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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: wir sind bisher noch nicht zu einer tragfähigen Lösung gekommen und müssen unseren Aufnahmestopp daher leider länger als geplant aufrecht erhalten.

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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eradis
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eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Dienstag, 05.03.19, 20:35

Hallo Leute,

durch (wahrscheinlich) Belastungen habe ich 2008 starke Schlafstörungen bekommen. Hypochondrie, Ängste, Alpträume, wenig Schlaf nach 10h im Bett, immer weniger Schlaf, dann gar keinen mehr.

Mit Stilnox und Benzos ging es besser, aber die habe ich nie lange genommen. Dann gab man mir ambulant Trimipramin 40 Tropfen und Mirtazapin (1 Tablette). Da ich alleine lebte, habe ich mich in die Ängste weiter reingesteigert, der Schlaf wurde aber unter den AD besser. Irgendwann haben die 40 Tropfen nicht mehr gereicht und ich bin 2009 ins Krankenhaus. Dort sagte man mir nach zwei Wochen, sie hätten was besseres. Ich bekam bis zu 15mg Olanzapin und wurde mit 10mg entlassen. Schnell habe ich gemerkt, daß ich weniger brauche, und dosierte 7-14-Tage-weise schnell auf 2,5mg runter. So kam ich ohne größere Probleme jahrelang durchs Leben. Der Schlaf war komplett wieder so wie früher!!! Die Diagnose des Krankenhauses lautete schizotype / schizioide PS. Wie ich gerade erfahren habe, verursachen die aber keine Schlafstörungen, aber darum war ich doch da :x .

Während der Aufenthalte habe ich für kurze Zeit verschiedene Medikamente bekommen, wurde aber immer mit Olanzapin entlassen.

In den letzten zwei Jahren erhöhten sich meine Leberwerte, nachdem ich dauerhaft nun 5mg brauchte, um zu schlafen. Meine Psychiaterin meinte, Olanzapin würde die Leberwerte ASAT, ALAT nicht erhöhen. Der Hausarzt denkt doch. Hin und wieder nahm ich zusätzlich Lorazepam oder Diazepam für einige Tage und erhöhte Olanzapin ebenfalls auf 5mg, wenn die kleine Dosis 2,5mg vom Olanzapin wieder nicht gewirkt hat. In den letzten Jahren ging es also ziemlich hin und her.
Ich war mehrfach im selben Krankenhaus, man blieb bei Olanzapin. Woher die Schlafstörungen kommen, hat man nie untersucht, die Ärzte redeten von "psychoseähnlichen Erleben, aber keine Psychose". Ich werde nun bald eine Psychotherapie beginnen, um meine alten Erlebnisse zu verarbeiten. Ich hatte in meinem Leben viele Auffälligkeiten, z.B. Waschzwänge usf. oder habe einmal 2005 (belastetende Situation: unglücklich verliebt) eine Stimme gehört. Daher ging die Diagnose damals in Richtung Psychose, daraus wurde dann die oben genannte Persönlichkeitsstörung. Die Ängste gingen grossteils schnell weg (ich war immer ängstlich seit der Kindheit) und ich kam gut mit 2,5mg zurecht. Ich hatte also nur noch die Schlafstörungen, auch wenn ich langsam von 2,5mg Olanzapin weg wollte und mir immer Teile Abschnitt. Ich habe es viele Male versucht, aber noch einigen Tagen ohne Schlaf, wie soll das weitergehen?, nahm ich sie wieder.

Die letzten zwei Jahre gab es zwei Ereignisse (mir wurde übel in der Hitze und ich wurde in der S-Bahn "belästigt", dadurch nahm die Angst immer zu, kurz: ich kaum noch aus dem Haus, fuhr nicht mehr mit den Öffentlichen, das ging schrittweise, und ich habe durch negative Gedanken bewusst aber ungewollt die Ängste am Leben gehalten.

Im Januar ging es wieder nicht so weiter, ich nahm 7,5 Olanzapin ein und zusätzlich Lorazepam 0.5-1mg bzw. 5-10mg Diazepam. Der Schlaf war nicht gut.
Ich bin also derzeit wieder im Krankenhaus, allerdings in einem anderen wegen eines Umzug. Dort wurde die Gabe von NL sehr kritisch aufgefasst und besteht die Ansicht, daß bei Schlafstörungen am Besten keine Medikamente dauerhaft gegeben werden sollen, sondern Psychotherapie, Sport und Schlafhygiene viel wichtiger sind. Ich bekam etwa 2 Wochen noch 10mg Olanzapin auf eigenen Wunsch (von 7,5 aufdosiert), und konnte damit erstmals seit Wochen ganz ok schlafen, obwohl nicht so perfekt wie früher.
Die Leberwerte gingen natürlich rauf. Und so wollte ich, daß das Mittel abgesetzt wird, das haben die Ärzte hier, die nicht so in erster Linie für Medikamente sind, auch so gesehen. Also entschieden sie sich für (im Krankenhaus würden sie das so machen, ambulant langsamer) für eine Absetzung und dann Schlafverschiebung.

10mg auf 5mg sofort, dann 4 Tage diese Dosis.
Sonntag 0mg.
Sonntag habe ich dann nicht mehr geschlafen, was die Ärzte wegen den Rezeptoren auch erwartet hatten.
Montag-Dienstag: Schlafverschiebung startete mit einer Nacht durchmachen (absichtlich ohne Schlaf).
weitere Tage bis nächsten Dienstag: Schlafverschiebung. Diese hat angeschlagen (!!! warum?), ich schlief 4-8h, allerdings nicht erholsam. Das ist nun etwas länger her, ich bekam seit dem 17.02. keine Medikamente mehr.
Leider war der Erfolg nicht dauerhaft, ich schlief schlechter, aber fast zwei Wochen ohne Medikamente) und habe nun 3 Tage gar nicht mehr geschlafen.
Womöglich ist die Ursache für die Schlafstörung eine Angsterkrankung. Leider hat man nach 6 Wochen stationär noch keine gültige Diagnose, mit mir hat man schon eine erweiterte Diagnose gemacht, ist aber noch nicht am Ende. Auch wenn ich 7 Tage ohne Schlaf bin oder mehr, will man mir hier keine Medikamente mehr geben.
Ich könnte auf die Akutstation verlegt werden, allerdings ist das dort anstrengender (unruhiger) und womöglich werde ich da mit Medikamenten zugeknallt. Auch wird dort die Diagnose nicht so detailliert fortgeführt, wie es hier erfolgt ist und weiter erfolgt.
Ich wollte von Anfang an auf ein AD umgestellt werden, z.B. wieder Trimipramin. Das erfüllt man mir auf dieser Station aber nicht mehr, weil der Schlaf durch Schlafmittel nicht natürlich wiederhergestellt wird und ich wieder lernen soll, ohne zu schlafen, weil die Schlafmittel unnatürlich einem die Augen zu machen würden. Bei einer Angsterkrankung empfehlen sie eine Psychotherapie, auch bei Schlafstörungen, und in meinem Fall hat die 10-Jahre lange Einnahme von Medikamenten zwar das Leiden verringert, aber wahrscheinlich nicht die Schlafstörung beseitigt (oder ist das jetzt nur eine Entzugserscheinung, daß ich nicht mehr schlafe, die vorüber geht und bin sonst geheilt?).
Jetzt ist nicht klar, ob ich durch den Olanzapin-Entzug nicht schlafen kann (warum ging das die ersten 10 Tage mit 0mg so gut?), oder die alte Schlafstörung von 10 Jahren immer noch vorhanden ist bzw. die Grunderkrankung nur überlagert wurde und nicht behandelt.
Jetzt weiß ich nicht weiter. Meine ambulante Psychiaterin würde mir wahrscheinlich nach alter Diagnose eher zu NL raten, vielleicht könnte ich sie auch zu den AD bitten, ich glaube, sie hat mir diese früher auch verschrieben.
Ich könnte für kurze Zeit zur Akutstation, dort wieder mit AD schlafen, danach entlassen werden und endlich die Psychotherapie beginnen, falls das die Lösung ist. Aber es noch nicht klar, was die Ursache für die Schlafstörung ist. Leider gibt man mir, anders als anderen Patienten, keine Medikamente mehr, so könnte ich natürlich länger auf dieser Station durchhalten, die erweiterte Diagnose abwarten, und dann mit der Entlassungsmedikation mich krankschreiben lassen und eine Psychotherapie beginnen.

Olanzapin will ich nicht mehr nehmen, nur als letzte Möglichkeit, wenn nichts anderes mehr geht. Die Ärzte meinen, es dauere Wochen, bis die Rezeptoren sich wieder normalisiert haben. Wenn ich dann immer noch die Schlafstörungen habe...oh, Gott. Ich bin total kaputt, vollkommen erschöpft, jeden Tag wird die Erschöpfung schlimmer, wenn ich lese, das manche Monate nicht geschlafen haben, wird mir ganz anders. Wann ich wieder schlafen kann, wissen sie auch nicht, hier wird Wert auf Psychotherapie in Gruppen und Sport gelegt. Der Arzt hat mir schon vorher angekündigt, daß der Entzug hart wird. Von 10 auf 5mg fühlte sich im Kopf nicht so gut an, von 5mg auf 0 war kein Problem.
Durch schlechten Schlaf bin ich erschöpft, meine Haut juckt, dünner Stuhl, tagsüber ist mir kalt, abends warm, natürlich hundemüde, über Müdigkeit bin ich schon hinaus, totale Erschöpfung ist es, was ich spüre. Ich denke, die meisten körperlichen Symptome, die ich jetzt habe, sind zu 100% auf die Insomnie (Medikamenteninduziert oder Grunderkrankung?) zurückzuführen und nicht etwa den Entzug. So habe ich mich nämlich vor 10 Jahren ohne Medikamente auch gefühlt.
Wahrscheinlich werde ich die Ärzte bitten, mich auf die Akutstation zu verlegen. Allerdings gelange ich ja so von einer Abhängigkeit in die nächste. Das ist ein Teufelskreis. Wie komme ich da nur heraus? Sie wollen mit mir gemeinsam den Entzug durchmachen. Eigentliche eine gute Sache. Was denkt ihr? Was würdet ihr machen? Wie komme ich aus der Abhängigkeit raus?

