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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

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pinkstift
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pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von pinkstift »

Hallo ihr Lieben,

ich bin 28 Jahre jung und habe seit 10 Jahre immer mal mehr mal weniger Schwierigkeiten mit meinen Ängsten. Begonnen hat alles 2008 ich bin dann recht schnell in eine Klinik gekommen und war dort 12 Wochen. Im Anschluss zwei mal die Woche ambulante Therapie und wurde auf 20mg Citalopram eingestellt. Konnte wieder zur Schule gehen, hatte aber den Eindruck Citalopram hilft mir nicht mehr so und wurde auf Venlafaxin 75mg umgestellt. Hab dann mein Abi gemacht und bin Studieren gegangen. Es immer ein auf und ab. Habe mich, wie ich jetzt im Nachhinein weiß, nicht richtig mit mir auseinandergesetzt und hatte dadurch immer wieder mehr Probleme mit meinen Ängsten. Also war ich 2012 erneut 4 Wochen in Reha und wurde auf 150 mg Venlafaxin erhöht. Anfangs war alles klasse bis zum Februar 2014 nach den Semesterferien ging es mir einfach nur noch mies. Sodass ich mein Studium erstmal auf Eis legen musste. Und um ehrlich zu sein bin ich seit dem gar nicht mehr komplett auf die Beine gekommen. Immer wieder Therapie und Versuche mich irgendwo einzugliedern. Im Januar 2016 beschloss ich mit meinem damaligen Arzt Venlafaxin abzusetzten. Ich habe das ganz sehr langsam gemacht. Er hat mir geraten dazu Magnesium zunehmen und hat mir Carbamazepin(ein Antiepileptikum) verordnet. Ich hatte natürlich Absetzerscheinungen Schwindel, Herzrasen, Mundtrockenheit, Ängste, am schlimmsten jedoch fande ich die Brain-Zaps. Nach 1,5 Jahren war ich das Zeug endlich los und es schien so als ob ich endlich richtig durchstarten kann.

Habe eine Ausbildung begonnen war im Urlaub etc. das ganze ging genau 3 Monate gut bis ich wieder angefangen hab zu vermeiden. Ich war immer verzweifelter und fragte bei meinen neuen Therapeuten nach einem Antidepressiva und er verordnete mir Sertralin. Ich muss sagen all die Jahre stand die Agoraphobie im Mittelpunkt. Zuhause, bei Freunden, bei meiner Familie habe ich mich immer sicher gefühlt. Bis zu diesem einen Wochenende im Februar 2018. Ich habe mit der Einnahme von Sertralin begonnen 50mg am dritten Tag brach die Hölle los. Ich hatte eine so krass Unruhe, eine Panikattacke nach der nächsten und immer den Gedanke, das halte ich nicht mehr aus. Gleichzeitig hatte ich Angst davor auszurasten und durchzudrehen. Mir war so schlecht ich hatte Durchfall, ich hatte keinen Tropfen Speichel im Mund. Ich konnte nichts mehr essen, konnte kein Handy halten, konnte mich keine 5 Minuten konzentrieren. Das kannte ich bis dato niemals. Mein Psychiater sagte an Tag 5 ich sollte es wieder absetzten, das hat keinen Sinn. Dieser Zustand hielt weitere 5 Tage bis es sich besserte. Ich konnte danach immer noch nicht richtig essen und habe in 10 Wochen 20kg verloren. Da es mir immer im Wechsel 5 Tage "gut" und 5 Tage schlecht ging war ich dann im April für 12 Wochen in der Klinik.. Heute geht es mir natürlich besser als letztes Jahr dennoch ist es ein weiter Weg. Mein Leben ist einfach nicht mehr das was es war bis zu diesem Wochenende. Nun zu meiner Frage. Kann Sertralin etwas ausgelöst haben? Oder ist totaler Quatsch?
Zuletzt geändert von FineFinchen am 12.08.2019 16:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
2008 Agoraphonie mit Panikstörung
Nov 2008 20 mg Citalopram
Nov 2010 Umstieg auf 75 mg Venlafaxin
Juli 2012 Erhöhung auf 150 mg Venlafaxin
Jan 2016 langsames Reduzieren
Juli 2017 0 mg Venlafaxin
Feb 2018 50mg Sertralin für 5 Tage, total Zusammenbruch ab Tag 3
Angst durchzudrehen, Angst auszuraten, Körperliche Missempfindungen, Zwangsgedanken

mein Leben ist seit dem nicht mehr das was es davor war :-(
padma
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von padma »

Hallo Pinkstift, :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruss zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag clicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.


