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Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

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Nic72
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Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Nic72 » Mittwoch, 04.09.19, 13:50

Hallo Zusammen,
ich hatte 2004 eine Depression und bekam Citalopram 50 mg. Die Dosis wurde dann auf 25 mg reduziert. Mit den Jahren konnte ich auf Anafranil 10 mg umsteigen.

Vor 3 Jahren hatte ich einen Burnout. All dies habe ich durch Reha, Therapie und Umstellen mancher Verhaltensweisen gut verkraftet.

Seit Beginn diesen Jahres jedoch merkte ich eine totale Veränderung: Traurigkeit, Leere, Antriebslosigkeit, extreme Tagesmüdigkeit... Die Neurologin verschrieb mit ein AD für die Nacht. Half nichts und sie meinte, sie tippt darauf, dass ich einfach "was ausbrüte", dies aber keine Depression oder ein neuer Burnout sei. Ich solle mal Tagebuch schreiben !

Letztendlich führte mich mein Weg zu einer Stressmedizinerin, die bei mir einen Hormontest und einen Neurostresstest durchführte. Und siehe da: Viel zu niedriger Östrogen und Progesteron Wert (dafür gibt es jetzt bioidentische Hormone als Gel), DHEA war extreme niedrig und Serotin ebenfalls. Hier nehme ich nun seit mehr als vier Wochen L-Tyrosin und 5 HPT (Griffonia). Es geht mir zwar langsam, aber spürbar besser.

Nun aber meine Frage an Euch: Die Heilpraktikerin meinte, dass es zwischen Anafranil und Griffonia keine Wechselwirkungen gibt. Ich lese aber immer wieder, dass man 5 HPT nicht mit AD einnehmen soll.
Ich habe am 30.9. erst einen Termin bei meinem Neurologen, um mit ihm über diese Therapie zu sprechen.

Mein Ziel ist es, ganz auf Anafranil zu verzichten und ganz ehrlich: Ich habe es in den letzten Wochen nur noch sporadisch genommen weil ich dachte, dass es ja sowieso nicht Serotin aufbaut und eher das Gegenteil bewirkt.

Es ist schwierig für mich im Moment zu unterscheiden, ob meine Müdigkeit und Abgeschlagenheit und weitere Depressionsähnliche Symptome nun von der endokrinen Funktionsstörung kommen, oder Begleiterscheinungen des Ausschleichens des AD sind.

Immer wieder liest man, das AD wirkungslos sind und nur Nebenwirkungen verursachen. Wenn etwas aber nur einen Placebo Effekt hat, wie kann es zu Absetzerscheinungen kommen (falls meine überhaupt welche sind)? Ich würde mich über eine Einschätzung meiner Situation sehr freuen. Lieben Gruss an Euch alle.
Zuletzt geändert von padma am Mittwoch, 04.09.19, 18:36, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Benutzername und Wirkstoffnamen im Titel ergänzt, Absätze wegen besserer Lesbarkeit eingefügt,
2006 Diagnose Depression - Einnahme Citalopram 50 mg. 2009 Umstellung auf Anafranil 20 mg, im weiteren Verlauf Dosierung auf Anafranil 10 mg. 2016 Diagnose akuter Erschöpfungszustand - 5 Wochen psychosomatische Klinik - keine Veränderung der Dosis des AD's.
Seit Beginn 2019 Ausschleichen von Anafranil - parallel heilkundliche Begleitung mit bioidentischen Hormonen Östrogen und Progesteron, L-Tyrosin, Rhodiola, Phosphatidyserin, Magnesium, Griffonia und Vitamin D.
Seit Mitte November wieder verstärkt Symptome der Abgeschlagenheit, depressive Verstimmung, unruhiger Schlaf.

Towanda
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil

Beitrag von Towanda » Mittwoch, 04.09.19, 14:32

Hallo Nic72,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

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Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.


Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.


Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen


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Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüsse,

Towanda
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12.03.20 - 0,75 mg Mirtazapin
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von padma » Mittwoch, 04.09.19, 18:57

hallo Nic, :)

auch von mir willkommen.
Seit Beginn diesen Jahres jedoch merkte ich eine totale Veränderung: Traurigkeit, Leere, Antriebslosigkeit, extreme Tagesmüdigkeit...
Dies kann eine Folge der langjährigen AD Einnahme sein.
Nun aber meine Frage an Euch: Die Heilpraktikerin meinte, dass es zwischen Anafranil und Griffonia keine Wechselwirkungen gibt. Ich lese aber immer wieder, dass man 5 HPT nicht mit AD einnehmen soll.
Es soll nicht zusammen genommen werden, wegen des Risikos eines Serotoninsyndroms.

Mein Ziel ist es, ganz auf Anafranil zu verzichten und ganz ehrlich: Ich habe es in den letzten Wochen nur noch sporadisch genommen weil ich dachte, dass es ja sowieso nicht Serotin aufbaut und eher das Gegenteil bewirkt.
Eine sporadische Einnahme ist sehr ungünstig, es sollte langsam ausgeschlichen werden, siehe verlinkte Texte.
Das mit dem Serotonin aufbauen ist sowieso Unsinn, da es keinen Zusammenhang zwischen einer Depression und dem Serotoninspiegel gibt.
Es ist schwierig für mich im Moment zu unterscheiden, ob meine Müdigkeit und Abgeschlagenheit und weitere Depressionsähnliche Symptome nun von der endokrinen Funktionsstörung kommen, oder Begleiterscheinungen des Ausschleichens des AD sind.
Das ist wirklich kaum zu unterscheiden, da AD auf Hormone etc. einwirken und die Werte verändern
Wenn etwas aber nur einen Placebo Effekt hat, wie kann es zu Absetzerscheinungen kommen (falls meine überhaupt welche sind)?
Wirkungslos bedeutet in dem Zusammenhang, es hat keine positive Wirkung, die über die eines Placebos hinausgeht. Dennoch greift der Wirkstoff in den Gehirnstoffwechsel ein. In den verlinkten Texten ist das erklärt.

Ich würde Anafranil ausschleichen und solange sicherheitshalber kein 5 HTP nehmen.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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Nic72
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Nic72: Ich brauche Euren Rat - Bitte

Beitrag von Nic72 » Dienstag, 01.10.19, 10:56

Hallo Zusammen, ich habe mein AD abgesetzt und habe auch schon einiges dazu hier im Forum gelesen. Ich bin aber gerade zur Zeit so unruhig, schlecht konzentriert und traurig, dass ich jetzt einfach mal los schreibe und nicht noch mehr lese (das kann ich immer noch).
Zunächst einmal Danke, dass ich hier einen Raum bekomme um meinen derzeitigen Zustand zu beschreiben.

Ich war gestern bei meinem Neurologen und das war ein totales Desaster. Aber der Reihe nach. Seit Beginn des Jahres habe ich mich unter Anafranil 10 mg zunehmend trauriger, antriebsloser und hoffnungslos gefühlt. Meiner Neurologin, die mich seit 2006 begleitete und vor 3 Monaten in den Ruhestand ging berichtete ich davon. Sie meinte, es sei keine neue Depression und auch kein neuer Burnout, ich würde irgendetwas anderes ausbrüten und solle mal Tagebuch schreiben. Sehr witzig. Zum Teil war ich so platt, dass ich nicht wusste, wie ich die nächste Stunde überstehen sollte. Ich bin neben Angestellter ja auch noch Hausfrau, Mutter, Ehefrau, Tochter usw.

Im Juni ging ich zu einer Heilpraktikerin, die extreme gute Kritiken im Netz hat. Sie machte bei mir einen Hormonstatus und einen Neurostresstest. Raus kam eine endocrine Funktionsstörung, einen dreimal zu hohen Stresslevel, zu wenig Serotonin. Seit 8 Wochen nehme ich nun diverse Aminosäuren und Hormone und ich muss sagen, es geht mir peau a peau besser. Zumindest auf keinen Fall schlechter wie zu Beginn des Jahres, als ich noch Anafranil genommen habe. Ja, ich Weiss, was Ihr jetzt denkt, aber ich habe mein AD ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt und nehme seit ca. 6 Wochen nichts mehr.
Wenn ich hier im Netz all die Symptome lese, geht es mir noch verhältnismässig gut. Die Heilpraktikerin meinte, dass ihre Behandlung einen Teil der Symptome abdämpft.

