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Schwarzer Hund: Escitalopram - Ausschleichen geplant

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SchwarzerHund
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Schwarzer Hund: Escitalopram - Ausschleichen geplant

Beitrag von SchwarzerHund » Samstag, 07.03.20, 19:45

Liebe Supervisor und liebe Forumbesucher,

ich stelle mich kurz vor: seit Jahrzehnten lebe ich mit "dem schwarzen Hund" und kenne ihn von Schoßhündchen bis zum Hund von Baskerville. Ich bin sehr lange und gut durchtherapiert und verstehe mich und meine Depression gut.

Trotz eingehender Beschäftigung mit Depression, Depressionsmanagement, Resilienz kamen immer wieder schwere Einbrüche, so dass ich mich 2007 auf Empfehlung meines Arztes zu einer dauerhaften Einnahme von Citalopram entschloss. Es gab immer wieder Zeiten, in denen es - nach einem ordnungsgemäßen Ausschleichen für Monate/Jahre ohne Medikation ging, aber im Frühjahr 2015 fing ich nach einem Todesfall wieder mit der Einnahme an. Seit einiger Zeit nun hatte ich den Eindruck, dass C. bei mir keine Wirkung mehr hat. Mein Arzt verschrieb mir daraufhin Venlafaxin, das allerdings meinen Blutdruck in unakzeptabler Weise in die Höhe trieb, danach versuchte ich Sertralin, dnlafaxinas Blutdruckproblem blieb.

Anfang des Jahres stand eine Operation an und mein Arzt empfahl aus diesem Grund, das Antidepressivum noch vor der OP von jetzt auf gleich abzusetzen. Hintergrund dessen war der erhöhte Blutdruck.

Die Operation und anschl. Krankenhausaufenthalt verliefen gut und als ich wieder nachhause kam, hatte ich mich entschlossen, da ich ja nun ohnehin schon einige Zeit ohne Antidepressivum war, nicht wieder mit der Einnahme - diesmal sollte es Escitalopram sein - anzufangen.

Ja, ich seh die vielen erhobenen Zeigefinger und ich hätte sicherlich nicht kalt entzogen, wären da nicht die Blutdruckproblematik und die Operation gewesen.

Was ich allerdings jetzt erlebe ist eine Mischung aus Geisterbahn und LSD-Trip, unterbrochen von seltenen lichten Stunden.

Ich frage mich nun, was meine Optionen sind: Durchhalten, stark sein, Strukturen schaffen und den Entzug weiter durchziehen völlig ohne Medikamente ODER sollte ich nochmal VORÜBERGEHEND Escitalopram(?) nehmen, um nach einigen Wochen/Monaten dann sehr langsam wieder auszuschleichen.

Zurück in die Langzeitmedikation möchte ich nicht.

Ich wende mich hier an das Forum weder um zu jammern, noch um Schelte zu bekommen, sondern ich könnte mir vorstellen, dass es hier Teilnehmer gibt, die Ähnliches erlebt haben.

Vermutlich sollte ich mich mit meiner Situation an einen Arzt wenden, die Frage ist, an was für einen? Neurologe?

Für wohlmeinende Antworten und Kommentare danke ich Euch schon jetzt
Zuletzt geändert von Straycat am Freitag, 10.04.20, 9:52, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel auf Wunsch des Teilnehmers geändert
Will den schwarzen Hund handzahm machen.

Eine exakte Signatur kann ich leider nicht erstellen, da die Eckdaten nicht (mehr) vorliegen. Ich werde aber ab jetzt die Entwicklung dokumentieren.

Depressionen vermutlich von Kindheit an. Erstmals erkannt und behandelt mit 34 Jahren:
Gesprächstherapie OHNE Psychopharmaka (ca. 8 Jhr. lang).
Nach Abschluss der Therapie, Verordnung von Citalopram.
Nach ca. 2 Jhr. ausgeschlichen.

In den folgenden Jahren kamen immer wieder schwere Einbrüche, so dass ich mich 2007 auf Empfehlung meines Arztes zu einer dauerhaften Einnahme von Citalopram entschloss.

2014 ausgeschlichen.
Frühjahr 2015 Depression als Reaktion auf einen Todesfall.
Citalopram wieder eingenommen bis 2. Hälfte 2019.

