: danke schön:) eine neonatologie ist vorhanden.
Am besten rege ich mich wegen dem stillen erst auf, wenn's soweit ist, denn vielleicht schaffe ich ja den schritt auf 0 bis dahin doch noch, dann hat es sich sowieso erledigt:)
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von katface » Donnerstag, 31.01.19, 11:07

Zwischenbericht, Tag 15 mit 25mg.

Dem kleinen Mädchen geht's sonografisch gut, es scheint sich alles so zu entwickeln wie es soll. Bin jetzt in der 32. SSW. Hatte seit dem letzten Schritt nur leichte Stromschläge, dafür bin ich leider sehr, sehr gereizt und ruhebedürftig. Die kleinsten Probleme werfen mich komplett aus der Bahn, d.h. ich fange an zu heulen und weiß plötzlich nicht mehr wie ich das alles noch schaffen soll.
Ich gehe dann geduldig und möglichst liebevoll mit mir selbst um und lasse es zu, dass es mir gerade so geht. Dann wird's auch wieder.

Was mir hilft: ausgiebig in die Sauna gehen, richtig heiß und ordentlich kalt hinterher. Hebt meine Stimmung und entspannt total, hab währenddessen und danach keine Symptome.
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von katface » Freitag, 01.03.19, 12:59

SSW 36+5
Bin jetzt seit 2 Tagen auf Null. Der letzte Schritt war fies, weil zu schnell. Die Packung war aber leer und ich wollte keine neue mehr holen nur um noch 2 Wochen je ein Kügelchen zu nehmen. Außerdem kann das Kind ja jetzt theoretisch jeden Moment kommen!

Erwartungsgemäß geht es mir dreckig, sobald ich mich bewege blitzt es im Kopf und alles wankt hin und her.
Manchmal fange ich dann vor Verzweiflung an zu heulen, oder auch aus anderen Gründen die mir gar nicht bewusst sind.
Sauna hilft auch nur noch bedingt.

Hab jetzt heute früh mal 50mg 5-HTP eingenommen.

Beim Kind ist weiterhin alles unauffällig, ctg in Ordnung, Bewegungen normal... Man wird sehen.
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von padma » Freitag, 01.03.19, 13:36

hallo Katface, :)

ich bin froh, dass es deinem Kind gut geht. :D

Du hast jetzt natürlich sehr schnell abgesetzt, da sind die heftigen Entzugssymptome nicht verwunderlich. Weinen ohne Grund und auch Verzweiflung gehört mit zu den Entzugssymptomen. Diese Blitze sind ganz typisch.

Es wäre zu überlegen, ob du wenn das Baby da ist, wieder eine Minmalstdosis einnimmst um die Entzugssymptome etwas abzufangen (anschliessend dann ausschleichen)
Hab jetzt heute früh mal 50mg 5-HTP eingenommen.
Da wäre ich mit vorsichtig, das kann Entzugssymptome verstärken. Auch Sauna kann Entzugssymptome verstärken.

alles Gute für die Geburt, :hug:
liebe Grüsse,
padma
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von krasiva » Sonntag, 03.03.19, 20:15

Guten Abend Katface, :)

meine tiefe Bewunderung für dich! Gott sei Dank geht es dem Kinde gut! Und die werdende Mutter? Kennst du vielleicht die ätärische Öle? Lavendelöl als Körperöl kann die Überreizung lindern. Gut als Ganzkörpermassage geeignet. Ich streiche damit auf der Stirn wenn ich gereizt bin oder abends vor d. Schlaffen gehen (gibt es auch in ganz kl. Dosen). Es gibt auch als Duschgell oder Badezusatz. Und es riecht herlich. Beruhigt ganz sanft.
Alles nur liebe und gute für dich.

Vom Herzen,

krasiva
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von katface » Donnerstag, 28.03.19, 22:57

padma und krasiva, vielen lieben Dank euch beiden. Ich komme leider nicht so zum Schreiben wie ich gerne möchte, hab Probleme Sätze zu formulieren. Nebel im Hirn...

Bin jetzt über dem Termin (40+4) und leider jetzt doch psychisch ziemlich am Ende. Ich glaube ich schaffe das nicht ohne Medikament. Das gibt eine richtig heftige postpartale Depression.

Was kann ich denn bloß einnehmen wenn ich stillen will? Bis zur Entbindung schaffe ich es noch, aber ich kann mir nicht vorstellen ohne Medikament zu leben. Das wird der Horror für mein Kind. (Noch geht's ihr gut, gar keine Auffälligkeiten)

Hab noch Verschiedenes gemacht, weniger 5-htp dafür aber Magnesium und Omega-3, und ja, Lavendel ist der Hit.

Die Schwangerschaft geht zu Ende, aber die Frage ist mir doch tatsächlich geblieben. Stabile Mutter sein mit Medikamenten oder gesunde Muttermilch ohne Chemikalien geben und dabei depressiv sein?

