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Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Guten Morgen Blumenfeld,

immer das Gleiche Thema mit der Notaufnahme. Es ist doch echt ein Mist. Ich würde da schon gar nicht mehr hinfahren, wenn ich nicht diese Krampfanfälle hätte. Ich weiß auch nicht, warum ich als eine der Wenigen mich nun auch noch damit rumplagen muss. Als ob die Angst und Panik nicht schon ausreicht. Aufgrund der Krampfanfälle kann ich nichts mehr machen. Selbst im Auto sitzen wird zum Horror. Mit so etwas habe ich vor einem halben Jahr auch nicht gerechnet. Da ging es mir ja auch nur schlecht, aber ohne diese Höllen-Anfälle.

So was haben wir alle nicht verdient. Und keiner, der das nicht am eignen Leibe erfahren hat, kann unser Leid verstehen.

Ich habe Angst...

Liebe Grüße,
Avalou
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Aquamarine
Beiträge: 58
Registriert: 13.07.2018 06:53

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Aquamarine »

Liebe Avalou,
ich verstehe dich sehr gut! Und dieses Elendigkeitsgefühl hatte ich auch, jeden Tag und jede Nacht. Ich hatte nicht einmal die Nacht zum Ausruhen 😔!! Es war rund um die Uhr da, und sei dir sicher, es gab auch ganz schreckliche Szenen bei mir. Alle waren von meinem Zustand geschockt.

Es ist ja auch ein Ausnahmezustand! Gioia und ich haben auch gesagt, wir hätten lieber jeden Tag ein Kind auf die Welt gepresst, als das aushalten zu müssen!

Ich sage dir, sei zunächst etwas froh darüber, dass du die Nacht hast und schlafen kannst. Der Körper hat wenigstens dann Zeit ein wenig Kraft zu schöpfen. Zum Abend hin wird es leichter mit den Beschwerden. Das ist gut, denn das hatte ich in meinen schlimmsten Zeiten auch nicht. Erst seit dem es bei mir langsam besser wurde, merkte ich es auch, dass es zum Abend immer erträglicher wird. Auch das ist ein sehr gutes Zeichen!

Du sagst, dass du es schon seit 5 Jahren hast. Du musst dir aber vor Augen führen, dass du in den Jahren davor immer wieder zu Medikamenten gegriffen hast, wenn es unerträglich war, damit es endlich aufhört. Du hast also deinem Körper bzw. deinem ZNS nie wirklich Ruhe gegönnt.

Jetzt hältst du schon fast 7 Monate ohne Medikamente aus, und du bekommst alles zu spüren, was du vielleicht die Jahre über kurzzeitig mit anderen Medikamenten überdenken konntest. Das war ja auch nur ein Unterdrücken der eigentlichen Symptomatik.

Ja, dein Körper ist außer Kontrolle. Gib ihm doch jetzt die Zeit, die er braucht. Guck mal, jetzt bist du wieder in einer Klinik gewesen, sicher wolltest du Gewissheit wegen der Krampfanfälle, das kann ich nachvollziehen, aber wenn die Klinik deinen Vorstellungen entsprochen hätte, wärest du vielleicht auch da geblieben. Aber wie lange wolltest du bleiben? In den nächsten 4- 6 Wochen wird es dir ganz sicher nicht viel besser gehen, und was hätten die Fachärzte mit dir gemacht? Die sind doch am Ende auch total ratlos und hilflos, und im schlimmsten Fall leugnen sie die Zusammenhänge mit den Medikamenten.

Ich frage dich, hast du eine Rotlichtlampe?... bzw. könnt ihr euch eine Infrarotkabine /Sauna anschaffen? Damit kannst du deinen Körper schonend therapieren. Es hilft bei der Zellerneuerung (Vorsicht nicht bei Brust-Implantaten!). In Amerika nutzt man nämlich Lightstim LED für die Zellerneuerung insbesondere bei gefloxten Personen.

Zum Aufwachen morgens kann ich dir nur sagen, dass das für mich - nachdem ich wieder etwas schlafen konnte - am grausamsten war und immer noch nicht wieder 100 Prozent gut ist. Wenn ich aufwache, fühlt sich insbesondere mein Kopf/ Gehirn noch so verklebt an. Manchmal geht es noch so tief bis in die Arme rein. Mir fehlt die Kraft und als meine Wahrnehmungsstörung noch sehr stark ausgeprägt gewesen ist, bin ich wie ein Zombie aufgewacht und mochte mich nicht einmal bewegen. Jede Bewegung war wie fremdgesteuert.

Definitiv ist es morgens am gruseligsten. Aber wie viele natürliche Hormone produziert dein/unser Körper zu dieser Zeit, um den Körper wieder für den Tag zu mobilisieren, und diese Hormone triggern auch deine zerstörten Nerven, und dann kommt es zur Überreizung des Systems. Im Laufe des Tages verändert sich die Hormonausschüttung, und deswegen wird es zum Ende des Tages ruhiger in dir.

Es sind so viele biochemische Prozesse die im Körper ablaufen, und die laufen wie ein intaktes Uhrwerk jeden Tag gleich, was im Grunde genommen bei einem heilen Nervensystem nicht bemerkt wird, und wir hinterfragen es dann auch nicht.

Ich hab im Forum mal iwo gelesen, dass jemand gegen 4 Uhr morgens ein Stück Zartbitterschokolade gegessen hat (war es, weil dann so viel Cortisol in der Aufwachphase ausgeschüttet wird?), jedenfalls sollte der Körper damit wieder etwas beruhigt werden. Ich hab es jedenfalls auch probiert.

Vielleicht versuchst du es?! Oder kaufe dir Schwarzkümmelöl und nehme jeden Tag 3-4 Teelöffel voll! Ich wiederhole mich, du musst dich an etwas festhalten und so eine Alternative auch dauerhaft mal durchhalten! Du merkst definitiv keine Besserung innerhalb von 3 oder 4 Tagen. Das kommt mega schleichend, aber sie kommt!

