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Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
padma
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von padma »

liebe Avalou, :)

vielleicht kann dir das aktuelle update von Maggie, der sehr schwerbetroffen war, Mut machen:
viewtopic.php?p=371889#p371889

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


blumenfeld
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von blumenfeld »

Liebe Avalou,

Lange nichts von Dir gehört,wie geht es zwischenzeitlich?

Melde Dich doch mal kurz,sofern es Dir möglich ist.

LG. Blumenfeld
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
Trimipramin, Paroxetin, Opipramol, Trevilor, Remergil, Tavor, Abilify, Amioxid, Lyrica, Zolvex, Cymbalta, Mirtazapin, Cipralex, Melperon, Fluspi, Moclobemid, etc.

Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Blumenfeld,

es geht mir leider sehr schlecht. Die Lage spitz sich immer mehr zu. Eigentlich müsste ich in eine Klinik. Drehe psychisch gerade komplett durch. Aber wir wissen ja was dort passiert. Hier geht es aber auch nicht. Ich weiß keinen Weg mehr...

Avalou
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blumenfeld
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von blumenfeld »

Liebe Avalou,

Wir sitzen im selben Boot ,auch mir geht es z.Z. sehr besch.....! Nur welche Klinik kann helfen? Mir konnte bis jetzt noch nie eine helfen! Auch meine Familie ist a.G.meiner Situation total durch,das tut unendlich weh.Ich denke,jeder Mensch kann in die Verlegenheit

kommen,mal krank zu werden,nur was in unserem Fall so schlimm ist,ist das weder Arzt,noch Klinik,noch Medikament helfen kann!!
Mir sagte mal ein Arzt,nur Geduld,Natur und die Zeit kann heilen!
Aber wieviel Geduld soll man denn haben?Ich mache in diesem Zustand schon seit Anfang 2018 rum.Habe einfach keine Kraft mehr.
Lb.Avalou bitte halte durch schon wegen Deiner Mädels!
Wir müssen uns gemeinsam stützen und stark sein.
LG. Blumenfeld
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
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Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Aquamarine
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Aquamarine »

Hallo Avalou,
ich habe gestern noch kurz mit TS 85 geschrieben und Gioia hat mir auch gesagt, dass es dir ganz schlecht geht. Ich habe jetzt eben noch mal gelesen, wie lange du etwas genommen hast und wie lange nichts mehr. Die Zeit nach null ist für dich zwar schmerzlich lang, aber für dieses Medikamentenchaos im Vorfeld, doch noch kurz.

Ich muss dir sagen, so schlimm wie es ist, du wirst noch länger kämpfen müssen. Alle, die ich im Forum kennengelernt habe, sind viel länger auf null und haben alle noch ihre Probleme/Einschränkungen. Es wird nur im Schneckentempo erträglicher, obwohl eine Schnecke dabei zum Spitzenläufer mutiert.

Die Heilung passiert iwie unmerklich. Es gibt so viele massive Probleme, die im Vordergrund stehen, jeder hat so Hauptsymptome, die ihn am meisten belasten und meistens zur gleichen Zeit und 24/7, dass man nicht merkt, dass andere Dinge sich bessern. Bei mir war es so, dass ich erst Wochen später gemerkt habe, dass iwas jetzt besser geworden ist oder sogar ganz weg.

Wenn du bei mir gelesen hast, weißt du, dass es mir auch zum Sterben ging. Es ist so unfassbar, dass man innerhalb von paar Monaten komplett zerstört sein kann. Ich konnte nichts mehr.

Ich kenne diese Panikzustände. Sie führen in diesem Fall aber auf ein völlig zerstörtes Nervensystem zurück. Es hat nichts mit Panikattacken zu tun, bei denen man Skills anwenden kann. Du wirst sie einfach aushalten müssen. Ich hab einfach iwie geatmet. Ich war so zerstört, dass ich Angst vor meiner Mutter, Tochter und allen anderen Menschen hatte. Ich hatte Angst morgens an den Frühstückstisch zu gehen.
Ich konnte nicht schlafen, weil ich vom Mirtazapin diese Wachträume hatte. Mein Körper hat geschmerzt, gebrannt als wenn mir einer Säure reingekippt hätte und alles verätzt wurde. Gleichzeitig musste ich meine Beine immerzu bewegen. Ich konnte nicht aufstehen, weil ich so einen unbeschreiblichen Druck in meinem Kopf hatte, so ein widerliches Gefühl in der Stirn, dass ich mich nach paar Schritten einfach Fallen lassen musste. Eine aufrechte Haltung schien unmöglich. Im Sitzen wurde ich gleichwohl nach vorne oder nach hinten gezogen, als wenn Magnete mich anziehen und abstoßen würden.

Ich konnte nicht sprechen, wegen des widerlichen Kopfgefühls, und wenn ich hier mal im Forum geschrieben habe, dann nur unter den schlimmsten Bedingungen in meinem Kopf und Körper.
Die Liste meiner Symptome ist richtig lang. Ich hatte so viele, ich hab sie mir mal markiert, dass man denkt, dass kann man nie aushalten oder ausgehalten haben.
Alles so zerstört...

Als ich im April letzten Jahres angefangen habe zu arbeiten, war es nur zum Erhalt meines Jobs. Arbeitsfähig war ich noch lange nicht. Ich bin mit dieser Wahrnehmungsstörung und diesem ekligen Kopfgefühl zur Arbeit gefahren. Ich hatte sogar noch Neuroemotionen.