Ich hatte schon früher Schlafstörungen, wenn ich etwas nicht verarbeiten konnte und belastet war. Seit dem schweren Jahren 2007-2008 ist es permanent. Da so viel passiert ist, ist es schwer, die Ursache herauszufinden. Am meisten mitgenommen hat mich der Verkauf des Elternhauses (gab mir stets Sicherheit) und alles, was damit zu tun hat. Deswegen hatte ich ab circa 2008 hunderte Alpträume, die mit dem Hausverkauf zu tun haben. Ich will nicht akzeptieren, daß ich nicht mehr zurück kann, das alles weg ist, was ich so geschätzt hatte. Aber ich muß, ich kann es nicht wieder bekommen, so wie es war. Das Leben ist schon sehr schwer ohne die Schlafstörungen für mich gewesen. Ich habe alles mit mir alleine abgemacht und mit niemanden fast 25 Jahre über Probleme und Gefühle geredet. Dabei bin ich äußerst sensibel. Heute bin ich offener.

Über 1-2 Stunden erholsamen Schlaf würde ich mich schon sehr freuen, weil ich dann wüsste, daß es aufwärts geht. Wie schätzt ihr die Situation ein? Was könnt ihr raten? Durchhalten?

Vielen Dank
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Re: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von 0816 » Mittwoch, 06.03.19, 0:02

Hallo eradis,
ich leider auch primär unter Schlafstörungen und habe mir Medikamentenfreiheit zum Ziel gesetzt. Das Vorgehen der Klinik ist hart aber eine wirkliche Chance. Meine Erfahrung mit Ärzten und Kliniken ist, dass der Weg meist über Medikamente gesucht wird und meine persönliche Erfahrung mit schlafanstoßenden Medikamenten ist die, dass wirklich dauerhaft wirksam nur Stilnox bzw andere Benzosdiazepine waren, die ich aber nach Jahrzehnten der Einnahme plötzlich nichtmehr im gewohnten Maße vertragen habe.
Ich fürchte, dass bei jedem schlafanstoßenden Medikament das Risiko besteht, dass es seine Wirkung über kurz oder lang verliert, was ja auch deine bisherige Erfahrung war. Insofern finde ich den Plan deiner Klinik wirklich interessant und würde dir empfehlen die Chance der Schlaflosigkeit unter ärztlicher Aufsicht zu nutzen solange es für dich körperlich und psychisch irgentwie tragbar ist.

Ich weiß selbst wie unerträglich schlaflose Nächte sind. Es ist einem aber auch dauerhaft nicht mit wenigen Stunden schlechtem Schlaf geholfen. Immerhin wirst du stationär kontrolliert. Ambulant ist es für mich unbeschreiblich schwer mehr als nur eine komplett schlaflose Nacht durchzuhalten. Bei mir kommen allerdings auch noch recht gravierende gesundheitliche Probleme hinzu, die so ein radikales Vorgehen erschweren würden. (namentlich häufige Hörstürze, die auch durch Schlaflosigkeit getriggert werden).

Du musst letztlich für dich entscheiden was dein Körper mitmacht und was nicht, denn Schlafentzug hat massive körperliche Folgen. Aber die Chance zum natürlichen Schlaf zu finden, ist eine sehr große. Sollte es dem Behandlungskonzept gelingen dir natürlichen Schlaf zu verschaffen, wäre es wesentlich wertvoller als medikamenteninduzierter.

Mit den von dir genannten Medikamenten habe ich keine Erfahrung und kann die somit auch nichts spezielles zum Entzug und zum Entzugstempo sagen. Die Tendenz ist aber, dass der Entzug sehr schnell und praktisch kalt erfolgt ist, was hier bei keiner Medikamentengruppe empfohlen wird. Allerdings hat auch das langsame Ausschleichen bei Schlafstörungen seine Tücken, weil nicht gesagt ist, dass eine geringere Dosis ein Mindestmaß an Schlaf erzeugt. Die Alternative zum klinischen harten Entzug wäre wohl dich auf der Akutstation einstellen zu lassen und dann zu versuchen dieses Medikament ambulant langsam auszuschleichen. Was für dich besser ist, kann ich dir leider nicht sagen. Hier werden sich sicher noch andere, erfahrenere Mitglieder des Forums bei dir melden, die die von dir entzogenen Medikamente kennen. Dauerhaft Mittel zum schlafen zu nehmen ist leider ein Tanz auf der Rasierklinge, der lange funktionieren kann aber bei den meisten Menschen irgentwann kippt.

Wie lange könntest du denn auf der jetzigen Station bleiben? Bei dieser Entzugsmethode halte ich es für unerlässlich, dass du solange auf der Station bleiben kannst, bis du zumindestens wieder etwas Schlaf bekommst. Wenn du mit dem Entzug unter Zeitdruck stehst, ist so ein radikales Vorgehen schwerer zu rechtfertigen.

Schlafverschiebung hat bei mir übrigens auch manchmal recht gut geklappt. Das Problem ist bloß immer dass man irgentwann einen festen Einschlafpunkt finden muss und einen stabilen Rhytmus und das ist leider sooo schwer. Ich schlafe derzeit mit meiner Restmedikation auch nur 3-4 die meisten Nächte und das immer erst in den frühen Morgenstunden aber es ist wenigsten etwas Schlaf.

MFG
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Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 mg Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
30.10.18 3,5 mg Diazepam, 7 Tropefen Atosil + 3 Bedarf
19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
26.12.18 2,0 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
17.01.18 1,5 mg Diazepam 7 Tropfen Atosil
xx.02.19 1,5 mg Diazepem 5 Tropfen Atosil
30.03.19 1,5 mg Diazepam 3 Tropfen Atosil
12.04.19 1,0 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
31.04.19 0,5 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
20.05.19 0 Diazepam 2 Tropfen Atosil --> Ich bin gespannt ob ich es durchhalte

eradis
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Re: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Mittwoch, 06.03.19, 13:57

Hallo 0816,

vielen Dank für deine Nachricht. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich habe jetzt 10 Tage schlecht und 4 Tage gar nicht geschlafen und bin am Ende. Ich habe mich heute entschieden, auf die Akutstation verlegt zu werden, die wirklich unangenehm sein wird. Ich habe hier alles mitgemacht, den Sport, die Gesprächstherapien, weil beide helfen sollen, aber ich fühle mich so erschöpft, als wenn ich stürbe. Ich hätte gerne, daß mir jemand sagen könnte, halten sie durch, es wird schon. Aber das weiß keiner. Es ist alles offen.

Ich weiß, daß die Ängste eine Rolle spielen. Aber auch, daß ich einfach nicht abschalten kann, ohne wirklich viel zu denken, mein Bewußtsein bleibt aktiv und so finde ich nicht in den Schlaf. Ich bin müde und erschöpft -- und doch geht es bisher nicht. So, als wenn der Körper unter Streß steht und noch im Alarmmodus ist, obwohl ich gar keine bewussten Ängste habe. Irgendetwas hält mich wach.

Eine Entzugserscheinung kann Schlaflosigkeit sein, aber da ich das auch vor der Einnahme hatte, ist nicht klar, ob das eine Entzugserscheinung, die wieder weg geht, oder ein Symptom der unbekannten Grunderkrankung ist, die erst therapiert werden muß.

Leider war es sehr schwer, sich zu entscheiden, wenn es mir immer schlechter geht und niemand sagen kann, wann ich wenigstens wieder etwas Schlaf finde. Natürlich würde ich es vorziehen, keine Medikamente mehr zu nehmen. Allerdings habe ich auch den Eindruck, obwohl Sport und Gruppen-Psychotherapie hier im Vordergrund stehen, daß die eigentlichen Probleme nicht oder nur ganz oberflächlich angegangen werden. Wenn die Grunderkrankung die Schlafstörung verursacht, ist für mich die aktuelle Therapie noch nicht wirksam und offen, ob sie das überhaupt je sein wird. Es wird mir ja auch deswegen eine Psychotherapie empfohlen, die aber natürlich erst so richtig ambulant stattfinden wird. Wenn das nur vom Entzug käme, würde ich natürlich versuchen durchzuhalten.

Ich konnte wirklich so lange auf der Station bleiben, bis die Therapie anspricht. Aber auch wenn ich die weiteren 7 Tage komplett nicht schlafen würde, gäbe es auf dieser Station keine andere Form der Therapie, die mir angeboten wird. Dieselbe nichtmedikamentöse Therapie würde mir beim nächsten Aufenthalt dann wieder gemacht werden. Aber dann will ich mit der Psychotherapie schon Vorarbeit geleistet haben.

Ich habe das nicht bis zum Ende durchgehalten und fühle mich schlecht. Fast 3 Wochen ohne Medikamente... Aber wer weiß, ob ich diese Zahl beim nächsten Mal überhaupt erreichen würde.

Ich habe mich nun für Trimipramin entschieden, weil ich das früher hatte, und es nicht so stark in den Schlaf eingreift. Bald werde ich verlegt und werde, sobald ich wieder schlafen kann, das Krankenhaus verlassen und die ambulante Psychotherapie beginnen. Ich hoffe, daß die Ängste dadurch ein bißchen runterfahren und ich besser schlafe. Dann muß das Trimipramin weg.

