Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->

 ! Nachricht von: Oliver
Die Danksagugungen sind wieder aktiviert und es sollte nun alles im Forum wieder wie gewohnt funktionieren. Wenn was nicht in Ordnung ist, oder hier fragen habt, bitte hier schreiben: viewforum.php?f=17



Liebe Mitglieder des ADFD, liebe Interessierte.
Aufgrund anhaltender Neuanmeldungen, Urlaubszeit und Unterbesetzung in den Teams sieht sich die Moderation leider gezwungen, das Forum temporär für Neuanmeldungen zu schließen.
Wir peilen einen Zeitraum von circa 8 Wochen an (ein Enddatum wird noch bekannt gegeben).
Wir bedauern diesen Schritt sehr, er ist aber nötig, um der Verantwortung füreinander, aber auch für unsere eigene Gesundheit, nachzukommen.

Neu-Interessierte finden alle wichtigen Infos rund ums Absetzen gut verständlich erklärt im öffentlich zugänglichen Teil des Forum.
Hier viewtopic.php?f=35&t=16516 findet ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen und links zu weiterführenden Erläuterungen.

Die Teams des ADFD




Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Liebe Ute, liebe Towanda,

Ich danke euch.

Ja, wenn es nach der Klinik geht, soll auf 120 mg aufdosiert werden, weil der Blutspiegel deutlich zu niedrig ist. Um ihn zu erreichen würden sie vermutlich auch noch empfehlen, die Hochstdosis zu überschreiten (bin bei 19 und sie wollen auf > 30 Blutspiegel).

Dass die AD zur Heilung beitragen, glaube ich nicht. Aber dass eine lt. Ärzten ausreichend hohe Dosis zu meiner (zumindest erst mal kurzfristigen) Stabilisierung beitragen könnte ... dieser Gedanke schleicht sich doch immer wieder ein... 😕.

Vielen Dank für die Links, Towanda.

Lieber Gruß,

Jasmin
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

simonb
Teamunterstützung
Beiträge: 561
Registriert: 12.04.2018 21:40
Hat sich bedankt: 106 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von simonb »

Hallo Jasminii :)

Ich hab mich lange stabilisiert gefühlt durch AD ,
aber immer wenn ich sie abgesetzt habe , bin ich in der Klinik gelandet, und hatte die schlimmsten Zustände.

Zudem ist mir über die Jahre immer mehr aufgefallen,
das ich mich nicht mehr richtig spüren konnte , nicht mehr ich selbst war/bin- ein hoher Preis.

Keiner weiss , wie ein gereiztes ZNS auf eine Höherdosierung eines antriebssteigernden Medikamentes ( wie Duloxetin) reagiert.

Durch die lange Zeit, die du das Duloxetin nicht bzw. in geringerer Dosierung genommen hast hat dein ZNS schon gewisse "Rückbauten "vorgenommen , sodass
du jetzt vermutlich nicht mehr die volle Dosis von 120 mg nehmen müsstest um dich hoffentlich auf Dauer auf einer Dosis stabilisieren zu können.

Im Gegenteil ist auch eine Höherdosierung uU Stress fürs ZNS. Ich würde auf 90 mg erstmal eine Zeit bleiben,
und dann neu bewerten.

Es braucht wirklich Geduld, das zeigt sich leider nicht von heute auf morgen.
Ich habe die Wahrnehmung das du etwas unter Druck stehst? Bzw. schnell wieder funktionieren musst?
Das sind leider keine guten Voraussetzungen.

Ich würde wirklich meine Gesundheit an oberste Stelle setzen.

Gruß Simon
► Text zeigen

Straycat
Teamunterstützung
Beiträge: 3703
Registriert: 10.10.2016 16:51
Hat sich bedankt: 2406 Mal
Danksagung erhalten: 1696 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Straycat »

Liebe Jasmin,

ich will dir kurz schreiben: Ich verstehe deine Unsicherheit, ich hatte sie anfangs auch. Auch ich saß dem Irrglaube auf, meine Grunderkrankung (Depression) wäre zurück. Deswegen habe ich mir auch das nächste AD (Venlafaxin) aufschwatzen lassen, als der protrahierte Entzug vom ersten AD (Escitalopram) zuschlug.
Inzwischen wünschte ich, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Kann ich aber nicht :(

Ich verstehe deine Verunsicherung und in einer Klinik ist die sicher noch viel höher, weil einem Ärzte ständig ihre immer gleichen Geschichten erzählen. Allerdings ist es so, dass sie leider im Bereich AD viel zu wenig wissen. Sie definieren alles über den Wirkstoffspiegel im Blut - doch der sagt nicht wirklich etwas aus, schon gar nicht wie du persönlich mit dem Medikament fühlst. Und über die Absetzsymptome von einem vorherigen zu raschen Entzug sagen sie erst recht nichts aus.
Auch das habe ich am eigenen Leib erfahren. Bei Escitalopram ließ meine Psychiaterin damals immer wieder den Wirkstoffspiegel messen, meinte dann es wäre zu niedrig und steigerte meine Dosis laufend. Daraufhin hatte ich dann nur noch viel stärkere Nebenwirkungen - der antidepressive Effekt blieb dennoch aus. Nach Jahren mit immer mehr Dosissteigerung riet sie mir dann zum viel zu raschen Absetzen :frust:

