Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Liebe Fories, liebe Interessierte,

seit 1.8.2019 gibt es Änderungen im Forum. Es ist nur noch teilweise öffentlich zugänglich. Ohne Anmeldung können nur die Rubriken "Informationen", "Neue Teilnehmer" sowie "Erfahrungsberichte" gelesen werden.

Die anderen Rubriken sind nur noch für registrierte Mitglieder einsehbar. Dazu gehört auch der Bereich "Ausschleichen von Psychopharmaka" mit Dokumentation der einzelnen Verläufe (Tagebücher) zum Absetzen von Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepinen. Hier findet Ihr alle Neuerungen und Änderungen. Hier steht alles Wichtige für noch nicht registrierte Interessierte.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Ein Dankeschön an alle, die sich bereits aktiv in den Erfahrungsaustausch einbringen. Gegenseitige Unterstützung stärkt jede Selbsthilfegruppe.

Euer ADFD-Team

Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Dienstag, 26.03.19, 16:30

Hallo,

schön, dass es dieses Forum gibt.

Leider bin ich Anfang des Jahres in einen Sachverhalt geraten, der mich in starke Angstzustände versetzt hat, die ich vorher nicht gekannt habe und auch nicht im entferntesten geahnt habe, was für einen Horror diese Zustände darstellen (zuvor hatte ich nur Erfahrungen mit Erschöpfungszuständen und leichten depressiven Phasen). Leider haben diese Angstzustände zu Handlungsfehlern meinerseits geführt, die wiederum noch mehr Ängste ausgelöst haben. Die Ängste würde ich mal, je nach Befinden, als 20 Prozent rational und 80 Prozent non-stop worst-case Kopfkino beschreiben, manchmal empfinde ich das aber auch umgekehrt.

Zunächst war ich bei meinem Hausarzt, der mir Bromazepam verschrieb, damit ich ein wenig zur Ruhe komme und auch wieder etwas essen konnte.
Am nächsten Tag bei Psychologen / Neurologen erhielt ich Mirtazapin und Promethazin-Tropfen). Mirtazapin habe ich vier Tage ausgetestet. Ich konnte die ersten zwei Tage super schlafen, aber die Tage und Nächte danach waren eine Katastrophe. Ein Promethazin-Test mündete in einer Panikattacke.
Daher habe ich die AD gelassen und vorerst halbe (3mg) Bromazepam für 1 Woche genommen. Ich konnte so am Leben halbwegs teilnehmen, essen, schlafen, aber habe mich trotzdem sehr bedrückt gefühlt.

Der Psychologie verschrieb nun Opipramol. Wie beim Mirtazapin: zwei Tage etwas Ruhe, danach Katastrophe... wieder sein gelassen. Der Psychologe verschrieb daraufhin noch Pregabalin, dass ich bislang gar nicht ausgetestet habe.
Ich habe dann hochdosiertes Johanniskraut genommen, die Sonnentage im Februar haben auf einmal alles weggewischt. Ich habe mich so gefreut aus diesem Albtraum wieder erwacht zu sein. Dachte es lag am Johanniskraut. Ging mir wieder gut. Wieder zur Arbeit. Kritische Situation, wieder Ängste, durch die Ängste gefühlte Fehler gemacht. Ergebnis leider noch monatelang offen.
Ich habe wieder angefangen 1/4 Bromazepam (1,5 mg) zu nehmen. Nicht täglich. So dreimal die Woche. Die Angstzustände wurden trotzdem (oder weil?) wieder immer stärker bis sie wieder das hohe Level aus dem Januar / Anfang Februar erreicht haben. Es reichen geringste, negative Gedanken und ich hänge voller Angst in negativen Gedanken / worst case Szenarien fest.
Mir wurde dann Zopiclodura verschrieben, da ich nur noch wenig geschlafen habe (aufwachen immer um 2 und um 4 Uhr nachts). Mit den Zopiclodura (3 Nächte genommen) konnte ich so 4 bis 5 Stunden schlafen. Gestern habe ich es weggelassen und null geschlafen. Den ganzen Tag heftige Angstzustände.

Der Rückfall wurde durch negative Ereignisse ausgelöst, die ich als Weltuntergang gewertet habe. Umso schlimmer, da ich mich Anfang März selbst aus dem Tal gekämpft hatte und nun wieder in diesem Horror feststecke (auch zum Leidwesen meiner Familie).

Lange Rede, aber nun meine Frage: Ich habe seit Mitte Januar von der 20'er Bromazepam-Packung (a 6 mg) insgesamt 10 verbraucht. Ich habe sie die letzten Wochen sehr unregelmäßig genommen (zwischendurch 2 Wochen gar nicht). Als die Unruhe und Angst heute so riesig wurde, habe ich mir wieder eine Viertel eingeworfen (letztmalig Sa.). Etwas Erholung hat sie gebracht, aber gefühlt nicht so viel. Kann es sein, dass nach Abklingen der Wirkung schon Entzugserscheinungen eintreten, mit Unruhe und Angst und Schlaflosigkeit oder ist das eher unwahrscheinlich? Sollte ich auf die Einnahme ganz verzichten und versuchen ein paar Angsttage so (ohne Medikamente) durchzustehen?

Ich kann zu Glück zeitnah (in drei Wochen) eine Reha beginnen (da hat einiges zusammen gepasst, ansonsten hieß es - Therapiewartezeit 3/4 Jahr) von der ich mir Hilfe verspreche, aber ansonsten bin ich entsetzt, wie wenig Hilfe man in Deutschland bekommt, wenn man unter Angststörungen leidet. Man wird zum reinen Medikamenten-Tester...

