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Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

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Holy_Henry
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Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Holy_Henry »

Hallo Zusammen, ich bin neu hier.
Ich darf mich kurz vorstellen. Ich bin jetzt 50 Jahre jung und seit dem 20. Lebensjahr in Dauerbehandlung mit Neuroleptika (die ersten 15 Jahre Haldol decanonat (Depotspritze), dann 10 Jahre lang Risperidon Tabletten und jetzt Aripiprazol Tabletten).

Seit 2005 bekomme ich noch zusätzlich Citalopram (Antidepressivum). Ich bin schon seit einiger Zeit dabei, vielleicht etwa 1 Jahr, ich kann mich nicht genau erinnern, mein Aripiprazol und Citalopram auszuschleichen bzw. weitestgehend zu reduzieren. Ich gehe sehr kleinschrittig vor, d. h. so kleinschrittig, dass ich nicht in die Psychiatrie muss bzw. Sorge haben muss komisch von meinen Mitmenschen, wegen Auffälligkeit im Verhalten angeschaut zu werden.

Ich habe einen leichten medikamentös bedingten Parkinson. Diesen habe ich wohl der damaligen Gabe von Haldol und später Risperidon zu verdanken.

Mein derzeitiges Medikament, Aripiprazol, habe ich inzwischen auf eine 10 mg Tablette morgens täglich herunterdosiert. Citalopram nehme ich zur Zeit nur noch alle 8 Tage eine 10 mg Tablette. Ansonsten nehme ich gar keine Psychopharmaka oder andere schulmedizinische Medikamente ein.

Ich frage mich, wie ich weiter vorgehen kann (sollte) und was mich erwartet, wenn ich irgendwann das Antidepressivum Citalopram vollständig weglasse? Ist das überhaupt möglich nach einer so langen Einnahme (seit 2005)? Ich habe mit meinem Nervenarzt und der Psychopharmakaberatung durch den Bundesverband Psychiatrie Erfahrener e. V., ich bin Mitglied im BPE e. V., vereinbart, dass ich zunächst das Citalopram reduziere und dann das Aripiprazol.

Wer hat Erfahrung mit dem Reduzieren von Aripiprazol und Citalopram?

Freue mich auf Eure Zuschriften :)
Zuletzt geändert von Annanas am 05.06.2020 12:10, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nutzername, Wirkstoffe im Titel ergänzt, Absätze eingefügt,
Ausgangssymptome: 1988-1989 psychogene Krampfanfälle linksseitig, Katatonie, Größenwahn, Beziehungsideen, Halluzinationen, aggressiv gespannt, Selbstmordgedanken

Diagnose Dez.1989: Hebephrenie

Medikation: seit 12.1989 Haloperidol & Lorazepam (starke extrapyramidale NW), später Zuclopenthixol 50mg, Thioridazin & Amitriptylin, bei Entlassung 7.3.90 50- 0-0-75 mg Amitriptylin

Medikation 90-94: Haloperidol decanoat & Biperiden (retard), 1994 ca.. 3/4 Jahr ohne Psychopharmaka, dann Tod des Vaters -> Einweisung wg. Antriebslosigkeit, Verfolgungsängste, akust. Hallu., Wahrnehmungsverzerrung
Medikation seit 05.1995: Haloperidol decanoat 1,5 ml i.m. 3wöchentl.

Medikation Umstellung 14.03. - 06.04.2005: statt Haloperidol auf Risperidon depot i. m. 25mg 14-tägig & 0-0-100 mg Opipramoldihydrochlorid

noch nicht vollständig

aktuelle Medikation: 10 mg (Tabletten) Aripiprazol morgens tägl. und 1,8 mg Citalopram (Wasserlösemethode) morgens täglich.

Zur Medikation von Citalopram: Ich glaube 2005 angesetzt, in Tablettendosen zwischen 20 - 40 mg.Nach Psychiatrieaufenthalt 2015/16 auf 20 mg eingestellt. 2019 versucht wegzulassen mit der Folge, dass es mir irgendwann so schlecht ging, dass ich wieder 10 oder 20 mg genommen habe. Wahrscheinlich waren es 20 mg.
2020 runterdosiert auf 10 mg täglich. schreibe hier zeitnah weiter
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Towanda »

Hallo Holy_Henry,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

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Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen
Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

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Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße, Towanda
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin
27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von padma »

hallo Holy-Henry,

auch von mir willkommen.

