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Liebe Mitglieder des ADFD-Forums, liebe Interessierte,

Update: wir sind bisher noch nicht zu einer tragfähigen Lösung gekommen und müssen unseren Aufnahmestopp daher leider länger als geplant aufrecht erhalten.

wir mussten uns heute, am 31.03.2019, zu einem gleichermaßen ungewöhnlichen wie einschneidenden Schritt entscheiden.
Wir werden das Forum für ca. 4 Wochen für Neuanmeldungen schließen und damit einen Anmeldestopp verhängen.
Bislang freigeschaltete Mitglieder können das Forum natürlich wie gewohnt nutzen und dort schreiben.

Es tut uns leid für diejenigen, die sich nun gerne anmelden möchten und nicht können, aber aufgrund einer völligen Überlastungssituation sind wir nicht mehr in der Lage noch mehr Mitglieder zu betreuen.
Wir müssen uns in den kommenden Wochen auch überlegen, wie das Forum künftig organisiert werden kann, so dass es fortbestehen kann.
Das Forum wurde in den letzten Wochen geradezu mit Neuanmeldungen geflutet und es ist uns nicht mehr möglich, diese Massen an Anfragen auf Basis unseres ehrenamtlichen Engagements zu bewältigen.

Trotzdem wollen wir keinen von Euch hängen lassen.
Zum einen steht in diesem Forum wirklich alles Relevante, was Ihr wissen müsst, wenn Ihr Eure Psychopharmaka verantwortungsvoll, schonend und nachhaltig absetzen wollt und zum anderen haben wir auch extra noch mal die allerwichtigsten Artikel und Tipps für Euch zusammengestellt.
Nehmt Euren Wunsch, Eure Medikamente auszuschleichen aktiv in die Hand, lest die Infoartikel, wühlt Euch durch die Threads der anderen Betroffenen und erlebt, dass alle im gleichen Boot sitzen, benutzt gerne auch die Suchfunktion... Ihr werdet sehen, so gut wie keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

=> Hier sind nochmal häufige Fragen von Neuankömmlingen für Euch beantwortet. <=

Für unsere Bestandsmitglieder und natürlich auch für diejenigen, die an den tiefer gehenden Gründen interessiert sind, weswegen wir den Anmeldestopp verhängt haben, haben wir eine genauere Erklärung verfasst.

Wir danken für Euer Verständnis und erbitten zahlreiches und konstruktives Mitwirken
Das Team des ADFD

eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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eradis
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Donnerstag, 04.04.19, 18:56

Hallo,

nur eine schnelle Info: meine Ärztin möchte gerne mehr ausprobieren. Ich soll heute zusätzlich 7,5mg Mirtazapin nehmen und bei Bedarf bis 15mg die nächsten Tage aufdosieren. Allgemein sagte Sie, wenn ich wieder schlafe, kann man das Olanzapin dann ausschleichen...
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escargot
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von escargot » Donnerstag, 04.04.19, 23:25

Guten Abend eradis

ja das ist Hilflosigkeit!! Überlegst du es denn?

Mein Psychiater hat mir auch quasi alles angeboten. Nach dem Motto „Hauptsache irgendwas“... und es sind eben auch die Pillen, mit denen sie ihr Geld verdienen. Von Mirtazapin kommt man sehr schwer wieder los.

Ich würde es mir gut überlegen, aber kann verstehen, dass du leidest!

Schlaf gut!
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=> Bedarf max. 2 mg Tavor!

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01.03. keine Morgentavor mehr! :)
07.03. zusätzlich morgens 1 mg Tavor + 1 mg Bedarf
12.03. nach 6 Tagen morgens Tavor 1 mg diese nun halbiert, sonst alles geblieben
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28.03. Synkope, Angstzustände
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Muskelschmerzen, DP/DR
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12.04. angefangen CBD zu rauchen
15.04. morgendliche Tavor 0,125 mg
18.04. morgendliche Tavor NULL! Angst, Unruhe, kalter Schweiß, Übelkeit
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Schlafprobleme, Muskelschmerzen
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starke Dissoziationen, Angst, Muskelschmerzen
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Sonntag, 28.04.19, 22:33

