Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

Aktuell: viele Aktive hier sind zur Zeit sehr eingespannt und es gibt viele Neuanmeldungen und große Aktivität. in Zeiten wie diesen ist der Selbsthilfeaspekt besonders wichtig. Bitte unterstützt Euch gegenseitig und wenn ihr neu seid: habt Geduld - das Freischalten moderierter Beiträge kann ein länger dauern.

Dieses Forum ist rein privat und ehrenamtlich betrieben. Um unsere Unabhängigkeit zu gewährleisten, nehmen wir auch keine Spenden an.

Die meisten Beiträge sind für nicht angemeldete Besucher nicht einsehbar. Der Erfahrungsaustausch über das Ausschleichen von Psychopharmaka ist nur registrierten Mitgliedern zugänglich.

Wir sind ein Selbsthilfeforum. Wer sich registriert, um einen eigenen Thread zu eröffnen, entscheidet sich auch dafür, sich aktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Neue Mitglieder bitten wir daher, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die Grundlagentexte durchzulesen und anzueignen. Wer nach der Registrierung nur still mitlesen will, ist auch willkommen.

Wenn Du am Austausch teilnehmen möchtest, lies bitte bevor Du Dich registrierst, die Info für Neue und Interessierte:

Wenn Du Nebenwirkungen von den Medikamenten oder vom Absetzen hast, dann melde sie auf jeden Fall den öffentlichen Stellen.

leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Antworten
leoniehagen
Beiträge: 4
Registriert: Dienstag, 17.03.20, 16:02

leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von leoniehagen » Dienstag, 17.03.20, 16:28

Im Dezember 2018 ging ich aufgrund eines seelischen Problems erstmals zu einer Psychologin. Nach einiger Zeit stufte sie meine psychische Situation als depressiv ein. Ich war mit dieser Diagnose nicht ganz einverstanden, da ich sehr lebensfreudig, interessiert an der Welt und an den Mitmenschen war. Der seelische Schmerz war natürlich unangenehm, jedoch nützlich, damit ich wusste, dass es ein Problem gibt und dass dies in Ordnung gebracht werden muss.
Der Psychiater schlug mir das Antidepressivum „Escitalopram“ vor. Da ich mich nicht depressiv fühlte, wollte ich es zuerst nicht einnehmen. Meine Familie und die Psychologin motivierten mich einen Versuch zu starten. Es wurde mir gesagt, dass das Medikament Nebenwirkungen auslösen kann, dass es aber grundsätzlich sehr harmlos sei und spätesten nach dem Absetzen die Nebenwirkungen wieder verschwinden würden.
Bereits in der ersten Woche nach der Einnahme fühlt ich mich überhaupt nicht wohl. Es traten folgende Nebenwirkungen auf.


• ,,die Umwelt rührt einem gar nicht mehr, geistig lahm und unbeteiligt’’
• „man ist den Erlebnissen gegenüber wie ein kalter Beobachter“
• „eine ausgesprochene Gefühlsverarmung und Gefühlskälte“
• ,,Libidoverlust’’
• „Mangel an Konzentrationsfähigkeit“
• „Gedankengänge verliefen einlinig“


Meine Psychologin meinte, dass die Nebenwirkungen nach einiger Zeit verschwinden würden und somit nahm ich das Medikament 6 Wochen ein. Nach dieser Zeit hielt ich die oben genannten Nebenwirkungen nicht mehr aus und setze das Medikament unter Beobachtung des Psychiaters wieder ab.
Die erhoffte Besserung trat nach dem Absetzen jedoch nicht ein. Es war für mich sehr schlimm damit klarzukommen. Häufig wachte ich in der Nacht auf und geriet in Panik, da ich in mein Denken eingeschränkt war und nichts fühlte. Es kam mir vor, wie der Kopf fühlen und denken wollte, es jedoch aufgrund der Veränderung durch das Medikament nicht mehr ginge. Ich wollte ausbrechen aus dieser Einengung, es ging jedoch einfach nicht.
Bei einem andern Psychiater holte ich Hilfe. Wir probierten einige Medikamente aus, welche die Situation jedoch nicht verbesserten.

Da ich momentan sehr verzweifelt bin, wollte ich mich informieren, ob es ein Medikament gibt, um die ursprüngliche Sensibilität, das freie Denken und die intensiven Gefühle wieder zu wecken…?
Zuletzt geändert von padma am Dienstag, 17.03.20, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel um Benutzernamen und Wirkstoffnamen ergänzt
Psychopharmaka-Situation

Ausgangssymptome:

Seit meiner Spange im Jahr 2013 hatte ich das Gefühl, dass ich lisple. Zu dieser Zeit war ich ein Teenager und es war mir sehr unangenehm. Ich begann mich sehr auf das Reden und auf die Aussprach zu fokussieren. Ich vermied Wörter mit ‘S’ und war immer sehr nervös und unsicher beim Reden. Das führte dazu, dass ich mich zurückzog, da ich mich beim Reden generell unwohl fühlte und das Gefühl hatte, dass ich mich nicht ausdrücken konnte. Auf der anderen Seite, war ich sehr unternehmensfreudig, wollte raus mich mit anderen Menschen treffen, mein Studium beginnen… Kurz gesagt hatte ich sehr Freude am Leben, jedoch auch wenn mir das Lispeln nach einiger Zeit egal wurde, fokussierte ich mich immer noch auf die Aussprache, was mich sehr hinderte mein erwünschtes Leben zu leben. Ich ging zu einer Logopäding und da mir diese Situation emotional sehr weh tat, ging ich zusätzlich zu einer Psychologin.