Edit: vielleicht noch als genauere Beschreibung, auch falls hier andere Schwangere lesen und sich wiederfinden... Streckenweise geht's mir gut und ich bin fröhlich und aktiv, wirke ausgeglichen und fühle mich nicht weiter beeinträchtigt. Aber in den letzten Tagen bringt mich meine Situation ständig zum Weinen, auf das Kind kann ich mich überhaupt nicht freuen (diese Tatsache finde ich auch belastend), ich befürchte dass ich sie nicht werde "annehmen" können.
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 28.03.19, 23:15

Hallo katface, :)

du wirst in ein paar Tagen Mutter eines wunderhübschen Babies sein und es ist meines Erachtens prioritär, dass es dir einigermaßen geht, ja, dass du halbwegs stabil bist.

Wenn du zu der Einschätzung kommst, dass du das ohne AD / medikamentöse Unterstützung nicht schaffen wirst / kannst, dann kann ich das nachvollziehen und nehme das ernst.

Allerdings muss ich dir schreiben, dass mir wirklich kein einziges AD einfällt (ich kenne wirklich keins), das nicht in die Muttermilch übergeht und ich denke, das geht dann nicht.
Dann wird stillen nicht infrage kommen.
Das halte ich aber immer noch für die bessere Option als eine suizidale oder hospitalisierte Mutter.
Nun weiß ich auch nicht alles, vielleicht gibt es ja doch noch ein Präparat, das nicht in die Muttermilch übergeht, aber so etwas können nur spezialisierte Mediziner sagen; ggf. wäre embryotox noch mal eine Anlaufstelle.

Ich bin aber auch der Meinung, dass ein gewisser Babyblues nicht völlig unnormal ist (auch vor der Geburt schon) und du evtl. zuwarten kannst. Warte doch erst mal die Geburt ab.
Und wenn du jetzt und in den kommenden Tagen schon einen Plan schmiedest, dann kannst du den immer noch zusammen mit den Ärzten durchziehen, falls es dir nach der Geburt nicht gut geht. Allerdings wirst du dich beraten lassen müssen, welches AD da für dich infrage kommt, da bin ich völlig überfragt.

Schau auch mal bei ´schatten und licht´ und mache dich schlau - das sind Einrichtungen (Kliniken), die auf postnatale Depressionen spezialisiert sind und gute Konzepte haben; wir haben hier schon oft lobende Worte darüber gehört:
https://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/

Viele Grüße und alles Liebe für dich und das kleine Wesen in deinem Bauch :hug:
Jamie
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von FineFinchen » Freitag, 29.03.19, 11:43

Hallo katface,

in meinen Augen ist eine stabile Mama für ein Baby noch wichtiger, als Stillen (und ich hab selbst gestillt :-))

Bei Schatten&Licht habe ich schon mitgeholfen und ich habe dort sehr verständnisvolle Menschen kennengelernt, die nicht über Dich urteilen, sondern helfen.

Alles Liebe und Gute für Dich und das Baby (vielleicht ist es ja schon da?)

Melde Dich aber bitte hier, wenn wir Dir zur Seite stehen können. Du hast eine aufregende Zeit vor Dir. :hug:

Liebe Grüße
Finchen
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von escargot » Freitag, 29.03.19, 16:14

Liebe katface,

wie geht es dir?

Ich musste leider auch abstillen und man hat mich gezwungen Psychopahrmaka zu nehmen! Gut, wenn man es noch selbst entscheiden kann. Mein Mann hat damals auch mit einer Frau von Schatten und Licht telefoniert und ich auch (allerdings war ich bereits zu weit weg von allem und erinnere mich nur noch an skurrile Sachen, die ich da von mir gegeben habe). Besser, wenn man es schafft sich vorher Hilfe und Unterstützung zu holen!

Alles Gute für die Geburt und die Zeit danach mit deiner Tochter! Ja! Es wird aufregend!

escargot
DIAGNOSEN
02.2014-12.2016 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
01.2017-heute schizoaffektive Störung
05.2017-Schizophrenes Residuum

MEDIKATION
=> Bedarf max. 2 mg Tavor!

Täglich :
Olanzapin 2,5 mg, Risperdal 1 mg, Tavor 0,7 mg
400 mg Magnesium
Vitamin B12
....
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Annanas
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von Annanas » Samstag, 30.03.19, 7:19

Liebe katface :hug: ,
katface hat geschrieben:
Donnerstag, 28.03.19, 22:57
Bin jetzt über dem Termin (40+4) und leider jetzt doch psychisch ziemlich am Ende. Ich glaube ich schaffe das nicht ohne Medikament. Das gibt eine richtig heftige postpartale Depression.
Dh noch nicht, daß es dir nach der Geburt zwingend schlechter geht.
Gerade, wenn man über dem Termin ist u sich zudem Gedanken machen muß, wegen der Medikamenteneinnahme, ist es ziemlich normal, daß einen so eine Stimmungslage erwischt.