Im Juli 2020 bin ich jetzt 2 Jahre nach null, und auch heute habe ich noch meine Probleme. Meine Wahrnehmung zu mir selbst ist noch nicht voll wieder hergestellt. Dabei muss ich aber sagen, dass ich so eine massive Selbstentfremdung hatte, dass ich selber schon wusste, dass die nicht von heute auf morgen verschwinden würde. Es war nie so, wie ich im Forum gelesen habe," und dann hat sich quasi ein Vorhang geöffnet und dann war ich wieder da".. bei mir ist es so ein zäher Prozess sowie bei meinem gepeinigten Kopf.

Wenn es um Selbstentfremdung geht, hab ich mich in den Beschreibungen im Thread von Helpless(?) wieder gefunden und bei Dan092 glaube ich nach wie vor, dass er mein widerliches Kopfgefühl hatte.

Du siehst, das sind zwei Hauptsymptome, die mich monatelang gequält haben und noch nicht vollständig ausgeheilt sind. Genauso wie mein zerstörter Schlaf! Immerhin kann ich wieder schlafen, aber ich träume immer noch ein extremes Wirrwarr.
Getriggert werden diese Symptome durch Überlastung, körperlich und geistig, insbesondere Stress und eindeutig durch den Zyklus. Der Zyklus hat sowieso einen massiven Einfluss auf Symptome. Zum Ende hin geht es mir meistens schlechter. Sport ist auch ein Trigger. Bei mir ist es so, dass nach stärkerer körperlicher Bewegung die Muskeln und Gekenke brennen.

Soweit ich das bei dir überblicken konnte, hast du ja eigentlich kein einziges Medikament vertragen und der Einstieg war ja quasi der Nuvaring. Den hatte ich vor Jahren selbst probiert und festgestellt, dass es mir nicht gut damit geht. Ich denke, es wird bei dir von Anfang an, diese Verstoffwechselungsproblematik sein. Es gibt eben Menschen, die Medikamente nicht gut vertragen und diese auch schlecht verstoffwechseln. Der Körper braucht viel länger, um sich davon zu erholen.

In unserem Fall kann man schon von Zellschädigungen sprechen genauso wie bei den "Opfern" von Ciprofloxacin. Die leiden dann auch unter Panikzuständen, Brainfog, DP, DR.. haben das Gefühl verrückt zu werden. Sie haben keine Kraft mehr, können ja teilweise nicht mehr Laufen. Auch hier ist nach paar Tabletten das Leben komplett zerstört. Es hat reingehauen wie eine Bombe in das Nervensystem, und alles ist zerstört.

Diese Menschen haben auch einen harten Kampf zu führen.

Was ich dir empfehlen kann, ist dir Ruhe zu gönnen. Du musst dein Nervensystem immer wieder durch feste Rituale versuchen zu beruhigen, auch wenn du es nicht gleich merkst, aber wenn du kontinuierlich an bestimmten Abläufen festhältst, dann kommt automatisch Ruhe ins System und dein Körper dankt es dir. Vielleicht helfen dir Omega Fettsäuren?.. ich habe sie für mein Gehirn genommen und zusätzlich noch Schwarzkümmelöl getrunken und immer mit Kokosöl gekocht. Ich habe frischen Kurkuma als Tee getrunken und in Massen an Gerichten verwendet beim Kochen. Wenn du einen Garten hast, dann geh trotzdem immer wieder raus, und setze dich an eine Stelle, wo du etwas Erleichterung/ Frieden empfindest.
Ich hab auch mit einer Rotlichtlampe meine Fußsohlen bestrahlt, täglich beide Seite für 10 Minuten vor dem Schlafengehen. Es soll den Stress abbauen. Vielleicht versuchst du auch basische Fußbäder, ev. wechselwarm.

Wie gesagt, ich bin auch noch nicht gesund, aber ich kann ja wieder viele Dinge machen, und darüber bin ich erst einmal sehr dankbar. Halte durch 🙏🏼‼️

Liebe Grüße Aquamarine🐬
14.11.2017 Escitalopram in Tropfen (3 mg Einnahme)-abends totale Leere im Kopf und gesteigerte Ängste und dann nichts mehr genommen
ab 22.11.2017 bis 02.12.17 Valdoxan-Einnahme mit einem Tag Unterbrechung
-unter Valdoxan absolute Ängste, totale Schlaflosigkeit, Schlimmste Albträume, Schwitzen, Massive ZG, komische Gefühle im Kopf, nach Absetzen fühlte sich meine Wohnung und Umgebung fremd an, hatte das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein, alles wie im Film
-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
Folsäure, Biotin, Homöopathische Mittel für Hypophyse, Epiphyse, Hypothalamus & Globuli für Nebenniere.
Ich habe Procain -Spritzen bekommen in Nacken und Schläfen, wegen der Schmerzen.

Am schlimmsten ist das Gefühl, dass ich mich nicht mehr so fühle wie früher.

Chor
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Chor »

Hallo Avalou,

es tut mir leid und wirklich weh, wenn ich Deine Geschichte lese. Ich denke auch, daß es keine Heilung gibt, die durch Tabletten, Medikamente, Anwendungen ... hervorgerufen werden kann.

Ich bin ebenso bestraft wie Du, bin völlig verzweifelt, hilflos und leide seit Jahren und stärksten Nebenwirkungen.
Alles begann, nachdem ich fast kalt abgesetzt habe. Eigentlich habe ich mich ganzes Leben Benzodiazepin genommen aber meistens nur alle paar Tage, manchmal auch täglich mehrere. Ich war ständig im Entzug. Und das seit ca. 40 Jahren oder mehr.

