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Urmelinchen: Cipralex (Escitalopram) abgesetzt

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Urmelinchen
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Urmelinchen: Cipralex (Escitalopram) abgesetzt

Beitrag von Urmelinchen »

Hallo liebes Forum,

Nach einer schweren Wochenbettdepression incl Panikattacken im Sommer 2016, begann ich im April 2017 Cipralex einzunehmen.

Bis letztes Jahr Sommer waren es 15 mg, zum Schluß 10 mg Cipralex . Ein Versuch zu reduzieren brachte ab 5 mg enorme Verschlechterung und es wurde wieder bis auf 15 mg hoch dosiert. Habe mich sehr gut stabilisieren können und im November einen erneuten Versuch gestartet. Alle sechs Wochen habe ich um 2.5 mg reduziert bis ich vor drei Wochen bei 0 ankam. Bei jedem Schritt durchlief ich fast eins zu eins das gleiche Muster. Zwei Wochen alles gut, dann auf den Tag genau einige sehr "eklige" Tage. Ich kann immer nur schwer beschreiben was genau ich habe an diesen Tagen, gefühlt ist es von allem ein bisschen.

Tja.... Vor drei Wochen, genau am Vatertag also der langersehnte Schritt auf 0.00 mg.

Ich war letzte Woche total erstaunt, dass sich nach den berühmten zwei Wochen nichts tat.

Zu früh gefreut anscheinend. Wochenende schon hatte ich vormittags enorme Gleichgewichtsstörungen die sich gegen Nachmittag besserte. Gestern dann ein sauberer Anflug von Panik beim Auto fahren. Hurra, habe versucht es mit Humor zu nehmen wie mein Körper es wiedermal geschafft hatte mich so in Panik zu versetzen.

Muss dazu sagen, dass ich in den letzten zwei Jahren ganz ganz viel zur Genesung getan habe. Habe vieles geändert in meinem Leben, aktiv an meinen eingefahrenen Denkmustern gearbeitet, habe weißer mit arbeiten angefangen und ein so tolles Team um mich herum dass jeder Arbeitstag Spaß macht! Weiterhin habe ich Psychotherapie ambulant gemacht. Psychiater und Psychologin haben das absetzen beide unterstützt.

Heute vormittag war erst wieder bisschen bäh. Gleichgewicht nicht so richtig da, schwummerig. Nun ja, das bekannte eben. Ab Mittag wurde es besser.

War heute unterwegs, im Baumarkt war mir kurz auch schon ganz schwummerig, draußen, im Auto und später bei einer Kollegin alles wieder okay und als ich nach Hause kam ging plötzlich es rapide Berg ab. Es ging so schnell dass ich es selbst nicht richtig begreifen konnte. Stimmung futsch, hätte nur noch heulen können, Druck in der Stirn. Schwindel, totale Verzweiflung, latente Angst. Hilfe, ich war für ein paar Stunden total aufgeschmissen. Ein Gefühl was ich lange nicht mehr kannte.

Und nun die berühmte Frage : Was nun?

Den Tag erstmal so stehen lassen? Gucken wie es morgen ist?

Muss ich mir jetzt schon Gedanken über das wieder ein dosieren einen Kopf machen? Versuchen so weiter zu machen wie bisher? Mich schonen? Ich bin ratlos.

Vor allem bin ich enttäuscht. Auch von mir selbst. Dass ich innerhalb von Stunden bzw fast Minuten so die Haltung verloren haben die ich mir jahrelang erkämpft habe. Habe zwischendurch sogar alles in Frage gestellt. Weil, wenn es nun so aussieht, war doch die Therapie, der Jobwechsel, die Änderungen in meinem Leben völlig für die Katz.

Ach mensch. Traurig bin....
Zuletzt geändert von Jamie am 19.06.2019 21:21, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
Towanda
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Re: Urmelinchen: Cipralex (Escitalopram) abgesetzt

Beitrag von Towanda »

Liebes Urmelinchen,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander.