(Kurze Anmerkung: Wenn ich heiser war, fokussierte sich mein Kopf nicht mehr auf die S -Aussprache und das ganze Problem war wie in Luft aufgelöst.)

Diagnose:

Soziale Phobie, Depression (Ich war mir dieser Diagnose nicht einverstanden, da ich emotional sehr viel empfinden konnte und mich überhaupt nicht depressiv fühlte)

Medikament:
Escitalopram
Dosierung pro Tag: In kleinen Schritten pro Tag 1 mg mehr, schlussendlich 10 mg pro Tag
Wirkung: hauptsächlich Nebenwirkungen
Nebenwirkungen: Gefühlslosigkeit, Unruhe, Libidoverlust, Mangel an Konzentrationsfähigkeit, Gedankengänge verliefen einlinig, meine Sensibilität ging verloren
Zeitraum: 6-7 Wochen, Ende Feb 2019 – Mitte April 2019
Absetzgrund: Keine Wirkung nur unaushaltbare Nebenwirkungen
Absetzverlauf: Kurz noch auf 13 mg, jedoch keine positive Veränderung deshalb abgesetzt, 1 mg weniger pro Tag.
Anmerkung: Die Nebenwirkungen blieben. Mein Hauptproblem ist momentan nicht mehr das anfängliche Problem sondern die Gefühlslosigkeit.

Weitere Medikamente um Gefühle zu wecken:

Leider weiss ich die genaue Dosierung und Dauer der Einnahme nicht mehr bei allen. Alle zwischen Sept. 2019 – Feb. 2020 eingenommen.
Trittico (Trazodon); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Venlafaxin; Einnahmedauer: 2 Wochen, Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Duloxetin; Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Mirtazaptin; Einnahmedauer: 4 Tage, Absetzgrund: Machte extrem schwach und müde
Brintellix (Vortioxetin); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Tianeurax (Tianeptin); Einnahmedauer 4 Tage; Absetzgrund: Machte sehr müde und schwach

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 21009
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva

Beitrag von padma » Dienstag, 17.03.20, 19:08

Hallo Leoniehagen, :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Straycat
Teamunterstützung
Beiträge: 3228
Registriert: Montag, 10.10.16, 16:51

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 18.03.20, 10:32

Liebe Leoniehagen,

willkommen im Forum :)

Oje, was du da durchmachen musst, klingt nicht gut :(
Auch mir wurde vor Jahren Escitalopram verschrieben und ich kenne diese NW, die du beschreibst.

Leider ist es trotz NW ungünstig das Medikament von heute auf morgen kalt abzusetzen. Das kann zu Absetzsymptomen führen, die den NW oft sehr ähneln können.
Sobald du dir eine Signatur angelegt hast, könnten wir gemeinsam schauen, ob eine Wiedereindosierung einer Minimenge sinnvoll wäre, um die Absetzsymptome zu mildern/abzufangen. Padma :) hat dir einen Link für die Signaturerstellung geschrieben.
Wichtig ist zu wissen wie lange (von wann bis wann) du Escitalopram in welcher Dosierung genommen hast.

Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
für detaillierte Infos: auf "Text zeigen" klicken
► Text zeigen
Link zu meinem Thread

leoniehagen
Beiträge: 4
Registriert: Dienstag, 17.03.20, 16:02

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von leoniehagen » Montag, 30.03.20, 16:55

Straycat hat geschrieben:
Mittwoch, 18.03.20, 10:32
Liebe Leoniehagen,

willkommen im Forum :)

Oje, was du da durchmachen musst, klingt nicht gut :(
Auch mir wurde vor Jahren Escitalopram verschrieben und ich kenne diese NW, die du beschreibst.

Leider ist es trotz NW ungünstig das Medikament von heute auf morgen kalt abzusetzen. Das kann zu Absetzsymptomen führen, die den NW oft sehr ähneln können.
Sobald du dir eine Signatur angelegt hast, könnten wir gemeinsam schauen, ob eine Wiedereindosierung einer Minimenge sinnvoll wäre, um die Absetzsymptome zu mildern/abzufangen. Padma :) hat dir einen Link für die Signaturerstellung geschrieben.
Wichtig ist zu wissen wie lange (von wann bis wann) du Escitalopram in welcher Dosierung genommen hast.

Alles Liebe,
Cat
Liebe Cat

Vielen Dank für deine Antwort.
Nun habe ich eine Signatur angelegt. Ich hoffe sie ist genügend ausführlich...

Liebe Grüsse Leonie
Psychopharmaka-Situation

Ausgangssymptome:

Seit meiner Spange im Jahr 2013 hatte ich das Gefühl, dass ich lisple. Zu dieser Zeit war ich ein Teenager und es war mir sehr unangenehm. Ich begann mich sehr auf das Reden und auf die Aussprach zu fokussieren. Ich vermied Wörter mit ‘S’ und war immer sehr nervös und unsicher beim Reden. Das führte dazu, dass ich mich zurückzog, da ich mich beim Reden generell unwohl fühlte und das Gefühl hatte, dass ich mich nicht ausdrücken konnte. Auf der anderen Seite, war ich sehr unternehmensfreudig, wollte raus mich mit anderen Menschen treffen, mein Studium beginnen… Kurz gesagt hatte ich sehr Freude am Leben, jedoch auch wenn mir das Lispeln nach einiger Zeit egal wurde, fokussierte ich mich immer noch auf die Aussprache, was mich sehr hinderte mein erwünschtes Leben zu leben. Ich ging zu einer Logopäding und da mir diese Situation emotional sehr weh tat, ging ich zusätzlich zu einer Psychologin.

