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RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

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RebelHeart75
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RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Dienstag, 19.05.20, 16:03

Hallo liebes ADFD Team,
ich bin seit einiger Zeit stiller Mitleser und habe schon einiges Wissenswertes aus den Beiträgen für mich mitnehmen können.

Allerdings ist es derzeit für mich äußerst anstrengend mich mit meinen derzeitigen Symptomen "vorerst" abzufinden. Je länger es dauert, umso schwieriger der Glaube an eine Besserung!
Daher habe ich nun doch ein paar Fragen und würde mich freuen, wenn jemand Zeit und Lust hat, mir diese zu beantworten:

1. Kann es wirklich sein bzw. ist es "normal", dass nach 10 Monaten immer noch Symptome da sind? Ich habe sie dauerhaft und keine Wellen/Fenster Systematik. Das beunruhigt mich, da die Meisten schreiben, dass sie Wellen/Fenster haben!
2. In den letzten 2 Monaten ist das Empfinden der Symptome schlimmer geworden.Kann das sein? Nach so langer Zeit müsste sich doch mal etwas verbessern,richtig?
3.Ist es denkbar, dass das ZNS / Gehirn / Rezeptoren sich nicht mehr vom dem SSRI erholen?

Meine hartnäckigsten Symptome sind der Schwindel,das Sehen, sowie die Körperwahrnehmung. Brainzaps hatten sich relativ schnell gelegt bzw. die bin ich los.

So, das war's fürs erste. Würde mich über Antworten freuen und bedanke mich schonmal im voraus.
Viele Grüsse
MX
Zuletzt geändert von Jamie am Dienstag, 19.05.20, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
06/2018: Beginn der Depression
07/2018 - Anfang 10/2018: 20mg Escitalopram - leider schlug Escitalopram nicht an, dann 2wöchige Umstellung auf Paroxetin, d.h. im Wechsel einen Tag 20mg Escitalopram, dann nächster Tag 20mg Paroxetin etc
10/2018 - 15.07.2019: 20mg Paroxetin
Ab 16.07.2019 abgesetzt nach Rücksprache Hausarzt
3 Wochen 10mg, dann 3 Wochen lang jeden 2 Tag 10mg Paroxetin,Absetzdauer somit 7 Wochen
Letzte Einnahme: 30.08.19
Ende September 2019: Absetzsymptome wie Brainzaps (nur beim Einschlafen), Schwindel,seltsames Körperempfinden (vor allem im Nackenbereich), Probleme Sehen / Fokussieren, dadurch Gangunsicherheit, vermehrt Schwindel beim Herunterschauen z.B. auf den Boden sehen.
Keine Symptomverbesserung in den letzten Monaten, außer bei den Brainzaps, die sind verschwunden

Towanda
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von Towanda » Dienstag, 19.05.20, 17:11

Hallo RebelHeart,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen
Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,

viele Grüße, Towanda
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
1 x wöchentlich Mirtazapin C30 5 Globuli
3 x tgl. Thyreoidea comp. 3 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.

padma
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von padma » Dienstag, 19.05.20, 18:11

hallo MX, :)

auch von mir willkommen.

Du bist leider aufgrund des sehr ungünstigen Absetzens von Paroxetin (viel zu schnell, tageweise wechselnde Dosis) in ein protahiertes Entzugssyndrom geraten. Die Symptomatik und der zeitliche Zusammenhang sind da sehr eindeutig.
Allerdings ist es derzeit für mich äußerst anstrengend mich mit meinen derzeitigen Symptomen "vorerst" abzufinden. Je länger es dauert, umso schwieriger der Glaube an eine Besserung!
Es ist wirklich sehr schwierig damit zurecht zu kommen und die Hoffnung nicht zu verlieren.
1. Kann es wirklich sein bzw. ist es "normal", dass nach 10 Monaten immer noch Symptome da sind? Ich habe sie dauerhaft und keine Wellen/Fenster Systematik. Das beunruhigt mich, da die Meisten schreiben, dass sie Wellen/Fenster haben!
Ja, es ist leider normal. Lagzeitentzugssyndrome können über viele Monate, schlimmstenfalls Jahre anhalten.
Es hat nicht jeder ein Wellen/Fenstermuster. Die Symptome können auch gleichbleibend sein.
2. In den letzten 2 Monaten ist das Empfinden der Symptome schlimmer geworden.Kann das sein? Nach so langer Zeit müsste sich doch mal etwas verbessern,richtig?
Es gibt sowas wie eine "10 Monatswelle". In dem Zeitrahmen kommt es häufiger zu einer Symptomverstärkung. Leider kann es wirklich dauern bis eine Besserung eintritt, dein Verlauf ist da nicht so ungewöhnlich.

