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Liebe Mitglieder des ADFD, liebe Interessierte.
Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo liebe Towanda,

Dankeschön für die tollen Tipps.

Weißt was, ich sammle die Tropfen, die ich aus LaseaKapseln tropfe und benutze sie so wie Du beschreibst. Muss ja nicht immer alles Schlucken.

Zur Blase muss ich was erzählen. Freitag auf dem Weg zum Arzt hatte ich im Auto wieder diese unglaublichen Blasenschmerzen. Irgendwie konnte ich nichts tun und habe all meine Gedanken voll auf Entspannung in dieser Region gerichtet und siehe da, die Schmerzen gingen weg.

Das habe ich gestern wieder versucht, hat leider nicht nochmal geklappt. Aber da bleib ich dran, das will ich jetzt wissen, ob sowas funktionieren kann.

Liebe Grüße
Silvia
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Towanda
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Towanda »

Laube hat geschrieben:
26.07.2020 16:02
Weißt was, ich sammle die Tropfen, die ich aus LaseaKapseln tropfe und benutze sie so wie Du beschreibst. Muss ja nicht immer alles Schlucken.
Das würde ich nicht machen, denn die Aluminiumsalze Und die anderen Zusatzstoffe sind ja auch in der Füllung. Ich würde immer reines ätherisches Öl aus Bioanbau vorziehen.
Zur Blase muss ich was erzählen. Freitag auf dem Weg zum Arzt hatte ich im Auto wieder diese unglaublichen Blasenschmerzen. Irgendwie konnte ich nichts tun und habe all meine Gedanken voll auf Entspannung in dieser Region gerichtet und siehe da, die Schmerzen gingen weg.
Hast Du Dich schon mal mit Beckenbodengymnastik beschäftigt? Google mal „Cantienica“, da findest Du bei YouTube gute Videos zu diesem Thema.

Viele Grüße,Towanda
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo Towanda,

Cantientia habe ich schon zwei Kurse belegt, als ich unter Venlafaxin es nicht mehr halten konnte.

Danke für den Hinweis bzgl Lasea.

Liebe Grüße
Silvia
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Clarissa
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Silvia.

Herzlichen Glückwunsch zu der Erkenntnis, daß kein anderer für Dich entscheiden/Dich retten kann. Gerade im PP-Entzug nicht, den keiner versteht, der nicht selbst betroffen ist.
Das ist nicht einfach, aber ich bin überzeugt: nur so funktioniert es!

Alles Gute und VG von Clarissa.
früher als sleepless2014 im Forum unterwegs gewesen, aber nicht mehr schlaflos :party2:
inzwischen 65 Jahre alt.

seit Mai 2015 EU-berentet letztlich wegen der Entzugs/PP-Problematik, auch wenn die offiziellen Diagnosen anders lauteten :wink:

los ging alles mit lebenslangen Schlafproblemen, die sich in Lebenskrisen mit depressiven Episoden verstärkten

leidvolle Erfahrungen mit Elektro"heil"krampftherapie und ziemlich allen AD, zahlreichen NL und anderen Psychopharmaka wie z.B. Pregabalin, Carbamazepin, Valproat, Johanniskraut, leider auch Diazepam und Zolpidem (von letzteren beiden abhängig geworden) und dem Absetzen; reichlich Erfahrungen auch mit Psychotherapien - alles mit verheerenden Folgen!

Diazepam-frei seit November 2013, Zolpidem-frei seit Mitte April 2014, ohne jegliche Psychopharmaka seit September 2014 (zuletzt das "deckelnde" NL Dominal forte abgesetzt nach raschem Abdosieren)

Inzwischen über 5 Jahre frei von Medikamenten.
NR, keinerlei Alkohol und kaum Koffein, weil alles triggert.
"Reizarmes" Leben einschließlich Ernährung, soweit sich das machen lässt. Streßvermeidung!

Leider nicht symptomfrei :( .

Mir haben falsches Leben, psychiatrische Therapien und besonders PP, allen voran die Benzos, viel Elend beschert. Ich werde nicht aufhören, auf die Gefahren von PP-Gebrauch hinzuweisen.

Sabs
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Sabs »

Liebe Laube,
Waaaas?! Du Hälst mich für stark :-D ganz ehrlich, das Gegenteil ist der Fall, ich bin voll der wehleidige Jammerlappen ;-)
Und schließlich hab ich Herrn Ansari auch angerufen ;-) und will dich vor der unnötigen finanziellen Belastung bewahren.
Geh doch lieber mal zum heilpraktiker :-)

Gruß Sabs
[spoil]Venlafaxin retard seit 11 Jahren wegen rez. Depression, früher zusätzlich Seroquel (keine Probleme beim Ausschleichen).
Venlafaxin ließ sich innerhalb der letzten Jahre problemlos reduzieren von insgesamt 225mg bis auf 37,5mg.
Von 37,5mg auf 0: Zuerst nur ständige Weinattacken bei den kleinsten Auslösern (auch gute Musik und ein fliegender Vogel), nach ca. zwei Wochen wurde ich wieder richtig depressiv :alptraum:
Also dosierte ich wieder ziemlich hoch (bis 150mg), ging in eine psychosomatische Reha und kümmerte mich um bessere Lebensumstände.
Dez19: Reha beendet, neuer Beruf in Aussicht, Langzeit-Psychotherapie geplant (Alles verlief in gewünschte Bahnen), da sehe ich mich plötzlich mit dem Lieferengpass konfrontiert :marionette:
Okay, sage ich mir, daß passt ja ganz gut #ScheißPharmaindustrie dann setze ich eben nochmal ab (von 150mg auf 0mg ca innerhalb von 8 Wochen), bin ohnehin lange Zeit krankgeschrieben, also habe ich Zeit zur Genesung...
Mitte Dezember 2019 auf 0 und ab in die Hölle:
Meine Entzugsymptome waren:
Weinanfälle und starke Emotionalität (damit komm ich klar)
Innere Unruhe (hält an),
Brainzaps und Zaps im ganzen Körper und
grippeähnliche Symptome (nach 2 Wochen abgeklungen),
Krampf- und Zitterattacken (weitestgehend abgeklungen),
Rückenschmerzen (hält an),
Schockierend realistische Albträume (hält an),
das noch allzu bekannte schreckliche Morgentief und diffuse Angstattacken (hält an), aber am meisten gebeutelt hat mich mein Magendarmtrackt; Übelkeit,, Durchfall, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen (20kg abgenommen).

