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Friducha: Update - Escit. abgesetzt. Weitere Nachfragen

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Friducha
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Friducha: Update - Escit. abgesetzt. Weitere Nachfragen

Beitrag von Friducha »

Hallo!

Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc.
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Derzeit bin ich bei 5mg Escitalopram angekommen (von ursprünglich 15mg). Alle 2 Wochen 1mg weniger. Jetzt, wo ich bei 5 angekommen bin (seit 27.12.19) soll ich in 4-Wochen-Schritten vorgehen.

Nun zu meiner Frage:
Psychisch geht es mir ganz gut (zumindest nicht schlechter als zuvor), nur beunruhigt mich immer wieder folgendes Symptom: Schmerzen in Fingern/Fingerknorpeln (hauptsächlich, fühlt sich an wie Rheuma oder Gicht oder so), auch Verspannungen im Rücken/Nacken nach dem Schlafen, ich glaube auch Zähneknirschen in der Nacht, Schmerzen (immer wieder ein Stechen/Ziehen) an den Füßen/Zehen, Beinen.. Eine undefinierbare Schwäche in Beinen (schwer zu erklären). Da ich eben leider anfällig bin für Krankheitenängste, mache ich mir Sorgen dass dies ein Anzeichen für ALS oder MS etc sein könnte.. :bad-mood:
Daher wende ich mich an Euch. Der Beipackzettel ist ja Bekannterweise nicht sehr aussagekräftig was Reduzierungserscheinungen angeht und viele Berichte sprechen nur von Erscheinungen, die eintreten wenn man das Medikament bereits komplett ausgeschlichen hat. Viele (Haus)ärzte sind zu wenig aufgeklärt, scheint mir, und viele Psychiater banalisieren dieses Thema (ziemlich verantwortungslos, wenn man sich ansieht, wie oft Psychopharmaka ohne Aufklärung verschrieben werden - aber anderes Thema).
Meint ihr, diese Schmerzen in Fingern/Handballen (auch Gelenk/Muskelschmerzen), kann von meiner o.g. Reduktion kommen? Ich wäre sehr beruhigt. Teilw. bin ich auch ziemlich "unfokussiert und wie auf Watte..aber das hält sich in Grenzen.
Hat jmd. von Euch Erfahrung mit der Reduktion von Escitalopram o.ä. nach so langer Einnahme wie ich (12 Jahre).

Ich bin über alle Tipps/Erfahrungen dankbar. <3
Vielen Dank, F.

(ps. ich würde diesen Beitrag gerne als Beitrag in passenden "Forum" schreiben, geht aber irgendwie nur hier..?)
Zuletzt geändert von Jamie am 13.09.2020 15:29, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel auf neue Situation hin ergänzt
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Straycat »

Hallo Friducha,

willkommen im ADFD.
Keine Sorge, dein Beitrag ist in der richtigen Rubrik. Neue Teilnehmer können zunächst nur hier einen Beitrag erstellen und sie vorstellen. Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen verschoben.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

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Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.


Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Cat
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Straycat »

Liebe Friducha,

nun noch etwas persönlicher zu deinen Fragen :)
Friducha hat geschrieben: 28.12.2019 22:26 Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.
Ja diesen Unfug hört man leider immer wieder - das berichten viele Mitglieder hier im Forum.
Hier findest du einen Thread zu dem Thema "Mythen über Psychopharmaka": viewtopic.php?f=6&t=10055
Friducha hat geschrieben: 28.12.2019 22:26 Derzeit bin ich bei 5mg Escitalopram angekommen (von ursprünglich 15mg). Alle 2 Wochen 1mg weniger. Jetzt, wo ich bei 5 angekommen bin (seit 27.12.19) soll ich in 4-Wochen-Schritten vorgehen.
Um Absetzsymptome zu gut wie möglich zu vermeiden, empfiehlt es sich maximal 10% der Dosis alle 4-6 Wochen abzusetzen.
Ich würde daher eher etwas langsamer machen und nun nicht mehr 1mg reduzieren, sondern lieber in kleineren Schritten.
Alle wichtigen Infos dazu habe ich dir oben in meiner ersten Antwort verlinkt. Lies dich am besten mal in Ruhe ein :)
Friducha hat geschrieben: 28.12.2019 22:26 Nun zu meiner Frage:
Psychisch geht es mir ganz gut (zumindest nicht schlechter als zuvor), nur beunruhigt mich immer wieder folgendes Symptom: Schmerzen in Fingern/Fingerknorpeln (hauptsächlich, fühlt sich an wie Rheuma oder Gicht oder so), auch Verspannungen im Rücken/Nacken nach dem Schlafen, ich glaube auch Zähneknirschen in der Nacht, Schmerzen (immer wieder ein Stechen/Ziehen) an den Füßen/Zehen, Beinen.. Eine undefinierbare Schwäche in Beinen (schwer zu erklären). Da ich eben leider anfällig bin für Krankheitenängste, mache ich mir Sorgen dass dies ein Anzeichen für ALS oder MS etc sein könnte.. :bad-mood:
Was du beschreibst ist alles als typische Absetzsymptome bekannt. Ich kann dich also insofern beruhigen: Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass diese Symptome vom Ausschleichen des Escitalopram kommen, als von einer Krankheit.
Hier findest du eine Liste aller Absetzsymptme (Achtung, wenn du dazu neigst die Symptome dann zu entwickeln, wenn du sie liest, solltest du die Liste besser nicht lesen): viewtopic.php?f=19&t=12534
Friducha hat geschrieben: 28.12.2019 22:26 Viele (Haus)ärzte sind zu wenig aufgeklärt, scheint mir, und viele Psychiater banalisieren dieses Thema (ziemlich verantwortungslos, wenn man sich ansieht, wie oft Psychopharmaka ohne Aufklärung verschrieben werden - aber anderes Thema).
Da hast du leider recht :(
Friducha hat geschrieben: 28.12.2019 22:26 Meint ihr, diese Schmerzen in Fingern/Handballen (auch Gelenk/Muskelschmerzen), kann von meiner o.g. Reduktion kommen? Ich wäre sehr beruhigt. Teilw. bin ich auch ziemlich "unfokussiert und wie auf Watte..aber das hält sich in Grenzen.
Hat jmd. von Euch Erfahrung mit der Reduktion von Escitalopram o.ä. nach so langer Einnahme wie ich (12 Jahre).
Ich habe selbst Escitalopram 10 Jahre eingenommen und dann leider viel zu schnell abgesetzt (wusste es damals noch nicht besser). Ich hatte auch viele der von dir beschriebenen Symptome.
Nun setze ich Venlafaxin langsamer ab und die Symptome sind deutlich milder und seltener als beim Escitalopram-Entzug. Es zahlt sich also wirklich aus, hier besser langsam vorzugehen.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!
Liebe Grüße,
Cat
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Friducha »

