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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Dangermouse: Trimipramin als Schlafmittel

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Petunia
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Re: Dangermouse: Trimipramin als Schlafmittel

Beitrag von Petunia »

Liebe Dangermouse,

Gerade hab ich Dir bei mir geschrieben und sehe, wie schlecht es Dir geht. Das tut mir so leid!

Peinlich muss Dir das überhaupt nicht sein. Du kannst doch nichts dafür. Wie geht es Dir denn inzwischen?

Ich hab mich früher in meiner Panikattackenzeit bei solchen Events in Kirchen oder im Theater oder dergleichen immer an den Rand gesetzt, so dass ich unauffällig raus konnte. Meine damalige VT hat mich dazu ermutigt, sonst hätte ich sowas gar nicht machen können.
Sie sagte auch, jedem kann mal schlecht sein und dann geht man eben kurz raus und kommt dann wieder rein, wenn man ein wenig durchgeatmet hat. Im Theater hab ich mir auf der Toilette kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen. Dann ging es wieder.
Auch hatte ich dann in dieser Zeit immer eine kleine Amethyst-Kugel als Handschmeichler dabei. Das hat mir geholfen, in der Situation zu bleiben. Im Zug stellte ich mir vor, dass meine Therapeutin neben mir saß. Fishermen's extra stark haben mir auch sehr geholfen, wenn ich das Gefühl hatte, keine Luft zu bekommen. Die pusten so dermaßen durch, dass man merkt, dass man jederzeit Luft bekommt.

Aber solche Sachen kennst Du wahrscheinlich eh.

Ich bin sicher, dass Du es morgen schaffst. Ich werde fest an Dich denken. Und atmen nicht vergessen, gell? Es wird bestimmt gut.

Sei lieb gedrückt
Beate
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Aktuelle Medikation:

Metoprolol 47,5 mg (Beta Blocker)
L-Thyrox 100 mikrogramm
Tavor expedit:
2.2.20: 1,0 mg
9.2.20: 0,5 mg
14.2.20: 0,5 mg
Seit 25.2. täglich 0,5 mg
Ab 5.4.20: 0,375
Ab 13.4.20: 0,25 mg
Seit 08.05.20: Tavor weg
Seit 03.04.20: Pregabalin 25 mg, 14 x, dann weg
22.6.20 Tavor 0,5 wg Nervencrash
caturdayfreedom
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Re: Dangermouse: Trimipramin als Schlafmittel

Beitrag von caturdayfreedom »

Liebe Dangermouse,

es tut mir sehr leid zu hören, dass es dir heute so schlecht geht :(

Ich kenne das Gefühl so gut, grade bei Situationen, bei denen man denkt, man muss auf jeden Fall und kann keinesfalls absagen. Das hat meine Panik oft am schlimmsten werden lassen.
Ich kann dir leider nicht sagen, was jetzt in deiner Situation für dich das beste ist - ich kann nur sagen, dass es für mich im Moment nur so funktioniert, dass ich solche Sachen, wo ich merke die belasten mich so stark wie du es beschreibst, absage.
Ich sag mir dann immer, es kann immer jedem was dazwischenkommen, es könnte sein man kriegt ne Magendarmrgippe und dann könntest du auch nicht teilnehmen, so schade das auch ist. Oder brichst dir ein Bein oder was immer.

Schau, ich musste auch aus dem Urlaub wieder heimfahren im Sommer, weil es einfach nicht ging. Ich hab auch mit mir geschimpft dass wir jetzt so weit gefahren sind, das ganze Geld, das schlechte Gewissen weil ich damit meinen Freund jetzt um seinen Urlaub bringe.. das alles bringt aber nichts, wenn man sich so quälen muss. (Das ist nur meine jetzige Meinung, die stark geprägt ist von einer derzeiten Situation. Langfristig gesehen ist es natürlich keine Lösung alles abzusagen, und es macht auf jeden Fall Sinn, Sachen irgendwie mit Hilfe von Skills durchzustehen, damit man die Erfahrung sammeln kann, dass man diese Situationen hinkriegt. Ich bin aber eine starke Verfechterin von "Nur in meinem Tempo, nur zu meinen Bedingungen. Alles was nicht kompletten Stillstand und Rückzug bedeutet ist für mich ein großer Schritt in Richtung Freiheit")

Vielleicht kannst du dir einen Notfallplan zum Abbruch zurechtlegen und mit engen Vertrauten besprechen, damit schnell nach Hause kannst, wenn du merkst es wird dir einfach zu viel.