Hallo escargot,

ja, ich nehme es zur Zeit. Ich habe das erst niedrig eindosiert und es hat mich trotzdem umgehauen, die Medikamente verstärken sich ja wechselseitig. Das Müde-sein war nach etwa 10-14 Tagen weg, ich war kurz auf fast 15mg, habe aber gemerkt, daß ich es nicht brauche, und bin nun stabil bei 7,5mg etwa 10 Tage geblieben. Ich habe im Gefühl (trügt selten), daß ich es nun überhaupt nicht mehr brauche und wirklich das Olanzapin wieder wirkt. Ich habe mit meiner Psychiaterin abgesprochen, das Mirtazapin jetzt auch nicht sofort abzusetzen, sondern es auch noch 2 Wochen zu nehmen, weil Sie von mir weiß, daß ich sehr gerne schnell absetze (undzwar früher das Olanzapin in den bekannten 2,5-Schritten). Das heißt aber ja nicht, daß ich nicht jetzt schon die 7,5mg leicht reduzieren kann, ich habe mir alles Notwendige für die Wasserlösemethode besorgt. Ich überlege, heute damit anzufangen, also nur noch 90% von 7,5mg zu nehmen.

Im Akutfall nicht schlafen können läßt sich bei mir gut durch Medikamente regeln. Was mir auffällt, ist aber das nach einigen Wochen ich bisher immer schnell runtergegangen bin und es meistens auch gutgegangen ist. D.h., die besondere Situation oder der Zustand im Akutfall ist wichtig, denn fällt die Situation oder der Zustand weg, weil die Medikamente wie auch immer wirken, brauche ich nach der Akutphase immer nur ein Minimum (bis zu 5mg Olanzapin) an Medikation, um den Schlaf einzuleiten. Ich hoffe sehr, daß das Mirtazapin leicht auf 0 reduziert werden kann. Super glücklich wäre ich indes, wenn das Olanzapin auch wieder auf 2,5mg reduziert werden kann. Dann wäre der Status Quo von vor 2-3 Jahren erreicht. Aber das ist ja ein langer Weg nun.

Mir ist auch die Vertrauensperspektive bei der Psychiaterin wichtig, nachdem es nun im zuständigen neuen Krankenhaus nicht so gut gelaufen ist. Ich brauche Ansprechpartner. Und ich bin froh, daß ich auf die Medikamente anspreche :). Ich wäre nicht mehr am Leben, wenn ich auf die Ärzte im Krankenhaus gehört hätte, so schlecht habe ich mich jedenfalls gefühlt, ich habe ja gar kein Schlaf mehr gefunden! Möglicherweise klappt es ohne Medikamente, wenn ich langsam ausschleiche. Das will ich auch dann versuchen, wenn ich soweit bin. Von 2,5mg Olanzapin runterzukommen war immer unmöglich.

Ich habe übrigens einen Therapeuten gefunden, der mit mir die Kindheit und alles spätere aufarbeiten will. Ich hatte nun die dritte Sitzung und werde vorerst 12 weitere bekommen. Leider geht die Therapie erst im nächsten Quartal richtig los, weil er eigentlich keine freien Termine z.Z. hat. Ich setze viel darauf, es ist diesmal ein erfahrener, älterer Mann. Ich denke inzwischen, daß das nicht-schlafen-können gut mit dem Heimatverlust zu tun hat. Es ist ja auch sonst viel schiefgelaufen, und irgendwann zerbricht man dran. Ich hatte ja etwas später, nachdem ich nach Berlin bezogen bin, bereits kurzfristig Schlafstörungen ohne zuerst erkennbaren Grund, erfolgreich aber war möglicherweise positives Denken, Autosuggestion, Beten, Berlin als Chance zu begreifen und ein fester Tagesrhythmus wie auch Kontakt mit anderen Menschen.

Ich gehe jetzt öfters raus in die Sonne, setze mich auf die Parkbank, gehe wieder fast normal einkaufen. Angst spielt aktuell fast keine Rolle mehr.

Ich bin zufrieden.

Vielen Dank!
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Jamie » Montag, 29.04.19, 8:55

Hallo eradis, :)

danke für dein Update.
Du kannst dich glücklich schätzen, dass bei dir zum einen die Medikamente rasch greifen und wirken, und du zum anderen auch teilweise gut davon wieder loskommt.
Du weißt sicher, dass es den Meisten hier im Forum nicht so gut.

Ich finde du hast viele Schritte eingeleitet Richtung Besserung; ein vertrauensvolles Verhältnis zum Arzt und guten Therapeuten sind wichtig und du wirst hoffentlich von der Therapie profiteren.