Vielen Dank
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0816
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von 0816 » Mittwoch, 06.03.19, 20:44

Hallo eradis,
zunächst mal mach dir keine Vorwürfe. Wenn du denkst, dass du einen Radikalentzug nicht hinbekommst ist es wahrscheinlich schlauer auf den Körper zu hören und die Sache langsamer anzugehen.
Wenn du stationär so eingestellt bist, dass du es ambualnt aushalten kannst, dann kannst du versuchen langsam auszuschleichen. Das ist zwar auch mit wenig Schlaf verbunden aber wenn es gut läuft kann man wenigstens die 0-Schlaf-Phasen verhindern. Sport ist natürlich bei fehlendem Schlaf sehr schwer durchzuhalten und du hast ja jetzt jedenfalls einen Ansprechpartner, wenn du einen ähnlichen Versuch später wiederholen möchtest.
Eine ambulante Psychotherapie ist auf jeden Fall eine gute Idee um Bewältigungsstrategien zu erlernen. Ich habe demnächst auch ein Gespräch bezüglich einer erneuten Psychotherapie (die letzte war vor 7-8 Jahren) und hoffe, dass mir diese dabei hilft dauerhaft schlafmittelfrei durchs leben zu kommen.
Ich hatte letzte Nacht eine gute Nacht mit mehr als 5 Stunden Schlaf und bin heute ein ganz anderer Mensch als die letzten Tage. Ich wünsche dir, dass es dir gelingt auf der Akutstation eine Dosis zu finden, die dich so viel schlafen lässt, dass du dich ein wenig erholt fühlst.

Wie gesagt, die Methode auf deiner bisherigen Station war radikal und ist sicher nichts für jeden. Ambulant kannst du ein viel langsameres Tempo anschlagen.

Ich drücke dir beide Daumen, dass du heute Nacht zu Ruhe kommst.

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Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
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Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 mg Diazepam, 6 Tropfen Atosil
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seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
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19.11.18 3,0 mg Diazepam, 7 Tropfen Atosil + 3 Bedarf extreme und Ohrprobrobleme
04.12.18 2,5 mg Diazepam 7 Tropen Atosil
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Jamie » Freitag, 08.03.19, 8:52

Hallo eradis, :)

deine Geschichte ist so lang und kompliziert, dass ich unmöglich auf jedes Detail eingehen kann.
Aber ich versuche zumindest das Wichtigste rauszupicken.

Ich bin selber seit 19 Jahren in allen Phasen, die möglich sind, schlaflos.
Von leichter Schlaflosigkeit über schwerste Insomnie, wo ich monatelang kaum schlief und kurz davor war zu halluzinieren und psychotisch zu werden.

Es ist zum einen festzuhalten, dass es einfach Menschen gibt, deren neuralgischer Punkt der Schlaf ist. Meistens war das schon immer so oder sehr lange so, oft auch schon in der Kindheit / Jugend.
Diese Menschen können sehr schlecht abschalten, grübeln viel, ihr ZNS ist übererregt, oft wälzen sie Ängste und Sorgen nachts und sie sind oft generell sehr pessimistisch und ängstlich etc.
Ich denke du gehörst sicher in diese Gruppe.

Ärzte versuchen dann mit Schlafmitteln, die sie geben und die dann auch toll wirken, aber innerhalb weniger Wochen abhängig machen (Schlaftabletten aus der Gruppe der Benzodiazepine) dagegenzusteuern bzw. sie verordnen sedierende oder müde machende Antidepressiva (zB Amitriptylin, Mirtazapin oder Trimipramin) oder diverse Neuroleptika. Diese kann man angeblich dann auch länger einnehmen, weil sie nicht süchtig machen, aber körperlich abhängig machen sie trotzdem und sie machen Nebenwirkungen und gerade Neuroleptika können irgendwann auch zu irreversiblen Schäden führen.

Alles daran ist Flickschusterei.
Es ist gut gemeint von den Ärzten, weil sie natürlich lindern und einem helfen wollen, aber natürlich können keine Psychopharmaka heilen! Niemals!
Sie können dir nie deine Schlafstörungen nehmen! Die sind immer da und wollen therapeutisch bearbeitet werden.
Und deswegen sind sie jetzt auch wieder mit voller Wucht da; sie waren ja nie weg!

Dass du erst jetzt nach 10 Jahren mal nach Therapie Ausschau hältst, ist wirklich traurig. :oops:
Das ist kein Vorwurf an dich, sondern ich finde einfach, dass dich deine Ärzte viel eher darauf hätten aufmerksam machen müssen.

Der Ansatz in der Klinik ist nicht falsch, aber die Durchführung völlig verkehrt.
Es ist wahr, dass durch Tabletten erzwungener Schlaf nicht natürlich ist und auch oft nicht so erholsam. Es ist auch wahr, dass man dem Körper die Chance geben sollte, das selber zu erlernen.
Aber wenn ein Mensch 10 Jahre lang Präparate wie Olanzapin genommen hat, braucht sein Körper und seine Seele Jahre!, um eben selbst wieder zu lernen, Schlaf von selber aufzubauen und zu regulieren.
Und darum ist es komplett irrsinnig zu meinen, man könne dich in eins zwei Wochen vom Planzapin entwöhnen und in 10,14 Tagen würde sich dein Schlaf wieder einstellen und normalisieren.
Ehrlich, das dauert Jahre und das können dir alle im Forum berichten, die wie ich von schwerer Insomnie betroffen sind.

Zudem kommt, dass du jetzt auch noch einen heftigen Olanzapinentzug an der Backe hast, der alle deine Symptome verstärkt und weitere verursacht. Ich denke schon, dass ein nicht unwesentlicher Teil deiner aktuellen Beschwerden vom Olanzapinabsetzen rührt.

Das Prinzip des Schlafentzugs (Nacht durchmachen) geht in Ordnung und bringt vielleicht eine Nacht etwas, ist aber nicht für dich geeignet, eben weil dein Körper lernen muss all die Feinheiten neu zu justieren, die es braucht, um natürlich in einen Schlaf zu gleiten.
Bislang hat das 10 Jahre lang die Chemie für dich gemacht.

Meines Erachtens solltest du die Klinik irgendwann verlassen und versuchen, das alles daheim in Ruhe durchzuziehen. Normalerweise würde ich dir empfehlen das Olanzapin niedrig wieder einzudosieren (denn davon bist du abhängig und geiert dein Hirn), dich zu fangen und dann ganz langsam über mehrere Jahre wirklich minimini Dosen wegzulassen und auszuschleichen.
In der Zwischenzeit lernt dein Hirn sich an die niedrigere Dosis anzupassen und kann auch schon erste Erfahrungen machen, wie es den Schlaf selber regulieren könnte.

Parallel muss unbedingt eine Therapie gemacht werden, um an deinem Schlafthema zu forschen und an deiner Ängstlichkeit.
Genau so wichtig ist es aber auch, dass du selber Methoden erlernst, wir du dich beruhigen kannst und aktiv entspannen kannst.

Ich selber habe das Karussell aus Psychotherapien, Medikamenten noch und nöcher, Schlaftablettenabhängigkeit etc. alles hinter mir - besser wurde es langsam (und der Prozess dauere Jahre und hält noch an), als ich akzeptierte, meine Insomnie nicht zu bekämpfen, sondern als Teil von mir zu akzeptieren.

Und als ich begann mich mit Methoden wie autogenes Training, Yoga, Reiki, Meditieren, Phantasiereisen, Bodyscan, Visualisierungsübungen mit Farben, Atemübungen, auch Beten, aktives Entspannen, PMR etc zu befassen, um meinen übererregten Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen.

Sollte die Eindosierung des Olanzapins wegen der schlechter Leberwerte (ja, das kommt sehr wahrscheinlich vom Olanzapin!) nicht möglich sein, ist zu schauen, ob du dich ggf. mit dem Trimipramin fangen kannst und dann daheim über Jahre einen Entzug machst, der sanft ist.
Dein durch den Schlafmangel übererregtes ZNS will sanft und liebevoll behandelt werden und keine Hauruckaktionen.

Ich hoffe es waren ein paar hilfreiche Anregungen für dich dabei.

Viele Grüße
Jamie
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von escargot » Freitag, 08.03.19, 18:00

Hallo eradis

und herzlich willkommen hier!

Aus eigener Erfahrung mit Olanzapin kann ich dir sagen, dass das krass ist, was die da machen in der Klinik! Du bist voll auf entzug und daher diese heftige Schlaflosigkeit. DAS kann unter Umständen auch psychotisch machen (so war es bei mir und ich habe dann immer freiwillig wieder höher doisiert)! Zumal die Rezeptoren auch einfach Zeit brauchen sich anzupassen wieder.

Wie Jamie schon vorgeschlagen hat würde ich wieder etwas eindosieren. Selbst ich merke, dass ich auch noch nicht bereit bin alles wegzulassen und es mir an adäquaten Bewältigungsstrategien mangelt. Dafür wäre Psychotherapie zumindest eine Option (auch gut gegen Ängste)! Was hast du sonst probiert?

Mir hilft auch ganz viel schreiben (Tagebuch) und malen und manchmal Körperübungen, Meditation und singen (heimlich unter der Dusche)! Duschen hilft auch!

Alles Liebe!
escargot
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Samstag, 09.03.19, 20:33

Hallo escargot,

ich bin ja jetzt in der dritten Woche und dachte, das Gröbste wäre geschafft. Ich hoffe auf Fortschritte in 1-2 Wochen. Es ist ja bei jedem anders, und die Horrorberichte von Leuten, die ebenfalls Zyprexa absetzen, müßen für mich ja nicht zutreffen... ich muß ja positiv denken. Für die im Krankenhaus ist das vollkommen ok, ein Medikament so schnell abzusetzen.

Aktuell bin ich bei 50mg Trimipramin und merke nix davon, außer natürlich einen beruhigenden Effekt, der hier auf der Akutstation auch gut tut, um etwas abzuschalten. Ich habe auch von einer Reizung des Nervensystems gelesen und das man lieber nicht zu viele Medikamente ausprobiert, sondern sich erst stabilisiert und dann ganz langsam runtergeht. Alles gut verständlich. Das Nervensystem muß sich ja auch wieder anpassen, ich habe ja gelesen, daß das dauert. Ein Ausweg wäre vielleicht dann doch, eine geringe Dosis Olanzapin zu nehmen. Ich behalte es im Hinterkopf.