Liebe Avalou, 7 Monate nach null ist NICHTS! Ich verspreche dir aber, dass es sich zu Weihnachten schon besser anfühlen kann. Ja, Weihnachten ist noch ewig hin bei so einem Zustand, aber das ist deine nächste Etappe!
Setze deinen Fokus auf Heiligabend, und dass du dann etwas Dankbarkeit empfinden kannst, weil sich die Zustände schon abgemildert haben und du dich friedlicher fühlst. Vielleicht stellst du es dir einfach mal bildlich vor und nicht nur einmal!

Heilsame Nacht für alle! 🙏
Aquamarine
14.11.2017 Escitalopram in Tropfen (3 mg Einnahme)-abends totale Leere im Kopf und gesteigerte Ängste und dann nichts mehr genommen
ab 22.11.2017 bis 02.12.17 Valdoxan-Einnahme mit einem Tag Unterbrechung
-unter Valdoxan absolute Ängste, totale Schlaflosigkeit, Schlimmste Albträume, Schwitzen, Massive ZG, komische Gefühle im Kopf, nach Absetzen fühlte sich meine Wohnung und Umgebung fremd an, hatte das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein, alles wie im Film
-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
Folsäure, Biotin, Homöopathische Mittel für Hypophyse, Epiphyse, Hypothalamus & Globuli für Nebenniere.
Ich habe Procain -Spritzen bekommen in Nacken und Schläfen, wegen der Schmerzen.

Am schlimmsten ist das Gefühl, dass ich mich nicht mehr so fühle wie früher.

Michael808
Beiträge: 149
Registriert: 18.09.2019 20:02

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Michael808 »

Hallo Avalou,
Aber wie lange wolltest du bleiben? In den nächsten 4- 6 Wochen wird es dir ganz sicher nicht viel besser gehen, und was hätten die Fachärzte mit dir gemacht? Die sind doch am Ende auch total ratlos und hilflos, und im schlimmsten Fall leugnen sie die Zusammenhänge mit den Medikamenten.
Ich stimme da vollkommen zu! Es ist totale Zeitverschwendung, mit dem Problem Hilfe bei Ärzten zu suchen. Ich war bei Hausarzt, Psychotherapeut, Neurologe, Radiologe (MRT), Orthopäde, Physiotherapeut und Ostheopathe.
Die einzigen, die zwar nicht helfen konnten, aber zumindest attestierten, dass meine Probleme von Mirtazapin kommen, waren der Psychotherapeut und der Orthopäde. Den anderen mangelt es (so leid es mir tut, das über Ärzte sagen zu müssen) schlicht an Kompetenz oder Interesse.

Und bei mir kam noch ein weiteres Problem hinzu: Meine Angehörigen wollten natürlich jedesmal wissen, was der jeweilige Arzt meinte. Und weil sie einfach auch nicht kompetenter sind, glauben sie eben den ganzen Sch :censored: , den die verzapften. Na vielen Dank! Nicht nur, dass mir keiner helfen konnte, sondern sie haben mir indirekt auch noch das Problem eingebrockt, dass ich mir vorwerfen lassen musste, ich wolle mir nicht helfen lassen. Keine Sau hat mir geglaubt, dass meine Depression vorbei war und sie meinten, wenn die Ärzte sagen, das sei psychosomatisch, sei das auch so und ich muss ein „besseres Medikament“ versuchen und/oder in eine psychosomatische Klinik.

Alter Schwede, ich hab solche Aggressionen wegen der Geschichte bekommen, das verzeihe ich der Psychiatrie-Branche in diesem Leben nicht mehr. Und das Verhältnis zu meinen Eltern hat auch drunter gelitten, weil sie es nun ein Jahr später immer noch nicht einsehen wollen.

Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wertvoll dieses Forum hier ist. Nicht auszumalen, was sonst noch auf mich zugekommen wäre, wenn mich die engagierten Leute hier nicht aufgeklärt hätten. Dafür auch an dieser Stelle weiterhin vielen Dank an alle!

LG
Michael
Durch Hausarzt wegen Depression Mirtazapin 15mg verordnet bekommen (9.5.2019); erste Woche 7,5mg, dann volle Dosis für 6 Wochen. Antidepressiver Effekt: nicht eingetreten; schlaffördernde Wirkung bereits nach 3. Woche nicht mehr gegeben. Heftige Verspannungen, Muskelzuckungen und Krämpfe stellten sich ein. Nach 6 Wochen begonnen auszuschleichen: Erste 2 Wochen 7,5mg, dann im Abstand von je einer Woche um ca. 1/8 der Gesamtdosis reduziert. Bereits nach Halbierung der Dosis unbegründete Angstattacken, Zucken am Augenlied für 2 Wochen. Verspannungen, Gelenkbeschwerden auch 4 Monate nach Beginn de Einnahme noch vorhanden und gefühlt immer stärker (heute 19.9.2019). Update am 24.2.2020: Inzwischen geht es mir wesentlich besser. Die :censored: ist zwar noch nicht vorbei, aber ich bin schon wieder mehr der alte, als der Pharma-Geschädigte. Es wird wieder, glaubt mir!

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Guten Morgen Michael, :hug:

danke für Deine Nachricht. Zur Klinik. Es war eigentlich gar nicht geplant dort stationär hinzugehen. Mein Krankenhaus vor Ort hat mich zur weitern diagnostischen Abklärung dort hingeschickt. Im Endeffekt wurde aber nur ein EEG mit Videoaufzeichnung gemacht. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch wieder einen Anfall. Im Arztgespräch wurde mir dann mitgeteilt, dass es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Dissoziative Krampfanfälle handelt. Das heißt ausgelöst durch die Psyche und nicht durch eine Fehlsteuerung des Gehirns (Epilepsie). Diese Anfälle werden auch Nicht-Epileptische Anfälle genannt. Ich habe immer selber das Gefühl, dass ich mich bei jeder noch so kleinen Stresssituation in diese Anfälle selber hinein steigere.

