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Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

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Verlorener
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Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von Verlorener » Montag, 26.08.19, 15:35

Hallo ihr alle :)

Ich verfolge dieses Forum schon seit einiger Zeit und da nun wieder die Anmeldungen eröffnet wurden, freue ich mich sehr endlich teilnehmen zu können!

Nun zu meiner Geschichte: Ich begann im Juli 2018 aufgrund von leichten Depressionen die Einnahme von Fluoxetin (20 mg). Wie sich nun herraustellt war dies wohl einer der größten Fehler meines Lebens :(

Zunächst verspürte ich eine deutliche Besserung, glitt aber immer mehr in manische Zustände die ich damals natürlich nicht als solche erkannte, ich dachte wenn es so gut wirkt muss meine Depression ja wirklich schlimm gewesen sein und nahm das Medikament guten Sinnes weiter. Nach ein paar Monaten legte sich langsam diese manische Stimmung, mir wurde vieles einfach gleichgültig und mein Cannabis-Konsum intensivierte sich (trotz mehrfacher Panikattacken, die ich voherher nie hatte) ins Extreme.

Nach etwa einem halben Jahr der Einnahme, nach einem großen Streit den ich ohne wirklichen Grund mit meiner Familie begonnen hatte, fing ich an zu merken wie sehr sich meine Persönlichkeit veränderte. Es brauchte noch zwei weitere Monate bis ich endlich begriff, dass dieses Medikament womöglich dafür verantwortlich war. Diese Erkenntnis schockierte mich sehr, hier beging ich den nächsten großen Fehler: Ich setzte das Fluoxetin abrupt ab. Zunächst merkte ich keinerlei Absetzerscheinungen und war froh es los zu sein, doch nach etwa 5-6 Wochen ging es dann los.

Ich wache morgens auf und habe dieses äußerst seltsame Gefühl was ich noch nie zuvor verspürte, eine Art Beklommenheit verbunden mit starken depressiven Gefühlen. Zunächst konnte ich das nicht wirklich zuordnen und dachte es wäre vielleicht etwas anderes, es vergingen weitere Wochen bis ich auf die Idee kam es könnten Absetzerscheinungen sein.

Ich versuchte mich mit Cannabis zu beruhigen, was in der Vergangenheit nie ein Problem war, doch nun schien es alles nur zu verschlimmern.

Die Absetzerscheinungen wurden immer heftiger, ich begann jeden Morgen mit einer extremen Panik und unerträglichen inneren Unruhe aufzuwachen, dies zog sich über mehrere Monate. Dazu kamen starke Depersonalisierung und Derealisierung und furchtbare kreisende Gedanken. Zum "Reinstatement" was es wohl an diesem Punkt bereits zu spät. Verzweifelt suchte ich einen weiteren Psychiater auf und bekam Escitralopram verschrieben, was ich nur ein paar Wochen ohne Erfolg einnahm und wieder ausgeschlichen habe.

In der Zeit danach begann ich jeden Tag fast schon exzessiv mich zu diesem Thema zu belesen und zu recherchieren, es gibt ja viel Literatur im Englischen (Peter Breggin, Robert Whitaker, das SuvivingAntidepressant Forum etc.)

Ich kämpfe jeden Tag mit Gefühlen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und weiß nicht wirklich weiter. Irgendwie weiß ich was ich tun müsste damit es mir besser ginge (Sport, Freunde treffen, Ernährung etc.) allerdings kämpfe ich jeden Tag gegen mich selbst. Manchmal sind mir meine Gedanken sehr fremd und ich frage mich ob ich verrückt werde.

Es ist für mich fast unmöglich geworden Entscheidungen zu treffen, da ich nicht aufhören kann alles tausendmal zu überdenken. ch habe riesige Angst nie wieder zu werden wie ich es einmal war, natürlich bringt mich die Reue und das Ruminieren auch nicht weiter, aber dieser konstant veränderte Bewusstseinsstatus ist wirklich unerträglich. Gibt es irgendjemanden der das unglücklicherweise rapide Absetzten überstanden hat und sich wieder erholt hat?