Im Prinzip spricht nichts dagegen, wieder 2,5 - 5mg Olanzapin zwecks einer möglichen Stabilisierung einzudosieren. Ich würde eher zu 2,5mg tendieren. Dazu müßte ich aber erst die Ärzte hier überzeugen, den Versuch mit Trimipramin aufzugeben. Vielleicht würde Montag eher Trimipramin auf 75 oder 100 erhöht werden. Was jetzt richtig ist, weiß ich auch nicht. Und meinem Gefühl nach raten die Ärzte auch bzw. probieren viel aus. Zu Hause kann ich ja immer noch experimentieren :) Allerdings möchte ich natürlich nur nach Hause gehen, wenn ich auch wieder schlafe. Ich habe bisher gehofft, daß Trimipramin so wie früher wenigstens etwas hilft. Vielleicht habe ich durch den Radikalentzug etwas durcheinandergebracht.

Mit dem Olanzapin ist sehr seltsam. Auch vor den Medikamenten hatte ich phasenweise, später immer öfter, totale Schlaflosigkeit. Zusätzlich zum Olanzapin hat ja immer Tavor gut geholfen. Olanzapin ist ja auch ein Kracher. Ich hatte auch Melperon mal probiert (dann Kreislaufprobleme), was mich allerdings auch nicht zum Schlafen gebracht hat. Die ganzen Niederpotenten beruhigen nur, bringen mich aber nicht in den Schlaf. Schön länger habe ich das Gefühl, ohne Olanzapin geht es nicht mehr. Ich bin total abhängig davon. Sieht man ja auch daran, daß Trimipramin nicht richtig wirkt. Wenn der Körper also an Olanzapin gewöhnt ist, kann man Olanzapin, den Kracher, also nicht so einfach durch schwächere Medikamente ersetzen. Erst, wenn der Körper sich an das Weniger an Olanzapin gewöhnt hat, wird auch ein schwächeres Medikament ansprechen. Das ist ne ganz schräge Kiste, hätte ich das vorher gewußt, wäre ich nicht 10 Jahre an diesem Wundermittel drangeblieben. Und wie lange die Gewöhnung braucht, wäre mir natürlich heute ganz wichtig zu wissen, weil es bei der Entscheidung "bleiben bei Trimipramin" oder "Rückkehr zu Olanzapin" immens helfen würde.

Ich versuche jetzt tägliche Spaziergänge, auch zu Hause. Frische Luft, mehr Kontakt zu Menschen. Wenn ich Gedanken im Kopf habe, die wieder kommen, schreibe ich sie auf. Das hilft sehr. Auch mache ich manchmal Acem-Meditation. Und vor allem hilft mir Eure Unterstützung, sich nicht komplett alleingelassen zu fühlen. Am Ende bin ich es dann doch leider, der da durch muß...

Sport, vor allem Radfahren und Yoga möchte ich gerne im Anschluß machen, wenn der Schlaf etwas wiederkommt. Auch hätte ich Lust, im Fitnessstudio etwas zu Boxen, um meine Aggressionen endlich mal rauszulassen.

Heiß Duschen oder Baden ist momentan sehr wirksam. Vor allem, als mir noch so kalt war, hat mich das kurzfristig erfrischt und aufgeheitzt.

Nach wie vielen Wochen ist es denn noch sinnvoll, wieder mit einer geringen Dosis von Olanzapin anzufangen?

Vielen Dank!

Hallo Jamie,

Ich habe etwa 2009 eine Verhaltenstherapie gemacht, die mir aber auch nicht so viel gebracht hatte. Erstens konnte ich nicht über alle Probleme sprechen, und die dort durchgeführte Diagnostik konnte mein Schlafproblem nicht erklären. Nach Krankenhausaufenthalt und Tagesklinik war ich auch wieder stabil, sodaß die in der Verhaltenstherapie begonnene Aufarbeitung der Ängste für mich nicht mehr sinnvoll war. Ich habe die Therapie irgendwann abgebrochen. Die Therapeutin war zu jung und sagte mir nicht mehr zu.

Außerdem fühle ich mich nach wie vor hilflos, weil überall, wo ich war, keine Klarheit kommt, warum ich nicht mehr schlafen kann. Dann werden Medikamente gegebenen und es wird nicht mehr nachgeforscht. Ich hab immer gedacht, es gäbe keinen anderen Weg. Im ersten Krankenhaus wurde mir natürlich schon eine Psychotherapie empfohlen, die ich wie oben beschrieben auch gemacht hatte. Ich dachte mir, das war nix, und nahm dann gerne das Medikament ein. Welche Alternative blieb mir noch?

Meine Psychiaterin sagt, "vielleicht brauchen sie heute mehr", auf die Frage, warum 2,5mg früher so lange gereicht hatte. :D
Ich hoffe, daß meine Psychologin, mit der ich bald die Therapie beginnen werde, auch noch einmal ausführlich eine Diagnostik macht.

Was ich hier so in letzter Zeit gehört habe:
"Wir wollen Sie nicht-medikamentös behandeln und bieten ihnen keine Alternative an."
"Wenn Sie Medikamente wollen, gehen Sie nach Hause, Sie finden sicherlich jemanden, der Ihnen etwas verschreibt."
"Sie können alles haben [Krankheiten]"
"Wir geben nur dann Medikamente, wenn die Diagnostik es hergibt".
Auf die Frage, ob die Schlaflosigkeit vom Entzug kommt oder sozusagen von einer möglichen Grunderkrankung erzeugt wird, so etwas wie "zu viele Annahmen"...
Auf die Frage, wie lange es dauert, bis die Rezeptoren sich normalisiert haben und ich wieder schlafen kann: "wir wissen es nicht"...

Es war ja nicht nur ein Schlafentzug, sondern auch eine Schlafverschiebung (nach Schlafentzug 17-24 schlafen, dann jeden Tag eine Woche lang um eine Stunde nach hinten verschoben). Ich konnte wieder "normal" schlafen. Bin in 15 Minuten eingeschlafen. Ich habe keine Erinnerung, was ich da gemacht habe, ich kann mich nicht an Träume erinnern. Die Schlafqualität war allerdings eher so, als wenn ich gar nicht im Bett gewesen wäre. Dann ist es nach 10 Tagen wieder gekippt, sodaß ich seitdem wach bin.

Ich kenne das Forum schon von früher. Habe hin und wieder darin gelesen, und dachte mir, ich bin ein hoffnungsloser Fall. Daß bereits 2,5mg Olanzapin so gut wirkten, beruhigte mich, denn mir wurde gesagt, das wäre sehr wenig (Daß damit fast 50%? der Rezeptoren belegt werden, war mir nicht bekannt).

Als Entzugserscheinung hatte ich noch zusätzlich Muskelzuckungen vor 7 Tagen am ganzen Körper. Heute wieder, allerdings weniger.

Hallo 0816,

Danke für die Aufmunterung.

ja, den Radikalentzug habe ich ja im Grunde abgebrochen, dadurch, daß ich nun Trimipramin nehme, auch wenn das nicht so stark in den Schlaf eingreift, ist es natürlich wieder etwas, was der Körper irgendwann erwartet und man dann langsam (!!!) runterdosieren muß. Aber falls es jetzt noch die Tage wirken sollte, ist es positiv, dann kann ich durchhalten.

Wenn Trimipramin nicht wirkt, würde ich wohl wieder Olanzapin nehmen müssen. Es sei denn, und man weiß es ja nicht, daß ich vielleicht nur ein paar Tage später wieder gut schlafen kann. Wenn ich vor der Olanzapineinnahme nicht schon Insomnie gehabt hatte, wäre der Fall viel klarer.

Sorgen macht mir aber schon, daß, falls ich irgendeine Grunderkrankung habe, die die Schlafstörungen verursacht, aber bisher nicht diagnostiziert wurde, wie ich dann heilen kann -- mit oder ohne Medikamente. Jetzt wäre es gut gewesen, das zu wissen.

Meine Vermutung ist, daß ich einen Großteil der negativen Erlebnisse emotional nicht verarbeitet habe. Dann hat es irgendwann gekracht. Wie bei so vielen... ich hoffe, das ist nicht permanent und wird auch ohne Medikamente in Zukunft wieder...
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Jamie » Samstag, 09.03.19, 20:49

Hallo eradis :),

ich beantworte es dir ganz konkret
Nach wie vielen Wochen ist es denn noch sinnvoll, wieder mit einer geringen Dosis von Olanzapin anzufangen?
Ab 4 Wochen auf Null steigt das Risiko das Medikament nicht mehr zu vertragen, Nebenwirkungen zu bekommen oder gar paradox zu reagieren erheblich.

Man sollte nach Möglichkeit vorher zu einer Entscheidung gelangen und wenn die pro-Wiedereindosierung ausfällt, mit einer niedrigen Dosis beginnen und das dann auch zügig.
Ich würde nicht mehr als mit 1,25mg anfangen, aber das ist deine Entscheidung.
Aufdosieren kann man später immer noch.

Grüße
Jamie
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von escargot » Samstag, 09.03.19, 22:16

Hallo eradis,

Guck mal:
https://ajp.psychiatryonline.org/na101/ ... q93f1.jpeg

Ich würde es auch mit einer kleinen Menge wieder versuchen überhaupt an Schlaf zu kommen. Ich nutze die hier im Forum auch häufig verwendete Wasserlösmethode und das geht richtig gut

https://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=14698

Letztlich muss jeder da allein durch. Das ist wahr. Aber es ist dennoch von unschätzbarem Wert Unterstützung und Wegbegleiter zu haben!

Alles Gute Dir - egal, wie du dich entscheidest!
Erstmal eine gute Nacht (was machst du eigentlich, wenn du schlaflos bist?)
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12.03. nach 6 Tagen morgens Tavor 1 mg diese nun halbiert, sonst alles geblieben
22.03. 0,5 mg T + Bedarf, 1,5 mg Olanzapin, 1,5 mg Risperidon, 1 mg T
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Montag, 11.03.19, 13:56

Hallo escargot,

danke für die Graphik. Ich habe sie schon vor ein paar Tagen über die Forensuche gefunden. Das deckt sich mit meinem Empfinden, daß die Dosen 2,5mg und 5mg relativ am stärksten wirken. Die 7,5mg wirkt nie, ich muß sonst gleich auf 10mg gehen, um nach ein paar Tagen wieder in den Schlaf zu kommen.