Abschließend würde ich mich freuen, wenn mir hier jemand Tipps geben kann, wie man eine solche Situation bewältigen kann...
Gab es Medikamente die geholfen haben?

Liebe Grüße

Olli29
Zuletzt geändert von Annanas am Dienstag, 26.03.19, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 18346
Registriert: Montag, 04.02.13, 22:37

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Jamie » Dienstag, 26.03.19, 18:30

Hallo Olli29, :)

willkommen im Forum.

Es ist prima, dass du zeitnah eine Reha bekommen hast.
Ich hoffe sie ist psychosomatisch?
Lass dir da bloß keine weiteren Medikamente aufschwatzen; die Therapien sollten nichts mit Medikamenten zu tun haben, sondern mit dem Menschen im Mittelpunkt und das nach Möglichkeit ganzheitlich (Entspannung, Gruppentherapie, Einzeltherapie, leichtes Sportprogramm, Physiotherapie, Malen, Musizieren, Gestaltarbeit, Natur erleben, Austausch mit Gleichgesinnten, evtl. spirituelle Begleitung etc.)

Ich halte es für unerlässlich, dass du deine Ängste und die Gründe für die Ängste therapeutisch aufarbeitest.
Das ist der einzige Weg, das Übel an der Wurzel zu packen - ansonsten "doktorst" du nur rum bzw. man an dir :roll:.

Zu deiner Frage nach den Benzodiazepinen.
Ich denke, dass du mit deinem bisherigen Konsum an der Grenze zu einer beginnenden Abhängigkeit entlangschrammst und kann dir nur dringendst raten, wenn möglich, die Finger von den Benzos zu lassen. Du kannst als Notfall- und Beruhigungsmaßnahme (hilft psychisch ungemein) immer eine Tablette in deinem Portemonnaie bei dir führen. Im worst case könntest du sie nehmen, ansonsten ist sie einfach da und dein mentales Auffangnetz (das man aber nur in absoluten Extremsituationen in Anspruch nimmt).

Ich möchte dir noch einen Satz zum Angstmechanismus da lassen. Wenn du das begreifst, dann fällt es dir in Zukunft vielleicht leichter damit umzugehen.

Angst löst eine Kaskade von Veränderungen im Körper aus. Die Nebennierenrinde u.a. schütten große Mengen Cortisol und Adrenalin aus; daraufhin werden die Sinne geschärft, der Blutdruck steigt, das Herz fängt schneller an zu klopfen (oder zu rasen); man ist innerlich auf Flucht oder Kampf gepolt u.v.m.
Normalerweise baut sich das irgendwann wieder ab (früher kämpfte man oder floh) und dann ist es gut.

Wenn man aber überstresst ist, nicht gelernt hat sich aktiv zu entspannen und zu wenig Ruhe gönnt (zB weil man nicht abschalten kann und das Kopfkino einen Blockbuster fährt), dann bleiben all diese erhöhten Mengen an Neurotransmitter im Körper und sensibilisieren dein ZNS.
Und fieserweise braucht es dann, um einen neuen Panikschub oder Angstzustand auszulösen, gar keine besonders gefährliche Situation. Es reichen schon kleine Trigger, die auf deinen permanent alarmierten Körper treffen, um eine neue Angstwelle auszulösen.

Damit erhält sich dieser Teufelskreislauf von selber aufrecht.
Unangenehme Gedanken, die früher vielleicht ein kurzes mulmiges Gefühl in der Magengrube ausgelöst haben, reichen nun aus, eine fulminante Panikattacke hervorzurufen und so geht das dann als weiter. Und durch den Alarmzustand des Körpers sind auch die Gedanken entprechend ängstlich konnotiert. Alles füttert sich gegenseitig.

Hier sollte deine Therapie ansetzen und man sollte mit dir schauen, um was die Angst kreist, aber man sollte dir auch unbedingt Methoden an die Hand geben, wie man damit umgehen kann und es künftig vielleicht sogar vermeiden kann, dass sich alles so hochschaukelt.
Du schreibst ja selbst, dass sich da Sachen auftürmen, die eigentlich gar nicht so dramatisch sind.
Ich wünsche dir alles Gute und verlinke dir unseren "Umgang mit Angst" - Thread:
viewtopic.php?f=50&t=11591

Der Sichere Ort. Methode, sich geborgen zu fühlen: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... =4&t=14902

Atemtechniken bei Angst: viewtopic.php?f=4&t=11341

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

-----------------------------

Infos über mich:
► Text zeigen

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Dienstag, 26.03.19, 18:55

Hallo Jamie!

Vielen Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort!

Ja, die Reha ist in einer psychosomatischen Klinik. Ich möchte auf keinen Fall AD nehmen, da meine jeweils kurzen Erfahrungen so negativ
waren.

So wie Du die Angstzustände und Panikattacken beschreibst, das kann ich nur unterschreiben. Das Schlimme ist die in diesem Moment gefühlte Ausweglosigkeit. Ich habe in meinem Leben durchaus anspruchsvolle Situationen gemeistert, diesmal hat es mich aber so richtig durchgeschüttelt und ich bin am Limit. Das Schlimme ist, dass ich zusätzlich absolut sprunghaft bin und wie gesagt, in meiner Angst immer meine, dass ich aus Angst was falsch gemacht habe und dieses schnell ausbügeln muss. Dann verschlimmbessere ich die Situation... das führt zu neuen Ängsten... eine Spirale in den Abgrund.