Mirtazapin kannst du, wie von dir selbst vorgeschlagen, um 10% zu beginnen anfangen.
Dir ist bestimmt bekannt, dass die Einnahmedauer von Relevanz ist. je länger man es nimmt, desto mehr gewöhnt sich das Gehirn daran und desto sorgfältiger muss ausgeschlichen werden.

Ich wünsche dir alles Gute
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von escargot » Montag, 29.04.19, 18:03

Hallo eradis,

meine Mutter nimmt auch Mirtazapin und musste sich krank schreiben lassen, da sie so heftige Nebenwirkungen hatte davon und da hast du echt ein bisschen Glück, dass dir das offenbar nichts macht.

Dankeschön für dein Update!

Leider scheint es bei mir auch so eine Grenze zu geben bei den 2,5 mg Olanzapin. Wieviel nimmst du davon denn aktuell? Das Problem ist dann immer die Schlaflosigkeit und bei mir auch damit einhergehende Symptome.

Super, dass du einen Therapeuten gefunden hast! Das es mit ein wenig Wartezeit verbunden ist, bis es richtig los geht, ist zwar etwas frustig, aber leider auch normal.

Alles Liebe und viel Erfolg bei der Reduzierung ab heute!
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MEDIKATION
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26.02. nach 5 Tagen morgens Tavor 1 mg jeweils diese nun halbiert, sonst alles geblieben
sehr unruhig, kalter Schweiß, BläSse, Übelkeit, reizsensibel
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Freitag, 10.05.19, 17:19

Hallo Jamie und Escargot (und alle anderen natürlich auch!)

ich habe mit meiner Psychiaterin gesprochen. Ich war zwischenzeitlich auf 60% von 7,5mg Mirtazapin runter. Vielleicht war es zu schnell. Jedenfalls wurde mit jeder Reduktion der Schlaf schlechter. Ich bin jetzt wieder bei 7,5mg. In 2 Wochen werde ich wieder beginnen zu arbeiten. Da muß ich wieder fit sein, jedenfalls will ich da keine großen schlaflosen Nächte haben.

Also war mein Eindruck falsch. So leicht komme ich davon nicht weg. Das liegt aber wahrscheinlich nicht am Mirtazapin, sondern einfach daran, daß das Olanzapin nach Absetzung und Wiedereinnahme nicht mehr richtig wirkt. Ich habe ja eine Vermutung: vielleicht würde ich mich mit 15mg Olanzapin ohne andere Medikation wieder stabilisieren. Nach Stabilisierung konnte ich dann früher immer wieder auf die Mindesterhaltungsdosis runtergehen, die ursprünglich 2,5mg, dann später 5mg war. Aber 15mg fand meine Ärztin nicht sinnvoll.

Die Grenze mit 2,5mg Olanzapin hatte ich früher, als es mir noch recht gut damit ging. Mittlerweile bin ich so an die Medikamente gewöhnt, daß ja nicht einmal 10mg Olanzapin alleine mich stabilisiert. Also weiß ich aktuell wirklich nicht, wo da die Grenze ist.

Im neuen Krankenhaus sagten alle Ärzte, das Olanzapin für mich nicht das richtige wäre, ich nehme es ja nur für den Schlaf. Aktuell habe ich den Eindruck, daß Olanzapin alleine nicht ausreicht, und die Leberwerte sind natürlich nicht okay. Also habe ich angesprochen, vielleicht mit dem Olanzapin runter zu gehen, und dafür ggf. mit dem Mirtazapin hoch, weil vielleicht die Metabolisierung in der Leber anders verläuft. Ich würde versuchen, mich dann langfristig komplett auf Mirtazapin umzustellen in der Hoffnung, daß dann die Leberwerte wieder okay werden. Das weiß man natürlich nicht vorher!

Ich solle, wenn ich das machen will, auf 15mg Mirtazapin gehen (Schutz) und alle 2 Wochen (oder länger) Olanzapin um 2,5mg reduzieren.

Ich habe kürzlich bemerkt, daß meine Unterbeinmuskulatur nach etwa 10 Minuten joggen hart wird und fast verkrampft. So etwas hatte ich bisher nur, als das Olanzapin im Krankenhaus so schnell abgesetzt wurde. Kenne ich sonst überhaupt nicht. Aber das sind ja nur Kleinigkeiten.