Zu deinem Anliegen:
Kann Sertralin etwas ausgelöst haben?
Ja, durchaus. Du bist nicht der/die einzige, dem sowas widerfahren ist.

Du hattest eine schwere Unverträglichkeitsreaktion (bad reaction) auf Sertralin. Dein Nervensystem und dein gesamter Organismus sind dadurch schwer betroffen und leider kann es lange dauern bis sich alles erholt.

Wir hier kennen diese Symptomatik, von Ärzten wird es oft leider immer noch verneint, dass sowas von einem AD kommen kann.

Das ZNS ist zum Glück in der Lage sich wieder zu heilen, nur es kann dauern. Ich bin froh zu hören, dass es dir bereits besser geht.

Du darfst niemals wieder ein Medikament aus der Gruppe der SSRI/SNRI nehen, das Risiko ist für dich viel zu hoch. Am besten gar kein AD mehr.

Moni ist es ähnlich ergangen, schau doch bei ihr mal rein viewtopic.php?f=35&t=16765

Bzgl. deiner Angstproblematik ist Psychotherapie das Mittel der Wahl, anscheinend hast du bis jetzt noch nicht den richtigen Ansatz gefunden
Vielleicht findest du in diesem thread ein paar Anregungen viewtopic.php?f=50&t=11591


Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüsse
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von pinkstift »

Hallo Padma,

ich danke dir für die Begrüßung und die Erklärung :-) Ich bin mir immer unsicher ob es an der Angststörung oder am Entzug liegt. Weil es mir manchmal richtig gut geht und dann wieder richtig schlecht... Aber es war so auf Knopfdruck war :-( Kann man denn eine Aussage dazu treffen dass SSRI schlimmer als trizyklische AD sind? Es macht auf mich zumindest den Eindruck. Gibt es denn etwas, was man seinem ZNS gutes tun kann?

Liebe Grüße

Viky :-)
2008 Agoraphonie mit Panikstörung
Nov 2008 20 mg Citalopram
Nov 2010 Umstieg auf 75 mg Venlafaxin
Juli 2012 Erhöhung auf 150 mg Venlafaxin
Jan 2016 langsames Reduzieren
Juli 2017 0 mg Venlafaxin
Feb 2018 50mg Sertralin für 5 Tage, total Zusammenbruch ab Tag 3
Angst durchzudrehen, Angst auszuraten, Körperliche Missempfindungen, Zwangsgedanken

mein Leben ist seit dem nicht mehr das was es davor war :-(
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Klaro »

Hallo pinkstift

Wenn du ein paar von den Threads liest im Forum wirst du merken, dass du nicht die einzige Person bist, die sich fragt ob SSRI nicht bei einmaliger Einnahme schaden oder das es schwer ist Sertralin abzusetzen.

Probleme können bei SSRI oder trizyklische AD auftreten.

Wenn du generell eine Angststörung vor der Einnahme hattest, wirst du schlecht herausfinden ob es jetzt deine vorige Angst ist oder vom Sertralin oder Sertralinentzug.


ZNS ist einfach gesagt. Doch es geht um dich und als Mensch stehst du zwischen deiner Umwelt, deiner Gedankenwelt und deinen Gehirnfunktionen.
Es geht alles miteinander.
Die Frage ist ob du deine Ängste in den Griff kriegen kannst. Es gibt natürlich Therapien in denen Ängste bekämpft werden. Und das sogar sehr erfolgreich.

In so einer Therapie werden dir Entspannungsübngen beigebracht und man wird eine Angsthierarchie erstellen in der die kleinstmöglichste angstauslösende Situation bis zur größten Angst abgearbeitet wird bis du angstfrei leben kannst.

Nur da muss man einen Therapieplatz finden.