Was ist denn der Grund für diese lange Neuroleptikagabe? Wurde noch nie ein Ausschleichversuch gemacht?
15 Jahre Haldol ist ja übel. :shock:

Gut, dass du dich da jetzt ran traust. Eine dauerhafte NL Einnahme kann ja zu bleibenden Schäden führen. Das hast du ja leider mit deinem Parkisonismus schon selbst erfahren. :(
Seit 2005 bekomme ich noch zusätzlich Citalopram (Antidepressivum).
Was war dafür der Grund? Eine depressivs Symptomatik ist ja häufig eine NW von NL.
Ich gehe sehr kleinschrittig vor, d. h. so kleinschrittig, dass ich nicht in die Psychiatrie muss bzw. Sorge haben muss komisch von meinen Mitmenschen, wegen Auffälligkeit im Verhalten angeschaut zu werden.
Nach einer so langen Einnahmezeit ist ein sehr kleinschrittiges Ausschleichen sehr wichtig. Allerdings ist da,s was viele Ärzte unter kleinschrittig verstehen, für viele Betroffene viel zu schnell.
Citalopram nehme ich zur Zeit nur noch alle 8 Tage eine 10 mg Tablette
.
Diese Auslassmethode ist extrem ungünstig. In den Infos, die dir Towanda verlinkt hat, ist erklärt, was wir empfehlen. Bemerkst du denn Absetzsymptome?
Ich frage mich, wie ich weiter vorgehen kann (sollte) und was mich erwartet, wenn ich irgendwann das Antidepressivum Citalopram vollständig weglasse? Ist das überhaupt möglich nach einer so langen Einnahme (seit 2005)?
Als erstes wäre es sinnvoll auf eine tägliche Einnahme mit gleicher Dosis umzustellen. Das könnte etwas holprig werden, bis die derzeit passende Dosis gefunden wurde. Der Durchschnittswert deiner Einnahme liegt rechnerisch bei 1,25 mg. Ich würde es mit einer Dosis 1,4 mg tgl. versuchen, das müsste ggfs. dann noch angepasst werden.

Möglich ist das Absetzen noch, es sollte allerdings sehr behutsam erfolgen.
Ich habe mit meinem Nervenarzt und der Psychopharmakaberatung durch den Bundesverband Psychiatrie Erfahrener e. V., ich bin Mitglied im BPE e. V., vereinbart, dass ich zunächst das Citalopram reduziere und dann das Aripiprazol.
Warum habt ihr euch für diese Reihenfolge entschieden? Denkbar wäre auch, bei Citalopram, nach der Umstellung auf eine tägl. gleiche Dosis zu pausieren und mit Aripiprazol weiterzumachen.
Wer hat Erfahrung mit dem Reduzieren von Aripiprazol und Citalopram?
Mir fällt jetzt spontan niemand ein, der genau diese Kombi ausschleicht. Allerdings haben einige eine Kombination aus einem AD und einem NL. Schau am besten mal die Threadüberschriften im AD und im NL Bereich daraufhin durch. SimonB :) (NL Bereich) hat z.B. eine derartige Kombination.

Hier zur Ermutigung noch 2 Interviews mit Psychiatern, die Ausschleichversuche unterstützen:
viewtopic.php?f=6&p=315628#p315628
viewtopic.php?f=6&t=12730

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
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Holy_Henry
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Holy_Henry »

Hallo padma und Danke für Deine schnelle Antwort,

ich war schon einmal für etwa ein 3/4 Jahr ohne Haldol decanoat, nach 4-5 Jahren der Gabe meist zusammen mit Akineton (retard). Dann war mein Vater gestorben, als ich ganz ohne Psychopharmaka war. Ich kam dann als ein Notfall in die allg. Psychiatrie.

Meine Diagnose lautet Schizophrenie. (F20.1)

Das Antidepressivum bekam ich 2005 nach einem Selbstmordversuch. Ich wurde 2005 von Haldol auf Risperidon eingestellt. Kurz nachdem ich im Krankenhaus auf Risperidon eingestellt wurde, wollte ich mir das Leben nehmen.

Zu meinem Ausschleichversuch von Citalopram muss ich sagen, ich weiß nicht mehr in allen Einzelheiten wie ich herunterdosiert habe. Was ich noch weiß, das ist, dass ich jahrelang 20 mg täglich einnahm. Dann bin ich glaube ich irgendwie runter auf 10 mg täglich und dann habe ich in 8 Wochenzeiträumen langsam runterdosiert: alle 2 Tage 10 mg für 8 Wochen, dann alle 3 Tage 10 mg für 8 Wochen...heute bin ich seit 3 Wochen bei alle 8 Tage 10 mg.