Ich kenne alle Symptome, die im Ashton Manual stehen, einige weniger stark, andere viel stärker.
Auch Deine Symptome sind bei mir immer anwesend. Wahnsinnige Krämpfe in Kopf und Nacken, starke Krämpfe in den Augenmuskeln, Sehstörungen, habe bereits mehrere Prismenbrillen bekommen wegen der Doppelbilder, verschwommenes Sehen, VEP visuelle potenzierte Potentiale stark verzögert wie bei MS, Druck im Kopf, Benommenheit und Schwindel, kippe zur Seite, nach vorne. Ich war schon einmal 6 Monate auf 0, habe dann einige Male etwas eingenommen und jetzt seit 2 Monaten auf 0.

Manchmal möchte ich aufgeben aber ich hänge am Leben, an meiner Familie und hoffe, das es bald besser wird.
Die Zeit wird uns helfen, gib nicht auf.

Ich kann auch keine Medikamente einnehmen und mit NEM bin ich unsicher. Mal vertrage ich es, mal nicht.

Lies einmal meine Beiträge, vielleicht gibt es Die Kraft.

Liebe Grüße
Claude
Erste Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln: ca. 1970 FRISIUM (obwohl sehr gutes Elternhaus Angst, Zwänge, Unruhe seit meiner Kindheit)
1980: Lexotanil (Grund: unter Solarium eingeschlafen, Kreislaufzusammenbruch, Panik), nach kurzer Zeit wegen Wirkungsverlust Tabletten entsorgt und keine mehr eingenommen
1985: Panikattacke auf beruflichen Reisen, Beginn mit Tranxilium (Dikaliumclorazepat)
-während der nächsten 30 Jahre unregelmäßige Einnahme von 10 mg oder 20 mg täglich oder nach Bedarf
(beruflicher Stress bzw. selbstgerechter Stress durch Ängste und Zwänge)

-Wegen schwächer werdender Wirkung zwischendurch immer wieder kalt abgesetzt
-wegen starker Ängste immer wieder begonnen

Seit 2012 (Ruhestand) mehrmals versucht davon los zu kommen, Intervalle verlängert, Dosis reduziert.
Verkrampfungen, Kopfdruck, Nachts schweißgebadet, Tags schwitzen oder klebrige Haut
Einnahme seit 2017: 07/2017 4 x 5 mg - 08/2017 3 x 5 mg - 09/2017 3 x 7,5 mg - 10/2017 3 x 5 mg
11/2017 2 x 10 mg - 12/2017 keine
Einnahme seit 2018: 01/2018 7 x 5 mg - 02/2018 7 x 5 mg - 03/2018 3 x 5 mg - 04/2018 5 x 5 mg
05/2018 2 x 5 mg
Juni - Oktober 2018: ? - 11/2018 5 x 5 mg - 12/2018 1 x 5 mg
Einnahme seit 2019: 01/2019 (5.1. 5 mg, 6.1. 5 mg, 16.1. 5 mg, 18.1. 5 mg, 20.1. 5 mg) - 02/2019 (12.2. 5 mg)
03/2019 (8.3. 5 mg, 11.3. 2,5 mg, 14.3. 2,5 mg, 19.3. 3 mg) - 04/2019 (3.4 5mg, 15.4. 2,5 mg)
18.4.-25.4. Tal. 1,25 mg / 5.5. 1,25 mg / 10.5. 2,5 mg / 16.5. 2,0 mg / 18.5. 2,0 mg / 27.5. 2,0 mg /
30.5. 2,0 mg / 10.6. 1,5 mg / 14.6. 1,5 mg / 19.6. 1,5 mg / 28.6. 1,5 mg / 30.6. 1,5 mg
4.7. 2,0 mg / 7.7. 5,0 mg / 16.7. 2,5 mg
Meine fast ständigen Symptome
Starke wandernde Verkrampfungen, Muskel- und Gelenkschmerzen zwischen den Einnahmen, starker Druck im Kopf, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Flimmern und Beben im Kopf, Unruhe, Übererregung, jede Nacht schweißgebadet, am Tag schwitzen durch kleinste Belastung, Gelenkschmerzen nur linke Körperseite, Nacken/Halsschmerzen links, Schulterschmerzen bis in die linke Hand, Kopfdruck vom Auge links bis in den Nacken. Erschöpfung, oft müde und nicht belastbar, oft Schmerzen im ganzen Körper (an Fibromyalgie gedacht), Grippesymptome fast täglich, Taubheitsgefühle, Beine oft stramm oder kraftlos, nie ausgeschlafen, extremes Gähnen, ständiger Harndrang, Verdauungsprobleme, Überempfindlichkeit gegen Kunstlicht (Kaufhaus) oder Gerüche (Parfums), Hautveränderungen, Juckreiz, Ekzeme, krampfhaftes Zusammenziehen des Kopfes und des Nackens mit Beben. Schmerzen in den Fingern, dass ich nichts tragen oder anfassen kann.
Netzhautablösung 2017, Schlaganfall 2/2019

Ich habe Tranxilium nie mit anderen Mitteln (Paracetamol, Antibiotika...) gleichzeitig eingenommen und mache das auch heute nicht. Nehme Tranxilium nur, wenn es nicht mehr anders geht. Vielleicht ist das falsch. Ohne Benzo geht es manchmal nicht, mit Benzo geht es auch nicht. Es ist ein Kampf ums Überleben. Einer wird gewinnen.