(Kurze Anmerkung: Wenn ich heiser war, fokussierte sich mein Kopf nicht mehr auf die S -Aussprache und das ganze Problem war wie in Luft aufgelöst.)

Diagnose:

Soziale Phobie, Depression (Ich war mir dieser Diagnose nicht einverstanden, da ich emotional sehr viel empfinden konnte und mich überhaupt nicht depressiv fühlte)

Medikament:
Escitalopram
Dosierung pro Tag: In kleinen Schritten pro Tag 1 mg mehr, schlussendlich 10 mg pro Tag
Wirkung: hauptsächlich Nebenwirkungen
Nebenwirkungen: Gefühlslosigkeit, Unruhe, Libidoverlust, Mangel an Konzentrationsfähigkeit, Gedankengänge verliefen einlinig, meine Sensibilität ging verloren
Zeitraum: 6-7 Wochen, Ende Feb 2019 – Mitte April 2019
Absetzgrund: Keine Wirkung nur unaushaltbare Nebenwirkungen
Absetzverlauf: Kurz noch auf 13 mg, jedoch keine positive Veränderung deshalb abgesetzt, 1 mg weniger pro Tag.
Anmerkung: Die Nebenwirkungen blieben. Mein Hauptproblem ist momentan nicht mehr das anfängliche Problem sondern die Gefühlslosigkeit.

Weitere Medikamente um Gefühle zu wecken:

Leider weiss ich die genaue Dosierung und Dauer der Einnahme nicht mehr bei allen. Alle zwischen Sept. 2019 – Feb. 2020 eingenommen.
Trittico (Trazodon); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Venlafaxin; Einnahmedauer: 2 Wochen, Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Duloxetin; Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Mirtazaptin; Einnahmedauer: 4 Tage, Absetzgrund: Machte extrem schwach und müde
Brintellix (Vortioxetin); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Tianeurax (Tianeptin); Einnahmedauer 4 Tage; Absetzgrund: Machte sehr müde und schwach

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 21009
Registriert: Sonntag, 06.01.13, 17:04

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von padma » Donnerstag, 02.04.20, 19:21

hallo Leoniehagen, :)

danke für die Signatur.
Depression (Ich war mir dieser Diagnose nicht einverstanden, da ich emotional sehr viel empfinden konnte und mich überhaupt nicht depressiv fühlte)
Die Diagnose Depression wird heutzutage sehr gerne und schnell gestellt, bei fast jedwediger Schwierigkeit. Wenn du dich nicht depressiv fühltest, hattest du m.M.n. auch keine Depression.

Du beschreibst ja sehr klar, dass dein Problem in dem Lispeln aufgrund der Spange begründet war.
Anmerkung: Die Nebenwirkungen blieben. Mein Hauptproblem ist momentan nicht mehr das anfängliche Problem sondern die Gefühlslosigkeit.
Escitalopram hast du ganz offensichtlich nicht vertragen. Gefühlslosigkeit ist eine bekannte NW von AD (man kann sogar sagen, es ist die Wirkweise von AD, die die unangenehmen Gefühle ja wegdrücken sollen).
Es tut mir sehr leid, dass du davon so schwer und langanhaltend betroffen bist.

Wir haben hier einen thread zu der Gedühlsverflachung durch AD https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=11134
Weitere Medikamente um Gefühle zu wecken
Das kann nicht wirklich funktionieren. Das Problem ist zum einen, dass dein Arzt nicht verstanden hat, dass du unter NW eines AD leidest und versucht hat, dich gegen eine Depression zu behandeln.
Zum anderen lösen AD eben genau diese Gefühlskälte aus, d.h. du hast mit all diesen Medikamenten dein Problem weiter aufrechterhalten.
Da ich momentan sehr verzweifelt bin, wollte ich mich informieren, ob es ein Medikament gibt, um die ursprüngliche Sensibilität, das freie Denken und die intensiven Gefühle wieder zu wecken…?
Aus dem oben geschriebenen ergibt sich, dass es ein solches Medikament nicht gibt.
Eine Wiedereindosierung macht auch keinen Sinn, du hattest diese Symptome ja bereits als NW. Ausserdem ist es auch schon viel zu lange her.

Durch diese vielen Medikamentenversuche ist dein ZNS jetzt sehr gereizt. Ich halte es für sehr wichtig, dass du nun keine weiteren Medikamente mehr ausprobierst, da diese dein Problem nur weiter erhalten oder verschlimmern.

Dein Gehirn/ZNS kann sich selbst heilen, aber dafür braucht es v.a. dass es in Ruhe gelassen wird und Zeit.
Ich sehe keinen anderen Weg, als jetzt erstmal mit dieser Problematik zu leben, im Wissen darum, dass deine Gefühle von selbst wieder kommen werden.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


BeeBee
Beiträge: 29
Registriert: Mittwoch, 29.01.20, 23:56

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von BeeBee » Montag, 06.04.20, 10:12

Hallo Leonie,

Ich kenne diese NW gar nicht, bei mir haben AD's immer bewirkt was sie sollten: ich fühlte mich wieder positiv innerhalb von Tagen. Da war einfach "ich" wieder da, habe also bis auf extrem blöde NW's immer gute Erfahrung gemacht.