Ich verlinke dir hier einen Text, indem detailliert auf die Erfahrungen mit einem Langzeitentzugsyndroms eingegangen wird.
Der Text kann dir helfen zu sehen, dass dein Verlauf bekannt ist und dass du dennoch heilen wirst. Allerdings kann der Text auch entmutigend sein,wegen der langen Zeitdauer. Bitte bedenke, dass die Heilungsdauer individuell ist, dein weiterer Heilungsverlauf kann also durchaus auch schneller gehen.
viewtopic.php?f=50&t=17088
.Ist es denkbar, dass das ZNS / Gehirn / Rezeptoren sich nicht mehr vom dem SSRI erholen?
Unseres Kenntnisstandes nach wird sich das ZNS / Gehirn / Rezeptoren erholen. Leider kann es dauern.
Was sein kann ist, dass eine gewisse Sensitivität zurückbleibt. Es wäre äusserst riskant erneut ein AD einzunehmen. Aber das hast du vermutlich nach der Erfahrung auch nicht vor.
Meine hartnäckigsten Symptome sind der Schwindel,das Sehen, sowie die Körperwahrnehmung.
Das sind Symptome, die allgemein sehr hartnäckigsein können.
Du kannst jetzt nur versuchen Symptomverstärker zu vermeiden und dich in Geduld und Aktzeptanz zu üben.

Im Bereich "Umgang mit dem Entzug" findest du einiges an Erklärungen und Anregungen. Auch wenn es kein Wundermittel gibt, so kann doch der Austausch und das gegenseitige Verstädnis und Mutmachen über diese Situation hilfreich sein.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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RebelHeart75
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Dienstag, 19.05.20, 18:55

Liebe Padma,
sehr lieb von Dir mir so schnell zu antworten...echt super...vielen Dank dafür.
Jetzt erschließt sich mir so einiges...dabei hat mein Hausarzt noch behauptet, ich hätte langsam und vorsichtig abgesetzt. Stimmt wohl doch nicht so ganz...
Ja, Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke😏, aber vor uns, haben das Absetzen und die damit verbundene Symptomsystematik ja auch viele Andere erfolgreich geschafft, dann bekommen wir das auch hin!
Lieben Gruss
MX
06/2018: Beginn der Depression
07/2018 - Anfang 10/2018: 20mg Escitalopram - leider schlug Escitalopram nicht an, dann 2wöchige Umstellung auf Paroxetin, d.h. im Wechsel einen Tag 20mg Escitalopram, dann nächster Tag 20mg Paroxetin etc
10/2018 - 15.07.2019: 20mg Paroxetin
Ab 16.07.2019 abgesetzt nach Rücksprache Hausarzt
3 Wochen 10mg, dann 3 Wochen lang jeden 2 Tag 10mg Paroxetin,Absetzdauer somit 7 Wochen
Letzte Einnahme: 30.08.19
Ende September 2019: Absetzsymptome wie Brainzaps (nur beim Einschlafen), Schwindel,seltsames Körperempfinden (vor allem im Nackenbereich), Probleme Sehen / Fokussieren, dadurch Gangunsicherheit, vermehrt Schwindel beim Herunterschauen z.B. auf den Boden sehen.
Keine Symptomverbesserung in den letzten Monaten, außer bei den Brainzaps, die sind verschwunden

RebelHeart75
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Mittwoch, 20.05.20, 16:41

Hallo zusammen,

nachdem ihr mir ja gestern schon meine Fragen beantwortet habt, hätte ich nun noch eine Frage speziell zu den Absetzsymptomen:

Ich bin gar nicht sicher, ob ich das Gefühl / Körperwahrnehmung richtig wiedergeben kann, aber ich versuche es mal zu beschreiben:

Ich habe öfter das Gefühl, dass mir z.B. die Beine bzw Hände zittern, allerdings wenn ich dann hinsehen, dann zittert nichts. Außerdem habe ich immer wenn ich mich hinlege und die Augen schliesse, dass Gefühl, dass mein Körper wackelt (als ob der Kopf das verursacht). Das gleiche habe ich auf der Arbeit, wenn ich auf meinem Bürostuhl sitze. Als ob die Wahrnehmung gerade nicht richtig funktioniert...
Ist ein seltsames Empfinden und hätte ich noch nie, erst nach Absetzen vom Paroxetin.
Ist dies auch ein Anzeichen vom Entzug und somit für den Moment "normal"?

