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Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Michi75
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Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von Michi75 »

Liebe Leute da drausen,

ich bin neu hier und habe derzeit grose Probleme :cry:

Habe venlafaxin 75mg retard eingenommen jahrelang wegen Panikattacken. Habe nun das Medikament komplett abgesetzt und seit 2 Tagen bekomme ich nun wieder heftige Panik und vor allem UNWIRKLICHKEITSGEFÜHLE. Kennt das jemand? Ich frage mich ständig ob alles real ist und z.b ich den Beitrag gerade wirklich schreibe ... ich weiß es ist verrückt und es macht mir Angst- große Angst.

Meint ihr es ist ein Phase durch das Absetzen? Geht es wieder weg? Habt ihr Erfahrungen damit?

Ich möchte derzeit schwanger werden und habe das deshalb abgesetzt.

Bitte um Antwort
Zuletzt geändert von padma am 10.03.2020 18:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Jamie
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Re: Nobsen: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Jamie »

Hallo Venla,

willkommen im Forum :).

Wir akzeptieren gemäß unserer Nutzungesbedingungen keine Medikamentennamen und Markennamen im Nutzernamen, auch Abkürzungen nicht, darum möchte ich dich bitten dir bitte einen neuen Nicknamen auszudenken und dem Team mitzuteilen; wir ändern das dann um, danke dir für dein Verständnis :).

Zu deinem Anliegen.
Wie genau hast du abgesetzt? Also welche Schritte in welcher Zeit?
Wenn man AD zu schnell absetzt, kann das zu empfindlichen und lang andauernden Absetzsymptomen führen, auch Panikattacken und Unwirklichkeitsgefühle, gerade auch, wenn das Präparat lange Zeit eingenommen wurde (wie lange hast du es eingenommen)?

Es ist verantwortungsvoll von dir, ein AD abzusetzen, wenn man den Wunsch hat schwanger zu werden, allerdings muss man dann auch genug Zeit einkalkulieren, dass der Körper vorher entwöhnt wird und das geht nicht in wenigen Wochen.

Ich erstelle dir einen eigenen Thread.

Viele Grüße
Jamie
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Venla75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von Towanda »

Hallo Michi75,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

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Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
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Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße,

Towanda
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Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Michi75
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Re: Nobsen: Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Michi75 »

Jamie hat geschrieben: 10.03.2020 17:11 Hallo Venla,

willkommen im Forum :).

Wir akzeptieren gemäß unserer Nutzungesbedingungen keine Medikamentennamen und Markennamen im Nutzernamen, auch Abkürzungen nicht, darum möchte ich dich bitten dir bitte einen neuen Nicknamen auszudenken und dem Team mitzuteilen; wir ändern das dann um, danke dir für dein Verständnis :).

Zu deinem Anliegen.
Wie genau hast du abgesetzt? Also welche Schritte in welcher Zeit?
Wenn man AD zu schnell absetzt, kann das zu empfindlichen und lang andauernden Absetzsymptomen führen, auch Panikattacken und Unwirklichkeitsgefühle, gerade auch, wenn das Präparat lange Zeit eingenommen wurde (wie lange hast du es eingenommen)?

Es ist verantwortungsvoll von dir, ein AD abzusetzen, wenn man den Wunsch hat schwanger zu werden, allerdings muss man dann auch genug Zeit einkalkulieren, dass der Körper vorher entwöhnt wird und das geht nicht in wenigen Wochen.

Ich erstelle dir einen eigenen Thread.

Viele Grüße
Jamie
Dann nehme ich Michi75 :) ich wusste das nicht sorry...

Ich hab das Medikament ca. 3 Jahre eingenommen. Angefangen haben die schlimmen panikattacken mit einem krassen allergischen Schock mit Intensivstation usw. Danach hab ich mich komplett in alles reingesteigert und dann hat mir mal n Arzt im Krankenhaus das Medikament verschrieben und ich hab es einfach genommen. Mittlerweile will ich es einfach nicht mehr. Nun ja abgesetzt habe ich es so in ca. 2 Monaten. Aktuell haben sich familiäre Probleme ergeben und ich hab dann ne Art Rückfall erlitten. Die Probleme betreffen mich auch nur indirekt.. geht er um meine Geschwister aber ich bin mitten drin. Bin ganz traurig weil die letzten 2 Wochen alles super gelaufen ist. :( ...

Ich möchte einfach nur vielleicht hören, dass ich nicht die einzige bin mit solchen Symptomen- vor allem eben diese unwirklichkeitsgefühle. Ich bin sonst ein sehr "normaler" Mensch mit einem guten Job, einem tollen Mann und wir bauen gerade ei haus. Eigentlich könnte es mir doch einfach mal gut gehen :( ... bi so wütend und traurig zu gleich.
padma
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Re: Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von padma »

hallo Michi, :)

auch von mir willkommen.

