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Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Straycat »

Hallo Schokopudding,

Ich kann dein Hadern mit dem Job sehr gut nachvollziehen, da ich das selbst auch oft tue. Ich bin nicht glücklich in meinem Job, aber kann so meine Rechnungen bezahlen.
Allerdings sehe ich es wie padma :), dass es wohl ein ungeeigneter Zeitpunkt ist für große Veränderungen! Ich weiß, das kann sehr schwer sein das zu akzeptieren, weil man sich dann so "handlungsunfähig" fühlt.

Ich denke auch, dass du gerade in einer Welle steckst - diese kreisenden Gedanken können typisch dafür sein.
Auch wenn es verdammt schwer ist, vielleicht kannst du es als eine Art "Auszeit" sehen, in der du dich mal nur um dich und ausreichend Ruhe für dich kümmerst?
Klar sind soziale Kontakte wichtig, aber in Entzug ist man leider häufig schneller überfordert als sonst. Manchmal sind sogar "schöne" Situationen, die man sonst immer genossen hat, im Moment einfach zuviel und man gerät in eine Stresssituation.
Dass du im privaten Alltag alles problemlos bewältigen kannst, ist schon mal super - darauf kannst du aufbauen.
Und es wird auch im Job (egal welchem) irgendwann wieder einfacher!

Diese starken Zyklusschwankungen kenne ich übrigens auch. Das ist bei mir so krass, dass ich mich zeitweise wie 2 verschiedene Menschen fühle: ein aktiver, fröhlicher, schmerzfreier Mensch zwischen Eisprung und Periode (manchmal nur wenige Tage im Monat :-( ) und dann wiederum ein niedergeschlagener, schmerzgeplagter und symptomgebeutelter Mensch an den übrigen Tagen.
Aber ich bleib optimistisch, dass auch das sich bessern wird ;-)

Du wirst es durch diese schwierige Zeit schaffen, ganz bestimmt!
Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
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Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Liebe padma, liebe Cat,

danke für die Unterstützung! Ich stimme euch ganz und gar zu, was die Entscheidungsfähigkeit angeht und bin im Moment so froh, in meinen drei Fenster-Tagen nichts unternommen zu haben (und gleichzeitig so enttäuscht von allem :zombie: ) Egal. Es ist jetzt nicht zu ändern, zumindest nicht mit dem Ergebnis, das ich haben möchte. Also muss ich es akzeptieren, wie es ist. Ich tu mein bestes.

Mir hilft grade das Buch "Undoing Depression: What Therapy Doesn't Teach You and Medication Can't Give You". So habe ich das Gefühl, zumindest an mir zu arbeiten (Veränderung und so) und die Texte darin motivieren mich. Motiviert zu sein, ist bestimmt gut :fly:
Straycat hat geschrieben:
30.06.2020 15:37
Diese starken Zyklusschwankungen kenne ich übrigens auch. Das ist bei mir so krass, dass ich mich zeitweise wie 2 verschiedene Menschen fühle: ein aktiver, fröhlicher, schmerzfreier Mensch zwischen Eisprung und Periode (manchmal nur wenige Tage im Monat :-( ) und dann wiederum ein niedergeschlagener, schmerzgeplagter und symptomgebeutelter Mensch an den übrigen Tagen.
Tut mir leid, dass du das auch hast. Ich finde das so belastend. Durch die Endometriose ist bei mir ja eh was im hormonellen Ungleichgewicht (weiß ja niemand so richtig viel über die Krankheit), ich denke daher kommt auch mein PMS. Hab das auch meistens ab Eisprung bis zur Periode (Müdigkeit, Gereiztheit, Depri, Wut), dann ewig meine Tage (hallo Eisenmangel), eine Woche Ruhe, wieder Eisprung und von vorn... :party: Nur im Entzug ist das nochmal ein ganz anderes Kaliber, hauptsächlich die Depriphase. So eine richtig tiefe Traurigkeit mit Heulen über ein bis zwei Wochen ist selbst mir neu. Hoffe das wird wieder besser und aus dem PMS wird nicht noch dauerhaft ein PMDS. Dagegen sollen ja auch wieder nur AD helfen. Ich hatte grade wieder mit Akupunktur angefangen, meine tolle TCM-Frau hatte mir Kräuter zusammengestellt, doch dann kam Corona und ich habe mich nicht getraut, sie zu nehmen (hab immer Schiss mit Medikamenten, auch pflanzliche oder Kräuter :roll: ). Das einzige was mir seit Jahren etwas hilft, ist ab Eisprung Magnesium, Calcium und Vitamin D zu nehmen. Das hat mir meine Frauenärztin mal empfohlen (zwar mit Vitamin B, aber die andere Kombi gibts fertig als Brausetablette und von Vitamin B bekomme ich Kopfschmerzen). Vielleicht ist das auch ein Versuch für dich.