Internistisch Alles abgeklärt und einwandfrei.

10.01.2020: Wiedereindosierung mit 2mg (nach 5-wöchigem Entzug auf 0).
11.01. - 13.01.2020: Die beschriebenen Symptome halten an.
14.01.2020: auf 12,5mg hochdosiert
15.01.2020: auf 37,5mg hochdosiert
16.01.2020: auf 12,5mg runter - extreme Unverträglichkeitsreaktion (Zaps, Würgereiz, kann nicht still sitzen, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Missempfindungen)
17.01.2020: auf 4mg runter
Nach einer schlaflosen Nacht, ca. 5h gewandert, 5l Tee und einigen Baldriparan 3000 ENDLICH eine deutliche Besserung der heftigen Symptome.
19.01.2020: Bleibe nun erstmal bei 2mg.
Bin nun wieder bei meinen bekannten Symptomen +neue Symptome: SV-Zwangsgedanken, Suizidgedanken, Missempfindungen in Armen und Brust, Angstschübe
24.01.20: hochdosiert auf 3mg, da keine Besserung der Symptome eingetreten ist
14.02.20: 2mg runterdosiert, Mirtazapin 7,5mg eindosiert: direkt am nächsten Tag kein Durchfall oder sonstige Magenprobleme mehr und kein Früherwachen mehr
22.02: Mirtazapin auf 15mg hochdosiert: Stimmung wird besser, hartnäckig halten sich Missempfindungen in den Armen und Zwangsgedanken
10.03:Mirtazapin (7,5-0-15), 1mg Venlafaxin
13.03: 2mg Venla+15mg Mirta
15.03.-18.03: 4mg Venla - Unruhe verstärkt sich mit jeder Erhöhung
19.03: 2mg Venla+15mg Mirta
12.04: 2mg Venla + (7,5-0-7,5) Mirta
Seit 14.05: Ashwaganda 3x600mg+Omega3
17.05: 1,5mg Venla+15mg Mirta
18.05: 1,75mg Venla+15mg Mirta
07.06: Duloxetin 30mg (aus Verzweiflung und Hoffnung), 1,75mg Venla, 15mg Mirta
12.06: kein Duloxetin mehr, wegen Symptomverstärkung-schade, hätt' ja klappen können[/spoil]

Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Sabs hat geschrieben:
26.07.2020 21:18
Liebe Laube,
Waaaas?! Du Hälst mich für stark :-D ganz ehrlich, das Gegenteil ist der Fall, ich bin voll der wehleidige Jammerlappen ;-)
Und schließlich hab ich Herrn Ansari auch angerufen ;-) und will dich vor der unnötigen finanziellen Belastung bewahren.
Geh doch lieber mal zum heilpraktiker :-)

Gruß Sabs
Hallo liebe Sabs,

Ja genau, Du bist mutig und stark, so mein Eindruck. Du setzt Dich für Dich ein, hast unglaublich Energie und suchst unerbittlich nach Lösungen.

Ich sehe Dich nicht als Jammerlappen.

Es ist gut, wenn ich Geld sparen kann. Deine Infos zu Ansari kann ich gut gebrauchen.

Liebe Grüße
Silvia
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Bittchen
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Bittchen »

Liebe Laube,

deinen ersten Bericht habe ich gelesen und konnte mich in deiner Schilderung wieder finden.
Nurene Anmerkung von mir zu den Blasenproblemen.
Meine eigene Erfahrung zu Venlafaxin ist,ich wurde inkontinent.
Da wurde ich durch meinen ärztlichen Psychologen in der Instituts Ambulanz umgestellt.
Blasenprobleme sind bei Venlavaxin eine häufige Nebenwirkung,die Ärzte wissen das !!!

Klar, durch mein Alter ist es schon besser wenn eine Toilette in der Nähe ist,aber das ist eine ganz normale
Entwicklung nach fünf Schwangerschaften.
Da ist der Beckenboden nicht mehr soooo stabil.
Ich hatte vor gut 20 Jahren eine Gebärmutter Entfernung und dabei auch gleich eine Blasenanhebung.
Trotzdem hatte ich später diese Nebenwirkung bei Venlafaxin,ich traute mich schon nichts mehr zu trinken,wenn ich raus musste.
Abklären lassen, durch einen Urologen, habe ich das auch des Öfteren, das war immer ohne Befund.
Auch wenn es nicht leicht ist,Geduld ist da das Zauberwort,es wird besser.
Inkontinent bin ich jetzt nicht mehr,das ist vorbei, nachdem ich jetzt länger ohne PP bin.
Sehr viel ändert sich auch von alleine ,obwohl ich mittlerweile 70 Jahre bin .

Liebe Grüße und heute für dich und alle Mitleser einen guten Tag.
Herzlich
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo Bittchen,

Vielen Dank für Deine Zeilen.

Es war bei mir auch so, dass ich von Venlafaxin inkontinent wurde, deshalb habe ich es auch absetzen müssen. Das war ein ganz schöner Schock.

Habe mein Leben lang schon mit der Blase mein Problem. Viele Entzündungen und Reizblase. So hatte Venlafaxin der Blase den Rest gegeben.

Das ich jetzt im protrahiertem Entzug mit Blase wieder große Probleme habe in Form von Harndrang und Schmerzen (fast täglich) ist ein Übel, dass ich gut verkrafte.

Hingegen lähmen mich die DP/DR, Überforderung und Ängste. Mein Leben ist außer Kontrolle geraten. Keine Struktur mehr, kein System mehr, dadurch keinen Halt mehr, einfach nur schrecklich. Abriss zur Außenwelt, keine Kontakte halten, kein Haushalt führen geschweige denn Hobbys und erfreuliche Dinge. Und vor allem keine Schlaf mehr.

Es ändert sich nur dahingehend, dass ich keine Fenster mehr erlebe und dadurch die Hoffnung gänzlich verliere.

Es ist schrecklich, hier zuhause zu liegen, die Familie damit zu belasten und zusehen zu müssen, wie man sein Leben verliert.

