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Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Julia084
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Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Samstag, 02.05.20, 11:19

Hallo zusammen,

Ich heiße Julia und bin 35 Jahre alt. 2016 habe ich 6 Monate Mirtazapin eingenommen 30 mg, dann runter auf 15 und dann auf 0. Ich hatte dabei einige Tage keinen Appetit aber ansonsten keine weiteren Probleme.

Nun habe ich aufgrund von Schlafproblemen und meiner Depression 9 Monate 15 mg Mirtazapin genommen. Ich fühle mich stabil und wollte das Medikament nicht mehr einnehmen. Daher habe ich es vor 2 Wochen ahnungslos kalt abgesetzt. Das Einzige was mir zu schaffen macht ist die von morgens bis mittags andauernde Übelkeit. Im Laufe des Tages enstpannt sie sich, aber nur leicht, Abends geht es mir nicht mehr schlecht. Hinzukommt die durchgehende Appetitlosigkeit bei meiner ohnehin sehr schlanken Statur. Wenn ich wüsste, dass sich dieser Zustand in einigen Wochen bessert würde ich mich durchkämpfen, aber monatelang kann ich das nicht aushalten.

Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben. Ich habe auch schon etwas gelesen, aber ich bin nicht sicher ob ich wieder eindosieren sollte oder nicht und falls ja, wie hoch. Und auf welche Art und Weise. Ich habe keine Feinwaage da, würde es also mit der Wasserlösemethode machen, aber auch da bin ich nicht sicher in wieviel Flüssigkeit ich die Tablette auflösen sollte. Ich habe 30 mg Tabletten vom Hersteller AbZ, die eine Durchbruchkerbe haben.

Für eure Hilfe wäre ich sehr dankbar.
Liebe Grüße.
Julia
Zuletzt geändert von Murmeline am Samstag, 02.05.20, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
September-Februar 2016: Mirtazapin 30 mg, dann ausschleichend auf 15 mg und dann auf 0
September 2019 - April 2020: Mirtazapin 15 mg
18. April 2020: Mirtazapin kalt abgesetzt - Übelkeit, Appetitlosigkeit, etwas Nervosität
02.05.2020: Mirtazapin 2 mg eindosiert Übelkeit zurückgegangen, dafür stärkere innere Unruhe und Angstgefühl
17.05.2020: Seit 2 Tagen fühle ich mich wieder stabil, kaum mehr Absetztsymptome. Morgens Druck auf dem Magen und insgesamt etwas sensibel, aber sonst geht es mir gut
22.05.2020: Zur Zeit geht es mir nicht gut. Depressiv, abgeschlagen, kraftlos und erschöpft. Leich erhöhter Bilrubin Wert, Vitamin D Mangel
28.05. Übelkeit fast abgeklungen, Brustenge und Druck auf dem magen noch vorhanden
29.05. Übelkeit weg, Druck auf dem Magen weg, liege nicht mehr flach, es geht mir wieder besser
08.06. mit Vitamin d k2 1000i.E gestartet, mal sehen ob es triggert oder nicht. Falls nicht, ist der Plan in einer Woche weiter zu reduzieren
12.06. 2 mg -> 1,75 mg
07.07. 1,5 mg

Jamie
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Jamie » Samstag, 02.05.20, 13:22

Hallo liebe Julia084,

willkommen im Forum :)
Wenn ich wüsste, dass sich dieser Zustand in einigen Wochen bessert würde ich mich durchkämpfen, aber monatelang kann ich das nicht aushalten.
Dies ist nicht empfehlenswert und ich würde davon abraten.
Unsere jahrelange Erfahrung aus Betroffenenberichten ist, dass es manchmal gut geht, aber sehr oft nicht und die Folgen, wenn es nicht gut geht, können dann sehr schwer wiegend sein.
Leider wissen wir nicht, wie das bei dir sein wird.

Wenn der Entzug erst einmal chronisch wird, weil man nicht mehr eindosierte, um die Symptome abzufangen und das ZNS zu beruhigen, nennt man das prolongiertes Entzugssyndrom.
Die Symptome halten dann nicht nur Wochen, sondern schlimmstenfalls Monate oder sogar Jahre an und davor wollen wir die Betroffenen nach Möglichkeit bewahren.