Trimipramin 75mg hat kaum geholfen. Sie wollten heute 100mg ausprobieren. Ich lehnte ab. Ich bekomme heute Abend wieder Olanzapin mit einer geringen Dosis, etwa 2.5mg oder wie hier empfohlen, die Hälfte davon, das muß ich noch besprechen.

Ich habe Angst, daß mein Körper es nicht nur komplett verlernt hat, ohne zu schlafen, sondern auch, daß es vielleicht ausgeschlossen ist, es ihm wieder beizubringen. Diese Medikamente sind unnatürlich und greifen so stark in die Körperchemie ein wie kein anderer Stoff in der Natur, mit Ausnahme von Giften. Wir müßen uns vergiften, um in den Schlaf zu finden, ruhiger zu werden oder andere Qualen lindern zu können. Ich werde gerne Eure Hilfe annehmen, davon wegzukommen, und brauche nach meinem Empfinden wirklich kleine Dosisänderungen. [Edit: Habe gerade gelesen, daß es nicht gut ankommt, von Gift zu sprechen. Naja, die Dosis macht das Gift :D Es gibt Menschen, denen kurzfristig PP helfen und sehr schwere Fälle, die eine lange Zeit nicht ohne können. Ich hoffe, dieser Absatz ist trotzdem ok, wenn nicht bitte löschen. Danke. ]

Wenn ich schlaflos bin, liege ich im Bett. Ich weiß, das ist nicht gut. Aber würde ich aufstehen, 15m warten, und das Ganze wiederholen, würde ich dann zum Schlaf finden? Ich glaube daran nicht. Wenn ich mich anstrenge und Glück habe, schlummere ich. Von einfach nur liegen kann sich der Körper ja auch ein wenig erholen... wahrscheinlich der Grund, warum ich noch in einem guten Zustand bin.

Hallo Jamie,

Falls ich auf 2,5mg aufdosiere, könnte es tatsächlich sein, daß ich wieder zu etwas Schlaf komme. Aber falls nicht: soll ich die Tage soweit aufdosieren, bis der Schlaf wiederkommt? Oder es einfach so lange durchhalten, bis eventuell das ZNS wieder von alleine ins Gleichgewicht kommt? Denn durch weitere Medikation wird es ja nur weiter durcheinander gebracht.

Wie ich heute erfahren habe, würden mir die Ärzte auf der Akutstation auch keine Medikamente geben. Ich wäre noch "wach" und falls ich 3 Wochen gar nicht geschlafen hätte und trotzdem in diesem guten Zustand bin, würde man es nicht medikamentös behandeln. Ich werde wahrscheinlich nun die Tage mit Olanzapin entlassen und muß den Rest der Geschichte zu Hause durchstehen. Ich werde meinem Chef klarmachen, daß ich, so weit es geht, weiterhin nur von zu Hause aus arbeiten kann, bis sich mein Zustand stabilisiert hat. Das bißchen, daß ich arbeite, ist nicht so schlecht für mich und lenkt ab. Aber mein Körper ist geschwächt, ich kann kaum Sport machen. Das sehen die Ärzte natürlich nicht.

Paradox ist für mich, daß die Ärztin der vorherigen Station mir zum Schluß weisgesagt hat, daß sie eine psychische Krankheit als Ursache für die Schlafstörung vermutet. Wenn ich später auf die Station wiederkäme, würde man die Diagnostik weitermachen. Es gäbe noch "andere" Krankheiten, die Schlafstörungen als Folge haben... soweit ich verstanden habe, nicht Depression, Angst oder Schizophrenie, sondern etwas anderes... na vielen Dank auch, 7 Wochen umsonst. Als wahrscheinlichster Kandidat, der mir mitgeteilt wurde, komme aber eine Angsterkrankung in Betracht, ohne Gewähr. Ich bin gespannt, was im Entlassungsbericht steht.

Vielen Dank Euch!
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Montag, 11.03.19, 17:06

Hallo Leute,

vielen Dank für Eure Hilfe. Ich habe mich jetzt erst einmal breitschlagen lassen, bis Mittwoch weiterhin Trimipramin 75-100mg zu nehmen. 100 vielleicht schon heute (bei Bedarf), weil ich diese hohe Dosis noch nie hatte und das unbedingt im Krankenhaus und nicht alleine zu Hause machen möchte. Mittwoch werde ich entlassen und gehe zu meiner Psychiaterin. Ich bin jetzt schon so 4 Wochen ohne Olanzapin und hoffe, auf 2 Tage mehr oder weniger kommt es auch nicht drauf an, jedenfalls, egal -- ich bin bereit es zu riskieren.

Deutlich ist für mich geworden, daß das Absetzen hier auf keinen Fall so abgelaufen ist, wie es "im Internet" und insbesondere von Euch empfohlen wird. Besser wäre es gewesen, von Anfang an auf Euch gehört zu haben. Zu Hause kann ich das alles anders machen. Hier auf der Akutstation ist das Schlafen (mit Ohrstöpseln, die Ohren sind schon wund) natürlich auch nicht so angenehm und ich freue mich, endlich entlassen zu werden. Falls notwendig und falls wie erwartet Trimipramin nicht so viel bringt, ... und wenn meine Psychiaterin das Ok gibt, was sie wird :), fange ich dann alsbald mit einer kleinen Menge Olanzapin an. Vielleicht schreibt mir ja noch jemand, ob ich dann eher klein eindosiere und halte, egal wie der Schlaf ist, oder so hoch gehen sollte, bis der Schlaf wieder da ist. Aber das hat Zeit.

Danke für die Unterstützung!
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Montag, 11.03.19, 20:18

Hallo!

So, jetzt ging es mir heute Abend wieder sehr schlecht, habe dann heiß und lange geduscht, etwas besser nun. So wird das nix. Weil meine Psychiaterin morgen gut erreichbar ist, werde ich morgen früh schon das Krankenhaus verlassen. Leider kommt man mir nicht mehr entgegen, Olanzapin hier wenigstens eine Nacht anzusetzen, um zu schauen, wie ich es vertrage, vor allem, weil ich mich sorge, daß ich das Trimipramin, was sich von gestern Nacht noch im Körper befindet, sich vielleicht im Einzelfall mit Olanzapin nicht verträgt. Deswegen nehme ich heute Nacht wenigstens kein Trimipramin mehr. Morgen Abend dann Olanzapin. Vielleicht lade ich noch erfolgreich Freunde an, die übernachten, damit ich das Experiment nicht alleine mache. Aber es wird schon gut gehen. Schade, daß man mir hier im Krankenhaus nicht geholfen hat, mich sehr viel hingehalten hat, ich bin ja gerade auf Grund meiner schlechten Erfahrungen mit Melperon und Quietiapin (Kreislaufkollaps) extra ins Krankenhaus gegangen, damit die Einnahme von Medikamenten in einer kontrollierten Umgebung stattfindet. Da ich noch fit im Kopf bin und mir man höchstens eine leichte Müdigkeit ansieht, schätzt man mich total falsch ein. Alle tun das hier. Es ist zum verrückt werden, nur bin ich noch nicht verrückt genug.
Im vorherigen Krankenhaus nahm man meine Hilfeschreie zu Kenntnis, schaute dann noch 2-3 Tage, ob ich wirklich die ganze Nacht komplett wach bin, und hat dann *für diese Zeit* richtig entschieden, mir auch etwas härteres wie Olanzapin zu geben. Ich bin sehr enttäuscht von den vielen Wochen Aufenthalt. Ich hoffe, mit etwas Olanzapin schon wieder in den Schlaf zu finden. Dann habe ich noch für den Notfall Lorazepam da. Meine Psychiaterin weiß Bescheid. Wenn das auch nicht mehr wirken sollte, bin ich ratlos.
Ich hoffe, daß es nun gut geht, ich wieder schlafen kann und die Psychotherapie Erfolge bringt. Wenn das einige Wochen stabil bleibt, werde ich im Laufe der Zeit gerne Eure Erfahrungen beim Absetzen berücksichtigen.
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Jamie » Montag, 11.03.19, 22:47

Hallo eradis, :)

Trimipramin und Olanzapin sollten nicht gemeinsam eingenommen werden, sie können sich zentral verstärken und Überdosierungssymptome verursachen sowie die QTc Zeit am Herzen verlängern.
Es war goldrichtig, heute Abend kein Trimipramin mehr zu nehmen.

Diese Interaktion hört sich jetzt erst mal schlimm an, ist aber vor allem dann ein Problem, wenn die Dosen hoch sind. Wenn du morgen mit 1,25mg oder max. 2,5mg Olanzapin wieder einsteigst, wird dir da nichts geschehen.

Du kannst es hier gerne selbst noch mal überprüfen:
https://www.apotheken-umschau.de/Medika ... kungscheck
Da ich noch fit im Kopf bin und mir man höchstens eine leichte Müdigkeit ansieht, schätzt man mich total falsch ein. Alle tun das hier. Es ist zum verrückt werden, nur bin ich noch nicht verrückt genug.
Ich habe es zwischen 2005 und 2013 geschafft einen solchen Zustand fast permanenter Schlaflosigkeit so zu überspielen, dass weder im Studium noch Ausbildung noch Job (Apotheke) jemand wirklich mitbekommen hat, was mit mir los war.
Du glaubst nicht, zu was der Körper und die Psyche alles imstande sind!
Die Leute sind aus allen Wolken gefallen, als ich mich ihnen irgendwann anvertraut habe.
Was sie mitbekamen war meine Müdigkeit, dass ich oft schlecht aussah und oft krank war (insbes. Infekte), aber meine Leistung habe ich immer abgerufen.

Ich war damals in einem solch desaströsen Zustand, dass ich mich fühlte, jede Sekunde in einer Ecke einfach zusammenzubrechen und liegen zu bleiben und vor allem in meinem Hirn war nur noch Horror, Verzweiflung und Angst vor dem nächsten Tag.

Es ist schade, dass du nicht die Unterstützung bekommen hast, die du dir gewünscht hast.