Das bin ich, Laube, die immer nur leidet und nichts Gutes berichten kann. So lange schon.

Habe Freunde verloren. Habe Familie verloren. Habe Zukunft verloren. Habe mich verloren.

Jeden Tag geht es nur ums überleben.

Schade, so schade.

Grüße herzlich
Laube
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Bittchen
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Bittchen »

Liebe Laube ,

die Diagnose Reizblase hatte ich auch,die Medikamente dagegen machen keinen großen Unterschied an Nebenwirkungen ,wie die bei PPs.
Die habe ich nicht vertragen und schnell abgesetzt.

Was du an Einschränkungen schilderst kenne ich sehr gut,auch mit PP kamen diese depressiven Phasen immer wieder.
Die Ärzte sagen immer wieder" die Grunderkrankung ist noch da, nehmen sie die PP.
Bei mir war das Jahrzehnte der Fall."
Wie ich dann zu schnell abgesetzt habe,ging es mir sehr schlecht,daher kann ich deine Symptome sehr gut nach empfinden.

Nach knapp einem Jahr nach null hatte ich ein Fenster und ich dachte es wäre überstanden.
War es aber nicht,die depressive Welle kam wieder .
Es war unheimlich schwer nicht meinen Lebensmut zu verlieren.
Äußere Umstände ließen mich damals noch zusätzlich sehr verzweifeln.
Sehr oft wurde angedacht ,wegen meine Suizidgedanken, in eine Klinik zu gehen.

Da ich nicht alleine lebe,konnte ich mit Unterstützung meiner Familie, die schlimmste Zeit weiter Zuhause verbringen.
Du hast dein Leben nicht verloren,du bist gerade dabei ,es dir zurück zu erobern.
Habe weiter Geduld,es wird besser.
Heute bin ich nicht geheilt,aber ich habe wieder ein lebenswertes Leben ,mit Höhen und Tiefen.
Jeder Tag ist ein neuer Anfang,du weißt nicht,was sich auch positiv verändern kann.
Tue dir heute was Gutes,ein nettes Gespräch,vielleicht kannst etwas leckeres essen usw.
Auch im dunkelsten Tunnel wartet am Ende ein Licht.
Sei ganz lieb gegrüßt und verliere nie die Hoffnung.

Herzlich Brigitte

PS Sollte meine Antwort an deinem Thema vorbei gehen,entschuldige bitte,ich konnte nicht deinen ganzen Thread lesen..
Vorgeschichte:
Als junge Frau hatte ich schon zwei Suizidversuche,18 u.24.Jahre,1968 verbunden mit schmerzhaften Trennungen.

1986 nach der Geburt von der dritten Tochter das erste Mal Diagnose durch Frauenarzt ,Depression.


Medikationsverlauf:


Seit Feb.1992 trockene Alkoholikerin.Halbes Jahr später depressive Phase. Hausarzt spritzt alle 4 Wochen Imap.


1994 erneut starke depressive Symptome,jüngste Tochter hatte bald Kommunion,ich wollte funktionieren.
Hausarzt verschreibt das 1.Mal Aurorix(Mao-Hemmer),hat schnell gewirkt.
Ich hatte eine kurze Hypomanie. In den langen Jahren immer Mal wieder,jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr.
Eingenommen bis 2004,dann keine Wirkung mehr.

2004,das erste Mal Akut-Psychiatrie, umgestellt worden auf Trevilor(Venla),immer wenn Wirkung nach ließ, erhöht worden,bis 300 mg.


Dann Inkontinenz und weitere Nebenwirkungen,zu schnell ausgeschlichen.
Umgestellt auf Escitalopram,zwischendurch Citralopram,
Nach ein paar Jahren wieder abgesetzt,immer zu schnell,i

2009 erneut schwere Episode,Hausarzt verschreibt wieder Aurorix,wirkt nicht mehr.
Auch 2009,endlich Psychotherapie,
Psychiater verschreibt Sertralin 25 mg, sehr starke Nebenwirkungen,Zittern,Unruhe,Angst,Selbstmordgedanken,so dass ich erneut,während der Psychotherapie, in die Akut- Psychiatrie muss.
Entlassung mit 50 mg Sertralin. als Nebenwirkung ,starken Durchfall.


Dann ohne Ausschleichen ,Umstellung auf Citalopram 40 mg. dann umgestellt auf 20 mg Es-Citalopram,

Absetzversuche scheitern immer wieder,da erneutes Auftreten der Krankheit diagnostiziert wird.

Absetzverlauf:
Anfang 2017 : Vom neuen Hausarzt ließ ich mir dann Tropfen verschreiben und reduzierte jede Woche einen Tropfen.
Seit Mai 2017 ohne Ad.

3.12.2017 Versuch der Wiedereindosierung von 0,5 mg Escitalopram - starker Durchfall, wieder weggelassen


Seit Ewigkeiten 125 mg L-Thyroxin gegen Unterfunktion der SD.

aktuelle Symptome
Jetzt bin ich in eine, angeblich leichte, Überfunktion geraten.
Symptome sind starke Schlafstörungen,Gereiztheit,Wut ,innere Unruhe und Beben,Kribbeln in Füßen und Waden,schwitzen,sehr trockener Mund,immer Durst.
Plaque in Halsschlagader ,vorgestern beim Endokrinologen fest gestellt,auch Polyneuropathie ,wird in beiden Beinen vermutet.

Erst einmal will ich versuchen ohne erneutes PP auszukommen.
Kein PP hat mich stabilisiert ,eigentlich hatte ich immer nur Nebenwirkungen,wie Inkontinenz und Schleimhautbluten erneut auftraten,beschloss ich auszuschleichen.
Auch Sehstörungen,Magengeschwüre,mit Teerstuhl hatte ich in den letzten drei Jahren .

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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Danke Dir Brigitte,

Du bist nicht am Thema vorbei, alles gut😊

Deine Worte „ich wäre dabei, mir mein Leben neu aufzubauen„ klingen gut.

Doch dafür braucht es Fenster.

Freu mich über Deine aufmunternden Zeilen.

