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bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

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bjoernbjoernPA
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bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA »

Hallo Ihr Lieben,

mein Name ist Björn, 42 Jahre alt und dies ist mein erster Forenbeitrag. Selbstverständlich habe ich Fragen, Befürchtungen und in Zukunft aber hoffentlich auch eine eigene Geschichte zum Thema „Absetzen von SSRI“ zu erzählen. Ein richtiges Tagebuch meiner Psychopharmaka Laufbahn habe ich tatsächlich nie geführt und leider auch nie ein Tagebuch meiner, so wie ich es mal nenne, Episoden, also den Zeiten in denen mir die Happy Pills evtl. sogar geholfen haben.

Panikattacken

Seit ich denken kann, gehörten temporäre Phasen von Angstzuständen und der Verlust von Rationalität zu meinem Leben dazu. Als Mathematiker und eher analytischer Mensch, waren für mich diese Situationen einfach nicht fassbar. Ich gehe stark davon aus, dass einer meiner direkten Urahnen tatsächlich den ganzen Tag mit der Flucht vor dem Säbelzahntiger beschäftigt gewesen ist 😉

Mitte dreißig, während eines Lebensabschnittes mit drei kleinen Kindern und beruflichem Karriere-Druck kam dann wieder so eine Phase die mit Schlaflosigkeit begann und sich immer mehr und mehr in anhaltenden Angstzuständen manifestiert hat. Das erste Mal aber hatte ich ein zusätzliches Gefühl von Hilflosigkeit und der tatsächlichen Angst vor dem Verlust sämtlicher Kontrolle und Rationalität. (einfach "Verrückt" zu werden, ein schlimmes Wort!)

Ein Schluckauf wurde zu dem Zeitpunkt ganz schnell als Herzleiden interpretiert und löste eine regelrechte Spirale der Angst aus. Da war er also, der Moment an dem ich nach Ausschöpfen von Naturpräparaten und Homöopathie nicht mehr ein und aus wusste und den Gang zum Neurologen antrat. Sehr schnell wurde ein erstes SSRI Präparat gefunden, dass Linderung verschaffte, aber Aufgrund einiger Nebenwirkungen nach einem halben Jahr durch Citalopram (30mg) ersetzt wurde. Es ging aufwärts!

Wieder alles im Griff auf dem sinkenden Schiff

Na klar, Schwindel, Nachtschweiß, Albträume, beim Start war irgendwie alles mal dabei, aber meine Panik schien ich wieder im Griff zu haben. Ich habe Citalopram über einen Zeitraum von 7 Jahren genommen, irgendwann mal auf 20mg reduziert und hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass das Präparat mich den Rest meines Lebens begleiten würde. Panikattacken waren zwar nicht gänzlich ausradiert, aber auf ein verträgliches Maß reduziert.

In den Jahren habe ich allerdings auch immer mal wieder die Bekanntschaft mit ersten Absetzsymptomen gehabt. Einfach die Tabletten mal 2 Tage vergessen und schon ging der Schwindel los. Nach erneuter Einnahme, siehe da, alles wie weckgeblasen.

Das Maß ist voll

Auch wenn ich durchaus das Gefühl hatte, dass meine Emotionalität sowohl in die positive als auch in die negative Richtung mit dem SSRI in Leitplanken gefangen war, war der primäre Grund etwas zu ändern, tatsächlich die sich mit der Zeit verschlechternden negativen Auswirkungen auf meine Sexualität.

Als ich dem Doc berichtet hatte, dass der Moment gekommen sei etwas zu tun und das Medikament für mich nicht mehr tragbar wäre… „na dann versuchen wir es doch mit einem anderen, Escitalopram“ – Na gut, dann Escitalopram, irgendeinen schlauen Internet Artikel gelesen, der die höhere Wirksamkeit des Präparates im Vergleich zum kleinen Bruder Citalopram hervorhob, und einfach mal von mir aus nur noch 10mg genommen.

Meinem sexuellen Verlangen bzw. die eigentliche Durchführbarkeit von Sex hat das Medi in keinster Weise geholfen, sondern es hat sich eher verschlimmert. Ich möchte jetzt nicht damit anfangen, was diese Dinge mit einem Mann oder der gemeinsamen Beziehung machen, aber Anfang des Jahres fühlte ich mich einerseits so gefrustet, andererseits aber auch seelisch stabil, dass ich einfach keinen Bock mehr hatte auf SSRI.

Ausschleichen, habe ich mal gehört, allerdings nicht wirklich berücksichtigt, also von 10mg Escitalopram, 2 Wochen auf 5mg und jetzt seit einer Woche auf null. Achtung: höchstwahrscheinlich fahrlässig!

Status Quo

Der in den Jahren davor vorhandene Schwindel, kehrte pünktlich wie ein Uhrwerk nach 2-3 Tagen zurück. Hey, ich bin aber gerade super rational, das kann ich schon einordnen, geht nach einer Woche schon wieder vorbei. Eine Nacht Schlaflosigkeit, ein paar Horror Träume, anhaltende Reizbarkeit... Nichts, dass nicht schon mal da gewesen wäre…

Eine gute Nachricht, vielleicht nur Zufall aber: 4 Tage nach Absetzen - es läuft wieder im Bett!!!

Da ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin und der Schwindel jetzt eigentlich von Tag zu Tag zunimmt, habe ich dann mal Google angeworfen um nach belastbaren Zahlen und Erfahrungen anderer Mitstreiter zu suchen. Unter anderem bin ich so auch auf das Forum gestoßen. Und ja, wie das eben mit dem Internet und Interessengruppen so ist, finde ich es schwierig allgemeingültige Erfahrungen oder Daten zu sammeln.