Ansonsten tu das was dir gut tut. Trink Tee und glaube an die Wirkung. Schaff dir ein eigenes Placebo. Aber sei vorsichtig wenn du doch nochmal ein Medikament nehmen solltest, dass du dich an eine geringe Dosis rantraust und dich über die möglichen langsamen Absetzmethoden im Forum informierst.

Leider kann dir keiner sagen ob es Entzug ist oder Angststörung. Ansonsten schau halt ob du deine Gedankenwelt und deine Umwelt so beeinflussen kannst, dass du Freude am Leben hast und so wird sich auch die Hirnchemie mitverändern.

Sonne auf der Haut ist sehr hilfreich. Bananen und Nüsse.


Ich habe auch schonmal ein Medikament vom Arzt erhalten und war krass unruhig nervös und durch den Wind. Bei einmaliger Einnahme. Leider weiß ich nicht mehr ob es Sertralin oder ein SSRI war. Kaum Informationen bekommen und damals mich nicht selbst informiert. Bei anderen hätte es ganz bestimmt Panik ausgelöst. Danach war schluss für mich mit Antidepressiva oder Neuroleptika.

Schöne Grüße
Jamie
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Jamie »

Hallo pinkstift,

willkommen im Forum :)
Kann Sertralin etwas ausgelöst haben?
Kann man denn eine Aussage dazu treffen dass SSRI schlimmer als trizyklische AD sind? Es macht auf mich zumindest den Eindruck. Gibt es denn etwas, was man seinem ZNS gutes tun kann?
Was du erlebt hast, nennt sich bad reaction.
Eine schwere Unverträglichkeit auf ein AD.
Es kommt vor allem bei Medikamente der SSRI / SNRI vor, kann aber auch alle anderen AD-Gruppen betreffen.
Wir haben Menschen, die sind durch 2 einzige Tabletten in ein monatelanges Martyrium katapultiert worden.

Ich kann dir nur dringend raten, für alle die Zeit die Finger von SSRI zu lassen, eigentlich von allen Psychopharmaka, da das Risiko besteht, dass es sich wiederholt.
Dass ein Mittel vorher bereits eingenommen und vertragen wurde, ist leider kein Garant, dass es das nächste Mal auch klappt.
Das ZNS kann fulminant reagieren, wenn es einen chem. Eingriff nicht duldet, wie bei dir mit dem Sertralin. Und insofern ja, das Sertralin hat dir übel mitgespielt.

Dass SSRI schlimmer sind als TRZ oder andere AD-Stoffgruppen, kann man nur als subjektive Erfahrung für sich nehmen, unsere Erfahrungen sind, dass alle AD massive Probleme, Nebenwirkungen, Absetzsymptome und ggf. auch bad trips auslösen können, wobei wir es etwas öfter bei SSRI lesen, was aber keine Bedeutung hat, da das ja auch die Gruppe ist, die am meisten verordnet wird und wir hier überproportional viele Verwender dieser sog. modernen AD haben, währenddessen unsere User, die zB TZA nehmen, mengenmäßig nicht so stark vertreten sind.
Insofern keine statistische Aussagekraft.

Du kannst dein ZNS und deine Nerven mit Fischöl / Omega 3 Fettsäuren unterstützen, da diese dem Gehirn Bausteine anbieten, die es direkt verarbeiten kann.
Hier unser Thread dazu: viewtopic.php?f=57&t=9653

Ansonsten halte ich es für extrem wichtig, dass du therapeutische Unterstützung hast oder für den Beginn zumindest eine Selbsthilfegruppe? Hast du das denn?

Viele Grüße
Jamie
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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von pinkstift »

Hallo Jamie,

vielen Dank für deine Antwort :-) Ja ich habe therapeutische Hilfe. Habe einmal die Woche Sitzung. Wie gesagt mir geht es besser als letztes Jahr aber zwischen drin ist echt übel :-( das glaubt einem kein Arzt. Ich war zwischenzeitlich so mies drauf, dass ich mir Opipramol beschreiben lassen habe und sie nie genommen habe... Derzeit meditiere ich viel, mache Sport und versuche die Ängste zu akzeptieren. Jeder Widerstand macht es schlimmer, so habe ich zumindest den Eindruck. Naja ich kämpfe weiter :-)

Liebe Grüße

Viky
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Jamie »

Hallo pinkstift, :)

gib den Kampf auf.
Ich weiß zwar, was du meinst, aber der Weg zu mehr Wohlbefinden liegt in der Akzeptanz und Annahme der Situation. :hug: In dem Versuch, damit in Frieden zu kommen. Du schreibst ja selbst, dass Widerstände es verschlimmern.