Nachdem ich merkte, dass Citalopram keine Wirkung mehr zeigte, verschrieb mir mein Arzt Sertralin, das ich aber nur sehr kurze Zeit nahm, weil mein Blutdruck stark anstieg. Daraufhin empfahl mein Arzt eine Umstellung auf Venlafaxin, der Blutdruck blieb hoch.

Im Februar 2020 stand eine OP an, mein Arzt empfahl deshalb, das Venlafaxin vor der OP abzusetzen und nach der OP Escitalopram einzuschleichen.

25.01.2020 Venlafaxin auf 0

Da ich aber nach der OP schon 2 Wochen ohne Antidepressivum war, beschloss ich eigenmächtig, mit dem Entzug weiter zu machen. Nach übelster Absetzsymptomatik ließ ich mich überzeugen, wieder einzudosieren, diesmal auf Escitalopram.

08.03.2020 bis 14.03.2020 Escitalopram 5mg eingeschlichen
Seit 15.03.2020 auf Escitalopram 10mg
08.04.2020: seit einer Woche stabil und aktiv(!)


Bei anhaltend stabilem Zustand ist mein Ziel nach wie vor, von den AD komplett weg zu kommen, dann allerdings mit äußerster Geduld und Achtsamkeit.

Towanda
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Re: Kalter Entzug - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von Towanda » Samstag, 07.03.20, 20:57

Hallo Schwarzer Hund,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
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Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
Viele Grüße, Towanda
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padma
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von padma » Samstag, 07.03.20, 22:50

hallo Schwarzer Hund, :)

auch von mir willkommen.
Was ich allerdings jetzt erlebe ist eine Mischung aus Geisterbahn und LSD-Trip, unterbrochen von seltenen lichten Stunden.
Das hört sich ehrlich gesagt gar nicht gut an, sondern nach einem dicken, fetten Entzugssyndrom
ODER sollte ich nochmal VORÜBERGEHEND Escitalopram(?) nehmen, um nach einigen Wochen/Monaten dann sehr langsam wieder auszuschleichen.
Eine Wiedereindosierung einer kleinen Dosis des zu schnell abgesetzten AD ist die einzige Möglichkeit ein möglicherweise langanhaltendes Entzugssyndrom abzufangen. Nach der Stabilisierung kann es dann ausgeschlichen werden.

Bitte erstelle unbedingt eine genaue Signatur, damit wir Konkreteres dazu sagen können.
Vermutlich sollte ich mich mit meiner Situation an einen Arzt wenden, die Frage ist, an was für einen? Neurologe?
Theoretisch an den Arzt, der dir das Mittel verschrieben hatte. Die traurige Wahrheit ist, dass die allermeisten Ärzte sich nicht mit einem Entzugssyndrom auskennen. Wenn du dich für eine Wiedereindosierung entscheidest, brauchst du dennoch einen Arzt, der dir die Rezepte weiter verschreibt.
, sondern ich könnte mir vorstellen, dass es hier Teilnehmer gibt, die Ähnliches erlebt haben.
Sehr viele. Wenn du "Kaltentzug" in die Suche eingibst, findest du die Teilnehmer. Oder schau in die threads, die Kaltentzug im Titel haben.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
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Straycat
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von Straycat » Sonntag, 08.03.20, 0:25

Hallo SchwarzerHund,

auch von mir ein willkommen im Forum :)

Ich kann mich dem von padma :) Geschriebenen zu 100% anschließen.

Nur eine kleine Ergänzung:
padma hat geschrieben:
Samstag, 07.03.20, 22:50
ODER sollte ich nochmal VORÜBERGEHEND Escitalopram(?) nehmen, um nach einigen Wochen/Monaten dann sehr langsam wieder auszuschleichen.
Eine Wiedereindosierung einer kleinen Dosis des zu schnell abgesetzten AD ist die einzige Möglichkeit ein möglicherweise langanhaltendes Entzugssyndrom abzufangen. Nach der Stabilisierung kann es dann ausgeschlichen werden.
Wenn ich das richtig lese, hast du, SchwarzerHund, Escitalopram noch nie genommen oder?
Dann würde ich das an deiner Stelle keinesfalls einnehmen. Escitalopram kann nicht helfen die Entzugssymptome die vom Venlafaxin-Kaltentzug (bzw. allenfalls noch von einem früheren Citalopram-Entzug) zu deckeln oder zu beseitigen.
Wenn dann würde ich am ehesten überlegen eine Minimenge Venlafaxin wiedereinzudosieren. Aber das kommt darauf an, seit wann du auf 0mg bist.

