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Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

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Bittchen
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Bittchen »

Liebe Foxly,

danke für deine Mühe und deine liebe Antwort,das hat mich sehr gefreut.

Noch zu der Antwort deines Physiotherapeuten,mein Vater hatte unbemerkt einen vereiterten Zahn und dadurch eine Hirnhautentzündung bekommen.
Vielleicht wäre ein guter Zahnarzt auch noch eine Möglichkeit deine Probleme abklären zu lassen.

Bei mir wurden Kopfschmerzen, durch eine Stirnhöhlenvereiterung ,sehr lange als psychisch abgetan.
Bis ich den Arzt gewechselt habe und der Eiter festgestellt wurde.
Ich musste,(vorsicht es wird etwas eklig),eine Schüssel unter die Nase halten,damit der Dreck abfließen konnte.
Da hatte ich sehr viel Glück, so hartnäckig gewesen zu sein.
Darum lasse ich mich nicht mehr einfach so abspeisen,sondern gehe auch körperlichen Problemen sehr genau nach,bis ich für mich einleuchtende
Diagnosen akzeptieren und evtl.was dagegen tun kann.

Freunde,lernst du am besten kennen,wenn es dir nicht so gut geht.
Ich bezeichne nur noch wenige Menschen als meine Freunde.
So richtig habe ich auch niemanden, der mit mir durch dick und dünn gegangen ist,das dann auch für längere Zeit.
Die Meisten denken"Jetzt sollte es aber auch Mal gut sein" sind genervt und ziehen sich zurück.
Aber gute Bekannte habe ich noch, da sind auch zwei dabei,denen ich vertraue und auch meinen Kummer los werden kann.
Da ist es ja immer ein Geben und ein Nehmen.

Dir wünsche ich von ganzem Herzen eine gute Zeit und ganz liebe Grüße
Brigitte
Foxly
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Foxly »

Liebe Brigitte,

danke für Deine Nachricht. Ich habe sie erst jetzt gesehen/gelesen. War lange nicht mehr im Forum, weil es mir einfach zu schlecht geht, die Kraft meistens nicht einmal für die nötigsten täglichen Dinge reicht.

Deine Erfahrungen bezüglich der Stirnhöhlenvereiterung sind ja wirklich übel (und iwie auch typisch, wie heute mit PatientInnen verfahren wird). Aber diesbezüglich habe ich inzwischen alles mehrfach abgeklärt (Zähne auch).

Ich weiß einfach nicht mehr weiter......Es wird eher schlechter denn besser. Ich bin mittlerweile so kraftlos, dass ich nicht einmal mehr einen kleinen Spaziergang schaffe, ich bau muskulär so extrem ab, selbst kleine Übungen lösen schier unerträglichen "Muskelkater" für mehrere Tage aus. Dabei war ich immer (auch noch vor dem Infekt) ein moderat sportlicher Mensch. Und ich bin soooo unglaublich müde bei gleichzeitig nicht erholsamem Schlaf. Mir fehlt iwie die Tiefschlafphase, einschlafen kann ich ganz gut und morgens habe ich auch fast immer das Gefühl, ausgeschlafen zu sein und denke "Yes, das wird MEIN Tag". Leider hält das Gefühl inzwischen nie länger als zwei Stunden an, den Rest des Tages verbringe ich meist in quälender Energie- und Kraftlosigkeit, körperlich und mental.
Es macht mich völlig verrückt, dass ich nicht ausmachen kann, kommt es jetzt vom Entzug, vom Infekt, von WAS?? Angeblich sind ja "alle" Blutwerte in Ordnung. Das kann schlicht nicht sein, so wie ich mich fühle!! Ich bin streckenweise tatsächlich zu müde zum Atmen! Und es hört einfach nicht auf, wird - wie gesagt - eher schlechter. Das lässt mich aktuell auch arg an der "Entzugsthese" zweifeln, noch dazu nach einem Jahr. Es ist auch keineswegs so, dass ich das Geschehen als "Wellen und Fenster" erlebe, es geht mir einfach durchgängig richtig übel.

Vitamin D ist zu niedrig, Substitution habe ich mich aber aufgrund der Horrormeldungen hier im Forum nicht wirklich und anhaltend getraut. Einzige Idee war jetzt noch, ein Aminosäurenprofil machen zu lassen (was natürlich auch wieder keine Kassen-/Hausarztleistung ist), da ich mich aufgrund der "MS" überwiegend vegan ernähre. Bin gespannt, was der Test ergibt. Diesbezüglich hier direkt eine Frage an alle, die vielleicht mitlesen: gibt es diesbezüglich Erfahrungen hier im Forum? Wenn ja, bitte gerne mit mir teilen!