Unverträglichkeit der meisten Arzneimittel. Versuche auch in meinem Alter ohne Medikamente auszukommen.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Blumenfeld,

es ist doch einfach nur Mist, dass wir alles aushalten müssen. Mein Mann musste mich heute in die Klinik / Krankenhaus bringen. Ich hatte massive Angstzustände und bin dann wieder halb weg getreten. Bin dann sogar aus dem Rollstuhl gefallen. Zur Beruhigung wurde mir dann eine Diazepam gespritzt. Ich bin jetzt so genommen. Ich habe so eine Sch :censored: Angst, dass das den Entzug noch verlängert. Hast du Erfahrung damit, ob das sein kann? Vorgestern habe ich ja schon eine Tavor genommen und mich maßlos drüber geärgert. Ich drücke dir so die Daumen, dass es auch dir bald besser geht.

Liebe Grüße,
Avalou
Zuletzt geändert von Straycat am 27.07.2020 21:28, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kraftausdruck mit Smiley ersetzt
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Claude,

es ist traurig, immer wieder zu hören, wie viele in diesem Schlamassel stecken. Es kann doch nicht sein, dass es nichts gibt, was einem Erleichterung verschafft. Und immer wieder kommen die Zweifel auf, ob es wirklich nur an den Medikamenten liegt.

Heute habe ich massiv das Gefühl, dass ich eine schwere Depression habe, die nicht mehr heilbar ist. Morgen kann es schon wieder ganz anders aussehen, und dann steht ein anderes Symptom im Vordergrund. Wie schaffst du das, so lange auszuhalten? Ich wünsche uns allen, dass jeden Tag ein Stück Heilung passiert. Ich möchte so gerne wieder am Leben teilnehmen.

Liebe Grüße,
Avalou
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simonb
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von simonb »

Hallo Avalou,

Ich denke nicht das 1 mal Diazepam jetzt den Entzug verlängert.
Es ist ein Notfall Medikament, und es wurde in einer Notfall Situation angewendet, mach dir bitte keine Vorwürfe.

Gruß Simon
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Danke Simon,

das beruhigt mich ein wenig. Bin so benommen von dem Mist. Noch mehr als sonst. Na ja. Weiterkämpfen!!!

Liebe Grüße,
Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Aquamarine,

ganz lieben Dank für Deine Nachricht. Ich möchte gerne ausführlicher darauf antworten, deshalb versuche ich es morgen mal. Heute ist der Kopf leider nicht klar genug.

Liebe Grüße,
Avalou
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Aquamarine, :hug:

heute früh ist der Kopf ein bisschen klarer, so dass ich Dir antworten kann. Danke für Deine Zeilen. Auf der einen Seite schenken sie Mut, dass Vieles mit Geduld zu meistern ist, auf der anderen Seite lässt es mich aber auch verzweifeln, weil ich so lange schon leide und keine kleine Besserung wie bei vielen Anderen stattfindet.

Ich war ja gestern wieder im Krankenhaus. Bin dort auch noch 2x zusammengebrochen. Davor hatte ich zu Hause (wie auch den Tag zuvor) einen massiven Zusammenbruch mit irrealer Angst und durchdrehen. Bin total verrückt geworden, weil ich diesen Seelenschmerz und die Panik nicht mehr aushalten konnte.

Ich war mit Mirtazapin ja schon 2,5 Jahre auf 0. Ich konnte damals auch nur schwer am normalen Leben teilnehmen, aber diese eklige Angst, das Durchdrehen und die Dissoziation habe ich erst nach dem AB und Malariamittel bekommen und nach Absetzen der letzten AD's gings dann richtig los. Ich weiß nicht, wie lange ich diese Zustände noch aushalten soll. Selbst das Atmen wird zur Qual. Alles pochert im Hals und auf den Ohren. Dauerangst. Irgendwann kann ich es dann nicht mehr aushalten und eine Bombe geht in mir hoch. Dann wird die Panik so rasend. Einfach nur ekelig.

Natürlich habe ich alle Deine Berichte gelesen. Ich konnte mich in vielen Aussagen wiederfinden. Ich sage meinem Mann auch immer , dass Säure durch meinen Körper fliest. Erstaunlich, dass Du es genau so beschreibst. Auch die Aussage mit Deiner Familie. Ich habe jedes Mal höllische Angst mich zu meiner Familie an den Tisch zu setzen. Sobald ich den ersten Bissen nehme, geht die Bombe wieder in mir hoch. Ich kann nicht zuhören, nicht essen und es einfach nicht aushalten. Somit ziehe ich mich dann wieder zurück und leide einfach nur.

Das Sprechen und Laufen setzt auch oft bei mir aus. Besonders, wenn ich diese Dissoziativen Anfälle habe. Ich habe einfach Angst, dass das nie wieder verschwindet. Meistens entstehen solche Anfälle ja durch ein Trauma und sind kaum zu verarbeiten. Mein Trauma sind wohl die Medikamente und das ich die Kontrolle über mich und meinen Körper verloren habe. Keine Sekunde fühlt sich mehr normal an. Alles dreht sich nur noch um die Krankheit bzw. dieses permanente Elendigkeitsgefühl.

Die Selbstentfremdung kenne ich nur zu gut. Ich habe mein komplettes "ICH" verloren inkl. Brainfog, Benommenheit und DP. Ich bin nicht mehr in mir und meinem Körper. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nur ein verschwommenes Ich. Nichts ist mehr klar. Alles wie unter einer Glasscheibe. Alles schmerzt geistig, jeder Gedanke, zu jeder Sekunde. Manchmal denke ich, dass sich jetzt auch noch eine fette Depression und andere psychische Krankheiten oben drauf gesetzt haben. Die Oma meiner Freundin ist durch den Tot des Mannes auch verrückt geworden. Ich fühle mich so, als wenn mein Weg auch in die Richtung geht.