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Bitte lies dich aber zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen "Umgang mit dem Entzug" und "Gesundheit". Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruss zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Nun zu Deinem Anliegen:

Nichts war für die Katz! Das was Du jetzt erlebst sind Absetzerscheinungen des Escitalopram und hat mit Deinem Verhalten und Leben als Ursache nichts zu tun.
Du hast mit 2,5 mg alle 6 Wochen einen Turboentzug hingelegt. Wir empfehlen hier alle 4-6 Wochen 10 % der zuletzt genommenen Dosis. Also je geringer die zuletzt genommene Dosis, desto geringer wird auch der Reduzierschritt.

Nun hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder Du wartest noch ein wenig ab, wie sich die Symptome entwickeln oder Du dosierst mit einer wirklich geringen Menge (1 mg oder sogar noch weniger) wieder einzudosieren. Ich kann nicht beurteilen, wie schwer Deine Symptome für Dich sind, also kannst nur Du entscheiden, ob Du wieder einlogieren möchtest. Allerdings solltest Du nicht zu lange warten, denn je länger nach Absetzen desto schwieriger wird es.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,

liebe Grüsse, Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
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Re: Urmelinchen: Cipralex (Escitalopram) abgesetzt

Beitrag von lakeSonne1 »

hallo :) ,

also ich finde du machst das doch gut.
Das Symptome kommen würden, war dir doch auch schon vorher klar.

Vorallem da du recht schnell reduzierst (schneller als die 10% Regel vorschlägt) sind Symptome ja nichts ungewöhnliches. Ich reduziere immer nur max 5% und hab immer Symptome.
Vor allem bin ich enttäuscht. Auch von mir selbst. Dass ich innerhalb von Stunden bzw fast Minuten so die Haltung verloren haben die ich mir jahrelang erkämpft habe. Habe zwischendurch sogar alles in Frage gestellt. Weil, wenn es nun so aussieht, war doch die Therapie, der Jobwechsel, die Änderungen in meinem Leben völlig für die Katz.
Ich finde, du mußt überhaupt nichts infrage stellen (gut: die Reduktionsgeschwindigkeit ist bedenklich).
Soche Zustände habe ich auch ab und zu...es ist aber jedesmal so, daß sie auch wieder vorbei gehen und man gestärkt aus dem Ganzen rausgeht. "Akzeptanz" ist das Zauberwort für mich: Ich akzeptiere dass es mir nicht gut geht, stemme mich nicht dagegen, vertraue darauf , daß es von alleine besser wird (wirds auch!). Ich das mir dann oft: Man der Tag war aber echt für die Tonne! Was ich nicht empfehlen kann: Grübeln und ins Detail gehen! Warum? Weil das, was du gerade erlebst, nur und ausschliesslich dem Entzug geschuldet ist. Und der geht vorbei. Da brauchst du nix rumgrübeln. "Normale" Stress/Angstbewältigungsstrategien funktionieren bei Entzugsbedingter Angst/PA so gut wie überhaupt nicht. Nur warten . Und Geduld. Viel Geduld. Leider.
Ich würde deshalb erstmal abwarten ein paar Tage. Falls es dann immer noch nicht in die richtige Richtung sich bewegt, kann man immer noch ein minimales Eindosieren (1mg oder weniger) in Betracht ziehen.