Ich habe mit Kundalini-Yoga, Meditationstechniken und Joggen etc. eigentlich Hilfsmittel, die mir immer gut geholfen haben, aber teilweise bin ich vor Angst so gelähmt, dass ich diese Sachen nicht angehen kann, den Kopf nicht frei habe.
Wenn ich dann mit Leuten sprechen, die mir kompetent Rat (in Sachen Angstauslöser) geben können, ist die Angst teilweise wie weggeblasen. Von 0 auf 100 alles okay, aber spätestens in der Nacht kehren die Zustände zurück und nehmen Besitz von mir. Das Bromazepam ist dann eine Lösung, die schnelle Hilfe verspricht, auch wenn die depressiven Einflüsse sich dadurch nicht unbedingt verringern. Vielleicht werde ich die Zeit bis zur Reha noch mit den Benzos (nicht täglich, nicht mehr als 1,5 pro Tag) überbrücken... ich muss ja auch vor den Kindern irgendwie das Gesicht wahren...

Ich habe hier im Forum etwas quer gelesen. Ich habe höchsten Respekt davor, was einige Leute hier aushalten und ertragen müssen!

Die Links schaue ich mir noch an...

Liebe Grüße

Olli29
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Sonntag, 31.03.19, 21:02

Hallo, Ihr Lieben,

leider hat sich die Lage etwas verschlechtert...
Auf Grund einer unausweichlichen Feierlichkeit hatte ich zwei 1,5 gr. Bromazepam innerhalb von 24 Stunden genommen (davor drei Tage keine) und im Laufe des Tages verteilt auch Alkohol zu mir genommen (nicht übermäßig). Es heißt ja immer die Wirkung des Bromazepam würde sich durch Alkohol verstärken... was mich betrifft, stimmt das vielleicht für 10 bis 30 Minuten, danach geht es genau in die andere Richtung, werde dann noch ängstlicher und depressiver als zuvor. Kann es dann auch nicht mehr verbergen.War extrem..

Die Nacht danach gab es höchstens zwei Stunden Schlaf. Das Schlimme am Schlafen ist zur Zeit, dass ich immer Albträume mit abgefahrenen worst-case-Szenarien in Bezug auf meinen Angstsachverhalt bekomme. Obwohl diese Szenarien am hellen Tage vollkommen irrational und albern sind, verschaffen sie mir im Schlaf ein kaum zu beschreibendes negatives Gefühl, wirken total echt und erzeugen nackte Angst, die ich nach dem Aufwachen kaum abschütteln kann (obwohl so unrealistisch).

Am nächsten Tag habe ich dann, in der Hoffnung sie verschafft mir Linderung, noch eine 1,5 gr. Broma genommen. Geholfen hat sie vielleicht für drei Stunden (die waren sehr schön), dann aber wieder Angst, Weinerlichkeit, deprimiert usw.
Bin dann tapfer meine 6 km gejoggt. Das ist nicht ganz einfach, da die Angst mitläuft und die Atmung deutlich flacher ist.
Heute auch wieder gelaufen (Nacht war dann wieder richtig schlecht mit tonnenweise Albträumen). Eine halbe Stunde nach dem Joggen stellt sich meistens für rund 3 bis 5 Stunden innere Ruhe und wieder Selbstsicherheit ein. Das tut unglaublich gut und wirkt somit fast besser als eine Viertel Broma. Obwohl ich meine Gedanken heute in der Folge gut unter Kontrolle hatte, krabbelte die Unsicherheit mit der Dämmerung aber wieder in mir hoch, Angst macht sich wieder breit und schnürt mich ein. Ätzend.

Vor meinen Kindern konnte ich die ganze Symptomatik bislang halbwegs verbergen, für meine Frau tut es mir so schrecklich leid, dass sie mich so erleben muss und so mitleidet (obwohl sie versucht sehr stark zu sein).

Also, das Bromazepam werde ich nun nicht mehr nehmen. Die 1,5 Gramm bringt nun zu wenig, erhöhen möchte ich aber nicht und sie auch nicht täglich nehmen. Ich habe nun, von meinem Psychologen, noch Mirtazapin, Opipramol, Pregabalin und Promathezin hier zu Hause herumfliegen. Zoplicodura von meinem Hausarzt. Sollte ich ja nach Bedarf in vorgestecktem Rahmen nehmen (nach einander verschrieben). Wie im Eingangspost beschrieben hatte ich im Jan. / Feb. drei von den 4 AD's "angetestet".

Mirtazapin 25-50 abends - insgesamt 4 Tage - zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet

Zopiclodura - 3 Nächte je 1 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen

(klingt vielleicht so, als hätte ich sie wie Bonbons getestet... aber was soll man machen... auf ärztliche Anweisung... aaaah... - wenn ich bedenke, dass ich beim Kauf von Kaliumbrausetabletten mal einen halbstündigen Vortrag über die Gefahren in der Apotheke erhalten habe - bei den ganzen Medis nicht einen Ton...)

Auf der einen Seite bin ich meinem Körper sehr dankbar, dass er in Sachen Medikamente sehr schnell sehr sensibel reagiert und sich fast schon gegen die Einnahme sperrt, auf der anderen Seite wäre ich, wie wohl viele hier im Forum, endlich mal wieder befreit von Angst und Albträumen. Endlich mal wieder schlafen, lachen, sich richtig unterhalten... und überlege, ob ich eines der AD nochmal zum besseren Schlafen versuche... da ich aber vor drei Wochen fast schon vollkommen symptomfrei war (für eine Woche bis neue Trigger auftauchten), weiß ich, dass der Krieg im Kopf und nicht durch Medikamente gewonnen werden muss... ich muss wieder in der Gegenwart leben... handlungsstark sein...
Die Reha ist übrigens nur noch einige Tage entfernt.