Ich habe mittlerweile eine gewisse Ahnung, wie Olanzapin funktioniert. Ich habe die Vermutung nirgendwo sonst gelesen, deswegen will ich meinen Gedanken mal anhand meinen Erfahrungen erläutern:
Ich bin früher immer in 2,5mg-Schritten hoch oder runtergegangen. Mir geht es jetzt um's Abdosieren. Manchmal merkte man schon bei 2,5mg-Schritten, daß im Kopf was los ist, also, daß das Gehirn lebendig ist und sich verändert. Ich kann das nicht genau beschreiben, es ist ein Gefühl, als wenn das Hirn berührt wird. Dies kommt vom Olanzapin. Wenn man runtergeht, kann sich dieses Gefühl kurzfristig einstellen. Das bedeutet, daß die Rezeptoren blockiert bzw. frei werden. Das Gehirn lernt ja auch bzw. die Rezeptoren werden sensibilisiert. Das Gefühl ist beim Aufdosieren sehr wahrscheinlich und gut, weil es zeigt, daß das Medikament wirkt. Beim Abdosieren ist es ein Zeichen, daß man zu schnell runtergegangen ist!

Ich bin im Krankenhaus vor Jahren mal von 5mg auf 0mg eingestellt worden, weil die herausfinden wollten, was passiert. Durch das schnelle Abdosieren stellte sich dieses Gefühl ein. Je öfter man ein schnelles Abdosieren, z.B. von 5mg auf 0 wiederholt, desto eher gewöhnt sich das Gehirn an 5mg. Das kann bedeuten, daß, sollte man das Medikament wieder aufdosieren, es nicht mehr richtig wirkt. Im neuen Krankenhaus habe ich das selbe Spiel nun viel radikaler durchgemacht, von 10mg auf 0. Das Gehirn hat mir vor einigen Monaten nun sehr deutlich mitgeteilt, daß es lebt, das Absetzgefühl, wie ich es mal nenne, hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Ich denke, beim langsamen Abdosieren ist die Chance also erhöht, daß man die wiederholte Wirkung des Medikamentes nicht beeinflußt.

Das ist dann der Grund auch, warum sich diese Grenze von erst 2,5mg auf 5mg verschoben hat. Das Gehirn hat sich zu sehr gewöhnt. Das ist auch der Grund, warum ich glaube, daß jetzt 15mg funktionieren könnte... Aber das ist ja alles nur geraten und hilft mir langfristig auch nicht weiter.

Viele Grüße,
eradis
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Freitag, 17.05.19, 14:05

Hallo,

ich bin seit einer Woche auf 7,5mg Olanzapin und 15mg Mirtazapin.

Der Schlaf wurde schlechter. Aber damit läßt sich erst einmal leben. Ich schlafe ja wenigstens noch ein. Die Schlafqualität aber reicht nicht aus. Es ist so seltsam, daß ich 2008 perfekt und über 10 Stunden schlafen konnte. Ich bin ja derselbe Mensch wie vorher. Oder etwa nicht? Dann innerhalb einer Woche ging gar nix mehr. Ich habe die Hoffnung, daß die Qualität noch kommt.

Allerdings wache ich öfter auf und bin nach dem Schlaf immer noch müde. Da hilft dann Kaffee. Ich habe noch gelesen, daß Olanzapin den Tiefschlafanteil erhöht. Es war im meiner Laufbahn als Versuchskaninchen das Medikament, das meinen Schlaf wieder in Ordnung gebracht hatte. Und es scheint gar nicht so selten zu sein, daß hartnäckige Schlafstörungen mit Neuroleptika behandelt werden.

Ich weiß zwar, daß das hier in erster Linie ein Absetzforum ist, doch halte ich die Umstellung auf Mirtazapin, falls erfolgreich, für sinnvoll. Ohne Medikamente geht es z.Z. nicht. Darauf will ich ja hinarbeiten.

Ich bin auf die Leberwerte gespannt, wenn die in nächster Zeit abgenommen werden. Ob ich schon nächsten Donnerstag auf 5mg Olanzapin runtergehen werde, weiß ich nicht. Ab 5mg Olanzapin würde ich langsam ausschleichen, das war ja die Dosis, die ich Jahrelang genommen habe. Ich hoffe sehr, daß mit Mirtazapin die Leberwerte wieder in Ordnung gehen. Dann habe ich wieder einen Zeitpuffer, um die Medikamente langsam komplett loszuwerden.