Mein Neurologe und meine Hausärztin raten unisono dringend zu einer neurologischen Reha, die ich in diesem Zustand aber gar nicht schaffen würde. Diesbezüglich bin ich mir mit meiner Therapeutin (Ärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie) einig. Abgesehen davon bin ich auch nicht in der Verfassung, mich mit (sicher lieben) Mitmenschen mit schweren neurologischen Defiziten zu umgeben. Ich neige ohnehin dazu, mich der Probleme anderer anzunehmen.......das geht aktuell absolut gar nicht!!!! Meine Therapeutin meinte, allenfalls eine psychosomatische Reha, da ginge es etwas moderater zu :lol: aber auch da sieht sie mich nicht wirklich. Erschwerend kommt noch dieses ganze Corona-Gedöns hinzu. Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, mit MNS Gespräche zu führen, Gymnastik zu absolvieren oder sonst iwas damit in Gemeinschaft zu tun. Ich bekomme schon die Krise, wenn ich mit dem Ding in den Laden muss - eben weil meine Atmung seit dem Infekt und durch diese unbeschreibliche Erschöpfung/Müdigkeit iwie beeinträchtigt ist.

Omg, jetzt jammer ich hier rum........ist eigentlich nicht meins, aber ist grad wirklich so besch..... :frust:

Das, was Du - liebe Brigitte - bezüglich der Freunde schreibst, finde ich auch für mich voll zutreffend! Die meisten haben sich im Laufe der letzten Jahre so nach und nach "verdünnisiert", kamen einfach nicht drauf klar, dass ich nicht mehr so leistungsfähig war/bin (dabei bin ich tatsächlich bei allen möglichen Gründen nicht jammerig oder griesgrämig, vielmehr war mein Umfeld wohl eher komplett "verwöhnt" :haha: ). Aber das JETZT überfordert selbst meine zumeist wohlwollenden Kinder und meine liebe mir noch gebliebene Schwester. Da erfahre ich gerade das, was Du so nett mit "Jetzt sollte es aber auch mal gut sein" beschrieben hast, bzw sie meinen, ich solle mich doch jetzt mal auf die Ratschläge meiner Ärzte einlassen und nicht so unsinnig und übertrieben kritisch mit allem sein, bei allem Verständnis für alle berechtigten Zweifel meinerseits. Aber so käme ich ja auch nicht voran und sie selbst seien einfach nur noch rat- und hilflos. Verstehe ich! Weiß nicht, wie es MIR an ihrer Stelle erginge.........

So, liebe Brigitte, jetzt will ich hier im Forum noch einmal nach Aminosäuren suchen und dann war's das wohl auch schon wieder an Kraft für heute. Dir noch einmal ganz lieben Dank, dass Du mir geschrieben hast und alles Liebe weiterhin für Dich!
Gabs

P.S.: Hier noch das Sprüchle zum Wochenende: :wink: "Der fallende Baum macht Krach, der Wald wächst lautlos" (Tibetisches Sprichwort)
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nadelwaldfichte
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von nadelwaldfichte »

Liebe Gabs,

Es tut mir sehr leid, dass es bei dir zur Zeit eher schlechter wird, ich fühle sehr mit dir...

Ich kann es mir sehr gut vorstellen, dass alles noch vom Entzug kommt bzw. Er zumindest noch mit hineinspielt. Mir ging und geht es oft in schlechteren Phasen auch so, dass ich es nicht mehr recht glauben kann (vor allem dann, wenn die psychische Seite betroffen ist), aber in guten momenten später ist es mir dann wieder völlig klar.

Von mir kann ich dir berichten, dass ich so 9-10 Monate nach 0 eine sehr schlimme mehrwöchige Welle hatte, das muss die sogenannte 10-Monats-Welle gewesen sein (kennst du den Post dazu?). Und auch gegen 13 Monaten wars glaub nochmal etwas schlechter. Und ich hatte das auch sehr lange so, dass die Wellen und Fenster sich nicht in Stunden/Tagen abgewechselt haben, sondern eher in Wochen...

Was ich mich bei deinem Infekt gefragt habe: hast du ausschließen lassen, dass es das Coronavirus war?

So, wir gehen nun auf die Baustelle, deshalb nur eine etwas kürzere Antwort.