Hallo Cat! :roll:

Vielen Dank für deine Nachricht!
Habe mir deine Links durchgelesen.

Du meinst also, dass die Schmerzen in den Fingern von der Reduktion kommen können? Und auch teilw. in den Füßen/Beinen? Hat mir einfach Angst gemacht, da es (laut Beipackzettel/Psychiater etc.) nicht zu den „normalen“ Nebenwirkungen zählt. Denkst Du, es ist „gefährlicher“ das Escitalopram zu reduzieren wenn man es so lange genommen hat wie ich (15mg)..?
Ich bin ja froh, dass es mir psychisch nicht schlecht geht.. nur beunruhigen mich leider diese komischen Schmerzen und ich muss dauernd an andere schlimme Krankheiten denken.. :-(.
Ich versuche nun mehr Sport zu machen, zB joggen.. sollte helfen, oder? Zumindest habe ich danach keine stärkeren Beschwerden als zuvor.
Ich habe einige Kilo durch die Einnahme zugenommen. Denkst du, nach der Reduktion sollten diese schneller wieder runtergehen?
Sorry für die vielen Fragen. Freu mich!
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Straycat »

Hallo Friducha,
Friducha hat geschrieben: 30.12.2019 00:04 Du meinst also, dass die Schmerzen in den Fingern von der Reduktion kommen können? Und auch teilw. in den Füßen/Beinen? Hat mir einfach Angst gemacht, da es (laut Beipackzettel/Psychiater etc.) nicht zu den „normalen“ Nebenwirkungen zählt.
Ja ich denke, es sind Absetzsymtome. Viele Absetzsymptome sind nicht als NW in den Beipackzetteln angegeben, weil sie einerseits zu selten gemeldet werden und andererseits Absetzsymptome ja keine NW sind, sondern erst beim Reduzieren oder nach dem Absetzen auftreten. Es sind Symptome, die das ZNS quasi "produziert", weil es sich auf die neue Dosierung einstellen muss. Sie sind in der Regel nicht gefährlich und gehen auch wieder weg. Aber es kann einige Zeit dauern, leider viel länger, als das Ärzte oft glauben oder zugeben.
Aber viele Symptome vergehen auch wieder relativ schnell - das ist bei jedem verschieden.
Friducha hat geschrieben: 30.12.2019 00:04 Denkst Du, es ist „gefährlicher“ das Escitalopram zu reduzieren wenn man es so lange genommen hat wie ich (15mg)..?
Gefährlicher ist es sicherlich nicht. Aber es kann sein, dass du etwas empfindlicher auf das Ausschleichen reagierst. Muss aber auch nicht sein - manche setzen auch nach langer Einnahme relativ unproblematisch ab.
Friducha hat geschrieben: 30.12.2019 00:04 Ich bin ja froh, dass es mir psychisch nicht schlecht geht.. nur beunruhigen mich leider diese komischen Schmerzen und ich muss dauernd an andere schlimme Krankheiten denken.. :-(.
Das verstehe ich und das geht sehr vielen hier so. Insbesondere bevor man von der Existenz von Absetzsymptomen weiß denkt man bei solchen komischen Symptomen oft zunächst an eine Krankheit oder manchmal wird auch fälschlicherweise eine "Rückkehr der Grunderkrankung" diagnostiziert. Mich persönlich hat es sehr beruhigt zu lesen, dass viele unter seltsamen Absetzsymptomen leiden. So wusste ich, dass es nichts unheilbares oder krankhaftes ist, sondern in gewisser Weise "normal" beim Absetzen.
Friducha hat geschrieben: 30.12.2019 00:04 Ich versuche nun mehr Sport zu machen, zB joggen.. sollte helfen, oder? Zumindest habe ich danach keine stärkeren Beschwerden als zuvor.
Sport kann antidepressiv wirken, zumindest was manche Studien besagen. Beim Absetzen ist es aber so, dass manche Sport als Trigger für Absetzsymptome empfinden. Der intensive Sport löst dann Absetzsymptome aus oder verstärkt diese.
Ich würde es mal mit moderater Bewegung versuchen und schauen, wie sie dir bekommt. Beim Absetzen muss man vieles, was man sonst gut verträgt, erstmal in Maßen antesten. Wenn du das Gefühl hast, dass dir das Joggen gut tut, würde ich keinen Grund sehen das zu ändern. Aber wenn du merkst, dass es dir nach dem Sport eher schlechter geht, würde ich es besser eher mal ruhiger angehen.
Friducha hat geschrieben: 30.12.2019 00:04 Ich habe einige Kilo durch die Einnahme zugenommen. Denkst du, nach der Reduktion sollten diese schneller wieder runtergehen?
Auch da habe ich schon unterschiedliches gelesen. Bei manchen purzeln die Kilos nach dem Absetzen, bei anderen bleiben sie. So ist es auch mit dem Appetit. Bei manchen verringert er sich durch's Absetzen, bei anderen nimmt er eher wieder zu.
Ich denke, das ist sehr unterschiedlich, wie sich das von Mensch zu Mensch verhält. Das wirst du wahrscheinlich erst sehen, wenn langsam ausschleichst.
Ich habe auch durch Escitalopram innerhalb einiger Wochen ca. 6 kg zugenommen. Die sind mir bis heute geblieben (aber ich nehme ja auch fast durchgehend AD). Ich war damals aber erst 19 - kann mir gut vorstellen, dass sich mein Körper auch einfach über die Jahre geändert hat und ich jetzt nach bald 15 Jahren AD-Einnahme nicht plötzlich wieder abnehmen werde, wenn ich absetze ;-)