Hey, wenn das Absetzen ein Spaziergang wäre, gäbe es dieses Forum nicht, oder?

Aber ist es nicht auch so, dass je schlechter es jemandem geht und je mehr Verzweiflung hinzukommen, der Austausch miteinander mehr und mehr zunimmt. Ich habe mich hier etwas umgesehen und muss leider sagen, dass mir die Beiträge wenig Hoffnung auf einen „ertragbaren“ Ausstieg machen. Vielleicht könnte aber auch die Hypothese zutreffen, dass sich die Menschen denen das Absetzen weniger schwer viel, erst gar nicht darüber informieren oder in Foren mitteilen. Ich hoffe es, aber weiß es nicht. Sollte diese Hypothese also nicht zutreffen, muss ich mich wohl auf eine sehr schwere Zeit einstellen, oder sogar einen neuen Versuch wagen und die Medis wieder ansetzen ;-(

Wer sich das jetzt so lange durchgelesen hat, zwei konkrete Fragen hätte ich schon noch:
  • Wann ist Phase 1 vorbei, wann werde ich den Schwindel wieder los?
  • Phase 2 (nach 6 Wochen), was könnte passieren, und vor allem wie wahrscheinlich passiert es.

Alles nur Schwindel!?

Um den Betreff noch einmal aufzugreifen. Sind SSRI’s nur Schwindel? Ich denke ich kann das verneinen denn sie haben mich durch eine schwierige Phase meines Lebens gebracht. Sind Absetzsymptome Schwindel? Sicher nicht, aber ich hoffe und bete, dass sie in der hier und auf anderen Webseiten geschilderten Intensität nur einen Teil der Menschen betreffen und ich (Achtung Egoismus) nicht dazu gehöre.

Gern würde ich mal einen Beitrag lesen, der einen schnellen und positiven Ausstieg aus der Welt der SSRI’s schildert, falls es so etwas überhaupt gibt.

Danke für das Zuhören und allen viel Kraft und gute Besserung
Euer Björn
Zuletzt geändert von Annanas am 08.03.2020 06:57, insgesamt 2-mal geändert.
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padma
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Re: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von padma »

hallo Björn, :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

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Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

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Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.


Zu deinen Fragen:
Sind Absetzsymptome Schwindel? Sicher nicht, aber ich hoffe und bete, dass sie in der hier und auf anderen Webseiten geschilderten Intensität nur einen Teil der Menschen betreffen und ich (Achtung Egoismus) nicht dazu gehöre.
Absetzsymptome trefen nur einen Teil der Menschen. Es gibt keine verlässliche Daten dazu, wie viel es sind. Zunehmend räumen jedoch auch Fachleute ein, dass es sehr viel mehr sind, als ursprünglich mal vermutet, bzw. als das was die Hersteller eingeräumt haben.
Ausschleichen, habe ich mal gehört, allerdings nicht wirklich berücksichtigt, also von 10mg Escitalopram, 2 Wochen auf 5mg und jetzt seit einer Woche auf null. Achtung: höchstwahrscheinlich fahrlässig!
Das ist ein quasi Kaltentzug, ja ziemlich fahrlässig nach einem Einnahmezeitraum von 7 Jahren
Wann ist Phase 1 vorbei, wann werde ich den Schwindel wieder los?
Das kann dir niemand beantworten
Phase 2 (nach 6 Wochen), was könnte passieren, und vor allem wie wahrscheinlich passiert es.
Du kannst in einem schweres protahiertes Entzugssyndrom landen, das schlimmstenfalls Jahre anhalten kann. Wie wahrscheinlich das ist, kann dir keiner sagen.

Wir sind hier dafür dieses Risiko zu minimieren und raten daher zu einem langsamen Ausschleichen

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Midema
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Midema »

Hallo,
ich habe gerade dein Beitrag gelesen.
Mir geht genau so, ich setze gerade PP ab , und nach jeder Reduzirung habe Angst von d.Entzugerscheinungen, warte regelrecht drauf. Und wenn ich dann bei 0 bin, dass heißt noch nicht, dass alles vorbei ist. Und dise Ängste hab ich vermehrt nach dem ich hier in Forum so viel gelesen habe.
Zu Beruhigung und Hofnung: von 6 Jahren habe ich AD sehr schnell und absolut Problemlos abgesetzt. Ich habe das nicht absichtlich gemacht, mich hat keine informiert, dass was schief laufen kann und das jergedeiner Reboundphänomehibts und das man vorsichtig sein muss. Ich habe wirklich nichts gemerkt, die Stimmung war gut, keine Schwindel oder Übelkeit, keine Ängste. Wirklich gar nichts, nich Tage nicht Monate danach.
Das heißt aber nicht, dass alle so machen sollen. Ich hatte Glück.
Dafür habe ich jetzt Probleme bei Olanzapin absetzen.
Hier treffen sich Menschen die Probleme haben.
Ich wünsche dir, das du Symptomfrei wirst und bleibst.
Alles liebe
Midema
6 Monate Duloxetin, problemlos ausgeschlichen
2013 - 2019 medikamentenfrei
12.08. 2019 -5.09.19 KH leichte Depression (5 Tage Trazadon - Blutdruckanstig schwere schlafstörungen- abgesetzt) seit dem schlafprobleme . Davor nie gehabt.
(Pipemperon 2.5mg zum schlafen) es ging mir so schlecht mit d. Medikament, trotzdem nach dem Artzt emfelung weiter genommen- 4 Wochen lang. Dann selber abgesetzt.
5.09.19 - 20.10.19 Tagesklinik ( Olanzapin 5mg) zum schlafen
1.11.19 - 6.12.19 Stationer (Venlaflaxin 75,
2 Wochen später Olanzapin auf 2,5mg)
08.01.20 Olan. - 2,2mg - Unruhe, Übelkeit, Ängst
12.02.20 Olan. - 1,9mg gleiche Symptome
22.02.20 starke Nervosität, Übelkeit
07.03.20 Olan.- 1,7mg
08.03.20 starke Angstgefühle die ich überhaupt so nicht kenne
05.04.2020]Olan.- 1,5 mg eischlafen sehr schlecht, Knopfdruck, Übelkeit, Müdigkeit kraftlosigkeit.
bjoernbjoernPA
Beiträge: 4
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA »

Hallo Midema, hallo Padma, hallo @Alle

Danke für Eure Antworten. Wollte nur mal kurz ein kleines Zwischenupdate geben, für Alle die es interessieren könnte.

- Der "extreme" Bewegungsschwindel, der schon bei schneller Änderung des Blickwinkels aufgetreten ist, hat sich deutlich und auf ein erträgliches Maß reduziert. Die Dauer in der es richtig unangenehm war würde ich mal so auf 7-9 Tage festlegen.
- Aktuell sind es eher Kopfschmerzen und eine gewisse Gereiztheit die mich etwas plagen. Bin sehr schnell auf 180, was auch leider Familie und Kollegen zu spüren bekommen.

Wollte heute eigentlich wieder mit meinen Freunden zum Fussball nach 2 Wochen Abstinenz, aber das fühlte sich irgendwie noch nicht richtig an wenn der Kopf so brummt.

Euch allen einen schönen Abend
Björn
Angsttörung, Panikattacken, leichte Depressionen, Herzneurose, Schlafstörungen...
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  • seit 2019 - Escitalopram, 10mg (wollte Umsteigen wegen Probleme mit Libido)
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte »

Lieber Björn,

meine AD-Erfahrung ähnelt ein bisschen deiner: Erst kurz Citalopram, dann 5 Jahre Escitalopram, dann fast kaltes Absetzen auf Rat meines Arztes :frust: .

Bei mir war es so, dass der Schwindel auch im akuten Entzug aufkam, weswegen ich immer dann, wenn der Schwindel schlimm wurde, nochmals ein bisschen was genommen habe (wahrscheinlich auch ein Fehler). Der Schwindel legte sich dann aber verhältnismäßig schnell. Die schlimmeren Absetzsymptome kamen aber dann erst so 2-3 Monate später (und das werden dir auch viele berichte hier bestätigen, bei denen es ähnlich war).

Oft wird hier zur Wiedereindosierung einer winzigen Menge und dann zum sehr langsamen Ausschleichen dieses Rests geraten - welche Dosis das sein könnte, soll dir lieber jemand sagen, der sich besser damit auskennt.
Ich selbst habe nicht wiedereindosiert, da ich das Forum leider erst nach über 3 Monaten gefunden habe. Inzwischen bin ich fast ein Jahr auf 0 und kämpfe immer noch mal mehr mal weniger mit den Symptomen, wenn auch mit einer langsamen Besserungstendenz. Es gibt sicher Fälle, wo es nicht so schlimm ist - aber eben auch Fälle, in denen es schlimmer läuft (ich habe es immerhin geschafft, weiterhin arbeiten zu gehen...).

Diese wollte ich dir mal kurz schreiben, da es dir vielleicht deine Möglichkeiten aufzeigt.
Wenn du magst, kannst du gerne auch noch meine Geschichte lesen.

Liebe Grüße und alles Gute für dich :) ,
nadelwaldfichte
Now let me feel high when I'm sober - Let me feel young when I'm older - Let me feel proud when it's over - I finally realized - All of this time it was in me - All along, it was in me... (Avril Lavigne)

seit ca. März 2014:
Escitalopram 10 mg (kurz Citalopram, aber wegen der Nebenwirkungen wurde dann relativ schnell umgestellt), wegen leichterer/mittelschwerer Depression und Selbstunsicherheit (und Ängsten – was ich vergessen hatte) --> ich wurde mit den Jahren recht stabil, daher Beginn des Absetzens

Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

Einige gesundheitliche Probleme. Einige haben sich über die letzten 1-2 Jahre eingeschlichen, einige sind spontan genau zu dieser Zeit aufgetreten. Ich verstehe lange nicht, was mit mir los ist.
Erst Ende Juli 2019 finde ich dieses Forum und mir wird vieles klar!

Entzugssymptome (einiges hat sich relativiert, mit anderem kämpfe ich noch):
Körperlich: Erschöpfung / Probleme, zu schlafen / Probleme mit der Stimme, Fehlspannung der vorderen Halsmuskulatur, Druck im Hals / Magen/Darm-Probleme / Allergien, hyperreagible Bronchien, Atemprobleme / Probleme mit den Augen / Unterleibsschmerzen / unangenehme Hitze zwischen den Oberschenkeln / Herzstolpern / erhöhte Entzündungswerte / Hautprobleme, hauptsächlich am Kinn / Inneres Vibrieren / Schwindel (im akuten Entzug)
Psychisch: Unsicherheit / Emotionale Instabilität, Labilität / Schlechte Belastbarkeit / Zittrigkeit, innere Unruhe / Depression / Konzentrationsprobleme
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA »

Hallo Nadelwaldfichte,

danke für Deine Antwort, auch wenn ich sagen muss, dass diese mich natürlich etwas verunsichert.