Meine Absetzsymptome äußern sich wohl derart, dass ich nicht sehr lange und gut schlafe. Da ich aufgrund einer Schlafapnoe nachts mit einem Beatmungsgerät schlafe, ist der Schlaf auch nicht so angenehm, denke ich.

In letzter Zeit habe ich zunehmend den Eindruck, dass ich langsam "verblöde", dement werde: Es fällt mir teilweise sehr schwer, mich zu konzentrieren beim Schreiben und Reden. Mein Kurzzeitgedächtnis ist eine Katastrophe, ich habe viele geistige Defizite hat mein Ergotherapeut schon 2013 festgestellt. Ich habe bei ihm Hirnleistungstraining gemacht. Zur Zeit mache ich wieder Hirnleistungstraining in einer Ergotherapiepraxis.

Mein Psychiater meint, Aripiprazol sei ein sehr gutes Medikament und ich solle erst das Citalopram ausschleichen. Wenn ich das geschafft habe, so sagt er, dann können wir das Aripiprazol vorsichtig reduzieren. Auf jeden Fall erst einmal das eine Medikament, dann das andere, NICHT gleichzeitig.

Ich hoffe, ich habe Deine Fragen zufriedenstellend beantworten können.

Liebe Grüße und Danke noch einmal für Deinen Rat,

Holy_Henry
Ausgangssymptome: 1988-1989 psychogene Krampfanfälle linksseitig, Katatonie, Größenwahn, Beziehungsideen, Halluzinationen, aggressiv gespannt, Selbstmordgedanken

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Medikation 90-94: Haloperidol decanoat & Biperiden (retard), 1994 ca.. 3/4 Jahr ohne Psychopharmaka, dann Tod des Vaters -> Einweisung wg. Antriebslosigkeit, Verfolgungsängste, akust. Hallu., Wahrnehmungsverzerrung
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noch nicht vollständig

aktuelle Medikation: 10 mg (Tabletten) Aripiprazol morgens tägl. und 1,8 mg Citalopram (Wasserlösemethode) morgens täglich.

Zur Medikation von Citalopram: Ich glaube 2005 angesetzt, in Tablettendosen zwischen 20 - 40 mg.Nach Psychiatrieaufenthalt 2015/16 auf 20 mg eingestellt. 2019 versucht wegzulassen mit der Folge, dass es mir irgendwann so schlecht ging, dass ich wieder 10 oder 20 mg genommen habe. Wahrscheinlich waren es 20 mg.
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von padma »

hallo Holy-Henry, :)
ich war schon einmal für etwa ein 3/4 Jahr ohne Haldol decanoat, nach 4-5 Jahren der Gabe meist zusammen mit Akineton (retard). Dann war mein Vater gestorben, als ich ganz ohne Psychopharmaka war. Ich kam dann als ein Notfall in die allg. Psychiatrie.
Der Tod deines Vaters hat dich wahrscheinlich sehr getroffen und deswegen eine Krise ausgelöst. Das sehe ich jetzt nicht als Beleg, dass du dauerhaft NL brauchen würdest.
Meine Diagnose lautet Schizophrenie. (F20.1)
Wie siehst du selbst das? Manche Ärzte geben diese Diagnose sehr schnell ohne genau hinzu schauen.
Ich wurde 2005 von Haldol auf Risperidon eingestellt. Kurz nachdem ich im Krankenhaus auf Risperidon eingestellt wurde, wollte ich mir das Leben nehmen.
Dann allerdings ist es naheliegend, dass die Suizidalität medikamentenbedingt war. Entweder aufgrund des Haldolentzuges oder als NW von Risperidon.
In letzter Zeit habe ich zunehmend den Eindruck, dass ich langsam "verblöde", dement werde: Es fällt mir teilweise sehr schwer, mich zu konzentrieren beim Schreiben und Reden.
Das wird am Risperidon liegen kann aber auch mit an dem ungünstigen Citalopramentzug liegen.
Mein Psychiater meint, Aripiprazol sei ein sehr gutes Medikament und ich solle erst das Citalopram ausschleichen. Wenn ich das geschafft habe, so sagt er, dann können wir das Aripiprazol vorsichtig reduzieren
Naja, das ist eine beliebte Psychiateraussage, ein Medikament sei sehr gut. Es hat zahlreiche NW und Risiken. In mnchen Fällen kann es sicher hilfreich sein, zumindest vorübergehend genommen. Aber es ist nicht besser oder schlechter als ein anderes NL.