Prinzipiell finde ich das Vorgehen ja gar nicht schlecht, auf Medikamente nur im Notfall zurück zu greifen, aber für dein Anliegen war das dann wohl der falsche Ansatz und kann auch nur bewältigt werden, wenn der Schritt der Akzeptanz bereits gegangen ist - ich vermute aber, dass du noch nicht so weit bist.
Die Insomnie ist noch sehr nebulös für dich und nun ist es vielleicht wirklich erst einmal an der Zeit, den Notfallmodus anzuschalten und zu schauen irgendeine Medikation zu finden, die dir etwas Schlaf und Ruhe ermöglicht.

Alles Gute
Jamie
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Dienstag, 12.03.19, 16:24

Hallo,

ja, zu gehen ist natürlich echt doof. Aber ich stehe voll hinter der Entscheidung. Wenn ich mich für weitere 60 Jahre Leben ohne Schlaf entscheiden muß, oder vielleicht Monate oder gar 10 Jahre mit Olanzapin, dann wähle ich lieber den tiefen Schlaf mit Olanzapin. Denn so habe ich noch wenigstens Kraft, mich selbst zu verwirklichen. Man weiß ja nie, wie lange die Leber das noch mitmacht. Zur Not weiß ich nun, daß *nur* hochdosiertes ab 100mg Trimipramin helfen könnte und es wahrscheinlich auch ansonsten keine langfristige Lösung mit Medikamenten gibt, es sei denn, ich will abhängig von Benzo und Z-Medikamenten werden. Und klar, ich mach mir damit das Hirn kaputt.

Ich kenne mich gut. Ich habe in den Jahren viel analysiert. Ich weiß, was mich belastet hat. Warum die Schlafstörung aber permanent geworden sind, kann ich nur damit erklären, daß ich meine Traumata nicht aufgearbeitet habe. Vielleicht wird das noch was, ein paar Stunden Schlaf sind mein Ziel. "Anfang" 2008 habe ich noch tief und fest 10-12h geschlafen. Im Prinzip weiß ich, daß der Körper das auch wieder erreichen kann. Wieso sollte es permanent sein? Das kann ich nicht glauben! Es sei denn, die NL haben wirklich was kaputt gemacht.

Nur: der Weg wird schwer und nebulös. Ich mußte schon mein Tinnitus nach Jahren akzeptieren, obwohl der mit 40-50db schreit. Aber so lange es eine Alternative gibt, werde ich niemals sagen, es ist in Ordnung 7 Tage oder mehr nicht zu schlafen. Auch wenn mich das nicht umbringt. Und wenn die letzte Alternative ein Medikament ist, dann ergreife ich diese Gelegenheit. Ich war mehr als 9 Monate ohne Medikamente unterwegs und habe nicht geschlafen! Ich war am Ende. Ich habe vielleicht in der Zeit 5 Tabletten Diazepam und ne Stange Stilnox ausprobiert, die zumindest etwas Schlaf brachten. So etwas will ich nicht noch einmal erleben und werde es keinesfalls akzeptieren :) Das muß natürlich jeder selbst wissen, und ich finde das super, wenn jemand auch ohne Erfolge hat. Das will ich ja auch :)

Unser Ende kommt irgendwann, wir haben das alle nicht unter Kontrolle. Ich weiß, daß ich 10 Jahre wieder so wie früher schlafen konnte und das ist mir viel wert.

Ach ja, wie ich gerade die Einheiten umgerechnet habe... die Leberwerte waren auch mit 10mg nicht kritisch, sondern nur leicht über dem Grenzwert. Habe ich mir anders vorgestellt und zuviel Panik geschoben. Aber ich bekam ja etwa 1 Woche 10mg und etwa 4 Wochen 7,5mg -- vielleicht wäre es irgendwann noch rauf gegangen. Wahrscheinlich sogar...

----

In dieses Krankenhaus kann ich jedenfalls nicht zurück, so lange ich nicht bereit bin, ohne Medikamente ruck-zuck zu leben.

Ich habe den Entlassungsbrief zweieinmal gelesen und inzwischen mit Notizen versehen für die weiterbehandelnden Ärzte und Psychologen, weil da vieles falsch wiedergegeben ist.
Am Ende "unterstellen" sie mir eine subjektive Schlafstörung, sehen keine Indikation für Medikamente und beklagen Mißbrauch von Hypnotika und Sedativa.
Ganz toll Jungs... Ich würde es ja als Meinung von vielen akzeptieren, wenn die das diagnostisch abgesichert hätten. Aber da ich die Diagnostik ja nach 6 Wochen wegen Erschöpfung abgebrochen habe, sind sie bei der schizoiden Persönlichkeitsstörung geblieben. Überprüft wurde das natürlich nicht, weil die Ärztin sich erst einmal auf Krankheiten konzentrieren wollte, die Schlafstörungen auslösen, was ich im Ansatz natürlich sehr gut fand.

Meine Psychiaterin ist verständnisvoll. Das Vorgehen des Krankenhauses versteht sie indes nicht. Da sie mir Olanzapin schon Jahre verschreibt, hätte sie es gerne gehabt, daß man auch ihre Meinung gefragt hätte. Ihre Ansicht ist die, auch wenn es nicht typischerweise für Schlafstörungen verschrieben wird, in meinem Fall wurde ja viel ausprobiert, und wenn es Linderung verschafft, möchte sie auch so einen Hammer wie Olanzapin verschreiben. Ich bin ihr dafür dankbar, daß sie mich nicht im Regen stehen läßt. Ich hatte schon Angst!

Die Aufdosierung werde ich langsam angehen. Bis Dienstag bin ich noch krankgeschrieben. Vielleicht ist es bis dahin schon erträglicher. Und klar, hoffe ich immer noch, davon wegzukommen. Aber ich war jetzt viele Wochen krank und will meine Arbeit nicht verlieren.

Ich werde hier weiterhin Euch schreiben, wie es mir geht. Vielen Dank an alle!
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Raito » Mittwoch, 13.03.19, 12:38

hallo.

ich habe sehr schnell abgesetzt. innerhalb von 2 monaten von 5mg olanzapin auf 0mg.
ich habe jetzt seit dem ich mit dem absetzten begonnen habe bis jetzt fast 9 monate teils heftige schlafprobleme.
die ersten wochen waren krass. oft nur 1-2 stunden geschlafen oder gahrkeinen schlaf gefunden.
dan wurde es eine zeit besser und jetzt seit fast 5monaten wache ich fast jede nacht total durchgeschwitzt auf und kann dann oft nicht wieder einschlafen. aber ich lehrne im moment mich nicht so verrückt zu machen. im moment stehe ich dann immer auf trinke und esse was. und wenn ich dann nach 1 stunde merke ich werde wieder müde dann geh ich nochmal für 3-5 stunden ins bett und schlafe dann echt ganz ok.
aber es ist schon besser geworden.
zur zeit kann ich fast wieder normal einschlafen.
und die tage wo ich durchschlafe und aufwache mit dem gefühl gut geschlafen zu haben werden auch mehr.

nicht aufgeben.
nur mut du schaffst das
immer schritt für schritt.. hör auf die leute hier und mach es nicht wie ich so schnell.
lg
raito

sorry ich habe mir nur dein ersten post durchgelesen. bin grad sehr im stress aber wollte nur das nur kurz schreiben.
alles gute

wenn du fragen hast schreib mir eine PM. vielleicht können wir uns ja helfen.
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Nach 1-2 Jahren Citalopram abgesetzt
( Laut meinem Arzt wurde in den letzten jahren festgestellt das Olanzapin und Citalopram sich nicht vertragen, war damals 2007 anscheinend nicht bekannt )

Und Olanzapin auf 5mg reduziert.

Ich habe leider im moment nicht die genauen Zeitdaten ( werde ich nachtragen wenn ich sie weis )

Ca 2015+ Schizoaffektive Störung ,Zwangsstörung, depression

mitte 2018 Sertralin nach 3 wochen abgesetzt
kurze zeit später mit dem absetzten von olanzapin begonnen.

13.07.2018 erster tag 0 mg Olanzapin

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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Dienstag, 26.03.19, 12:03

Hallo alle,

was ist passiert? Ich habe nach der Entlassung nach Absprache mit meiner Psychiaterin gleich wieder mit Olanzapin begonnen und mir geht's seit dem 1.-2. Tag der Einnahme, auch wenn ich kaum bis gar nicht schlief, körperlich viel besser. Es waren also teilweise Entzugssymptome. Ganz schön heftig! Fast kriminell.

Ich bin aktuell wieder bei 10mg und schlafe trotzdem nicht :(. Da hast du, Jamie, leider recht gehabt :). Die 4 Wochen waren ja gerade vorbei, als ich wieder angefangen habe. Ich hoffe, der Schlaf kommt später... Ich muß ja positiv denken!

Ab und zu 1mg Tavor hilft sehr, dann schlafe ich etwa 5 Stunden. Naja, im Krankenhaus früher habe ich auch mal bei 10mg Olanzapin (+Pipamperon) etwa 2 Wochen gebraucht, um dann mit einem Mal wieder perfekt schlafen zu können. Versteh einer mein Gehirn! Ich habe am Samstag wieder einen Schlafentzug durchgemacht. Die folgende Nacht bin ich dann mehrmals eingeschlafen. Und aber auch schnell wieder aufgewacht. Das hat nicht angehalten, heute Nacht schlief ich wieder nicht.

Eine Therapeutin, die Verhaltenstherapie macht, hat zusätzlich noch eine kurze Diagnostik zu Ängsten, Depression und Persönlichkeitsstörungen gemacht. Ergebnis: Insomnie und leichte Ängste mit Vermeidungsverhalten (Agoraphobie), ansonsten *keine* psychischen Symptome. Da war sie überrascht. Ich habe mir nun das Buch "Insomnie: Schlaflosigkeit Ursachen, Symptomatik und Therapie" von Göran Hajak gekauft, es wird bald geliefert. Ich konnte über Google einige Seiten lesen und stelle vorläufig fest, daß für mich die "psychogen-psychoreaktive Insomnie" in Betracht kommt. Die Therapeutin empfiehlt, eine Psychoanalysetherapie zu beginnen, ich kümmere mich gerade um einen festen Platz.