Alles Liebe für dich!
nadelwaldfichte
Now let me feel high when I'm sober - Let me feel young when I'm older - Let me feel proud when it's over - I finally realized - All of this time it was in me - All along, it was in me... (Avril Lavigne)

seit ca. März 2014:
Escitalopram 10 mg (kurz Citalopram, aber wegen der Nebenwirkungen wurde dann relativ schnell umgestellt), wegen leichterer/mittelschwerer Depression und Selbstunsicherheit (und Ängsten – was ich vergessen hatte) --> ich wurde mit den Jahren recht stabil, daher Beginn des Absetzens

Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

Einige gesundheitliche Probleme. Einige haben sich über die letzten 1-2 Jahre eingeschlichen, einige sind spontan genau zu dieser Zeit aufgetreten. Ich verstehe lange nicht, was mit mir los ist.
Erst Ende Juli 2019 finde ich dieses Forum und mir wird vieles klar!

Entzugssymptome (einiges hat sich relativiert, mit anderem kämpfe ich noch):
Körperlich: Erschöpfung / Probleme, zu schlafen / Probleme mit der Stimme, Fehlspannung der vorderen Halsmuskulatur, Druck im Hals / Magen/Darm-Probleme / Allergien, hyperreagible Bronchien, Atemprobleme / Probleme mit den Augen / Unterleibsschmerzen / unangenehme Hitze zwischen den Oberschenkeln / Herzstolpern / erhöhte Entzündungswerte / Hautprobleme, hauptsächlich am Kinn / Inneres Vibrieren / Schwindel (im akuten Entzug)
Psychisch: Unsicherheit / Emotionale Instabilität, Labilität / Schlechte Belastbarkeit / Zittrigkeit, innere Unruhe / Depression / Konzentrationsprobleme
Foxly
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Foxly »

Liebe nadelwaldfichte,

ich habe erst jetzt Deine liebe Nachricht gefunden und gelesen, weil ich die meiste Zeit jetzt in dem von mir neu eröffneten thread "Ein Jahr ohne" unterwegs bin und keine Ahnung habe, wie ich die beiden miteinander verknüpfen oder beide zu "meinen" machen kann.......

Es macht mir Mut, dass Du schreibst, auch Dir ginge es gelegentlich noch so, dass Du nicht glauben kannst, dass die Symptome noch vom Entzug kommen. Und Du bist wesentlich jünger als ich und hast - so vermute ich mal - keine weiteren massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Was will ich altes Grautier denn da erwarten?! :lol:

Es war tatsächlich der Infekt, der mich komplett aus der Bahn geworfen hat und von dem ich mich einfach nicht mehr erhole :evil:
Und ja, es wurden (nach 5 Wochen in der Aktivphase und nach beinahe 6 Monaten in der Rekonvaleszenz) Tests auf Corona gemacht, die beide negativ waren, sowohl der PCR-Test als auch der Antikörpertest. Meine Ärztin meinte aber, dass das wenig bis gar keine Aussagekraft besäße, zum einen weil die Tests damals in der Anfangsphase noch sehr unzuverlässig und der Zeitpunkt überdies zu spät gewesen seien, zum anderen, weil wohl nur ein Drittel aller Infizierten Antikörper im Test zeigt und auch hier wieder der späte Zeitpunkt eine Rolle spielt.

Eigentlich ist es mir auch relativ egal, wie dieses aggressive Schätzchen von Virus denn nun hieß, Fakt ist, dass das außergewöhnlich war/ist. Da sind sich ausnahmsweise mal alle beteiligten Ärzte einig (was sie sonst für gewöhnlich nur sind, wenn eh alles zu spät ist oder es gilt, jemandem den "Psychostempel" aufzudrücken :haha: ). Ich denke, es war der denkbar blödeste Zeitpunkt, denn mein Tagebuch zeigt die zwei Monate davor die ersten positiven Tendenzen bezüglich des Entzugs. Wir hatten jedenfalls den zweiten Uniabschluss meiner Tochter in größerem Rahmen gefeiert. Und sie war mit ihrer family einige Wochen zuvor auf einer großen Hochzeit in Norditalien. Eigentlich für Corona alles zu früh, aber auch diesbezüglich streiten sich mittlerweile ja bekanntermaßen die Gelehrten........

Es bleibt wohl nur, weiter zu hoffen, zu warten, zu erdulden, sich an minimalsten Dingen zu erfreuen.......keine Ahnung, wie das geht (alles nicht unbedingt meine hervorragenden skills), aber so sieht es momentan wohl aus.

Ich habe mich gefreut, Dich auf der Baustelle zu wissen :wink: Ein neues Projekt ist immer eine gute und motivierende Sache, wenn man es nicht übertreibt! Ich denke aber, Du hast das mittlerweile im Griff und

schicke Dir viele positive Gedanken in den Aether! :hug:
Gabs
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nadelwaldfichte
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von nadelwaldfichte »

Liebe Gabs,

schön, von dir zu lesen (und sogar gleich 2x :-))! Es freut mich, dass es zumindest eine kleinere positive Tendenz gibt...