Erst seit ich dieses Forum gefunden habe und nach der Methode hier absetze, geht es mir wirklich besser. Klar habe ich Symptome, aber es ist kein Vergleich zum protrahierten Entzug nach dem Fast-Kaltentzug, zu dem mir meine Ärztin geraten hat.
Und ich bin hier nur ein Beispiel von vielen. Wenn du dich hier etwas umsiehst, findest du sehr viele Geschichte von ähnlich Betroffenen.

Niemand von uns kann für dich entscheiden, wir können dir nur die Infos hier verlinken und von den Erfahrungen hier berichten.
Schau dir unbedingt die 2 Links an, die dir Towanda :) geschickt hat. Als ich das damals ließ, verstand ich plötzlich sehr viel besser, was eigentlich all die Jahre da passiert ist bei mir im Zusammenhang mit der AD-Einnahme.

Alles Gute,
Cat
rezidivierende Depression (seit 2006)/ Bipolar II (2008 - Fehldiagnose?)
Erfahrungen mit Escitalopram (9 Jahre) und kurzfristig auch Lamotrigin , Aripiprazol , Trazodon, Bupropion, Alprazolam - alles wieder abgesetzt
protrahiertes Entzugssyndrom: wiederkehrende Muskelschmerzen, gelegentlich Panikattacken
Aktuelles Absetzen von Venlafaxin seit 04/2018
für detaillierte Infos: auf "Text zeigen" klicken
► Text zeigen
Link zu meinem Thread

Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Lieber Simon,

Vielen Dank für deine Antwort und deinen Rat.

Du hast Recht, ich stehe unter Druck und das macht das Abwarten tatsächlich schwer.

Ich bin seit 31.01.2020 krank geschrieben, war dann erst 7 Wochen in einer Psychiatrie, nach kurzer Unterbrechung 5 Wochen in einer zweiten. Ich fand es dort kaum aushaltbar, wollte permanent nur weg und war tief verzweifelt.

Weil ich zu Hause jedoch auch nicht klar kam (und aktuell komme), bin ich in eine private psychosomatische Klinik gegangen (gesetzliche hatten zu lange Wartezeiten), die zwar von meiner Krankenkasse anteilig, jedoch nicht voll übernommen wird. Meine Eltern übernehmen glücklicherweise den Eigenanteil für mich, dies wird jedoch nicht unbegrenzt möglich sein. 12 Wochen sind so der Rahmen, den sie mir zugesagt haben, „danach schauen wir weiter“, hieß es. Ich möchte nicht, dass meine Eltern wegen mir in finanzielle Probleme kommen.

Ich bin jetzt 4,5 Wochen hier und merke, wie der Druck für mich zunehmend steigt. Anfangs konnte ich noch sagen „Ich habe ganze 3 Monate Zeit“, inzwischen denke ich „Die Hälfte ist bald rum“. Ich habe aller Voraussicht nach die Möglichkeit, nach den 12 Wochen noch in eine gesetzliche Tagesklinik zu gehen, die mir zumindest etwas Struktur geben würde, sodass ich nicht sofort ganz auf mich gestellt wäre. Aber in meiner Angst „sehe“ ich natürlich schon „voraus“, dass ich nach 12 Wochen nicht stabil genug sein werde, um mit halbtags Tagesklinik über die Runden zu kommen. Ich weiß, das ist tödlich. Alles Kopfkino.

Ich habe so eine wahnsinnig schlimme Zeit hinter mir, mit akuter Suizidalität über Monate. Noch heute kommen mir immer wieder Gedanken, dass meine Situation nicht lösbar ist, ich nicht bereit bin, unter diesen ver :censored: Umständen weiterzuleben. Wenn auch lange nicht mehr so massiv. Wahrscheinlich, weil ich mich hier gerade gut aufgehoben fühle.

Das macht mir einfach Angst.

Beruflich pausiere ich meine Ausbildung ja gerade. Von dieser Seite habe ich keinen Druck. Es ist vor allem die Angst, wieder stationär in die Psychiatrie zu müssen, wenn hier „die Zeit abgelaufen ist“.

Das zur Erklärung. Vielleicht macht es, wie du sagst, tatsächlich Sinn, erst mal für eine bestimmte Zeit (z.B. die nächsten 3 Wochen) bei 90 mg zu bleiben und dann neu zu bewerten. Dann hätte ich noch vier weitere Wochen stationär Zeit.