Keine Sorge, wegen der vielen Fragen :)
Über viele Themen findest du auch etwas, wenn du sie oben rechts in die Suchfunktion eingibst. Du kannst auch mal in den Threads anderer Mitglieder querlesen. Oft findet man dann andere, denen es ähnlich geht und man kann sich austauschen.

Alles Liebe,
Cat
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von carlotta »

Hallo Ihr,

technisch gesehen zählen Entzugs-/Absetzsymptome durchaus als NW, eben im Sinne von unerwünschten Folgewirkungen der AD -Einnahme. Auch wenn ich diese Zuordnung ebenso etwas befremdlich finde wie Du, Cat:) .

Es stehen aber längst nicht alle NW im Beipackzettel; erst mal kommen da nur die rein, die in den Zulassungsstudien augenfällig wurden (und auch da versuchen die Firmen gerne, die Ausmaße kleinzuhalten); solche Studien dauern auch nur ein paar Wochen. Ansonsten wird ergänzt, was über die Jahre gemeldet wurde an zusätzlichen NW. Vieles wird aber gar nicht mit den Med. in Zusammenhang gebracht und viele Ärzte und Patienten sind da auch nicht unbedingt "fleißig", was das Melden von NW betrifft. Zudem winden sich die Hersteller eben so lange wie möglich, bevor sie weitere NW aufnehmen - sind ja nicht gerade verkaufsfördernd. Alles nicht so einfach.

Zum Zu-/Abnehmen: Man kann schon davon. ausgehen, dass man die Kilos, die aufs AD-Konto gehen, spätestens irgendwann nach null auch wieder abnimmt. Es kann allerdings selbst nach null noch Monate dauern; das ist individuell verschieden. Monica Cassani bspw., Schwerbetroffene aus USA und über Jahrzehnte mit zig Mitteln medikamentiert mit enormer Gewichtszunahme, hat nach null alles wieder abgenommen. Das kann auch in Etappen passieren, wie auch ihr Arzt bestätigt hat - so wie der Entzug eben auch in Etappen verläuft, stellt der Stoffwechsel sich wohl auch so um. Es kommt aber auch vor, dass Betroffene schon während des Ausschleichens ordentlich abnehmen, teilweise mehr, als ihnen lieb ist.

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)


[spoil]Kurzabriss Verlauf:
viewtopic.php?f=18&start=140&t=12787&si ... fb#p266609
Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Annanas »

Hallo Friducha :) u auch von mir noch ein herzliches Willkommen!
Nur eine Kurzinfo: ich habe deinen Beitrag/neuen Thread zur Schlafapnoe in den bereits bestehenden Thread verschoben:
viewtopic.php?p=342800#p342800

Liebe Grüße von Anna
Vorgeschichte:
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
► Text zeigen

seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)
:arrow: Was finde ich wo im Forum?
Hinweis:
Meine Aussagen dienen der allgemeinen Information und gründen sich auf Erfahrungswerten - meinen eigenen und denen anderer Betroffener sowie den wenigen bekannten Studien zur Absetzproblematik. Ich bin weder Ärztin noch Psychologin. Meine Erfahrungen und Tipps sind daher keine medizinische Beratung und können eine solche nicht ersetzen.