Bei Einnahmedauern von 4 Tagen / 2 Wochen ist meist auch keine Besserung zu erwarten (hatte ich trotzdem meist ausser bei Trizyklischen, das dauerte Mooonate bis das bisschen was sie konnten passierte).

Was du beschreibst kenne ich aber ein bisschen von Nortryptilin, mein Gehirn hat einfach nicht mehr funktoniert, ich hatte die längste Leitung der Welt und einen wissenschaftlichen Masterstudienabschluss mit Bestnote hätte man mir wohl nicht zugetraut hätte man mich zu der Zeit erlebt. Das war heftig, als wäre ich komplett dumm, ich habe einfach nichts mehr gecheckt, keine Ironie, keinen Humor, kein Nichts.

Bei mir hat sich nach Umstellung auf Escitalopram alles gebessert, ich würde aber zumindest momentan an deiner Stelle keine weiteren Experiente machen. Die Gefühle werden wieder kommen wenn dein Nervensystem heilt. Das braucht leider Zeit.

Das Problem ist, und das habe ich bei Opipramol, auch wenn man absolut keine Wirkung (mehr) von einem AD hat sind sie nicht so leicht aus der "Gehirnchemie" zu verbannen. Das heisst auch bei Null Wirkung können die meisten sie nicht einfach absetzen, das wäre so schön... deswegen nehme ich Opipramol seit Jahren obwohl ich keine Wirkung mehr habe, aber das vorsichtige Absetzen war die Hölle und hat mich right back into Depression gestürzt.

Das was hier immer wieder betont wird ist allerdings das da Nervensystem wieder heilen, das heisst, sich neu verknüpfen kann. Dazu brauchtes Zeit und Ruhe.

Wie lange nimmst du jetzt schon GAR keine Medikamente mehr ein? (Bromazepan jetzt mal aussen vor gelassen).

Liebe Grüße,
Natalie
08.11: 27 Jahre alt. Chronische Schmerzpatientin durch OP.
10.11 - 06.12 Amitriptylin 25 -50-75-50-25-12.5-0 mg (Keine Besserung Schmerz, 24kg +, Tychykardie, Ruhepuls 120), Absetzen problemlos in 8 Wochen, nur leicht schlechte Laune
Freundin die Psychologie studiert sagt das ich wohl weiterhin Psychopharmaka brauche (Laune)
Cipralex Juli 2012
02.12 Schmerzen ursächlich geheilt
10.13-04.14: Slow ausschleichen Cipra von 10 auf 5mg leicht weinerlich, mehr Angst aber ok
04.14 OP, gl Körperregion, Arztfehler, diesmal Nervenschmerzen Resultat
4.14 5mg auf 0 extrem Absetzsymptome (es ging mir so schlecht hab die tabletten einfach vergessen)
04.14-03.15 Horror Gedanken, Angstzust., Sprachstörungen, extreme Depr., Erschöpfung, Insomnie
4.14-3.15: Nervenschmerz Gesicht überall (!), Leben Hölle
3.15 Gehirnaneurysma, erfolgreiche OP. 600mg Gabapentin 0 NW, Schmerzen zu 99% weg, durch Schmerzambulanz in Uniklinik HH
100mg Opipramol von Hausärztin zum Schalfen, hilft perfekt, 0 NW
ALLES PERFEKT
11.2015 will wieder ursächliche Heilung aber anderer Arzt. Arztfehler (kaum zu glauben) und daraufhin bis heute heftigste Dauerkopschmerzen. Soll Opi und Gaba auf Null von heute auf morgen, Depressionen heftig durch beides. Schmerzen nicht arbeitsfähig.
Damals kannte ich mich ja auch mit nichts aus was Schemrzen oder Meds angeht. Ist heute anders.
02-05.16-Gaba auf 2400mg: hilft wieder pefekt auf Nerven, Kopfschm unbeinfllussbar
Opi 100mg hilft nicht mehr, auf 200mg, bringt auch nicht mehr aber viel besser als 100.
04- 06.16 Zoloft 75mg: Psyche super, heftige andere Kopfschm, innere Blutungen, Haut platzt, von 75 auf 0 in 2 Wochen, problemlos.
Schmerzklinik Kiel 07. 16: Opipramol auf 300mg, Aggressivität, August auf 200 runter, problemlos.
10.16 Nortriptylin auf 60mg, Schlaf gut, Schmerzwirkung ein wenig, weiterhin Opi 200: Versuch des Cross-Taperns von Opi zu Nor , geht schon bei 6,25mg dabeben: heftigste "AbsetzGrippe" für Wochen, Kopfschemrzen, heeeftigste Depressionen für Monate.
Zunahme von über 20kg.
03.17 Opi wieder auf 200m, Depressionen in 3 Tagen weg.
12.17 Von 60mg Nor auf 60mg Duloxetin, problemlos in 2Wochen. Wirkung auf Psyche, Gewicht und Schmerzen positiv, gastrointenstinal absolut nicht vertragen, nach 3 monaten daher weg und 10mg Escitalopram, problemlos in 2 Wochen.
03.18: Escitalopram 10mg, Gaba 2400mg, Opiramol 200mg.
Zerstörter schlaf(rhythmus), Herzrasen, Tachykardie lt Herzdoc egal (52-133 schwankender Puls) Ängste (Starke Ängste /Unruhe bei erstm. Einnahme Cipralex 2012-2013 auch, eher körperlicher als seelischer Natur) fiebrigkeitsgef., frieren, erschöpfung,Hitzewallungen
10 Monte Zopicoln (absetzen problemlos kalt)
Feb 2019 Todesfall, 2 Monate Zopi, Dia, absetzen Probelmlos jedoch durch den Todesfall jetzt regelrechte heftige Angstattacken, seelisch.
Seit dem ab & zu Tavor oder Diazepam gg Angst
Ausgangsgwicht wieder 50kg.
10.19 erneut heftigste Dauerkopfschm, Tilidin in niedriger Dosis November-Jan 20, selbst von 450 auf 150mg runterdosiert ohne probleme aber hilft gg Schemrzen nicht mehr. Rauf auf Höchstdosis bis zu 600mg/Tag.
Mitte 02.20 800mg Gaba vergessen von heut auf morgen.
02.20 Mängel festgestellt: Selen, Kupfer, Zink, Magnesium, D, alle B’s, Candida Darm, Enterokokken und Ecoli Darm, Bakterien gleichgewicht (dank Probiotika 4 Monate).
Fazit April: Gaba Reduktion War super, Tilidin weiter 600mg Wirkung nicht sehr gut aber Kopfschm immernoch zu heftig, längst abhängig. Bin langsam wieder wacher.