Liebe Grüße
Silvia
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Straycat
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Straycat »

Liebe Silvia,

ich weiß, es fühlt sich manchmal so an, als hätte sich das gesamte Leben komplett verändert. Aber es ist nur eine Phase. So blöd das klingt, vor allem wenn diese schlechte Zeit schon so lange andauert. Aber es wird sich wieder bessern.

Gibt es denn ganz ganz winzige Dinge, die du dennoch noch genießen kannst? Mal ein Eis essen? Eine kühle Brise spüren, bei diesen heißen Temperaturen? Eine Dusche mit einem duftenden Öl genießen?
Ich versuche mich in den besonders harten Zeiten auf diese "Winzigkeiten" zu fokussieren. Man tendiert sonst leider sehr zum "Katastrophisieren" und denkt nur darüber nach wie mies alles ist, wie lange es schon so ist und folglich kommt man dann immer auch zu dem Schluss, dass es für immer so bleiben wird. Aber das wird es nicht.
Hast du schon macht eine achtsamkeitsbasierte Therapie gemacht? Daraus konnte ich viele positive Aspekte gewinnen. Und ich muss sie mir immer wieder in Erinnerung rufen, denn wenn mal die Katastrophen-Gedanken übernehmen, galoppiert das schnell mal davon.

Ich wünsche dir alles Gute :hug:
Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo Cat,

ich wünsche Dir auch alles Gute 👍

Möchte mich bedanken.

Es ist wie Du sagst. Die Krankheit beherrscht mein komplettes Leben und ich kann mich auf kein anderes Thema mehr konzentrieren. Diese Gedankenzwänge und Überlegungen, ob alles so sein kann, ob nicht doch was anderes mit mir ist, ob ich je wieder heile werden ja täglich in Abrede gestellt. Der Rest der Welt, außer das Forum, denkt ja, ich wäre nur psychisch krank und muss wieder in eine Klinik.In meinem täglichen Kampf muss ich mich auch gleichzeitig dieser Zerrissenheit stellen. Aber das kennt ihr ja.

Habe unglaubliche Angst und nein, ich glaube nicht, dass ich katastrophiere. Wenn es einem täglich so schlecht geht, keine Besserung eintritt und man dadurch nur noch ans Sterben denkt, dann ist das für mich eine Katastrophe.

Was hat das noch mit Leben zu tun.

Achtsamkeit habe ich schon in einer Studie, in der Klinik und in einer speziellen Therapie wochenlang praktiziert. Leider kann ich damit mich nicht rausholen. Glaube mir, ich habe alles versucht und versuche auch weiter.
Meine Gefühle sind total ausgeschalten. Ich bin ein sehr kreativer Mensch, kann nicht schönes mehr empfinden, nicht gutes mehr riechen (Duft), keine Gefühle mehr im Hören (Vogelgezwitscher ist bedrohlich, habe Jahre Klavier gespielt, geht nicht mehr, bei Lieblingsmusik empfinde ich nichts mehr, somit ist das nur schrecklich.)

Keine Hobbys mehr und da hab ich viel gemacht: Chor singen, Malgruppe, Trommelgruppe, Klavierunterricht, Meditation, Yoga, Tanzen, Garten, Aromatherapie, Spazieren, Joggen (totaler Nervenzusammenbruch auf offener Straße beim Joggen, weil es triggert, hab ich leider erst durch Forum verstanden, was da passierte), Wandern (drei mal in den Bergen letztes Jahr und nur verzweifelt, weil ich dabei nichts mehr empfinde) . Zu allem kein Zugang mehr, keine positiven Gefühle mehr dazu. Ende.

Schade Cat, Du wolltest mir auf die Sprünge helfen, aber ich stecke in einer schweren Depression, wo ich seit langem auch kein Eis mehr genießen kann. Habe gerne gegessen und konnte dabei so genießen. Übelkeit und Appetitlosigkeit, dann die Unverträglichkeit, so dass meine Lieblingsspeisen Chips und Schokolade weg fallen. Süßes geht garnicht mehr, ganz abgesehen von dem geliebten Kaffee.

Wenn ich da etwas für mich entdecken würde oder könnte, dann wäre ich sofort dabei, mir Gutes zu tun, aber wenn ich dabei nichts mehr spüre oder es mir sogar noch schlechter geht dabei, dann bringt das ja nichts.

Auch Kontakte. Wie gerne bin ich mit Menschen zusammen. Geht nur sehr sehr eingeschränkt.
Weil auch hier mein Wesen nicht mehr das ist, was es mal war. Meine Gefühle für meine Mitmenschen ist verloren, am schlimmsten belastet mich die Entfremdung meiner Liebsten gegenüber.

Was soll ich sagen, all dies habe ich auch bereits geschrieben. Mich zu wiederholen, bringt ja nichts, weil hilfst ja nichts.

Hoffe, dass all die Betroffenen viel Trost und Verständnis erhalten, die Kraft ausreicht, dieses schweren Lebensabschnitt zu überstehen.

Herzliche Grüße
Silvia
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Straycat
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Straycat »

Liebe Silvia,

zunächst mal: ich meinte mit "katastrophisieren" nicht, dass du dir einredest es wäre eine Katastrophe und in Wirklichkeit ist alles eitel Wonne Sonnenschein. Nur, dass du mich da nicht falsch verstanden hast. Ich meinte damit, dass man nur noch die Katastrophe um einen herum wahrnimmt.

Aber ich verstehe vollkommen was du meinst. Es gibt einfach Zeiten und Phasen da gibt es schlichtweg keinen Zugang zu allen positiven Gefühlen. Ich kenne diese dunklen Zeiten auch. Deswegen kann ich gut nachempfinden, dass du dich da nicht auf kleine positive Dinge fokussieren kannst. Keine Geschmäcker, Klänge, Bilder und Aktivitäten schon gar nicht. Auch diese komplette Abgeschnittenheit von den eigenen Gefühlen kenne ich. Es war bei mir mal ca. ein dreiviertel Jahr so, dass ich den Eindruck hatte, da wo früher meine Gefühle saßen, wäre nur noch Leere. Das hat mich auch sehr erschreckt, wo ich doch eigentlich ein sehr gefühlvoller und gefühlsbetonter Mensch bin.
Wenn man so tief unten ist, dann kann man nur noch durchhalten und eine Minute nach der anderen überstehen.