Meine PN-Funktion ist vorübergehend deaktiviert!
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Friducha »

Vielen Dank Annanas fürs Verschieben. Und Carlotta für die Info zum Abnehmen :-) <3
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
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Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Friducha »

:roll: Hier nochmal mein Beitrag zum Thema Schlafapnoe, damit alles in meinem Thread zusammen bleibt. :whistle:
(auch zu finden unter viewtopic.php?p=342800#p342800)

:bettzeit:

Hallo liebe Leute!

Vielen Dank für das Aufnehmen ins Forum und die bereits tollen Worte!
Krass, wieviel mehr Info man durch Euch bekommt, als durch die meisten Ärtze, die diese Tabletten verschreiben... Eigentlich in kleiner Skandal.. (oder sogar größer)... :shock:

Ich nehme seit ca. 12 Jahren Escitalopram (sh. Signatur) und bin gerade am Reduzieren/Ausschleichen.

Vor genau 1 Jahr wurde bei mir ein "krasses" Schlafapnoe-Syndrom festgestellt. Durch einen unmöglichen HNO-Arzt in seinem eigenen Schlaflabor, der mir in den 7 Minuten, die er sich für mich Zeit nahm, sagte, dass ich, wenn ich nicht ein Leben lang mit einer CPAP-Maske schlafe, ich zu 10% innerhalb der kommenden 10 Jahre sterben werde! :frust: Ich muss dazu sagen: ich bin 34 Jahre alt und nicht extrem (nur leicht, durch die AD nehme ich an) übergewichtig!

Natürlich eine unmögliche Aussage, da in einem weiteren Schlaflabor festgestellt wurde, dass meine Aussetzer nicht gaaanz so krass sind und ich selbst herausgefunden habe, dass mir (und so wahrsch. auch den meisten anderen Patienten mit dieser schrecklichen Maske) eine Unterkieferprotrusionsschiene wunderbar hilft. Bei Fragen dazu, meldet Euch gerne. Ich bin soooo froh, diesen schlafmedizinischen vertrauensvollen Arzt gefunden zu haben und nicht diese schreckliche Maske tragen zu müssen (der HNO meinte, alles außer Maske ist Geldmacherei, was natürlich NICHT stimmt). Ich hatte natürlich angegeben, dass ich Escitalopram nehme, aber darauf ist dieser HNO-Artz überhaupt nicht eingegangen in seinen 7 Minuten, die er sich für so eine Diagnose genommen hat. NICHTS, auch keine Gewichtsreduktion oder sonst was würden bei der Ausprägung der Apnoen (angebl. 40 pro Std.) helfen, laut ihm.. Aber dieser Typ ist ein anderes Thema, bzw. ein weiteres Bsp. für verantwortungslose Ärtze.

Nun meine eigentliche Frage:

Da ich nun viel in diesem Forum gelesen habe, liegt es für mich nicht fern, dass das Schnarchen, die Atemaussetzer durch die jahrelange Einnahme von Esctialopram kommen/begünstigt werden sein konnte! Hat jemand Erfahrungen damit?
Ich bin zwar sehr froh, dass die Unterkieferprotrusionsschiene so toll hilft (in weiterem Schlaflabortermin bestätigt) - jedoch wäre es doch eine tolle Aussicht, dass ich sie nicht mehr bräuchte wenn ich das Medikament komplett ausgeschlichen habe.

Hat jmd. ähnliche Erfahrungen? Weiß jmd. ob es überhaupt sein kann, dass dies eine weitere "heimliche" "Nebenwirkung" eines SSRI sein kann?

Psychiaterin, Hausarzt etc.. haben davon natürlich nie etwas gehört. Und der HNO wusste nicht mal wie man Escitalopram richtig schreibt.
Schade.

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen, Hinweise, Kommentare etc.
Und bitte: wenn Euch jmd. sagt, ihr braucht lebenslang diese Maske - glaubt es nicht sofort!!! Diese schränkt das Leben ziemlich ein und oft hilft diese Schiene.. Mir kommt es ein bisschen so vor, als hätten die HNO-Ärzte was davon, diese Masken anzupreisen.. scheint grad irgendwie Trend zu sein. :censored:

Herzlichen Gruß,

Friducha
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Friducha »

Hallo liebe "Gemeinde" :-)

Da ich nun bei 5 mg (von 15 mg) angelangt bin.. und jetzt irgendwie Angst bekomme vor der weiteren Reduzierung.. da man ja viele schreckliche Geschichten und Symptome hier lesen kann, wollte ich mal fragen, ob jmd. auch Posivites aufgefallen ist während er die AD (z. B. Escitalopram?) reduziert hat?

Im Moment achte ich nur auf negative Dinge, vielleicht wäre es aber hilfreich, auch auf positive Veränderungen zu achten? Was wäre denn "typisch", was eintreten könnte, nachdem mal weniger zu sich nimmt? Da ich die Tabetten blöderweise viel zu lange genommen habe, weiß ich schon gar nicht mehr, wie es ohne war... Z. B. dass man wieder mehr "spürt"? Sich besser freuen kann ..etc..? Ich habe ehrlich gesagt, eher den Eindruck, dass ich seit der Reduktion eher "emotionsloser" bin... - wäre das typisch?