Ich habe deinen Benutzernamen entsprechend geändert.
Angefangen haben die schlimmen panikattacken mit einem krassen allergischen Schock mit Intensivstation usw. Danach hab ich mich komplett in alles reingesteigert und dann hat mir mal n Arzt im Krankenhaus das Medikament verschrieben und ich hab es einfach genommen.
Das tut mir leid. Dass man nach so einer lebensbedrohlichen Situation mit Panik reagiert, ist ja mehr als verständlich. Es hätte vermutlich eine andere Lösung für dieses Situation gegeben. Gut, dass du das AD jetzt loswerden möchtest.
. Nun ja abgesetzt habe ich es so in ca. 2 Monaten. Aktuell haben sich familiäre Probleme ergeben und ich hab dann ne Art Rückfall erlitten.
Das Absetzen in 2 Monaten ist für empfindliche Betroffene viel zu schnell. Vermutlich hattest du keinen Rückfall, sondern du leidest unter Entzugssymptomen. Diese können zeitverzögert auftreten. Unwirklichkeitsgefühl sind ein ganz typisches Absetzsymptom, diese hattest du vor der Medikation vermutlich nicht? Du bist mit dieser Symptomatik hier absolut nicht allein.

Auch dass die Panik wieder aufgetreten ist, heisst nicht, dass es eine Rückfall ist, es kann sich um ein Reboundsymptom handeln.

Die familiären Probleme können die Absetzsymptome zusätzlich verstärkt haben.

Seit wann genau bist du auf 0? Evtl. würde die Wiedereindosierung einer kleinen Menge mit anschliessendem langsamen usschleichen Sinn machen.

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

Nach Quasi - Kaltentzug Wiedereindosierung und im :schnecke: Tempo ausgeschlichen; seit 1.1.2020 auf 0 :party2:
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Re: Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von Michi75 »

Hallo Padma,

vielen Dank für die Aufnahme und die netten Worte.

Ich denke auch, dass es zu schnell war. Habe mich aber wie gesagt gut gefühlt und angenommen "ich bin überm Berg" - wohl falsch gedacht! :/ ... von diesem Reboundsyndrom habe ich nie was gehört... danke für den Hinweis. Werde mich mal damit auseinandersetzen.

Und ja ich bin ein sehr sehr sensibler und empfindlicher Typ - was mich mega nervt!

Diese Unwirklichkeitsgefühle hatte ich leider doch schon vor dem Absetzen (mal mehr mal weniger) , die kamen irgendwann zu den Panikattacken und diesem ständigen reinsteigern. Ich hatte ja sämtliche Krankheiten dann nach dem allergischen Schock. Vom Herzinfarkt bis hin zum Gehirntumor ... war ganz ganz furchtbar. Habe auf jedes Symptom mir ne schlimme Krankheit eingebildet!! Kopfschmerzen = Hirntumor, Herz schlägt mal schneller = Herzinfarkt, usw.

Diese Unwirklichkeitsgefühle sind für mich am schlimmsten - wie zur Hölle kann man denn denken "oh ist das alles real" usw. Sas macht mir Angst, dass ich über sowas nachdenke, dies wiederum führt zur Panik. Gott ein Teufelskreis. Bin ich wirklich nicht die einzige, die diese Unwirklichkeitsgefühle hat??

Ich habe mich nun auch für Hypnose entschieden. Hat damit jemand Erfahrung?

Danke schon mal für die Antwort.

Lg Michi
carlotta
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Re: Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von carlotta »

Hallo Michi,

auch von mir herzlich willkommen!
Michi75 hat geschrieben: 10.03.2020 19:21 Habe mich aber wie gesagt gut gefühlt und angenommen "ich bin überm Berg" - wohl falsch gedacht! :/
Entzugssymptome haben nichts damit zu tun, ob man die vorherige Problematik überwunden hat oder nicht, es ist eine körperliche Reaktion auf das zu schnelle Entfernen des Wirkstoffs, an den der Körper sich gewöhnt hat. SSRI/SNRI sind Medikamente, die stark zentral eingreifen und sich auf unzähligen Körperfunktionen auswirken. Auch wenn es sich um ein körperliches Geschehen handelt, können sich daraus auch psychische Symptome ergeben.

Rebound ist ein Bestandteil der Entzugssymptomatik; der Begriff bezeichnet frühere Symptome, die nach dem Absetzen (oft verstärkt) zurückkommen. Es ist nämlich nicht gesagt, dass die Symptome auch aufgetreten wären, wenn Du ganz langsam reduziert hättest. Von daher lässt sich aus Reboundsymptomen nicht ableiten, ob die frühere Problematik noch besteht oder nicht. Das kann man im Grunde erst längere Zeit auf null sagen, wenn der Entzug abgeklungen ist.
Michi75 hat geschrieben: 10.03.2020 19:21 Diese Unwirklichkeitsgefühle hatte ich leider doch schon vor dem Absetzen (mal mehr mal weniger) , die kamen irgendwann zu den Panikattacken und diesem ständigen reinsteigern.
Vor dem Absetzen, also unter Venlafaxin, oder bevor Du jemals ein AD genommen hast?