Wenn du dich gegen eine Wiedereinnahme entscheidest, dann respektieren wir das natürlich auch, aber uns ist sehr wichtig, dass du vorab informiert bist, auf was du dich da möglicherweise einlässt und dass das Risiko besteht, sehr lange schwer betroffen zu sein.

Das Sicherste wäre es, sofort wieder Mirtazapin niedrig dosiert einzunehmen, mein Vorschlag wären nach 14 Tagen auf Null 2mg.
Du könntest damit das Gröbste abfangen.
Die 2mg kannst du mit der Wasserlösemethode hinkriegen, dazu benötigst du nur eine 10ml, 5ml und 2ml Spritze (keine Nadel) aus der Apotheke.
Die Methode ist im Einführungstext verlinkt (folgt).

Viele Grüße
Jamie


Begrüßungstext

Hallo Julia :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
...........SIGNATUR...............


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Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Samstag, 02.05.20, 14:50

Hallo Jamie,

lieben dank für deine schnelle Rückmeldung. Zu bestimmten Uhrzeiten des Tages, nämlich von ca. 6.00 -12.00 Uhr mittags geht es mir richtig schlecht, da bin ich am Verzweifeln. Jetzt gerade geht es wieder ganz gut, außer dass ich bislang nichts gegessen und sehr wenig getrunken habe. Dazu muss ich sagen, dass die Absetzerscheinungen ca. 5 Tage nach dem Absetzen zum Vorschein kamen und es bis jetzt ab Mittags immer erträglicher geworden ist. Nun sagst du, dass man damit ein Risiko eingeht und ich möchte dies ehrlich gesagt nicht in Kauf nehmen. Aber wenn es einem dann plötzlich gut geht, dann hat man wieder Hoffnung und denkt, vlt. geht es auch ohne? Ich bin so hin und hergerissen, weil ich Angst habe dass ich beim Ausschleichen wieder solche Übelkeit habe und eventuell auch noch weitere Symptome, die ich bislang gut wegstecke (Angst, Nervosität, Panik). Ich habe Angst, dass ich von dem Mirtazapin nicht wegkomme. Man hat so viele furchtbare Gedanken.

Ich fahre jetzt erstmal zur Apotheke um mir die Spritzen zu holen. Dann habe ich diese zumindest schon mal hier.

Liebe Grüße,
Julia
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Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Samstag, 02.05.20, 17:24

Hallo nochmal,

ich war jetzt in der Apotheke und habe mir die Spritzen besorgt. Ich werde heute Abend wieder eindosieren, da ich kein Risiko eines prolongierten Entzugssyndroms eingehen möchte.
Ich habe mir die Wasserlösemethode auch durchgelesen und getestet, ob die Tabletten sich gut auflösen. Da die ganze Tablette 30 mg hat, würde ich sie in 120 ml auflösen und dann 8ml davon nehmen, welches 2mg entspricht. Wie lange sollte ich die 2 mg einnehmen?

Gibt es weitere Dinge, auf die ich achten muss?

Vielen Dank und liebe Grüße,
Julia
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Ululu
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Ululu » Samstag, 02.05.20, 18:25

Hallo Julia,

das Mirtazapin löst sich gut auf, keine Sorge.

Ich setze es auch mit der Wasserlösemethode ab.

Wie lange du das dann nimmst, richtet sich danach, wie gut du es verträgst und ob du dich damit stabilisieren kannst.
Du kannst gerne weiter berichten und auch von mir noch herzlich willkommen.

LG Ute
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Towanda
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Towanda » Samstag, 02.05.20, 19:29

Julia084 hat geschrieben:
Samstag, 02.05.20, 17:24
Ich habe mir die Wasserlösemethode auch durchgelesen und getestet, ob die Tabletten sich gut auflösen. Da die ganze Tablette 30 mg hat, würde ich sie in 120 ml auflösen und dann 8ml davon nehmen, welches 2mg entspricht. Wie lange sollte ich die 2 mg einnehmen?

Gibt es weitere Dinge, auf die ich achten muss?
Hallo Julia,

du solltest darauf achten, die benötigte Menge wirklich aus dem Strudel zu entnehmen. Es gibt bei den Infos im Begrüßungstext ein Video zur Wasserlösmethode, da sieht man das sehr gut.