Habe gerade nach 4 Wochen einen Punkt erreicht in dem ich ungern einen Schritt zurück Richtung Medi machen möchte. Endlich hat der Schwindel aufgehört, habe zwar noch Kopfschmerzen, Gereiztheit und Magenprobleme aber alles in einem Rahmen mit dem ich aktuell gut umgehen kann.

In der aktuellen :censored: Corona Zeit sprechen ja viele über Statistiken und hier ist es leider auch so, dass ich selbstverständlich die persönlichen Leidenswege der vielen Foren Mitglieder wahrnehme, mit Ihnen fühle, es mir aber dennoch schwerfällt daraus für mich die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es muss doch auch Menschen geben, die abgesetzt haben und diese :censored: nicht durchleben mussten.

Wenn erst mal 2-3 Monate vergangen sind würde es mir wohl (genau wie Dir?) zunächst schwerfallen, neu hinzugekommene Symptome mit dem Absetzen des Medis in Verbindung zu bringen. Gerade wenn es sich um unspezifische Dinge wie schwere Augen, Magenprobleme und Co. handelt. OK, seelische und psychische Symptome... klar, die Brücke kann ich schlagen... aber alles andere...

Wie ist es Dir denn konkret bis zum Einsetzen dieser neuen Symptome ergangen? Hattest Du zwischen der ersten Entzugsphase und dem Beginn von Phase 2 eine "normale" oder sogar "gute" Zeit?

Danke und ganz lieber Gruß
Björn
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Straycat »

Hallo Björn

ich kann dir nur auch von meinen persönlichen Erfahrungen berichten.
Ich habe Escitalopram 2016 viel zu schnell ausgeschlichen (auf Rat meiner Ärztin). Zunächst hatte ich einige Wochen sehr starke Entzugssymptome (Brain Zaps, Zitteranfälle, extreme Empfindlichkeit auf visuelle und akustische Reize, Schreckhaftigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Verdauungsprobleme etc.), die dann fast alle wieder weggingen. Nur Panikattacken (die ich zu dieser Zeit zum ersten Mal hatte) und Nervenschmerzen sind mir leider geblieben.
Ca. 6 Monate nach dem Absetzen hatte ich dann einen totalen Zusammenbruch. Die Schmerzen wurden unerträglich, die Panikattacken immer heftiger. Ich war dann 6 Monate in Krankenstand und konnte die Schmerzen nur mit Infusionen von stärkeren Schmerzmitteln in Griff bekommen.

Ich will dir damit keine Angst machen oder dich verunsichern. Aber es ist leider so, dass es auch ganz schön schief gehen kann, wenn man kalt absetzt oder zu schnell ausschleicht. Ich bekam damals bei meinem Totalzusammenbruch dann ein anderes Antidepressivum verpasst - weil es natürlich als "Wiederauftreten der Grunderkrankung" fehltdiagnostiziert wurde - das schleiche ich jetzt langsam aus (max. 10% der letzten Dosis alle 4-6 Wochen). Damit habe ich nun nur noch sehr milde Absetzsymptome. Die Nervenschmerzen sind mir halt seit dem Absetzen von Escitalopram leider geblieben. Da kann ich nur hoffen, dass sie irgendwann auch weggehen.

Ich kann dir nur empfehlen das Ganze nicht zu unterschätzen. Ja es gibt viele Menschen, die das Ausschleichen/Absetzen gut vertragen. Aber es gibt eben auch andere Fälle. Und wie viele von denen, die das rasche Absetzen angeblich gut vertragen haben, kehren dann doch wieder zu Medikamenten zurück, weil sie angeblich Rückfälle haben... davon berichtet dann auch selten wer.
Verlässliche Statistiken darüber gibt es wohl weniger, weil die wenigsten beim Absetzen/nach dem Absetzen engmaschig kontrolliert werden und auch weil - wie oben beschrieben - Absetzsymptome häufig als "Wiederauftreten der Grunderkrankung" fehldiagnostiziert werden.

Alles Gute,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Towanda »

Hallo Björnbjörn,

Könntest Du bitte eine Signatur anlegen? Diese ist zwingend notwendig für eine Teilnahme am Austausch hier im Forum. Wie das geht und was eine Signatur enthalten muß hat Dir Padma im Begrüßungstext verlinkt.

Es ist sehr mühsam, immer wieder zu Deinem ersten Beitrag zurückscrollen zu müssen, bevor man weiß, wovon Du schreibst.

Viele Grüße, Towanda
► Text zeigen

27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte »

Hallo Björn,

hmm naja, es gab bei mir im letzten Frühling irgendwie viele Baustellen auf einmal, zusätzlich zum Absetzen des Escitaloprams - bzw. im Nachhinein betrachtet vermute ich, dass eine Wechselwirkung zwischen einem neuen Verhütungsmittel und dem Escitalopram einen Teil meiner Beschwerden langsam eingeschlichen hat... Ich würde nicht sagen, dass es eine Zeit gab, nachdem ich abgesetzt hatte, die komplett gut war. Aber das mag natürlich von Fall zu Fall verschieden sein.

Ich war damals, als ich das Forum gefunden hatte und schon über 3 Monate auf 0 mg war, ganz froh, dass ich die Entscheidung nicht treffen muss, ob ich wieder eindosieren soll oder nicht, da es schon zu spät war. Ich hätte wahrscheinlich sonst auch sehr lange gezögert und tendenziell gedacht, ach, das halte ich schon aus und sitze es voll aus.