Vermutlich ist er der Meinung, dass du es "brauchst" und möchte daher nicht so recht an die Reduktion ran. Sehr viele Psychiater reduzieren NL sehr ungerne. Dabei steigt die Lebensqualität für viele Betroffene, wenn sie weniger, oder falls möglich gar kein NL mehr nehmen.
Auf jeden Fall erst einmal das eine Medikament, dann das andere, NICHT gleichzeitig.
Es ist richtig, dass nie zwei Medikamente gleichzeitig reduziert werden sollten. Ich meinte auch nicht gleichzeitig, sondern im Wechsel. Da du bei Citalopram schon sehr niedrig bist, könntest du da die Dosis erstmal halten (bzw. zunächst auf eine tägliche Einnahme umstellen, s.o.) und Aripiprazol ganz langsam reduzieren.

Da ich denke, dass du sehr unter den NW von Aripiprazol leidest (kognitive Störung) und es eben auch irreversible Schäden machen kann, könnte es sinnvoll sein, jetzt Aripiprazol etwas weiter runter zu dosieren.
Aber das ist natürlich deine Entscheidung.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Holy_Henry »

Hallo padma,

ich freue mich darüber sehr, dass Du Dir so viel Zeit nimmst und so rasch antwortest und mir helfen möchtest. Ich fühle mich gut aufgehoben, Danke!

Die erste Krise, mein erster "psychotischer Schub" war Winter 1989 /1990. Meine Mutter verstarb im Frühjahr 1989, ich hatte das Abitur zu bewältigen 1989, eine kaufmännische Ausbildung begonnen und meine erste feste Freundin. 1987 und 1988 verstarb meine Großmutter und mein Großvater. Mit anderen Worten: Ich hatte seelischen Stress, drei Todesfälle in der engsten Verwandschaft.

Am 05.03.2019 schrieb mir mein derzeitiger psychologische Psychotherapeut eine fachpsychologische Bescheinigung. Er schreibt: "Herr X befindet sich seit Juli 2018 in meiner psychotherapeutischen Behandlung. Er leidet unter Anpassungsstörungen vor dem Hintergrund seiner problematischen Lebensentwicklung. Wie er berichtet, wurde in früheren Zeiten eine Schizophrenie diagnostiziert. Im Rahmen der aktuell durchgeführten Behandlung ergaben sich keine Hinweise auf das Vorliegen schizophrener Symptome."

Ich denke, ich hätte eine vernünftige Psychotherapie bzw. eine gute Seelsorge gebraucht, einen Ansprechpartner, jemand der mit mir Trauerarbeit macht. Für mich haben Symptome, wie Stimmen hören z. B. eine Funktion, einen Sinn, siehe Dorothea Buck "Auf der Spur des Morgensterns", Psychose als Selbstfindung.

Eine Frage zur täglichen Einnahme von Citalopram: Ich habe derzeit 20 mg Tabletten, die ich halbiere. Wie komme ich auf eine tägliche Dosis die meiner jetzigen im 8 Tageintervall entspricht?

Liebe Grüße,

Holy_Henry
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noch nicht vollständig

aktuelle Medikation: 10 mg (Tabletten) Aripiprazol morgens tägl. und 1,8 mg Citalopram (Wasserlösemethode) morgens täglich.

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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Towanda »

Holy_Henry hat geschrieben: 05.06.2020 22:31 Eine Frage zur täglichen Einnahme von Citalopram: Ich habe derzeit 20 mg Tabletten, die ich halbiere. Wie komme ich auf eine tägliche Dosis die meiner jetzigen im 8 Tageintervall entspricht?
Hallo Henry,

dazu hat Dir Padma oben schon geschrieben, Du könntest es mit einer täglichen Dosis von 1,4 mg probieren.

Solch kleine Dosierungen kann man mit der Wasserlösmethode herstellen. Wie das geht findest Du oben im Begrüßungstext unter „Ausschleichen von Antidepressiva“. Es ist sehr wichtig, dass Du Dir die Informationen und Links, die im Begrüßungstext gesetzt sind, sehr gut durchliest.