Ein massives Problem ist nämlich, dass ich meine Entscheidungen immer wieder neu aufmache. In der Visite am Do noch gesagt, ich bleibe bei 90 mg, dann ab Fr wieder permanent gegrübelt, ob ich doch erhöhen müsste, weil ich meinen Zustand da wieder als so schlecht erlebt habe. Letztlich ist es Angst, die mich da immer wieder antreibt.

Ich danke dir sehr für deine Zeilen.

Lieber Gruß,

Jasmin
Zuletzt geändert von Murmeline am 06.07.2020 05:48, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kraftausdruck editiert
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

Jadenfit
Beiträge: 130
Registriert: 17.05.2020 12:27
Hat sich bedankt: 71 Mal
Danksagung erhalten: 135 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jadenfit »

Jasminii hat geschrieben:
05.07.2020 08:41
Guten Morgen Jamie,

Ich habe versucht, dir eine private Nachricht zu schicken, da ich hier im Forum gelesen habe, dass ihr wohl eine Liste mit absetzerfahrenen Psychiatern habt und wissen möchte, ob da jemand aus dem Raum Köln/Bonn dabei ist (PLZ 53721). Die Nachricht geht allerdings nicht raus, sie bleibt im Postausgang. Woran könnte das liegen?
Liebe Grüße,
Jasmin
Hallo Jasminii,

wenn du möchtest, dann schicke ich dir per PN meinen Psychiater, Raum Köln (rechtsrheinisch).

Er unterstützt mich bei meinem Absetzen.

LG,
Jaden
[spoil]Mitglied seit Mai 2020

Aktuelle Medikation:

[highlight=yellow]Amisulprid 18,2 mg[/highlight] -> wird derzeit in 10%-Intervallen reduziert

Quetiapin 25 mg

Hypnorex (Lithium) 800 mg


Ernährung: vegetarisch & histaminarm (Nebenwirkung beim Absetzen von Amisulprid: Juckreiz !)
- gesunder BMI und aktiver Sportler; Vegetarier (Halb-Veganer)
- Aufgeben ist keine Option!
"Symptome" / Nebenwirkungen
-Schlaflosigkeit, Zustand "psychotisch" (vorübergehend), "manische Phase" (Redefluss)
- Diagnose in Kliniken: "Schizophrenie" / "schizoaffektive Störung" (nach Aussage von Therapeuten als nichtig zu betrachten)
-Für diese Symptome verschriebene/s Medikament/e, über welchen Zeitraum/ab wann, Dosierung pro Tag in mg, eingetretene erwünschte Wirkungen, Nebenwirkungen
  • Clozapin: Juli 2011 - September 2018 - bis zu 200 mg täglich
    Amisulprid: seit September 2018
    Dosierung: angefangen mit 100 mg dann rauf bis zu 600 mg. Bis Januar 2019
    Ab Januar 2019 ersetzt durch Aripiprazol (Psychiater rät dazu; es sei ein "Dünnmacher")
    Aripiprazol täglich bis zu 10 mg; dann ab Februar 2019 wieder Wechsel zu Amisulprid (600 mg)
    Seit Februar 2019: Quetiapin bis zu 600 mg täglich (Klinikaufenthalt)
    Februar/März 2019: Behandlung mit Zopiclon (7,5 / 3,5 mg tgl.)
    Mai 2019: Einführung Quilonum retard bis zu 900 mg täglich.

-Frühere Absetzversuche: Sommer 2018 Clozapin (12,5 mg tgl. auf 0 mg); Entzugserscheinungen und Schlaflosigkeit
>Hinweise:
  • Seit August 2019 Ausschleichen Amisulprid (Anraten der TK; Diagnose "Schizophrenie" nicht zulässig)
    Ab Oktober 2019 400 mg Amisulprid
    seit Januar 2020 300 mg
    Februar 50 mg
    Mai 25 mg
    [spoil]Beginn mit Wasserlösemethode am[/spoil] 17.05.2020 mit 22,5 mg täglich.
    17.06.2020: 20,25 mg Amisulprid
    29.07.2020: 18,2 mg Amisulprid

On Top:
Oktober 2018: Symptome einer "Depression" (Antriebslosigkeit, Müdigkeit, innere Leer)
*Einführung Sertralin durch Psychiaterin (50 mg)
Oktober 2018 - Januar 2019 100 mg Sertralin; Wirkungs vom SSRI schlägt in Euphorie um; großer Antrieb, Arbeitswille, "Manische Phase"; vermindertes Schlafbedürfnis; Akathisie
Kündigung 2019 führt wieder zum Arzt; Diagnose "Bipolare affektive Störung"
-> Januar 2019 Sertralin abgesetzt (auf 0 mg); daraufhin Schwindel


- bei Bedarf Loratidin (Juckreiz; Histaminunverträglichkeit)
-Bekannte Wirkstoffunverträglichkeiten und -Allergien: Durch Absetzen Amisulprid -> Juckreiz bei histaminhaltiger
Nahrung

"Some people in your life may be attached to you being “mentally Ill” because it protects them from taking responsibility for their own actions." (Einige Menschen in deinem Leben könnten daran festhalten, dass du "psychisch krank" bist, weil es sie davor schützt, die Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen)

Dogmatismus, der - starres, unkritisches Festhalten an Anschauungen, Lehrmeinungen o. Ä.