Was meint Ihr? Irgendwie ohne Medikamente bis zur Reha durchhalten (auch wenn ich kaum schlafe und nachts durchs Haus tigere und Angstattacken, Weinkrämpfe bekomme) oder zum Schlafen doch nochmal Mirtazapin (vielleicht 7,5) oder Promathezin ausprobieren? Möchte aber nicht die Büchse der Pandora öffnen...
(Hinweis: Alternativen wie Baldrian, Passionsblume, Einschlafmeditation usw. habe ich ausprobiert, brachten aber keinen Erfolg, das Unterbewusstsein ist in der Nacht unerbittlich... - nehme ab heute wieder Laif 900 und Vitamin D... naja...)

Liebe Grüße

Olli29
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

FineFinchen
Teamunterstützung
Beiträge: 1641
Registriert: Mittwoch, 08.04.15, 17:34

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von FineFinchen » Sonntag, 31.03.19, 22:21

Hallo Olli,

vielleicht magst Du mal bei Carlito reinschauen und Dich mit ihm austauschen viewtopic.php?f=35&t=16473&p=297257#p297257

Er ist mit seinem Benzo seit gestern auf 0. Er berichtet, dass ihm Meditation sehr geholfen hat.

Lass die Reha mal in Ruhe auf Dich zukommen. Meine war toll, ich habe die Zeit sehr genossen und unglaublich viel gelernt. Das wirkt jetzt noch nach. Ich möchte diese Zeit nicht missen.

Hast Du schon Nerven- und Schlaftee ausprobiert?

Liebe Grüße und eine etwas erholsamere Nacht wünscht
Finchen

Nachtrag:
Bitte erstelle eine Signatur, damit jeder schnell einen Überblick hat viewtopic.php?f=46&t=15035
Vielen Dank :)
➡️ Fragen- und Antwortkatalog. Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!

➡️ Was finde ich wo im Forum?
► Text zeigen

lunetta
Teamunterstützung
Beiträge: 3122
Registriert: Montag, 17.08.15, 18:09

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von lunetta » Sonntag, 31.03.19, 22:47

Hallo!

Ich glaube dass du einerseits in einer Toleranz beim Bromaz. bist, andererseits aber durch die nacheinander eingenommenen AD ein sehr gereiztes ZNS hast, was du die nur fallweise Einnahme eines Benzos nicht beruhigen kannst.

Das heißt jetzt für dich dass du einen Teufelskreis unterhältst - du nimmst Bromaz. ein gegen Angst, die Toleranz macht aber schon Symptome, die dir wiederum Angst machen, usw.

Auch die hohen Dosen von Mirta bis zu 45 mg ist ja nicht mehr schlafanstoßend, sonder in höheren Dosen anregend und antidepressiv. Beruhigend und schlafanstoßend sind nur Dosen bis maximal 15 mg.

Und dieses Medikamentendurcheinander immer ein paar Tage ein anderes zu versuchen, ist kontraproduktiv.

Johannenskraut ist auch kritisch zu betrachten - es gibt auch hier viele Menschen, bei denen es nicht wie gewünscht wirkt, und deshalb kein sehr harmloses Mittel ist.

Ich glaube bei dir hilft nur ganz kosequent das Benzo rasch abzusetzen, wie du selbst merkst, wirkt es nicht wie es sollte bei dir, macht aber ind er Zeit im Hintergund schon eine Abhängigkeit und Toleranz.


Ich würde jetzt nur gute Nerven- und Schlaftees trinken, Magnesium könnte auch helfen, , eventuell Baldrian als Urtinktur, da hilft mir sehr gut.
Und die Zeit arbeitet für dich! Je schneller du das los bist, und je weniger du nimmst wenn du in die Reha gehst, gesto besser. Beiß dich da jetzt durch, ohne dich abzuschießen.

GLG
► Text zeigen
.

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Montag, 01.04.19, 3:21

Hallo Finchen, hallo Lunetta,

vielen Dank für Eure schnellen Antworten!
Wie man an der Uhrzeit erkennen kann, hat durchschlafen wieder nicht geklappt... bin vor 5 Minuten schweißgebadet aus einem Albtraum erwacht...

@Finchen

ich habe schon einige Erfahrungen mit Meditationen und werde auch wieder versuchen, täglich zu meditieren. Im Angst- bzw. Panikzustand fällt mir das aber leider eher sehr schwer. Ich bin auch bemüht Achtsamkeitsübungen wieder fest in den Tagesablauf zu integrieren und mich endlich mal tiefergehend mit der Thematik zu beschäftigen.
Schlaftees habe ich bereits probiert. Ein klein wenig bringen sie mich schon herunter, aber insgesamt reichen sie nicht aus, um eine Besserung der Zustandes herbeizuführen oder einen besseren Schlaf zu erreichen. Leider.

Auf die Reha freue ich mich auch. Ist meine zweite. Vor ca. 10 Jahren war ich bereits einmal in derselben Kurklinik zur Reha (habe mich dort auch wieder um eine Termin bemüht) und weiß so in etwa, was mich erwartet. Dieses mal ist der Hintergrund zwar komplexer, aber auch damals waren negative Gedankenkreise ein Thema (allerdings hatte ich seinerzeit keine Angstzustände).

Signatur hänge ich morgen an.