Je mehr du dich dagegen auflehnst und sträubst, desto mehr Kraft raubt dir das.
Kraft, die du dringend für dich selber bräuchtest.

Und bewirken oder verändern kannst du mit Kampf oder Trotz oder Hadern trotzdem null, weil dein Körper seine eigenen Gesetze und Heilprozeduren hat, die ihre eigene Zeit dauern.

Wenn man das weiß, kann man auch besch***** Tage besser ertragen, wissend, dass das ZNS heilt und auch wieder hellere Tage kommen.

Alles Gute
Jamie
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von pinkstift »

Hallo Jamie,

ja den Kampf aufgeben ist immer so ne Sache wie man das am besten anstellt. Aber man gibt sein Bestes. Und hätte ich wie alle anderen früher gewusst, was so ein Zeug auslösen kann, hätte ich es nie genommen.

Liebe Grüße

Pinkstift
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Moniii »

Hallo Pinkstift,
danke für Deine Nachricht. Ich weiß nicht zu 100%, ob meine Beschwerden von den 2x 2 Tabletten SSRI kommen, aber da sie zeitgleich mit der Einnahme auftraten (einmal nur wenige Tage danach und beim 2. Mal eine halbe Stunde nach Einnahme), bin ich mir ziemlich sicher, dass es daran liegt. Nie im Leben hätte ich das für möglich gehalten. Ich bin seit Wochen bei meinen Eltern, seit Ende März krankgeschrieben. Ich hatte ganz ganz schlimme Zeiten, wo ich ernsthaft an S. gedacht habe, weil ich fast durchgedreht bin. Ich habe es irgendwie geschafft, mich zu beruhigen. Ich vertraue einfach darauf, dass es mit der Zeit besser wird denn eine Alternative gibt es für mich einfach nicht. Aussitzen und auf den Faktor Zeit vertrauen. Nichts bleibt für immer und alles ändert sich mit der Zeit.
Nie wieder im Leben fasse ich PP an.
Darf ich fragen warum man Dir ein Antiepileptikum gegeben hat? Was sollte das bewirken?
Manchmal denk ich echt die Ärzte spinnen, unfassbar wie schnell und gerne starke Medikamente verschrieben werden.
Liebe Grüße und halte durch, das wird wieder.
Moni
2010-2011 1 Jahr lang Cipralex 10mg eingenommen wegen Depression. Habe ich vom ersten bis zum letzten Tag super vertragen. Nur beim Ausschleichen hatte ich ca. 1 Woche lang 1-2x täglich kurzen Schwindel.

Ende März 2019: wegen einer Panikattacke und nächtlichem Herzklopfen mit Druck auf der Brust Escitalopram 10mg verschrieben bekommen, nach 2,5 Tagen wieder abgesetzt wegen massiver Symptome: Hitze- und Kribbelgefühle wie tausend Nadelstiche am ganzen Körper, Druck auf Brust, Stechen im Herzen, 20-30 Panikattacken täglich, Pupillenerweiterung :shock: , 5 Tage am Stück durchgehend starkes Herzklopfen und nicht 1 Minute Schlaf (nicht mal Müdigkeit verspürt), körperliche Schwäche, keine Kraft länger als 5 Minuten zu reden, Übelkeit, nicht in der Lage zu essen, leichtes Ohrensausen

Im Mai 2019: Citalopram 20mg verschrieben bekommen, da ich dachte, an einer Depression zu leiden: Auch nach 2 Tagen abgesetzt wegen Höllentrip, einen Tag länger und ich wäre vom Balkon gesprungen. Herz hat sich angefühlt, als explodiert es gleich, Körper wie unter Strom, Druck auf Kopf, Übelkeit, Unruhe, Herzrasen...