Liebe padma :) - falls du das auch so gemeint hast, dann habe ich das falsch gelesen und meine Ergänzung erübrigt sich, sorry ;-) War mir nicht sicher wegen des Zitats von SchwarzerHund mit der Überlegung Escitalopram einzunehmen. Aber du schreibst ja "des zu schnell abgesetzten AD" - also meinst du damit vermutlich das Venlafaxin.

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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padma
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von padma » Sonntag, 08.03.20, 18:48

liebe Cat, :)

ich habe es so gemeint, wie du es erläutert hast. Danke dir, dass du das nochmal klar gestellt hast.

liebe Grüsse,
padma
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SchwarzerHund
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von SchwarzerHund » Donnerstag, 02.04.20, 17:49

Danke, Padma und danke, Straycat, für Eure sehr aufschlussreichen Antworten/Kommentare.

Leider haben sich die Ereignisse in der Zwischenzeit überstürzt. Straycat: ich war nie wirklich auf Venlafaxin eingestellt - Entschuldigung, ich sehe dass der Name meines Threads irreführend ist. Ich hätte wohl statt dessen Citalopram schreiben sollen, da ich das am längsten genommen habe.

Inzwischen musste ich den "kalten Entzug" abbrechen und habe auf Empfehlung meines Arztes Escitalopram eingeschlichen, mit der Absicht, es über eine gewisse Zeit (wie lang???) zu nehmen, um dann ganz langsam bis auf 0 auszuschleichen. Escitalopram sei da eine gute Möglichkeit, da ich Citalopram lange Zeit gut vertragen hatte und Escitalopram auch in Tropfenform erhältlich sei und deshalb besonders leicht herunterdosierbar. Ich nehme also zur Zeit und bis auf Weiteres tgl. 10 mg

Es ist mir ein Anliegen, so bald wie vernünftig ganz von der Medikation wegzukommen. In der neuen Situation fragt sich nun, wie lange ich die 10 mg-Dosierung beibehalten sollte und WANN UND NACH WELCHEM PLAN ich mit dem Ausschleichen beginnen könnte, ohne wieder eine Geisterbahnfahrt anzutreten.

Kann mir da jemand von Euch eine "Gebrauchsanweisung" geben?

Bleibt verschont von Corona und schöne Grüße von

Schwarzer Hund
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2014 ausgeschlichen.
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Nachdem ich merkte, dass Citalopram keine Wirkung mehr zeigte, verschrieb mir mein Arzt Sertralin, das ich aber nur sehr kurze Zeit nahm, weil mein Blutdruck stark anstieg. Daraufhin empfahl mein Arzt eine Umstellung auf Venlafaxin, der Blutdruck blieb hoch.

Im Februar 2020 stand eine OP an, mein Arzt empfahl deshalb, das Venlafaxin vor der OP abzusetzen und nach der OP Escitalopram einzuschleichen.

25.01.2020 Venlafaxin auf 0

Da ich aber nach der OP schon 2 Wochen ohne Antidepressivum war, beschloss ich eigenmächtig, mit dem Entzug weiter zu machen. Nach übelster Absetzsymptomatik ließ ich mich überzeugen, wieder einzudosieren, diesmal auf Escitalopram.

08.03.2020 bis 14.03.2020 Escitalopram 5mg eingeschlichen
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von Towanda » Donnerstag, 02.04.20, 18:12

Hallo schwarzer Hund,

könntest Du bitte, wie schon im Begrüßungstext erbeten, eine Signatur anlegen, damit die Mitleser- und schreiber einen Überblick haben, was Du wann genommen hast - danke! :)

Erst wenn genaue Daten vorhanden sind, kann überlegt werden, wie Du am besten vorgehen kannst.

Viele Grüße,

Towanda
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von SchwarzerHund » Donnerstag, 02.04.20, 18:38

Ja, mach ich. Ich habe eine Signatur angelegt, weiß aber inzwischen, dass sie so formal nicht brauchbar ist. Ich muss die Eckdaten erst recherchieren, um sie dann so korrekt wie möglich angeben zu können.
Will den schwarzen Hund handzahm machen.

Eine exakte Signatur kann ich leider nicht erstellen, da die Eckdaten nicht (mehr) vorliegen. Ich werde aber ab jetzt die Entwicklung dokumentieren.

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In den folgenden Jahren kamen immer wieder schwere Einbrüche, so dass ich mich 2007 auf Empfehlung meines Arztes zu einer dauerhaften Einnahme von Citalopram entschloss.