Ich habe leider keinen Vergleich, wie es anders gelaufen wäre - Fakt ist auf jeden Fall aber, dass ich auch nach 11 Monaten eben noch Symptome habe, wenn auch nicht mehr in der Stärke wie vor ein paar Monaten noch. Daran zu glauben, dass es wirklich immer noch vom Absetzen kommt, fällt mir oft schwer - und ist mir dennoch in klaren Momenten wieder total logisch.

Hier kannst du meinen Verlauf nachlesen, wenn du magst: https://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?t=17200

Fazit also, es ist natürlich deine Entscheidung, was du tust, und ich kann dir leider auch nicht sagen, welcher Weg für dich besser ist.
Die Lektion, die ich aus dieser ganzen Geschichte ziehen konnte, ist aber, dass ich mir in meinem Leben nie nie wieder ein AD aufschwatzen lassen werde!

Liebe Grüße,
nadelwaldfichte
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Escitalopram 10 mg (kurz Citalopram, aber wegen der Nebenwirkungen wurde dann relativ schnell umgestellt), wegen leichterer/mittelschwerer Depression und Selbstunsicherheit (und Ängsten – was ich vergessen hatte) --> ich wurde mit den Jahren recht stabil, daher Beginn des Absetzens

Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

Einige gesundheitliche Probleme. Einige haben sich über die letzten 1-2 Jahre eingeschlichen, einige sind spontan genau zu dieser Zeit aufgetreten. Ich verstehe lange nicht, was mit mir los ist.
Erst Ende Juli 2019 finde ich dieses Forum und mir wird vieles klar!

Entzugssymptome (einiges hat sich relativiert, mit anderem kämpfe ich noch):
Körperlich: Erschöpfung / Probleme, zu schlafen / Probleme mit der Stimme, Fehlspannung der vorderen Halsmuskulatur, Druck im Hals / Magen/Darm-Probleme / Allergien, hyperreagible Bronchien, Atemprobleme / Probleme mit den Augen / Unterleibsschmerzen / unangenehme Hitze zwischen den Oberschenkeln / Herzstolpern / erhöhte Entzündungswerte / Hautprobleme, hauptsächlich am Kinn / Inneres Vibrieren / Schwindel (im akuten Entzug)
Psychisch: Unsicherheit / Emotionale Instabilität, Labilität / Schlechte Belastbarkeit / Zittrigkeit, innere Unruhe / Depression / Konzentrationsprobleme
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte »

PS. Ich denke schon, dass es einige Menschen gibt, die einfach absetzen konnten (oder auch welche, die dann gleich wieder ADs eingenommen haben, da die "Grunderkrankung" zurück war oder man ihnen das gesagt hatte) - von denen findet aber die Mehrzahl einfach nicht hierher...
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seit ca. März 2014:
Escitalopram 10 mg (kurz Citalopram, aber wegen der Nebenwirkungen wurde dann relativ schnell umgestellt), wegen leichterer/mittelschwerer Depression und Selbstunsicherheit (und Ängsten – was ich vergessen hatte) --> ich wurde mit den Jahren recht stabil, daher Beginn des Absetzens

Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

Einige gesundheitliche Probleme. Einige haben sich über die letzten 1-2 Jahre eingeschlichen, einige sind spontan genau zu dieser Zeit aufgetreten. Ich verstehe lange nicht, was mit mir los ist.
Erst Ende Juli 2019 finde ich dieses Forum und mir wird vieles klar!

Entzugssymptome (einiges hat sich relativiert, mit anderem kämpfe ich noch):
Körperlich: Erschöpfung / Probleme, zu schlafen / Probleme mit der Stimme, Fehlspannung der vorderen Halsmuskulatur, Druck im Hals / Magen/Darm-Probleme / Allergien, hyperreagible Bronchien, Atemprobleme / Probleme mit den Augen / Unterleibsschmerzen / unangenehme Hitze zwischen den Oberschenkeln / Herzstolpern / erhöhte Entzündungswerte / Hautprobleme, hauptsächlich am Kinn / Inneres Vibrieren / Schwindel (im akuten Entzug)
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bjoernbjoernPA
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA »

Hypothese: Wer sich lang nicht meldet, dem geht es gut ;-)

Oder vielleicht passt das auch nicht so ganz und ich wollte erstmal abwarten und herausfinden ob es sich nur um eine kleine Episode handelt.

Wie in meinem Beitrag geschrieben hatte ich im März Escitalopram ziemlich ruckartig abgesetzt, die ersten 10 Tage mit starkem Schwindel, Kopfschmerzen und Schlafproblemen zu kämpfen und bin danach aber einige Zeit sehr gut zurechtgekommen.

Als erstes kamen die „Einschlafstörungen“ zurück, etwa Mitte Mai und das aber auch erst nur in fremden Betten, also Hotels, Apartments, etc. Zu Hause in meinem eigenen Bett war mein Kopf zu dem Zeitpunkt noch freier. So im Juni hatte ich dann aber auch hin und wieder ein paar erste Angstepisoden, Momente in denen mein Körper/Geist mal wieder überreagiert hat.

Das Eingeständnis, das meine Angststörung wieder da war, kam dann im Juli während des Urlaubs, in dem immer wieder Momente von Angstzuständen aber auch Schwermut (leichte Depression) hinzukamen. Seit dieser Zeit ist meine „Dünnhäutigkeit“ zurück und das brachte mich auch zu der Erkenntnis, es mit Willenskraft und Atemübungen nicht zu schaffen.