So jetzt bin ich ein bisschen abgeschweift. Also zurück zum Punkt. Der Arzt bot mir an mich in ca. 6 Wochen auf der Station aufzunehmen. Ich war ja nun schon insgesamt 10 mal in Kliniken und bin immer schlechter raus als rein, weil keiner mir geglaubt hat, dass ich die Medikamente nicht vertrage. Manchmal habe ich es ja selber schon nicht mehr geglaubt. Ich habe ja damals auch nur kleine Mengen Mirtazapin bekommen und da hieß es immer "homöopathische Dosis". Wer's glaubt.

Meine Familie und Freunde haben mir auch nicht geglaubt. Ich habe meiner Familie mal die Schilderungen von Aquamarine gezeigt. Da wurden sie ganz still und sagten: "Das sind ja auch alles Symptome, die du hast".

Ich habe auch so einen Hass :evil: auf die Ärzte etc.. Am liebsten würden ich allen Ärzten, Psychiatern und Pflegekräften, die mir das angetan haben und mir mein Leben und meine Selbstachtung geraubt haben, diese Medikamente heimlich unterjubeln und mich an ihrem Leid erfreuen. So schlimm ist es schon. Ich war nie so ein gehässiger Mensch. Aber das hat die Pharmaindustrie nun aus mir gemacht. Aber ich glaube so denken mittlerweile viele von uns hier.

So wie Du danke ich auch noch einmal dem Forum. <3 Ich hoffe, dass irgendwann mal wieder normal leben kann. Falls mein Kopf überhaupt noch in der Lage ist zu erkennen, wie es sich normal anfühlen kann.

Dir noch einen schönen Tag.

Liebe Grüße,
Avalou
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Guten Morgen liebe Aquamarine, <3

ich freue mich immer besonders Nachrichten von Dir zu bekommen. Ich sehe sehr viele parallelen und das schenkt mir jedes Mal ein klein bisschen Hoffnung, dass es vielleicht doch noch mal etwas besser wird. Abends, wenn ich Deine Zeilen lese, bin ich immer sehr optimistisch. Leider ist das am nächsten Morgen wieder erloschen, weil dann die Symptome und die Angst so stark auf mich einprasseln und die Hoffnungslosigkeit so überhand nimmt, dass ich gar nicht positiv denken kann.

Wann hörte denn bei Dir dieses Elendigkeitsgefühl auf? Ich trage es ja nun schon seit Jahren mit mir rum. Klar, damals unter Medikamenten. Das macht das Aushalten und die lange Zeit aber auch nicht besser. Ich war immer diejenige in der Klinik, die sich dauerhaft hundeelend gefühlt hat. Alle anderen hatten eher Hochs und Tiefs. Selbst die Patienten in der Geschlossenen (ich konnte sie morgens aus meinem Fenster im Hof sehen), die zum Teil 4-8 verschiedene Medikamente bekommen haben, standen morgens mit ihrem Kaffee und ihrer Zigarette und lachten und quatschten und ich wusste nicht einmal, ob ich aufrecht am Frühstückstisch sitzen konnte. Und das Gefühl ist seit 4,5 Jahren mein ständiger Begleiter.

Mit den Nächten hast Du natürlich Recht. Ich kann zu 75% gut schlafen. Es gibt auch zwischendrin mal Tage, an denen ich die ganze Nacht wach bin, aber die sind zum Glück überschaubar. Gar nicht auszudenken, wie es mir gehen würden, wenn auch noch der Schlaf die Nacht fehlt. :bettzeit:

Du schreibst vom überdecken der eigentlichen Symptomatik durch Medikamente. Der Witz ist ja, dass ich vor den Medikamenten ja keine Probleme hatte. Lediglich 2 Panikattacken, die von dem Nuvaring ausgelöst wurden. Da bin ich mir sehr sicher. Damit begannen ja die ganzen Probleme. :frust:

In die Klinik werde ich nicht gehen. Das bringt mich ja auch nicht aus meinem Zustand. Ich habe auch keine Lust mehr mich zum 1000sten Mal zu erklären und dann doch auf Unverständnis zu stoßen. Die Anfälle können sie mir dort auch nicht nehmen. Ich bin auch gar nicht in der Lage an den Therapien teilzunehmen. Ich muss mir erst einmal Ruhe gönnen. Damit meine ich auch keine Ärzte etc. mehr aufzusuchen. Das hat mich immer nur noch mehr verzweifeln lassen und mich in meiner Spirale nach unten gezogen.

Eine Rotlichtlampe habe ich bzw. meine Mutter. Das werde ich auf jeden Fall mal probieren. Das kann ja auf keinen Fall schaden. Implantate habe ich nicht :wink: .

Ich bewundere es so, dass Du mit diesen Zuständen nach 9 Monaten wieder gearbeitet hast. Selbst wenn ich mich ganz doll zwinge geht es nicht. Selbst der Spaziergang mit dem Hund ist schon die Hölle.

Es gibt so viele Personen hier im Forum, die schreiben, dass sie die aller schlimmsten Zustände haben, die man sich vorstellen kann und dann schreiben sie, dass sie nach einer 40 Std. Woche am Wochenende platt sind und nur auf dem Sofa liegen können. Ich denke dann immer, dass wenn es wirklich solche Zustände wären, man gar nicht in der Lage ist auch nur an arbeiten zu denken. Damit will ich keinen hier im im Forum angreifen, aber ich kann in diesem Zustand definitiv nicht arbeiten. Nicht mit den Anfällen und den täglichen Angstzuständen. Undenkbar. Um ich war früher immer diejenige, die sich noch mit 39 Grad Fieber zur Arbeit geschleppt hat oder als alle 4 Weisheitszähne gezogen wurden gleich danach wieder zur Arbeit gefahren ist. Ich war also nie wehleiding. Aber diese Zustände machen mich einfach nur Handlungsunfähig. Oder stelle ich mich einfach nur an. Diese Frage kommt immer wieder in mir hoch. Andere schaffen es doch auch.