Bis vor einem Jahr hatte ich immer noch optimistische Phasen. Die gibt es leider nicht mehr. Jeden Tag höre ich: "Du musst nach Vorne schauen, tu Dir mal was Gutes..." Es geht nicht. So sehr ich es versuche. Ich habe keine Macht mehr über mich und meine Gedanken. Jeder Kampf endet ein Stück tiefer in der Hölle. Wenn ich morgens die Augen öffne, begrüßt mich nach ein paar Minuten der Teufel persönlich.

Vor Monaten konnte ich Momente mit Freunden oder auch mal ein Abendessen noch aushalten. Mittlerweile geht selbst das nicht mehr. Der Körper spielt total verrückt. Erst wird mir benommen und elend und wenn ich mich dann zurückziehe, pochert die Angst in meinem Kopf und ich werde innerlich fast verrückt.

Ich bewundere Dich so für Deine Kraft, dass Du es nach 9 Monaten wieder arbeiten gegangen bist. Ich kann nicht mal eine Stunde zu Hause am PC sitzen, ohne das Gefühl zu haben zusammenzubrechen.

Du schreibst von den Opfern der Ciprofloxacine. So fühle ich mich auch. Das Nervensystem ist enthemmt und zerstört. Mit den körperlichen Problemen konnte ich eigentlich immer sehr reell umgehen. Das mit der Psyche ist aber kaum noch zu ertragen.

Wann wird es besser? Wird es besser? Wie lange kann ich das noch aushalten?

Es gibt leider keine Antwort auf die Fragen. Ich bin so wütend, dass solche (harmlosen :rotfl: ) Medikamente tausende von Leben zerstört haben. Und nicht nur die der Opfer, sondern auch ganze Familien. Meine Familie geht daran momentan auch zugrunde. Meine Töchter leiden so an der ganzen Situation und es gibt nichts, womit man ihnen die Angst und den Schmerz nehmen kann. Diese Medikamente haben auch ihre Kindheit zerstört. Ich könnte nur heulen, aber selbst das ist kaum noch auszuhalten.

Liebe Grüße,
Avalou
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Ihr Lieben,

ich muss einfach noch mal meine Gedanken los werden. Jeden Tag seit Jahren das Gefühl in einem Schraubstock gefangen zu sein. Dann diese Dauerangst. Starke Benommenheit und Sehstörungen. Kein Fenster, keine Erleichterung. Jede Sekunde ist nur noch ausgefüllt mit unendlichem Leid. Jede Sekunde beschäftige ich mich mit dem gesundheitlichen Zustand und wie lange man noch dagegenhalten kann. Warum klart es nicht mal auf?

Es gibt nur schlechte (aber noch aushaltbare Tage) und ganz schlechte Tage. Ein wirklich guter Tag war die letzten Jahre nie dabei. Ist das ZNS dauerhaft geschädigt? Bei mir fühlt es sich so an. Ich will das Leben genießen und nicht immer den halben Tag im Bett verbringen müssen, weil nichts mehr geht. Oder ist es doch eine Angststörung?

Ich möchte so gerne arbeiten oder einfache Gespräche mit Menschen führen. Alles raubt mir die Kraft...

Gibt es ein gutes Ende???

Liebe Grüße,
Avalou
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Psychoopfer
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Psychoopfer »

Hallo Avalou,

Deine Odysee mit dem einausdosieren und ausprobieren kenn ich auch gut.
Mir ging es auch mal so, in einer Psychiatrie. Ich bin geschädigter raus als ich rein bin. Erst das wiederholte Eindosieren von Mirtazapin hat mich für ca. 1/2 Jahr stabilisiert, bis ich es urplötzlich nicht mehr vertragen habe.
Und es kalt abgesetzt wurde in der Psychiatrie. Das war der Kardinalsfehler. Und das Ende meines Ichs wie ich es kannte.

Ich habe mehrfach Mirtazapin kalt abgesetzt. Aber seit dem letzten mal bin ich im Entzug steckengeblieben. Ca 1 1/2 Jahre her. In dieser Zeit bin ich 2 mal relativ normal gewesen über Monate hinweg. Vitamin B12, B1, B6 Injektion hat mich so getrigert, das ich alle Symptome erneut hatte. Nach 3 Monaten war ich erneut relativ normal. Und das für ne längere Zeit, bis ich vor 50 Tagen ein COPD Medikament zum inhalieren mit Cortison und Anthimimetika bekam.

Seither kann ich nicht mehr schlafen. Ich denke mein Körper müsste doch aufgeben. Er tut es nicht. Ebenso habe ich ständig Blitze in den Augen und sehe dann einfach nix mehr. Ständig behindert mich diese unerträgliche Angst etwas zu erledigen.

Ich denke den ganzen Tag, ob ich nicht etwas Diazepam nehmen sollte das ich endlich mal schlafen kann, habe aber extreme Angst das der Schuß nach hinten los geht

Ich hoffe du kannst dich mal irgendwie stabilisieren und ein erholsames Fenster erleben.
Kraft habe auch ich keine mehr aber ich war 2 mal für eine längere Zeit wieder Symptomfrei. Es gibt also Hoffnung.

Gib nicht auf ich wünschte mir, wir alle würden wieder Symptomfrei und unbeschwert das Leben erleben können.