Die Therapeutin und mein Hausarzt empfehlen mir, ein Schlaflabor aufzusuchen, weil nicht klar ist, ob ich nur subjektiv nicht schlafe oder objektiv. Naja, für mich ist eigentlich klar, daß ich eine objektive Schlafstörung habe. Mich an ein EEG anzuschließen hätte die Ärzte im letzten Krankenhaus theoretisch auch durchführen können, es ist sehr bedauerlich, daß das nicht erfolgt ist. Ich werde auf keinen Fall wieder so ein schnelles Absetzen von Olanzapin mitmachen. Und natürlich ist ja gerade für das Schlaflabor interessant, wie ich ohne Olanzapin schlafe. Andererseits ist jetzt trotz 10mg Olanzapin ein guter Zeitpunkt, weil ich ja trotzdem nicht schlafe.

Mein Hausarzt meinte im Gespräch, daß man Benzos früher einfach so verschrieben hat und erst später gemerkt hat, daß sie abhängig machen. Es würde erste Anzeichen geben, daß auch Olanzapin abhängig mache. Tolle Aussichten!

An ein Absetzen von Olanzapin ist meiner Meinung nach jetzt nicht zu denken. Ich hoffe, daß der Körper sich in einigen Tagen (und Wochen) auf die 10mg gewöhnt und die Dosis wie früher überraschend anfängt, zu wirken. Das kann jeden Tag passieren. Ich habe noch Hoffnung.

Ich bin nachher bei meiner Ärztin und werde mit ihr besprechen, ob ich jetzt mal 10 Tage Tavor einnehme, um mich erst einmal wieder in den Schlaf zu bringen (hat früher oft geklappt) oder sie noch eine andere Idee hat. Tavor nur ab und zu einzunehmen hat bisher noch nie eine Stabilisierung erwirkt (immer nur für eine Nacht).

Alles sehr ärgerlich. Aber ich bin noch am Leben! Und werde kämpfen!

Hallo Raito,

vielen Dank für deine Nachricht. Im Moment liegt mir sehr viel daran, wieder schlafen zu können. Es tut mir leid, daß es dir auch so schlecht geht. Wenigstens bekommst du etwas Schlaf und bist von dem Medikament weg. Es kann ja mit dir nur besser werden. Ich habe dir noch keine PN geschrieben und will dir hiermit für deine Unterstützung danken. Im Moment will ich natürlich nicht absetzen. Ich werde später auf dich zurückkommen. :)

Vielen Dank
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von escargot » Mittwoch, 27.03.19, 21:39

Hallo eradis!

Nach meinen Erfahrungen und auch den wissenschaftlichen Erkenntnissen würd ich das nicht machen mit dem Tavor Zum schlafen (weiß und du siehst es in meiner Signatur, dass ich selbst das auch gemacht habe und noch mache!)

ABER Tavor macht sehr leichten, oberflächlichen Schlaf und man kommt nicht wie bei „normalen“, gesunden Schlaf REM-Phasen in einer Nacht und ist trotzdem nicht allzu leistungsfähig am nächsten Tag. Und was vielleicht noch gravierender ist, dass es eine Art Schlafrebound gibt beim Absetzen oder Reduzieren des Tavors, der mit vermehrten Alpträumen verbunden sein kann!!! Das ist jedenfalls womit du rechnen musst und die Gefahr eine Abhängigkeit zu riskieren! Auch wenn ich dein Leiden verstehen kann, würde zumindest ich mich hinlegen und Podcasts hören und Atemübungen machen. Es gibt eine Übung, da zählt man beim Einatmen bis vier und beim Ausatmen bis sechs und da beruhigt man sich nach einer Weile so, dass das ein bisschen wie Schlafen ist. Auf jedenfalls sehr tiefgründiges Ruhen!

Und vielleicht wirkt das Olanzapin ja auch noch?
Empfinde auch das als extrem schwer zum Ausschleichen eben weil es Schlaf (und Appetit) macht.

Liebe Grüße und eine Mütze voll Schlaf!
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MEDIKATION
=> Bedarf max. 2 mg Tavor!

Täglich :
Olanzapin 2,5 mg, Risperdal 1,5 mg, Tavor 0,8 mg
400 mg Magnesium
Vitamin B12
....
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01.01.19 0,8 mg O, 1,5 mg Risperdal, 1 mg T
Schlafprobleme
02.01. über Stunden vernichtende Stimmen (verschwanden bei Brockenwanderung)!!
ab 17.01. 14,6 mg CBD-Öl
ab 20.01. 44 mg CBD-Öl
ab 27.01. immer wieder anfliegende Angstzustände ohne Extra-Tavor weggeatmet, erschöpft
08.02. 0,8 mg O, 1,6 mg Risperidon, 1 mg T
13.02. 0,8 mg O, 1,5 mg Risperidon, 1 mg T
26.02. nach 5 Tagen morgens Tavor 1 mg jeweils diese nun halbiert, sonst alles geblieben
sehr unruhig, kalter Schweiß, BläSse, Übelkeit, reizsensibel
01.03. keine Morgentavor mehr! :)
07.03. zusätzlich morgens 1 mg Tavor + 1 mg Bedarf
12.03. nach 6 Tagen morgens Tavor 1 mg diese nun halbiert, sonst alles geblieben
22.03. 0,5 mg T + Bedarf, 1,5 mg Olanzapin, 1,5 mg Risperidon, 1 mg T
28.03. Synkope, Angstzustände
29.03. 0,25 mg T, 1,5 mg O, 1,5 mg R, 1 mg T
Muskelschmerzen, DP/DR
01.04. CBD-Öl abgesetzt
09.04. 0,25 mg T, 2,5 mg Olanzapin, 1,5 mg R, 1 mg T
12.04. angefangen CBD zu rauchen
15.04. morgendliche Tavor 0,125 mg
18.04. morgendliche Tavor NULL! Angst, Unruhe, kalter Schweiß, Übelkeit
19.04. CBD-Rauchstopp
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Schlafprobleme, Muskelschmerzen
15.05. Tavor 0,8 mg
starke Dissoziationen, Angst, Muskelschmerzen
12.06. 2,5 O, 1,25 Risperdal, T 0,8

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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Mittwoch, 03.04.19, 17:42

Guten Abend, das ist mein vorläufiger
Fahrplan:

Wie soll es weitergehen? Ich bin morgen wieder bei meiner Ärztin.
Ich würde jetzt 1-2 Wochen warten, ob die 10mg Olanzapin vielleicht doch noch wirken. Damit ich wenigstens manchmal in den Schlaf komme, nehme ich selten Tavor. Alternative: eine Nacht durchmachen wirkt fast so gut wie 1mg Tavor. Ich kann aber ja nicht 3x/Woche die Nächte durchmachen... Eine vollständige Schlafverschiebung habe ich bisher ambulant noch nicht geschafft.
  • Falls das Olanzapin bald wirkt, ist ja alles gut, dann hoffe ich, bald auch mit einer niedrigeren Dosierung davon wieder klarzukommen.
  • Falls das Olanzapin nicht wirkt, kann man auf 15mg hochgehen. Wenn das wirken sollte, hoffe ich, daß ich das später wieder reduzieren kann auf 5mg. Damit könnte ich dann erst einmal gut leben. Allerdings ist der Leberwert ALAT schon bei 90 U/l (Grenzwert 45 U/l). Vielleicht geht es bei den 10mg jetzt im Laufe der Zeit noch weiter hoch, 15mg wäre vielleicht schon zu viel, ich will meine Leber ja auch nicht kaputtmachen.
  • Falls das Olanzapin nicht wirkt, brauche ich es i.A. auch nicht mehr. Dann würde ich es langsam wieder absetzen, bloß diesmal wirklich langsam. Vielleicht komme ich gut mit 2,5mg-Schritten ersteinmal wieder auf 5mg, und dann würde ich die Wasserlösemethode verwenden. Da Olanzapin nicht mehr wirkt, bräuchte ich einen Ersatz, der sich mit Olanzapin verträgt. Das wäre z.B. Tavor, ich habe in einem Buch gelesen, daß man ein "Schlafmedikament" 2-3x pro Woche an festen Tagen einnehmen kann, läuft z.B. unter dem Namen "Kontrollierte Bedarfsintervalltherapie". Ich weiß nicht, ob man das mit Tavor machen sollte, oder vielleicht Stilnox u.ä. probieren könnte, egal was, es muß nur wirken und mit Olanzapin verträglich sein.
  • Wenn ich dann auf 0mg Olazanpin bin und durch das langsame Ausschleichen hoffentlich keine Nebenwirkungen mehr habe, kann man ja noch einmal schauen, ob nicht vielleicht doch Trimipramin/Mirtazapin als Kombination wie früher funktionieren könnte. Oder was anderes. Da ist dann wieder alles offen.
Was haltet ihr von der Bedarfsintervalltherapie mit Tavor oder Stilnox? Wie lange kann man dann so fortfahren? Gibt es dann immer noch die Gefahr der Abhängigkeit?

Ich habe jetzt einen Psychoanalyseplatz, es geht langsam los, weil der Therapeut terminlich voll ist. Ich kämpfe noch und bin noch lange nicht bereit, die Schlaflosigkeit zu akzeptieren. Ich bin sicher, daß sie ihren Grund hat. Wenn ich den Grund herausfinde und beseitige, sollte der Schlaf langsam und natürlich wieder kommen. Vielleicht ist es zu spät, aber ich will die Hoffnung noch nicht aufgeben! Es ist sehr schade, daß durch das Absetzen vom Olanzapin jetzt nach der Wiedereinnahme keine schlaffördernde Wirkung mehr stattfindet. Kann sich wahrscheinlich keiner erklären, ist aber so.