Viele Grüße, Towanda
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Sonntag, 03.05.20, 7:43

Hallo zusammen,

@ Towanda: Ich habe gestern laut Aleitung mit der Wasserlösemethode (aus dem Strudel) 2mg eindosiert.

Die Übelkeit ist gestern innerhalb von kurzer Zeit zurückgegangen, auch heute morgen habe ich keine starke Übelkeit. Allerdings verspüre ich auf der Brust und im Bauch ein eigenartiges Unruhegefühl sowie Angst. Appetit habe ich auch überhaupt keinen. Dauert das jetzt ein paar Tage bis sich das normalisiert oder muss ich weiter hochdosieren? So richtig stabil fühle ich mich nicht. Dieses Angstgefühl ist sehr stark.

Lg, Julia
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Jamie
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Jamie » Sonntag, 03.05.20, 7:50

Guten Morgen Julia :),

dass die Übelkeit schon einmal weg ist, ist ein gutes Zeichen.
Das heißt, dass die Wiedereinnahme richtig war / ist.
Eine Wiedereindosierung braucht in der Regel einige Tage, manchmal mal auch ein paar Wochen, bis sie richtig greift.
Du brauchst auf jeden Fall Geduld, das ZNS muss sich erst einmal beruhigen.

Jetzt ist daher auch nicht die Zeit über eine weitere Aufdosierung nachzudenken.
Das kann man zu einem späteren Zeitpunkt immer noch tun.
Momentan bist du noch in der Phase zu beobachten und zu eruieren, ob die 2mg überhaupt passen oder ob man ggf. auch nur 1,5mg nimmt, falls das mit dem Unruhegefühl / Angstgefühl nicht besser wird.

Du solltest auch einmal beobachten, ob das im Laufe des Tages besser wird; dann hängen die Symptome nämlich mehr mit der morgendlichen hohen Cortisolausschüttung als einer unpassenden Eindosiermenge des Mirtazapins oder Nebenwirkungen zusammen.

Versuche, eine Balance zwischen ausruhen (das ZNS ist gereizt und braucht Ruhe) und moderater Ablenkung zu finden.

Viele Grüße
Jamie
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Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Sonntag, 03.05.20, 18:01

Hallo zusammen,

Ich wollte erstmal den Tag abwarten bis ich berichte wie es mir heute ergangen ist. Teilweise war es heute wirklich ganz schlimm. Zwar ist die Übelkeit zum Größten teil weg, allerdings geht es mir mit anderen Symptomen auch schlecht. Die Angst und Unruhe kann ich so beschreiben, dass ich mich teilweise erdrückt fühle, als wäre etwas Schweres auf meiner Brust. Ich habe immer wiederkehrende Gedanken, ob sich dieser Zustand jemals wieder normalisieren wird. Ich bin gar nicht mehr ich, ich kann nicht lachen und mag nicht mit Menschen sprechen. Weinen kann ich gerade auch nicht, aber dann kommen doch heftige Weinanfälle. Dann weiß ich gar nicht was ich tun soll, ich stehe dann auf und laufe in der Wohnung umher. Ich bin sehr müde, habe kaum Kraft und zum Essen und Trinken muss ich mich richtig zwingen. Es ist extrem mühsam. Es gab Momente, da habe ich mir den Tod gewünscht. Ich mache mir ständig Vorwürfe, warum ich das Mirtazapin so abrupt abgesetzt habe. Teilweise ging es mir heute so elend, dass ich dachte ich muss ins Krankenhaus.
Wird dieser Zustand irgendwann aufhören? Und was soll ich meinem Arzt jetzt sagen? Ich habe Ihn nicht informiert, darüber dass ich die Tablette abgesetzt habe. Mitte Mai habe ich den nächsten Arzttermin, da wollte ich ihm das sagen, aber jetzt weiß ich gar nichts mehr.
Ich fühle mich total überfordert. Wie lange wird dieser extreme Zustand anhalten? Ich weiß auch nicht, was ich mit mir anfangen soll.
Jetzt gerade bin ich in einem Zustand, was ich gerade noch aushalten kann, aber langfristig weiß ich nicht, wie das funktionieren soll.
Was soll ich nur machen? :cry:

Liebe Grüße,
Julia
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Ululu
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Ululu » Sonntag, 03.05.20, 19:54

Hallo Julia, :)

ja, dieser extreme Zustand word wieder aufhören.
Dein Gehirn wird sich anpassen.
Das kann nur leider etwas dauern.