@Lunetta

Ich denke, Du hast absolut recht. Die Medikamententests waren nicht förderlich und beim Bromazepam ist vermutlich trotz der geringen Einnahme / Dosis schon eine Toleranz aufgetreten. Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass die Angst zwar gelindert, aber die depressiven Schübe durch Broma eher verstärkt werden. Ich lasse sie nun komplett weg.

Beim Mirtazapin habe ich oben eine falsche Menge angegeben. Lt. Arzt sollte ich ein bis zwei Tabletten zur Nacht einnehmen. Nachdem ich die ersten zwei Nächte gut (nach einer Tablette a 15 mg), die Dritte aber gar nicht geschlafen hatte, habe ich dann am 4. Tag zwei Tabletten zum Schlafen (also 30 mg) probiert (wieder nicht geschlafen). Mirtazapin und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Keine weiteren Tests.

Baldrian als Urtinktur? Klingt sehr interessant, werde ich mal schauen...

Im Wesentlichen muss ich aber irgendwie Angst durch Zuversicht ersetzen... nur das schaffe ich gerade nicht...

So, schaue mir nun ein, zwei Folgen Big Bang Theory zum ablenken an und starte dann die nächste Albtraumreise...

Ganz liebe Grüße zurück. Dieses wirklich selbstlose Forum ist klasse. Habe hier nun so einige Threads quer gelesen und die Hilfe und Unterstützung, die geleistet wird, ist gar nicht hoch genug anzuerkennen...

Olli29
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

lunetta
Teamunterstützung
Beiträge: 3122
Registriert: Montag, 17.08.15, 18:09

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von lunetta » Montag, 01.04.19, 9:26

Hallo!

Bitte sag dir nicht schon im vorhinein dass du die nächste Alptraumreise starten wirst, das wird nämlich ein Selbstläufer.

Besser wäre es wenn du dir sagst, dass du jetzt ganz ruhig zu Bett gehst und es eine ruhige Zeit im Bett wird, egal ob geshclafen wird oder nicht, und wenn Schlaf kommt, dann wird er ruhig.

Wenn du es schon vorher mit deinen Ängsten heraufbeschwörst, dann wird es schwierig, dass eine ruhige Schlaffindung stattfindet...

GLG
► Text zeigen
.

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Montag, 01.04.19, 9:59

Hallo Lunetta,

ja, das stimmt natürlich, aber die letzten Nächte liefen alle so identisch ab...
Schnüre nun die Laufschuhe... die Sonne scheint... der Himmel ist total blau...
Warum nur fällt es so schwer in der Gegenwart zu leben?

Liebe Grüße
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

escargot
Beiträge: 1434
Registriert: Mittwoch, 20.06.18, 15:26

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von escargot » Montag, 01.04.19, 12:49

Hallo Olli,

ja, warum fällt es so schwer in der Gegenwart zu leben?

DAS frage ich mich leider auch sehr, sehr oft.

Ich bin auch gerade im Benzoentzug (Lorazepam) und kämpfe mich so durch. Schlafmangel ist da sicher ein Klassiker. Ich versuche dann auch so eine Art Gedankenstopp. Allerdings gelingt mir das auch nicht immer, manchmal aber doch indem ich mich auf meinen Atem fokussiere und gleichzeitig zähle.

Und lunetta hat Recht. Mit den vorauseilenden Gedanken an schlechten Schlaf setzt du das böse Karussell wieder in Gang und es hat etwas von sich selbst erfüllender Prophezeihung.
Du kannst dich stattdessen auch ruhig hinlegen (ins Bett oder flach auf den Boden) und auf deinen Atem meditieren (oder einen Bodyscan machen - kennst du das?), ruhig atmen und versuchen anzunehmen was gerade ist. Auch ein Moment der Angst wird vorbeiziehen oder ein Moment der Unruhe.

Gebe zu, dass das echt verdammt schwer ist und höre auch häufiger nachts Podcasts wenn ich nicht schlafen kann und manchmal telefoniere ich auch mit dem Krisentelefon.

Und noch was: Kinder haben sehr feine Antennen. Ich glaube nicht, dass du all die Angst vor ihnen verstecken kannst und Handhabe es so, dass ich in besseren Momenten genau das thematisiere (mein Sohn ist erst 5 und ich denke mir manchmal Geschichten aus). Es gibt auch gute Literatur zum Thema psychisch kranker Eltern(teile). Weiß jetzt nicht, wie alte deine Kinder sind?

Liebe Grüße
escargot
DIAGNOSEN
02.2014-12.2016 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
01.2017-heute schizoaffektive Störung
05.2017-Schizophrenes Residuum

MEDIKATION
=> Bedarf max. 2 mg Tavor!

Täglich :
Olanzapin 2,5 mg, Risperdal 1 mg, Tavor 0,7 mg
400 mg Magnesium
Vitamin B12
....
► Text zeigen

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Montag, 01.04.19, 15:45

Hallo escargot,

meine Kinder sind schon etwas älter und behandeln mich zumindest weiter wie bisher. Ich denke, sie blenden aus, dass es mir nicht so gut geht. Oder lassen es sich zumindest nicht anmerken.

Ja, das böse Karussell... den Atem zu fokussieren, das hilft mir auch manchmal (Bodyscan kenne ich), manchmal aber auch nicht mehr. Dann hilft nur noch, wenn meine Frau mich in den Arm nimmt... nachts mag ich sie aber nicht wecken, reicht wenn einer von uns schlecht beisammen ist...