Ziel für mich ist, stabil schlafen zu können, damit ich die Psychotherapie erfolgreich meistern kann. Ich denke, die Ursache für die Schlafstörung liegt mehr oder weniger vergraben. Vielleicht kann man die Gründe nicht mehr ändern. Ich würde z.B. gerne aus dieser Stadt und zurück in meine Heimatstadt ziehen, allerdings wieder in das Elternhaus, was nun verkauft ist. Das habe ich noch nicht verkraftet.

Im September habe ich einen Termin im Schlaflabor. Wahrscheinlich nur das 1. Gespräch, keine sofortige Aufnahme. Der Arzt ist Neurologe/Psychiater und behandelt auch nicht-organische Ursachen.

Hallo Escargon,

ich habe auf deinen Rat gehört und am 2. Tag nur noch 0,5mg Tavor genommen. Seitdem versuche ich es ohne. Gestern wegen einer Erkältung habe ich es einmal wieder genommen. Ich habe von Sa-So noch einmal eine Nacht durchgemacht, und habe dann von So-Mo ganz ok geschlafen, jedenfalls war ich weg und es war auch erholsam. Bin jetzt dafür erkältet, weil das natürlich den Körper streßt :o Man kann nicht alles haben. Der Schlaf mit Tavor ist soweit auch noch erholsam genug -- so gut wie früher wahrscheinlich nicht. Ich weiß, daß du aus eigener Erfahrung Tavor kritisch gegenüber stehst. Abhängig davon will ich auch nicht werden. Aber ab und zu muß ich doch auch schlafen.

Hallo Jamie,

ich wollte mich bei dir erkundigen. Du bist frühverrentet worden. Schläfst sehr wenig. Das muß doch total verstörend sein.
Jamie hat geschrieben:
Mittwoch, 30.11.16, 21:33
Ich schlafe immer noch nicht gut oder kaum, aber es kann mich nicht mehr so angreifen. Ich liege ruhig da; nicht panisch oder verstört.
Ich kämpfe darum ins Leben zurückzufinden.
Wie ist das heute? Hat sich das seit dem du das geschrieben hast, verbessert?
Jamie hat geschrieben:
Montag, 11.03.19, 22:47
Ich habe es zwischen 2005 und 2013 geschafft einen solchen Zustand fast permanenter Schlaflosigkeit so zu überspielen, dass weder im Studium noch Ausbildung noch Job (Apotheke) jemand wirklich mitbekommen hat, was mit mir los war.
Du glaubst nicht, zu was der Körper und die Psyche alles imstande sind!
Die Leute sind aus allen Wolken gefallen, als ich mich ihnen irgendwann anvertraut habe.
Was sie mitbekamen war meine Müdigkeit, dass ich oft schlecht aussah und oft krank war (insbes. Infekte), aber meine Leistung habe ich immer abgerufen.

Ich war damals in einem solch desaströsen Zustand, dass ich mich fühlte, jede Sekunde in einer Ecke einfach zusammenzubrechen und liegen zu bleiben und vor allem in meinem Hirn war nur noch Horror, Verzweiflung und Angst vor dem nächsten Tag.
Ich kann das leider absolut nachvollziehen.
Jamie hat geschrieben:
Mittwoch, 30.11.16, 21:33
Wenn Leute behaupten, der Körper holt sich seinen Schlaf irgendwann schon, ist das gelogen - zumindest aus meiner Erfahrung.
Richtig, scheint bei mir auch so zu sein. Zumindest ohne Therapie geht es nicht. Schlafentzug hat jetzt 3x schon geholfen.

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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Mittwoch, 03.04.19, 19:13

Hallo escargot!

noch ein Nachtrag: ich komm ohne Tavor gar nicht in den Schlaf. Und das liegt nicht daran, daß ich schon abhängig vom Tavor wäre. Denke ich *g*

Als ich das erste Mal wieder 5mg Olanzapin genommen hatte, habe ich die 1. Nacht etwas geschlafen. Dann wieder alle weiteren nicht. 7,5mg bringt genau gar nichts. Dann das selbe Spiel später mit 10mg. Ich bin ja total froh, daß ich mit Tavor überhaupt noch in den Schlaf komme. Daß man das nicht ständig nehmen kann, sehe ich und meine Ärztin genau so. Danke für deine Rücksicht.

Ja, warum ich das Olanzapin gerade noch einnehme, weiß ich allerdings nicht *g*. Aktuell merke ich davon nichts. Letzte Woche war ich an einem Abend sehr müde. Hab gedacht, ok, gehst du ins Bett. Ich war ruhig und entspannt. Bin ich eingeschlafen? Nein. Ich hatte weder Gedankenkreisen noch war ich aufgeregt.

Es gab schon häufiger Phasen, wo Olanzapin nicht mehr gewirkt hatte. Dann wurde meist das Olanzapin erhöht oder ich habe ambulant ein paar Tage mit Tavor ergänzt. Jetzt bin ich allerdings schon bei 10mg, da ist es wohl nicht sehr sinnvoll, weiter zu erhöhen. Durch den 4-Wochen-Entzug muß sich was im Hirn verändert haben.

Ich habe im September einen Termin beim Schlaflabor der Charité. Der Herr Veauthier ist spezialisiert auf Schlafmedizin und soll auch psychosomatische und psychiatrische Schlaflosigkeit behandeln. Falls (hoffentlich) ich da aufgenommen werde, wird man ja im EEG sehen, ob ich mir alles nur einbilde, wie die im neuen Krankenhaus meinen...

Ich gehe jetzt jede Woche zur Massage (diese Woche bin ich ja leider erkältet). Ich lag also letzte Woche eine ganze Behandlungsstunde auf dem Stuhl und es kam mir wie 10-15 Minuten vor. Vor ein paar Tagen lag ich für etwa 3h im Bett und habe mir vorgenommen, aufstehen, wenn ich nicht einschlafen kann. Es kam mir auch höchstens wie eine halbe Stunde vor, nicht wie ganze 3 Stunden. Diese verzehrte Zeitwahrnehmung habe ich aber nur, wenn ich die Augen schließe und mich entspanne. Es ist schwer für Außenstehende zu erklären, was ich da drei Stunden nun gemacht habe. Da denkt ja jeder auch, naja, vielleicht hast du da einfach geschlafen! Ich bin der Meinung, ich habe ruhig dagelegen. Vielleicht schlafe ich ja wirklich in der Zeit ein bißchen? Nach meinem Empfinden muß ich das total von mir weisen. Ich habe im Gefühl, komplett wachgelegen zu haben. Trotzdem ich müde war und wenn ich mich recht erinnere, wäre ich vor 2008 bei dieser Müdigkeit problemlos weggenickt.

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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von escargot » Mittwoch, 03.04.19, 23:25

eradis hat geschrieben:
Mittwoch, 03.04.19, 17:42
... und am 2. Tag nur noch 0,5mg Tavor genommen. Seitdem versuche ich es ohne. Gestern wegen einer Erkältung habe ich es einmal wieder genommen.
Hallo eradis!

Leider hilft Tavor ja nicht gegen Erkältungen und es ist ganz ‚normal‘, dass man mit einem Infekt schlechter schläft als gewöhnlich oder auch mal gar nicht.

Und ich kenne diese quälende Schlaflosigkeit (verbunden mit katastrophalen Ängsten) und auch den Wunsch eine Wunder(?) Pille einzuwerfen und sich ins Land der Träume zu beamen.
Habe auch Erfahrungen mit Zopiclon - die aber auch wie Tavor - Großes Abhängigkeitspotential haben und zusätzlich so einen ulkigen Überhang am nächsten Tag und seltsamen Geschmack im Mund machen.

Du erinnerst mich ein bisschen an mich! Dieser Druck, den du dir machst fit zu werden/sein bewirkt dann genau das Gegenteil und ist leider kontraproduktiv.
Aber ich weiß auch noch nicht, wie man das am besten abstellt, weil ein Teil von mir will auch in der Normalowelt mithalten können. Dazu gehört es eben auch am Tage halbwegs fit und belastbar zu sein.

Schlaflabor dachte ich auch, aber bis September ist es noch sehr lang hin. Da fließt noch viel Wasser die Spree hinunter.

Wenn das Olanzapin nicht sehr bald Wirkung zeigt, würde ich es übrigens auch Absetzen. Habe gerade eben eine Doku auf ARTE gesehen „Todesursache unbekannt“.
Sind eben echt keine Smarties, die wir da essen :(

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Täglich :
Olanzapin 2,5 mg, Risperdal 1,5 mg, Tavor 0,8 mg
400 mg Magnesium
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Schlafprobleme
02.01. über Stunden vernichtende Stimmen (verschwanden bei Brockenwanderung)!!
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ab 20.01. 44 mg CBD-Öl
ab 27.01. immer wieder anfliegende Angstzustände ohne Extra-Tavor weggeatmet, erschöpft
08.02. 0,8 mg O, 1,6 mg Risperidon, 1 mg T
13.02. 0,8 mg O, 1,5 mg Risperidon, 1 mg T
26.02. nach 5 Tagen morgens Tavor 1 mg jeweils diese nun halbiert, sonst alles geblieben
sehr unruhig, kalter Schweiß, BläSse, Übelkeit, reizsensibel
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07.03. zusätzlich morgens 1 mg Tavor + 1 mg Bedarf
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22.03. 0,5 mg T + Bedarf, 1,5 mg Olanzapin, 1,5 mg Risperidon, 1 mg T
28.03. Synkope, Angstzustände
29.03. 0,25 mg T, 1,5 mg O, 1,5 mg R, 1 mg T
Muskelschmerzen, DP/DR
01.04. CBD-Öl abgesetzt
09.04. 0,25 mg T, 2,5 mg Olanzapin, 1,5 mg R, 1 mg T
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15.04. morgendliche Tavor 0,125 mg
18.04. morgendliche Tavor NULL! Angst, Unruhe, kalter Schweiß, Übelkeit
19.04. CBD-Rauchstopp
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Schlafprobleme, Muskelschmerzen
15.05. Tavor 0,8 mg
starke Dissoziationen, Angst, Muskelschmerzen
12.06. 2,5 O, 1,25 Risperdal, T 0,8

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