Was dein Arzt dazu sagt, sollte sich nicht in allzu große Panik versetzen.
Es ist dein Körper, du triffst die Entscheidungen und du musst ja leider auch gerade die Symptome aushalten.

Versuche dich nicht in solche Abwärtsspiralen zu denken. Es ist müßig dir jetzt Vorwürfe wegen des zu schnellen Absetzens zu machen.
Du wusstest es nicht besser und kannst es jetzt sowieso nicht mehr ändern.
:hug:
Es wäre gut, wenn du dich etwas ablenken und zur Ruhe kommen könntest.
Das gilt deinem Gehirn momentan am besten.

Ich wünsche dir, dass das klappt.
:hug:

LG Ute
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Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Sonntag, 03.05.20, 21:45

Liebe Ute,

vielen Dank. Ich werde versuchen durchzuhalten, bin aber ehrlich gesagt gerade nicht sicher, ob ich das schaffe. Die Übelkeit war schlimm, aber die Angst und das erdrückende Gefühl auf der Brust (als würde mein Herz brennen) sind so schwer auszuhalten. Hinzukommt, dass ich zwar emotional werde und weine, aber ich kann nicht mehr lächeln. Ich habe mich noch nie zuvor emotional abgestumpft gefühlt. Ich hoffe, dass auch das vergeht. Jeder negative Gedanke stresst mich und spannt mich innerlich enorm an. Ich kann nicht mal mit meinem Freund telefonieren, weil ich einfach nur weinen möchte.

LG,Julia
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Straycat
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Straycat » Sonntag, 03.05.20, 21:59

Liebe Julia,

auch von mir noch herzlich willkommen im Forum :)

Solche Zustände können sehr schlimm sein. Aber wie Ute :) schon geschrieben hat: Sie gehen wieder vorbei.

Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass diese Angst und das erdrückende Gefühl jetzt nicht unbedingt von der Wiedereindosierung kommt, sondern noch Symptome des Kaltentzug sind, die jetzt zeitverzögert einsetzen.
Daher würde ich an deiner Stelle die wiedereindosierte Menge mal beibehalten und dem ganzen noch die Zeit geben, dass es auch voll greift.

Schau mal, hier findest du die FAQ zum Wiedereindosieren.
4 Tage dauert es, bis der Körper die Wiedereindosierung überhaupt zur Gänze registriert. Also diese Zeit würde ich auf jeden Fall noch abwarten.

Ich drücke ganz fest die Daumen, dass es bald besser wird!

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Sonntag, 03.05.20, 22:52

Hallo Cat,

lieben Dank. jede Stunde ist mühsam. Gestern hatte ich nach der Eindosierung sofort Linderung verspürt, heute ist das nicht der Fall. Ich hatte nur die Übelkeit, die mir so zu schaffen gemacht hatte, aber keine weiteren Symptome, wie ich sie jetzt verspüre (Angst, Emotionales abwärts, Druck auf der Brust, Panik, Unruhe)
Ich habe mir die FAQ zum Wiederiendosieren durchgelesen. Kann es denn auch passieren, dass man nach 2 Wochen Kaltentzug das Wiedereindosieren nicht verträgt? So wie es mir jetzt gerade geht, würde ich am liebsten wieder die volle Dosis nehmen, um zur Ruhe zu kommen und dann ein paar Monate abwarten, bevor ich in den empfohlenen Schritten ausschleiche, d.h. ich würde dann den Absetzprozess beenden, aber so einfach geht das nicht, oder?
Die Tage werde die Tage durchhalten müssen, aber mir macht es zu schaffen, dass es seit der Wiedereindosierung insgesamt schlimmer geworden ist, außer der Übelkeit.
Nochmals vielen Dank für eure Hilfe und die guten Worte. Ich fühle mich momentan total hilflos und es tut gut zu hören, dass alles irgendwann aufhört.