Ich will jetzt auch keine platten "Mutmachsätze" schreiben, weil ich weiß, wenn man von den Gefühlen komplett abgeschnitten ist, dann klingen die schnell mal wie blanker Hohn (auch wenn sie sicherlich nie so gemeint sind).

Aber auch wenn man komplett "im Dunklen" ist, ist es meiner Meinung nach das beste man versucht in der Gegenwart zu bleiben. Auch wenn man da nichts positives wahrnimmt. Dann nimmt man eben nur wahr, wie sich die Sitzauflage oder der Boden unter einem anfühlt oder nur, wie der Atmen ein- und ausströmt. Ja da ist nichts besonders glückliches, positives dran, aber man holt sich damit zumindest kurz in das Hier und Jetzt. Denn wenn man zu viel in der Vergangenheit ("es war doch mal besser") oder in der Zukunft ("es wird nie wieder besser") ist, dann hilft das leider noch viel weniger und zieht noch mehr nach unten. Selbes gilt für die immer wiederkehrenden Gedanken und Überlegungen, ob es nicht doch eine noch unentdeckte Krankheit ist, die hinter all dem steckt.

Was das Umfeld betrifft, kann ich auch gut nachempfinden, dass es dich sehr besorgt, wenn du nur hier im Forum Verständnis (bzw. die Ansicht, dass deine Symptome vom Entzug kommen) findest. Auch ich kenne das, nicht mal die engsten Freunde scheinen es zu begreifen. Und das werfe ich ihnen nicht mal vor, vermutlich würde ich als Außenstehender, der das nie durchgemacht hat, auch so empfinden. Aber zum Glück habe ich vereinzelte Menschen, die mir das glauben, die sich auch etwas damit auseinander gesetzt haben und verstehen, dass es nichts bringt, wenn ich mich wieder mit PP vollpumpen lasse. Hast du denn wenigstens auch einen einzelnen Menschen außerhalb des Forums, der so denkt?
Ich kann mir nämlich schon vorstellen, dass es sehr schwierig ist, den Gedanken, dass es alles Entzug ist, zuzulassen, wenn einem in der realen Welt abseits des virtuellen Forums nur gespiegelt wird "du bist krank, du brauchst ärztliche (und pharmakologische) Hilfe". Da zweifelt man sicherlich auch schnell mal sehr stark, was die Unsicherheit und damit die Misere nur noch größer macht und sämtliche Akzeptanz verhindert.

Das besonders Fiese am Entzug ist ja, dass sich viele Symptome mit denen von anderen Krankheiten decken und der Entzug sich schnell mal in das Kostüm der "Grunderkrankung" stecken lässt. So etwas verunsichert sehr - das habe ich selbst auch erlebt.

Aber dennoch lass mich dir sagen: Es wird wieder besser. Ohje, klingt ja doch nach platten "Mutmachsätzen" :oops: Aber ich muss es dennoch schreiben, weil ich mir dessen sehr sehr gewiss bin, dass es so ist. Aber mir ist klar, dass das kein direkter Trost ist.

Liebe Silvia, mir bleibt nur übrig dich virtuell mal ganz sanft in den Arm zu nehmen :hug:
Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
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Sabs
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Sabs »

Hi Laube,
Ich fühle auch mit dir.
Wenn dein Umfeld nicht glauben/akzeptieren kann, dass es der Entzug ist, dann könnten sie nach den ganzen medis, die du probiert hast, doch zumindest einsehen, dass sie dir nicht helfen - das wäre doch schonmal ein gemeinsamer Nenner.

Und bist du dir denn sicher, dass alles Entzug ist?
Ich bin mir manchmal bzw bei manchen Symptomen komplett sicher und andere Male (wenn es sehr der Grunderkrankung ähnelt) auch nicht so sicher..
Ich habe selten Fenster, an denen alles normal ist, die zeigen mir dann doch, dass es eher Entzug ist (oder nicht? Hatte glaub auch mal gute Momente , als ich depressiv war, ist schon so lange her, schwer zu sagen, alles sehr verunsichernd).

Sabs
[spoil]Venlafaxin retard seit 11 Jahren wegen rez. Depression, früher zusätzlich Seroquel (keine Probleme beim Ausschleichen).
Venlafaxin ließ sich innerhalb der letzten Jahre problemlos reduzieren von insgesamt 225mg bis auf 37,5mg.
Von 37,5mg auf 0: Zuerst nur ständige Weinattacken bei den kleinsten Auslösern (auch gute Musik und ein fliegender Vogel), nach ca. zwei Wochen wurde ich wieder richtig depressiv :alptraum:
Also dosierte ich wieder ziemlich hoch (bis 150mg), ging in eine psychosomatische Reha und kümmerte mich um bessere Lebensumstände.
Dez19: Reha beendet, neuer Beruf in Aussicht, Langzeit-Psychotherapie geplant (Alles verlief in gewünschte Bahnen), da sehe ich mich plötzlich mit dem Lieferengpass konfrontiert :marionette:
Okay, sage ich mir, daß passt ja ganz gut #ScheißPharmaindustrie dann setze ich eben nochmal ab (von 150mg auf 0mg ca innerhalb von 8 Wochen), bin ohnehin lange Zeit krankgeschrieben, also habe ich Zeit zur Genesung...
Mitte Dezember 2019 auf 0 und ab in die Hölle:
Meine Entzugsymptome waren:
Weinanfälle und starke Emotionalität (damit komm ich klar)
Innere Unruhe (hält an),
Brainzaps und Zaps im ganzen Körper und
grippeähnliche Symptome (nach 2 Wochen abgeklungen),
Krampf- und Zitterattacken (weitestgehend abgeklungen),
Rückenschmerzen (hält an),
Schockierend realistische Albträume (hält an),
das noch allzu bekannte schreckliche Morgentief und diffuse Angstattacken (hält an), aber am meisten gebeutelt hat mich mein Magendarmtrackt; Übelkeit,, Durchfall, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen (20kg abgenommen).

Internistisch Alles abgeklärt und einwandfrei.