Nun war ich gestern bei dem neuen Neurologen. Ich habe mich von ihm total unverstanden gefühlt. Ich habe ihn gefragt, wie er sich meine Symptome wie Traurig und totale Antriebslosigkeit seit Anfang 2019 erklären kann und er meinte, ich wäre total unterdosiert gewesen. Ich habe ihm erzählt, dass mir das zusätzlich AD für die Nacht, was mir die vorhergehende Neurologin aufgeschrieben hat, nicht geholfen hat. Aber darauf ist er nicht eingegangen. Er hat sich den Behandlungsplan meiner Heilpraktikerin angeschaut und nur das Gesicht verzogen.

Er meinte, dass meine Biochemie im Gehirn nunmal ein AD brauche und mir eines aus der Reihe der SRNI verschrieben (irgendwas mit M... , den Namen habe ich schon wieder vergessen). ich war total geschockt und habe ihn mit meinem Wissen bombardiert, das ich mir im Laufe der Zeit durch Foren wie diese angeeignet habe, habe ihm gesagt, dass ich lieber weg wolle und ob er denn nicht andere Möglichkeiten sähe. Er meinte nur trocken, es gäbe eine ganz geringe Zahl von Menschen wie mir, die ohne auskommen, aber letztendlich gibt er mir dafür keine Chance. Ich solle nun zwei Wochen 25 mg nehmen und nach weiteren zwei Wochen auf 50 erhöhen und schauen was passiert.

Ich habe mich in der Familie ausgetauscht und die meinte, das Medikament als Notfall zu betrachten, es aber weiterhin ohne zu versuchen. Auch die Heilprakterin meinte, unbedingt am Ball zu bleiben und ihren natürlichen Mitteln eine Chance zu geben.

Wisst Ihr, ich habe in all den Jahren so viel in der Reha oder durch Therapien gelernt, habe verziehen, akzeptiert, Selbstwert entwickelt, meine Arbeit in den Griff bekommen und sogar gelernt, meinen Burnout nicht zu hassen sondern ihn als Chance zu sehen, was spricht dagegen, dass ich auch das hier schaffe. habt Ihr das Gefühl, ich bin auf einem richtigen Weg?

Wie gehe ich mit meinen Ängsten um, dass ich ohne Chemie nicht normal werde? Ich habe angefangen, das "Sechs-Minuten-Tagebuch" zu führen (gibts auf Amazon). Das tut mir gut. ich bin schon in der Lage, mir selbst zu helfen oder erlernte Mechanismen aus der Tasche zu ziehen. Aber es wird immer schwieriger und mein Vertrauen in die Schulmedizin und teilweise auch in mich fängt an zu bröckeln.

Ich denke jedem, der bis hierhier gelesen hat und bin für jede Stellungnahme dankbar.
Ganz lieben Gruss an alle
Zuletzt geändert von Annanas am Dienstag, 01.10.19, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nutzername im Titel ergänzt , Absätze wegen besserer Lesbarkeit eingefügt
2006 Diagnose Depression - Einnahme Citalopram 50 mg. 2009 Umstellung auf Anafranil 20 mg, im weiteren Verlauf Dosierung auf Anafranil 10 mg. 2016 Diagnose akuter Erschöpfungszustand - 5 Wochen psychosomatische Klinik - keine Veränderung der Dosis des AD's.
Seit Beginn 2019 Ausschleichen von Anafranil - parallel heilkundliche Begleitung mit bioidentischen Hormonen Östrogen und Progesteron, L-Tyrosin, Rhodiola, Phosphatidyserin, Magnesium, Griffonia und Vitamin D.
Seit Mitte November wieder verstärkt Symptome der Abgeschlagenheit, depressive Verstimmung, unruhiger Schlaf.