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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Samstag, 18.05.19, 17:29

Hallo,

es ist schrecklich. Ich schlafe, aber bin nicht richtig erholt. Warum ist das Leben bloß so schwer. Jeder Tag ist ein bißchen schwieriger zu meistern, weil sich der Schlafmangel akkumuliert, und dabei gehe ich noch nicht mal arbeiten, das kommt ja bald noch. Ich gehe jetzt noch mal Abendsonne tanken.
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von 0816 » Samstag, 18.05.19, 18:22

Hallo Eradis,
das ist leider ein Problem des Medikamentenschlafs. Er ist einfach nicht so gut wie natürlicher Schlaf. Hinzu kommt, dass die meisten medikamentösen Schlafhilfen ja nicht nur Nachts müde machen sondern auch tagsüber.
Ich kann sehr gut nachvollziehen wie auszehrend fehlender oder schlechter Schlaf ist. Mich macht mein Schlaf momentan auch verrückt. Die Tage werden einfach unheimlich lang und schwer wenn man übermüdet ist.
Leider gibt es aber keine einfachen Lösungsoptionen, die dauerhaft ohne Nebenwirkungen helfen. Wie oft habe ich mir in den letzten Jahren gewünscht, dass es eine Möglichkeit gebe Schlaf zuverlässig und mit gerigen Nebenwirkungen zu erzeugen.

Ich hoffe der Spaziergang entspannt dich ein bisschen und es geht dir morgen besser.

An der Frage wie sich mein momentanes Leben mit einer Berufstätigkeit vereinbaren lassen soll, verzweifele ich gedanklich auch.

MFG
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Psychische Probleme seid Kindesalter mit unterschiedlicher Manifestation. Verschiedene Diagnose wobei ich eigentlich nur eine Angststörung als wirklich treffend ansehe.

Einnahme von Zolpidem als Schlafmittel seit 18. Lebensjahr. Zunächst 5 mg, später 10 mg.
2004 psychischer Zusammenbruch mit traumatischer Psychatrieerfahrung. In Psychatrie hohe Dosen Lorazepam erhalten. Mehrere Jahre Psychotherapie und Versuche mit etlichen Antidepressiva. Antidepressiva haben bei mir weder wirkliche Wirkung gezeigt noch Absetzprobleme bereitet. Letzte Einnahme ca. 2010
Erst ab 2007 wieder halbwegs geregeltes Leben.
Seit 2008 sich verstärkende gesundheitliche Probleme (starke Schleimbildung, starker Tinnitus, Hörsturz, allergische Reaktionen bei Sport bis hin zu allergischem Schock).
2012 im Rahmen von Studienabschluss vom Hausarzt Atosil als weitere Einschlafhilfe erhalten (15 Tropfen).
Seit 2014 deutliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes mit mehreren Hörstürzen und Verschlimmerung der Verschleimungsproblematik.
Seit 2015 Zusammenbruch des geregelten Lebens.
Seit 2016 massive Probleme mit Zolpidemeinnahme nach einmaliger Einnahme einer hohen Dosis (Tagesmüdigkeit, trockene Augen, häufig nur Augenschlitze, verzögertes Wahrnehmungsvermögen, Kopfschmerzen, paradoxe Reaktion auf Zolpidem)
Absetzversuch Zolpidem mit Substitution mit Oxazepam gescheitert, ebenso kalter Entzug aufgrund erneuter Hörstürze in Zusammenhang mit fehlendem Schlaf.

Seit August 2018 Versuch der ambulanten Entzugs über Diazepam. Deutlich bessere Entzugssymptomatik im Gegensatz zu Zolpidem und Oxazepam.

August 2018: 6 mg Diazepam, 10 Tropfen Atosil
September 2018: 5 mg Diazepam, 6 Tropfen Atosil
zur Zeit: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil
seit 9.10.18: 4 mg Diazepam 2 Tropfen Atosil
seit 13.10.18: 4 mg Diazepam, 3 Tropfen Atosil aufgrund neuerlichem Hörsturz und massiven Schlafproblemen.
18.10.18 Aufgrund zwei Nächte kompletter Schlaflosigkeit und extremer Ohrprobleme wieder zurück zu 4 mg Diazepam und 10 Tropfen Atosil
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20.05.19 0 Diazepam 2 Tropfen Atosil --> Ich bin gespannt ob ich es durchhalte

Smilla
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Smilla » Samstag, 18.05.19, 18:43

Hallo Ihr Beiden,

so schwer das ist, legt nicht mit Befürchtungen "noch eine Schippe drauf".