Danke für eure Antworten

Lieben Gruss
MX
06/2018: Beginn der Depression
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padma
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von padma » Mittwoch, 20.05.20, 19:27

hallo MX, :)

ja, auch solche Symptome sind im Entzug normal.Das gesamte Nervensystem ist irritiert und Impulse werden falsch weitergeleitet oder im Gehirn fehlinterpretiert. Dadurch kann es zu solchen Empfindungsstörungen kommen.

Wahrnehmung ist ja ein sehr komplexes System. Was Wahrnehmungsrezeptoren an Impulsen bekommen, muss zunächst ans Gehirn weitergeleitet werden und wird da weiter verarbeitet/interpretiert.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
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RebelHeart75
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Mittwoch, 20.05.20, 21:11

Hallo Padma,
ich dank Dir! Das beruhigt mich wirklich....Schönen Abend
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Freitag, 05.06.20, 23:18

Hallo zusammen,

ich befinde mich derzeit in einer Durststrecke was den Entzug von Paroxetin betrifft und würde gerne Eure Meinung bzw. Erfahrungen hören.

Ich beschäftige mich derzeit sehr mit dem Thema Entzug & Symptome, was sicherlich nicht von Vorteil ist...

Mir sagte kürzlich eine Apothekerin, dass Symptome im Grunde ein gutes Zeichen dafür sind, dass sich das Gehirn erholt. Stimmt ihr dem zu? Dann müsste es allmählich mal besser als schlechter werden,richtig?
Ich kann nicht glauben, dass ich 10 Monate nach 0 noch im Entzug sein soll, zumal es mir nun auch psychisch (aufgrund der anhaltenen Dauer der Symptome) schlechter geht.
Habe mir überlegt, ob es nicht sinnvoll ist, wieder mit der Einnahme von Paroxetin zu beginnen.
Was denkt ihr

Vielen Dank für eure Rückmeldungen und Grüsse
MX
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von padma » Samstag, 06.06.20, 22:33

hallo MX, :)
Mir sagte kürzlich eine Apothekerin, dass Symptome im Grunde ein gutes Zeichen dafür sind, dass sich das Gehirn erholt. Stimmt ihr dem zu? Dann müsste es allmählich mal besser als schlechter werden,richtig?
Die Apothekerin hat recht. Wir haben hier eine Erklärung dafür: http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=50&t=11472
Die Besserung verläuft zumeist wellenförmig und nicht linear. Daher kann es auch Phasen geben, in denen sich die Symptome verschlechtern, was zum Heilungsprozess mit dazu gehört.
Ich kann nicht glauben, dass ich 10 Monate nach 0 noch im Entzug sein soll, zumal es mir nun auch psychisch (aufgrund der anhaltenen Dauer der Symptome) schlechter geht.
Nach einem viel zu schnellen und ungünstigen Entzug ist das durchaus im Rahmen. 10 Monate sind da noch nicht so lang. Dass es dir psychisch aufgrund der Symptome schlechter geht, ist recht natürlich. Wobei Entzugssymptome sich auch durch "psychische" Symptome ausdrücken können, die neurophysiologisch bedingt sind.
Habe mir überlegt, ob es nicht sinnvoll ist, wieder mit der Einnahme von Paroxetin zu beginnen.
Was denkt ihr
Das halte ich nicht für sinnvoll. Es ist viel zu lange her, vermutlich würdest du es auch gar nicht mehr vertragen. Es würde dein ZNS weiter irritieren und den Heilungsprozess eher stören als dass es helfen könnte.

Falls überhaupt käme ja nur eine Minimalstdosis von 0,1 mg oder so in Frage, aber wie gesagt, ich bin da sehr skeptisch.