Vor 3 Wochen war ich soweit wieder den Termin beim Neurologen zu machen und um eine neues Rezept zu bitten. Da ein entscheidender Faktor warum ich Escitalopram (oder auch Citalopram) abgesetzt habe aber mit „sexuellen“ Nebenwirkungen zu tun hatte wollte ich mich doch erstmal im Internet nach Alternativen umschauen.

Forschte erst in Richtung „Johanneskraut“ und bin dann in einem Blog und anderen Artikeln über CBD-Öl gestolpert. Fast alle Artikel fühlten sich an wie der lang ersehnte Ausweg aus der Pharma Mühle. Ich dachte also OK, einen Versuch ist es Wert. Für einen „kleinen“ Effekt habe ich mich schnell von den Standard Dosierungen entfernen müssen, dazu gibt es aber auch Tabellen im Netz in denen auch gezielt auf Dosierungen im Fall von Angst- und Schlafstörungen hingewiesen wird.

Fazit (nach 3 Wochen CDB-Öl)
  • 5 Tropfen (10% Öl) ca. 17mg, gezielt eingesetzt, also in dem Moment wo in Unruhe verspüre, bringen mich „gefühlt“ etwas runter. Ob sie wirklich den Kreislauf hin zu einer Panikattacke unterbrechen bin ich mir nicht sicher.
  • Einschlafstörungen (bei denen eigentlich eine viel kleine Dosierung empfohlen wird) sind bei mir trotz 8 Tropfen nicht in den Griff zu bekommen.
  • Depression oder Schwermut hatte ich seitdem nicht mehr, würde das aber nicht zwingend dem Öl zuschreiben.
Ich spüre, dass mir das Einschlafproblem sehr zu schaffen macht und das obwohl ich Dank Corona noch viel im Homeoffice arbeite und mir den beruflichen Druck etwas einteilen kann d.h. ggf. einfach Morgens 2h länger schlafe. Auf eine Nacht in der ich nicht einschlafen konnte folgt in der Regel ein emotional unsicherer Tag ohne viel Freude an dem ich permanent in mich selbst reinhorche.

Somit bin ich wieder an dem Punkt die Reißleine zu ziehen und mir einzugestehen, dass ich ohne SSRI das Problem nicht in den Griff bekommen werde. Ein Termin beim Neurologen ist gemacht, aber erst in 4 Wochen.

Ein paar Fragen an die Community habe ich natürlich:
  • Hat jemand von Euch Erfahrung mit Anwendung und Wirkung von CDB Öl bei Schlafproblemen
  • wie ist es mit CDB Öl bei Angststörungen (Dosierung, Wirkungseintritt)
  • Ist es ratsam einen Versuch mit Johanneskraut zu starten bevor wieder zu Citalopram & Co. gegriffen wird
  • Muss ich das Thema Schlafstörung vielleicht autark betrachten und es nicht immer mit der Angststörung vermischen?
  • In einigen Beiträgen habe ich gelesen, dass auch bei Euch Schlafstörungen nach Absetzen von SSRI aufgetreten sind, ab wann? Was habt Ihr dagegen unternommen?
Vielen lieben Dank für Eure Zeit, das Lesen und Eure Kommentare.
Björn
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  • seit März 2020 - kalter Entzug von Escitalopram, ca. 10 Tage Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafprobleme
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte »

Lieber Björn :-)

ich habe nicht allzu viel Zeit und schreibe dir daher nur kurz:

Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Schlafstörungen vom kalten Absetzen des Escitaloprams kommen und eben zeitversetzt auftreten. In vielen Berichten hier ist zu lesen, dass der "große Knall" oft erst ca. 3 Monate später kommt... Lies doch vielleicht mal ein bisschen im Forum quer, ich denke da wirst du einige Erfahrungen lesen können, die sich mit deinen decken.

Bei mir selbst traten die Schlafprobleme so ca. 1-2 Monate nach dem kalten Absetzen auf. Es pendelte sich bis zum heutigen Zeitpunkt von vielen Nächten, in denen ich recht wenig Schlaf bekam, zu inzwischen den meisten Nächten, die einigermaßen gut sind, ein. Immer mal wieder zwischendurch ein paar Nächte, die nicht so gut sind, die ich letztes Jahr aber als recht akzeptabel beurteilt hätte.

Baldrian und Passionsblume würde ich eher probieren als Johanneskraut, denn auch das kann Probleme beim Absetzen machen. Mit CBD-Öl kenne ich mich nicht aus.

Mein Weg war - und so würde ich es dir auch empfehlen - zu warten und Zeit vergehen zu lassen. Bzw. die ersten Monate habe ich mich auch noch in einem Aktionismus verfangen und ständig gezweifelt, ob meine Grunderkrankung doch noch nicht vorbei ist usw. Auch heute tue ich das in schlechten Momenten noch. Aber Fakt ist: Die schlechten Momente werden seltener und auch nicht mehr ganz so schlecht und für mich ist das inzwischen der eindeutige Beweis, dass es zumindest größtenteils mit dem Absetzen zu tun hat und einfach Zeit braucht.