Ich hatte immer die gedankliche Klippe, nachts mit meinem von der Angst erzeugten Bewegungsdrang hier im Haus festzusitzen, also nachts "gefangen" zu sein, weil ich ja schlecht um 3 Uhr draußen herumlaufen kann - Gedanken!

Jetzt bin ich drauf gekommen, - auch Gedanken! - dass ich, wenn ich will, drei Stunden immer in der Runde durch den Garten laufen kann oder mich zumindest in warmen Sommernächten dort aufhalten und dann auch vielleicht auf der Terrasse der Nacht lausche oder von der Liege aus in den Sternenhimmel sehe :whistle: - klingt doch gar nicht mal so schlecht, oder?

Ob man es glaubt oder nicht, Fakt ist: Schon scheint diese Angstvorstellung an Bedrohlichkeit zu verlieren.

LG Smilla
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Samstag, 18.05.19, 22:01

Hallo 0816 und Smilla,

jaaa, das mit dem "Medikamentenschlaf" mag stimmen. Vielleicht wird nun klar, warum es mir so schwer fällt, mich vom Olanzapin loszusagen. Unter Olanzapin war der Schlaf bisweilen immer super.
Ich müßte nur zulangen,... aber ich muß mal wieder stark sein. Es muß auch 15mg ohne gehen. Ich bleibe bei 7,5mg und hoffe weiter. In der Sonne war es schön heute, ich habe erst spät bemerkt, daß es heute hier über 20 Grad waren. Die letzten Strahlen habe ich noch genossen und bin zum Bahnhof und zurück spaziert.

Ja, nach den Sternen schauen, klingt gut ... in der Stadt geht das aber kaum. Wenn man die Grillen oder Vögel hört, hat es was beruhigendes.

Man muß optimistisch bleiben! So schlecht ist mein Leben nun auch nicht, daß ich bis an das Ende meiner Tage nicht normal schlafen will. Der Wille zur Änderung ist auch nach 10 Jahren noch vorhanden! Dienstag habe ich wieder Psychotherapie...
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Towanda
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Towanda » Samstag, 18.05.19, 22:11

Hallo eradis,

kannst Du bitte Deine Signatur aktualisieren und aktuell halten? Danke! :)

Gruß, Towanda
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09.05.19 - 4,20 mg Mirtazapin
05.06.19 - 3,75 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Ciprofloxacin C30 5 Globuli
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen

eradis
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Samstag, 18.05.19, 22:39

na logo. Bitteschön. :)
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Sonntag, 02.06.19, 23:00

Ich bin zu schwach. Ich konnte nicht auf 7,5mg Olanzapin bleiben. Nach 10 Tagen hielt ich das nicht mehr aus. Mirtazapin (15mg) hat kaum noch geholfen. Ich hätte jetzt wieder erhöhen müssen, um zu schlafen. Dann hätte es wahrscheinlich wieder eine Zeit lang geklappt, vielleicht Monate. Ich weiß nicht, wie ihr das aushaltet, schlecht oder sogar gar nicht zu schlafen. Mittelfristig doch unmöglich. Nach etwas 2 Wochen bin ich immer verzweifelt. Und ich bin jetzt verzweifelt gewesen...

Vielleicht wäre es sinnvoll, immer 3 Wochen Mirtazapin gering-dosiert zu nehmen und dann 1 Woche auszusetzen, damit keine Gewöhnung stattfindet. Aber das ist aktuell kein Thema. Denn...

...ich habe Mirtazapin innerhalb von etwa 10 Tagen nun ausgeschlichen. Und habe Olanzapin erhöht -- auf 15mg! Ich habe das natürlich mit meiner Ärztin abgesprochen. Ich gehe morgen zum Hausarzt, um nochmal die Leberwerte überprüfen zu lassen. Sorgen mach ich mir nämlich schon. Mirtazapin graduell wegzulassen war kein Problem.