Viele Grüße, Towanda
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
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27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut

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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von padma »

hallo Holy-Henry, :)
Ich denke, ich hätte eine vernünftige Psychotherapie bzw. eine gute Seelsorge gebraucht, einen Ansprechpartner, jemand der mit mir Trauerarbeit macht.
Ja, das glaube ich auch. Bei gleich drei Todesfällen im engen Umkreis ist es nicht erstaunlich, wenn man in eine Krise gerät. Da braucht es Menschen, die einen begleiten, die zuhören und nicht Pillen.
Für mich haben Symptome, wie Stimmen hören z. B. eine Funktion, einen Sinn, siehe Dorothea Buck "Auf der Spur des Morgensterns", Psychose als Selbstfindung.
Ja, da gibt es ja sehr interessante Ansätze. Stimmen hören ist an sich auch noch keine Psychose, viele Menschen hören Stimmen.
Und dein Psychotherapeut hat ja auch keine Symptome einer Schizophrenie gesehen.

Mit solchen Fehldiagnosen wird Menschen soviel Leid zugefügt. :(

liebe Grüsse,
padma
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Holy_Henry »

Hallo padma,

ich habe Citalopram 20 mg Filmtabletten von der Firma Holsten. Kann ich die auflösen mit der Wasserlösemethode? Die Firma Holsten ist nicht aufgeführt auf Seite 17 von "Antidepressiva absetzen", daher meine Frage. Eine Waage und eine Spritze habe ich mir bereits gekauft. Ich hatte am Sonntag starke Herzschmerzen und habe 10 mg Citalopram eingenommen und heute noch einmal, weil die Schmerzen wiederkamen.

Viele Grüße,

Holy_Henry
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von padma »

hallo Holy-Henry, :)

prinzipiell kannst du sie auflösen. Probier mit einer mal aus, wie gut sie sich löst.
Ich hatte am Sonntag starke Herzschmerzen und habe 10 mg Citalopram eingenommen und heute noch einmal, weil die Schmerzen wiederkamen.
Hast du denn öfters Herzschmerzen? Wurde das mal abgeklärt? Werden denn regelmässg EKGs gemacht, das sollte man bei der Einnahme von Ctalopram?

Es ist wichtig, dass du zukünftig jeden Tag eine exakt gleiche Dosis nimmst. AD sind nicht wie Schmerztabletten, die man bei Beschwerden gerade mal erhöht.

liebe Grüsse,
padma

Denkst du die Herzschmerzen wären ein Absetzsymptom, oder warum hast du jetzt 2 x hintereinander 10 mg eingenommen?
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Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



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Jamie
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Jamie »

Hallo Holy Henry :)

Auch von mir ein verspätetes Willkommen :).

Bitte AD nicht nach Gusto mal nehmen oder nicht nehmen oder mal mehr nehmen oder mal weniger.
Das sind keine Tabletten, die einen Bedarf abdecken, wie zB eine Schmerztablette.
(padma :) hat es dir bereits geschrieben).

Dein Gehirn braucht eine konstante tägliche Menge, die nicht schwankt.

Daher bitte auch sehr gewissenhaft die Wasserlösemethode anwenden.
Es spricht nichts dagegen, das Citalopram von Holsten aufzulösen.
Die Firmen haben keine Hinweise zum korrekten Absetzen im Beipackzettel, weil es sie schlichtweg nie interessiert hat, wie die Patienten davon jemals wieder wegkommen sollten :x
Ihrer Meinung nach hat man auch in wenigen Wochen oder max 3 Monaten den Entzug hinter sich, was natürlich nicht stimmt.

Zuletzt noch die Bitte, bitte eine Signatur anzulegen.
Dies ist im Begrüßungstext erläutert und Voraussetzung zum Austausch hier, wenn du Tipps haben willst. Danke für dein Verständnis :)

Grüße
Jamie
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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Jadenfit »

Hallo an alle,

ich finde die Ratschläge, die hier von u. A. padma oder Jamie gegeben werden bemerkenswert.

Ich sehe immer wieder, wie wichtig der Austausch mit Erfahrenen in diesem Bereich ist. Was hätte ich dafür gegeben, dieses Forum schon vor Jahren entdeckt zu haben.. aber ich denke, so geht es 99 % der Mitglieder hier.

Ich bin mittlerweile nicht mal mehr überrascht davon, dass du lieber Henry, solange mit NL behandelt wurdest, wenn ich an die Psychiater denke, die ich in meinem Leben kennengelernt habe. Es ist bedauerlich, was dir passiert ist und man kann dankbar sein, dass du noch bei uns bist. :huddle:

Es ist nie zu spät, etwas an der medikation zu ändern - wenn man das möchte und sich dabei wohl fühlt! Und daher wünsche ich dir alles erdenklich Gute dabei! Ich kann dir sagen, dass man auch mir Aripiprazol als "Dünnmacher" (Ich hatte zuvor durch Amisulprid ein paar Kilos drauf bekommen) verkauft hatte und davon überzeugt war, dass es mir gut tun würde. Letztendlich halte ich solche Dogmatismen für nicht gerechtfertigt und schlichtweg einen Irrglauben. Aber was soll man als von Nebenwirkungen oder ggf. sogar Symptomen geprägter Patient einem Arzt - der ein langjähriges Medizinstudium hinter sich hat - schon groß entgegnen? ;)

Mittlerweile lernen wir. Und das ist gut so.