Gute Nacht und LG,
Julia
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02.05.2020: Mirtazapin 2 mg eindosiert Übelkeit zurückgegangen, dafür stärkere innere Unruhe und Angstgefühl
17.05.2020: Seit 2 Tagen fühle ich mich wieder stabil, kaum mehr Absetztsymptome. Morgens Druck auf dem Magen und insgesamt etwas sensibel, aber sonst geht es mir gut
22.05.2020: Zur Zeit geht es mir nicht gut. Depressiv, abgeschlagen, kraftlos und erschöpft. Leich erhöhter Bilrubin Wert, Vitamin D Mangel
28.05. Übelkeit fast abgeklungen, Brustenge und Druck auf dem magen noch vorhanden
29.05. Übelkeit weg, Druck auf dem Magen weg, liege nicht mehr flach, es geht mir wieder besser
08.06. mit Vitamin d k2 1000i.E gestartet, mal sehen ob es triggert oder nicht. Falls nicht, ist der Plan in einer Woche weiter zu reduzieren
12.06. 2 mg -> 1,75 mg
07.07. 1,5 mg

Straycat
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Straycat » Sonntag, 03.05.20, 22:59

Hallo Julia,
Julia084 hat geschrieben:
Sonntag, 03.05.20, 22:52
Kann es denn auch passieren, dass man nach 2 Wochen Kaltentzug das Wiedereindosieren nicht verträgt? So wie es mir jetzt gerade geht, würde ich am liebsten wieder die volle Dosis nehmen, um zur Ruhe zu kommen und dann ein paar Monate abwarten, bevor ich in den empfohlenen Schritten ausschleiche, d.h. ich würde dann den Absetzprozess beenden, aber so einfach geht das nicht, oder?
Ja, es kann passieren, dass man den Wirkstoff gar nicht mehr verträgt.
Allerdings würde man dann keinesfalls wieder auf die volle Dosis gehen, weil man den Wirkstoff dann ja gar nicht mehr verträgt und mehr davon auch noch mehr schaden würde. Direkt wieder auf die volle Dosis zu gehen ist in jedem Fall sehr ungünstig.
Nach dem Kaltentzug ist nun ja schon Zeit vergangen und dein Gehirn hat bereits damit begonnen, sich an die neue Dosis anzupassen. Wenn du nun wieder die volle Dosis nehmen würdest, würde das dein ZNS auch massiv reizen.

Um einer Unverträglichkeit möglichst entgegenzuwirken dosiert man im besten Fall eben nur eine sehr kleine Dosis ein.
Dann sollte man mal abwarten, wie es sich entwickelt - bei dir ist die Wiedereindosierung ja gerade mal 2 Tage her. Da würde ich auf jeden Fall noch etwas Zeit geben. So schnell reagiert der Körper oft nicht zur Gänze auf die Wiedereindosierung.
Dann kannst du mal sehen, ob die 2mg eventuell schon ausreichen oder du nach einiger Zeit vielleicht auf noch etwas mehr aufdosierst. Aber da würde ich wie gesagt auf jeden Fall noch etwas auf den 2mg bleiben und abwarten, wie es sich damit entwickelt.

Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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Towanda
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Towanda » Sonntag, 03.05.20, 23:06

Hallo Julia,

wie Du schon vermutest, so einfach ist es nicht. Nach 2 Wochen wieder auf die volle Dosis zu gehen ist ein großes Risiko.
Dein Nervensystem ist durch den Kaltentzug sehr gereizt, deshalb braucht es jetzt ein wenig Geduld und auch Leidensfähigkeit, damit sich alles wieder beruhigen kann.

Um zu beurteilen, ob die Eindosierung klappt, braucht es mindestens eine Woche, wie ja auch Jamie und Cat geschrieben haben. Schnellschüsse sind da absolut kontraproduktiv.

Es ist nicht selten so, dass es nach der Wiedereindosierung erstmal schlimmer wird, deshalb heißt es durchhalten.

Grüße, Towanda

Edit: Überschnitten mit Cat :)
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

Orbel
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Orbel » Montag, 04.05.20, 11:46

Hallo Julia

Bitte habe Geduld. Ich weiss wie du dich fühlst.
Du kannst nicht mit Mirtazapin und kannst nicht ohne
und denkst aus diesem Dilemma kann dich nur der Tod erlösen.

So ging es mir nachdem ich kalt abgesetzt und wieder eindosiert hatte.
Es hilft nur Geduld und Akzeptanz. Bei mir hat es 3 Monate gedauert bis ich mich stabilisieren konnte.
Heute bin wieder alltagstauglich. Meine Absetzsymptome sind weniger und erträglicher geworden.