Mit Lieben Grüßen
Norman
8 Jahre Mirtazapin
3 mal eindosiert, immer kalt entzogen
Jeder Entzug schlimmer
Während des 2 mal kalt Entzug Baclofen für 5 Tage eindosiert, dann schlagartig abgesetzt wegen extremer Fehlreaktion - Überdreht - statt Beruhigt
Derealisation 3 Monate
In dieser Zeit alle möglichen ADs und Neuroleptika, ohne Erfolg, dann Wiedereindosierung Mirtazapin 22,5 mg nach 3 Monaten runter auf 15 mg, 10 Monate 15 mg, Auf einmal nicht mehr vertragen, Verdacht auf Serotoninsyndrom, kalt abgesetzt, seit 03.2019 prothahierter Entzug
seit 01.2020 symptomfrei
seit 06.2020 schlaflos und wieder prothahierter Entzug

padma
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von padma »

liebe Avalou, :)
Ist das ZNS dauerhaft geschädigt? Bei mir fühlt es sich so an
Es ist nicht dauerhaft geschädigt. Es erholt sich wieder, nach allem was wir wissen.
Oder ist es doch eine Angststörung?
Nein, das ist keine Angststörung, bei den Symptomen. Es ist eine Folge der Medikamente.
Ich möchte so gerne arbeiten oder einfache Gespräche mit Menschen führen. Alles raubt mir die Kraft...
Das wird wieder möglich sein.
Gibt es ein gutes Ende???
Ja. Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt. Alles wird gut.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Padma!

Dankeschön 💕

Gruß Avalou
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Aquamarine
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Aquamarine »

Hallo Avalou😇,
ich schließe mich Padma an! Es wird wieder gut und besser, du musst vertrauen & dir Rituale schaffen und versuchen, dich von den grässlichen Gedanken zu befreien.

Ich kenne die Angst verrückt zu werden. Ich hatte so schlimme Angst für immer weggesperrt zu werden.

Wirklich, ich hatte so irre Zustände, und ich hätte monatelang jeden Tag in die Notaufnahme fahren können. Ich hatte solche schlimmen Angstzustände, und das Herz hat wie wild gepocht.

Eine Zeit dachte ich, ich würde nie wieder sprechen können. Beim Wörter schreiben, tat mir mein Gehirn so unerträglich weh.. ich war so verzweifelt! Ich war ein absoluter Pflegefall, und keiner hat es anerkannt. Ich hab jeden Tag mehrere Stunden geweint, also 4 Stunden am Tag waren Standard. Ich hatte Heulkrämpfe.

Bewegung war quasi unmöglich und liegen auch. Mein Schlaf war komplett zerstört. Ich hatte Angst ins Bett zu gehen. Wenn ich die Augen geschlossen habe, bin ich wie in einen tiefen, grausigen Abgrund gestiegen. Alles war so dunkel und die Angst und die Wachtträume.

Ich konnte nicht im Bett liegen. Es war unerträglich für meinen Körper. Ich hab monatelang auf iwelchen Böden bei meiner Mutter zu Hause gelegen, und es war wie eine Folter. Ich hab wie ein Zombie völlig entfremdet auf dem Boden vegetiert. Sie haben mich so entwürdigt in meinem ganzen Sein. Und dann gab es noch die unzähligen anderen Symptome. Ich kann die nicht mal beschreiben, die waren so völlig nicht von dieser Welt, unglaublich was ein zerstörtes Gehirn alles mit einem anstellen kann.
Kein Mensch, der das nicht selbst erlebt, kann das nachfühlen.

Ich hatte Panikzustände, wenn ich etwas Vertrautes gerochen habe. Ich habe in meinen Wachtträumen Wörter entwickelt, die es nicht gibt und vor Verzweiflung gegoogelt, um festzustellen, dass doch alles nur von meinem Gehirn zusammengewürfelt wurde. Also, ich hatte solche Angst, dass es mit mir ein böses Ende nimmt.

Ich glaube, bei mir ist es besser geworden als ich mich ganz bewusst an Rituale gehalten habe. Ich habe total auf meine Ernährung geachtet und wie erwähnt hochwertige Fette zu mir genommen. Avocado ist ne Superfrucht.

Wenn ich nachts zu starke Panik hatte, dann bin ich manchmal leise auf der Stelle gelaufen. Das hört sich vielleicht komisch an, aber der Körper ist dann etwas abgelenkt. Ich hab mich im Sommer abends völlig depersonalisiert und derealsiert auf eine Liege in den Garten meiner Mutter gelegt, weil ich es drinnen nicht ausgehalten hatte. Ich konnte ja kein TV gucken und auch keine Musik hören wegen der Angst und der Wahrnehmung.

Ich hab dort so lange es ging ausgeharrt und meinen Körper gekühlt. Alles in mir hat gebrannt wie Feuer, manchmal hab ich mir QuarkWickel auf die Stirn gelegt, um diesen Druck zu lindern und das „brennende“ Gehirn zu kühlen.
Draußen sein war eigentlich auch eine Qual, denn ich konnte das Vogelgezwitscher nicht ertragen. Ich bekam solche Horrorzustände dabei.. ich hatte Angst und gleichzeitig war es so, als ich hätte ich meinen natürlichen Schutzfilter verloren. Auch Baggergeräusche waren unerträglich für mich. Alles was vertraut war, wurde mir genommen.
Ich war so abgespalten von allem und jedem und von meinem ICH. Ich hatte zu nichts mehr Bezug, wenn mein Kind in der Schule war, lag ich schreiend und weinend am Boden und habe gebetet, dass es so eine Strafe nicht geben darf, dass man es nicht verdient hat, so leben zu müssen.

Iwann musste ich mich dann wieder hochrappeln. Ich habe mich gezwungen, Blumen wieder schön zu finden und zu kochen, obwohl ich zu all diesen Dingen keinen Bezug mehr hatte.

Als ich im April 2019 wieder arbeiten wollte, musste ich zum Betriebsarzt. Ich war so was von nicht arbeitsfähig. Ich saß da, mit DP und DR und jedes gesprochene Wort strengte mich an. Aber ich biss die Zähne zusammen und suggerierte, dass ich fast gesund wäre. Es war eine Lüge.