Nic72
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Nic72 » Dienstag, 01.10.19, 12:20

Liebe Padma,
vielen Dank für Deine Rückmeldung.
Mein neuer Neurologe teilte mir mit, dass meine Sorge eines Serotoninsyndroms überflüssig sei und es keine Nebenwirkungen zu 5 HPT gäbe.
Ich finde es sehr schwierig, mich im Dschungel der unterschiedlichen Meinungen zurechtzufinden. Weisst Du oder andere, die das hier lesen, ob es ein Netzwerk an Neurologen nach PLZ sortiert gibt? Wie geht ihr mit unterschiedlichen Arztmeinungen um? Klar, man kann auf sich und sein inneres Gefühl hören, aber gerade die ganzen Biochemischen Prozesse in meinen Kopf machen mir Angst. Ich kann zwar meine Gefühle beeinflussen, aber nicht meine Biochemie. Ich habe Angst, dass es etwas mit mir macht, was ich nicht beeinflussen kann.

Anafranil habe ich ja bereits ausgeschlichen und lt. meines Neurologen ist es von der Halbwertzeit bereits aus meinem Körper. Was ich jetzt empfinde sind dann alles Absetzsymptome? Das ist echt krass.
2006 Diagnose Depression - Einnahme Citalopram 50 mg. 2009 Umstellung auf Anafranil 20 mg, im weiteren Verlauf Dosierung auf Anafranil 10 mg. 2016 Diagnose akuter Erschöpfungszustand - 5 Wochen psychosomatische Klinik - keine Veränderung der Dosis des AD's.
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Annanas » Dienstag, 01.10.19, 12:28

Hallo Nic :) , ich habe deine Beiträge hier zusammengeführt, bitte keinen neuen Thread zu deinem Thema eröffnen, es wird sonst unübersichtlich.

Liebe Grüße von Anna

Nic72
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Nic72 » Dienstag, 01.10.19, 16:39

Danke für den Tipp, werde ich demnächst beherzigen. Dann hoffe ich nur mal auf einen Austausch. LG
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von FineFinchen » Dienstag, 01.10.19, 17:13

Hallo Nic, :-)

wie hast Du denn das Anafranil ausgeschlichen? Im ersten Post von Anfang September habe ich gelesen, dass Du es nur noch "sporadisch" genommen hast. Wie lange hast Du es denn regelmäßig genommen?

Kannst Du mal genau aufschreiben, wie Deine Reduzierungsschritte waren?

Viele Grüße
Finchen
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Nic72 » Dienstag, 01.10.19, 20:25

Hallo Finchen, Danke dass Du mir geschrieben hast. Anafranil habe ich insgesamt 10 Jahre regelmässig genommen, 6 Jahre davon täglich 10 mg. Ehrlich gesagt habe ich es nicht kontrolliert ausgeschlichen. Ich habe es seit Anfang des Jahres immer häufiger einfach vergessen, dann wieder regelmässig genommen und gemerkt, dass es mir immer schlechter ging. Seit Mai habe ich es immer häufiger, aber nicht regelmässig einfach ausgelassen. Seit ca. 6 Wochen nehme ich gar nichts mehr. Sorry, ich kann da nicht spezifischer sein. Ich hatte auf einmal ein ganz starkes ablehnendes Körpergefühl auf dieses Medikament. Hätte ich vorher mal in diesem Forum gelesen, hätte ich es vielleicht anders angepackt, aber davon wegzukommen war mein längerer Wunsch und ist nie unterstützt worden. Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig um Dir ein Bild zu machen. Lieben Gruss
2006 Diagnose Depression - Einnahme Citalopram 50 mg. 2009 Umstellung auf Anafranil 20 mg, im weiteren Verlauf Dosierung auf Anafranil 10 mg. 2016 Diagnose akuter Erschöpfungszustand - 5 Wochen psychosomatische Klinik - keine Veränderung der Dosis des AD's.
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Annanas » Dienstag, 01.10.19, 21:53

