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Re: Elbdeichruner - Venlafaxin/Mirtazapin/Olanzapin/Lamotrigin und kein Ende

Verfasst: 24.04.2020 18:32
von padma
hallo Henning, :)

ich wünsche dir viel Erfolg mit diesem Plan.
Berichte am besten regelmässig, wie es dir damit geht, damit man ggfs. was anpassen kann. Pläne sind ja immer mehr eine Orientierung.

liebe Grüsse,
padma

Re: Elbdeichruner - Venlafaxin/Mirtazapin/Olanzapin/Lamotrigin und kein Ende

Verfasst: 24.04.2020 20:40
von Elbdeichruner
Hallo padma,

ich danke dir für die Unterstützung und werde berichten.

Liebe Grüsse

Henning

Re: Elbdeichruner - Venlafaxin/Mirtazapin/Olanzapin/Lamotrigin und kein Ende

Verfasst: 20.08.2020 18:56
von Elbdeichruner
Hallo ihr Lieben,

ich wollte nach längerer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben. Bin seit dem 18. Mai 2020 in der beruflichen Reha. Das strengt mich alles sehr an, lenkt mich aber auch ganz gut ab. Habe jetzt eine Woche Urlaub und mir fällt die Decke auf den Kopf. Versuche mich mit Yoga, Mediation und Fahrradfahren zu stabilisieren. Was mich an den Symptomen, die ich erlebe am meisten belastet, ist ein permanentes Ziehen in Höhe des Solar Plexus. Das habe ich schon morgens beim Aufstehen und eigentlich den ganzen Tag. Dazu habe ich eine fiese Unruhe/Erregung in mir.

Als ich letztes Jahr in Warstein in der Rehaklinik war, hat mir der dortige Therapeut die Akzeptanz Commitment-Therapie (ACT) empfohlen. Der Ansatz ist folgender, dass man zum einen das belastende Gefühl/Emotion wie ein Forscher untersucht. Welche Farbe hat das Gefühl, welche Form, ist es heiß oder kalt etc. Dann atmet man in das Gefühl hinein und gibt diesem Raum. Das nennt man Expansion oder Akzeptanz. Im zweiten Schritt geht es darum seine Werte zu klären und sein Leben danach auszurichten. Das ist jetzt alles stark vereinfacht, es gehört noch sehr viel mehr dazu.

Ich beneide oft die "normalen" Menschen, die nicht unsere Probleme mit PP oder Entzug haben. Manchmal kommt mir das alles wie eine große Prüfung vor. Ich bin seit März 2020 mit dem Absetzen von Mirta beschäftigt und habe gerade mal 7 mg geschafft.Aber irgendwann will ich von dem ganzen Kram runter sein. Und das geht nur sehr langsam.

Liebe Grüsse

Henning

Re: Elbdeichruner - Venlafaxin/Mirtazapin/Olanzapin/Lamotrigin und kein Ende

Verfasst: 20.08.2020 20:41
von Sonne27
Hallo,

Ich finde es toll, das dich die Berufliche Reha auf andere Gedanken bringt und du nicht pausenlos mit deinen Gedanken beim Absetzen etc. bist.

Wichtig ist aber auch das du auf dich achtest, du schreibst ja das du unter Unruhe / Erregung leidest, was ja der Reduzierung bzw. Des gereizten Zentralenervensystem geschuldet ist...

Ich würde Dir deswegen auch empfehlen, eine Stabilisierungsphase einzulegen, denn du schreibst zwar von März 2020 - aktuell das du "erst" 7mg reduziert hast, aber für ein sensibeles Zentralenervensystem ist das verdammt viel.

Du darfst auch leider nicht vergessen, deine Medikamenten Vorgeschichte, womit dein Zentralenervensystem die letzten Jahre quasi immer unter Strom stand.

Liebe Grüße

Re: Elbdeichruner - Venlafaxin/Mirtazapin/Olanzapin/Lamotrigin und kein Ende

Verfasst: 20.08.2020 22:17
von padma
hallo Henning, :)

schön von dir zu hören.
Ich hoffe, die Reha hilft dir beruflich weiter, dann lohnt sich ja dir Anstrengung.

Symptome im Solarplexusbereich haben einige Foris. Es gibt einen thread dazu mit Tipps, du findest ihn über unsere Themenübersicht viewtopic.php?f=66&t=16653 unter S.

Mit der Akzeptanz Commitment-Therapie haben einige Foris gute Erfahrungen, wenn du magst, kannst du dazu gerne einen thread eröffnen und über deine Erfahrungen berichten.

Du machst ja eine Art Mikrotapering, da ist es wichtig, alle paar Reduktionen eine Pause von mindestens 4 Wochen einzulegen. Aber das machst du ja bereits, soweit ich das sehe. Du weisst, auch eine :schnecke: erklimmt den Kilimanjaro

liebe Grüsse,
padma

Re: Elbdeichruner - Venlafaxin/Mirtazapin/Olanzapin/Lamotrigin und kein Ende

Verfasst: 21.08.2020 09:59
von Elbdeichruner
Hallo padma,

vielen Dank! Das mit dem Kilimanjaro ist eine schöne Metapher, ich sehe dass genauso. Ich versuche jetzt immer die Augen und Ohren offen zu halten für die kleinen Freuden des Tages. Das mit dem
thread ist eine gute Idee, werde ich versuchen in Angriff zu nehmen. Ja, es ist eine lange Wegstrecke und natürlich ist da die Angst, dass alles nicht zu schaffen. Vielleicht hilft es, von Moment zu Moment zu leben. Mir hilft es, mich ganz bewusst mit dem Atem zu verankern und das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch die dunklen Stunden irgendwann vorbeigehen.

Liebe Grüße

Henning

Re: Elbdeichruner - Venlafaxin/Mirtazapin/Olanzapin/Lamotrigin und kein Ende

Verfasst: 23.08.2020 17:43
von Elbdeichruner
Hallo Sonne27,

sorry dass ich dir erst jetzt antworte. Ich danke dir für deine Anregungen. Diese Erregung/Unruhe habe ich leider schon seit letzten Jahr im Sommer. Und zwar ging dass ganze in der Klinik los, in das Venla wieder eindosiert und gleichzeitig Imipramin abrupt abgesetzt wurde. Ich weiß, dass vieles meiner Vorgeschichte geschuldet ist, aber die läßt sich leider nicht mehr rückgängig machen. Das mit der längeren Stabilisierungsphase lass ich mir durch den Kopf gehen. Ich reduzier zwar schon in Minischritten, aber immer wieder das gereizte ZNS. Leider gibt es noch kein Wundermittel, dass das ganze wieder ins Gleichgewicht bringt. Was würde ich und viele andere im Forum darum geben, wenn es irgendwas geben würde, das wieder Ruhe ins System bringt.

Was ich wirklich fies finde, ist, dass man ausser hier im Forum kaum auf Verständnis in der analogen Welt stößt. Man steht mit der Bescherung wirklich alleine da.So dann werde ich gleichmal meine Medis für 3 Tage mit der Feinwaage abwiegen.

Liebe Grüße

Henning