Ich habe mir gestern Deine Worte zu Herzen genommen mit den Ritualen und wollte gleich am Morgen damit starten. Und was ist passiert. Panikanfall. Musste meine Eltern bitten mich abzuholen. NICHTS geht. Ich bin so frustriert. Ich will und kann nicht. Manchmal breche ich sogar in Unruhe und Panik aus, wenn unser Hund den Raum betritt. Wir haben eine Dalmatiner Hündin. Ganz lieb und ganz vorsichtig, wenn sie merkt, dass es mir schlecht geht. Und trotzdem kann ich nicht mal das aushalten.

Nach der morgentlichen Panik gestern, hatte ich eine leichte Besserung über den Tag. Habe mich dann gegen 15:00 Uhr ausgeruht. Der Körper wurde ganz still. Ich war so dankbar dafür. Kaum stehe ich auf, bricht wieder die totale innerliche Panik in mir aus, als wenn sich alle Stoffe im Körper verbündet und gesammelt haben um dann wieder auszubrechen. Das ist doch nicht normal.

An Weihnachten habe ich auch schon gedacht und mir als nächstes Etappenziel gesetzt, weil es dann ja ca. 1 Jahr nach 0 ist. Lustig - hast Du ja auch so vorgeschlagen.

Ich hoffe und bete, dass Du Recht mit Deiner Einschätzung hast. Danke für die vielen Hilfestellungen.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag, und hoffe, dass Du Dich gut fühlst.

Sei gedrückt. :hug: Liebe Grüße,
Avalou
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Michael808
Beiträge: 149
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Michael808 »

Avalou hat geschrieben:
23.07.2020 09:51
Meine Familie und Freunde haben mir auch nicht geglaubt. Ich habe meiner Familie mal die Schilderungen von Aquamarine gezeigt. Da wurden sie ganz still und sagten: "Das sind ja auch alles Symptome, die du hast".
Das ist ja schonmal ein Fortschritt. Ich konnte noch nicht mal mit solchen Beispielen wirklich überzeugen. Aber durch den Austausch hier sehe ich, dass es anderen auch so geht, das ist immerhin ein kleiner Trost.
Ich habe auch so einen Hass :evil: auf die Ärzte etc.. Am liebsten würden ich allen Ärzten, Psychiatern und Pflegekräften, die mir das angetan haben und mir mein Leben und meine Selbstachtung geraubt haben, diese Medikamente heimlich unterjubeln und mich an ihrem Leid erfreuen. So schlimm ist es schon. Ich war nie so ein gehässiger Mensch. Aber das hat die Pharmaindustrie nun aus mir gemacht. Aber ich glaube so denken mittlerweile viele von uns hier.
Genau diese Gedanken hatte ich auch schon. Ich bin normal auch nicht so ein Mensch. Mit einem Fenster waren diese Gedanken dann mal kurz weg, aber sie sind immer noch präsent. Wahrscheinlich verschwinden sie erst vollständig, wenn es uns wieder gut geht. Wir müssen durchhalten!

Gute Besserung,
LG
Michael
Durch Hausarzt wegen Depression Mirtazapin 15mg verordnet bekommen (9.5.2019); erste Woche 7,5mg, dann volle Dosis für 6 Wochen. Antidepressiver Effekt: nicht eingetreten; schlaffördernde Wirkung bereits nach 3. Woche nicht mehr gegeben. Heftige Verspannungen, Muskelzuckungen und Krämpfe stellten sich ein. Nach 6 Wochen begonnen auszuschleichen: Erste 2 Wochen 7,5mg, dann im Abstand von je einer Woche um ca. 1/8 der Gesamtdosis reduziert. Bereits nach Halbierung der Dosis unbegründete Angstattacken, Zucken am Augenlied für 2 Wochen. Verspannungen, Gelenkbeschwerden auch 4 Monate nach Beginn de Einnahme noch vorhanden und gefühlt immer stärker (heute 19.9.2019). Update am 24.2.2020: Inzwischen geht es mir wesentlich besser. Die :censored: ist zwar noch nicht vorbei, aber ich bin schon wieder mehr der alte, als der Pharma-Geschädigte. Es wird wieder, glaubt mir!

Avalou
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Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Lieber Michael,

Du hast Recht, dass diese Gedanken erst verschwinden, wenn wir wieder gesund sind. Dir geht es ja zum Glück schon viel besser als mir. Ich denke du brauchst nicht mehr allzu viel Zeit, bis du es geschafft hast aus diesem Schlamassel rauszukommen. Ich sage mir das auch jeden Tag, dass ich durchhalten muss. Wenn die Symptome dann wieder so massiv zum Vorschein kommen, dann lache ich darüber. Selbst Aushalten ist schon zu viel verlangt.

Liebe Grüße,
Avalou
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Aquamarine
Beiträge: 58
Registriert: 13.07.2018 06:53

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Aquamarine »

Liebe Avalou,
heute Abend ein paar kurze Zeilen nur, übrigens deine lasen sich heute trotzdem etwas entschlossener und positiver 🤗!

Zu deinen Krampfanfällen gibt es möglicherweise ein Ansatz, den du in Erwägung ziehen solltest. Es sind Infusionen mit NADH. NADH hilft bei mitochondrialen Erkrankungen, und Zellschäden haben wir nun definitiv.

Sie helfen auch bei Epilepsie... auch wenn es bei dir keine „echte“ ist, zum Glück! Natürlich sind die nur auf die Medikamente vor allem Mirtazapin zurückzuführen, da bin ich mir sicher!!!