leoniehagen
Beiträge: 4
Registriert: Dienstag, 17.03.20, 16:02

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von leoniehagen » Freitag, 10.04.20, 10:27

padma hat geschrieben:
Donnerstag, 02.04.20, 19:21
hallo Leoniehagen, :)

danke für die Signatur.
Depression (Ich war mir dieser Diagnose nicht einverstanden, da ich emotional sehr viel empfinden konnte und mich überhaupt nicht depressiv fühlte)
Die Diagnose Depression wird heutzutage sehr gerne und schnell gestellt, bei fast jedwediger Schwierigkeit. Wenn du dich nicht depressiv fühltest, hattest du m.M.n. auch keine Depression.

Du beschreibst ja sehr klar, dass dein Problem in dem Lispeln aufgrund der Spange begründet war.
Anmerkung: Die Nebenwirkungen blieben. Mein Hauptproblem ist momentan nicht mehr das anfängliche Problem sondern die Gefühlslosigkeit.
Escitalopram hast du ganz offensichtlich nicht vertragen. Gefühlslosigkeit ist eine bekannte NW von AD (man kann sogar sagen, es ist die Wirkweise von AD, die die unangenehmen Gefühle ja wegdrücken sollen).
Es tut mir sehr leid, dass du davon so schwer und langanhaltend betroffen bist.

Wir haben hier einen thread zu der Gedühlsverflachung durch AD https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=11134
Weitere Medikamente um Gefühle zu wecken
Das kann nicht wirklich funktionieren. Das Problem ist zum einen, dass dein Arzt nicht verstanden hat, dass du unter NW eines AD leidest und versucht hat, dich gegen eine Depression zu behandeln.
Zum anderen lösen AD eben genau diese Gefühlskälte aus, d.h. du hast mit all diesen Medikamenten dein Problem weiter aufrechterhalten.
Da ich momentan sehr verzweifelt bin, wollte ich mich informieren, ob es ein Medikament gibt, um die ursprüngliche Sensibilität, das freie Denken und die intensiven Gefühle wieder zu wecken…?
Aus dem oben geschriebenen ergibt sich, dass es ein solches Medikament nicht gibt.
Eine Wiedereindosierung macht auch keinen Sinn, du hattest diese Symptome ja bereits als NW. Ausserdem ist es auch schon viel zu lange her.

Durch diese vielen Medikamentenversuche ist dein ZNS jetzt sehr gereizt. Ich halte es für sehr wichtig, dass du nun keine weiteren Medikamente mehr ausprobierst, da diese dein Problem nur weiter erhalten oder verschlimmern.

Dein Gehirn/ZNS kann sich selbst heilen, aber dafür braucht es v.a. dass es in Ruhe gelassen wird und Zeit.
Ich sehe keinen anderen Weg, als jetzt erstmal mit dieser Problematik zu leben, im Wissen darum, dass deine Gefühle von selbst wieder kommen werden.

liebe Grüsse,
padma
Hallo Padma

Zuerst einmal, vielen herzlichen Dank für deine Antwort! Ich habe mit einigen Psychologen/Psychiater über meine Gedanken zu den Nebenwirkungen des Medikaments gesprochen, leider fühlte ich mich nicht ernst genommen und das Medikament wurde meiner Meinung nach immer sehr verharmlost. Nun fühle ich mich mit meinem Problem verstanden und bin deshalb sehr dankbar.

Nach dem ich das Medikament Escitalopram abgesetzt hatte, hatte ich das Gefühl, dass sich mein Kopf selbst heilen würde und wollte deshalb kein Medikament mehr ausprobieren. Wie ich im Internet gelesen habe, sollte dies etwa nach einem Monat geschehen (zumindest sollte man sich etwas besser fühlen). Die weiteren Medikamentenversuche habe ich erst 3-4 Monate später gewagt, da keine Besserung bezüglich meiner Gefühlslosigkeit in Sicht war und ich deshalb sehr verzweifelt war.