So schwer es auch ist, am hilfreichsten ist zumeist, nicht weiter einzugreifen und die Selbstheilungskräfte ihre Arbeit tun zu lassen. Es braucht dafür viel Geduld und Aktzeptanz.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
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Was finde ich wo im Forum
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RebelHeart75
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Sonntag, 07.06.20, 15:54

Hallo Padma,

herzlichen Dank für die Beantwortung.
Werde nicht wiedereindosieren, sondern versuchen durchzuhalten.
Schade, dass keiner einem eine Durchschnittsdauer in Bezug auf Absetzsymptome sagen kann. Gestern las ich etwas von ca. 90 Wochen...Wahnsinn :shock:
Da kommt noch was auf uns zu..., aber irgendwann sollte es geschafft sein!

Schönen Sonntag und lG
MX
06/2018: Beginn der Depression
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10/2018 - 15.07.2019: 20mg Paroxetin
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3 Wochen 10mg, dann 3 Wochen lang jeden 2 Tag 10mg Paroxetin,Absetzdauer somit 7 Wochen
Letzte Einnahme: 30.08.19
Ende September 2019: Absetzsymptome wie Brainzaps (nur beim Einschlafen), Schwindel,seltsames Körperempfinden (vor allem im Nackenbereich), Probleme Sehen / Fokussieren, dadurch Gangunsicherheit, vermehrt Schwindel beim Herunterschauen z.B. auf den Boden sehen.
Keine Symptomverbesserung in den letzten Monaten, außer bei den Brainzaps, die sind verschwunden

RebelHeart75
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Paroxetin und Dauer Absetzsymptome

Beitrag von RebelHeart75 » Dienstag, 30.06.20, 14:25

Hallo zusammen,

Ich bin jetzt schon eine ganze Weile auf 0 nach 10monatiger Einnahme von Paroxetin und mich belasten die Absetzsymptome sehr, obwohl ich verhältnismäßig wenig Symptome habe.
Ich recherchiere viel im Internet, aber einige Dinge bleiben trotzallem unbeantwortet.

Mich beschäftigen immer noch folgende Fragen:
1. Ab wann spricht man von einer Langzeiteinnahme bei ADs?
Mein Problem ist, dass ich für mich der Meinung bin, dass ich Paroxetin recht kurz (11 Monate inkl. ausschleichen von 6 Wochen) genommen habe, aber trotzdem habe ich immer noch den wirklich hartnäckigen Augenschwindel, teilweise auch Fokussierungsprobleme der Augen und z T. auch Wahrnehmungsstörungen.
Diese Probleme sind erst mit der Zeit aufgetreten, aber jetzt umso lästiger.
Wie kann man sich das erklären? Habe ich tatsächlich zu schnell abgesetzt? Oder erholt sich das Gehirn/ Rezeptoren eben nur teilweise?

Ich hatte hierzu schon mit meinem Arzt und einer Apothekerin gesprochen, die mir versicherten, das ADs keine Schäden verursachen (ausgenommen sind hier anscheinend Neuroleptika). Auf der anderen Seite waren beide ein wenig überrascht, dass die Symptome
Inzwischen so langwierig sind.
Ausserdem bin ich kürzlich auf einen Bericht von Dr. S.Shipko gestoßen, wo behauptet wurde, dass sich einige von AD-Einnahmen gar nicht mehr erholen. Etwas ähnliches hat auch Dr. Fava behauptet und er bezieht sich dort auf eine Einnahme von nur 6-9 Monaten.
Die einen sagen so, die anderen so. Ich verstehe es nicht...
Kennt jemand diese Aussagen? Wie stehst ihr dazu? Ich finde sämtliche Aussagen passen für mich nicht so recht und ich bin wirklich verunsichert, was es schlussendlich bedeutet.