Kann es auch sein, dass die Reduktion bei mir ohne starken Nebenwirkungen abläuft? Auch wenn ich sie ca. 12 Jahre genommen habe? Bisher hatte ich immer mal wieder Fingerschmerzen, sonst jedoch keine richtig "schlimmen" NW. - Kann es sein, dass es einfach so bleibt?

Kann es eigentlich auch sein, dass man durch die Reduktion anfängt, in der Nacht Zähne zu knirschen? Das ist mir aufgefallen, seit dem ich reduziere (habe schon meine Unterkieferprotrusionsschiene kaputt gemacht, die ich gegen Schlafapnoe trage).

Ich reduzierte alle 2 Wochen 1 mg, und nun, da ich bei 5 angelangt bin, alle 4 Wochen 1 mg. Habe nun aber ziemlich Angst, dass schlimme Erscheinungen auftreten..... :whistle: :(

Vielleicht sollte ich mich einfach auf positive NW "konzentrieren".......falls es sie gibt...? :party2:

Vielen Dank!

F.
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Annanas »

[offtopic]Hallo Friducha :) , bitte einen Beitrag, der deinen Verlauf betrifft, nur einmal hier posten - die anderen beiden habe ich gelöscht, lG Anna [/offtopic]
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von FineFinchen »

Hallo Friducha, :-)

wenn Du jetzt bei 5 mg bist und künftig alle 4 Wochen 1 mg absetzen möchtest, dann ist das sehr schnell. Darf ich fragen, warum Du nicht die empfohlenen 10 %-Schritte machen möchtest, um möglichst risikominimiert abzusetzen?

Ich habe sehr mit den Zähnen geknirscht, während ich abgesetzt habe. Daraufhin hat mir ein Spezialist für Kiefergelenksdiagnostik eine spezielle Schiene für den Unterkiefer angepasst, die mir sehr geholfen hat. Ich habe sie noch heute und mag sie nicht missen. :-) Zusätzlich bekam ich Osteopathie, um das Kiefergelenk zu lockern, was mir sehr gegen meine Kopf- und Rückenschmerzen geholfen hat.

Viele Grüße
Finchen
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Jamie »

Hallo Friducha :)

Es gibt Menschen, die auch vergleichsweise gut durch einen Entzug kommen.
Bitte beachte, dass sich hier natürlich auch insb. die Betroffenen einfinden, bei denen es besonders schlimm ist.
Menschen, die nur wenig Probleme beim Ausschleichen haben, neigen nicht dazu sich in einem solch thematischen Onlineforum anzumelden um das zu bequatschen, sondern ziehen es einfach durch und sie ahnen vielleicht nicht mal, dass andere solche Probleme haben.
Insofern ist das Userbild im ADFD etwas verzerrt. Es kann auch alles recht problemlos vonstatten gehen.
Dafür drücke ich dir die Daumen :) .
Ich reduzierte alle 2 Wochen 1 mg, und nun, da ich bei 5 angelangt bin, alle 4 Wochen 1 mg. Habe nun aber ziemlich Angst, dass schlimme Erscheinungen auftreten..... :whistle: :(
Davon möchte ich jetzt abraten. Zum einen ist dein gewähltes Tempo bis zu den 5mg schon sehr flott geworden, bitte bleibe jetzt mal einen Monat bei den 5mg und beobachte.
Du bist schon informiert, dass Symptome vielleicht auch zeitversetzt kommen können?
Pausen sind wichtig!

Und dann ist 1mg weniger alle 4 Wochen ein 20%-Schritt und danach noch größer (bei 4mg 1mg weglassen ist schon ein 25% Schritt, bei 3mg 1mg weglassen schon ein 33,33% Schritt usw).
Die 10% Empfehlung solltest du in Erwägung ziehen, gerade auch, weil du schreibst, dass du Angst hast. Gegen Angst hilft ein Verfahren zu wählen, das erprobt und sicher ist und mit der 10% Empfehlung wärst du auf der halbwegs sicheren Seite, wobei wir natürlich keine Garantien abgeben können, auch wenn wir gerne würden :roll:.

Ich wünsche dir alles Gute
Jamie
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von padma »

hallo Friducha, :)

Da ich die Tabetten blöderweise viel zu lange genommen habe, weiß ich schon gar nicht mehr, wie es ohne war... Z. B. dass man wieder mehr "spürt"? Sich besser freuen kann ..etc..? Ich habe ehrlich gesagt, eher den Eindruck, dass ich seit der Reduktion eher "emotionsloser" bin... - wäre das typisch?
Das ist unterschiedlich. Manche spüren sich bereits beim Reduzieren mehr, andere werden zunächst emotionsloser. Nach dem kompletten Absetzen kommen die Emotionen so oder so wieder, wie lange nach 0 ist ebenfalls unterschiedlich.

Vielleicht sollte ich mich einfach auf positive NW "konzentrieren".......falls es sie gibt...?
Darauf zu achten, ob sich etwas verbessert, ist auf jedenfall sinnvoll. Das würde ich dann nicht als NW sondern als Abklingen derselben bezeichnen.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Friducha »

Liebe FineFinchen, Jamie und Padma,

vielen Dank für Eure tollen Antworten und sorry für die späte Rückmeldung.