Da ich lange glaubte, dass sich mein ZNS von selbst erholen wird, ich jedoch nie ein Besserung bemerkte, habe ich nun die Bedenken, dass sich mein ZNS durch das Medikament ‘neu eingerichtet hat’ und je länger ich jetzt warte, sich das Ganze verfestigen wird, was die Umstellung in den alten gewohnten Zustand erschwert… (Eigentlich hoffte und glaubte ich immer an die Selbstheilung, nun bin ich jedoch sehr verunsichert)

Vielen Dank nochmals
Liebe Grüsse, Leonie
Psychopharmaka-Situation

Ausgangssymptome:

Seit meiner Spange im Jahr 2013 hatte ich das Gefühl, dass ich lisple. Zu dieser Zeit war ich ein Teenager und es war mir sehr unangenehm. Ich begann mich sehr auf das Reden und auf die Aussprach zu fokussieren. Ich vermied Wörter mit ‘S’ und war immer sehr nervös und unsicher beim Reden. Das führte dazu, dass ich mich zurückzog, da ich mich beim Reden generell unwohl fühlte und das Gefühl hatte, dass ich mich nicht ausdrücken konnte. Auf der anderen Seite, war ich sehr unternehmensfreudig, wollte raus mich mit anderen Menschen treffen, mein Studium beginnen… Kurz gesagt hatte ich sehr Freude am Leben, jedoch auch wenn mir das Lispeln nach einiger Zeit egal wurde, fokussierte ich mich immer noch auf die Aussprache, was mich sehr hinderte mein erwünschtes Leben zu leben. Ich ging zu einer Logopäding und da mir diese Situation emotional sehr weh tat, ging ich zusätzlich zu einer Psychologin.

(Kurze Anmerkung: Wenn ich heiser war, fokussierte sich mein Kopf nicht mehr auf die S -Aussprache und das ganze Problem war wie in Luft aufgelöst.)

Diagnose:

Soziale Phobie, Depression (Ich war mir dieser Diagnose nicht einverstanden, da ich emotional sehr viel empfinden konnte und mich überhaupt nicht depressiv fühlte)

Medikament:
Escitalopram
Dosierung pro Tag: In kleinen Schritten pro Tag 1 mg mehr, schlussendlich 10 mg pro Tag
Wirkung: hauptsächlich Nebenwirkungen
Nebenwirkungen: Gefühlslosigkeit, Unruhe, Libidoverlust, Mangel an Konzentrationsfähigkeit, Gedankengänge verliefen einlinig, meine Sensibilität ging verloren
Zeitraum: 6-7 Wochen, Ende Feb 2019 – Mitte April 2019
Absetzgrund: Keine Wirkung nur unaushaltbare Nebenwirkungen
Absetzverlauf: Kurz noch auf 13 mg, jedoch keine positive Veränderung deshalb abgesetzt, 1 mg weniger pro Tag.
Anmerkung: Die Nebenwirkungen blieben. Mein Hauptproblem ist momentan nicht mehr das anfängliche Problem sondern die Gefühlslosigkeit.

Weitere Medikamente um Gefühle zu wecken:

Leider weiss ich die genaue Dosierung und Dauer der Einnahme nicht mehr bei allen. Alle zwischen Sept. 2019 – Feb. 2020 eingenommen.
Trittico (Trazodon); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Venlafaxin; Einnahmedauer: 2 Wochen, Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Duloxetin; Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Mirtazaptin; Einnahmedauer: 4 Tage, Absetzgrund: Machte extrem schwach und müde
Brintellix (Vortioxetin); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Tianeurax (Tianeptin); Einnahmedauer 4 Tage; Absetzgrund: Machte sehr müde und schwach

leoniehagen
Beiträge: 4
Registriert: Dienstag, 17.03.20, 16:02

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von leoniehagen » Freitag, 10.04.20, 11:05

BeeBee hat geschrieben:
Montag, 06.04.20, 10:12
Hallo Leonie,

Ich kenne diese NW gar nicht, bei mir haben AD's immer bewirkt was sie sollten: ich fühlte mich wieder positiv innerhalb von Tagen. Da war einfach "ich" wieder da, habe also bis auf extrem blöde NW's immer gute Erfahrung gemacht.

Bei Einnahmedauern von 4 Tagen / 2 Wochen ist meist auch keine Besserung zu erwarten (hatte ich trotzdem meist ausser bei Trizyklischen, das dauerte Mooonate bis das bisschen was sie konnten passierte).

Was du beschreibst kenne ich aber ein bisschen von Nortryptilin, mein Gehirn hat einfach nicht mehr funktoniert, ich hatte die längste Leitung der Welt und einen wissenschaftlichen Masterstudienabschluss mit Bestnote hätte man mir wohl nicht zugetraut hätte man mich zu der Zeit erlebt. Das war heftig, als wäre ich komplett dumm, ich habe einfach nichts mehr gecheckt, keine Ironie, keinen Humor, kein Nichts.

Bei mir hat sich nach Umstellung auf Escitalopram alles gebessert, ich würde aber zumindest momentan an deiner Stelle keine weiteren Experiente machen. Die Gefühle werden wieder kommen wenn dein Nervensystem heilt. Das braucht leider Zeit.

Das Problem ist, und das habe ich bei Opipramol, auch wenn man absolut keine Wirkung (mehr) von einem AD hat sind sie nicht so leicht aus der "Gehirnchemie" zu verbannen. Das heisst auch bei Null Wirkung können die meisten sie nicht einfach absetzen, das wäre so schön... deswegen nehme ich Opipramol seit Jahren obwohl ich keine Wirkung mehr habe, aber das vorsichtige Absetzen war die Hölle und hat mich right back into Depression gestürzt.

Das was hier immer wieder betont wird ist allerdings das da Nervensystem wieder heilen, das heisst, sich neu verknüpfen kann. Dazu brauchtes Zeit und Ruhe.

Wie lange nimmst du jetzt schon GAR keine Medikamente mehr ein? (Bromazepan jetzt mal aussen vor gelassen).