11. Juli -03.August 2019: Insidon Tropfen (Opipramol) zur Beruhigung bekommen. Normaldosis sind 24 Tropfen (100mg), ich fange mit 1 Tropfen an und steigere täglich um 1 Tropfen, mehr als 4 Tropfen funktioniert nicht, da ab 5 Tropfen ganze Nacht Herzklopfen und kein Schlaf. Versuche es dennoch am nächsten Abend mit 6 Tropfen, dasselbe. Reduziere wieder auf 4 ein paar Tage lang, dann 3 ein paar Tage lang, dann 2 und dann 0... versuche es mit CBD-Öl, habe den Eindruck es macht die Ohrgeräusche lauter, lasse es also auch wieder sein.

Seit der Einnahme von Citalopram (gute halbe Stunde nach der ersten Tablette) habe ich durchgehend Ohrgeräusche, ein metallisches Dauergeräusch, was bei Bewegung und Aufregung lauter wird (das ist der Horror), einen ganz schwer zu beschreibenden Kopfschmerz bei Bewegung oder nur beim Atmen, extreme schmerzhafte Geräuschempfindlichkeit links, rechts klopft das Ohr manchmal bei Geräuschen (wenn z.B. jemand mit mir spricht) wenn ich auf dem Ohr liege, immer mal wieder Herzklopfen. Manchmal lauter Tinnitus, der sogar schmerzt, das ganze Ohr und alles ums Ohr herum schmerzt und ist extrem empfindlich. Sogar ganz leichte Berührung ist höchst unangenehm. Ich wärme es oft mir einer Wärmflasche. Es tut mir sogar im Kopf weh wenn ich schlucke (auch nur meinen Speichel) es knackt laut und schmerzhaft im Kopf.
pinkstift
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von pinkstift »

Hi Moni,

ja sie haben mir Antiepilektikum geben, damit der Entzug abschwächt und die Nerven sich beruhigen. Das sind halt Ärzte was soll man noch dazu sagen... alles nicht so einfach. Ich drücke dir die Daumen, dass dich schnell eine Besserung einstellt :-)

Liebe Grüße

Pinkstift
2008 Agoraphonie mit Panikstörung
Nov 2008 20 mg Citalopram
Nov 2010 Umstieg auf 75 mg Venlafaxin
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Juli 2017 0 mg Venlafaxin
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Jara2302
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Jara2302 »

Hallo, ich habe Ähnliches erlebt und wollte mal fragen, wie es bei dir weiter ging und wie es dir heute geht ? Lg Jara
2012-2015 Fluoxetin 20mg (aufgr. Magersucht)
2015 kalter Entzug Fluoxetin mit heftigen Brain Zaps, wieder eindosiert 20 mg
2015-2019 Fluoxetin 20mg
Sep. 2019 10 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Okt. 2019 5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Nov. 2019 2,5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
30.12.19 0 mg Fluoextin (keine Symptome)


23. - 25.5.20 2mg Amitriptylin (aufgr. Chr. schmerzen) - extrem schwere Unverträglichkeitsreaktion - sofort abgesetzt.

8. u. 9.7.20 Quetiapin 50 mg (sediert zu stark, am zweiten Tag vermehrt Unruhe, Herzrasen)

Bedarf: Tavor (26.5.20 - dato ca. 10x 0,5 - 1mg)

NIE wieder AD.

Aktuell:(Sep. 20)
Brain Zaps ?
Atemprobleme
Ständige Angst (irreale Zustände - Angst vor Familie, Gegenständen etc.)
Grippe Symptome (Halsschmerzen, Erschöpfung)
Tinnitus
Innere Unruhe
Geräuschempfindlichkeit
Extrem schnell überfordert
Gangunsicherheit
Missempfindungen überall, mal da, mal da
Adrenalinschübe
Hoffnungslosigkeit, weinerlich, teilw S-Gedanken, Durchdreh-Gefühl, Gefühl nie wieder gesund zu werden, Unsicherheit, Selbsthass, kein Selbstbewusstsein
Schnell Reizüberflutet
pinkstift
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von pinkstift »

Hallo Jara,

ich habe leider wieder begonnen Escitalopram 10mg zunehmen. Ich hatte wahnsinnige Angst vor der Einnahme. Jedoch habe ich seit der Einnahme komplett Ruhe. Als wäre nichts gewesen.