Momentan bin ich am überlegen ob ich versuchen soll mein Studium weiterzumachen oder erstmal ein Semester Pause einzulegen. In meiner Umgebung gibt es eine Klinik die stationär intensive Verhaltenstherapie anbietet (ich habe so eine Therapie bereits früher einmal begonnen), ich überlege ob dass etwas für mich wäre (obwohl ich nicht sicher bin ob ich zu so einer intensiven Therapie gerade die Kraft habe). Hat jemand da Ideen oder Ratschläge für mich?

Danke sehr :)
Zuletzt geändert von Annanas am Montag, 26.08.19, 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt/Absätze eingefügt
Fluoxetin 20mg Juli 2018-Februar 2019 (abrupt abgesetzt)
Escitralopram 10mg Juli 2019-August 2019

Towanda
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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von Towanda » Montag, 26.08.19, 15:44

Hallo Verlorener,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

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Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


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Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

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Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüsse, Towanda
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31.07.19 - 2,70 mg Mirtazapin
28.08.19 - 2,30 mg Mirtazapin
26.09.19 - 1,95 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli - im August 2019 beendet
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

Straycat
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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von Straycat » Montag, 26.08.19, 17:19

Hallo Verlorner,

was für ein Nickname... der macht mich gleich betroffen :(
Es tut mir sehr leid zu lesen, was du schon durchmachen musstest und möchte dich herzlich willkommen heißen bei uns im Forum.

Nun zu deinen Fragen/Anliegen:
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Zunächst verspürte ich eine deutliche Besserung, glitt aber immer mehr in manische Zustände die ich damals natürlich nicht als solche erkannte, ich dachte wenn es so gut wirkt muss meine Depression ja wirklich schlimm gewesen sein und nahm das Medikament guten Sinnes weiter. Nach ein paar Monaten legte sich langsam diese manische Stimmung, mir wurde vieles einfach gleichgültig und mein Cannabis-Konsum intensivierte sich (trotz mehrfacher Panikattacken, die ich voherher nie hatte) ins Extreme.
Es ist gut möglich, dass diese Symptome, die du beschreibst, Nebenwirkungen des Fluoxetin waren.
Allerdings ist es auch schwer das zu sagen, da du gleichzeitig Cannabis konsumiert hast. Du weißt sicherlich, dass das Zeug, was es mittlerweile gibt, ziemlich hochgezüchtet ist und viel größere Mengen an THC enthält als früher. THC kann durchaus auch Panikattacken und Unruhe als Nebenwirkungen haben.
Rauchst du denn derzeit noch was?
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Nach etwa einem halben Jahr der Einnahme, nach einem großen Streit den ich ohne wirklichen Grund mit meiner Familie begonnen hatte, fing ich an zu merken wie sehr sich meine Persönlichkeit veränderte. Es brauchte noch zwei weitere Monate bis ich endlich begriff, dass dieses Medikament womöglich dafür verantwortlich war. Diese Erkenntnis schockierte mich sehr, hier beging ich den nächsten großen Fehler: Ich setzte das Fluoxetin abrupt ab. Zunächst merkte ich keinerlei Absetzerscheinungen und war froh es los zu sein, doch nach etwa 5-6 Wochen ging es dann los.
Kannst du noch eine Signatur erstellen (Towanda :-) hat es dir im Willkommenstext verlinkt). Dann können wir besser einschätzen, ob eventuell eine Wiedereindosierung einer Minimenge von Fluoxetin noch sinnvoll wäre.
Dein Gehirn hat sich durch die Einnahme von Fluoxetin an diesen Wirkstoff gewöhnt. Dass es beim plötzlichen Absetzen von Fluoxetin also zu Absetzerscheinungen kommt, ist nicht ungewöhnlich. Wenn die letzte Dosis nicht zu lange her ist, kann eine minimale Wiedereindosierung helfen, diese Absetzerscheinungen zu deckeln. Da Fluoxetin eine längere Halbwertszeit als viele andere SSRI und SNRI hat, ist eine Wiedereindosierung bei Fluoxetin auch noch länger möglich als bei anderen Wirkstoffen.
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Ich wache morgens auf und habe dieses äußerst seltsame Gefühl was ich noch nie zuvor verspürte, eine Art Beklommenheit verbunden mit starken depressiven Gefühlen. Zunächst konnte ich das nicht wirklich zuordnen und dachte es wäre vielleicht etwas anderes, es vergingen weitere Wochen bis ich auf die Idee kam es könnten Absetzerscheinungen sein.
Ja das könnten durchaus Absetzerscheinungen sein.
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Ich versuchte mich mit Cannabis zu beruhigen, was in der Vergangenheit nie ein Problem war, doch nun schien es alles nur zu verschlimmern.
Auch das ist oft der Fall, dass man durch den Entzug das ZNS so sehr gereizt hat, dass es Wirkstoffe und Substanzen, die man früher vertragen hat, plötzlich nicht mehr verträgt.
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Verzweifelt suchte ich einen weiteren Psychiater auf und bekam Escitralopram verschrieben, was ich nur ein paar Wochen ohne Erfolg einnahm und wieder ausgeschlichen habe.
Bitte nimm auch das genau mit Datum und Dosierung in deine Signatur auf. Bei ein paar Wochen kann es sein, dass sich Escitalopram noch nicht fix in deinem Hirnstoffwechsel verfestigt hat, aber um da näheres dazu zu schreiben, brauchen wir genaue Angaben von dir, von wann bis wann in welcher Dosierung du es genommen hast.
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Ich kämpfe jeden Tag mit Gefühlen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und weiß nicht wirklich weiter. Irgendwie weiß ich was ich tun müsste damit es mir besser ginge (Sport, Freunde treffen, Ernährung etc.) allerdings kämpfe ich jeden Tag gegen mich selbst. Manchmal sind mir meine Gedanken sehr fremd und ich frage mich ob ich verrückt werde.