Vielleicht hilft es dir aber auch, dich jetzt mit viel Selbstfürsorge erst einmal darum zu kümmern, dass du wieder zur Ruhe kommen kannst - auch wenn das bedeuten sollte, dass du morgen nicht dabei sein kannst.
Dazu gehört als ein erster Schritt, dich selbst und dein Leid ernst zu nehmen - ganz egal, ob es anderen hier oder sonstwo auf der Welt "eigentlich schlechter" geht als dir; ich kenn diese Vergleiche und das damit verbundene Abwerten meiner Person und meines Schmerzes auch sehr gut und ich arbeite schwer daran, das zu ändern. Weil es einfach keinen Sinn ergibt, sich zu vergleichen.

Ich wünsch dir alles Gute!
Liebe Grüße
Caturday
Grunderkrankungen:
- 2006: Mittelschwere Depression, Angststörung gemischt
- seit 2016 Panikattacken (Diagnose 2020)


Venlafaxin: seit 2008. Beginn Reduktion Okt 2019, Kügelchenmethode, Startdosis 187,5mg. Aktuell: 39,68mg (seit 17.07.20)
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Bromazepam seit ?, ab 2016: 6mg; 2018/19 abdosiert auf 4,5mg
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Weitere Medikamente und NEMs:
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Dangermouse
Beiträge: 49
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Re: Dangermouse: Trimipramin als Schlafmittel

Beitrag von Dangermouse »

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mich erstens bedanken für alle lieben, emphatischen Worte und vielen hilfreichen Tips von euch( Bild wegzoomen, Baldrisn und Passionsblume, Bewegung und scharfe Bonbons); leider hab ich es nicht ganz aus meiner Panik rausgeschafft und ich musste heute Morgen 0,5 mg Lorazepam nehmen! Dadurch konnte ich aber diesen wunderschönen, emotionalen und besonderen Tag aber durchstehen und wirklich genießen!!
Ich bin nicht stolz drauf, es war aber wichtig und jetzt habe ich wieder die Kraft ohne Medikament weiterzukämpfen und zu arbeiten!

Danke, dass ihr da seid fühlt euch umarmt und ich wünsche allen eine gute Nacht😘!

LG, Dangermouse
2001 depressive Episode 5 Monate 150mg Venlafaxin,
dann 1 Monat 75mg Venlafaxin, dann Schluss bis auf einige Zeit Schwindel und Verletzlichkeit keine großen längeren Entzugssymtome

2017 Panik- und Angsterkrankung, Nervenzusammenbruch Dez 17 - Januar 18 37,5 mg Venlafaxin zum Glück Forum gefunden und mit der Ausschleichmethode nach Kurzzeiteinnahme ohne große Folgen ausgeschlichen

Seitdem kämpfe ich mit Hoch und Tiefs, mal mehr und mal weniger Panikattacken und helfe mir mit VT, Neurexan, Lasea und Calmvalera je nach Bedarf.

Seit Ende September Pantozol 20mg morgens, da ich eine extreme Gastritis entwickelt habe, 1 Absetzversuch misslungen.

50 mg L- Thyroxin morgens wegen Unterfunktion

Ab 25.1.20 10 mg Omeprazol
Ab 30.1.20 12 mg Esomeprazol( da Übelkeit unter Omeprszol zu stark)
31.1.-13.2.20 15 mg Esomeprazol( zum Stabilisieren, da starke andauernde Übelkeit und Krankheitsgefühl)
14.2-19.2.20 13,5 mg
20.2.- 29.2.20 10 mg( stabilisiere mich gerade)
1.3.- 9.3. 8 mg( Übelkeit und Magenschmerzen stärker)
10.3 - 18.3. 6 mg es wird besser
19.3. - 27.3 4 mg fühle mich wieder richtig „ gesund“
28.3 - 6.4. 2 mg wieder vermehrt Übelkeit und Magenschmerzen
7.4. - 16.4. 1 mg

Kein PPI mehr :party2:
Mir ist immer mal übel und es rumort im Magen, das hatte ich unter PPI auch und viel stärker.
Bittchen
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Re: Dangermouse: Trimipramin als Schlafmittel

Beitrag von Bittchen »

Liebe Dangermous,

es ist so beruhigend zu lesen, wie gut du den Tag der Konfirmation geschafft hast.
Lobe dich sehr dafür, das war eine ganz große Leistung, darauf darfst du auch stolz sein !!!

Dass du zu einem Notfallmedikament gegriffen hast ,sollte dich nicht weiter beschäftigen.
Das ist vorbei und ohne geht es jetzt weiter.
Passe gut auf dich auf.

Liebe Grüße
Brigitte
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Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .
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