Hallo Nic :) ,
Nic72 hat geschrieben:
Dienstag, 01.10.19, 10:56
Er meinte, dass meine Biochemie im Gehirn nunmal ein AD brauche und mir eines aus der Reihe der SRNI verschrieben (irgendwas mit M... , den Namen habe ich schon wieder vergessen). ich war total geschockt und habe ihn mit meinem Wissen bombardiert, das ich mir im Laufe der Zeit durch Foren wie diese angeeignet habe, habe ihm gesagt, dass ich lieber weg wolle und ob er denn nicht andere Möglichkeiten sähe. Er meinte nur trocken, es gäbe eine ganz geringe Zahl von Menschen wie mir, die ohne auskommen, aber letztendlich gibt er mir dafür keine Chance.
Er wird Milnacipran (Milnaneurax) gemeint haben, es zählt mit zu den SNRI.

Laß' dich bitte nicht verunsichern, die These vom Sertoninmangel bzw Neurotransmitterungleichgewicht als Ursache für Depressionen o Angststörungen wurde schon seit einiger Zeit widerlegt.
Siehe auch hier:
https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=10055
FineFinchen hat geschrieben:
Dienstag, 01.10.19, 17:13
Wie gehe ich mit meinen Ängsten um, dass ich ohne Chemie nicht normal werde?
Alles, was du jetzt durchmachst, ist normal - du hast das Anafranil sehr lange eingenommen, auch dadurch kann es im Laufe der Zeit zu Symptomen kommen, gegen die es eigentlich verschrieben wurde.

Zudem hast du begonnen, das Medikament nur sporadisch einzunehmen - das führt zu schwankenden Wirkstoffspiegeln u damit zu Symptomen, genauso wie das abrupte Weglassen.

Es sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Absetzsymptome, die du gerade erlebst.
Du bist jetzt 6 Wochen weg vom Anafranil?! Es ist grenzwertig, aber du könntest versuchen, eine Minimenge, vllt 0,5 mg, wieder einzudosieren, um zu schauen, ob das die Absetzsymptome auffängt.

Wenn du das nicht möchtest, bleibt nur, die Zeit für sich arbeiten zu lassen - bis sich das Gehirn entsprechend remodelliert hat, um ohne den Wirkstoff wieder in ein natürliches Gleichgewicht zu gelangen.

Liebe Nic, lies' bitte in aller Ruhe den Begrüßungstext von Towanda v. 04.09. - er enthält viele wichtige Infos u Erklärungen.

Ich denke, es ist sehr wichtig, zu verstehen, was bei Psychopharmakaeinnahme/-absetzen im Gehirn abläuft, damit die Ängste nicht überhand nehmen.

Es hilft nur, Eigenverantwortung zu übernehmen, sich so gut u umfassend wie möglich zu informieren, da leider die Problematiken: körperliche Abhängigkeit von AD, längerandauernde Absetzsymptomatik, risikominimierendes Absetzen usw bei vielen Fachärzten
noch kein Thema u dementsprechend kaum Kenntnisse vorhanden sind (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel).
Nic72 hat geschrieben:
Dienstag, 01.10.19, 20:25
Hätte ich vorher mal in diesem Forum gelesen, hätte ich es vielleicht anders angepackt, aber davon wegzukommen war mein längerer Wunsch und ist nie unterstützt worden.
Es ist wirklich traurig u schlimm, daß diese Unterstützung von Arztseite oft vollkommen fehlt - im Gegenteil, es wird die lebenslange Einnahmenotwendigkeit beschworen - mir ist es auch so ergangen.

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
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Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.

Nic72
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Brauche dringend Euren Rat

Beitrag von Nic72 » Dienstag, 03.12.19, 13:05

Hallo Zusammen,

ich brauche dringend Euren Rat und bitte schon jetzt um Entschuldigung, wenn ich den Thread bzw. diesen Beitrag hier nicht unter dem richtigen Punkt adressiere. Hauptsache ich bekomme Antworten.