Ohne die Hilfe der hilfsbereiten Menschen hier im Forum hätte ich es niemals geschafft.
Bitte halte durch und lese hier so viel wie möglich mit.
Zu lesen wie andere es geschafft haben hilft erstaunlich viel.

Tue nichts unüberlegtes aus reiner Verzweiflung heraus.
Auch du schaffst es.
Ich wünsche dir nötige Kraft und Akzeptanz.

Liebe Grüße
Orbel
Nov. 2016 Opipramol wegen Trauerbewältigung
Mitte Dezember kalt abgesetzt
Symptome: Magendruck, Übelkeit, Angst-und Panikattacken
31. Jan. 2017 Mirtazapin 15 mg in der Klinik
ca Juni 17 7,5 mg
September 17 3,75 mg
Nov 17 1,8 mg
Jan 18 auf 0
danach keine Entzugssymptome es ging mir gut
April 18 starke Symptome
Herzrasen, Schweißausbrüche, Angst-und Panikattacken, Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
Schwindel, Übelkeit, Magenprobleme, Gewichtsabnahme
August 18 Mirtazapin in der Klinik 7,5 mg
Okt 18 5,7 mg Mirtazapin
Febr 19 3,75 mg Mirtazapin
April 19 1,8 mg Mirtazapin
am 2. und 3. Juli wegen Schlaflosigkeit in einer
Stresssituation auf 3,75 mg erhöht und in mehreren
Schritten wieder zurück auf 1,8 mg
am 28.7. 19 auf Grund von Nebenwirkungen komplett
abgesetzt.
Symptome: Herzrasen, innere Unruhe, Magendruck, Appetitlosigkeit, Angst-und Panikattacken, Übelkeit,
9.8.19. 0,3 mg Mirtazapin, Benommenheit, trockener
Mund, Lippen spannen
11.8.19. 0,15 mg Mirtazapin erneuter Versuch
8 Std. geschlafen, Absetzsymptome
schwächer, starke Benommenheit,
Kopfschmerzen ,heftige Kreislaufprobleme

ab 12.8.19 0 mg kein Eindosierungsversuch mehr

21.8. 19. 3,75 mg Mirtazapin in der Klinik
starke Benommenheit, Müdigkeit, schmerzende Lippen
28.8.19. 3,25 mg Mirtazapin
4.9.19. 3 mg Mirtazapin
11.9.19 2,75 mg Mirtazapin
18.9.19 2,5 mg
schnell runter dosiert, da Eindosierung zu hoch
2.10.19 2,4 mg Mirtazapin
9.10.19 2,3 mg
22.10. 2,2 mg
19.11. 2,0 mg
30.12. 1,85 mg
27.01.20 1,7 mg
24.02.20. 1,55 mg
23.03.20. 1,50 mg
20.4.20. 1,375 mg
18.5.20. 1,25 mg
16.6.29. 1,2 mg

aktuelle Absetzsymptome: nächtliches Schwitzen, Verspannungen, Nacken- Schulter- Rückenschmerzen (BWS), trockene Schleimhäute, trockene Haut, geringe Belastbarkeit, HIT, innere Unruhe, Ängste, Herzrasen, Juckreiz, Stimmungsschwankungen,

zusätzlich
Magnesiumglycinat, 3 x 1 Calmvalera Tabl., Byfidin

top28
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von top28 » Montag, 04.05.20, 18:01

Hallo Julia,
versuche Geduld mit Dir und der Zeit zu haben! Von 2mg ist es ja nicht mehr ganz so weit. Stabilisieren und dann ganz langsam, den Empfehlungen folgend runter.
Das Forum hat mir sehr geholfen und wird Dich sicher mit der nötigen Vorsicht begleiten.

Alles Gute Top
Seit 2010 7,5mg Mirtazapin drei mal die Woche.
Erster Versuch 2015 gescheitert, Kaltentzug.
02.02.2019 auf 3,75mg ohne Probleme.