Irgendwie scheint es mir auch nicht so unwahrscheinlich, dass dein Infekt möglicherweise tatsächlich Covid-19 war (ich glaube, mittlerweile wurde das Virus schon für einen Zeitpunkt um Dezember 2019 in Norditalien nachgewiesen) - und vielleicht die Vorbelastung durch den Entzug und die mögliche MS dann eben auch eher einen sich ziehenden Verlauf begünstigt haben...
Aber wahrscheinlich ist es wirklich eher egal, wie man das Ganze nennen mag, sondern dass man sich eben wieder erholt... Gönn dir weiterhin Ruhe und teil dir deine Kraft ein. Ich habe den Eindruck, in der Entzugsphase lernt man doch nochmals mehr, was der Körper im Moment braucht; und wenn man ihm das geben kann, dann geht es sicher auch eher wieder aufwärts.

PS. Vielleicht kann das Moderatorenteam ja deine Threads irgendwie verknüpfen!?

Alles Liebe,
nadelwaldfichte
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Ende Oktober 2018: Reduktion von 10 mg auf 5 mg Escitalopram

21.03.2019: quasi kaltes Absetzen der 5 mg (nach Rat meines Arztes) / alle paar Tage 5 mg, wenn ich den Schwindel nicht aushielt

03.04.2019: Tja... Mein Arzt sagt mir, dass es auch Tropfen gibt, mit denen man milligrammweise reduzieren kann. Alle paar Tage 2, dann alle paar Tage 1 Tropfen.

18.04.2019: Letzter Tropfen Escitalopram. Seitdem im protrahierten Entzug...

Einige gesundheitliche Probleme. Einige haben sich über die letzten 1-2 Jahre eingeschlichen, einige sind spontan genau zu dieser Zeit aufgetreten. Ich verstehe lange nicht, was mit mir los ist.
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Straycat
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Straycat »

Liebe Gabs,
Liebe Nadelwaldfichte
nadelwaldfichte hat geschrieben: 17.09.2020 14:54 PS. Vielleicht kann das Moderatorenteam ja deine Threads irgendwie verknüpfen!?
Ich habe den Thread "Ein Jahr ohne" als Austauschthread für sämtliche Foris verstanden, die sich über ihren Zustand 12 Monate nach 0mg austauschen wollen. Du hast ihn ja auch im Bereich "Diskussion" eröffnet.
Und dieser Thread hier ist dein persönlicher Thread, Gabs. Hier kannst du alles zu deinem Befinden, deinem Absetzen etc. berichten.

Je mehr Threads User eröffnen, desto verwirrender kann es werden :o
Deswegen ist es wichtig, dass man den Austausch über seinen eigenen Absetzweg, sein Befinden usw. im eigenen Thread hält - nach Möglichkeit. Aber es vermischt sich immer wieder mal was, das ist ja auch gelebter Austausch ;-)

Liebe Grüße,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Bittchen »

Liebe Gabs,

vielen Dank für deine liebe Antwort.
Leider kann ich auch nichts zu deiner "Vermutung"zu Covid 19 sagen,aber über sehr unangenehme Spätschäden habe ich schon gelesen.
Es ist aber egal warum oder weshalb es dir so schlecht geht ,da hilft nur, sehr gut auf dich zu achten.
Kinder sind oft verängstig,so ist es bei mir, sie wollen dass es uns schnell besser geht und hoffen durch die Ärzte auf schnelle Hilfe.
Klar, wir haben ihnen ja vermittelt,dass sie Ärzten vertrauen können,dass da nicht immer alles richtig läuft,ist ja auch wieder ein Lernprozess .
Das zu akzeptieren ist auch für unsere Kinder nicht leicht.
Ja,die Genesung geht nur in ganz kleinen Schritten.
Psychostempel hin oder her,das lasse ich nicht mehr zu, und halte heute dagegen.
Durch die Einschüchterungsversuche der Ärzte in dieser Richtung habe ich viel Übung darin.

Alles Gute für dich und mache nur das was du willst.
Keinen Zwang,Ruhe halten ,dann wirst bald auch zu mehr Lust verspüren.
Es brauch Zeit dich zu erholen ,da fällt mir auch ein Spruch ein:
"Das Gras wächst nicht schneller ,nur weil man daran zieht ."