Ich bin 3 Wochen über dem Termin gewesen, hatte da aber noch keine AD genommen und war auch mit meiner Kraft, psychisch u physisch, ziemlich am Ende.
katface hat geschrieben:
Donnerstag, 28.03.19, 22:57
Was kann ich denn bloß einnehmen wenn ich stillen will? Bis zur Entbindung schaffe ich es noch, aber ich kann mir nicht vorstellen ohne Medikament zu leben. Das wird der Horror für mein Kind. (Noch geht's ihr gut, gar keine Auffälligkeiten)
Wenn es so sein sollte, daß du noch ein Medikament nehmen mußt u deswegen nicht stillen kannst, halte ich es auch für wichtiger, daß dein Baby in erster Linie eine stabile Mutter hat.

Es gibt viele Frauen, die aus anderen Gründen nicht stillen können bzw die Milch nicht ausreichend ist.
Das kommt zB bei Kaiserschnittgeburten sehr häufig vor - so erging es mir.
Meine Tochter hat sich trotzdem normal u gut entwickelt.
Bitte mache dir deshalb keine Gedanken.

Alles Liebe für euch, herzliche Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von katface » Dienstag, 16.04.19, 15:41

So Leute! Ich melde mich erstmal nur ganz kurz, bei Gelegenheit mal ausführlicher - danke für alle Antworten, ich hab sie gelesen!

Wollte schnell bescheid geben, dass ich vor 2 Wochen eine völlig unkomplizierte, schöne Spontangeburt hatte und vor allem: ein absolut KERNGESUNDES Mädchen zur Welt gebracht habe! Das betone ich deshalb so, weil sie bei den Untersuchungen tatsächlich als streberhaft bezeichnet wurde - 100% Sauerstoffsättigung und so, und der Vermerk "sehr fittes Kind!" im u-heft... Das freut mich natürlich sehr, nachdem ich mir solche Sorgen gemacht hatte.

Bis auf ein paar Heultage geht es mir sogar psychisch ganz gut!

Also erstmal Entwarnung in jedem Sinne...

Bis später! :)
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von Murmeline » Mittwoch, 17.04.19, 6:36

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die weitere erste Zeit! Die heulsusen Tage gehören dazu und du schaffst das. Auch jetzt leistet der Körper noch viel Arbeit bei der Umstellung nach der Geburt.

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Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Towanda
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von Towanda » Mittwoch, 17.04.19, 8:34

Liebe Katface,

ach wie schön - ein kleines, gesundes Mädchen! :party2: :party2:

Das läßt einen sicher alles vergessen, was vorher war.

Ich wünsche dir und Deiner Familie ein gutes Einleben mit dem neuen Erdenbürger!

LG Towanda
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31.07.19 - 2,70 mg Mirtazapin
28.08.19 - 2,30 mg Mirtazapin
26.09.19 - 1,95 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli - im August 2019 beendet
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

escargot
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von escargot » Mittwoch, 17.04.19, 14:30

Liebe katface

ja von mir auch die allerherzlichsten Glückwünsche zum gesunden Mädchen!

Hab damals auch viel geheult (mit meinem Sohn um die Wette übrigens!)

Aber es ist auch so schönes Wetter und lädt ein für ausgedehnte Spaziergänge mit dem Kinderwagen! Habt eine schöne Zeit! Alles Liebe!

escargot
DIAGNOSEN
02.2014-12.2016 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
01.2017-heute schizoaffektive Störung
05.2017-Schizophrenes Residuum

MEDIKATION
=> Bedarf max. 2 mg Tavor!

Täglich :
Olanzapin 2,5 mg, Risperdal 1 mg, Tavor 0,7 mg
400 mg Magnesium
Vitamin B12
....
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FineFinchen
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Re: katface: Schwanger + Venlafaxin: Absetzsymptome vs. Risiken durch Einnahme

Beitrag von FineFinchen » Mittwoch, 17.04.19, 21:42

Liebe katface,

ganz herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deiner Tochter :party2: :party2: :party2:

Das habt Ihr beiden toll gemacht!

Gott schuf die Welt mit grünen Bäumen,
mit hohen Bergen, Seen, die träumen.

Dann machte er Pause, es fehlte etwas
zum Lachen, zum Singen, zum Tanzen, zum Spaß.

Wer geht in den Wald, um Blumen zu pflücken?
Wen sollen die Berge, die Seen entzücken?

Und dann schuf Gott die Mädchen, die kleinen,
mit lustigen Locken, mit flinken Beinen;
mit offenen Augen für Wald und Flur -
die liebsten Geschöpfe in seiner Natur.

Und als er dann lächelnd sein Werk besah,
da sprach er zufrieden: „Ich wusste es ja,
die Liebe, das Glück, die Sonne, die scheint,
sind in so einem kleinen Mädchen vereint!“
unbekannter Verfasser

Seid herzlich umarmt! <3
Finchen
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