Es ist für mich fast unmöglich geworden Entscheidungen zu treffen, da ich nicht aufhören kann alles tausendmal zu überdenken. ch habe riesige Angst nie wieder zu werden wie ich es einmal war, natürlich bringt mich die Reue und das Ruminieren auch nicht weiter, aber dieser konstant veränderte Bewusstseinsstatus ist wirklich unerträglich. Gibt es irgendjemanden der das unglücklicherweise rapide Absetzten überstanden hat und sich wieder erholt hat?
Ich kann dich beruhigen, früher oder später hast du den Entzug durch und es gibt keinen Grund, wieso du nicht wieder völlig "heilen" solltest. Unser Gehirn und Nervensystem sind erstaunlich und dank Neuroplastizität auch fähig wieder vollständig zu heilen.
Aber die Absetzsymptome sind eine beschwerliche Sache und dass du so darunter leidest tut mir leid :(
Es gibt bei uns auch einen Thread mit Erfolgsgeschichten von Menschen, die ihre AD erfolgreich abgesetzt haben. Vielleicht macht dir das etwas Mut ;-)
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Momentan bin ich am überlegen ob ich versuchen soll mein Studium weiterzumachen oder erstmal ein Semester Pause einzulegen. In meiner Umgebung gibt es eine Klinik die stationär intensive Verhaltenstherapie anbietet (ich habe so eine Therapie bereits früher einmal begonnen), ich überlege ob dass etwas für mich wäre (obwohl ich nicht sicher bin ob ich zu so einer intensiven Therapie gerade die Kraft habe). Hat jemand da Ideen oder Ratschläge für mich?
Ob du dich derzeit in der Lage fühlst dein Studium fortzusetzen oder nicht, kannst letztlich nur du entscheiden.
Manchen hilft ein geregelter Alltag sehr und andere fühlen sich von nur dem kleinsten Druck völlig überfordert. Ich würde vorschlagen du entscheidest das Schritt für Schritt und siehst, wie es dir damit geht. Es ist keine Schande, mal eine Pause einzulegen. Ich hatte während meines Studiums auch Semester, wo wenig weiterging, weil ich damals immer wieder an Depressionen litt.
Die Idee mit der Verhaltenstherapie finde ich gut. Therapie setzt letztlich immer direkt am Problem an und hilft, die Ursachen für Ängste, Depressionen usw. zu bekämpfen. Mit Verhaltenstherapie lernt man noch dazu gute Methoden mit Angst und Depression umzugehen. Ich würde dir auf jeden Fall dazu raten.
Ich weiß nicht, wie es in dieser Klinik ist, ob da auch Medikamente verschrieben werden. Von denen würde ich dir nämlich abraten - viele Ärzte verschreiben im Entzug gerne neue Medikamente (wie auch schon dein Psychiater damals Escitalopram) und dadurch verschlimmert sich die Situation oft nur, da man dann einen neuen Wirkstoff hat, den man ausschleichen muss. Zudem helfen neue Wirkstoffe selten bis gar nicht gegen die Absetzsymptome anderer Wirkstoffe.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft! Sobald du deine Signatur angelegt hast, können wir dir auch mehr Tipps geben, ob zB ein Wiedereindosieren von Fluoxetin möglich wäre.