Liebe Grüße
Brigitte
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .
Foxly
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Foxly »

Liebe nadelwaldfichte,

danke für Deine rasche Antwort......es bringt immer ein wenig Trost, von Euch allen hier zu lesen, erst recht in einer derart üblen Lage wie die aktuell leider anhaltende Phase.
Ich habe den Eindruck, in der Entzugsphase lernt man doch nochmals mehr, was der Körper im Moment braucht; und wenn man ihm das geben kann, dann geht es sicher auch eher wieder aufwärts.
Das mag grundsätzlich so stimmen, ist aber momentan genau das, was mich verrückt macht, dass ich nicht weiß, ist der schlimme Zustand dem Entzug, dem Infekt, der MS, einer Depression (hatte ich noch nie, kann aber auch sein) oder einer Kombi aus allem geschuldet. Ich finde es für mich immer wichtig, meinen "Feind" zu kennen, dann kann ich mir eine Strategie (und wenn es nur ausharren ist) basteln und "kämpfen". Ich kann eben nicht einschätzen, was mein Körper im Moment braucht (doch Schlaf!!!! Aber das kann ich ihm nicht geben und der Dummkopf nimmt ihn sich einfach nicht) und das ist beinahe unerträglich, kenne ich von mir auch überhaupt nicht.

Meine Leidensfähigkeit ist nahezu erschöpft und es dürfte sehr gerne jetzt mal wieder ein Fenster(chen) aufgehen :wink:

Dir weiterhin alles Liebe
Gabs
Zuletzt geändert von padma am 19.09.2020 13:45, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Foxly »

Liebe Cat,

danke, dass Du Dich meines thread-Problems gleich angenommen hast. Ja, ich blick's halt manchmal hier noch nicht wirklich (ich schreibe das mal meinem aktuellen Zustand und meiner technischen Unversiertheit zu :haha: )

Tatsächlich ist es aber so, dass mein Ursprungstitel zwar sehr gut gemeint war (war ja die ursprüngliche Absicht), aber leider aktuell gar nicht passt. Vielmehr ist es wirklich eher der Titel des threads "Ein Jahr OHNE", der besser passt. Ich würde es auch sehr schade finden, wenn durch den irreführenden Titel Menschen auf meine Seiten geraten, die etwas ganz anderes suchen/brauchen.

Können wir das vielleicht iwie umbenennen? Ich hoffe zwar noch immer, dass ich in absehbarer Zeit hier Mut machen (und nicht nur gemacht bekommen) kann, aber es sieht wohl so aus, als würde das noch ein wenig dauern.

Lieben Dank an Dich und das Team für Euren unermüdlichen Einsatz <3
Gabs
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Foxly »

Liebe Brigitte,

herzlichen Dank auch Dir für Deine lieben Zeilen! Insofern passt der Titel "Mut machen" ja schon, auch wenn es ursprünglich eher umgekehrt gemeint war :wink:
Mit dieser Covid19 Geschichte hast Du absolut recht. Es ist wirklich egal, ob es das nun war oder nicht, es geht allenfalls um eine "psychische Rehabilitation" bei den Ärzten (und auch bei manch einem im persönlichen Umfeld). :haha:
Off Topic
Psychostempel hin oder her,das lasse ich nicht mehr zu, und halte heute dagegen.
Durch die Einschüchterungsversuche der Ärzte in dieser Richtung habe ich viel Übung darin.
Du bist soooo cool :lol:
Off Topic
Alles Gute für dich und mache nur das was du willst.
Das ist ja leider genau mein Problem, dass ich eben NICHT machen kann, was ich will (rien ne va plus)
Off Topic
Keinen Zwang,Ruhe halten ,dann wirst bald auch zu mehr Lust verspüren.
.....und so viel (unerträgliche) Ruhe hatte ich mein ganzes Leben noch nicht. Und Lust hab ich durchaus zu allerlei, es GEHT nur leider NICHT :cry:

Aber ich weiß natürlich ganz genau, was Du meinst und sicher hast Du absolut recht!! Dein Spruch passt auch ganz hervorragend - gerade für mich, deren zweiter Vorname nicht eben "Geduld" ist :haha:

Jetzt hab ich wirklich mit wenigen Zeilen hier schon wieder mein allerletztes Pulver verschossen und werde mich wohl mal mit Freund Baldrian und dem Gedanken an mein gemütliches Betti anfreunden. :bettzeit:

Danke für das Teilen Deiner wertvollen Erfahrungen, liebe Brigitte und nachher eine erholsame und gute Nacht
Gabs
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Straycat »

Hallo Gabs,

Was hältst du von "Foxly: Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne"?
Kann es gerne umbenennen :)

Du verwendest übrigens den falschen Icon für Zitate ;)
Die gelbe Sprechblase mit den "" darin ist "off topic"
Für das zitieren musst du den Icon mit " " und Zeilen wie Text dazwischen nehmen (gleich neben B I U ganz oben).