10.01.2020: Wiedereindosierung mit 2mg (nach 5-wöchigem Entzug auf 0).
11.01. - 13.01.2020: Die beschriebenen Symptome halten an.
14.01.2020: auf 12,5mg hochdosiert
15.01.2020: auf 37,5mg hochdosiert
16.01.2020: auf 12,5mg runter - extreme Unverträglichkeitsreaktion (Zaps, Würgereiz, kann nicht still sitzen, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Missempfindungen)
17.01.2020: auf 4mg runter
Nach einer schlaflosen Nacht, ca. 5h gewandert, 5l Tee und einigen Baldriparan 3000 ENDLICH eine deutliche Besserung der heftigen Symptome.
19.01.2020: Bleibe nun erstmal bei 2mg.
Bin nun wieder bei meinen bekannten Symptomen +neue Symptome: SV-Zwangsgedanken, Suizidgedanken, Missempfindungen in Armen und Brust, Angstschübe
24.01.20: hochdosiert auf 3mg, da keine Besserung der Symptome eingetreten ist
14.02.20: 2mg runterdosiert, Mirtazapin 7,5mg eindosiert: direkt am nächsten Tag kein Durchfall oder sonstige Magenprobleme mehr und kein Früherwachen mehr
22.02: Mirtazapin auf 15mg hochdosiert: Stimmung wird besser, hartnäckig halten sich Missempfindungen in den Armen und Zwangsgedanken
10.03:Mirtazapin (7,5-0-15), 1mg Venlafaxin
13.03: 2mg Venla+15mg Mirta
15.03.-18.03: 4mg Venla - Unruhe verstärkt sich mit jeder Erhöhung
19.03: 2mg Venla+15mg Mirta
12.04: 2mg Venla + (7,5-0-7,5) Mirta
Seit 14.05: Ashwaganda 3x600mg+Omega3
17.05: 1,5mg Venla+15mg Mirta
18.05: 1,75mg Venla+15mg Mirta
07.06: Duloxetin 30mg (aus Verzweiflung und Hoffnung), 1,75mg Venla, 15mg Mirta
12.06: kein Duloxetin mehr, wegen Symptomverstärkung-schade, hätt' ja klappen können[/spoil]

Sunyata
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Sunyata »

Hallo sabs,

die Gleichung "Fenster = Entzug, keine Fenster = andere Erkrankung" stimmt so nicht.

Im dem in meinem letzten Post verlinkten Heilungsbericht von Judith schreibt sie, sie hatte in den 5 Jahren Entzug nur ca. 3 Tage Fenster (!!) :shock:
und wurde trotzdem geheilt!

Grüße Mike
seit der Pubertät Neigung zu Melancholie und Schwermut

Ab 1997 sehr belastende persönliche Umstände -
führen zu chron. Magenschmerzen und (Erschöpfungs-)Depression

2003 - 2007 Paroxetin 20mg

(2002 - 2009 Pantoprazol wg. ständiger Magenschmerzen)

2007 - 06/2016 Venlafaxin 150mg
In dieser Zeit ab und zu bei Bedarf Zopiclon 7,5mg (meist eine halbe Tablette)

1.naiver Absetzversuch 2009
innerhalb weniger Tage stark reduziert - und wegen unerträglicher NW wieder zurück auf 150mg

2.naiver Absetzversuch ca. 2011
Innerhalb von Wochen runter auf 0,
v.a. Starke Depressionen
Also wieder zurück auf 150mg

3.Absetzen 07/2016 - 07/2017
Ein Jahr Ausschleichen Venlafaxin - über 75 und 37,5mg jeweils immer die Hälfte alle 4 Wochen

ab ca. 37,5mg verstärkte Depressionen und Ängste

SEIT 1.7.2017 AUF NULL UND IM PROTRAHIERTEN ENTZUG

Gravierende anhaltende, v.a. psychische Entzugssymptome

Im Juli 2019 so etwas wie ein Fenster? (3 bessere Tage)
Ansonsten kein Wellen-Fenster-Muster, sondern eine DauerWelle (Depression, Angst), innerhalb der immer wieder schwere Wellen mit starken Symptomen

Oft wird es am Nachmittag oder Abend leichter... Am nächsten Morgen alles wieder da :frust:

Psychische Symptome:
- schwere anhaltende Depression/ ohne Hoffnung oder Antrieb
- Unruhe/ Angst/ Panik - wie "im freien Fall"
- dauerhafte Derealisation
- Überforderung durch fast alles / innere Hilflosigkeitsgefühle wie ein kleines Kind
- kann keine positiven Gefühle empfinden wie zb. Freude (bin wie eingefroren)
- Tinnitus (seit Einnahme Venla)
- Todessehnsucht - alles zuviel...
- sehr wenig Antrieb und Energie, wenn etwas Energie dann sehr schnell erschöpft
- sehr dünnhäutig, schnell reizbar und dann innerlich sehr aggressiv
- starke Hochsensibilität, va. Licht und Geräusche

Körperliche Symptome:
- Sprunggelenksverletzung/ Knorpel heilt nicht
- sog. "Golf-Arm" (ich spiele kein Golf) - Schmerzen im Ellbogen
- Sehstörungen: Problem mit Focus/ Lesen ist sehr anstrengend (v.a. bei der Arbeit mit Bildschirm und Akten)- Sehstärke verändert sich ständig

Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo Sabs,

genau, dieses nicht Wissen. Entzug oder Grunderkrankung oder beides. Ich glaube eben, dass es Beides ist. Aber dieses Auseinander halten der Symptome und immer wieder diese Frage.

Dann bin ich ja nicht nur mit der Depression behaftet, habe ja auch eine Angsterkrankung, Zwangserkrankung, PTBS, evtl. Borderline usw. usw. Über die Jahre wurden viele Diagnosen gestellt. Die Liste ist lang. Folglich kann ich ohne Medikamente auch keine Heilung erwarten.

Aber: Jetzt kommt das Aber. Seit Venlafaxin-Absetzen ist diese Dissoziation, DP/DR, die unbegründeten Ängste morgens, die Übelkeit, die Appetitlosigkeit und die beschwerdefreien Abende mit Hitzekopf, die Schlafstörungen und Vieles mehr, was nicht Grunderkrankung ist, hinzu gekommen.

So wie es aussieht, wird diese Frage immer im Raum stehen: "Was ist jetzt was?"

Venlafaxin hat einfach so einen Schaden angerichtet, der bei den meisten Venla-Geschädigten ähnlich ist. So hab ich es inzwischen aus den Signaturen hier im Forum raus lesen können.