Liebe Grüße,
Cat
ursprüngliche Symptome ca. 2004: Weinen ohne Grund, grundlose Hoffnungslosigkeit, keine Motivation für irgendwas
neue Symptome (seit Frühling 2017): Panikattacken, Muskelschmerzen und chronische Verspannungen (vermutlich protrahierte Entzugssymptome vom zu schnellen Absetzen von Escitalopram)
Diagnose: unipolare Depression (2006), Fehldiagnose Bipolare Störung (ca. 2010), Fehldiagnose Panikstörung (2017)
Psychotherapie (mit Unterbrechungen) seit 2004
Escitalopram- 2016 zu schnell abgesetzt, danach immer wieder Panikattacken, Unruhezustände und starke Muskelschmerzen/Verspannungen (orthopädisch abgeklärt und o.B.)
zwischendurch Medikamentenexperimente meiner Ärztin mit Lamotrigin (aufgrund Fehldiagnose bipolare Störung) und Aripiprazol (beide Medikamente nur kurz genommen und bald wieder abgesetzt aufgrund starker NW)
Venlafaxin - aktuelles Absetzen seit 04/2018 (wurde aufgrund von Panikattacken - die ich aber mittlerweile eher als protrahiertes Entzugssymptom von Escitalopram sehe - verschrieben)
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padma
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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von padma » Montag, 26.08.19, 17:45

hallo Verlorener, :)

auch von mir willkommen.

Alles was du beschreibst halte ich für typische NW bzw. Absetzsymptome.
Eine Hypomanie ist eine mögliche NW unter Fluoxetin. Auch typisch ist diese Gleichgültigkeit, die sich dann einstellte.
Ich denke, dein verstärkter Canabiskonsum war eine Art Selbstheilungsversuch um wieder mehr zu empfinden.
Es wäre jetzt für den Heilungsweg allerdings wichtig, abstinent zu sein.
Ich kämpfe jeden Tag mit Gefühlen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und weiß nicht wirklich weiter. Irgendwie weiß ich was ich tun müsste damit es mir besser ginge (Sport, Freunde treffen, Ernährung etc.) allerdings kämpfe ich jeden Tag gegen mich selbst.
Diese Gefühle sind ebenfalls Absetzsymptome. So sehr viel kannst du dagegen nicht tun. Aktzeptanz ist deutlich besser, als gegen sich selbst zu kämpfen.