2014 ausgeschlichen.
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Nachdem ich merkte, dass Citalopram keine Wirkung mehr zeigte, verschrieb mir mein Arzt Sertralin, das ich aber nur sehr kurze Zeit nahm, weil mein Blutdruck stark anstieg. Daraufhin empfahl mein Arzt eine Umstellung auf Venlafaxin, der Blutdruck blieb hoch.

Im Februar 2020 stand eine OP an, mein Arzt empfahl deshalb, das Venlafaxin vor der OP abzusetzen und nach der OP Escitalopram einzuschleichen.

25.01.2020 Venlafaxin auf 0

Da ich aber nach der OP schon 2 Wochen ohne Antidepressivum war, beschloss ich eigenmächtig, mit dem Entzug weiter zu machen. Nach übelster Absetzsymptomatik ließ ich mich überzeugen, wieder einzudosieren, diesmal auf Escitalopram.

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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von padma » Donnerstag, 02.04.20, 18:42

hallo Schwarzer Hund, :)

du scheinst Glück zu haben und Escitalopram zu vertragen. Wie geht es dir denn aktuell? Hast du noch Absetzsymptome?

Falls Escitalopram deine Symptome tatsächlich abfangen sollte, wäre es gut, wenn du einigermassen stabil wärst, bevor du erneut reduzierst.

Die "Gebrauchsanweisung zum Ausschleichen" findest du in dem oben verlinkten Texten. Aber zunächst muss man schauen, wie du jetzt mit Escitalopram zurecht kommst.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von jugin1992 » Donnerstag, 02.04.20, 18:49

Hallo SchwarzerHund,
Kann mir da jemand von Euch eine "Gebrauchsanweisung" geben?
Im Prinzip hat dir Towanda solch eine "Gebrauchsanweisung" im Begrüßungstext mitgegeben.
Vorallem die beiden Artikel Infoartikel: Antidepressiva reduzieren und absetzen und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen sind besonders wichtig.

Es ist mir ein Anliegen, so bald wie vernünftig ganz von der Medikation wegzukommen. In der neuen Situation fragt sich nun, wie lange ich die 10 mg-Dosierung beibehalten sollte und WANN UND NACH WELCHEM PLAN ich mit dem Ausschleichen beginnen könnte, ohne wieder eine Geisterbahnfahrt anzutreten.
Wann und nach welchem Plan genau du ausschleichen kannst wird dir hier niemand beantworten können. Falls du jetzt wieder mit der Einnahme von Escitalopram mit der Dosis 10mg angefangen hast, dann ist es erst mal am wichtigsten, dass du dich darunter stabilisierst. Wie lange das dauert ist immer von Person zu Person unterschiedlich. Spürst du denn bereits eine Besserung mit dem Escitalopram?

Falls du dann richtig stabil bist, kannst du mit der empfohlenen 10%-Regel alle 4-6 Wochen(ist alles nochmal genau in den Artikeln erklärt) reduzieren und deinen Zustand beobachten.

Viele Grüße und dass sich dein Zustand bald verbessert
Jugin
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Straycat
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von Straycat » Donnerstag, 02.04.20, 18:52

Hallo Schwarzer Hund,

wie lange und in welcher Dosis hast du jeweils Sertralin und Venlafaxin genommen?
Escitalopram nun zum Abfangen des Kaltentzugs von Venlafaxin erscheint mir nicht unbedingt als der beste Weg...
Oder weshalb hast du nun Escitalopram begonnen?

Im Moment blicke ich noch nicht ganz durch, wann du was und in welcher Dosis genommen hast.
Wenn du da mehr dazu geschrieben hast, kann man das besser beurteilen.

Wie geht es dir denn aktuell? Hast du Symptome? Und wenn ja seit wann und haben sie sich verändert?

Liebe Grüße,
Cat
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SchwarzerHund
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von SchwarzerHund » Freitag, 03.04.20, 15:59

hallo straycat kuck mal ich hab das in meinem text vom 2.3. um 18.38 erklärt.
ich behm jetzt seit 21 tagen escitalopram. vertrage es gut (hoffe das bleibt so). keine heulanfälle, fuchteufelswildheiten und panikattacken seitdem. ich nehms jetzt bis ich mich wirklich stabil fühle und beginne dann mit dem ausschlich nach der 10 % regel. danke nochmals euch allen. schwarzer hund
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von SchwarzerHund » Donnerstag, 09.04.20, 12:05

Hallo, Ihr Lieben,

ich bin ja derzeit auf 10 mg Escitalopram und es geht mir ausgesprochen gut damit. Trotzdem verliere ich mein Ziel, von den AD wegzukommen nicht aus den Augen. Um nichts zu übereilen stelle ich mir vor, ein halbes Jahr dabei zu bleiben, das wäre dann etwa bis September, selbstverständlich bei aufmerksamer Selbstbeobachtung hinsichtlich meiner "Stabilität".