Seit 01.10.2019 3,75 mg Mirtazapin täglich
01.12.2019 3 mg
01.01.2020 2 mg
17.01.2020 1,75 mg
27.01.2020 1,5 mg
02.02.2020 1,25 mg
09.02.2020 1,00 mg
Tapering Stripes
19.02.2020 0,9 mg
01.03.2020 0,8 mg
08.03.2020. 0.7. mg
14.03.2020. 0,5 mg
14.04.2020 0,4 mg
27.04.2020 0,3 mg
10.05.2020 0,2 mg
20.05.2020 0.1 mg
25.05.2020 0,00 mg
Unklare Symptome, mal sehen ob es mit dem Absetzen zu tun hat. Deshalb:
03.06.2020 0.005 mg
09.06.2020 NULL
Jede Reduzierung brachte starke Absetzsymptome (Brustengen, Schlafstörung, Nackenschmerzen, Magenprobleme, Unruhe)
Am stärksten nach 5 Tagen.

Unterstützend: Tilray 10/10 drei Tropfen, sehr hilfreich besonders bei Symptomverstärkung, z.B. Übelkeit und Schlaflosigkeit.

Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Montag, 04.05.20, 19:52

Hallo zusammen,

ich bin sehr dankbar für die Unterstützung hier im Forum.
Ich berichte wie es mir heute, am 2. Tag mit 2mg geht: Nach der Einnahme gestern ging es mir erstmal nicht besser. Bei der ersten Einnahme hatte ich etwas Beruhigung verspürt und hauptsächlich war die Übelkeit weg. Heute Morgen hatte ich leichte Übelkeit, aber diese ist innerhalb von 1-2 Stunden abgeklungen. Ansonsten habe ich immer noch das erdrückende Gefühl in der Brust. Es fühlt sich wie eine tiefe Trauer an und ich kann gar nicht lächeln. Vor der Einnahme war ich auf keinen Fall so depressiv, wie ich mich jetzt fühle. Hinzukommt, dass ich einen Kloß im Hals habe und immer noch keinen Appetit. Ich bin 1,71 und wog bis vor 2 Wochen 60 Kilo. Durch das Mirtazapin hatte ich zugenommen (war immer sehr dünn) und nun geht es jeden Tag immer weiter runter, bin jetzt bei 55 Kilo. Ich weiß gar nicht, was am Ende dieser Zeit noch von mir übrig bleiben wird. Bis nachmittags um 14.00 Uhr habe ich gelegen, danach konnte ich mich durch die Hilfe meine Mutter aufraffen und habe einen 15 minütigen Spaziergang gemacht. Ich fühlte mich wie ein Geist, aber es hat gut getan, weil es ruhig war und wenig Menschen unterwegs. Dennoch liege ich nun seit 10 Tagen flach und war nach 15 Minuten auch erschöpft. Danach habe ich mich wieder hingelegt. Geräusche, Telefonate und Gespräche kommen mir gerade sehr anstrengend vor. Teilweise hatte ich wieder das Bedürfnis zu weinen, aber es ging nicht. Dann gibt es Momente, da ist es so schlimm, dass ich weinen kann.
Ich habe ein paar Fragen:
Kann man etwas machen, um den Appetit herzustellen? Kommt der auch irgendwann wieder zurück? Wann kann ich damit rechnen?
Sollte ich zur Unterstützung jetzt schon Nahrungsergänzungsmittel einnehmen oder kann das in der jetzigen Phase schaden? Z.B. Orthomol. Ich esse ja kaum und befürchte, dass ich nicht genug Vitamine und Mineralstoffe aufnehme. Auf Dauer wird mich das sehr schwächen.
Ich habe gelesen, dass man viel trinken soll, ca. 3 Liter am Tag. Ich bin eine schlechte Trinkern und versuche mich zu motivieren, damit ich das schaffen kann.
@Orbel: Ganz lieben Dank. Es ist in der Tat so, dass ich Momente erlebe, indem ich mir nur noch den Tod wünsche. Es ist sehr hart diese Gefühle und Missempfindungen auszuhalten, aber es ist gut zu wissen, dass alles irgendwann vorbei geht.
@Top: Vielen lieben Dank. Ich hoffe auch sehr, dass ich mich bald wieder stabilisieren kann und dann langsam runter und weg von diesen Tabletten. Ich hätte niemals erahnt, dass ich sowas erleben werde. Aber es tut wirklich gut zu hören, dass es besser wird.
September-Februar 2016: Mirtazapin 30 mg, dann ausschleichend auf 15 mg und dann auf 0
September 2019 - April 2020: Mirtazapin 15 mg
18. April 2020: Mirtazapin kalt abgesetzt - Übelkeit, Appetitlosigkeit, etwas Nervosität
02.05.2020: Mirtazapin 2 mg eindosiert Übelkeit zurückgegangen, dafür stärkere innere Unruhe und Angstgefühl
17.05.2020: Seit 2 Tagen fühle ich mich wieder stabil, kaum mehr Absetztsymptome. Morgens Druck auf dem Magen und insgesamt etwas sensibel, aber sonst geht es mir gut
22.05.2020: Zur Zeit geht es mir nicht gut. Depressiv, abgeschlagen, kraftlos und erschöpft. Leich erhöhter Bilrubin Wert, Vitamin D Mangel
28.05. Übelkeit fast abgeklungen, Brustenge und Druck auf dem magen noch vorhanden
29.05. Übelkeit weg, Druck auf dem Magen weg, liege nicht mehr flach, es geht mir wieder besser
08.06. mit Vitamin d k2 1000i.E gestartet, mal sehen ob es triggert oder nicht. Falls nicht, ist der Plan in einer Woche weiter zu reduzieren
12.06. 2 mg -> 1,75 mg
07.07. 1,5 mg