Ich hatte aber Glück! Es war eine Betriebsärztin, die sich meine Geschichte ruhig anhörte und sich meine humangenetischen Untersuchungen anguckte und verstand, was da eigentlich mit mir passiert war. Sie schrieb mit mir zusammen ein ärztliches Attest, indem sie meinem Arbeitgeber mitteilte, dass sie mich als arbeitsfähig betrachtet. Ich ging es mit einem individuellen Arbeitsmodell ganz langsam an.

Ich hab oft im Auto geweint, weil es so grausam war. Zu meinen Zuständen musste ich jetzt auch noch -auf Arbeit- eine Schauspielerin sein. Mit Argusaugen haben mich meine Teamkollegen betrachtet. Ich hatte nur eine Kollegin, der ich immer sagen konnte wie es mir tatsächlich gerade geht.

Ich hab in der ganzen Sache gelernt, mehr auf mich zu hören. Ich lebe nach wie vor sehr zurückgezogen, ich brauche diese oberflächliche Welt nicht. Ich habe „Freunde“ verloren, aber tolle Menschen im Forum kennengelernt.

Ich genieße wieder die Zeit mit meiner Tochter zusammen. Ich hatte Angst, dass ich sie verlieren würde, dass sie ohne mich groß werden muss. Ich war vorher immer für sie da, und dann muss sie so einen Horror miterleben. Aber sie ist dadurch auch gewachsen. Es ist eben nicht alles selbstverständlich!!!

Ich bitte dich, versuche nicht mehr unbedingt auf Notfallmedikationen zurückzugreifen! Mach dir einfach klar, dass sie dir in keinem Krankenhaus der Welt diesen Mist wegnehmen können, sondern sie immer mit diesen Medikamenten zur Beruhigung ankommen werden. Wäre es nicht einfacher, du würdest dir eine eigene Strategie entwickeln, um dich aus diesen Zuständen abzuholen. Und wenn es nicht gleich klappt, versuche noch etwas anderes.

Vielleicht ist ein eiskaltes Fußbad eine Alternative, um den Panikzustand zu durchbrechen?.. es gibt definitiv iwas!!
Du hast zu oft Medikamente genommen, wenn auch kurz, aber das Nervensystem ist völlig überreizt und es spinnt, aber es heilt langsam. Iwann hab ich mal meine Einmahmezeit multipliziert und bin auf fast 4 Jahre bis zur Heilung gekommen 🙈.. ich bin mittlerweile auch der Überzeugung, dass das bei mir so hinkommen dürfte.

Ich möchte dir nicht noch mehr Angst machen, aber jeder Tag, jede Woche und jeder Monat ohne Notfallmedikament bringen dich ein Stück näher an den Tag wo du wieder freier atmen und das Leben genießen kannst und wirst! Zerfleische dich nicht & vertreibe deine Horrorvorstellungen! Vertraue darauf, dass dein Körper heilen kann und vor allem, dass er es selbst WILL! Er spielt dir jetzt nur viele Dinge vor, die sich für dich grauenvoll anfühlen. Tröste ihn gedanklich, wie du deine Kinder beruhigen würdest und es früher getan hast, als sie noch klein gewesen sind. Dein Körper ist dein/unser höchstes Gut! Du kannst das!!

Denke auch daran, dass jedes andere Medikament was nicht AD ist, dich wieder in eine Abwärtsspirale bringen kann. Ich vermeide jegliche Medikamente!!

Liebe Grüße und für Alle, die hier gerade lesen, wünsche ich beste Heilung.
Aquamarine
14.11.2017 Escitalopram in Tropfen (3 mg Einnahme)-abends totale Leere im Kopf und gesteigerte Ängste und dann nichts mehr genommen
ab 22.11.2017 bis 02.12.17 Valdoxan-Einnahme mit einem Tag Unterbrechung
-unter Valdoxan absolute Ängste, totale Schlaflosigkeit, Schlimmste Albträume, Schwitzen, Massive ZG, komische Gefühle im Kopf, nach Absetzen fühlte sich meine Wohnung und Umgebung fremd an, hatte das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein, alles wie im Film
-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
Folsäure, Biotin, Homöopathische Mittel für Hypophyse, Epiphyse, Hypothalamus & Globuli für Nebenniere.
Ich habe Procain -Spritzen bekommen in Nacken und Schläfen, wegen der Schmerzen.

Am schlimmsten ist das Gefühl, dass ich mich nicht mehr so fühle wie früher.

blumenfeld
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von blumenfeld »

Hallo Avalou,

auch mein Mann musste mich am Samstag in die Notaufnahme fahren,obwohl ich ganz genau weiß,dass man keine wirkliche Hilfe zu erwarten hat.Die Panik und die Übelkeit waren so
schlimm,dass ich wieder dachte,mein Ende ist da.