"Ich halte nichts von Dogmatismen" - Psychiater, 2020.

Nur wer einen Zustand für endgültig erklärt, hat verloren!
[/spoil]

Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Hallo Jaden,

Das wäre toll!

Erkennt er die ganze Absetzproblematik tatsächlich an?

Ich habe eine super unterstützende Psychiaterin in Bonn, die mir auch überlässt, selbst zu entscheiden, in welchen Schritten ich reduziere, meine minimalen Reduktionsschritte aber immer eher auf meine Reduzierungsangst als auf eine tatsächliche Absetzthematik schiebt. Dass Duloxetin solche Probleme beim Reduzieren mache, habe sie noch nicht erlebt. Und als ich sechs Wochen nach dem Absetzen wieder in die Depression gerutscht bin, war für sie klar, dass es ohne Medikamente gerade nicht geht. Da also leider doch das Übliche.

Interessant wäre es auch noch einen Psychotherapeuten zu finden, der die Sache anerkennt und nicht sagt „dann gehören sie vermutlich doch zu den Menschen, bei denen es ohne Medikament nicht geht“. Falls du da also auch eine Empfehlung hättest😉.

Lieber Gruß,

Jasmin
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Liebe Cat,

Ich danke dir sehr für deine so verständnisvollen und hilfreichen Zeilen.

Du hast Recht, in einer Klinik mit den ständig gleichen „Stimmen“ um einen, fällt es noch schwerer, beim eigenen Weg zu bleiben, und sich nicht immer wieder verunsichern zu lassen.

Danke, dass ich mir hier immer wieder Unterstützung und ein Stück Sicherheit holen kann.

Auch für dich weiterhin alles Gute!

Jasmin
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

Ajnevs
Beiträge: 100
Registriert: 19.12.2018 00:10
Hat sich bedankt: 18 Mal
Danksagung erhalten: 52 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Ajnevs »

Hallo Jasmin,

Duloxetin ist ein gemeines Zeug.

Ich habe das Glück, einen guten Hausarzt und eine Psychotherapeutin zu haben, die mich unterstützen und mir glauben. Sie begleiten mich auf meinem Weg.
Ich hoffe, du findest auch Unterstützung auf deinem Weg

Im Übrigen könnte ich auch verstehen, wenn du auf 120mg aufdosieren würdest. Wenn es einem so mies geht und man Angst hat, dass es nie wieder besser und stabiler wird hat man das Gefühl, das sei der einzig richtige Weg.
Selbst aber meine Psychiaterin, die mich außerhalb der Klinik behandelt hat, war über das Aufdosieren auf 120mg durch die Klinik not amused.
Sie hätte es mit max. 60mg probiert.
So unterschiedlich also die Ansichten.

Hör gut in dich rein - und sei vor allem freundlich und liebevoll zu dir. Du bist in einer Extremsituation.

LG
Svenja
Diagnose: Wochenbettdepression (Juli 2015)

Einnahme von Duloxetin und Fluanxol ab Aug 2015
ab Januar 2016 insgesamt 120 mg Duloxetin, 2mg Fluanxol

Reduktion ab Frühjahr 2017: Duloxetin jeweils um 30 mg alle 3 Wochen nach Absprache mit der Ärztin, Fluanxol um je 0.5 mg

im Juni 17 Duloxetin auf 30 mg reduziert und Fluanxol auf 0 mg; heftige Absetzsymptome ; Klinikaufenthalt erforderlich

Dortige Aufdosierung auf 120 mg Duloxetin und 1 mg Fluanxol

Nach Absprache mit meiner Ärztin zunächst Fluanxol erfolgreich abgesetzt zum Ende 2017

Beginn der Reduktion des Duloxetin Ende 17
- 3 Monate 105 mg
- 3 Monate 90 mg
- 3 Monate 75 mg
- 3 Monate 60 mg

ab Dez 18 Reduktion auf 45 mg - stärkere Entzugssymptome als vorher

19.12.18 Erhöhung auf 46 mg Duloxetin

30.12.18 Erhöhung auf 48 mg Duloxetin - Einschlafprobleme, Reizbarkeit, Ohrgeräusche

08.01.2019 Erhöhung auf 50 mg

01.03.2019 Reduktion auf 47.5 mg
14.04.2019 Reduktion auf 45 mg
02.06.2019 Reduktion auf 40 mg
08.07.2019 Reduktion auf 35 mg
05.08.2019 Reduktion auf 31 mg
23.09.2019 Reduktion auf 28 mg
10.10.2019 Erhöhung auf 28.5 mg