Liebe Grüße,
Natalie
Liebe Natalie

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Es tut gut zu hören, dass ich nicht die Einzige mit diesen Empfindungen bin. Ebenso dass du das Gefühl ‘das Gehirn funktioniert einfach nicht mehr’ kennst und dass dieser Zustand auch ein Ende hat. Was mich jedoch etwas beunruhigt, dass es bei dir ein Medikament gebraucht hat, um diesen Zustand zu beseitigen. Wie ich bereits bei Padma geschrieben habe, habe ich etwas Angst, dass sich mein ZNS während und nach der Einnahme von Escitalopram neu eingependelt hat und dieser Prozess nicht reversibel ist – zumindest nicht von selbst.
Ich nehme seit eigentlich Dezember 2019 keine Medikament mehr. Im Februar 2020 habe ich Tianeptin ausprobiert, jedoch nur 4 Tage..

Vielen Dank nochmals
Liebe Grüsse, Leonie
Psychopharmaka-Situation

Ausgangssymptome:

Seit meiner Spange im Jahr 2013 hatte ich das Gefühl, dass ich lisple. Zu dieser Zeit war ich ein Teenager und es war mir sehr unangenehm. Ich begann mich sehr auf das Reden und auf die Aussprach zu fokussieren. Ich vermied Wörter mit ‘S’ und war immer sehr nervös und unsicher beim Reden. Das führte dazu, dass ich mich zurückzog, da ich mich beim Reden generell unwohl fühlte und das Gefühl hatte, dass ich mich nicht ausdrücken konnte. Auf der anderen Seite, war ich sehr unternehmensfreudig, wollte raus mich mit anderen Menschen treffen, mein Studium beginnen… Kurz gesagt hatte ich sehr Freude am Leben, jedoch auch wenn mir das Lispeln nach einiger Zeit egal wurde, fokussierte ich mich immer noch auf die Aussprache, was mich sehr hinderte mein erwünschtes Leben zu leben. Ich ging zu einer Logopäding und da mir diese Situation emotional sehr weh tat, ging ich zusätzlich zu einer Psychologin.

(Kurze Anmerkung: Wenn ich heiser war, fokussierte sich mein Kopf nicht mehr auf die S -Aussprache und das ganze Problem war wie in Luft aufgelöst.)

Diagnose:

Soziale Phobie, Depression (Ich war mir dieser Diagnose nicht einverstanden, da ich emotional sehr viel empfinden konnte und mich überhaupt nicht depressiv fühlte)

Medikament:
Escitalopram
Dosierung pro Tag: In kleinen Schritten pro Tag 1 mg mehr, schlussendlich 10 mg pro Tag
Wirkung: hauptsächlich Nebenwirkungen
Nebenwirkungen: Gefühlslosigkeit, Unruhe, Libidoverlust, Mangel an Konzentrationsfähigkeit, Gedankengänge verliefen einlinig, meine Sensibilität ging verloren
Zeitraum: 6-7 Wochen, Ende Feb 2019 – Mitte April 2019
Absetzgrund: Keine Wirkung nur unaushaltbare Nebenwirkungen
Absetzverlauf: Kurz noch auf 13 mg, jedoch keine positive Veränderung deshalb abgesetzt, 1 mg weniger pro Tag.
Anmerkung: Die Nebenwirkungen blieben. Mein Hauptproblem ist momentan nicht mehr das anfängliche Problem sondern die Gefühlslosigkeit.

Weitere Medikamente um Gefühle zu wecken:

Leider weiss ich die genaue Dosierung und Dauer der Einnahme nicht mehr bei allen. Alle zwischen Sept. 2019 – Feb. 2020 eingenommen.
Trittico (Trazodon); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Venlafaxin; Einnahmedauer: 2 Wochen, Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Duloxetin; Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Mirtazaptin; Einnahmedauer: 4 Tage, Absetzgrund: Machte extrem schwach und müde
Brintellix (Vortioxetin); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Tianeurax (Tianeptin); Einnahmedauer 4 Tage; Absetzgrund: Machte sehr müde und schwach

Straycat
Teamunterstützung
Beiträge: 3228
Registriert: Montag, 10.10.16, 16:51

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von Straycat » Freitag, 10.04.20, 20:06

Hallo Leonie,
leoniehagen hat geschrieben:
Freitag, 10.04.20, 10:27
Da ich lange glaubte, dass sich mein ZNS von selbst erholen wird, ich jedoch nie ein Besserung bemerkte, habe ich nun die Bedenken, dass sich mein ZNS durch das Medikament ‘neu eingerichtet hat’ und je länger ich jetzt warte, sich das Ganze verfestigen wird, was die Umstellung in den alten gewohnten Zustand erschwert… (Eigentlich hoffte und glaubte ich immer an die Selbstheilung, nun bin ich jedoch sehr verunsichert)
Ich verstehe deine Verunsicherung. Vor allem wenn man schon so lange unter Symptomen leidet, dann zweifelt man schnell mal auch an den Selbstheilungskräften.
Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass dein ZNS "für immer" durch die Medikamente verändert wurde und sich nun nie wieder erholen wird. Solche Fälle sind zumindest bisher keine bekannt. Jedes ZNS heilt, es kann aber leider eine lange Zeit dauern.

Wann genau hattest du denn all die anderen PP genommen? War das alles nach dem April 2019 nachdem du das Escitalopram abgesetzt hattest?