Demnach besteht doch die Möglichkeit einer permanenten Schädigung :shock: ?
So, ganz schön viel auf Mal, aber ich würde mich freuen, wenn jemand Zeit & Lust hätte mir zu antworten und sich auszutauschen.
Danke Euch und lG
MX
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Keine Symptomverbesserung in den letzten Monaten, außer bei den Brainzaps, die sind verschwunden

Murmeline
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 30.06.20, 14:30

Beitrag hinzugefügt. Bitte keine neuen threads für Einzelfragen, du kannst gerne immer hier weiterschreiben.
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

padma
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von padma » Dienstag, 30.06.20, 18:58

hallo MX, :)
1. Ab wann spricht man von einer Langzeiteinnahme bei ADs?
Mein Problem ist, dass ich für mich der Meinung bin, dass ich Paroxetin recht kurz (11 Monate inkl. ausschleichen von 6 Wochen) genommen habe
Ich glaube nicht, dass das genau festgelegt ist, ab wann es eine Langzeiteinnahme ist. Ich würde spontan sagen, auf jedenfall mehrere Jahre. Bei dir würde ich nicht von einer Langzeiteinnahme sprechen.
Wie kann man sich das erklären? Habe ich tatsächlich zu schnell abgesetzt? Oder erholt sich das Gehirn/ Rezeptoren eben nur teilweise?
Die Heilungsverläufe sind sehr unterschiedlich lang, welche Faktoren da alle eine Rolle spielen ist nicht bekannt. Länge der Einnahme ist nur ein Faktor, der eine Rolle spielen kann.
Ich hatte hierzu schon mit meinem Arzt und einer Apothekerin gesprochen, die mir versicherten, das ADs keine Schäden verursachen (ausgenommen sind hier anscheinend Neuroleptika). Auf der anderen Seite waren beide ein wenig überrascht, dass die Symptome
Inzwischen so langwierig sind.
Das ist auch unser Stand, dass AD keine irreversiblen Schäden verursachen. Allerdings kann es wohl zu einer vorübergehender Schädigung des ZNS kommen (autonomic damage).
Dass die durch AD ausgelösten Symptome über Jahre anhalten können, ist den meisten Ärzten leider nicht bekannt.
Ausserdem bin ich kürzlich auf einen Bericht von Dr. S.Shipko gestoßen, wo behauptet wurde, dass sich einige von AD-Einnahmen gar nicht mehr erholen.
Wir kennen diese Aussage, teilen sie allerdings nicht. Hier findest du diverse Einträge dazu: search.php?keywords=Shipko

Auch wenn es sehr lange dauern kann, gehen wir davon aus, dass das ZNS sich aufgrund seiner Neuroplastizität erholen kann.
Was zurückbleiben kann, ist eine erhöhte Sensibilität auf psychoaktive Stoffe.

liebe Grüsse,
padma
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Straycat
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von Straycat » Dienstag, 30.06.20, 21:21

Hallo RebelHeart,

auf was genau beziehst du dich mit deiner Frage der Langzeiteinnahme?
Wenn du damit meinst, ab wann das Gehirn mit "Anpassungen" beginnt auf das AD zu reagieren, dann sind das ca. 4 Wochen. Ab da hat sich das Gehirn begonnen "umzubauen" und deshalb ist das auch meist so die Grenze, ab der man nicht mehr einfach kalt absetzen sollte.
Oder meintest du etwas anderes?

Liebe Grüße,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
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Nixe
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von Nixe » Mittwoch, 01.07.20, 17:15

Hallo MX,

Ich bin Paroxetinausschleicherin (Verlauf siehe Signatur) und hätte Interesse am Austausch.

Du schreibst, dass du verhältnismäßig wenig Absetzsymptome hast, mir geht es ähnlich. Aktuell bin ich mal wieder in einer Welle mit manifesten Symptomen vormittags bis mittags. Kann mich dann schlecht konzentrieren und mit jemandem außerhalb des Haushalts quatschen ist mega-anstrengend.
Mich würde interessieren, ob du auch sowas wie ein Vormittags-Tief hast in Bezug auf deine Symptome. Und was hilft dir? Mir hilft immer leichte Bewegung, auch (blöder) Haushalt...

Du schreibst ja, dass du do verunsichert bist, weil ed nirgends verlässliche Aussagen zur Dauer und zu eventuellen Dauerschäden gibt. Ich glaube, dass es damit zusammen hängt, dass kein wirtschaftliches Interesse an solchen Forschungen besteht (Pharmalobby, you know?).