Ich habe mir angewöhnt, auf einer Jahresübersicht mit Farben meine Befindlichkeiten, Aktivitäten, Schlaf, Gesundheit und Essverhalten festzuhalten, so kann ich rückwirkend gut sehen, wie sich die Umstände verändern, bzw. stabil bleiben.

Eine Frage an das Team: Ist es eigentlich möglich, einen Thread umzubenennen? Ich hatte ja damals "Venlafaxin" im Titel und im großen Zusammenhang gesehen ist das einfach irreführend. Vielleicht könnte man "Venlafaxin" einfach rausnehmen, falls das opportun erscheint.

Herzliche Grüße und schöne, wenn auch zurückgezogene Ostern

Schwarzer Hund
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2014 ausgeschlichen.
Frühjahr 2015 Depression als Reaktion auf einen Todesfall.
Citalopram wieder eingenommen bis 2. Hälfte 2019.

Nachdem ich merkte, dass Citalopram keine Wirkung mehr zeigte, verschrieb mir mein Arzt Sertralin, das ich aber nur sehr kurze Zeit nahm, weil mein Blutdruck stark anstieg. Daraufhin empfahl mein Arzt eine Umstellung auf Venlafaxin, der Blutdruck blieb hoch.

Im Februar 2020 stand eine OP an, mein Arzt empfahl deshalb, das Venlafaxin vor der OP abzusetzen und nach der OP Escitalopram einzuschleichen.

25.01.2020 Venlafaxin auf 0

Da ich aber nach der OP schon 2 Wochen ohne Antidepressivum war, beschloss ich eigenmächtig, mit dem Entzug weiter zu machen. Nach übelster Absetzsymptomatik ließ ich mich überzeugen, wieder einzudosieren, diesmal auf Escitalopram.

08.03.2020 bis 14.03.2020 Escitalopram 5mg eingeschlichen
Seit 15.03.2020 auf Escitalopram 10mg
08.04.2020: seit einer Woche stabil und aktiv(!)


Bei anhaltend stabilem Zustand ist mein Ziel nach wie vor, von den AD komplett weg zu kommen, dann allerdings mit äußerster Geduld und Achtsamkeit.

Jamie
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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von Jamie » Donnerstag, 09.04.20, 13:19

Hallo schwarzer Hund, :)

selbstverständlich können wir deinen Titel abändern oder ergänzen oder sonstwas. :roll:
Wie soll er heißen?

Dass es dir gut geht, ist erfreulich zu lesen.
Nehme dir alle Zeit der Welt, die du benötigst, bis du dich wieder fit für einen Absetzschritt fühlst.
Zeit ist relativ, wenn man sie einem großen Ziel unterordnet - dann kommt es auch nicht auf ein paar Monate an.

Alles Gute
Jamie
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: Schwarzer Hund: Kalter Entzug Venlafaxin - nachträgliche Korrektur möglich?

Beitrag von SchwarzerHund » Donnerstag, 09.04.20, 14:11

prima jamie. bitte einfach nur venlafaxin rausnehmen. dann passt es. vielen dank. schwarzer hund
Will den schwarzen Hund handzahm machen.

Eine exakte Signatur kann ich leider nicht erstellen, da die Eckdaten nicht (mehr) vorliegen. Ich werde aber ab jetzt die Entwicklung dokumentieren.

Depressionen vermutlich von Kindheit an. Erstmals erkannt und behandelt mit 34 Jahren:
Gesprächstherapie OHNE Psychopharmaka (ca. 8 Jhr. lang).
Nach Abschluss der Therapie, Verordnung von Citalopram.
Nach ca. 2 Jhr. ausgeschlichen.

In den folgenden Jahren kamen immer wieder schwere Einbrüche, so dass ich mich 2007 auf Empfehlung meines Arztes zu einer dauerhaften Einnahme von Citalopram entschloss.