Du kannst ausloten, was möglich ist, ohne dich zu quälen - klein anfangen. Es muss ja nicht gleich Sport sein, vielleicht tut dir ein kleiner Spaziergang gut?
Manchmal sind mir meine Gedanken sehr fremd und ich frage mich ob ich verrückt werde.
Nein, du wirst nicht verrückt. Was du erlebst sind Neuroemotionen https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=9778
In meiner Umgebung gibt es eine Klinik die stationär intensive Verhaltenstherapie anbietet (ich habe so eine Therapie bereits früher einmal begonnen), ich überlege ob dass etwas für mich wäre (obwohl ich nicht sicher bin ob ich zu so einer intensiven Therapie gerade die Kraft habe). Hat jemand da Ideen oder Ratschläge für mich?
Würde ich aktuell nicht machen. Zum einen, weil das im Entzug zu viel ist. Zum anderen, kannst du gerade gar nicht unterscheiden, was Entzugssymptome und was therapiebedürftige Schwierigkeiten sind. Entzugssymptome kann man nicht mit Psychotherapie behandeln. Einfühlsame Gespräche können natürlich sehr hilfreich sein, eine intensive Therapie ist jedoch eher kontraproduktiv.

Fluoxetin hast du bereits vor 6 Monaten abgesetzt, da bin ich bzgl. einer Wiedereindosierung sehr skeptisch. Zumal dazwischen auch noch die Episode mit Escitalopram war (schreibst du das bitte noch in deine Signatur?)

Ich hoffe, du findest etwas Erleichterung hier im Austausch mit anderen Betroffenen.
Du wirst heilen, leider kann es dauern.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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15.08.2019: 0,02 mg



Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


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Verlorener
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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von Verlorener » Dienstag, 27.08.19, 17:58

Hallo und danke schonmal für eure lieben Antworten :)

Ich habe das Escitralopram noch in die Signatur mit eingefügt, danke für den Hinweis! Die Erfolgsgeschichten zu lesen hat mir schon wieder etwas Mut gemacht, auch wenn mir immer klarer wird dass es wohl noch etwas Zeit zum heilen brauchen wird.

Ich denke auch dass die Wiedereindosierung nach so langer Zeit eher kontraproduktiv wäre.

Das Rauchen von Cannabis habe ich zum Glück einstellen können, es wird mich auf meinem Weg zur Heilung nicht weiterhelfen.

Was haltet ihr von Nahrungsergänzungsmitteln, wie zum Beispiel Omega-3 Fischöl oder Magnesium?

Zurzeit kämpfe ich sehr mit Antriebslosigkeit und fehlender Motivation, selbst Dinge die mir früher Freude bereitet haben erscheinen irgendwie sinnlos. Habt ihr da irgendwelche Tipps für mich?

Liebe Grüße :)
Fluoxetin 20mg Juli 2018-Februar 2019 (abrupt abgesetzt)
Escitralopram 10mg Juli 2019-August 2019

padma
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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von padma » Dienstag, 27.08.19, 18:24

hallo Verlorener, :)

es wäre gut, wenn du in deiner Signatur noch kurz mitaufnehmen könntest, dass du unter schweren Entzugssymptomen leidest (ein paar aufzählen). Und auch noch den Einnahmegrund der leichten Depression.

Wir haben soviele Neuanmeldungen, da kann man sich nicht alles merken.
Was haltet ihr von Nahrungsergänzungsmitteln, wie zum Beispiel Omega-3 Fischöl oder Magnesium?
Mit den beiden gibt es gute Erfahrungen. Schau mal in den Gesundheitsbereich, da gibt es threads dazu.
Bei NEM immer vorsichtig antesten, was du verträgst. Und immer nur eines versuchen.

Andere NEMs snd heikel, manche profitieren davon, aber gerade schwerer Betroffene vertragen sie oft nicht.
Zurzeit kämpfe ich sehr mit Antriebslosigkeit und fehlender Motivation, selbst Dinge die mir früher Freude bereitet haben erscheinen irgendwie sinnlos. Habt ihr da irgendwelche Tipps für mich?
Diese Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit ist eine Folge des AD bzw. des Absetzen.