November 2019 Absetzen der Anti-Baby-Pille

27.03.2020 Reduktion auf 27 mg
Seit Woche 5 verstärkt Entzugssymptome; neu dabei: Kopfschmerzen, Nackenverspannungen

Ab Mai über 3 Wochen 0.5 mg reduziert (3 Kügelchen, wöchentlich eins weggelassen) - 26.5 mg
Entzugssymptome vorhanden, aushaltbarer, kürzere und mildere Wellen bekannter Symptome, getriggert durch den Hormonstatus (Tage über den Eisprung waren furchtbar!)

07.07.2020 26 mg

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 21764
Registriert: 06.01.2013 17:04
Hat sich bedankt: 11379 Mal
Danksagung erhalten: 7077 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von padma »

hallo Jasmin, :)

das Prinzip "viel hilft viel" funktioniert bei AD nicht. Was bei einer höheren Dosis zunimmt, sind v.a. die Nebenwirkungen.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, schleiche im :schnecke: Tempo aus
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.


Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Liebe Svenja,

Dann sind wir ja von demselben Zeug abhängig🙄. Ich danke dir für deine Worte und dein Verständnis.

Bisher bin ich bei 90 mg geblieben. Ich versuche, seit Sonntag wieder mehr Bewegung zu etablieren, weil mir das immer sehr gut getan hat, die letzten Monate aber arg auf der Strecke geblieben ist.

Eure Worte haben mich sehr ermutigt, doch noch mal zu versuchen, es bei dieser Dosis zu belassen. Zumal mich meine Gelenkschmerzen und Taubheitsgefühle in den Fingern immer wieder daran erinnern, dass eigentlich jedes Gramm zu viel für meinen Körper ist😕.

Ich hatte jetzt zwei bessere Tage, da traue ich mir (gerade) zu, noch etwas weiter zu kämpfen. Auch wenn zwischendurch immer wieder die Angst kommt, dass ich kognitiv nicht wieder „auf die Höhe komme“, ohne mir mehr von dem Zeug anzutun.

Blöderweise habe ich mich bisher tatsächlich immer stabiler gefühlt, wenn ich höher dosiert war. Diesen Zusammenhang habe ich im Kopf leider abgespeichert und der schleicht sich dann bei Ängsten/Verzweiflung immer wieder ein. Denn er suggeriert ja tatsächlich eine Wirksamkeit.

Jetzt gerade möchte ich aber erst mal versuchen, noch an ein paar anderen Stellschrauben zu drehen, bevor ich mir, wie Padma richtig schreibt, noch mehr Nebenwirkungen einkaufe.
Ich hoffe, das hält sich so noch etwas. Am Do ist wieder Visite und man wird mir wieder erzählen, wie wichtig die Aufdosierung wäre🙄.

Ich schicke euch ganz liebe Grüße - vielen Dank für eure Unterstützung,

Jasmin
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

Svenja
Beiträge: 18
Registriert: 03.10.2019 21:52
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 29 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Svenja »

Hallo Jasmin,

ich denke, jetzt bei 90mg zu bleiben und in 3 Wochen neu zu schauen ist eine gute Idee. Das nimmt dir den Druck erst mal raus, ständig darüber nachzugrübeln. Es raubt dir die Energie, dich auf Heilung zu konzentrieren. Ob 90 oder 120 mg ist glaube ich erst mal gar nicht entscheidend. Die Medikamente sind wie Krücken. Wenn du ein gebrochenes Bein hast, helfen sie dir schneller wieder laufen zu können. Das Bein selbst heilen können sie nicht.

Wichtig ist das du den Druck und die Angst loslassen kannst. Was bietet die Klinik außer den Medikamenten an? PMR, Ergotherapie, Sport, Gespräche, Achtsamkeit, Autogenes Training.......
Finde heraus was gut für dich ist. Auch der Austausch mit den anderen Patienten kann sehr viel bringen. Was hat dir bisher gut getan?
Vielleicht gibt es dort neue Sachen zu entdecken. Neues ist immer gut fürs Gehirn und hilft ungemein. Probiere es einfach aus.

Nach und nach wird es besser werden. Sei zuversichtlich.

Anschließend in eine Tagesklinik zu gehen halte ich für eine gute Idee. Dort sollte dir auch eine Psychotherapie angeboten werden. So kenne ich es jedenfalls. Ich war 2 mal in einer Tagesklinik, beim ersten mal mit tiefenpsychologischer Therapie, beim 2. mal hatte ich eine Verhaltenstherapie. Und das hat mir jedesmal wirklich geholfen. Im Gegensatz zur stationären Psychatrie. Dort ging es fast nur um die Medikamente.