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Foxly: Mut machen

Beitrag von Foxly »

Liebe Cat,

Ja, gute Idee der Titel, vielleicht zum besseren Verständnis noch SSRI nach OHNE anfügen oder was meinst Du? Das ist sehr nett, dass Du Dich kümmern willst, danke!

Und danke auch für den Hinweis mit dem falschen Icon fürs Zitieren, werde es direkt mal ausprobieren
Für das zitieren musst du den Icon mit " " und Zeilen wie Text dazwischen nehmen (gleich neben B I U ganz oben).
sieht iwie richtig aus :lol:

Ganz herzlichen Dank und Dir einen schönen Sonntag
Gabs
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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von Straycat »

Hallo Gabs :)

Padma :) war so nett und hat das schon erledigt und deinen Titel angepasst :)

Hab einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße,
Cat
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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von Foxly »

......ach, Ihr Lieben!

Herzlichen Dank! <3
Gabs
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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von Foxly »

Hallo Ihr alle dort draußen,

Ich bewundere Euch alle, die Ihr so tapfer durchhaltet! Ich drohe hier gerade einzubrechen.......ich bin die letzten Tage hart an einer (freiwilligen) Einweisung in irgendeine Klinik vorbeigeschrammt. Zum Glück ist meine psychotherapeutische Ärztin sehr besonnen, hat mein Ansinnen noch einmal sehr kritisch mit mir besprochen (vor allem auch im Hinblick darauf, dass es - in welcher Klinik auch immer - wohl kaum Therapie ohne Medikamente geben wird) und hat mir für die allernächsten Tage erst einmal vorgeschlagen, mich mindestens zweimal die Woche anzurufen auf dieser "Durststrecke".

Außerdem meint sie, dass es wohl doch vielleicht sinnvoll wäre, es mal ein/zwei Nächte mit dem Promethazin zu versuchen, da ich mittlerweile GAR NICHT mehr schlafe (heul, uff, ächz). Ich bin dermaßen durch den Wind, dass ich den ganzen Tag nicht nur wie ein Zombie unterwegs bin, sondern auch fürchterliches Gedankenkreisen um genau DIESE Problematik mit dem Entzug habe und bei jeder Kleinigkeit, die ich nicht kann, gleich in Tränen ausbreche. :frust:

Wenn ich je in meinem Leben eine Depression hatte (wie mir ja immer wieder bei jedem Absetzversuch versichert wurde obgleich ich das erste SSRI aus einem komplett anderen Grund bekommen hatte), dann JETZT!

Da fällt mir gerade ein, kennt Ihr den Artikel der "Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V." zum Thema Antidepressiva? Falls ich ihn nachher noch finde, versuche ich ihn mal zu verlinken.....Dort steht nämlich u.a.
"Auch Menschen, die diese Medikamente ursprünglich wegen anderer Erkrankungen einnehmen, können unter der Einnahme eine Depression entwickeln. Der Begriff "Tardive Dysphorie" bezeichnet das Krankheitsbild einer chronischen Depression, die durch eine Langzeitverordnung von Antidepressiva verursacht wurde."
Quelle: https://www.dgsp-ev.de/fileadmin/user_f ... a_2019.pdf

.......vielen Dank auch!

Aktuell überlege ich ernsthaft, zunächst einige wenige Tage Promethazin zu nehmen (ich MUSS einfach mal schlafen!!!!!) auch wenn ich einen Heidenrespekt davor habe. Ja, alle hier im Forum zusammen getragenen und empfohlenen Strategien/Mittel zum Schlafen habe ich probiert - leider erfolglos :( und der Spuk hält ja nun schon seit über 7 Monate an. Überdies ziehe ich doch eine (befristete) Einnahme von Johanniskraut in Erwägung. Es gibt durchaus Stimmen Betroffener im Internet (und ich glaube, auch HIER eine gelesen zu haben), die von positiven Erfahrungen gerade nach dem Absetzen der PP berichten.

Jedenfalls halte ich das nach wie vor für das kleinere Übel, auch wenn es hier viele negative Erfahrungen dazu gibt. So bin ich wirklich zu nichts, aber auch zu gar nichts zu gebrauchen. Ich schreibe hier einige Beiträge und das war's auch schon für den Rest des Tages......