Du könntest dich an Infusio Frankfurt wenden. Ich hatte denen mal eine Mail geschrieben, ob sie schon Gefloxte behandelt hätten. Sie haben sich bei mir gemeldet und gesagt, dass sie in Deutschland damit noch keine Erfahrung gemacht hätten. Ich weiß aber aus vielen YouTube Videos, dass NADH ein wirksames Mittel ist, auch um DP zu therapieren. Mein Hausarzt, er ist Umweltmediziner, wusste sofort von was ich spreche!
In England und Amerika gilt es gerade auch bei Entzug von Medikamenten, Alkohol und ... als Mittel der Wahl zur Gehirnrestaurierung. Es wird auch zur Behandlung von Parkinson und vor allem auch zur Therapie von chronischer Erschöpfung eingesetzt.

Also deine Krampfanfälle sind ja eine ähnliche Symptomatik. Es wäre eine Idee, geh mal auf die HomePage, wenn du noch mal eine Klinik versuchen wollen würdest, dann würde ich dich nur noch dort sehen wollen!!!

Irgendjemand hat mal die Geschichte von „Pugh“ (?), war es Quietscheentchen??, übersetzt, und der hatte gefühlt auch 1000 Symptome auf einmal und ist arbeiten gegangen, als ich das gelesen hatte, hab ich genauso gedacht wie du, ich kann doch mit diesen Symptomen nicht noch zur Arbeit gehen. Am Ende hab ich mich ja dann doch iwann später zur Arbeit gequält, aber nicht gleich für 40 Stunden die Woche. Das hätte ich niiiiiiiieeeee geschafft!

Halte durch und nutze die tolle Infrarotkabine, wirklich! Ich hätte gerne eine 😉!!

Ansonsten schließe ich mich euch an, ich bin mit unserem Gesundheitssystem total mit durch. Was ich für Aussagen von Ärzten gehört habe und auch von meiner Krankenkasse, es ist alles was für die Medien. Ich hab schon mal an Stern TV geschrieben, sie haben kein Interesse!

Ich sage nur „Till it happens to you“ und hoffentlich trifft es viele von ihnen. Naja, man wünscht niemandem etwas Schlimmes, aber so einen kleinen Testentzug würde ich dem einen oder anderen gerne mal unterjubeln.

Doch ein paar mehr Zeilen 😄...
Liebe Grüße 😘 und eine ruhige Nacht,
Aqua.
14.11.2017 Escitalopram in Tropfen (3 mg Einnahme)-abends totale Leere im Kopf und gesteigerte Ängste und dann nichts mehr genommen
ab 22.11.2017 bis 02.12.17 Valdoxan-Einnahme mit einem Tag Unterbrechung
-unter Valdoxan absolute Ängste, totale Schlaflosigkeit, Schlimmste Albträume, Schwitzen, Massive ZG, komische Gefühle im Kopf, nach Absetzen fühlte sich meine Wohnung und Umgebung fremd an, hatte das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein, alles wie im Film
-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
Folsäure, Biotin, Homöopathische Mittel für Hypophyse, Epiphyse, Hypothalamus & Globuli für Nebenniere.
Ich habe Procain -Spritzen bekommen in Nacken und Schläfen, wegen der Schmerzen.

Am schlimmsten ist das Gefühl, dass ich mich nicht mehr so fühle wie früher.

padma
Moderatorenteam
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Registriert: 06.01.2013 17:04

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von padma »

hallo zusammen, :)

ich bin bei solchen Mitteln immer sehr skeptisch.
Dieser Artikel zu NADH scheint mir recht sachlich und neutral zu sein: https://www.natur-kompendium.com/nadh/

Wissenschaftlich belegt ist ein Nutzen wohl nicht. Zudem hat es keine Zulassung als ein Arzneimittel.
Und man muss auch bedenken, dass Substanzen grundsätzlich auch triggern können.

Aussagen wie, dass es bei Epilepsie hilft, finde ich, sagen wir mal, sehr gewagt.

Also ich persönlich wäre da sehr vorsichtig.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


blumenfeld
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von blumenfeld »

Hallo Avalou,

Danke für Deine Antwort.Ich schreibe nur kurz,mit mir ist nichts los.
Muss noch mal in die Runde fragen,ob noch jemand einen guten Ratschlag für mich hat?!
Es geht nicht mit Medikamenten und ohne wird’s auch nicht.
Ich möchte endlich wieder normal funktionieren.
Geht es Dir inzwischen etwas besser?
Ich wünsche es uns allen hier so sehr!

LG Blumenfeld
Von 2007 bis 2010 verschieden Medikamente - unter anderem:
Trimipramin, Paroxetin, Opipramol, Trevilor, Remergil, Tavor, Abilify, Amioxid, Lyrica, Zolvex, Cymbalta, Mirtazapin, Cipralex, Melperon, Fluspi, Moclobemid, etc.

Ab 2010 bis 2019:
Jatrosom, zeitweise Amisulprid

Seit Anfang November 2019 Jatrosom auf Null.
Dezember 2019 / Januar 2020 Mirtacapin. Januar 2020 Milnacipran für 3 Wochen. Februar 2020 Amineurin. März bis April Escitalopram - war die absolute Hölle/Qual! Seit Mitte April keine PP, nur bei Bedarf Promethazin und Tavor.

Frühere und aktuelle Symptome:
Dauerhafte Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, extreme Körperschwäche, Zittern, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteschübe etc.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Aquamarine, <3

danke für die kurzen Zeilen. :wink: Bin nach einer guten Nacht heute morgen wieder mit völliger Verzweiflung und zerreißender Angst aufgewacht. Diese Angst begleitet mich nun schon seit einem halben Jahr und sie nimmt von Tag zu Tag an fahrt auf. Als ob mein ZNS jeden Tag ein bisschen mehr geschädigt wird. Ich musste gerade meine 14. Jährige bitten mit mir spazieren zu gehen, weil ich es vor lauter Angst und Elendigkeit nicht mehr alleine schaffe. Das ist alles so erniedrigend. Es gibt in meinen Augen nichts, was dagegen hilft. Jeder Versuch endet nur noch tiefer in der Verzweiflung. Ich bin den ganzen Tag nur am weinen. Bei dem ersten Entzug habe ich so gut wie nie eine Träne vergossen. :cry:

Von Tag zu Tag verliere ich mich mehr. Ich hatte immer die Hoffnung, dass es vielleicht nach 6 Monaten etwas leichter wird. Dem war leider nicht so.