Insofern verlasse ich mich darauf, dass das zns sich irgendwie zurechtfindet mit drm Ausschleichen, sonst würde es sich ja nicht beruhigen. Ich denke, dass dich das jetzt nicht beruhigt, weil du schon so lange mit den Symptomen zu tun hast. Leider war dein Entzug sehr, sehr kurz, das brauche dir ja nicht sagen. Die Umstellung dauert u.U. sehr lange...
Irgendwo habe ich gelesen, dass insbesondere Paroxetin in den Fettzellen gespeichert wird und noch lange nach "0" immer noch aktiv sein kann (oder so).
Mir graut es schon davor, in den unteren Bereich zu kommen.

Vielleicht könnte es helfen, wenn du ein Symptom-Tagebuch führst? Dann könntest du vielleicht besser feststellen, was sich doch schon gebessert hat.

Liebe Grüße, Nixe
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RebelHeart75
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Mittwoch, 01.07.20, 17:56

Hallo Straycat,
Danke für Deine Antwort.
Meine Frage bezog sich auf eine Aussage von Dr. Fava, die besagen soll, dass sich bereits nach 6-9 Monaten Einnahme, die Möglichkeit einer Chronifizierung ergeben kann. Man soll angeblich dann nicht mehr auf AD ansprechen (Wirkverlust) und Vorboten solcher Prozesse sind auch wohl Entzugssyndrome.Fava meint, dass solche Prozesse nicht mehr unbedingt reversibel sein sollen.Ich habe es so verstanden, dass die Absetzsymptome nicht mehr abklingen....
Ich finde eine Einnahme von 6-9 Monaten bzw. auch von 12 Monaten nicht lange und dachte, dass man daraus ableiten könne, wie lange Absetzssymptome anhalten können. Da im Internet immer nur die Rede von Langzeitnutzern die Rede ist, aber keiner einen Zeitraum hierzu definieren kann, wollte ich wissen, ob man hier Erfahrung dazu hat.
LG
MX
06/2018: Beginn der Depression
07/2018 - Anfang 10/2018: 20mg Escitalopram - leider schlug Escitalopram nicht an, dann 2wöchige Umstellung auf Paroxetin, d.h. im Wechsel einen Tag 20mg Escitalopram, dann nächster Tag 20mg Paroxetin etc
10/2018 - 15.07.2019: 20mg Paroxetin
Ab 16.07.2019 abgesetzt nach Rücksprache Hausarzt
3 Wochen 10mg, dann 3 Wochen lang jeden 2 Tag 10mg Paroxetin,Absetzdauer somit 7 Wochen
Letzte Einnahme: 30.08.19
Ende September 2019: Absetzsymptome wie Brainzaps (nur beim Einschlafen), Schwindel,seltsames Körperempfinden (vor allem im Nackenbereich), Probleme Sehen / Fokussieren, dadurch Gangunsicherheit, vermehrt Schwindel beim Herunterschauen z.B. auf den Boden sehen.
Keine Symptomverbesserung in den letzten Monaten, außer bei den Brainzaps, die sind verschwunden

RebelHeart75
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von RebelHeart75 » Mittwoch, 01.07.20, 18:35

Hallo Nixe,
Ja, dafür, dass ich Paroxetin genommen habe, halten sich meine Symptome in Grenzen und das ich zu schnell, obwohl es in Absprache mit dem Arzt geschah, abgesetzt habe, musste ich mir nun auch eingestehen.
Mich belastet, dass die Symptome sich so hartnäckig halten und sie (gefühlt für mich) 24/7 vorhanden sind. Ich habe kein Wellen/Fenster Muster.
Das wiederum führt natürlich auch dazu, dass es mir psychisch (insbesondere die Angst, dass es nie besser wird) auch schlechter geht. Ein Teufelskreis...eins führt zum anderen.
Zu Deinen Fragen:
Ja, morgens geht es mir auch oftmals schlechter, aber ich versuche trotzdem durch den Tag zu kommen. Ich bin voll berufstätig und im Büro sind die Symptome ,also der Schwindel und die Sehstörungen, meist schlimmer. Vielleicht ist das ständige Gucken in den PC ein Trigger!
Interessant, dass Du auch unter Schwindel und Sehstörung leidest. Wie kommst Du damit zurecht?