Alles Gute,
nadelwaldfichte
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Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

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03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von bjoernbjoernPA »

Hallo Nadelwaldfichte, vielen lieben Dank für Deine Antwort.

wie lange haben Dich Deine Schlafprobleme denn beschäftigt. Du schreibst ja, dass es besser geworden ist.. aber wann? (jetzt mal ab April 2019 gerechnet)

Johanneskraut hatte ich tatsächlich weniger wegen den Schlafproblemen als eher wegen der generellen Symptomatik (Angst + Depri) auf meinem Zettel. Sozusagen als natürlichere Alternative zu SSRI.

Haben Dir Baldrian und Passionsblume geholfen? Hatte damals schon mal einige Zeit Lasea (Lavendel) zum Schlafen genommen, aber leider keinen richtigen Erfolg damit gehabt. Es wollte sich einfach keine Müdigkeit einstellen.

Ich glaube ausreichender und unbekümmerter Schlaf ist ein ganz ganz zentrales Rädchen im Bezug auf eine Angststörung.

Lieber Gruß
Björn
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von padma »

hallo Björn,

Johanniskraut ist ähnlich problematisch wie ein SSRI. Ee wirkt chemisch sehr ähnlich und kann ebenfalls körperlich abhängig machen. Evtl. hat es etwas weniger NW aber dafür zahlreiche WW. Pflanzlich heisst nicht harmlos! Infos: viewtopic.php?p=311827#p311827

Mit Schlafproblemen haben die allermeisten im Entzug zu kämpfen, da muss man irgendwie durch.

Ob du wieder zu einem AD greifst, musst du natürlich selbst entscheiden. Heilen können sie nicht und sie wirken kaum bis gar nicht besser als Placebo, haben aber zahlreiche Risiken.
Bei einer Angststörung hilft Psychotherapie

Zu CBD Öl, Schlafstörungen und Angst findest du jeweils einen thread in unserer Themenübersicht viewtopic.php?f=66&t=16653

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
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Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Straycat »

Hallo Björn,

Auch ich würde bei dir auf Absetzsymptome tippen und nicht die Rückkehr der Grunderkrankung.
Mir ging es nach dem Absetzen von Escitalopram ähnlich. Einige Wochen starke Absetzsymptome, dann dachte ich, es wäre endlich durch und 4 Monate später begannen teils neue Symptome (Panik - war nie Teil meiner Grunderkrankung) teils bekannte nur verstärkt.
Ich habe mir dann ein neues AD aufschwatzen lassen und nun schleiche ich dieses schon über 2 Jahre aus...

Du kannst gerne mal in meinem Thread lesen. Schlaf ist bei mir zwar nicht so ein Thema, aber es war ein ähnliches Muster nach dem Absetzen (Symptome, dann gut, dann Crash).

Ich würde an deiner Stelle kein neues PP nehmen, auch kein Johanniskraut (aus den von padma :) beschriebenen Gründen). Aber natürlich ist es letztlich deine Entscheidung.

Liebe Grüße,
Cat
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von nadelwaldfichte »

Hallo Björn,

eine Zeitlang (so letzten Sommer/Herbst) habe ich fast jeden Abend ein Kombipräparat aus Baldrian & Passionsblume genommen. Manchmal hat es geholfen, manchmal nicht. Mittlerweile nehme ich, wenn ich abends schon das Gefühl habe, die Nacht könnte nicht so toll werden, Baldriantinktur (enthält allerdings Alkohol). Das kommt inzwischen so ca. 3-4x in 2 Wochen vor, und ca. 2x fängt die Tinktur das gut ab; ich empfinde sie als wirksamer. Wann genau es besser geworden ist, kann ich nicht mehr so ganz genau sagen. Am schlimmsten war es bei mir so im Mai/Juni 2019. Und so gegen Herbst/Winter wurde es schleichend besser.
Passionsblume habe ich längere Zeit tagsüber genommen gegen Unruhe/Zittrigkeit. Die hatte ich letzten Sommer oft und da habe ich es dann teilweise schon jeden Tag vorbeugend genommen. Auch das hat mir einigermaßen geholfen, finde ich. Passionsblume nehme ich inzwischen so ca. 1x in 3 Wochen, die Unruhe ist also fast nicht mehr vorhanden.

Halte durch und achte auf dich! Ich bin sicher, dass es besser wird mit der Zeit :-)

LG nadelwaldfichte
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03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Schuetze »

bjoernbjoernPA hat geschrieben: 21.08.2020 10:03

Ein paar Fragen an die Community habe ich natürlich:
  • Hat jemand von Euch Erfahrung mit Anwendung und Wirkung von CDB Öl bei Schlafproblemen
  • wie ist es mit CDB Öl bei Angststörungen (Dosierung, Wirkungseintritt)
  • Ist es ratsam einen Versuch mit Johanneskraut zu starten bevor wieder zu Citalopram & Co. gegriffen wird
  • Muss ich das Thema Schlafstörung vielleicht autark betrachten und es nicht immer mit der Angststörung vermischen?
  • In einigen Beiträgen habe ich gelesen, dass auch bei Euch Schlafstörungen nach Absetzen von SSRI aufgetreten sind, ab wann? Was habt Ihr dagegen unternommen?
Vielen lieben Dank für Eure Zeit, das Lesen und Eure Kommentare.
Björn
Hallo Björn

Ich habe Escitalopram auf 1,7 mg reduziert. Aktuell habe ich wieder Einschlafprobleme und habe am Folgetag die von Dir genannte Symptomatik.