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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Straycat » Montag, 04.05.20, 22:13

Hallo Julia,

schau mal, wir haben hier einen Thread zum Thema Appetitlosigkeit und unfreiwillige Gewichtsabnahme: viewtopic.php?f=57&t=17045
Vielleicht findest du dort hilfreiche Tipps. Dort tauschen sich Mitglieder aus, die unter ähnlichen Problemen wie du leiden.

Bei NEM ist das immer so eine Sache im Entzug. Manchen helfen sie und manche vertragen selbst NEM im Entzug viel schlechter.
Was immer gilt: Wenn du etwas einnehmen willst, teste es ganz langsam an. Also zunächst eine minimale Dosis und dann langsam steigern, wenn du es gut verträgst.
Ich persönlich würde vielleicht mal ein Blutbild machen lassen - da sieht man zumindest eklatante Mängel sofort und kann dann gezielt gegensteuern.

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
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Julia084
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Re: Julia084: Absetzsymptome Kaltentzug Mirtazapin

Beitrag von Julia084 » Dienstag, 05.05.20, 21:31

Hallo zusammen,

@Cat: Ja, ein Blutbild ist wohl das klügste bevor man irgendwelche Dinger schluckt.
Ich möchte kurz berichten wie es mir heute ergangen ist: Also im Vergleich zu den letzten Tagen geht es mir besser. Das erdrückende Gefühl auf der Brust ist nicht mehr soooo extrem. Morgendliche Übelkeit nach wie vor, ebenso Appetitlosigkeit, aber ich zwinge mich ein wenig zu essen. Ich fühle mich immer noch relativ schnell überfordert. Das starke Trauergefühl hat auch etwas nachgelassen. Herzklopfen verspüre ich auch noch recht stark. Was ich bislang nicht hatte und heute das erste Mal gefühlt habe, war ein Druck auf dem Magen.
Liebe Grüße,
Julia
September-Februar 2016: Mirtazapin 30 mg, dann ausschleichend auf 15 mg und dann auf 0
September 2019 - April 2020: Mirtazapin 15 mg
18. April 2020: Mirtazapin kalt abgesetzt - Übelkeit, Appetitlosigkeit, etwas Nervosität
02.05.2020: Mirtazapin 2 mg eindosiert Übelkeit zurückgegangen, dafür stärkere innere Unruhe und Angstgefühl
17.05.2020: Seit 2 Tagen fühle ich mich wieder stabil, kaum mehr Absetztsymptome. Morgens Druck auf dem Magen und insgesamt etwas sensibel, aber sonst geht es mir gut
22.05.2020: Zur Zeit geht es mir nicht gut. Depressiv, abgeschlagen, kraftlos und erschöpft. Leich erhöhter Bilrubin Wert, Vitamin D Mangel
28.05. Übelkeit fast abgeklungen, Brustenge und Druck auf dem magen noch vorhanden
29.05. Übelkeit weg, Druck auf dem Magen weg, liege nicht mehr flach, es geht mir wieder besser
08.06. mit Vitamin d k2 1000i.E gestartet, mal sehen ob es triggert oder nicht. Falls nicht, ist der Plan in einer Woche weiter zu reduzieren
12.06. 2 mg -> 1,75 mg
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