Vielleicht gibt es noch einen winzigen Hoffnungsschimmer, das Schlafproblem, das ich momentan für das größte halte, bzw. glaube, dass sich alle anderen Symptome zu einem Großteil darauf zurückführen lassen anderweitig in den Griff zu bekommen:

Ich hatte, glaube ich, geschrieben, dass ich ein Aminosäurenprofil hatte machen lassen. Das Ergebnis ist jetzt da und doch ziemlich interessant. Die meisten Aminosäuren sind einigermaßen im Lot, lediglich zwei sind ganz unten, L-Arginin und noch verheerender L-Asparaginsäure. Die Anmerkung aus dem Labor: "spricht für einen extremen Erschöpfungszustand, z.B. nach schwerer Erkrankung". Erschöpfung stimmt, fragt sich ob vom Schlafmangel, vom Entzugsstress oder diesem bescheuerten Infekt, von dem ich berichtet hatte und von dem ich behaupte, dass erst von da an alles bergab ging, ich seither nicht mehr auf die Beine komme.

Jedenfalls gibt es in der Schweiz ein zugelassenes Medikament mit genau diesen beiden Aminosäuren bei der Indikation: "Müdigkeit, bzw Erschöpfungszustände, auch in der Rekonvaleszens. Kann auch erschöpfungsbedingte Schlafstörungen beheben". Das Mittel heißt Dynamisan forte und ist insofern umstritten, ob es nicht einfach ein teures "life-style-produkt" ist, das eine Zulassung als Arznei bekommen hat. Nun ja...... in Deutschland gibt es das leider gar nicht, auch nicht in iwie abgewandelter Form. Da ich gute connections in die Schweiz habe, überlege ich, das noch zu probieren bevor ich zu Promethazin und Johanniskraut greife. Was meint IHR?

Ich werde weiter darüber berichten.

Heute hätte ich eigentlich meinen kleinen Lieblingsmensch hier gehabt, musste ich absagen, weil ich in dem Zustand die Verantwortung für einen Zweijährigen nicht übernehmen kann (ganz zu schweigen davon, dass sich unser Spaß miteinander wohl auch sehr in Grenzen halten würde). So etwas macht mich nicht nur ungeheuer traurig, es wirft mich regelrecht komplett aus der Bahn!!!!


Ich bewundere Euch alle hier, die Ihr so tapfer durchhaltet, die Ihr irgendwie Euren Alltag gemeistert bekommt!!!!!!
Ich fürchte, ich habe diese Stärke NICHT :cry: :cry: :cry:

Lieben Dank für's Lesen und Euch allen einen schönen Tag
Gabs

P.S.: bekomme das mit den links zum Positionspapier der DGSP nicht hin (ist ein pdf), mittlerweile gibt es eine aktuelle Ergänzung, in der auf das Langzeitentzugssydrom eingegangen wird. Einfach DGSP e.V. im Browser eingeben, dann findet man das.
Ein ähnliches Positionspapier gibt es auch von der "Schweizerischen Gesellschaft für Sozialpychiatrie" SOPSY (ebenfalls ein pdf)
Ich habe mir jedenfalls beide mal runtergeladen als mögliche "Diskussionsgrundlage", bzw. Handout für uneinsichtige Ärzte :haha:
big virtual hug
Zuletzt geändert von Straycat am 23.09.2020 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Quellenlink ergänzt
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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von Straycat »

Liebe Gabs,

ich habe den Link zur Quelle ergänzt.

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von padma »

hallo Gabs, :)

es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht.
Außerdem meint sie, dass es wohl doch vielleicht sinnvoll wäre, es mal ein/zwei Nächte mit dem Promethazin zu versuchen, da ich mittlerweile GAR NICHT mehr schlafe
Wenn du gar nicht mehr schläfst, ist es evtl. einen Versuch wert es kurz zu nehmen. Einigen Betroffenen hilft es, die Erfahrungen sind unterschiedlich. Es kann selbst auch Unruhe auslösen. Und es ist natürlich auch nicht harmlos. Wenn du jedoch kurz vor einer Klinikeinweisung stehst,ist es vermutlich das kleinere Übel..

Infos findest du in unseren Steckbriefen viewtopic.php?f=66&t=17725

Von Johanniskraut würde ich dir definitiv abraten. Es wirkt einem synthetischen AD sehr ähnlich, Infos ebenfalls in den Steckbriefen.

Diese beiden Aminosäuren würde ich eher verstärkt über die Nahrung zu mir nehmen
Die Wirkstoffe dieser Mittel sind mit einer gesunden Ernährung billiger zu haben. Dynamisan forte z.B. enthält pro Ampulle 2,8 g Arginin und 2,2 g Aspartat. Schon 100 g Erdnüsse, aber auch Vollkornbrot oder Eier enthalten mehr von diesen Wirkstoffen.
http://leichtlesbar.ch/html/_evidenzia+55.html

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von Clarissa »

Liebe Gabs.