Lg, Jaden
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von Holy_Henry »

Ihr Lieben,

bitte entschuldigt, dass ich meine Signatur noch nicht zu Ende geschrieben habe. Ich fühle mich derzeit überfordert damit und überlege, wer mir dabei helfen könnte aus meinem Freundeskreis. Vielleicht kann mir auch mein ambulanter Betreutes Wohnen Betreuer dabei helfen.

Ich bin derzeit mit der Wasserlösemethode für Citalopram bei 1,8 mg täglich angekommen. Seit dem 16.07.2020 nehme ich diese Dosis, davor habe ich 2,0 mg täglich mit der Wasserlösemethode eingenommen. Ich würde jetzt gerne mit der Reduktion von Aripiprazol weitermachen und die jetzige Dosis Citalopram beibehalten, mit der Reduktion von Citalopram pausieren.

Ich möchte Aripiprazol, auch mit der Wasserlösemethode, vorsichtig nach der 10%-Regel reduzieren. Seit mehreren (vielleicht 6)Monaten nehme ich 10 mg Aripiprazol in Tablettenform täglich.

Freue mich auf Eure Zuschriften.

Euer Holy_Henry
Ausgangssymptome: 1988-1989 psychogene Krampfanfälle linksseitig, Katatonie, Größenwahn, Beziehungsideen, Halluzinationen, aggressiv gespannt, Selbstmordgedanken

Diagnose Dez.1989: Hebephrenie

Medikation: seit 12.1989 Haloperidol & Lorazepam (starke extrapyramidale NW), später Zuclopenthixol 50mg, Thioridazin & Amitriptylin, bei Entlassung 7.3.90 50- 0-0-75 mg Amitriptylin

Medikation 90-94: Haloperidol decanoat & Biperiden (retard), 1994 ca.. 3/4 Jahr ohne Psychopharmaka, dann Tod des Vaters -> Einweisung wg. Antriebslosigkeit, Verfolgungsängste, akust. Hallu., Wahrnehmungsverzerrung
Medikation seit 05.1995: Haloperidol decanoat 1,5 ml i.m. 3wöchentl.

Medikation Umstellung 14.03. - 06.04.2005: statt Haloperidol auf Risperidon depot i. m. 25mg 14-tägig & 0-0-100 mg Opipramoldihydrochlorid

noch nicht vollständig

aktuelle Medikation: 10 mg (Tabletten) Aripiprazol morgens tägl. und 1,8 mg Citalopram (Wasserlösemethode) morgens täglich.

Zur Medikation von Citalopram: Ich glaube 2005 angesetzt, in Tablettendosen zwischen 20 - 40 mg.Nach Psychiatrieaufenthalt 2015/16 auf 20 mg eingestellt. 2019 versucht wegzulassen mit der Folge, dass es mir irgendwann so schlecht ging, dass ich wieder 10 oder 20 mg genommen habe. Wahrscheinlich waren es 20 mg.
2020 runterdosiert auf 10 mg täglich. schreibe hier zeitnah weiter
padma
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Re: Holy_Henry: Hallo, ich bin neu hier (Aripiprazol, Citalopram absetzen)

Beitrag von padma »

hallo Holy-Henry, :)

vielleicht schaffst du es deine aktuelle Medikation in die Signatur zu schreiben und auch die letzten Absetzschritte bei Citalopram. Das wäre am wichtigsten.
Seit dem 16.07.2020 nehme ich diese Dosis, davor habe ich 2,0 mg täglich mit der Wasserlösemethode eingenommen. Ich würde jetzt gerne mit der Reduktion von Aripiprazol weitermachen und die jetzige Dosis Citalopram beibehalten, mit der Reduktion von Citalopram pausieren.
Das kannst du so machen. Fühlst du dich aktuell stabil? Ich würde sicherheitshalber einen Abstand von 8 Wochen zu der letzten Reduktion lassen, bevor du mit Aripiprazol weiter machst.

liebe Grüsse,
padma
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