Mir wurde das so von der "erfahrenen" Psychiaterin empfohlen. Alle 2 Wochen 1 mg weniger. Somit bin ich von 15 mg auf nun 5 mg ohne größere Probleme angekommen. Da ich nun bei 5 mg bin, soll ich hier 4 Wochen bleiben und eben ab jetzt in 4 Wochen Schritten immer um 1 mg auf 0 gehen..
Ja, ich hab im Forum gelesen, dass ihr kleinere Schritte empfehlt. Ich stelle es mir nur schwer und ungenau vor, einen 1mg-Tropfen (Escitalopram gibts in Tropfen) zu verkleiern. Das geht wahrsch. auch mit der Wasser-Methode..? Muss ich mir noch durchlesen.
In 10 Tagen wäre nun der Schritt auf 4 mg dran. Und habe etwas Angst.. Gestern war es mir das erste mal etwas schwindlig, so wie ich es nicht kenne, irgendwie von den Augen... Scheint, ein normales Symptom zu sein, oder? Die Psychiaterin meinte dazu am Telef. gestern, es wäre nicht üblich, weil ich ja schon 2 Wochen auf 5mg bin.. und wenn der Schwindel anhält, soll ich einfach wieder 1 mg hochgehen. Ziemlich blöde Info von ihr, oder?! Ich will ja immerhin ABSETZEN.. Habe einfach den Eindruck, dass die Psychiater NICHT anerkennen, dass es überhaupt ENTZUGSerscheinungen gibt.. !

Wegen der Zahnschiene: ich kann keine andere Schiene nehmen, da ich meine Unterkieferprotrusionsschiene gegen Schlafapnoe tragen muss (Alternative wäre eine Maske - nein danke! Frage mich immer noch, ob dieses ganze Apnoe-Thema von den Tabletten hat ausgeslöst werden können.. was meint ihr?)

Habt ihr eigtl. auch Erfahrungen was die Fruchtbarkeit einer Frau angeht nach 12-jähriger Escitalopram-Einnahme? Hab mal mein Antimüller-Hormon testen lassen und ich bin für mein Alter (34) weniger fruchtbar als "normal". Hab langsam Angst, dass all diese "Erscheinungen" durch die lange Einnahme der Tabletten ausgelöst wurden.. - Psychiater spielen ja ALLES runter und sagen, dass das nicht "sein kann"... (haha - genauso bei Gewichtzunahme.. und das stimmte ja auch nicht..!)

Danke Jamie für deinen wertvollen Hinweis mit dem verzerrten Userbild. Das hat mich beruhigt, hast Recht!

Allgemeine Frage noch: bringen längere Pausen zwischen den einelnen Reduzierungsschritten auch was? Also anstatt kleinere Reduzierungs-Schritte zu machen? (Mich schreckt diese komplizierte Wasserlös- oder Mörser-Methode nämlich etwas ab...).

Ich habe auch den Eindruck, dass ich etwas "aggressiver" bin, wohl auch "normal"?

Was für mich noch wichtig wäre zu wissen: diese ganzen komischen Erscheinungen gehen ja im Normalfall alle nach einer Zeit vorüber, richtig? Habt ihr da Erfahrungen, wie lange einzelne Symptome anhalten sollten? Bzw. ab wann ich wissen soll, dass es einfach zu schnell/viel war und ich stoppen oder wieder hochdosieren sollte?

Und ist es wirklich so, dass die richtig "schimmen" Absetzerscheinungen meist erst kommen wenn man eine Zeit lang auf NULL ist??????

Und noch eine (naive?) Frage: Was ist eurer Meinung nach der Grund, dass erfahrene Psychiater (meine Psychiaterin ist sogar seit 30 Jahren in der Nebenwirkungs-Forschung von Psychopharmaka) so wenig Ahnung vom Absetzen der Medikament haben, die sie verschreiben? Ich versteh das einfach nicht. Man fühlt sich dann so hilflos und alleingelassen.

Vielen herzlichen Dank,
Friducha
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Friducha »

Achja, noch eine Frage:

Hat jemand Erfahrung mit TCM (Trad. chinesische Medizin) während des Absetzens?
Ich habe damit begonnen (Akkupunktur, Schröpfen, Kräutertee) unf hoffe sehr, dass es unterstüzten kann...
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
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Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Friducha »

Und noch was wichtiges ist mir eingefallen:
Seit Jahren sind meine Leberwerte LEICHT erhöht.. nicht sehr, aber immer leicht über dem Normalbereich, was nicht so toll ist laut Hausarzt in meinem Alter.. Ärzte meinen natürlich, dass kann nicht von Escitalopram kommen..... Was sagt ihr dazu? Ja, ich trinke schon gerne Alkohol.. aber dass die Tabletteneinnahme über 12 Jahre hinweg nix damit zu tun hat, kommt mir schon seltsam vor..
Denkt ihr, die Werte/Leber regeneriert sich schnell nach dem Ausschleichen? Was habt ihr für Erfahrungen? Ist dies typisch für Escitalopram? Ich hoffe so, ich habe über die 12 Jahre keine irreversiblen Schäden angerichtet an mir.... :-(
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
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Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