Anfänglich war mir tagsüber mit 15mg Olanzapin etwas schwindelig, aber es ging weg. Ich schlafe wieder besser, auch wenn diese Dosis schon sehr heftig ist, hoffe ich bald auf 12,5 und weiter runtergehen zu können. Wenn der Schlaf mit 10mg wieder klappen sollte nach dem kleinen Ausflug auf 15mg, wäre ich unsterblich glücklich! Vielleicht werde ich nie wieder richtig runterkommen, so wie früher -- auf 2,5mg -- was natürlich klasse wäre, aber damit rechne ich nicht. Meine Theorie ist, diese Spitze des Nichtschlafens abzufangen und danach auch mit weniger auszukommen. Und das funktionierte, warum auch immer, bisher nur mit Olanzapin. Nach 1-2 Wochen auf einer höheren Dosis konnte ich stets wieder runtergehen. Vielleicht dauert das jetzt länger mit dem ganzen Hin und Her, aufdosieren, abdosieren. Ich weiß nun nicht, wie lange es vertretbar ist, auf der hohen Dosis (15mg) zu bleiben. Bevor ich 2 Medikamente schlucke oder sogar Quetiapin ausprobiere (was ich kreislaufmäßig nicht vertrage), will ich alles ausprobiert haben.

Niemand weiß, was ich genau habe, warum ich nicht schlafen kann. Denn auch gerade in den letzten Wochen bin ich viel optimistischer geworden, weil ich vielleicht in den nächsten Jahren wieder in meine Heimatstadt umziehen werde. Es gibt bald einige Veränderungen, die mich positiv stimmen. Die Familie wird vielleicht wieder näher zusammenrücken. Dann bin ich nicht so alleine.

Naja, jedenfalls schlafe ich nun fast wie früher. Aktuell gerade wieder etwas schlechter, aber das kann an der Wärme liegen.

Daß es keine gute Idee ist, auf 15mg bei erhöhten Leberwerten zu gehen, ist mir klar. Zumindest sehe ich das so, für meine Psychiaterin ist das ok, weil die Werte nur leicht erhöht waren. Aber was soll ich stattdessen machen? Niemand weiß es. Ich bin im Januar ja auch extra ins Krankenhaus gegangen, um auf ein Antidepressivum umgestellt zu werden. Was dann passierte, ist bekannt. Ich habe so lange dort durchgehalten, wie ich konnte (4 Wochen) und habe dann aus Verzweiflung zu Hause wieder zum Olanzapin gegriffen, was dann leider in geringen Dosierungen nicht mehr gewirkt hat.

Ich dachte, die Ärzte wüßten, was sie tun. Hätte man mir angekündigt, im Krankenhaus das Medikament zu entziehen mit der Begründung, vielleicht klappt es ohne, wir bieten Ihnen keine andere Therapie an, nur wir wissen aber nicht, was sie haben, vielleicht brauchen Sie Medikamente, überlegen Sie's sich, lol .... da hätte ich mich doch niemals darauf eingelassen, weil ich damals noch mit 10mg, was man mir im Krankenhaus ja gab, gut schlafen konnte. Ich hatte damals kaum erhöhte Leberwerte und erwähnte, daß ich nicht damit so entlassen werden möchte (und auf ein Antidepressivum umgestellt werden möchte), da die Werte in einer anderen Einheit gemessen wurden, hatte mich das verwirrt, und ich nahm irrtümlich an, sie seien höher geworden. Ich hatte den Ärztin vertraut. Letztendlich bekam ich gar nichts mehr. Das habe ich ja die Informationen nur in Stücken erfahren. Dann mache ich das sogar dümmlicherweise noch mit und am Ende heißt es, ich würde Schlafmittel und Hypnotika mißbrauchen. Voll schief gegangen. Ich bin letztlich der Idiot, der nun zum Schlafen noch viel mehr schlucken muß. Wie kann diese Geschichte gut ausgehen? Ich weiß es nicht.

Das Schlimmste war, daß ich zu hören gekriegt habe, auf die Frage, warum Sie mich ohne Medikamente behandeln wollen: die Medikamente hätte mir ja nichts gebracht, ich sei ja ins Krankenhaus gekommen. Daß ich 10 Jahre wieder ein normales Leben dank einem normalen Schlaf führen konnte (und manchmal für kurze Zeit nur erhöhen mußte), kam nicht in deren Köpfe rein. Als ich das das vierte Mal hörte, es "hätte nichts gebracht", habe ich nicht mehr dagegen argumentiert. Das war 5 Tage, bevor ich gegangen bin. Der Aufenthalt war geprägt von einer Ansammlung totaler Mißverständnisse. Ich habe mich sehr schlecht behandelt gefühlt und habe erst, als ich das Krankenhaus verlassen habe, darüber reflektieren können. Und die letzten Tage auf der verdreckten Geschlossenen setzen dem noch die Krone auf.