Ich habe vor 3 Monaten meine 10 mg Anafranil abgesetzt. Ich habe hier im Forum auch schon dazu geschrieben. Ich habe begleitend eine Therapie mit Aminosäuren, bioidentischen Hormonen und Vitaminen. Seit zwei Wochen geht es mir täglich schlechter. Ich kann zwar noch arbeiten und wahrscheinlich merkt mir auch niemand was an, aber ich bekomme langsam Angst was als nächstes kommt, da ich hier ja auch die Beiträge lese. Ich Weiss, dass das alles sehr unterschiedlich bei jedem verläuft. Aber ich Weiss einfach nicht, ob ich einfach hoffen und warten soll, dass sich langsam auch mal Licht am Ende des Tunnels bildet, oder ob ich mir Hilfe hole.

Gestern war ich bei einer Therapeutin zum Erstgespräch und sie meinte, es sei eine rezidivierende Depression. Aber diese Symptome, die ich habe gehören ja auch zu den Absetzsymptomen. Ich will nicht wieder Psychopharmaka nehmen. Ich habe Angst, dass wenn ich jetzt zum Neurologen gehe genau das passiert. Da war ich ja und der hat das Absetzen überhaupt nicht unterstützt. Ich habe es dann auf eigene Faust gemacht und bisher ging es auch ganz gut.

Ich freue mich so auf Aufmunterung von Euch.

Vielen Dank
2006 Diagnose Depression - Einnahme Citalopram 50 mg. 2009 Umstellung auf Anafranil 20 mg, im weiteren Verlauf Dosierung auf Anafranil 10 mg. 2016 Diagnose akuter Erschöpfungszustand - 5 Wochen psychosomatische Klinik - keine Veränderung der Dosis des AD's.
Seit Beginn 2019 Ausschleichen von Anafranil - parallel heilkundliche Begleitung mit bioidentischen Hormonen Östrogen und Progesteron, L-Tyrosin, Rhodiola, Phosphatidyserin, Magnesium, Griffonia und Vitamin D.
Seit Mitte November wieder verstärkt Symptome der Abgeschlagenheit, depressive Verstimmung, unruhiger Schlaf.

padma
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von padma » Dienstag, 03.12.19, 13:18

hallo Nic, :)

ich habe deinen neuen Beitrag in deinen persönlichen thread geschoben, bitte schreibe hier weiter.
Kannst du bitte deine Signatur aktualisieren?

Du hast das AD ja nach unregelmässiger Einnahme abrupt weggelassen, daher ist es wahrscheinlich, dass du jetzt unter Entzugssymptomen leidest. Diese können zeitverzögert auftreten, 3 Monate sind nicht ungewöhnlich.

Was genau für Symptome hast du?
War etwas vor 2 Wochen, dass die Symptome ausgelöst/verstärkt haben könnte?

Du nimmst sehr viele NEM, die werden im Entzug nicht immer gut vertragen.

liebe Grüsse,
padma
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Michael808
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Michael808 » Dienstag, 03.12.19, 13:41

Hallo Nic,
Immer wieder liest man, das AD wirkungslos sind und nur Nebenwirkungen verursachen. Wenn etwas aber nur einen Placebo Effekt hat, wie kann es zu Absetzerscheinungen kommen (falls meine überhaupt welche sind)? Ich würde mich über eine Einschätzung meiner Situation sehr freuen.
Wie ich auf der Website von Peter Ansari gelesen habe, sind die Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin für weitere Körperfunktionen verantwortlich. Die Rolle aber, die sie für die Psyche spielen sollen, ist (entgegen der Behauptungen von Pharma-Industrie und Psychiatrie) gar nicht belegt. Bei mir war es so: Mirtazapin hatte keinen antidepressiven Effekt. Aber die Nebenwirkungen hatte ich gleich und wurde sie auch nach Absetzen nicht mehr los. Der Placebo-Effekt daran ist plausibel: Menschen nehmen sog. Antidepressiva ein, spüren die Nebenwirkungen und denken: Aha, es wirkt, bald wird es mir besser gehen. Ein rein psychisches Phänomen. Eine meiner depressiven Episoden verschwand, als ich von einem Betrieb, ich dem ich als Aushilfe angefangen habe, fest angestellt wurde. Das ist für mich der eindeutige Beleg: Das hatte nichts mit „Hirnchemie“ zu tun, sondern mit einem erlernten Denkmuster. Und dieses Denkmuster habe ich durch dieses Ereignis wieder verlernt. Sowas kann natürlich für Psychiater nicht sein, weil es nicht sein darf. Deshalb halte ich die auch einfach für inkompetent.
LG
Michael
Durch Hausarzt wegen Depression Mirtazapin 15mg verordnet bekommen (9.5.2019); erste Woche 7,5mg, dann volle Dosis für 6 Wochen. Antidepressiver Effekt: nicht eingetreten; schlaffördernde Wirkung bereits nach 3. Woche nicht mehr gegeben. Heftige Verspannungen, Muskelzuckungen und Krämpfe stellten sich ein. Nach 6 Wochen begonnen auszuschleichen: Erste 2 Wochen 7,5mg, dann im Abstand von je einer Woche um ca. 1/8 der Gesamtdosis reduziert. Bereits nach Halbierung der Dosis unbegründete Angstattacken, Zucken am Augenlied für 2 Wochen. Verspannungen, Gelenkbeschwerden auch 4 Monate nach Beginn de Einnahme noch vorhanden und gefühlt immer stärker (heute 19.9.2019). Update am 24.2.2020: Inzwischen geht es mir wesentlich besser. Die :censored: ist zwar noch nicht vorbei, aber ich bin schon wieder mehr der alte, als der Pharma-Geschädigte. Es wird wieder, glaubt mir!