Gruß,
lake
Diagnose:Angst,PA Sommer 2010
Medi: Citalopram 20 mg, Eindosiert über 4 Wochen , war ok. sonstige Medis: Pantoprazol 20mg abends
2012: Erster misslungener Absetzversuch
2016: ab 20.3.16: 20 auf 15mg
ABDOSIER-PAUSE auf 15mg: 3.9.2016 - 2.3.2017
2017: 15mg auf 10,3mg
2018: 10,0mg auf 7,7mg
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11.1.19: 7,5mg: massives Herzstolpern, Angst, Schlafstörungen, Brustraumbeschwerden
29.1.19: Herzstolpern weg. immer noch Brustraumbeschwerden, Atemnot, Kurzatmig, hohe Grundanspannung (8/10), Panikattacken. Neu: Schultern/Arme Nervenschmerzen beidseitig , Bodyzaps Körpermitte,
31.1.19: fast alle Symtome weg, niedrige Grundanspannung (3/10)
3.2.-20.2 : Übelkeit, Panik, Brustraumbeschwerden, Atemnot, Hypersensibilität(Haut, Geruchssinn, Schmerzempfinden), Schulterverspannungen, Zaps, Nervenschmerzen, Magen/Darm, Migräne, Schlapp
18.2.-19.2.: Zusätzlich teilweise Depri.
21.2. -: Es wird insgesamt besser; PAs und Nervenschmerzen noch da, Depri weg.
22.2-25.2: PAs mit Atemnot, Brustschmerzen
25.2. - 10.3: es stabilisiert sich langsam: körperliche Symtome gehen zurück, dafür vermehrt PAs
10.3.- 25.3: Massive PAs, teilweise über Stunden
1.4.: seit 4 Tagen keine Symptome mehr. ich fühle mich gut.
14.4.: es wird immer besser; fühle mich gut. Ab und zu kleine Einbrüche, nicht der Rede wert
1.8.: zurück auf 10mg. 2019 keine weiter Reduktion
20.12.2020: zurück auf 15mg wg starken Ängsten/Panik. Stimmungsschwankungen
Urmelinchen
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Re: Urmelinchen: Cipralex (Escitalopram) abgesetzt

Beitrag von Urmelinchen »

Liebe Towanda,

Danke für deine Antwort.

Ja, ich hatte hier schon eine Weile still mitgelesen und hatte einen schweren Denkfehler.
Ich dachte von 15 mg 10% und so halt immer weiter. Und nicht dass ich von der neuen Dosis mir wieder 10% errechne. 🤔 Ich hoffe du weißt was ich meine?!

Aber nun ist es so passiert, und wenn ich jetzt versuche ganz ganz rational zu denken, ging es mir bis vorgestern ja auch gut. ☹️

Mit ein bisschen Glück hätte das ja klappen können 😣

Ich bin sehr sehr gespannt wie es in den nächsten Tagen weitergeht. Und hoffe dass ich etwas Glück habe. Aber ich gebe zu dass ich auch große Angst habe, dass es alles wieder so kommt wie es mal war.

Hallo Lake,

Ich versuche auch gestärkt aus dem ganzen raus zu gehen. Aber IN der Situation selbst ist da einfach nur die komplette Verzweiflung. Man begreift ja selbst kaum wie die Stimmung so umschlagen kann. Wie muss es da nur der Familie gehen 😣. Und dazu kommt die Lauerstelllung am nächsten Tag.

Ws habe ich die hart erkämpfte Unbeschwertheit, genossen nachdem es endlich Berg auf ging. Und dann fegt sie einfach weg. Und man taumelt heulend durch die Gegend ☹️

Ich werde dem ganzen bis Sonntag Zeit geben und bis dahin eine Entscheidung treffen ob ich den Schlamassel den ich mir selbst eingebrockt habe durchhalte oder noch mal einen Schritt zurück machen muss.

Danke das ihr euch Zeit für Antworten genommen habt.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!
Towanda
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Re: Urmelinchen: Cipralex (Escitalopram) abgesetzt

Beitrag von Towanda »

Urmelinchen hat geschrieben: 19.06.2019 23:25
Ich dachte von 15 mg 10% und so halt immer weiter. Und nicht dass ich von der neuen Dosis mir wieder 10% errechne. 🤔 Ich hoffe du weißt was ich meine?!

Aber nun ist es so passiert, und wenn ich jetzt versuche ganz ganz rational zu denken, ging es mir bis vorgestern ja auch gut. ☹️

Mit ein bisschen Glück hätte das ja klappen können 😣

Ich bin sehr sehr gespannt wie es in den nächsten Tagen weitergeht. Ich hoffe, dass ich Glück habe.
Hallo Urmeline,

10% von 15 mg wären 1,5 mg gewesen .........

Ich wünsche Dir sehr, dass es gut geht. Aber habe bitte immer im Hinterkopf, dass noch länger Entzugssymptome kommen können und das vielleicht nicht in ein paar Wochen erledigt ist.

Kannst Du bitte noch eine Signatur erstellen?

LG Towanda
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