Auch heute morgen habe ich versucht Deine Ratschläge zu befolgen und habe mit dem Öl ziehen begonnen. Schon ein bisschen ekelig mit den süßlichen Geschmack. Aber ich probiere es weiter. Das Schwarzkümmelöl hat mein Mann leider nicht bekommen. Erhält man das in der Apotheke? Was soll das Öl genau bewirken? Die Rotlichtlampe habe ich auch schon bei meiner Mutter geordert.

Ich habe gestern mit TS85 gesprochen. Sie bewunderte an Dir immer Deine positive und konsequente Einstellung und Umsetzung im Entzug. Das konnte ich nach dem ersten Kaltentzug auch noch. Jedoch jetzt ist alles anders. Alles raubt mir ein Stück mehr meiner Selbst. Ich weiß, ich muss durchhalten und abwarten. Jedoch die Kraft fehlt. Ich suche immer nach kleinen Rettungsankern, die mir das Aushalten etwas erträglicher machen.

Den Ratschlag mit Frankfurt bin ich leider nicht in der Lage zu befolgen. Ich schaffe es ja nicht mal hier zum Arzt zu gehen. Das wird mir alles zu viel. Ich habe auch Angst davor (so wie es Padma auch kritisch geäußert hat), dass es evtl. triggert.

Oh Gott, wenn ich daran denke, was ich früher für eine gestandene Persönlichkeit war, dann wird mir ganz schwindelig. Alles ist weg, alles ist kaputt. Derzeit verbringe ich 90% des Tages in meinem Zimmer. Jeder Schritt daraus kostet wieder Kraft. Das ist doch alles so krank. Um mich rum sehe ich nur gesunde Menschen. Sie lachen, fahren in den Urlaub, posten fröhliche Bilder; und mein Leben ist ein Scherbenhaufen. Ich bin unfähig zu Sein.

Früher bin ich für meine Meinung eingestanden. Heute stehe ich da, zittere, höre in meinen Körper rein und breche vor Verzweiflung zusammen. Immer und überall. Egal wer gerade bei mir oder wer mir gegenüber ist. Selbstachtung gleich 0.

Zu meinen Eltern kann ich mittlerweile auch nicht mehr. Dort sind die Zustände noch extremer als zu Hause.

Entschuldige bitte, dass ich nur am jammern bin, aber das ist leider momentan die einzige Art und Weise wie ich mich ausdrücken kann. So fühle ich zumindest immer noch, dass ich doch noch ein kleines Stück am leben bin.

Ich drücke Dich und wünsche Dir einen schönen Tag und ein erholsames Wochenende. :hug: <3

Liebe Grüße,
Avalou
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Aquamarine
Beiträge: 58
Registriert: 13.07.2018 06:53

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Aquamarine »

Liebe Avalou 😘,
es wird besser! Ich erkenne mich in deinen Zeilen wieder. Ich konnte keine Statusmeldungen meiner Freunde in WhatsApp ertragen, wie sie fröhlich Ferien bzw. Urlaub genießen. Es schmerzt! Ich weiß, da man denkt, dass man dies nie mehr erleben wird. Aber es wird kommen.

Lass dir Zeit, umso mehr wirst du es später genießen können.

Ich hab mir auch oft meine Tochter genommen, und wir sind dann zusammen raus. Oft habe ich so meine Weinkrämpfe unterbrechen können.

Bezgl NADH bin ich ganz anderer Meinung! Warum soll das bitte nicht bei uns funktionieren, wenn es bei Ciprofloxacin - Geschädigten bereits in den USA erfolgreich eingesetzt wird? Ich hab ja vorher schon geschrieben, dass die ebenfalls über gleiche Symptome wie wir klagen.

Klar kann ich nicht beurteilen, ob es in der akuten Situation triggern würde. Ich sage nur, dass ich es, wenn es bei uns möglich gewesen wäre, probiert hätte.

Ganz ehrlich, was hatte ich in meiner eigenen Situation zu verlieren. Es ging eigentlich nicht schlimmer!!! Ich streite im Übrigen gerade genau wegen dieser Infusionen mit der Krankenkasse.

Aber natürlich muss es jeder für sich selbst entscheiden. Es ist nur eine Idee! Du kannst ja trotzdem mal auf die Seite gehen und gucken. Informieren schadet ja nicht! 😉
Schwarzkümmelöl gibt es eigentlich überall. Sonst einfach mal im Internet nach einem guten gucken und bestellen.

Liebe Umarmung, und alles wird wieder gut! 😇🙏
Aquamarine
14.11.2017 Escitalopram in Tropfen (3 mg Einnahme)-abends totale Leere im Kopf und gesteigerte Ängste und dann nichts mehr genommen
ab 22.11.2017 bis 02.12.17 Valdoxan-Einnahme mit einem Tag Unterbrechung
-unter Valdoxan absolute Ängste, totale Schlaflosigkeit, Schlimmste Albträume, Schwitzen, Massive ZG, komische Gefühle im Kopf, nach Absetzen fühlte sich meine Wohnung und Umgebung fremd an, hatte das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein, alles wie im Film
-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
Folsäure, Biotin, Homöopathische Mittel für Hypophyse, Epiphyse, Hypothalamus & Globuli für Nebenniere.
Ich habe Procain -Spritzen bekommen in Nacken und Schläfen, wegen der Schmerzen.

Am schlimmsten ist das Gefühl, dass ich mich nicht mehr so fühle wie früher.

Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Liebe Aquamarine,🥰

vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde mir die Seite im Internet anschauen. Es ist nur wirklich momentan alles zu viel für mich.