Liebe Grüße

Pinkstift
2008 Agoraphonie mit Panikstörung
Nov 2008 20 mg Citalopram
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Jara2302 »

Hallo, oh da hast du aber Glück, das freut mich trotzdem für dich ... für mich ist das leider keine Option ... ich bin zu gebrannt und denke mein Körper würde das nicht tolerieren ... Lg Jara
2012-2015 Fluoxetin 20mg (aufgr. Magersucht)
2015 kalter Entzug Fluoxetin mit heftigen Brain Zaps, wieder eindosiert 20 mg
2015-2019 Fluoxetin 20mg
Sep. 2019 10 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Okt. 2019 5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Nov. 2019 2,5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
30.12.19 0 mg Fluoextin (keine Symptome)


23. - 25.5.20 2mg Amitriptylin (aufgr. Chr. schmerzen) - extrem schwere Unverträglichkeitsreaktion - sofort abgesetzt.

8. u. 9.7.20 Quetiapin 50 mg (sediert zu stark, am zweiten Tag vermehrt Unruhe, Herzrasen)

Bedarf: Tavor (26.5.20 - dato ca. 10x 0,5 - 1mg)

NIE wieder AD.

Aktuell:(Sep. 20)
Brain Zaps ?
Atemprobleme
Ständige Angst (irreale Zustände - Angst vor Familie, Gegenständen etc.)
Grippe Symptome (Halsschmerzen, Erschöpfung)
Tinnitus
Innere Unruhe
Geräuschempfindlichkeit
Extrem schnell überfordert
Gangunsicherheit
Missempfindungen überall, mal da, mal da
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Towanda »

pinkstift hat geschrieben: 25.09.2020 11:24 Hallo Jara,

ich habe leider wieder begonnen Escitalopram 10mg zunehmen. Ich hatte wahnsinnige Angst vor der Einnahme. Jedoch habe ich seit der Einnahme komplett Ruhe. Als wäre nichts gewesen.
Hallo Pinkstift,

kannst Du das bitte in Deine Signatur eintragen und diese auch immer aktuell halten?

Vielen Dank und Grüße,

Towanda
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27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Jara2302
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Re: pinkstift: Kann das denn sein? Sertralin

Beitrag von Jara2302 »

Hey, Darf ich dich nochmal fragen, was du für Symptome hattest, bevor du dann das Escitalo wieder genommen hast ?

Herzliche Grüße, Jara
2012-2015 Fluoxetin 20mg (aufgr. Magersucht)
2015 kalter Entzug Fluoxetin mit heftigen Brain Zaps, wieder eindosiert 20 mg
2015-2019 Fluoxetin 20mg
Sep. 2019 10 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Okt. 2019 5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Nov. 2019 2,5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
30.12.19 0 mg Fluoextin (keine Symptome)


23. - 25.5.20 2mg Amitriptylin (aufgr. Chr. schmerzen) - extrem schwere Unverträglichkeitsreaktion - sofort abgesetzt.

8. u. 9.7.20 Quetiapin 50 mg (sediert zu stark, am zweiten Tag vermehrt Unruhe, Herzrasen)

Bedarf: Tavor (26.5.20 - dato ca. 10x 0,5 - 1mg)

NIE wieder AD.

Aktuell:(Sep. 20)
Brain Zaps ?
Atemprobleme
Ständige Angst (irreale Zustände - Angst vor Familie, Gegenständen etc.)
Grippe Symptome (Halsschmerzen, Erschöpfung)
Tinnitus
Innere Unruhe
Geräuschempfindlichkeit
Extrem schnell überfordert
Gangunsicherheit
Missempfindungen überall, mal da, mal da
Adrenalinschübe
Hoffnungslosigkeit, weinerlich, teilw S-Gedanken, Durchdreh-Gefühl, Gefühl nie wieder gesund zu werden, Unsicherheit, Selbsthass, kein Selbstbewusstsein
Schnell Reizüberflutet
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