Soooo lange war ich nicht komplett schlaflos. Immer mal eine Nacht mit sehr wenig Schlaf, die gibt es auch jetzt noch.

Promethazin habe ich natürlich auch gekriegt, mir ging der Kreislauf ab, der "Schlaf" war katastrophal und der Hangover am Folgetag nicht tolerabel für mich.
Johanneskraut hat bei mir nix bewirkt. Auch keine Absetzbeschwerden.

Meinen Lieblingsmenschen kann ich ebenfalls nicht betreuen und bin traurig darüber. Aber mit PP könnte ich es erst Recht nicht.

Abendgrüße von Clarissa.
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Foxly
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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von Foxly »

Hallo Ihr Lieben,

Danke für Eure (raschen) Nachrichten, Tipps und Erfahrungen. Das hilft ungemein!!
Danke Cat für die Verlinkung :wink:

Danke padma für die Hinweise zu den von mir angesprochenen Medis; auch wenn es all die Infos hier im Forum iwo gibt, ist es doch noch einmal etwas "komprimierter", direkt im thread eine Einschätzung zu bekommen. Allerdings ist es bezüglich der Aminosäuren nicht so einfach in meinem Fall, diese mit der Ernährung in ausreichender Menge zuzuführen, da ich mich durch viele Unverträglichkeiten schon seit Jahren etwas - nun ja - speziell ernähre. Deshalb hatte ich den Test ja auch machen lassen. Ich denke, es ist wirklich eine vorübergehende "Störung" durch die schlechte Kombi aus Entzug, Infekt und Schlafmangel, die man auch nur sehr kurzzeitig "auffüttern" muss :wink:

Und danke Clarissa für das immer wieder Teilen Deiner Erfahrungen (vieles wiederholt sich auch und Du bleibst tapfer eine Stütze!) Und hilfreich auch Dein knapper Hinweis, dass eine Betreuung unserer Lieblingsmenschen MIT PP wohl erst recht nicht möglich wäre. Du hast soooo recht! So gibt es zumindest immer wieder einige Stunden/Tage, an denen es doch iwie möglich ist und vor allem die Hoffnung, dass es doch noch in absehbarer Zeit besser wird. :wink:

Es schwankt ja auch alles sehr stark; heute Nacht habe ich dank "Nachtgeflüster" zumindest einige Stunden mit vielen Unterbrechungen geschlafen. Vielleicht auch, weil ich mir gestern hier bei Euch ein bisschen 'was von der Seele schreiben konnte?!
"Nachtgeflüster" ist übrigens ein Beitrag auf der "Ohrinsel" bei youtube. Eine sehr angenehme Stimme und sehr brauchbare geleitete Meditationen.

Wieder ein Tag und eine Nacht geschafft! Mal schauen, was uns allen der neue Tag bringt. Euch einen guten Start in denselben mit möglichst vielen schönen Stunden, wenigen doofen Beeinträchtigungen und mit lieben Mitmenschen :hug:

Gabs
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Foxly
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Re: Foxly:Absetzsymptome nach über 1 Jahr ohne SSRI

Beitrag von Foxly »

Hallo Ihr Lieben,

ganz kurze Meldung, weil ich es wichtig finde, auch POSITIVES zu berichten (Ihr habt es "verdient" :) ):

Ich hatte gestern einen deutlich besseren Tag!!! Zwar weit entfernt von dem, was ich als "Gabs-Normal" anstrebe, aber immerhin nicht heulendes Elend in der Ecke mit blödem Gedankengewirr im Kopf und Schlappohren bis zu den Kniekehlen (nix da, "halt die Ohren steif") .

Ich war immerhin in der Lage, Besuch zu empfangen und ein einigermaßen qualifiziertes Gespräch zu führen ohne dabei dauernd wegzunicken.

Und - was soll ich sagen, ich habe diese Nacht wieder einige Stunden geschlafen (allerdings alle zwei Stunden zwischendurch wach)
Und die goldigste aller Töchter hat mir ungefragt das Dynamisan forte mitgebracht, einfach so, weil wir drüber gesprochen hatten. Vielleicht hilft es ja schon - sozusagen als "Drohgebärde" - auf dem Küchenschrank........ :wink:

Vermutlich ist dieser Tag gestern etwas, was Ihr hier immer wieder als "Fenster" beschreibt. Möge es nur lang genug geöffnet bleiben!
Am dringendsten wünsche ich mir den Schlaf zurück! Mehr davon! Viel mehr davon! (ok, jetzt werde ich wohl schon wieder vermessen, sorry)

Danke für Eure Begleitung
Gabs
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