2014 ausgeschlichen.
Frühjahr 2015 Depression als Reaktion auf einen Todesfall.
Citalopram wieder eingenommen bis 2. Hälfte 2019.

Nachdem ich merkte, dass Citalopram keine Wirkung mehr zeigte, verschrieb mir mein Arzt Sertralin, das ich aber nur sehr kurze Zeit nahm, weil mein Blutdruck stark anstieg. Daraufhin empfahl mein Arzt eine Umstellung auf Venlafaxin, der Blutdruck blieb hoch.

Im Februar 2020 stand eine OP an, mein Arzt empfahl deshalb, das Venlafaxin vor der OP abzusetzen und nach der OP Escitalopram einzuschleichen.

25.01.2020 Venlafaxin auf 0

Da ich aber nach der OP schon 2 Wochen ohne Antidepressivum war, beschloss ich eigenmächtig, mit dem Entzug weiter zu machen. Nach übelster Absetzsymptomatik ließ ich mich überzeugen, wieder einzudosieren, diesmal auf Escitalopram.

08.03.2020 bis 14.03.2020 Escitalopram 5mg eingeschlichen
Seit 15.03.2020 auf Escitalopram 10mg
08.04.2020: seit einer Woche stabil und aktiv(!)


Bei anhaltend stabilem Zustand ist mein Ziel nach wie vor, von den AD komplett weg zu kommen, dann allerdings mit äußerster Geduld und Achtsamkeit.

Straycat
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Re: Schwarzer Hund: Escitalopram - Ausschleichen geplant

Beitrag von Straycat » Freitag, 10.04.20, 9:53

Hallo SchwarzerHund,

ich habe den Threadtitel nun geändert auf "Escitalopram - Ausschleichen geplant" - passt das so für dich?

Fein, dass es dir besser geht.
Ich kann mich Jamie :) nur anschließen: Nimm dir die Zeit und wenn du dich wieder komplett stabil fühlst, kannst du dann das Ausschleichen in Angriff nehmen :)

Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
für detaillierte Infos: auf "Text zeigen" klicken
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SchwarzerHund
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Re: Schwarzer Hund: Escitalopram - Ausschleichen geplant

Beitrag von SchwarzerHund » Freitag, 10.04.20, 13:37

Ja, das ist prima, kurz und klar, vielen Dank, Cat
Will den schwarzen Hund handzahm machen.

Eine exakte Signatur kann ich leider nicht erstellen, da die Eckdaten nicht (mehr) vorliegen. Ich werde aber ab jetzt die Entwicklung dokumentieren.

Depressionen vermutlich von Kindheit an. Erstmals erkannt und behandelt mit 34 Jahren:
Gesprächstherapie OHNE Psychopharmaka (ca. 8 Jhr. lang).
Nach Abschluss der Therapie, Verordnung von Citalopram.
Nach ca. 2 Jhr. ausgeschlichen.

In den folgenden Jahren kamen immer wieder schwere Einbrüche, so dass ich mich 2007 auf Empfehlung meines Arztes zu einer dauerhaften Einnahme von Citalopram entschloss.

2014 ausgeschlichen.
Frühjahr 2015 Depression als Reaktion auf einen Todesfall.
Citalopram wieder eingenommen bis 2. Hälfte 2019.

Nachdem ich merkte, dass Citalopram keine Wirkung mehr zeigte, verschrieb mir mein Arzt Sertralin, das ich aber nur sehr kurze Zeit nahm, weil mein Blutdruck stark anstieg. Daraufhin empfahl mein Arzt eine Umstellung auf Venlafaxin, der Blutdruck blieb hoch.

Im Februar 2020 stand eine OP an, mein Arzt empfahl deshalb, das Venlafaxin vor der OP abzusetzen und nach der OP Escitalopram einzuschleichen.

25.01.2020 Venlafaxin auf 0

Da ich aber nach der OP schon 2 Wochen ohne Antidepressivum war, beschloss ich eigenmächtig, mit dem Entzug weiter zu machen. Nach übelster Absetzsymptomatik ließ ich mich überzeugen, wieder einzudosieren, diesmal auf Escitalopram.

08.03.2020 bis 14.03.2020 Escitalopram 5mg eingeschlichen
Seit 15.03.2020 auf Escitalopram 10mg
08.04.2020: seit einer Woche stabil und aktiv(!)


Bei anhaltend stabilem Zustand ist mein Ziel nach wie vor, von den AD komplett weg zu kommen, dann allerdings mit äußerster Geduld und Achtsamkeit.

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