So sage ich mir, das ganze Leid, das ich jetzt zusätzlich habe, ist das eigentliche Verbrechen. Geheilt hat kein Medikament, eventuell zeitweise erleichtert mit Nebenwirkungen. Gekämpft habe ich trotzdem ständig, gut war es nie. Nur jetzt, am Ende der Medikamentenkette, da wo nichts mehr hilft, da stehe ich nun mit diesem Scherbenhaufen und die Probleme sind vervielfacht.

Liebe Sabs, wir müssen da irgendwie durch, bleibt uns nichts anderes übrig.

Grüße Dich
Silvia
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Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo Cat,
Straycat hat geschrieben:
05.08.2020 09:11
Aber auch wenn man komplett "im Dunklen" ist, ist es meiner Meinung nach das beste man versucht in der Gegenwart zu bleiben. Auch wenn man da nichts positives wahrnimmt. Dann nimmt man eben nur wahr, wie sich die Sitzauflage oder der Boden unter einem anfühlt oder nur, wie der Atmen ein- und ausströmt. Ja da ist nichts besonders glückliches, positives dran, aber man holt sich damit zumindest kurz in das Hier und Jetzt. Denn wenn man zu viel in der Vergangenheit ("es war doch mal besser") oder in der Zukunft ("es wird nie wieder besser") ist, dann hilft das leider noch viel weniger und zieht noch mehr nach unten. Selbes gilt für die immer wiederkehrenden Gedanken und Überlegungen, ob es nicht doch eine noch unentdeckte Krankheit ist, die hinter all dem steckt.
Das betreibe ich in den wüsten Zuständen, wenn ich trotzdem aus dem Bett steige und versuche, etwas zu tun. Sage vor mir her, jetzt trockne ich die Schüssel ab, hänge das Handtuch an den Halter, mache die Schranktür auf, stelle die Schüssel hinein usw. Ich zwinge mich, dass das Hier und Jetzt die Gedanken ("warum kann ich nicht", "ich konnte doch mal", ich werde das nie wieder können") verdrängen, weil ich sonst im Gefühl des kurz vor dem Druchdrehen hänge.

Ich weiß, dass dieses starke Druckgefühl/Durchdrehgefühl daraus entsteht, dass ich es nicht begreife, dass mein doch eigentlich funktionierendes Gehirn sich nicht mehr auf eine Sache konzentrieren kann, zerstreut ist, überfordert ist. Versuche, diese entgleisenden Gedanken zu steuern, damit sie wieder in ihre Bahnen kommen. Ich zwinge mich sozusagen "gerade aus" zu denken. Ist mal eine ganz andere Form von Zangsgedanken :wink:
Aber es funktioniert leider nicht. :cry:
Straycat hat geschrieben:
05.08.2020 09:11
Hast du denn wenigstens auch einen einzelnen Menschen außerhalb des Forums, der so denkt?
Ja, inzwischen hat schon der ein oder andere verstanden, dass ich Medikamentös austherapiert bin. Grundsätzlich ist es schwierig, mit Menschen über psychische Erkrankungen zu reden.

Es tat sehr gut, Deine sanfte Umarmung.

Auch alles Liebe
Silvia
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basic searcher
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von basic searcher »

Liebe Laube,

hast Du das Venlafaxin 250mg damals schnell entzogen? Mir ist beim lesen Deiner Signatur aufgefallen, das an Dir nach Venlafaxin (2018) noch NEUN verschiedene PP "ausprobiert" worden sind... jede dieser psychoaktiven Substanzen wirkt nochmal unterschiedlich auf unser armes Hirn...

Was ich damit sagen wollte, eigentlich bist Du jetzt "erst" 8 Monate trocken... natürlich ging es zwischenzeitlich auch nicht besser, Du hattest ja auch noch das Venla im Körper. Ich werde oft so wütend, wenn ich in den Signaturen hier die Mengen an verschiedenen PP die an uns zeitgleich, kurz nacheinander und in viel zu langen Zeiträumen, ausprobiert werden.....für etwas anderes halte ich das fast nicht mehr :evil:

Du fragst Dich ob Grunderkrankung oder Entzug!? Ich denke diese Frage kannst Du erst beantworten wenn Du Dich körperlich so weit regeneriert hast, das Du z.B. wieder therapiefähig wirst. Hast Du denn außer der Schematherapie Schematherapie - Wikipedia in 2014? noch eine Traumatherapie gemacht und ging es Dir mit/nach der Therapie besser/anders?

Die PtBS ist ja eigentlich die "Grunderkrankung" - Depression, Angst, Zwänge, BPS etc. - sind Folgen bzw. Symptome. Diese Symptome nur zu deckeln ist Mist, weil der Druck den Deckel ständig anheben wird, um vielleicht eines Tages ganz hoch zu gehen -System Dampkochtopf-.

So lange Du mit Deinen Traumata nicht "einig" bist werden u.U. die Symptome (s.o.) weiter Deine Begleiter sein?! Die Alternative -lebenslange Einnahme von PP u.ä.- KANN es nicht sein!

Liebe Silvia, ich will Dich mit meinen Worten nicht verletzen -weiß selber wie dünnhäutig man ist wenn es mies geht- es ist nur das was mir durch den Kopf ging als ich Deine letzten posts las.

Ich "googel" - nach dem englischen Wort googol für die Zahl 10100, bezogen auf die Fülle von Informationen, die die Suchmaschine findet :wink: bei Ängsten, Unsicherheit, Befürchtung auch oft..aber manchmal kann die "virtuelle" Hilfe von anderen Menschen die mit gleichem oder ähnlichem zu kämpfen haben fast hilfreicher sein, weil das ein Austausch mit "fast echten" Menschen ist, im Gegensatz zu mancher Seite im Inet.

So, Faden verloren....mein Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit ist grauenvoll.... ich habe echt schon oft an Demenz gedacht :shock: .... Nachwirkungen der PP oder Alter :whistle:

Ich wünsche und hoffe, das Du endlich mal ein bisschen zum durchschnaufen kommst -offene Fenster- und dann auch siehst das, zumindest große Teile Deines derzeitigen "Befindens", dem Entzug geschuldet sind.