Was mir momentan hilft? Coronabedingt sind wir in Kurzarbeit und ich habe somit den Luxus mich Mittags hinlegen zu können und einfach mal kurz zu schlafen.
Bewegung tut auch gut, aber ich kann mich leider nicht immer aufraffen.
Ferner, finde ich, hilft auch der Austausch hier im Forum.
Ich hoffe auch sehr, dass sich mit der Zeit, die Symptome legen und der Albtraum vorbei ist.
Ich würde besser mit den Symptomen zurechtkommen und sie aushalten können, wenn wirklich jmd verlässlich sagen könnte, dass sich alles wieder reguliert und man irgendwann "geheilt" ist!
Das sich Paroxetin noch länger im Körper aufhält, glaube ich persönlich nicht. Das problematische bei diesem AD ist, dass es eine relativ kurze Halbwertzeit hat, also schnell den Körper verlassen soll. Ich glaube allerdings, dass Paroxetin ein sehr starkes Medikament ist und daher so viele Probleme mit dem Entzug haben.
Bei mir war es auch so, das ich während der Reduzierung nichts hatte, mir ging es gut. Erst ca. 4-5 Wochen nach 0 bekam ich Symptome.
Nimmst Du das erste Mal Paroxetin? Wie stehst Du Aussagen zu Dauerschäden gegenüber?
Lieben Gruß,
MX
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10/2018 - 15.07.2019: 20mg Paroxetin
Ab 16.07.2019 abgesetzt nach Rücksprache Hausarzt
3 Wochen 10mg, dann 3 Wochen lang jeden 2 Tag 10mg Paroxetin,Absetzdauer somit 7 Wochen
Letzte Einnahme: 30.08.19
Ende September 2019: Absetzsymptome wie Brainzaps (nur beim Einschlafen), Schwindel,seltsames Körperempfinden (vor allem im Nackenbereich), Probleme Sehen / Fokussieren, dadurch Gangunsicherheit, vermehrt Schwindel beim Herunterschauen z.B. auf den Boden sehen.
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Nixe
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von Nixe » Mittwoch, 01.07.20, 19:25

Hallo MX,

Ich schreibe morgen meine Gedanken zu deinem letzten Beitrag, heute Abend bin ich zu platt und will und muss mich etwas mit meinem Sohn beschäftigen.

LG, Nixe
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Straycat
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von Straycat » Mittwoch, 01.07.20, 21:17

Hallo RebelHeart,

alles klar, dann hat padma :) deine Frage zur Langzeiteinnahme ja schon beantwortet. Ich hatte nur überlegt, dass du vielleicht den Zeitraum meintest, ab wann ein PP "fix" in den Gehirnstoffwechsel verbaut ist. Deshalb habe ich da noch mal geantwortet.
RebelHeart75 hat geschrieben:
Mittwoch, 01.07.20, 18:35
Ich glaube allerdings, dass Paroxetin ein sehr starkes Medikament ist und daher so viele Probleme mit dem Entzug haben.
Ich wüsste nicht, dass Paroxetin "stärker" ist als andere SSRI/SNRI.
Wenn ich mich hier im Forum so umsehe, dann gibt es praktisch mit allen SSRI/SNRI gleich leidvolle Erfahrungen. Da ist wenig Unterschied von Präparat zu Präparat.

Liebe Grüße,
Cat
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Re: RebelHeart75: Seit 10 Monaten Absetzsymptome / Paroxetin

Beitrag von Nixe » Donnerstag, 02.07.20, 20:38

Hallo zusammen,

MX, ich nehme (siehe Signatur unter "Text zeigen") Paroxetin mit Unterbrechung (dem zu schnellen Absetzen) seit Ende 2012. Wenn man das Absetzen dazu nimmt wäre es das zweite Mal, dass ich es nehme, ich würde es aber so nicht sehen, sondern als mißglückten Absetzversuch.
Die Symptome damals, die als Rückfall in die Depression gedeutet wurden, kamen zeitverzögert mit ca. 2 Monaten, genau kann ich das leider nicht mehr zurückverfolgen. Da ich dann relativ schnell wieder eindosiert habe um wieder auf die 20mg zu kommen kann ich natürlich nicht sagen, wie lange die Symptome angehalten hätten, es ging mir auf jeden Fall sehr schlecht, besonders die depressiven Morgentiefs waren furchtbar. Sowas kannte ich von der ersten "richtigen" Depression nicht.