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Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Straycat »

Hallo Friducha,
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Mir wurde das so von der "erfahrenen" Psychiaterin empfohlen. Alle 2 Wochen 1 mg weniger. Somit bin ich von 15 mg auf nun 5 mg ohne größere Probleme angekommen. Da ich nun bei 5 mg bin, soll ich hier 4 Wochen bleiben und eben ab jetzt in 4 Wochen Schritten immer um 1 mg auf 0 gehen..
Ja, ich hab im Forum gelesen, dass ihr kleinere Schritte empfehlt. Ich stelle es mir nur schwer und ungenau vor, einen 1mg-Tropfen (Escitalopram gibts in Tropfen) zu verkleiern. Das geht wahrsch. auch mit der Wasser-Methode..? Muss ich mir noch durchlesen.
Ja genau, das macht man dann mit der Wasserlösemethode.
Leider lesen wir hier sehr oft von Mitgliedern, denen von Ärzten eine schnellere Vorgehensweise empfohlen wird. Das kann bei manchen gut gehen, aber in vielen Fällen tut es das leider nicht. Max. 10% alle 4-6 Wochen zu reduzieren ist einfach risikoärmer.
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Gestern war es mir das erste mal etwas schwindlig, so wie ich es nicht kenne, irgendwie von den Augen... Scheint, ein normales Symptom zu sein, oder?
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Ich habe auch den Eindruck, dass ich etwas "aggressiver" bin, wohl auch "normal"?
Ja beides sind bekannte Absetzsymptome. Hier findest du eine gesamte Liste der Absetzsymptome: viewtopic.php?f=19&t=12534
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Die Psychiaterin meinte dazu am Telef. gestern, es wäre nicht üblich, weil ich ja schon 2 Wochen auf 5mg bin.. und wenn der Schwindel anhält, soll ich einfach wieder 1 mg hochgehen.
Das stimmt so nicht. Viele Absetzsymptome treten auch einige Wochen nach der Reduktion erst auf. 1mg wieder hochgehen würde ich persönlich nicht, das wäre mMn ein zu großer Schritt. Ich würde erstmal auf der jetzigen Dosis bleiben und abwarten, ob sich die Symptome wieder legen.
Mehr Infos dazu findest du auch hier im Infoartikel zum AD absetzen: viewtopic.php?p=257720#p257720
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Allgemeine Frage noch: bringen längere Pausen zwischen den einelnen Reduzierungsschritten auch was? Also anstatt kleinere Reduzierungs-Schritte zu machen? (Mich schreckt diese komplizierte Wasserlös- oder Mörser-Methode nämlich etwas ab...). Friducha
Längere Stabilsierungspausen sind gut, weil man so dem Gehirn Zeit gibt, sich an die neue Dosis anzupassen. Aber sie "ersetzen" nicht die Kleinschrittigkeit. Jede Dosisänderung ist ein Reiz für dein ZNS und es muss sich auf die neue Dosis einstellen. Wenn diese Schritte zu groß sind, dann ist es einfach zu viel auf einmal für dein ZNS und die Absetzsymptome sind dann oft stärker und halten länger an. Genau aus dem Grund ist es empfehlenswert nur max. 10% auf einmal zu reduzieren.
Die Wasserlösemethode ist glaube ich gar nicht so kompliziert, wenn man sie mal ausprobiert. Klar ist es "aufwendiger", als wenn man einfach nur eine Tablette schluckt. Aber diesen Aufwand muss es einem einfach wert sein, wenn man das Risiko für Absetzsymptome verringern will.
Ich zähle nun schon seit 1,75 Jahren täglich die Kügelchen meiner Kapseln aus (ich reduziere mit der Kügelchenmethode). Anfangs dachte ich mir auch "Oh mein Gott, wie mühsam" - aber nun ist es schon Routine und ich weiß ja, dass ich es aus gutem Grund mache :)
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Was für mich noch wichtig wäre zu wissen: diese ganzen komischen Erscheinungen gehen ja im Normalfall alle nach einer Zeit vorüber, richtig? Habt ihr da Erfahrungen, wie lange einzelne Symptome anhalten sollten? Bzw. ab wann ich wissen soll, dass es einfach zu schnell/viel war und ich stoppen oder wieder hochdosieren sollte?
Darauf kann man leider keine allgemeingültige Antwort geben. Es gibt Menschen, bei denen verschwinden sie nach wenigen Tagen oder Wochen, es gibt welche bei denen halten sie sich Monate und in den schlimmsten Fällen bleiben sie für Jahre.
Ob man zu schnell unterwegs ist, zeigt einem der Körper meist durch Absetzsymptome an. Wenn man diese hat, dann sollte man wohl langsamer machen. Da du bereits welche hast (Schwindel, Aggressivität), würde ich an deiner Stelle nun wirklich mit der max. 10%-Methode weitermachen. Wenn man erstmal starke Absetzsymptome hat und wieder aufdosieren muss, ist es meistens mühsamer, als wenn man sie von vornherein vermeidet :) Dazu findest du auch einiges im Infoartikel zum AD Absetzen.
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Und ist es wirklich so, dass die richtig "schimmen" Absetzerscheinungen meist erst kommen wenn man eine Zeit lang auf NULL ist??????
Auch das ist sehr unterschiedlich. Manche haben nach null kaum bis keine Symptome, bei anderen werden sie dann stetig immer weniger, bis sie weg sind (häufig auch noch in einem Wellen-Fenster-Muster wie während des Entzugs) und bei manchen flammen sie nach dem Absetzen nochmal richtig auf. Generell kann man wohl nicht sagen, dass sie nach "null" schlimmer sind, das ist sehr individuell. Was die Symptome definitiv massiv verstärken und verlängeren kann ist ein Kaltentzug oder ein zu schnelles Absetzen. Deshalb sollte man das ja auch vermeiden :)
Friducha hat geschrieben: 14.01.2020 16:04 Und noch eine (naive?) Frage: Was ist eurer Meinung nach der Grund, dass erfahrene Psychiater (meine Psychiaterin ist sogar seit 30 Jahren in der Nebenwirkungs-Forschung von Psychopharmaka) so wenig Ahnung vom Absetzen der Medikament haben, die sie verschreiben? Ich versteh das einfach nicht. Man fühlt sich dann so hilflos und alleingelassen.
Darüber kann man wohl nur mutmaßen. Ich denke, dass viele sich seit der Ausbildung nicht ausreichend weitergebildet haben. Viele werden einfach auch den "geschönten" Studien der Pharmaindustrie zu viel Glauben schenken, andere wollen sich keine Fehler eingestehen (weil sie ja munter sämtliche AD bisher verschrieben haben) usw. Da gibt es wohl viele Gründe.
Aber wenn deine Ärztin in der NW-Forschung tätig ist, setzt sie sich wohl vorwiegend mit den NW auseinander, die ja während laufender Einnahme erhoben werden, aber nicht unbedingt beim Reduzieren.
Hier findest du auch noch eine Übersetzung von Finchen :) eines Interviews mit Dr. Horowitz, in dem das auch thematisiert wird: viewtopic.php?f=51&t=16533