Und mach dir keine Sorgen, dass du das nicht schaffen könntest. Du wirst!!!! es schaffen, egal wie gut oder schlecht es dir nach der Klinik gehen wird.

Ich war 2005 in stationärer Psychatrie, 11 Wochen lang. Damals waren meine beiden Kinder noch sehr klein, 3 und 5 Jahre alt. Mein Mann arbeitet in Schichten so dass die beiden überwiegend bei den Schwiegereltern waren. Sie haben die lange Zeit ohne Mutti Gott sei Dank gut verkraftet, aber für meine Schwiegereltern war das damals eine enorme Belastung. Ich habe mir geschworen, meine Kinder niìiiiie wieder alleine zu lassen, egal wie dreckig es mir geht.

In der Klinik wurde ich mehr oder weniger nur mit PP behandelt, später habe ich sie nicht mehr vetragen, abgesetzt und rate was passiert ist. Klar, die Depression kam mit voller Wucht zurück. Was tun? In die Klinik zurück, nein. Ich habe mich um einen Platz in der Tagesklinik bemüht und es hat ziemlich schnell geklappt. Aber wie sollte es funktionieren? Ich kam ja zu Hause kaum klar. Ich musste täglich in eine ca 15 km entfernte Stadt, Autofahren war wegen der Depression erst mal verboten, die Tagesklinik war ganztägig und zu Hause die Versorgung der Kinder, der Haushalt und mein Mann meist auf Arbeit. Die Anfangszeit war hart aber es hat funktioniert. Nach und nach ging es mir besser, die Psychotherapie half, nach ca 5 Wochen durfte ich wieder Auto fahren. Das machte es noch mal leichter. Ich war nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, konnte meine Kinder in die Kita bringen und holen, einkaufen fahren und so weiter. Ich habe geschafft was ich vorher nicht für möglich gehalten habe.

Wir können viel mehr als wir glauben. Und in der Depression glaubt man meist dass man gar nichts kann, das ist das Tückische.

Das Gute ist, das stimmt nicht. Du wirst es schaffen. Da bin ich ganz sicher. Glaube an dich. Sei umarmt :hug:

Alles Liebe
Svenja
1998 erste Depression - Tiefenpsychologische Therapie - keine Medikamente
2005 mittelschwere Depression - Mirtazapin und Venlaflaxin
2006 Depression - Verhaltenstherapie - Mirtazapin und Duloxetin
Im weiteren Verlauf Mirtazapin abgesetzt. Duloxetin 30 mg - etliche Absetzversuche gescheitert- erneute Depression wenn nicht schnell genug wieder eindosiert
2013 Lamotrigin soll Dulocetin ersetzen - funktioniert nicht - Lamotrigin wieder abgesetzt
2017: MBSR-Kurs, seitdem tägliche Meditation

bis 02.10.2019: 30 mg Duloxetin
ab 03.10.2019: 27 mg - keine Symptome
ab 24.11.2019: 24,3 mg - nach ca. 3 Wochen Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafprobleme, hält ca. 2 Wochen an
ab 24.01.2020: 23,1 mg - nach 2 Wochen sehr gereizt, schlechte Laune, übersteigertes Schmerzempfinden, hält den ganzen Februar an
ab 30.05.2020: 22,0 mg

Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Liebe Svenja,

Ich danke dir (sehr verspätet) für deine hoffnungsstiftende Antwort.
Ich hoffe, bei dir läuft es aktuell mit dem Absetzen gut.
Ich habe das Glück, in einer Klinik zu sein, die außer Medikamenten sehr viel anderes anbietet (u.a. TCM und Achtsamkeit) und nutze das auch sehr für mich.

Jetzt sind inzwischen 6 Wochen seit der Höherdosierung auf 90 mg vergangen und ich bin letzte Woche erneut unter Druck geraten, mich zu einem Höherdosierungsvorschlag auf 120 mg zu positionieren.
Leider war ich da gerade in einer schlechten Verfassung und saß ziemlich verheult in der Visite. Anlass war, dass ich mich in den letzten Wochen insgesamt noch nicht wirklich stabil gefühlt habe, weiterhin depressive Symptome/Entzugserscheinungen oder was auch immer wahrgenommen habe und das in Kombination mit der näher rückenden Entlassung und meinen Erinnerungen an meine vor dem Klinikaufenthalt ausgeprägte Suizidalität große Panik in mir ausgelöst hat („so kann ich doch nicht nach Hause, was ist wenn ich wieder so verzweifelt bin, was ist, wenn ich chronisch depressiv bleibe, wie soll ich so arbeiten“ usw.).
Der Oberarzt hat sehr einfühlsam reagiert (ich mag ihn, er leugnet zumindest die Absetzsymptome von AD nicht) ... und mir letztlich u.a. eine Höherdosierung auf 120 mg vorgeschlagen, „weil wir eine Teilremission, aber noch keine Vollremission haben“.