Vielleicht kannst du dir kleine Dinge vornehmen, 3 am Tag oder so, die du dann auf einer Liste abhaken kannst. Das können ganz praktische Dinge sein, wie was aufräumen. Erwarte nicht, dass es dir gleich Freude macht. Vielleicht kannst du das Tun als solches, als Teil deines Heilungswegs ansehen.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von yellohmellow » Mittwoch, 28.08.19, 9:26

Verlorener hat geschrieben:
Dienstag, 27.08.19, 17:58

Was haltet ihr von Nahrungsergänzungsmitteln, wie zum Beispiel Omega-3 Fischöl oder Magnesium?

Zurzeit kämpfe ich sehr mit Antriebslosigkeit und fehlender Motivation, selbst Dinge die mir früher Freude bereitet haben erscheinen irgendwie sinnlos. Habt ihr da irgendwelche Tipps für mich?

Liebe Grüße :)
Hallo,

Zu Deiner Frage nach NEM: mir helfen zur Zeit Acetyl L-Carnitin Kapseln, eine neue Studie deutet darauf hin, daß dieser körpereigene Stoff im Blut bei uns Depressiven im Vergleich zu Nichtdepressiven stark vermindert ist. Mir hilft zur Zeit das NEM sehr gut, vor allem der Antrieb und die Grundstimmung sind verbessert.

Natürlich kann ich nicht garantieren, ob es auch bei Dir wirkt, aber einen Versuch wäre es allemal wert, denke ich. Mir helfen täglich 3 Kapseln mit jeweils 500mg.

Wie denkst Du über eine ambulante Therapie? Wie jemand hier auch schon meinte tendieren Kliniken oft dazu, Alternative ADs einzusetzen, und davon willst Du ja weg. Außerdem bleibst Du bei einer ambulanten Psychotherapie im Alltagsleben. Klinikaufenthalte, vor allem längere, entwöhnen einen davon, das große Erwachen kommt dann meist nach der Entlassung aus der Klinik.

Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du den für Dich richtigen Weg findest.
Liebe Grüße! :hug: :hug:
yellohmellow

seit 1997 20mg Fluoxetin
seit 2002 40mg Fluoxetin
Seit 2013 Krampfanfälle in den Gliedmaßen,
MRT zeigt keine Auffälligkeiten,
Verdacht auf Nebenwirkung von Fluoxetin
bestätigte sich nicht, es handelt sich
um den zur Zeit nicht heilbaren sog. Musikerkrampf
Seit 2018 Suche nach Alternativen zu Fluoxetin,
Z.B. medizinisches Cannabis
weil bestimmte Symptome, vor allem
Schlafstörungen sich verstärkt haben.
Seit 2019 Gute Erfahrungen mit Acetyl L-Carnitin,
mehr Power, Schlaf könnte besser sein.

Annanas
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Beiträge: 5823
Registriert: Montag, 25.01.16, 19:41

Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von Annanas » Mittwoch, 28.08.19, 14:34

Hallo Verlorener :) , hallo yellowmellow :) ,
yellohmellow hat geschrieben:
Mittwoch, 28.08.19, 9:26
eine neue Studie deutet darauf hin, daß dieser körpereigene Stoff im Blut bei uns Depressiven im Vergleich zu Nichtdepressiven stark vermindert ist.
@yellowmellow, ich muß hier leider wieder reingrätschen,
"uns Depressiven" hört sich an wie eine angeborene Krankheit bzw ein unabwendbares Schicksal, was Beides nicht stimmt u stigmatisiert zudem.