Ich habe große Probleme die Gesamtsituation zu akzeptieren, diese Ängste, die sich komplett verselbstständigt, überdimensioniert, zur Katastrophe aufgetürmt, über mein Leben gestülpt haben und mich fast erdrücken... ich wandele seit nun über 10 Wochen (rund 7 Tage hatte ich mittendrin Pause, da waren die Ängste so gut wie verschwunden) wie ein Geist auf dem schmalen Grat zur generalisierten Angststörung... ich muss mich bei kleinen schlechten Nachrichten, die gar nichts mit dem ursprünglichen Angstauslöser zu tun haben, schon sehr zu Ruhe zwingen, um nicht in Panik zu geraten... das ist alles so neu für mich, so unerwartet, so bedrohlich... was Angst mit einem anrichten kann, wie sie einen umklammert und den Blick auf die Wirklichkeit versperrt... sie stiehlt den Moment... die Frage, wo das bloß enden soll...

Das Bromazepam hat eine Auszeit von diesem Drama geboten. Ich glaube auch nicht, dass bereits eine Sucht bei mir eingetreten ist. Ich konnte zwischenzeitlich problemlos 14 Tage verzichten und habe auch jetzt nicht das Verlangen mir eine einzuschmeißen (und werde es auch nicht tun - letzte Einnahme war am Sa., 10 Uhr, 1,5 mg), aber ich habe auch keine Lust mich beim Abklingen der Wirkung noch bedrückter als zuvor zu fühlen oder mich irgendwann mit Entzugsproblematiken herumschlagen zu müssen...
Ich habe auch Angst irgendwelche AD zunehmen, von denen eh keiner weiß, wie sie bei mir wirken. Wie so ein Glücksspiel... die bislang angetesteten haben bei mir jedenfalls ein sehr schlechtes Gefühl erzeugt...

Deiner Signatur ist zu entnehmen, dass Du CBD-Öl nimmst. Konntest dadurch eine angstlösende Wirkung erzielen?

Liebe Grüße

Olli29
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

Towanda
Teamunterstützung
Beiträge: 2044
Registriert: Dienstag, 16.01.18, 18:23

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Towanda » Montag, 01.04.19, 16:47

Olli29 hat geschrieben:
Montag, 01.04.19, 15:45

Ich habe auch Angst irgendwelche AD zunehmen, von denen eh keiner weiß, wie sie bei mir wirken. Wie so ein Glücksspiel... die bislang angetesteten haben bei mir jedenfalls ein sehr schlechtes Gefühl erzeugt...
Hallo Olli,

ich möchte darauf hinweisen, daß auch Johanniskraut, also Laif900 zu den Antidepressiva gehört und auch eines Ausschleichen bedarf, wenn man es länger als 4 Wochen einnimmt. Auch das kann Absetzersymptome verursachen. Lunetta hatte es Dir ja oben schon geschrieben.

Mir hat gegen Angstattacken Metacavernit sehr gut geholfen. Auch Calmvalera ist eine Möglichkeit.

LG Towanda
► Text zeigen

31.07.19 - 2,70 mg Mirtazapin
28.08.19 - 2,30 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli - im August 2019 beendet
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Montag, 01.04.19, 18:51

Hallo Towanda,

danke für den nochmaligen Hinweis mit dem Laif900. Kann durchaus sein, dass es seinen Teil zur Symptomatik beiträgt.
Calmvalera habe ich sogar noch ungeöffnet daheim. Werde es mal antesten.

Liebe Grüße

Olli29
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

lunetta
Teamunterstützung
Beiträge: 3122
Registriert: Montag, 17.08.15, 18:09

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von lunetta » Montag, 01.04.19, 19:33

Hallo!

Johanniskraut kann vielfältige Symptome verursachen, vor allem auch Angst- und Unruhezustände.
Man glaubt vielleicht dass ein pflanzliches Mittel keine NW hat, aber grade bei Johanniskraut sollte man extrem vorsichtig sein, vor allem wenn man ohnehin schon an Angst und Unruhe leidet.
Es kann das verstärken und noch ordentlich zusätzlich reinhauen.

Calmavera ist ein guter Tipp, oder auch Calmadoron.
Die Baldrian Urtinktur habe ich dir glaube ich schon empfohlen, die hilft mir prima, vor allem in Verbindung mit der Urtinktur Passionsblume.

Dass dich die gesamte Situation belastet glaube ich dir auf`s Wort.
Man kann da auch nicht so einen Schnitt machen, und dann ist alles wieder gut, leider!

Was mir persönlich immer wieder gut hilft, ist es anzunehmen wie es grade ist. Nicht an morgen zu denken, und nicht im Gestern zu leben, sondern immer im JETZT.

Vielleicht hilft auch dir der weise Spruch meiner bereits verstorbenen Oma, die fast 100 geworden ist:
Das Buch des Lebens ist bereits bei der Geburt zu Ende geschrieben.
Man kann nichts mehr dran ändern - deshalb ändert sich nichts am Leben ob man Angst hat oder nicht, deshalb kann man sich vollkommen dem Leben ergeben und es einfach nur leben, denn egal ob mit oder ohne Angst - das Leben geht weiter.
Also hat man mehr davon, wenn man sich nicht vollkommen der Angst ausliefert.

Ich weiß dass sich das leicht anhört und ganz schwer ist, ich kann es auch nur schwer so leben, aber ich versuche es täglich neu;)

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute! GLG
► Text zeigen
.

escargot
Beiträge: 1434
Registriert: Mittwoch, 20.06.18, 15:26

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von escargot » Montag, 01.04.19, 19:57

Hallo Olli

ja ich finde es nur wichtig den Kindern da auch Erzählraum zu bieten. Überlege da gerade selbst für unseren Mini.