Du fragst, wie ich zu den Aussagen der Dauerschäden stehe. Über diese Frage habe ich mir - ehrlich gesagt - noch gar keine Gedanken gemacht. Ich glaube auch eher an den sogenannten protrahierten Entzug, dass also die Symptome stark zeitverzögert und vor allem lange andauernd nach dem (zu schnellen) Absetzen auftreten können. Darum habe ich auch so Angst vor dem unteren mg-Bereich, wenn die Feinwaage zu ungenau wird.

Das mit dem Schwindel und den Sehstörungen beschreiben hier ganz viele der Betroffenen. Wenn man quer durchliest sind diese Symptome noch die harmlosesten. Da ich es ja inzwischen kenne (örgs) und gut zuordnen kann, quäle ich mich halt durch und weiß, dass es irgendwann wieder weniger wird und abklingt.
Heute z.B. habe ich ganz deutlich am Mittag (fast Glockenschlag 12 Uhr) gemerkt, wie die morgendliche Matschigkeit nachließ. Und das, obwohl ich letzte Nacht sehr schlecht geschlafen habe. Heute Nachmittag noch ein Nickerchen und es geht mir deutlich besser, als gestern. Gestern hatte mein Sohn einen Freund zu Besuch, den ich noch nicht gut kenne und bei dem ich mir keine Mittagspause gegönnt habe. Das hat mich total gestresst. Zack, war der ganze Nachmittag auch im Eimer bis Abends.

Du schreibst ebenfalls, dass du (wenn auch Corona-erzwungen), wenn du Mittags schlafen kannst, dich besser fühlst bzw. nicht so schlecht, wie sonst. Ich finde, das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas gegen die Stärke (zunächst) der Symptome hilft. Wie ist es denn am Wochenende, hast du da mehr Zeit für Ruhepausen bzw. zum Entspannen und geht es dir dann auch symptommäßig insgesamt besser? Hast du schon mal an eine Reha gedacht? In der könntest Du z.B. feststellen, wie du auf mehr Ruhe und Entspannung auf längere Zeit reagierst?
Ich glaube wirklich, dass es halt sehr lange dauert, bis man nach dem zu schnellen Absetzen wieder einigermaßen "im Lot" ist. An eine Dauerschädigung glaube ich - wie oben schon gesagt - nicht.

PC-Arbeit am Vormittag wäre für mich im aktuellen Zustand die Hölle. Heute Abend geht es erstaunlicherweise einigermaßen gut (spricht auch für das Cortisol-Morgentief).
Aber Arbeiten insgesamt ging nach dem Absetzversuch ja nicht, und ich habe nach einer abgebrochenen Wiedereingliederung 2017 nicht wieder angefangen, außer als Aushilfe in einer Bäckerei hier im Ort (könnte ich jeden Tag 3 Stunden drüber heulen, hatte eine super Stelle mit tollen KollegInnen und guten Arbeitszeiten).
Du aber arbeitest trotz der Symptome Vollzeit durch, vielleicht kommt durch den Stress dein Nervensystem einfach nur ganz langsam und nicht oder kaum spürbar dazu, sich an den Entzug anzupassen. Wäre für mich eine plausible Erklärung. Daher die Reha-Idee...

So, jetzt fällt mir nichts mehr ein. Ach so, das Forum hier hilft mir an vielen Stellen, mich in meinem Ausschleichprozess neu zu verorten und Dinge beim Absetzen nachzujustieren. Und natürlich, immer wieder festzustellen, dass es nicht nur mir so geht sondern alle anderen (meist noch stärker) betroffen sind.
Mir fällt noch folgendes ein: Ich kann völlig verstehen, dass dich der Gedanke, ob es sich nun um einen starken Absetzentzug handelt oder ob es "Dauerschäden" sind, völlig fertig macht.
Ich stelle mal die provokative Frage: Was wäre, wenn du es wüsstest?

Vielleicht könntest Du den Fokus verändern: Weg vom Grübeln über das für und wieder "Dauerschäden" hin zu den leichten Verbesserungen und wodurch sie eintreten oder auch nicht?

Ich hoffe, das alles kommt nicht zu besserwisserisch rüber, sind halt meine Gedanken und das, was ich glaube.

Liebe Grüße, Nixe
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