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von carlotta »

Hallo Friducha,

kurze Ergänzung zu Cats :) ausführlichen Infos:
Und ist es wirklich so, dass die richtig "schimmen" Absetzerscheinungen meist erst kommen wenn man eine Zeit lang auf NULL ist??????
Das ist - wie Cat schon gesagt hat - unterschiedlich. Aber es kommt vor, speziell wenn zu schnell abgesetzt wurde, dass Entzugssymptome sich erst einige Zeit nach null zeigen, sozusagen zeitversetzt auftreten, teilweise sogar erst Monate später einsetzen. Ein US-amerik. Arzt, der sich viel mit AD-Entzug beschäftigt, Stuart Shipko, sagt, dass nach null die Symptome bis zu einem Jahr verzögert einsetzen können. Das ist dann besonders fies, weil man u. U. gar nicht mehr damit rechnet und es auch erst mal schwerfällt, einen Zusammenhang zum Absetzen herzustellen.

Und wenn man erst mal einige Wochen auf null ist, wird auch eine Wiedereinnahme immer riskanter (man geht von einem möglichen Zeitfenster von ca. 6 Wochen aus, wo diese noch möglich ist); denn es droht nach längerer Abstinenz irgendwann Unverträglichkeit. Somit kann der Weg zurück bei schlimmeren Symptomen versperrt sein. Deshalb tut man gut daran, schon im Vorfeld so vorsichtig abzusetzen, dass es nach null erst gar keine böse Überraschung gibt.

Die meisten Ärzte sind da tatsächlich immer noch recht ahnungslos. Das Thema Absetzen ist nicht Bestandteil ihrer Ausbildung und es besteht bei vielen eine regelrechte Abneigung, sich mit dem Thema kritisch auseinanderzusetzen, obwohl sich mittlerweile die wissenschaftlichen Hinweise häufen. Aber es würde wohl zu viel vom eigenen jahrelangen Tun in Frage stellen, sich der Problematik anzunehmen.

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)


[spoil]Kurzabriss Verlauf:
viewtopic.php?f=18&start=140&t=12787&si ... fb#p266609
Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
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Haltbarkeit Escitalopram-Tropfen

Beitrag von Friducha »

Hallo Ihr Lieben!

Ich nehme derzeit ausschließlich die Tropfen von Escitalopram.
Auf der Packung steht ca. nur 8 Wochen gebrauchen nach Öffnung.
Das ist aber üüüüberhaupt nicht möglich. Ich kann ja nicht alle 8 Wochen neue Tropfen verschrieben bekommen!
Da ich mit der Wasser-Methode absetze und schon bei 4,5 mg tgl. angekommen bin, bräuchte ich die Tropfen über einen viel längeren Zeitraum.
Die Apothekerin meinte, es ist wahrsch. schon länger haltbar...aber natürlich kann sie dafür auch nicht ihre Hand ins Feuer legen.
Ich hab natürlich bin bisschen Bedenken... den es wäre sau blöd, wenn sie auf einmal ihre Wirksamkeit verlieren und ich unwissend in einem kalten Entzug stecke. :o
Was habt ihr da für Erfahrungen? Vielen Dank!!

Johanna
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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