Unwirklichkeitsgefühle werden in Zusammenhang mit Psychopharmaka-Entzug wirklich oft geschildert. Ich selbst hatte auch schon damit zu tun. (Ich hatte das teilweise auch unter der Medikation, vor der Einnahme allerdings nicht.)

Zur Hypnose könntest Du die Suchfunktion nutzen, um nach Erfahrungen zu suchen.

Liebe Grüße
Carlotta
"For the illicit drugs, we call this process addiction. For the prescribed medications, we call this process therapeutic." (Robert Whitaker)


"We need to stop harming each other in the false name of medicine." (Monica Cassani)


[spoil]Kurzabriss Verlauf:
viewtopic.php?f=18&start=140&t=12787&si ... fb#p266609
Seitdem nur unwesentlich mit dem Reduzieren weitergekommen, da längere Absetzpause.[/spoil]
Michi75
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Re: Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von Michi75 »

Hallo carlotta,

Ne, vor venlafaxin hatte ich sowas NIE!! MEIN Leben habe ich eigentlich eher sehr "unbeschwert/unbedacht" geführt. Keine Unwirklichkeitsgefühle, keine Panikattacken.

Wie gesagt zunächst kam Panik nach dem schlimmen allergischen Schock. Und das war ein extrem traumatisches Erlebnis für mich. es standen mindestens 10 Ärzte um mich herum und jeder hat irgendwas geschrieen "schnell, Zugang, der Kreislauf bricht zusammen" usw. Ich weiß das als wäre es erst gerade passiert. Seit dem war nie wieder alles so wie vorher.es war sep. 2015. Danach habe ich ganz lange es ohne Medikamente irgendwie überstanden. Bis mir irgendwann ein Arzt im Krankenhaus eine Angststörung diagnostiziert hat und das venlafaxin verschrieb.

Nach einer Zeit der Einnahme der Medikamente/venlafaxin kamen diese Unwirklichkeitsgefühle. Ich kann das gar net beschreiben. Meist denk ich einfach nur, dass ich absolut verrückt bin und man mich einsperren kann. Lebe aber zeitgleich ein normales Leben und gehe arbeiten usw.
Mein Mann kann das gar nicht begreifen wie es sich anfühlt. 😑

Mein Problem ist, ich bin mittlerweile 33 und wir haben einen Kinderwunsch und ich will es unbedingt schaffen! Bin hoch motiviert ... der Rückschlag am Sonntag hat mir aber zu schaffen gemacht... ich zweifle an mir selbst und frage mich ob sowas jemals weggeht ...

Hoffe, dass ich es nun irgendwie überstehen. Der Austausch hier macht mir viel Mut, ich fühle mich nicht alleine damit. Ich probiere nun auch hypnose. Kann dann gern mal berichten ...

Danke, dass ihr mir zuhört!

Lg Michi
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Re: Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von padma »

liebe Natalie, :)

du hast wirklich ein Trauma erlitten. Da wäre evtl. eine Traumatherapie hilfreich, vielleicht sowas wie EMDR. Allerdings solltest du zuvor möglichst von der Entzugssymptomatik her stabil sein.

Der Fachbegriff für dieses Unwirklichkeitsgefühl ist Depersonalisation/Derealisation (DP/DR). Das kann nach einem Trauma auftreten, es ist eine Schutzreaktion wenn äussere oder innere Reize/Erinnerungen zu stark werden.

Es kann auch eine NW von AD sein. Bei dir hört es sich danach an, da es einige Zeit nach der Einnahme aufgetreten ist.

DP/DR kann auch als Entzugssymptom auftreten. Alles kann sich auch gegenseitig verstärken.
Eine starke DP/DR ist ein sehr quälender Zustand. Verrückt bist du garantiert nicht.

Wir haben hier einen thread mit Erfahrungen und Tipps: viewtopic.php?f=50&t=15261

Je nachdem seit wann du auf 0 bist, wäre es sinnvoll über eine Wiedereindosierung einer Kleinstmenge nachzudenken, um diese dann langsam auszuschleichen.
Denkst du bitte noch an die Signatur?

liebe Grüsse,
padma
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Michi75
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Re: Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von Michi75 »

Hallo Padma,

danke für dein ganzen Tipps. Ich versuche mich damit mal auseinanderzusetzen. Depersonalisation, Traumatherapie, Reboundsyndrom, ... all das habe ich vorher noch nie gehört!

Was genau ist noch mal die Signatur? :)

Lg
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Re: Michi75: Schwangerschaftswunsch, Venlafaxin abgesetzt

Beitrag von Straycat »

Hallo Michi,

Towanda :) hat dir in ihrer ersten Antwort an dich einen Link geschrieben, der dich zum Artikel über die Signatur führt. Dort findest du alle nötigen Infos dafür.
Außerdem findest du in Towandas Beitrag auch weitere Grundlageninfos, die sehr nützlich und hilfreich sind. Lies sie dir mal durch! :) Mit mehr Infos versteht man dann oft auch besser, was in einem vorgeht beim Absetzen und wie man am besten damit umgeht.

Alles Liebe,
Cat
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