Daß ich verzweifelt ins Krankenhaus gegangen bin und mir dort nicht geholfen wurde, läßt mich nicht mehr los. Keiner hat verstanden, wie elendig ich mich gefühlt habe, wie todesnah ich mich fühlte (und vielleicht ja auch war). Hoffentlich geht die Geschichte gut aus.

An ein ohne Medikamente ist z.Z. nicht zu denken. Ich frage mich, wann ich mich wieder stabilisiere...
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von Towanda » Montag, 03.06.19, 11:24

eradis hat geschrieben:
Sonntag, 02.06.19, 23:00
Mirtazapin (15mg) hat kaum noch geholfen. Ich hätte jetzt wieder erhöhen müssen, um zu schlafen. Dann hätte es wahrscheinlich wieder eine Zeit lang geklappt, vielleicht Monate.
Hallo Eradis,

Mirtazapin wirkt nur in niedrigen Dosierungen (bis maximal 15 mg) schlafanstoßend. Bei höheren Dosierungen kommt die antidepressive Wirkung zum tragen - eine Höherdosierung hätte Dir deshalb nicht genützt.
...ich habe Mirtazapin innerhalb von etwa 10 Tagen nun ausgeschlichen. Und habe Olanzapin erhöht -- auf 15mg! Ich habe das natürlich mit meiner Ärztin abgesprochen. Ich gehe morgen zum Hausarzt, um nochmal die Leberwerte überprüfen zu lassen. Sorgen mach ich mir nämlich schon. Mirtazapin graduell wegzulassen war kein Problem.
Ich nehme an, daß du die beiden Dinge zeitgleich verändert hast? Du weißt sicher, daß das sehr ungünstig ist, da man nicht sagen kann, was was bewirkt hat.

Entzugserscheinungen bei Mirtazapin zeigen sich oft mit einiger Zeit Verzögerung, das können Tage, Wochen, manchmal auch Monate sein. Wenn also ein Einbruch kommt in der nächsten Zeit, behalte bitte den Mirta-Entzug im Hinterkopf. Gegebenenfalls muß man wieder eine Minimenge eindosieren.

Liebe Grüße und alles Gute,

Towanda
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Montag, 03.06.19, 14:33

Hallo Towanda,
Towanda hat geschrieben:
Montag, 03.06.19, 11:24
Mirtazapin wirkt nur in niedrigen Dosierungen (bis maximal 15 mg) schlafanstoßend. Bei höheren Dosierungen kommt die antidepressive Wirkung zum tragen - eine Höherdosierung hätte Dir deshalb nicht genützt.
Schade, vielleicht hätte es ja trotzdem geklappt. Aktuell bin ich ratlos. Die Dosierung zum Schlafen 30mg (damals in Kombination mit Trimipramin) kenne ich allerdings schon von früher.
Towanda hat geschrieben:
Montag, 03.06.19, 11:24
Ich nehme an, daß du die beiden Dinge zeitgleich verändert hast? Du weißt sicher, daß das sehr ungünstig ist, da man nicht sagen kann, was was bewirkt hat.
Towanda
Oh, so genau weiß ich das gar nicht mehr. Ich bin von 15mg etwa eine Woche auf 7,5mg, habe gleichzeitig auf 10mg Olanzapin erhöht, dann nur noch zwei Tage 3,75mg. Dann bin ich sofort auf 15mg Olanzapin gegangen. Jetzt will ich abwarten, ich hoffe, ich stabilisiere mich jetzt.

Vielen Dank!
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Re: eradis: Olanzapin abgesetzt, Schlafstörungen & Ängste seit 10 Jahren.

Beitrag von eradis » Donnerstag, 06.06.19, 15:19

Hallo,

ich habe heute das erste Mal wieder sehr gut geschlafen. Jetzt warte ich noch ein bißchen ab, ob das bleibt. Ich bin positiv. Und dann kann man hoffentlich wieder runtergehen mit der Medikation, es wäre zu wünschen!

Vielen Dank
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