Liebe Grüße,
Schokopudding
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
- Stabilisierung des Zustandes, Panikattacken sind im Griff, wiederkehrende mittelschwere Episoden bis heute immer mal wieder
- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
- jeden Monat für 2 Wochen täglich "Magnesium + Calcium + Vitamin D3" Brausetabletten wegen PMS (unendliche Müdigkeit, Gereiztheit, Wut, Traurigkeit)

Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Hallo ihr lieben,

ich habe ein paar Fragen, die mich beschäftigen. Vielleicht hat jemand eine Antwort oder Lust etwas dazu zu schreiben.

Die erste ist, wie sich bei euch anderen die Innere Unruhe anfühlt. Ich habe seit zwei Tagen leider wieder diese Nervositat im Bauch. Ihr kennt das sicher, wenn man in den Urlaub fahren wird, morgens aufwacht und es im Bauch so sehr kribbelt, weil man so aufgeregt ist. Das habe ich. Nur ohne die Freude, denn ich fahre ja nicht in den Urlaub. Das hält manchmal bis zum frühen Abend an. Ist das innere Unruhe oder ist das einfach Nervositat/Aufregung?

Außerdem kribbeln meine kompletten Beine heute vom Zeh bis zum Po :( Wobei wir direkt bei Frage zwei sind...

Ich finde es bezeichnend, dass fast jeder hier das selbe berichtet: dass man während einer Welle oder dem Entzug allgemein die unfassbare Angst hat, dass dieser Zustand für immer anhält. Warum ist das so? Wenn ich eine "normale" depressive Phase habe, kommt mir sowas überhaupt nicht in den Sinn. Ich weiß dass es vergehen wird und sitze es aus oder aber ich hänge so drin, dass es mir egal ist. Wieso habe ich dann bei entzugsbedingten Symptomen (körperlich und psychisch) diese tiefe Angst, dass mein Leben für immer zerstört ist? Können die Geschichten aus dem Forum das zusätzlich triggern?

Und die dritte Frage ist: kann ich im Forum irgendwo Beiträge sehen, die ich kommentiert habe? Ich habe Sorge, wenn ich bei anderen kommentiere, dass sie darauf reagieren und ich es nie mitbekommen werde, weil ich nicht mehr weiß, bei wem ich etwas geschrieben habe... Gibt es da eine Übersicht oder sowas?

Dankeschön, ich hoffe euch gehts einigermaßen!

Liebe Grüße
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

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padma
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von padma »

liebe Schokopudding, :)

Ist das innere Unruhe oder ist das einfach Nervositat/Aufregung?
Ich denke, das geht in einander über. Wenn es sehr unangenehm ist, sich nicht abstellen lässt und ohne erkennbaren Anlass auftritt, würde ich es schon als innere Unruhe bezeichnen.
Wieso habe ich dann bei entzugsbedingten Symptomen (körperlich und psychisch) diese tiefe Angst, dass mein Leben für immer zerstört ist? Können die Geschichten aus dem Forum das zusätzlich triggern?
Diese Angst scheint quasi selbst ein Absetzsymptom zu sein. Warum das so ist, weiss ich nicht. Vielleicht weil der Körper spürt, dass etwas auf neurophysiologischer Ebene aus dem Ruder gelaufen ist?

Das lesen im Forum kann bei manchen Menschen diese Angst verstärken, andere hingegen beruhigt es, zu wissen, dass sie damit nicht alleine sind.
Da schaut man am besten selbst, wieviel Lesen einem gut tut. Das kann zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedlich sein.
Und die dritte Frage ist: kann ich im Forum irgendwo Beiträge sehen, die ich kommentiert habe?
Ja, gibt es. Auf deinen Benutzernamen rechts oben clicken, dann "Persönlicher Bereich", dann ganz unten "deine Beiträge anzeigen", da sind sie deine Beiträge zeitlich aufgelistet.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Schokopudding
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Liebe padma,

Danke für die Antwort und Erklärung zum Forum. Da schau ich mal nach.
padma hat geschrieben:
02.07.2020 19:46
Diese Angst scheint quasi selbst ein Absetzsymptom zu sein. Warum das so ist, weiss ich nicht. Vielleicht weil der Körper spürt, dass etwas auf neurophysiologischer Ebene aus dem Ruder gelaufen ist?
Ja, vielleicht ist das der Grund. Wenn man sich ein Bein bricht, funktioniert ja das Gehirn noch richtig und weiß, dass das Bein wieder heilt. Wenn aber das Gehirn grade nicht richtig funktioniert, wer soll ihm dann sagen, dass alles wieder gut wird? Ich habe soviele Erfahrungsberichte gelesen und fast jeder scheint genau dieselbe Angst zu spüren. Das ist ja auch logisch, weil der Entzug sehr beängstigend ist, aber ich glaube das hat auch einen entzugsbedingten Grund. Wie du sagst, ein eigenes Symptom.