Ich vermute auch, dass dein ZNS einfach dadurch sehr gereizt ist. Da braucht es schon mal einige Monate (und in besonders harten Fällen sogar Jahre), bis alles wieder ins Lot kommt. Aber auch du wirst heilen - ganz sicher!

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
für detaillierte Infos: auf "Text zeigen" klicken
► Text zeigen
Link zu meinem Thread

leoniehagen
Beiträge: 4
Registriert: Dienstag, 17.03.20, 16:02

Re: leoniehagen: Langanhaltende Nebenwirkungen von Antidepressiva (Escitalopram)

Beitrag von leoniehagen » Mittwoch, 22.04.20, 10:11

Straycat hat geschrieben:
Freitag, 10.04.20, 20:06
Hallo Leonie,
leoniehagen hat geschrieben:
Freitag, 10.04.20, 10:27
Da ich lange glaubte, dass sich mein ZNS von selbst erholen wird, ich jedoch nie ein Besserung bemerkte, habe ich nun die Bedenken, dass sich mein ZNS durch das Medikament ‘neu eingerichtet hat’ und je länger ich jetzt warte, sich das Ganze verfestigen wird, was die Umstellung in den alten gewohnten Zustand erschwert… (Eigentlich hoffte und glaubte ich immer an die Selbstheilung, nun bin ich jedoch sehr verunsichert)
Ich verstehe deine Verunsicherung. Vor allem wenn man schon so lange unter Symptomen leidet, dann zweifelt man schnell mal auch an den Selbstheilungskräften.
Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass dein ZNS "für immer" durch die Medikamente verändert wurde und sich nun nie wieder erholen wird. Solche Fälle sind zumindest bisher keine bekannt. Jedes ZNS heilt, es kann aber leider eine lange Zeit dauern.

Wann genau hattest du denn all die anderen PP genommen? War das alles nach dem April 2019 nachdem du das Escitalopram abgesetzt hattest?

Ich vermute auch, dass dein ZNS einfach dadurch sehr gereizt ist. Da braucht es schon mal einige Monate (und in besonders harten Fällen sogar Jahre), bis alles wieder ins Lot kommt. Aber auch du wirst heilen - ganz sicher!

Liebe Grüße,
Cat
Hallo Cat

Vielen Dank für deine Nachricht.

Die andere Medikamente habe ich Ende August 2019 genommen - also 3 Monate nach dem Absetzen des Escitaloprams…

Liebe Grüsse
Salome
Psychopharmaka-Situation

Ausgangssymptome:

Seit meiner Spange im Jahr 2013 hatte ich das Gefühl, dass ich lisple. Zu dieser Zeit war ich ein Teenager und es war mir sehr unangenehm. Ich begann mich sehr auf das Reden und auf die Aussprach zu fokussieren. Ich vermied Wörter mit ‘S’ und war immer sehr nervös und unsicher beim Reden. Das führte dazu, dass ich mich zurückzog, da ich mich beim Reden generell unwohl fühlte und das Gefühl hatte, dass ich mich nicht ausdrücken konnte. Auf der anderen Seite, war ich sehr unternehmensfreudig, wollte raus mich mit anderen Menschen treffen, mein Studium beginnen… Kurz gesagt hatte ich sehr Freude am Leben, jedoch auch wenn mir das Lispeln nach einiger Zeit egal wurde, fokussierte ich mich immer noch auf die Aussprache, was mich sehr hinderte mein erwünschtes Leben zu leben. Ich ging zu einer Logopäding und da mir diese Situation emotional sehr weh tat, ging ich zusätzlich zu einer Psychologin.

(Kurze Anmerkung: Wenn ich heiser war, fokussierte sich mein Kopf nicht mehr auf die S -Aussprache und das ganze Problem war wie in Luft aufgelöst.)

Diagnose:

Soziale Phobie, Depression (Ich war mir dieser Diagnose nicht einverstanden, da ich emotional sehr viel empfinden konnte und mich überhaupt nicht depressiv fühlte)

Medikament:
Escitalopram
Dosierung pro Tag: In kleinen Schritten pro Tag 1 mg mehr, schlussendlich 10 mg pro Tag
Wirkung: hauptsächlich Nebenwirkungen
Nebenwirkungen: Gefühlslosigkeit, Unruhe, Libidoverlust, Mangel an Konzentrationsfähigkeit, Gedankengänge verliefen einlinig, meine Sensibilität ging verloren
Zeitraum: 6-7 Wochen, Ende Feb 2019 – Mitte April 2019
Absetzgrund: Keine Wirkung nur unaushaltbare Nebenwirkungen
Absetzverlauf: Kurz noch auf 13 mg, jedoch keine positive Veränderung deshalb abgesetzt, 1 mg weniger pro Tag.
Anmerkung: Die Nebenwirkungen blieben. Mein Hauptproblem ist momentan nicht mehr das anfängliche Problem sondern die Gefühlslosigkeit.

Weitere Medikamente um Gefühle zu wecken:

Leider weiss ich die genaue Dosierung und Dauer der Einnahme nicht mehr bei allen. Alle zwischen Sept. 2019 – Feb. 2020 eingenommen.
Trittico (Trazodon); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Venlafaxin; Einnahmedauer: 2 Wochen, Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Duloxetin; Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Mirtazaptin; Einnahmedauer: 4 Tage, Absetzgrund: Machte extrem schwach und müde
Brintellix (Vortioxetin); Absetzgrund: Keine positiven Veränderung der Gefühlslage
Tianeurax (Tianeptin); Einnahmedauer 4 Tage; Absetzgrund: Machte sehr müde und schwach

Antworten