Das CBD hat zumindest etwas einschlafanstoßende Wirkung, aber wenn die Ängste zu krass sind, ist das nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein und es ist einfach irgendwie ‚träge‘ falls man das so sagen kann. Die Wirkung setzt bei mir nach etwa 45 Min. erst ein und verpufft dann recht bald auch wieder, sodass ich überlege es wieder raus zu nehmen - unter anderem auch wegen der Kosten und des wirklich widerlichen Geschmacks (es ist mit Hanföl). Versuchen könntest du es natürlich...

Ist das Angstlevel noch nicht zu hoch und ich schaffe es rechtzeitig zu intervenieren, hilft (Geh)Meditation und Atemübungen recht zuverlässig aber eben auch nicht sonderlich nachhaltig. Die kleinste Schwierigkeit katapultiert mich dann zurück in den Angststrudel und ich muss von ganz vorn beginnen.

Hast du es mal mit Mantras probiert? Oder singen?

Jedenfalls wirklich ein glücklicher Zufall, dass du bald zur Reha kannst!

Alles Liebe!
escargot
DIAGNOSEN
02.2014-12.2016 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
01.2017-heute schizoaffektive Störung
05.2017-Schizophrenes Residuum

MEDIKATION
=> Bedarf max. 2 mg Tavor!

Täglich :
Olanzapin 2,5 mg, Risperdal 1 mg, Tavor 0,7 mg
400 mg Magnesium
Vitamin B12
....
► Text zeigen

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Montag, 01.04.19, 22:53

Hallo, lieben Dank für Eure Antworten!

@Lunetta

Hab jetzt 2 x 40 Tropfen Calmavera genommen und kann sagen, dass ich relativ gelassen bin. Hm. Hätte ich jetzt gar nicht geglaubt.
Finde es übrigens immer super interessant, dass die Placebogruppen in den AD Studien auch zu 35 Prozent erfolgreich sind... Der Mensch hat in dieser Hinsicht soviel Selbstheilungspotenzial... wenn dieser Mechanismus mal entschlüsselt wird...
Wobei ich Calmavera jetzt nicht in die Placebo-Ecke stellen mag... der erste Eindruck ist sehr gut... ich werde nachberichten...
Nicht an morgen zu denken, und nicht im Gestern zu leben, sondern immer im JETZT.
Das ist die Kunst, die mir im Augenblick abgeht... Ein Hauch Fatalismus, wie bei Deiner Oma, wäre sicher sehr hilfreich und würde mir vieles einfacher machen...

Lieben Dank für Deine Wünsche. Ich wünsche Dir auch alles Liebe und Gute. Habe kurz in Deinen Thread geschaut. Von Betablockern halte ich persönlich sehr wenig und wünsche Dir von Herzen gute Besserung!


@Escargot

Hm, Deine Schilderung bestätigt so ein bisschen meine Meinung bezüglich des CBD Öls.

Zum Thema Meditation und Mantra:
Ich stehe dem sehr offen gegenüber. Ich mag die Meditationen zu den Jack Kornfield Büchern (lese auch gerade "das weise Herz" - komme aber nur langsam voran...) und werde, wenn die Angstsituation im Griff ist, auch versuchen mich hier (an meinem Wohnort) einem Buddhistischen Kreis, bzw. einer Meditationsgruppe anzuschliessen. Da habe ich schon seit Jahren vor, aber nie umgesetzt. Vielleicht ist das jetzt ja die Initialzündung.

Singen? Du hast mich ich noch nie singen gehört... ;-)
Ich habe eine klasse Kundalini-Yoga DVD. Die ist Gold wert und hat mich immer nach vorne gebracht. Durch die Übungen wird der ganze Körper durchgedehnt, die Atmung trainiert und Meditationen sind auch enthalten. Mantras ebenfalls (sat nam, ong namo).
Aber Du meintest sicher ein extra, selbstkreiertes Mantra, dass ich in einer Angstsituation anwenden könnte?!

Aber: meine Anspannung ist zur Zeit einfach noch zu hoch, die Angst, die Gedankenkreise noch ein Stück zu präsent, um mich wieder in die Übungen zu versenken...
Habe mich heute auf die Terrasse in die Sonne gelegt (geschützt vom frischen Ostwind) und mir ein paar Phantasiereisen angehört. Hat gut getan.
Aber letzten Endes ist es bei mir einfach: schlechte Nachrichten können mich schnell auf Talfahrt und in fürchterliche Ängste / Gedankenkreise schicken, gute Nachrichten bewirken das Gegenteil und dann gibt es ja noch die Nächte mit ihren Jägern in den (Alb)Träumen... da hält kein Medikament mit (im Guten wie im Schlechten)...
Jedenfalls wirklich ein glücklicher Zufall, dass du bald zur Reha kannst!
Das hat ausnahmsweise wenig mit Zufall zu tun. Da habe ich mit letzter Kraft Dampf entfacht. Haben aber auch alle Beteiligten toll mitgezogen (Ärzte, Klinik, Vertrauensarzt, Krankenkasse...)... ich denke, dass mir Gespräche und Verhaltenstherapie am ehesten helfen... und die Therme neben der Kurklinik... ;-)
Habe aber insgesamt keine überzogenen Erwartungen...