Hab ein schönes Wochenende.
Schokopudding
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

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- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
- 2014 erster Absetzversuch: Vorschlag des Psychiaters, die Medikamente jeden 2. Tag zu nehmen. Die erste Woche verlief gut, fast manisch, danach ging es bergab und nach 3 Wochen habe ich sie wieder täglich genommen, weil ich das depressive Loch nicht ausgehalten habe.

Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
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Insidon:
- ab 2005 Opipramol 50-100mg, nach Jahren Wechsel zu Insidon (Tropfen) wegen besseren Runterdosierens
- 2015 Insidon von 3 (12,45mg) auf 2 Tropfen (8,3mg), im Nachhinein betrachtet war das vielleicht der Auslöser für eine halbe Lebenskrise
- 2017 Insidon von 2 Tropfen (8,3mg) auf 1 Tropfen (4,15mg), ohne Probleme
- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
- 25.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

Aktuelle Situation:
- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Schokopudding »

Hallo ihr Lieben, ich wollte mal hallo sagen.

Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, dabei sind es noch nichtmal vier Wochen seit dem letzten Beitrag. Verändert hat sich nicht viel. Grübelzwang, depressive Stimmung und Gedanken in Wellen, Identitätskrise. Ich habe mal wieder den Status erreicht, in dem ich die Dinge mit mir selbst ausmache und am liebsten mit niemandem Kontakt haben möchte, weil ich gar nicht weiß, was eigentlich das Problem ist, weil gefühlt alles das Problem ist. Die Suche nach einem Therapeuten ist bisher erfolglos, denn niemand, wirklich niemand hat in naher Zukunft freie Plätze.

Ich versuche so gut es geht mein Leben zu leben und auch schöne Dinge zu unternehmen, auch wenn durch den grauen Schleier leider nicht so viel davon bei mir ankommt.

Warten wir also weiter...
2003 Diagnose Panikattacken, Sozialphobie, Agoraphobie

- seit 2005 (Ich war 18) Citalopram 20-40mg und Opipramol 50-100mg
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- irgendwann Reduzierung Citalopram auf 10mg
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Citalopram:
- ab 2005 20-40mg, dann jahrelang 10mg
- 3.11.2018 von 5 auf 2,5mg, ohne Probleme
- 1.5.2020 von 2,5mg auf 0
- die ersten Tage Symptome (Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen, Unruhe), dann ok
- seit 26.5.2020 wieder eindosiert wegen depressiver Stimmung, Gedankenkreisen, massive innere Unruhe

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- 8.5.2020 von 1 Tropfen auf 0
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- 1.5.2020 Citalopram von 2,5mg auf 0mg
- 8.5.2020 Insidon von 4,15mg auf 0mg
- 25.5.2020 Insidon von 0 auf 2,075mg
- 26.5.2020 Citalopram von 0 auf 0,5mg


- 14.6. weiterhin Symptome, aber schwächer ausgeprägt als vor der Wiedereindosierung: Stimmungsschwankungen mehrmals täglich (Nervosität, Depression, gut fühlen), wenig bis kein Appetit morgens

- 27.06. weiterhin leichte Symptome, aber Verbesserung und recht stabil: stressanfälliger, leichter Tinnitus, Stimmung oft gedrückt

Sonstiges:
- Anfang 2020 Eisenmangel-Anämie wg starker Menstruation aufgrund von Endometriose. 3 Monate ferro sanol, Blutbild Ende April wieder ok.
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Straycat
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Re: Schokopudding: Absetzen von Citalopram und Insidon (Opipramol) ein Fehler?

Beitrag von Straycat »

Hallo Schokopudding,

leider gibt es immer wieder Phasen, in denen man das Gefühl hat, dass nichts weitergeht. Das kann sich dann aber auch mal wieder ändern und dann macht man wieder ein paar Schritte voran.
Schokopudding hat geschrieben:
27.07.2020 18:32
Die Suche nach einem Therapeuten ist bisher erfolglos, denn niemand, wirklich niemand hat in naher Zukunft freie Plätze.
Das ist wirklich doof :( Ich finde das sehr sehr traurig, dass nicht für genügend Therapieplätze gesorgt wird und stattdessen allen Patienten lieber PP verabreicht werden :oops:
Das ist natürlich eine sehr persönliche Sache und ich will dir damit nicht zu nahe treten, aber wenn du finanziell über die Mittel verfügst, könntest du bei einem privaten Therapeuten wegen eines Platzes anfragen. Das kostet halt leider :(
Schokopudding hat geschrieben:
27.07.2020 18:32
Ich versuche so gut es geht mein Leben zu leben und auch schöne Dinge zu unternehmen, auch wenn durch den grauen Schleier leider nicht so viel davon bei mir ankommt.
Das ist gut, dass du es dennoch versuchst. Oft kommt dann auch die Freude daran wieder ziemlich unvermittelt zurück. Am besten man setzt sich da möglichst nicht unter Druck. Ich weiß - leichter gesagt als getan 8-)

Einen schönen Abend wünsch ich dir noch!
Alles Liebe,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
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