Der Arzt,war aber sehr einfühlsam und verständnisvoll und hat eine Stunde beruhigend auf mich eingeredet,er war Psychiater und sagte mir ehrlich,dass er persönlich nichts von den allermeisten PP hält und das er meinen Zustand mehrmals jede Woche sieht .
Er gab mir paar Promethazin -Tabletten mit und sagte noch ,dass er leider keine Wundermittel für mich hätte!
Ja,Avalou auch ich habe hin und wieder zu Tavor und Schlaftabletten gegriffen,wenn hier nichts mehr ging .
Mein Körper gerät immer wieder in so extrem schlimme Zustände,wie ich sie noch nie vorher im Leben erlebt habe.
Ich würde lieber ein ganzes Jahr lang täglich Fünflinge in Steisslage auf die Welt bringen als diese grauenvollen unmenschlichen jetzigen Qualen ertragen zu müssen.
Möchte so gern raus aus meiner Haut und diesen Horror,aber das klingt egoistisch,denn das wollen wir alle hier im Forum.
Und ich wünsche es auch allen hier im Forum so so seeeeeereeeeeehhhhhhhhhhrrrrrr!!! ,denn ich denke was wir hier mitmachen müssen,ist weit,weit mehr als eine Menschenseele ertragen kann,NEIN,NEIN so etwas hat wirklich kein Mensch verdient!
LG und schlaf gut Blumenfeld
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
Trimipramin, Paroxetin, Opipramol, Trevilor, Remergil, Tavor, Abilify, Amioxid, Lyrica, Zolvex, Cymbalta, Mirtazapin, Cipralex, Melperon, Fluspi, Moclobemid, etc.

Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Norman,

man hört immer wieder das Gleiche von diesem blöden Mirtazapin. Ich finde es unglaublich, wie Vitamine etc. den Körper so triggern können. Es ist super, dass Du zwischendurch mal ein paar Fenster hast. Bei mir geht die Spirale leider nur noch bergab.

Das Schlafen ist bei mir nicht das Problem. Ich habe eher Schwierigkeiten mit dem wach werden. Sobald ich die Augen öffne bricht die Hölle in mir los. Mein Puls geht auf 120 hoch, die Augen verschwimmen und die Angst kriecht in meinen Hals und in meinen Kopf. Dann summt der Kopf die ganze Zeit. Ich zittere. Das macht natürlich noch mehr Angst und meist folgt dann zucken im Oberkörper und ich drehe dann meistens panisch durch.

Ich warte auf den Tag, der mir mal ein bisschen Licht bringt. Leider werden die Tage aber nur noch dunkler. Ich verstehe es einfach nicht, dass es bei mir keine Fenster gibt. Lediglich zu Abend wird der Körper etwas ruhiger. Aber mehr auch nicht.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine Fenster größer werden.

Liebe Grüße,
Avalou
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Aquamarine,

Deine Worte tun mir immer so gut und schenken mir etwas Kraft und Mut. Leider fallen diese Gedanken morgens wieder ganz stark von mir ab. Das habe ich ja eben schon Norman geschrieben.

Ich hatte gestern den Termin im Epilepsiezentrum in Bielefeld. Die 2 Std. Fahrt dahin waren die Hölle. Es begann mit einem Elendigkeitsgefühl und eine halbe Stunde vor Ankunft hatte ich dann einen Krampfanfall. Im Krankenhaus ging es dann mit dem Anfall weiter, so dass gleich Videoaufnahmen gemacht werden konnten. Ergebnis Nicht-Epileptische Krampfanfälle. Danach ist meine Körper wieder runter gefahren und das Gespräch mit dem Arzt war sehr anstrengend. Ende vom Lied - das Krankenhaus kann nicht helfen. Ich könnte lediglich stationär aufgenommen werden. Einzeltherapie 1 Std. die Woche. Das ist doch ein Witz.

Ich habe mir die Station angeschaut. Eine Jugendherberge und jedes uralte Krankenhaus sind Luxus dagegen. Echt erschreckend. Das Personal machte jedoch einen sehr guten Eindruck. Leider gibt es fast ausschließlich nur Doppelzimmer. Bei der Besichtigung fehlte mir wortwörtlich die Luft zum atmen. Draußen nur Beton, keine Ruckzugsmöglichkeit. Lange Rede kurzer Sinn. Ich merkte, dass ein erneuter Klinikaufenthalt mir nicht helfen kann. Mein Körper braucht Ruhe. Diese Ruhe halte ich momentan leider auch nicht aus. Ich weiß auch nicht mehr was ich noch machen soll.

Auf dem Heimweg, bin ich dann mal wieder komplett durchgedreht. Zu Hause habe ich mir vor meiner ganzen Familie wie ein kleines Kind auf den Boden geschmissen und nur geschrien und geweint. Der Kopf hast so gesummt. Ich dachte ich drehe komplett durch. Dieses Gefühl ist den ganzen Tag in meinem Körper und es übernimmt immer mehr Besitz von mir.

Ich versuche es jeden morgen mit Ritualen. Und immer wieder breche ich zusammen. Es dauert einfach alles schon viel zu lange. Ich habe das ja nur schon fast 5 Jahre. Jeden Tag verliere ich ein Stück mehr meiner Achtung und mir selbst. Es geht nichts mehr. Kein Spaziergang alleine, kein Einkaufen, keine Besuche. Einfach nichts. Nur aushalten. Aushalten, dass die Nacht beginnt und ich etwas zur Ruhe komme.

Oben drauf finden ja immer noch die Anfälle statt. Ich kämpfe derzeit mit dem Elendigkeitsgefühl, Anfällen, dessoziieren, Depression, Angst und Panik und dass den ganzen Tag. Ich werde nicht verrückt, ich bin es schon. Ich fühle mich jede Sekunde elend und jeder Tag wird schlimmer. Ich kann einfach nicht mehr.

Alle sagen mir, dass wird schon wieder. Ich glaube nicht mehr daran. Ich glaube, dass sich mein Kopf über die Jahre falsch vernetzt hat. Sonst müsste es ja auch mal kleine Fenster geben.

Meine große Tochter hat mich gestern gebeten zu kämpfen und nicht aufzugeben. Sie merkt an welchem Punkt ich angekommen bin. Alle machen sich Sorgen. Und ich kann ihnen die Angst nicht nehmen. So gerne ich es will.

Liebe Grüße,
Avalou
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