Bei Verlorener gehören der verminderte Antrieb u die gesteigerten depressiven Gedanken eher zu den Absetzsymptomen, die in der Form häufig auftreten.
yellohmellow hat geschrieben:
Mittwoch, 28.08.19, 9:26
Wie denkst Du über eine ambulante Therapie? Wie jemand hier auch schon meinte tendieren Kliniken oft dazu, Alternative ADs einzusetzen, und davon willst Du ja weg. Außerdem bleibst Du bei einer ambulanten Psychotherapie im Alltagsleben.
Eine Therapie der vorher leichten Depressionen ist unter Absetzsymptomatik eher schwer durchzuführen u mitunter nicht erfolgreich, warum, hat Padma :) in ihrem Beitrag geschrieben.

@Verlorener:
Entschuldige bitte, daß ich oben über deinen Kopf hinweggeschrieben habe.

Wie geschrieben, mit einer ambulanten Therapie würde ich auch noch warten, bis die Absetzsymptomatik zumindestens abgeklungen ist.
Vllt kannst du dir trotzdem schon einen Termin für eine Verhaltens-/Gesprächstherapie besorgen bzw dich auf eine Liste setzen lassen.
Erfahrungsgemäß gibt es oft Wartezeiten.

Diese Therapie würde ich als wichtig empfinden, um dich für das Leben neu sortieren zu können u vor allem die Gründe für deine leichten Depressionen herauszufinden.
Mit diesen Erkenntnissen kann man dann gut weiterarbeiten.

Zu den NEM:
Omega 3 empfinde ich selbst als hilfreich, diese ungesättigten Fettsäuren sind für das Gehirn u Nervensystem wichtig.

Wenn, dann bitte mit einer kleinen Menge beginnen, um die Verträglichkeit zu testen.
Das gilt auch, wenn du das von yellohmellow :) empfohlene Acetyl-L-Carnitin ausprobieren möchtest.

Bei Letzterem bitte beachten, daß es anregend, antriebs- u leistungssteigernd wirken soll, was ein, durch Entzug gereiztes, Nervensystem oft nicht gut toleriert.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Jodie13
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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von Jodie13 » Mittwoch, 28.08.19, 16:18

Hallo Verlorener,

willkommen im Forum. Vieles von dem was du beschreibst, hört sich sehr bekannt an. Ich habe auch Fluoxetin abrupt abgesetzt, allerdings habe ich es sehr lange genommen. Nach 2-3 Monaten hatte ich u.a. schlimme Panikattacken, Dauernunruhe, eine Fülle an körperlichen Symptomen und das erste mal im Leben vermutlich eine "richtige" Depression. Die gute Nachricht ist, es kann besser werden, die schlechte, es kann sehr lange dauern.

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, Ruhe zu bewahren und nicht mehr mit Psychopharmaka (und THC!) rumzuexperimentieren. Auch mit Nahrungsergänzungsmitteln immer schön vorsichtig sein wie padma :) schon geschrieben hat. Magnesium und Fischöl nehme ich auch (die anderen NEMs die ich nehme haben andere Gründe). Achtsamkeit und Mediation hilft auch vielen Betroffenen, mit den Symptomen umzugehen. Falls du damit noch gar keine Erfahrungen hast, könntest du mal googlen ob es in deiner Stadt einen 8 Wochen MBSR oder MBCT Kurs für Einsteiger gibt. Manchmal zahlt das auch die Krankenkasse.

Ein Semester aussetzen ist sicher keine Schande. Vielleicht kannst du dich fragen, ob es dir eher hilft, in die Uni zu gehen (also quasi Ablenkung) oder es nur Quälerei ist? Oder ein reduziertes Programm fahren. Als ich ganz akut im Entzug war, konnte ich 1 Semester überhaupt nicht in die Uni, inzwischen habe ich 2 Semester mit deutlich reduziertem Programm überstanden. Aber ich hab immer das Gefühl, ich muss irgendwas tun, mir fällt zu Hause schnell die Decke auf den Kopf. Was studierst du denn? :)

LG Jodie
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Thinker
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Re: Verlorener: Ich bin neu hier (Fluoxetin)

Beitrag von Thinker » Donnerstag, 29.08.19, 10:41

Hallo Verlorener,

da ich auch neu hier bin, kann ich dir nicht viel zu den Absetzsymptomen sagen. Aber da ich schon in ähnliche Situationen wie du war, kann ich dir von meinen Erfahrungen berichten.
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Ich versuchte mich mit Cannabis zu beruhigen, was in der Vergangenheit nie ein Problem war, doch nun schien es alles nur zu verschlimmern.