Ich habe in den letzten Wochen vor allem nich folgende Symptome gehabt: ängstlich gefärbte Gedanken, Entscheidungsschwierigkeiten, Planlosigkeit/Gefühl unstrukturierter und schneller überfordert zu sein als sonst, Gefühl nicht richtig denken zu können besonders bei abstrakteren Themen, Gefühllosigkeit.

Die NW sind weitestgehend unverändert, u.a. deutliche Gelenkschmerzen in der Hand.

Nun habe ich mich leider zunächst aus Angst, hier in 4 Wochen unfit rausgehen zu müssen, auf das Höherdosieren eingelassen. Ich habe gestern und heute je 120 mg genommen. Nun quälen mich wieder permanent Zweifel. Egal wie ich entscheide, es fühlt sich immer falsch an. Entweder kommt der Hass auf das Sch :censored: zeug vermehrt hoch und der Vorwurf an mich nicht alles versucht zu haben um mich unter 90 mg zu stabilisieren ... oder die Angst, ohne eine Erhöhung in absehbarer Zeit nicht wieder stabilisiert zu sein. Wichtig ist an der Stelle, dass ich plane, in spätestens 3 Monaten meine Ausbildung wieder aufzunehmen und mich angesichts der großen Herausforderung wirklich stabil fühlen möchte.

Ich habe mich heute und gestern etwas sortierter gefühlt, merke aber natürlich auch zunächst verstärkte NW. Es fühlt sich gerade so an, als könne mir die Höherdosierung kurzfristig ein paar Restsymptome nehmen, gleichzeitig will ich natürlich eigentlich von dem Zeug weg und nicht noch 30 mg mehr nehmen!

Ich hatte mich ursprünglichen entschieden, für 10 Tage die höhere Dosierung zu probieren und dann neu zu entscheiden (dabei bleiben oder wieder reduzieren).

Aber ich frage mich nun die ganze Zeit, ob ich mich nicht doch auf 90 mg hatte vollständig stabilisieren können, wenn ich meinem Körper nur etwas mehr Zeit gegeben hätte.

Bei mir wurde eine HPU diagnostiziert, die aktuell nicht optimal mit NEMs behandelt wird. Sollte ich doch erst mal hier ansetzen?

In 3 Monaten nach fast einem Jahr meine Ausbildung weiter machen zu können, ist für mich so wichtig. Auch mich hier so gut wie möglich gestützt zu fühlen, um dann, nach dem zunächst erst mal schwierigen Widereinstieg nach und nach wieder den Weg des Abdosierens zu bestreiten.

Eine Alternative zur aktuellen Erhöhung wäre noch, weitere 2 Monate bei 90 mg zu bleiben und dann zu erhöhen, sofern sich zwischenzeitlich keine Verbesserung eingestellt hat.

Dürfte ich nach eurer Meinung fragen?

Ich danke euch sehr

Jasmin
Zuletzt geändert von Straycat am 30.07.2020 11:18, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Kraftausdruck mit Smiley ersetzt
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

Murmeline
Moderatorenteam
Beiträge: 15826
Registriert: 11.01.2015 13:50
Hat sich bedankt: 3255 Mal
Danksagung erhalten: 4691 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Murmeline »

Hallo Jasmin,

ich habe das Stichwort HPU gesehen und wollte die daher mal diesen thread von Leni verlinken, in dem es viele Infos dazu gibt. viewtopic.php?p=288894#p288894

Ich kenne mich mit HPU nicht aus, aber ich glaube, an den Thema lohnt es sich dranzubleiben langfristig. Wenn ich Lenis Beiträge im Forum richtige erinnere, lag bei ihr ein Großteil ihrer „psychischen“ Symptome an der HPU.

Das als Impuls von mir. Grüße, Murmeline
Erfahrung mit Psychopharmaka (Citalopram, langjährig Venlafaxin und kurzzeitig Quetiapin), seit Sommer 2012 abgesetzt
Hinweis: Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

simonb
Teamunterstützung
Beiträge: 561
Registriert: 12.04.2018 21:40
Hat sich bedankt: 106 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von simonb »

Hallo Jasminii,

Ich kann nur kurz schreiben, wir werden hier nicht zu einer Höherdosierung raten, auch weil wir ein pharmakritisches Forum sind.

Zudem : Die normale Dosis liegt bei Depressionen ja nur bei 60 mg täglich! Du bist also schon im oberen Bereich.
Ich bezweifle ob eine Höherdosierung noch etwas bringt.

Davon abgesehen "deckeln" AD's auch nur, heilen können längerfristig nicht.

Gerade bei den SSRI hat ja die Wissenschaft festgestellt,
daß sich gar nicht mehr viel tut, wenn man dann noch höher geht.

