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Friducha: Update - Escit. abgesetzt. Weitere Nachfragen

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padma
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von padma »

hallo Johanna, :)

ich sehe es wie die Apothekerin, vermutlich länger haltbar, aber wissen kann man es nicht. Sie werden nicht auf einmal komplett unwirksam werden, denke ich, aber die Wirksamkeit könnte nachlassen.

Ein weiteres Problem könnte irgendwann eine Verkeimung sein.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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Friducha
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1 Monat ohne SSRI (Escitalopram) - Symptome normal?

Beitrag von Friducha »

Hallo!
Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
Nun spüre ich aber folgende Erscheinungen, die mir gerade krass Angst machen.. Ich möchte einfach „nur“ wissen, ob das „normal“ ist, vom Absetzen kommen kann und sich wieder normalisiert..
Es kommen gerade wieder attackenartig hypochondrische Ängste auf (im Moment fast panische Angst Diabetes haben zu können)!
Bin oft unkonzentriert, irgendwie „unsicher“ beim Reden, Erzählen. Gedächtnis schlechter. Auch viel mehr Selbstzweifel.. als würde ich mich selbst gerade mehr „von außen“ sehen und mir fälle auf wo ich mich überall blöd oder komisch verhalte. Ist das „typisch“ mach dem Absetzen?!
Zudem kommt extreme Mundtrockenheit! das macht mir so krass Angst gerade.. dazu mehr durst..
Oft auch heißes Gesicht (aber kein Fieber oder so).
Oft auch einfach körperlich und geistig sehr erschöpft, obwohl ich mehr Sport jetzt mache.
Auch Gefühlsausbrüche sind stärker. Manchmal einfach „innerlich aggressiv“!
das macht mir gerade alles so sehr angst. habe angst dass dies alles auf irgendeine schlimme krankheit hindeuten könnte.
ich war so froh dass ich den Ausstieg geschafft habe.. und fühle mich jetzt einfach oft k*cke! (aber keine extrem schlimmen phasen, panik wie früher zum glück).
ist das nach 4 wochen 0-Dosis normal? kann mich dahingehend jmd beruhigen?
gibt es eine aussicht dass sich dies bald alles normalisiert?
ich hoffe so, auf eure (hoff. positiven) antworten.
vielen dank!
Zuletzt geändert von Jamie am 13.09.2020 15:31, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Kraftausdruck mit Sternchen versehen
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
Ich habe sie m. E. viel zu lange genommen, da mir damals als junges Mädel ein (eigtl. bereits im Ruhestand) alter Psychiater erzählt hat, wie wenig (nix) er von Psychotherapie hält und dass Depressionen und Ängste lebenslang sind und man daher lebenslang AD nehmen musst, "wie in Diabetiker, der lebenslang auf Insulin angewiesen ist". Das ist mir so im Kopf hängengeblieben, dass ich stets große Angst vor dem Absetzen hatte.

Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

Psychisch geht es mir ganz ok (zumindest nicht schlechter als zuvor..), sogar besser! Was mit hilft, ist TCM (Trad. Chinesische Medizin) mit Akupunktur, Schröpfen, spezieller Tee zur Unterstützung.

Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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Re: 1 Monat ohne SSRI (Escitalopram) - Symptome normal?

Beitrag von moony21 »

Hallo Friducha :)

Ich kenne mich nicht mit Escotalopram aus, resp. ich habe es nie eingenommen.

Die Symtome die du schilderst kenne ich auch. Ich bin zwar immernoch im Ausschleich Prozess, mich begleiten die Symptome wie: Einen heissen Kopf, ohne Fieber zu haben, die Angst vor Krankheit (bei mir ist es vorallem Panik vor einer Magen-Darm Gerippe) oder auch körperlich und geistig schnell erschöpft sein, dies äussert sich mit diversen Symptomen bei mir.

Hier im Forum gibt es beim Thema „Absetzsymptomliste“ nützliche Infomationen.

Ich wünsche dir weiterhin viel Mut und Kraft :hug:


Liebe Grüsse
Marina
2011: Adenom auf Schilddrüse: operative Entfernung (nur einseitig) seither Euthyrox 50 jeden Morgen vor dem Frühstück
2012: Stationärer Aufenthalt in einer Klinik, dort bekam ich erstmals Stilnox zum schlafen (12mg)
2012: Umstellung von Stilnox zu Surmontil (AD)
2013-2015: 1mg Temesta (auf die Nacht und 25 Surmontil Tropfen) danach wollte man mir plötzlich keine Temesta mehr geben, nur mit Surmontil konnte ich nicht mehr schlafen. Surmontil & Temesta wurden gestoppt (12 Wochen reduziert) danach bekam ich Mirtazapin (30 mg)
2016-2017: 15mg Mirtazapin & 12-15 mg Eszopiclon (Lunesta) + Stilnox (15 mg)
2018: Eszopiclon abwechselnde Dosierung und Absetzversuch, 10 mg Stilnox und 7.5 mg Mirtazapin
2019: 6 mg Eszopiclon (stabil seither) + 10mg Stilnox + 7.5 mg Mirtazapin
2020: 6 mg Eszopiclon + 10mg Stilnox + 7.5mg Mirtazapin
Substitutionsversuche mit Benzos fehlgeschlagen
Mai 2020: 6.25 mg Eszopiclon (auf Dosiert wegen verschlechterung des Allgemeinzustandes + 10 mg Stilnox + 7.5 Mirtazapin
August 2020: 6 mg eszopiclon + 10mg Stilnox+ 7.5 mg Mirtazapin
September 2020: 5.75 mg Eszopiclon + 10mg Stilnox + 7.5 Mirtazapin
Ululu
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Re: 1 Monat ohne SSRI (Escitalopram) - Symptome normal?