Die Absetzerscheinungen wurden immer heftiger, ich begann jeden Morgen mit einer extremen Panik und unerträglichen inneren Unruhe aufzuwachen, dies zog sich über mehrere Monate. Dazu kamen starke Depersonalisierung und Derealisierung und furchtbare kreisende Gedanken. Zum "Reinstatement" was es wohl an diesem Punkt bereits zu spät. Verzweifelt suchte ich einen weiteren Psychiater auf und bekam Escitralopram verschrieben, was ich nur ein paar Wochen ohne Erfolg einnahm und wieder ausgeschlichen habe.
Ich habe auch eine Zeit lang Cannabis konsumiert und starke Depersonalisierung und Derealisieurung gehabt. Allerdings wurden diese bei mir vermutlich durch das Cannabis ausgelöst. Alle Symptome wurden bei mir durch den Cannabiskonsum verstärkt. Ich denke es ist wichtig, dass du auch weiterhin kein Cannabis mehr konsumierst, wenn du einmal negative Erfahrungen damit gemacht hast.
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Ich kämpfe jeden Tag mit Gefühlen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und weiß nicht wirklich weiter. Irgendwie weiß ich was ich tun müsste damit es mir besser ginge (Sport, Freunde treffen, Ernährung etc.) allerdings kämpfe ich jeden Tag gegen mich selbst. Manchmal sind mir meine Gedanken sehr fremd und ich frage mich ob ich verrückt werde.
Das Gefühl verrückt zu werden kenne ich sehr gut. Dieses hatte ich auch schon sehr intensiv bevor ich Antidepressiva genommen habe. Mit Dosisreduktionen des ADs kam bei mir dieses Gefühl allerdings öfter dann wieder sehr stark hoch. Ich weiß, dass sich das unfassbar beängstigend anfühlt. Allerdings bist du nicht verrückt und du wirst auch nicht verrückt werden. Sowohl dieses Gefühl, als auch die Depersonalisierung und Derealisieurung werden wieder weggehen.
Verlorener hat geschrieben:
Montag, 26.08.19, 15:35
Momentan bin ich am überlegen ob ich versuchen soll mein Studium weiterzumachen oder erstmal ein Semester Pause einzulegen.
Wie geht es dir denn, wenn du zu der Uni gehst? Ich habe teilweise auch unter diesen Zuständen studiert und es war oft schwierig die Vorlesungen zu besuchen. Ich habe auch ein Semester Pause gemacht. Was ich für mich festgestellt habe ist, dass es mir schlechter gegangen ist, wenn ich viel Zeit alleine Zuhause war. Ich war dann noch viel mehr auf meine negativen Gedanken und Gefühle fokussiert als wenn ich zur Uni gegangen bin. Wenn deine Zustände allerdings durch die Uni schlechter werden, nehm dir ruhig die Zeit für dich, die du brauchst.

Liebe Grüße
Thinker
Seit 2012 Angst-/Panikstörung mit Depersonalisation/Derealisation und Depressionen

Medikation:
01/2015 - 03/2016: 40mg Citalopram, auf 40mg langsam erhöht, ich weiß allerdings nicht mehr genau wie
04/2016 - 01/2017: 30mg Citalopram
02/2017 - 10/2017: 20mg Citalopram
11/2017 - 01/2018: 15mg Citalopram
01/2018 - 03/2019: 10mg Citalopram

Dann kam ein starker Einbruch meines Zustandes.

03/2019 - 04/2019: 20mg Citalopram
04/2019 - 05/2019: 30mg Citalopram
06/2019: 40mg Citalopram
07/2019: 30mg Citalopram
08/2019: 20mg Citalopram

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