Nic72
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von Nic72 » Dienstag, 03.12.19, 14:42

Danke Padma, Danke Michael.
Padma: Ich habe heute Abend ein Gespräch mit der Heilpraktikerin. Mir kam auch schon der Gedanke, dass das alles zuviel an NEM sind. Ich werde sie darauf ansprechen. Mein Hauptsymptom ist die Traurigkeit vermischt mit Angst, dass ich keine Kraft mehr habe, das alles durchzustehen. Dazu kommen die Fragezeichen in meinem Kopf, ob das alles der richtige Weg ist. Wobei: Ich Weiss, dass der Weg ohne AD's der richtige ist, aber schafft das mein ZNS auch? Du fragtest, was vor zwei Wochen war. Mich belastet, dass sich mein Mann permanent mit meinem Sohn in den Haaren hat. Ich kann sie beide verstehen und stehe total zwischen den Stühlen. Hinzu kommt, dass mein Vater dement ist und auch depressive und immer weiter abbaut. Im Prinzip wünsche ich mir gerade nichts mehr als auf eine einsame Insel zu gehen, wo keiner was von mir will.
2006 Diagnose Depression - Einnahme Citalopram 50 mg. 2009 Umstellung auf Anafranil 20 mg, im weiteren Verlauf Dosierung auf Anafranil 10 mg. 2016 Diagnose akuter Erschöpfungszustand - 5 Wochen psychosomatische Klinik - keine Veränderung der Dosis des AD's.
Seit Beginn 2019 Ausschleichen von Anafranil - parallel heilkundliche Begleitung mit bioidentischen Hormonen Östrogen und Progesteron, L-Tyrosin, Rhodiola, Phosphatidyserin, Magnesium, Griffonia und Vitamin D.
Seit Mitte November wieder verstärkt Symptome der Abgeschlagenheit, depressive Verstimmung, unruhiger Schlaf.

padma
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Re: Nic72: Endokrine Funktionsstörung und Anafranil (Clomipramin)

Beitrag von padma » Dienstag, 03.12.19, 19:47

hallo Nic, :)

solche familiäre Belastungen können Absetzsymptome verstärken. Das kann schon mit ein Grund für die Verschlechterung sein. Hast du Unterstützung?
Mein Hauptsymptom ist die Traurigkeit vermischt mit Angst, dass ich keine Kraft mehr habe, das alles durchzustehen.
Die Traurigkeit hat ja ihre Gründe und die Angst ist ja auch sehr verständlich. Dein ZNS wird es schaffen, aber es braucht Zeit.

Ob es jetzt, nach 3 Monaten, noch Sinn machen würde, eine Kleinstmenge wiedereinzudosieren, ist fraglich.

Könntest du bitte in deine Signatur noch eintragen, wann deine letzte Einnahme war und welche Dosis?

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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