Entscheidungsgrundlage wäre für mich, ob du in deiner letzten Krise Absetzsymptome hattest, oder ob du die Symptome von früher her kennst...?
Unterscheidung: Absetzsymptome /Grunderkrankung.
Dazu hatte ich dir glaube ich mal einen Link geschickt.

Gegen Absetzsymptome gibt es keine Pille, und deshalb hilft da auch keine Höherdosierung.

Die Entscheidung triffst du selber , es wird dich auch keiner verurteilen für irgendwas.
Schreibe gerne weiter hier.
Das mit dem Zeitdruck ist nicht gut, kannst du das nötigenfalls verschieben, und erst mal gesund werden?


Gruß Simon
► Text zeigen

Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Hallo Murmeline, hallo Simon,

Vielen Dank für eure Antwort.

@Simon: Ich kenne die aktuellen psychischen Symptome so aus anderen depressiven Phasen. Den Link zur Abgrenzung hattest du mir mal geschickt. Vielen Dank. Finde die Abgrenzung weiterhin nicht ganz leicht. Momentan fühlt es sich „depressiv“ an, kann aber natürlich weiterhin durch das ursprüngliche Absetzen verursacht sein.

Danke dir auch, dass du sagst, dass ich hier auch weiter berichten darf, wenn ich mich für eine Höherdosierung entscheide😊. Das werde ich machen, da mein Ziel es so oder so ist, von diesen Medikamenten wegzukommen. Nur die Größe des Umwegs, den ich dabei mache, gilt es für mich gerade abzuwägen.

Nach dreitägiger Einnahme von 120 mg habe ich verstärkte NW, aber auch gleichzeitig ein Gefühl von größerer Klarheit.

Meine momentane Entscheidung ist, noch weitere 7 Tage (bis zur nächsten Visite) die höhere Dosis einzunehmen und dann eine neue Bewertung vorzunehmen.

Ich werde wieder ausschleichen, das steht fest.

Vielen Dank erst mal für eure Unterstützung.

Jasmin
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

simonb
Teamunterstützung
Beiträge: 561
Registriert: 12.04.2018 21:40
Hat sich bedankt: 106 Mal
Danksagung erhalten: 190 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von simonb »

Hallo Jasminii,

Natürlich geht es in unserem Forum ums absetzen.
Wenn du aber nur aufdosierst um nachher absetzen zu können ist das mE verständlich, aber ich würde dringend davon abraten...

Hier der Link von Oliver über das Forum, bitte lies ihn dir bitte durch.
viewtopic.php?f=35&t=1811

Viele Grüße Simon
► Text zeigen

Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Hallo Simon,

Danke dir. Ich schwanke auch schon wieder🙄.

Schaue mir mal die Alternativen zu AD an.

LG und ganz lieben Dank für deine Mühe. Ambivalenz ist gerade mit mein Hauptproblem :vomit: .
Jasmin
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

Jasminii
Beiträge: 25
Registriert: 27.06.2020 09:35
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Jasminii: Gescheiterter Absetzversuch von Duloxetin- Weiteres Vorgehen

Beitrag von Jasminii »

Hallo Simon,

Ich versuche es noch mal mit 90 mg.

Ich habe hier in der Klinik einen sehr guten Hypnotherapeuten, der mich darin unterstützt, mir die zurzeit noch fehlende Stabilität über innere Bilder selbst zu erarbeiten.

Außerdem werde ich die zurzeit schon eingenommene Omega 3-Menge erhöhen (wie hier an anderer Stelle vorgeschlagen mind. 2.000 mg) und ein Mittel zur Behandlung meiner HPU langsam einschleichen.

Dann sehe ich weiter.

Da ist auch viel Angst in mir und eben die Seite, die den Ärzten mit ihren Empfehlungen glaubt. Aber auch eine anderer Seite, die energisch für ihre langfristige Freiheit von AD kämpft.

Ich danke euch hier allen, dass ihr mich auch in schwankenden Momenten unterstützt.

Jasmin
Diagnose: rezidivierende Depression

Medikation:
- Citalopram von 2002 bis 2013. Zunächst 20 mg, später 40 mg.
- Duloxetin seit 2013

Pflanzliche/Homeopathische Mittel:
- Calmedoron 30-40 Tropfen zur Nacht

Aktueller Absetzverlauf: Duloxetin 120 mg
- ab Juli 2019 innerhalb von fünf Monaten im Zwei-Wochen-Takt komplett ausgeschlichen: 120 mg- 105 mg - 90 mg - 80 mg - 70 mg - 60 mg - 50 mg - 40 mg - 30 mg - 20 mg - 10 mg - 0 mg ab 01.11.2019

- 27.05.2020 Duloxetin 30 mg
- 31.05.2020 Duloxetin 60 mg
- 15.06.2020 Duloxetin 90 mg
- 28.07.2020 Duloxetin 120 mg
- 31.07.2020 Duloxetin 90 mg

Antworten