Liebe Grüße

Olli29
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

Towanda
Teamunterstützung
Beiträge: 2044
Registriert: Dienstag, 16.01.18, 18:23

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Towanda » Montag, 01.04.19, 22:59

Olli29 hat geschrieben:
Montag, 01.04.19, 22:53

Ich habe eine klasse Kundalini-Yoga DVD. Die ist Gold wert und hat mich immer nach vorne gebracht. Durch die Übungen wird der ganze Körper durchgedehnt, die Atmung trainiert und Meditationen sind auch enthalten. Mantras ebenfalls (sat nam, ong namo).
Hallo Olli,

das interessiert mich! Magst Du mal einstellendem welche DVD es sich handelt?

Vielen Dank!

LG Towanda
► Text zeigen

31.07.19 - 2,70 mg Mirtazapin
28.08.19 - 2,30 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli - im August 2019 beendet
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

Olli29
Beiträge: 17
Registriert: Dienstag, 26.03.19, 15:32

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Olli29 » Montag, 01.04.19, 23:38

Hallo Towanda!

Kundalini Yoga für Einsteiger von Canda. Auch in 4K Zeiten gut angelegte 9 Euro ;-)
Finde ich wirklich klasse... auch empfehlenswert, wenn man mit der Kundalini-Lehre eher weniger anfangen kann...

Liebe Grüße

Olli29
- Burnout 2010 - 16 Tage Mirtazapin - Nebenwirkung Hoffnungslosigkeit, extreme innere Anspannung - sofortiges Weglassen
- Angststörungen seit Beginn 2019:
Mirtazapin 15-30 abends - insgesamt 4 Tage im Januar 19 zwei Tage gut geschlafen - dann schlecht, unter Tags bedrückt und tierisch angespannt - weggelassen
Promathezin - 1 x in einer Angstattacke im Januar 19 - 15 Tropfen - daraufhin panisch geworden - nicht wieder genommen
Opipramol - 50-100 abends - insgesamt vier Tage im Februar 19 - keine großen Nebenwirkungen, aber auch keine Wirkung - schlechter bis gar kein Schlaf- weggelassen
Pregabalin - nach Internetrecherche auf Einnahme / Test verzichtet
Zopiclodura - 3 Nächte je 1 im März 19 - Schlaf mit Albträumen für 3 bis 4 Stunden - danach Angst - weggelassen
Bromazepam - im Januar / Februar 19 über 8 Tage je eine 3 mg - zehn Tage Pause - im März 19 gelegentlich 1,5 mg - zwar Angstlösung, aber gefühlte Verstärkung der depressiven Schübe

escargot
Beiträge: 1434
Registriert: Mittwoch, 20.06.18, 15:26

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von escargot » Dienstag, 02.04.19, 0:00

Lieber Olli

na mit dem Lesen bist du mir schon voraus! Bei mir ist es gerade als lese ich um die schwarzen Buchstaben in ein großes weißes Nichts hinein. Und auch langsam lesen geht nicht (mehr) derzeit. Sehr frustig.

Aber bleiben wir hier. Also Mantra kann alles sein. Selbstausgedacht oder „geklaut“ oder eine Mischung. Ich selbst nehme eines zur Gehmeditation und berühre mit dem Daumen beim Gehen nacheinander alle vier Fingerspitzen und sage dann SA-TA-NA-MA (das ist auch aus dem Kundaliniyoga und steht für die Geburt, das Leben, den Tod und die Wiedergeburt). Mir gefällt einfach die Vorstellung, dass das alles im Fluss ist und das beruhigt mich dann in Kombination mit dem Gehen.

Überhaupt kann es sein, dass Bewegung hilft? Wenn wir Angst haben, ist das Energie pur in unserem Körper.
Meine Körpertherapeutin hat mir das beigebracht und diese Energie muss sich entladen.

Manchmal mache ich 50 Kniebeugen oder gehe auf das Ergometer und du hast das Laufen, ja?
Das ist echt gut, dass du das trotzdem machst!

Ich fahre auch manchmal in ein Buddhistisches Zentrum zum Retreat. Empfinde das auch immer als sehr heilsam.

Wünsche dir das auch und eine bessere Nacht!
escargot
DIAGNOSEN
02.2014-12.2016 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
01.2017-heute schizoaffektive Störung
05.2017-Schizophrenes Residuum

MEDIKATION
=> Bedarf max. 2 mg Tavor!

Täglich :
Olanzapin 2,5 mg, Risperdal 1 mg, Tavor 0,7 mg
400 mg Magnesium
Vitamin B12
....
► Text zeigen

Blumenwiese
Beiträge: 458
Registriert: Samstag, 21.04.18, 16:33

Re: Olli29: Hilflos vor den Angstzuständen und den verschriebenen Medikamenten

Beitrag von Blumenwiese » Dienstag, 02.04.19, 0:13

Hallo,

Darf ich fragen, ob das mit dem Daumen-alle-Fingerspitzen-berühren auch aus dem Yoga ist?

Ich kenne diese Technik aus der Klinik, um Dissoziationen zu unterbrechen.

Liebe Grüße
Blumenwiese
Liebe Grüße
B L U M E N W I E S E


Diagnosen u. vorherige Medikation:
► Text zeigen
Aktuelle Absetzverläufe:
► Text zeigen
Aktuell:
Quetiapin Retard 0-0-50-0 (50 mg)
Promethazin 25-25-0-25 (75 mg)
Bedarf: 2x10 mg Promethazin
*********************************
Sonstige Medikamente:
SliTONE Ultra (zur Desensibilisierung), Magnesium 300 mg, Movicol, Artelac Complete, Hylo-Vision HD Plus, Chelidonium D4
Bedarf:Ibulysin 684 mg, Solidago Steiner, Salbutamol, Levociterizin

Antworten