Ich sitze seit heute Morgen hier rum habe einen Angstanfall nach dem anderen, und frage mich jede Sekunde wie ich das überstehen soll. Ich verstehe einfach nicht, warum die Symptome immer mehr werden. Jede Woche wird mir ein Stück mehr Lebensqualität genommen.

Jeden Satz den ich heute mit meiner Tochter gesprochen habe, war ich nur am zittern und habe nach Luft geschnappt. Wie lange hielten denn diese Angstzustände bei dir an? Ich habe das vorher nicht so extrem gehabt.

Sei gedrückt. Liebe Grüße,
Avalou
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simonb
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von simonb »

Hallo Avalou :)

Hast du denn irgendwann auch Pausen zwischen diesen Angstanfällen?

Bei mir passierte das dann immer nach Stunden oder Tagen...

Gruß Simon
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Simon,

momentan ist es so, dass ich keine Pausen habe. Wenn überhaupt, dann wird es erst am späten Abend etwas besser. Heute habe ich es den ganzen Tag, inkl. dem Gefühl komplett durchzudrehen. Der Kopf schwirrt mir ständig weg die Augen drehen sich und ich habe das Gefühl es ist jeden Moment vorbei. Einfach nur der Horror.

Hast Du das auch noch? Wenn nicht, wann hat das bei Dir angefangen und wie lange hat es gedauert bis es wieder aufgehört hat? Ich habe das Gefühl, dass es bei mir von Woche zu Woche schlimmer wird. Ich bin immer weniger da. Ich kann nicht einmal mehr am Tisch sitzen ohne vor Angst rumzuwackeln.

Grüße Avalou
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simonb
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von simonb »

Hallo,

Schätze wohl ca 5-6 Monate, aber nicht durchgehend, sondern mit unterschiedlich langen Pausen/ unterschiedlichen Intensitäten.

Jetzt immer mal wieder Phasen.
Das wird auf jeden Fall wieder besser.

Gruß Simon
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Avalou
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Hallo Simon, :)

das fühlt sich aber nicht so an. Bei mir fing es ca. 6 Wochen nach 0 an. Danach steigerte sich die Angst von Monat zu Monat. Vor 2 Monaten dachte ich, dass ich den Höhepunkt erreicht habe. Leider nimmt es aber merklich von Woche zu Woche zu. Eine Pause gab es zwischendurch leider nicht. Mich macht das schon ein bisschen ratlos, dass die meisten hier im Forum Fenster und Wellen haben. Bei mir reitet momentan alles auf einer Welle. Ich habe das Gefühl, dass ich immer mehr wegdrifte.

Heute war der Gang und die Sprache auch zwischendurch wieder sehr wackelig. Der Kopf ist wie weg.

Lieben Dank aber für Deine Antwort und einen schönen Abend noch.

Gruß Avalou
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simonb
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von simonb »

Hallo,

Das hört sich natürlich sehr schlimm an.
Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl gehabt nicht mehr gesund zu werden.

Aber es ist ganz wichtig den Glauben an Gesundung zu behalten- denn eins ist sicher , Entzugssymptome hören irgendwann auf.

Viel Kraft, Simon
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Aquamarine
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Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Aquamarine »

Guten Morgen Avalou, :hug:

mir ging es ja bereits mit den Medikamenten absolut Hölle. Darunter entwickelte ich, insbesondere mit Mirtazapin, die schlimmsten Zustände. Angstzustände und Zwangsgedanken neben Derealsitation waren dauerhaft da. Dann kam der Entzug, und nach etwa 4 Wochen wurde die Hölle noch einmal 100fach getoppt. Ich hatte dauerhaft Angst und mein Herz hat permanent wie wild gepocht. 24/7 keine Verbesserung über Monate. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das jemals aufhört, vor allem hatte ich ja genau wie du keine Fenster, nicht mal in der Nacht. Die Nacht war oftmals noch unerträglicher als der Tag. Wirklich, ich hatte monatelang nie ein Fenster und bis zuletzt nicht.

Es berichten im Forum viele von Fenstern, die hatte ich nie!
Das hat mich auch so bedrückt, denn dann glaubt man noch mehr, dass man schlimmer betroffen ist als andere.

Bei mir ist es wie eine sehr langsame Ausheilung, bei der man merkt, dass sich Zustände abmildern, ändern und weggehen aber alles sehr unmerklich und schleichend. Das macht auch fertig.

Ich denke, dass du jetzt in so einer extremen Spitze bist wo sich eben alles dauerhaft schlimm anfühlt. Man empfindet nicht eine Sekunde Ruhe oder Erleichterung. Genauso hatte ich es auch.
Also bei 6 Monaten nach null war ich gar nicht lebensfähig. Ich weiß noch, dass ich einen Termin in der Endokrinologie hatte, und ich saß da mit solchen unmöglichen Zuständen. Ich hatte solch einen Grusel in mir, weil ich noch so stark derealisiert gewesen bin. Ich hab mich in diesem Gang so gefürchtet, und ich war so orientierungslos und depersonalsiert beim Sprechen.

Ich musste mich so zusammenreißen, dass ich nicht anfange zu schreien. Da waren so viele alte Menschen und die waren beschwingt und lachten und unterhielten sich mit dem Personal. Ich war wie ein Freak dazwischen & stellte mir vor, wie es sich noch mal angefühlt hat, so zu leben. Du darfst nicht vergessen, ich hatte zu dem Zeitpunkt auch über 13 Monate keinen einzigen normalen Tag mehr gehabt.

Ich denke so um die 9 Monate nach null war es besser mit der Angst, aber von Normalität war ich weit entfernt, aufgrund meiner anderen Symptome. Ich hab mich trotzdem zum Sterben gefühlt und nicht lebensfähig. Ich hab mich nur von Tag zu Tag geschleppt. Ich hatte so oft Heulattacken, weil ich es leid gewesen bin, so leben zu müssen und immer nur zu ertragen. Wie gesagt, keine Fenster!!!, nur aushalten und ertragen.