Ich verwende seit einigen Monaten CBD und kann Dir folgendes berichten:
Mein tägliche, abendliche Dosierung: 5 Tropfen 16 % Öl am Abend. Vor dem Zähneputzen: Weitere 5 Tropfen 16 % Öl und zusätzlich ca. 10 Tropfen eines 6 %igen Vollspektrumöls. (Das 16 %ige ist ein CBD Isolat-Öl).
Dazu 2 bis 3 Tabletten Passionsblume zu je 425 mg Extrakt.
6 mg Melatonin schnell löslich.
Nebeneffekte: Teuer. Vergesslichkeit nimmt zu, ist aber kontrollierbar.

Mit dem genannten Mix komme ich aktuell gut zurecht. Meisst schlafe ich schnell ein und dann auch durch. Trotzdem kommen immer wieder Tage wo ich stundenlang wach liege. Allerdings, habe ich den Eindruck, kommt dabei deutlich weniger Angst oder Panik auf und die Grübelei wird gedeckelt. Für mich eine riesige Verbesserung zu früheren Jahren.
Ich werde in den nächsten Monaten das Cipralex nicht weiter reduzieren.

Ganz wichtig: Mir tut Sonnenlicht unendlich gut. Wann immer es geht, für mindestens 15 Minuten in die Sonne setzen und schauen(!). Lass Deinen D3 und B12 Level kontrollieren und stocke diesen selbständig auf. Anleitungen hierfür gibt es zu Hauf im Netz.

Gruss
Schütze
m, heute 47 J,
03/2012 Burnout, Angst- u. Panikstörung, Insomnie, Hypochondrie, Depression.
Viele Versuche mit Mirtazapin, Temesta, Johanniskraut, Agomelatin, Gesprächstherapie...alles wurde schlimmer
Hauptproblem ist das Nicht-Eischlafen können und die Angst hiervor. Einmal eingeschlafen, schlafe ich wie ein Kind.
01/2013 10 mg Cipralex/15 mg Mirtazapin - schnelle Remission (bei niedergelassenem Psychiater)
06/2014 10 mg Cipralex/7.5 mg Mirtazapin - alles Bestens
01/2015 10 mg Cipralex/ 0 mg Mirtazapin - alles Bestens
07/2015 Cipralex nach Ausschleichen auf Null (0 mg)
09/2015 Todesfall in Familie, Symptome kommen zurück
02/2016 Es wird alles wieder schlimm, massive Einschlafprobleme.
03/2016 8 mg Cipralex + Trimipramin
04/2016 8 mg Cipralex (Trimipramin abgesetzt), alles Bestens (Abdosierschritte 7, 6 und schliesslich 5 mg)
02/2017 5 mg Cipralex, alles Bestens
03/2017 bis 09/2019 Cipralex ausschleichen bis 1.4 mg (In unregelmässigen Abständen abdosiert 5 auf 4mg , 3, und 2 mg). Dosierschritte ab 05/19: 1.8 mg, 1.7 mg, 1.5 mg dann 1.4 mg)
10/2019 Insomnie, Traurigkeit, Heulanfälle, depressiv und ängstlich
10/2019 während USA Rundreise schnell auf 2 mg aufdosiert, zusätzlich CBD Öl
11-12/2019 2 mg Cipralex, alles wieder ganz okay. (fast so gut, dass ich an Dosisreduzierung dachte)
01/2020 Insomnie stärker werdend (Nächte ohne Schlaf und mit viel Angst) , Hoffnungslosigkeit, weiter mit 2 mg Cipralex
02/2020 2 mg Cipralex, nach guten 2 Wochen die nächste durchwachte Panik- u. Angst-Nacht
Abendliche Begleitmedikation seit x Jahren: 3 x 400 mg Passionsblume, 1000 mg Baldrian, seit 11/19 5 mg Melatonin, gelegentlich CBD Öl 12 %
sonstiges: EPA-reiches Fischöl 3 Kapseln/Tag; Vitamin D3/K; Vit. B-Komplex, Vit. B12
20 mg Esomeprazol pro Tag wegen eosinophiler Ösophagitis.

28.06.2020 1.8 mg Cipralex
22.08.2020 1.7 mg Cipralex
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Straycat »

Hallo Björn,

ich möchte zu dem Post von Schütze noch ergänzen:
Auch NEM werden im Entzug oft schlecht vertragen. Gerade Vitamin D und B bekommen einigen Betroffenen nicht so gut.
Wenn du dich entscheidest ein NEM oder auch CBD einzunehmen, dann teste es unbedingt erstmal in geringster Dosis an, ob du es verträgst. Am besten auch immer nur ein Mittel auf einmal, damit es zu keinen überlagerten Symptomen kommt und du gut zuordnen kannst, was du verträgst und was nicht.
Wenn du etwas gut verträgst, kannst du dann ggf. die Dosis langsam steigern.

Alles Gute,
Cat
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Re: bjoernbjoernPA: Alles nur Schwindel!? Escitalopram Beginn kalter Entzug

Beitrag von Jamie »

Guten Abend, :)

ergänzend muss auch noch angemerkt werden, dass 6mg Melatonin bar jeder (deutschen) Verschreibungsempfehlung und Dosisempfehlung liegen.
In den USA tendiert man zu höheren bis hohen Dosen, also Mengen zwischen 3-5mg.
In Deutschland wird etwas zwischen 0,5 - 2mg empfohlen.

Wenn jemandem 6mg helfen, gehe ich davon aus, dass dieser es vorher ausgelotet und eben ausprobiert hat, womit er / sie klar kommt und was hilft und was nicht.
Das kann ich dann auch problemlos so stehen lassen.
Als Einsteigerdosis wären 6mg bei Melatonin allerdings unverantwortlich, das wollte ich noch anmerken.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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