Beitrag von Ululu »

Hallo Friduscha,

alles, was du beschreibst, klingt doch sehr nach Absetzsymptomen. Auch die Zeit, nach der die Symptome auftraten, ist sehr typisch.

Der letzte Schritt auf 0 gestaltet sich sehr oft als der schwierigste, damit bist du nicht allein.
:hug:

Waren hypochondrischr Ängste dein Ursprungsproblem und hast du irgendetwas anderes getan, außer Medikamente zu nehmen ?
Das wäre wichtig. Die Psychopharmaka können ja nicht heilen, nur bestenfalls die Symptomatik deckeln.
Wenn du sie dann weglässt, ist alles wie vorher.

Vorerst würde ich abwarten. Absetzsymptome verschwinden nach einer Weile von selbst und sind nicht lebensbedrohlich.
Versuche dir Ruhe zu gönnen und nur das zu tun, was dir guttut.
Vielleicht kannst du dich etwas ablenken.

Ich werde diesen Thread später in deinen Ursprungsthread verschieben, damit deine Geschichte zusammen bleibt.

LG Ute
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Re: 1 Monat ohne SSRI (Escitalopram) - Symptome normal?

Beitrag von Friducha »

Hi Ute, danke Dir!
ja, hypo. Ängste gehörten auch zu meinem Ursprungsproblem, und ja, ich mache auch eine Verhaltenstherapie :).
Es ist also üblich/denkbar dass 4 Wochen nach Absetzen diese Symptomatik auftaucht? Auch der immerwieder extrem trockene Mund und die plötzlich kommende „Aggresivität“ / Instabilität?
Was denkt ihr, wann hat sich das ca. eingependelt?

ich habe früher gern (oft auf etwas zu viel) Alkohol getrunken, seit einiger Zeit habe ich kaum mehr Lust darauf, ist das auch typisch?
Lieben Dank!!!
:hug: Ich bin 34 und nehme seit ca. 12 Jahren SSRI. Die ersten Jahre Citalopram und seit ca. 3 J. bin ich auf Escitalopram gewechselt.
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Ich litt an Ängsten, hauptsächlich hypochondrischer Art, damals besonders vor meinem Examen etc. Aber auch zweitweise an Aussichtslosigkeit, Ängsten, Schwarzsehen (ob es "typ. Depressionen" waren weiß ich nicht).
Mit meiner Psychotherapeutin, Psychiaterin und Hausarzt habe ich beschlossen, die SSRI nun endlich auszuschleichen. :fly: Ich habe von 15mg alle 2 Wochen 1mg reduziert. Seit ich nun bei 5mg angekommen bin, gehe ich im 0,5mg-Schritt vor: alle 4 Wochen 0,5mg weniger. Bisher läuft es gut. - Derzeit: 4,5mg

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Sept. 2020: Ich habe es nun geschafft. Nach ca. 12 Jahren (Es)citalopram komplett abzusetzen.
Habe über ca. 1,5 Jahren ausgeschlichen, und bin nun seit ca 1 Monat auf Null (von 15 mg) Hat eigtl. ziemlich gut geklappt.
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Re: Friducha: Absetzerscheinungen bei Reduktion von Escitalopram nach 12 Jahren/Schmerzen in Fingern - kann wer beruhige

Beitrag von Jamie »

Neuer Thread mit dem alten verknüpft, Titel aktualisiert
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padma
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Re: Friducha: Update - Escit. abgesetzt. Weitere Nachfragen

Beitrag von padma »

hallo Friduchina, :)

dass 4 Wochen nach dem Abstzen Entzugssymptome auftauchen, ist absolut typisch. Alles was du aufzählst sind typische Entzugssymptome.

Wann es sich wieder einpendelt, kann man nicht vorraussagen, das ist individuell sehr unterschiedlich.
1,5 Jahre Ausschleichzeit sind bei 12 Jahren Einnahme für sensible Betroffene etwas schnell. Möglicherweise bist du gerade im ubtersten Bereich zu schnell vorgegangen. Könntest du bitte die einzelnen Schritte in deine Signatur schreiben?

liebe Grüsse,
padma
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Felia
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Re: Friducha: Update - Escit. abgesetzt. Weitere Nachfragen

Beitrag von Felia »

Hallo friducha,
Das Problem mit der hypochondrie kenne ich, auch ohne hypochondrie in der Vorgeschichte entwickelt sich auf Grund der ganzen Symptome während des Absetzprozesses häufig Krankheitsangst.
Ich war auch schon immer ein Mensch der sich zu viel sorgt und nach dem ersten falschen Absetzen von escitalopram hat sich bei mir auch eine ordentliche Hypochondrie entwickelt. Tatsächlich auch die Angst vor Diabetes, wobei ich leider auch die Veranlagung habe. Für mich ist das mit dem Absetzen auch eine totale Herausforderung. Ich möchte meine hypochondrie loswerden und nicht weiter vertiefen. Ich erinnere mich jetzt immer wenn ein Symptom auftaucht, das es mit Sicherheit vom Absetzen kommt.
Die Symptome die du benennst hören sich schon sehr nach Absetzsymptomen an. LG Felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
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Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
27.04.20 7,5 mg Mirtazipin in einem Schritt:kein microtapering
05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
10.09.20 " = 7,50 mg Mirtazipin
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