Vielleicht sollte ich mal eine Liste meiner Symptome erstellen und hier posten. Damit klar ist, was ich 24/7 ohne Fenster ausgehalten habe. Ich kenne persönlich auch noch Mitglieder aus dem Forum, die ebenfalls keine typischen Fenster hatten sondern auch "nur" aushalten.

Alles ist sehr individuell, aber es gibt trotzdem ein Muster im Verlauf, vor allem bei den Betroffenen, die aufgrund einer anderen Vorgeschichte in die Situation gekommen sind.

Ich denke auch, dass du zu dem Personenkreis gehörst, der eine Verstoffwechselungsproblematik hat. Du hast also schon mit Einnahme eine Intoxikation erlebt.

Halte durch Avalou!!! Es wird alles gut werden. 🙏🏼

Liebe Grüße
Aquamarine 🐬
14.11.2017 Escitalopram in Tropfen (3 mg Einnahme)-abends totale Leere im Kopf und gesteigerte Ängste und dann nichts mehr genommen
ab 22.11.2017 bis 02.12.17 Valdoxan-Einnahme mit einem Tag Unterbrechung
-unter Valdoxan absolute Ängste, totale Schlaflosigkeit, Schlimmste Albträume, Schwitzen, Massive ZG, komische Gefühle im Kopf, nach Absetzen fühlte sich meine Wohnung und Umgebung fremd an, hatte das Gefühl nicht mehr richtig da zu sein, alles wie im Film
-ab 03.12.17 abends Mirtazapin nur 3,75 mg
-ab 05.12. in Tagesklinik unter Beschreibung meiner Symptome und Wahrnehmung wurde eine schwere Depression diagnostiziert, wusste aber, dass ich bis Anfang Oktober 2017 eine glückliche und lebensfrohe Frau gewesen bin.
wurde innerh. von 14 Tagen auf 45 mg Mirtazapin hochdosiert- extreme Ängste, Gedankenleere, ZG, Entfremdung, wurde sedierter, das Gefühl neben sich zustehen, Kopf fühlte sich täglich anders an, als wenn Platte in Kopf geschoben wurde
-bei 45 mg Mirtazapin begannen eine Art Wachträume -halten bis heute an, bevor ich überhaupt eingeschlafen bin, sodass ich eigentlich gar nicht mehr zu Ruhe kam und komme
-dann Reduktion von 45 mg auf 30 mg
- reduzierte ab 01.01. auf 27 mg dann bis 05.01. auf 22,5 mg, 2 Tage dann 15 mg, ein Tag 10 mg, ein Tag 7,5 mg und am 10.01. zuletzt 4,75 mg
In der Klinik sagte man mir, ich könne Mirtazapin ohne Ausschleichen absetzen- Symptome: unendliche Ängste, Schwitzen, ZG, totale Schlaflosigkeit, ich war wie in einer Hülle und konnte kaum noch aufstehen, mir fehlte jegliche Wahrnehmung
-ab 13.01. 5 HTP auf Empfehlung einer Hausärztin aber nur 11 Tage lang, meine Wahrnehmung veränderte sich täglich, Schlaflosigkeit, Ängste
-22.01. zur Ärztin verordnet mir Escitalopram und Quetiapin wegen Fremdheitsgefühl
-ab 29.01. 12,5 mg Quetiapin genommen und hat mich weggehauen, war wie unter Drogen (Quetiapin nur kurz genommen, hatte Panikattacken!!)
ab 30.01. Einstieg mit 2,5 mg Escitalopram und ab 01.02. bis 18.02. Escitalopram in Höhe von 5 mg genommen und abgesetzt, konnte nicht mehr, mein Leben fühlt sich nur noch fremd an, hatte stets und ständig ständig andere Wahrnehmung, als wenn ich vor mir sitze, keine Konzentration mehr, Ängste, könnte die einfachsten Dinge nicht mehr
-nach Absetzen wieder schlimme Erfahrung, wie hinter einer dicken Wand
-dann ab 05.04. wieder mit 5 mg Escitalopram begonnen und wieder die Hölle von vorne, aber ohne ging auch nichts mehr
-ab 11.04. 10 mg Escitalopram und zum Schlafen 3,75 mg Mirtazapin
-ab 24.04. in Klinik, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste & da bis 11.05. 10 mg Escitalopram und 3,75 mg Mirtazapin, die Ärztin reduzierte aus Wut ab 12.05. meine Dosis 10 mg auf 5 mg ( in der Klinik bekam ich Cipralex anstelle meines Escitaloprams) -bei 10 mg hatte ich lebensmüde Gedanken, mein Körper fühlte sich wie innerlich gelähmt, mein Kopf war wie hinter einer undurchsichtigen Mauer
-ab 16.05. von 5mg auf 0 mg cipralex- heftige Schmerzen im Nacken, lebensmüde Gedanken, Schmerzen im Körper und im Kopf
-0 mg Mirtazapin

Symptome jetzt:
Massives Fremdheitsgefühl
Unbeschreibliche Schmerzen im Kopf
Null Lebensfreude, kein Antrieb

Ich nehme zur Zeit Vitalstoffe, OPC, Omega 3,
Folsäure, Biotin, Homöopathische Mittel für Hypophyse, Epiphyse, Hypothalamus & Globuli für Nebenniere.
Ich habe Procain -Spritzen bekommen in Nacken und Schläfen, wegen der Schmerzen.

Am schlimmsten ist das Gefühl, dass ich mich nicht mehr so fühle wie früher.

Avalou
Beiträge: 138
Registriert: 04.08.2019 20:51
Wohnort: Niedersachsen

Re: Avalou: Mirtazapin und Opipramol kalt abgesetzt. Benommenheit und Sehstörungen seit Jahren.

Beitrag von Avalou »

Ihr Lieben,

Hilfe!!!

Ich stehe kurz vor der Psychiatrie. Ich kann die Zustände nicht mehr aushalten. Drehe gerade total durch.

Mein Mann ist auch am Ende!
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