LG basic-searcher
:!: Meine Signatur ist noch "Baustelle" - bin im protahierten Entzug -

psych. Diagnosen (kumulativ und bestehend):
1995 Epilepsie
1999 Depression
2002 schwere Depression / generalisierte Angststörung / Panikstörung
2005 v.a. kPtBS
2006 PtBS v. Phänotyp Borderline; Derealisation, Depersonalisation, Dissoziative Störung, Amnesie f. große Teile d. Lebens, Alexithymie

Medikation: 1999-2020
02/99 - 07/99 Mirtazapin -kalt entzogen, auf ärztliche Anweisung... 3 Wochen später Crash: schwer depressiv, stark suizidal
07/99 - ...... Citalopram
02/01 - 10/14 Venlafaxin 335mg -mehrmals abgesetzt; zuletzt 10/14 innerhalb 2 Wochen...
(Entzugssymptome: bettlägerig, nicht essen können, Verzweiflung, Schlaflosigkeit, nur noch atmen können, 20kg abgenommen, 24h-Angst -inkl."Körperangst"-, zittern, frieren, schwitzen, Übelkeit, suizidal, massive körperliche Schwäche, "Brainzapps", innere Unruhe)
08/15 - 07/17 Venlafaxin 150mg -nicht ausgeschlichen, nur ersetzt-
07/17 - 10/17 Milnacipran 25mg -zu schnell entzogen-
(Entzugssymptome: s.o. -mit mittlerweile größeren Fenstern; immer nur in Relation zu dem, wie es im Verlauf war;

aktuelle Medikation
1996- lfd. Valproinsäure 900 mg
1999- lfd. Lorazepam 3 mg
2004- lfd. Metoprolol 25 mg
2005- lfd. Pantoprazol 20 mg

Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo zusammen,

Nacht wie immer wenig am Stück geschlafen. 2.30 h aufgeschreckt weil ich Urin nicht halten konnte. Ein wenig ging in die Hose. Das mit dem Harndrang wird schlimmer. Dann um 6 Uhr nicht mehr möglich zu schlafen. Gedankenkreisen, Gedankensprünge, Ohrwurm.
Angst. Sehe Bilder von Handlungen von gestern im sprunghaften Wechsel. Mein Kopf gibt keine Ruhe. Drehe echt noch durch.

Bin ich am verrückt werden, oder bin ich es schon?

Es wird nicht mehr heil. Habe Angst.

Es ist morgen und warum ist es am Morgen immer am schlimmsten. Ich verstehe das alles nicht mehr. Cortisolwert habe ich noch verstanden, Adrenalin, Angst, verstehe ich auch.
Aber das Gedankenchaos hat doch nichts mit Adrenalin zu tun.

Das hört leider nicht mehr auf und immer dazu der Schrei aus meinem tiefsten Inneren: „Ich will das nicht mehr, ich kann nicht mehr„

Es gibt keine konkrete Bedrohung, nur die Verzweiflung zu sehen, wie ich mir entgleite.
Das macht so Angst.

Grüße
Silvia
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Laube
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Re: Laube: Langzeitentzugssyndrom seit Absetzen von Venlafaxin

Beitrag von Laube »

Hallo Basic-searcher,

ja, habe Venlafaxin abgesetzt, in einem Tempo, wie es für meinen Arzt immer üblich war. Nie ausgeschlichen. Ich weiß nicht, wie lange das jeweils gedauert hat, hatte ja nie gewusst, dass das zum Problem werden kann.

Ich fühle mich selbst schuld. Habe mich einfach auf den Arzt verlassen, der immer schimpfte, wenn ich Nebenwirkungen ansprach und auf den Beipackzettel verwies, worin sich die Nebenwirkungen bestätigten. Ich solle den Beipackzettel nicht lesen. Das wurde mir immer eingeimpft, auch von der Arzthelferin.

Das ich traumatisiert bin, wurde in der Reha festgestellt. Mein Arzt verfolgte diese Diagnose nicht. War oft ehrenkäsig und konnte sich nie darauf einlassen, was andere Ärzte bescheinigten.

Mehrfach bat ich meinen Psychiater um Traumatherapie. Was Kopfschüttelnd abgelehnt wurde.

Inzwischen verstehe ich, dass es sich bei mir um ein Entwicklungstrauma handelt, welches man im Gegensatz zum Schocktrauma nicht mit z. B. EMDR behandeln kann.

Da die Traumatisierung im frühkindlichem Stadium begann und eine Amnesie besteht, kann ich daran schwer arbeiten.

Es ist so unglaublich lieb von Dir, dass Du Dich auf meine Geschichte einliest. Ich danke Dir sehr, für Deinen Beitrag.

Das alles aus der PTBS herrührt ist richtig und da ist der Hund begraben. Trotz den ganzen Schwierigkeiten in meinem Leben mit dieser Geschichte ist mein derzeitiger Zustand nicht ausschließlich darauf zurück zu führen, denke ich, es sei denn, die Depression und Angsterkrankung zeigt sich heute in einer ganz anderen Form, als ich es jemals kannte.
Sprich könnte alles Grunderkrankung sein. Was trotzdem mit Medikamenten nicht mehr zu heilen ist. Habe ich ja versucht.

Bedeutet, dass ich jetzt am Ende stehe und keine Hilfe mehr von der Psychiatrie erwarten kann. So bin ich auf mich allein gestellt und habe nur das Forum.

25 Jahre Psychiatrieabhängigkeit, von der ich mich jetzt versuche abzunabeln. Das war über die Jahre ein gewisser Halt. Alle 5 Wochen Termin bei meinem Psychiater, der mich am Ende, wie schon geschrieben, abservierte. Viele Klinikaufenthalte.

Suche mein ganzes Leben Halt von außen, weil ich selbst keinen Halt in mir habe. Da bricht nun zusätzlich zu den anderen Verlusten, die ich die letzten Jahre erlitten habe, noch ein großes Standbein weg.

Eigentlich habe ich nicht unbegründet diese Endzeitgefühle. Es gibt einfach nichts mehr, was mich ausmacht, es gibt keine Zukunft mehr, nur aushalten.

Danke allen hier im Forum für Eure Unterstützung

Grüße
Silvia
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