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laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

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laibamba
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laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von laibamba »

Hallo liebes Forum,

ich lese schon seit einiger Zeit hier mit und möchte nun meinen eigenen Fall hier schildern.

Ich nehme ca. seit 20 Jahren Venlafaxin, die Maximaldosis beträgt allerdings seit Jahren 75 mg. täglich und war damit eigentlich relativ stabil.

Vor ca. einem Jahr ging es mir aufgrund einer beruflichen Situation recht schlecht und ich war bei einem Psychiater in der neurologischen Praxis, in der ich früher auch schon war und in welcher mir das Venlafaxin ursprünglich auch verschrieben wurde. Dieser Psychiater wunderte sich sehr über die sehr lange Einnahmezeit und meinte, das Medikament müsse abgesetzt werden, ich wäre ja quasi wie Obelix in das Venlafaxin-Fass gefallen (was immer das bedeuten sollte). Das wäre nicht gut, so eine Langzeiteinnahme, dafür müsse man ja extra eine Studie machen, etc. Er meinte also, ich solle die Dosis auf 37,5 mg herabsetzen, dies einige Wochen lang, und dann danach gar nichts mehr nehmen.

Drei Wochen ca. ging das ganz gut und plötzlich ging es mir total schlecht. Innere Unruhe, Angst, depressive Verstimmung und bei mir schlägt das auch immer gleich auf Magen und Darm, so dass sich in dem Bereich alles wie wund anfühlt.

Ich ging dann zu meinem Bruder, der Hausarzt ist, und der meinte, das Venlafaxin solle wieder auf die 75 mg hochgesetzt werden, was ich auch getan habe. Innerhalb von wenigen Tagen hatte ich mich danach wieder stabilisiert.

Mir ist dann eingefallen, dass wir schon mal versucht hatten, das Medikament zu reduzieren, und auch dann ging es mir nach kurzer Zeit (nicht sofort!) wieder so schlecht, dass wieder hochdosiert wurde.

Ich stieß dann auch so ca. vor einem Jahr auf dieses Forum und dachte mir, o.k., dann muss ich halt ganz langsam die Dosis reduzieren. Habe ich auch gemacht, bis auf 25 mg im Juli.
Ich hatte dieses Jahr beruflich recht viel Streß dadurch, dass eine Kollegin in Mutterschutz war und im Mai starb mein Vater. Ich habe dann weiterhin "funktioniert", habe mich schon gewundert, dass ich seinen Tod anscheinend so gut verkrafte. Im Juli hatte ich dann seit Monaten den ersten Urlaub und im Urlaub ist es passiert, dass ich auf einmal wieder komplett abgestürzt bin. Morgens aufgewacht mit Hitzewallungen, extremem Unmut und diffuser Angst. Zurück zuhause holte ich mir wieder einen Termin beim Psychiater, da mein Zustand sich nicht besserte und ich eine Krankmeldung benötigte, da ich mich so nicht in der Lage sah, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.

Der Psychiater meinte dann wieder, ich solle das Venlafaxin absetzen und dafür mit dem Opipramol (von welchem ich neben dem Venlafaxin auch 25 mg täglich genommen habe) auf 75 mg gehen.

Mein Bruder, der Hausarzt wunderte sich, dass man ein AD normalerweise nicht genau dann absetzt, wenn es einem eh schon schlecht geht, daher und weil ich ja zwischenzeitlich von meinen eigenen Absetzerfahrungen und auch hier im Forum gelernt hatte, habe ich das Venlafaxin also nicht komplett von von 25 mg auf 0 gesetzt, sondern innerhalb von ein paar Tagen auf jetzt 5 mg. Auf diesen 5 mg bin ich nun seit ca. einem Monat.

Es geht mir nicht wirklich besser. Morgens wache ich mit starker Unruhe und einem Gefühl von Trostlosigkeit auf. Ich empfinde eine lauernde Angst, vor nichts bestimmten, sondern vor meinem eigenen Zustand und dass dieser nicht mehr aufhört. Ich kann mich kaum konzentrieren und bin getrieben, eine innere Hitze, als hätte ich Fieber überfällt mich immer wieder, ich fühle mich benommen und rundum unwohl in meiner Haut, der Gedanke, es geht mir so schlecht ist immer da und ich fühle eine Verzweiflung, die sich oft in einem Weinausbruch Bahn bricht, wonach ich mich dann ruhiger fühle aber total erschöpft. Seit meinem psychischen Einbruch vor ca. 6 Wochen ist auch mein gesamter Bauch in Aufruhr.

Ich habe totale Angst, dass diese Empfindungen nicht mehr weg gehen. Ich denke, ich muss wieder in die Spur kommen und arbeiten gehen, weil mir das in der Vergangenheit auch sehr geholfen hat, durch die Struktur, die es gibt und das Gefühl, "dabei" zu sein, und nicht so komplett anders zu sein.

Diese Symptome sind morgens alle immer ganz schlimm, im Lauf des Tages werden sie dann besser, so dass ich mich gegen Nachmittag/Abend fast fühle wie normal. Am nächsten Morgen ist aber alles wieder schlimm.

Was mich nun umtreibt: Sind das Absetzsymptome, die ich noch eine Weile aushalten muss oder habe ich zu schnell reduziert und sollte wieder ein wenig aufdosieren um mich zu stabilisieren?

Liebe Grüße
Laibamba
Zuletzt geändert von Murmeline am 24.08.2020 20:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
-Venlafaxineinnahme sicherlich seit ca. 20 Jahren. Soweit ich mich erinnere allerdings nicht über 75 mg tgl. Seit längerer Zeit Opipram 25 mg. täglich
- Juli 2019: Reduktion auf 37,5 mg
- nach 3 Wochen: es geht mir schlecht
- wenige Tage später: Wiederaufdosieren auf 75 mg => Stabilisierung innerhalb weniger Tage
- 21.08.19: 71 mg
- 30.08.19: 70 mg
- 14.09.19: 67,5 mg
- 23.09.19: 65 mg
- 04.10.20: 61 mg
- 14.10.19: 58 mg
- 23.10.19: 55 mg
- 29.10.19: 50 mg
- 12.11.19: 46 mg
- 30.11.19: 37,5 mg
- 31.12.19: 31 mg
- 19.01.20: 25 mg
- 26.01.20: abwechselnd 25 mg und 19 mg
- 24.02.20 starke Unruhe, Konzentrationsprobleme: Dosis wieder 25 mg
- 02.03.20 weitere Erhöhung auf 31 mg
- 13.03.20 langsam reduziert, alle paar Tage um 1 oder 2 Kügelchen
- 28.06.20: 25 mg
- 23.07.20: Nachdem es mir seit ein paar Tagen sehr schlecht geht, suche ich einen Psychiater auf. Dieser meint, ich solle Venlafaxin ganz absetzen. Erhöhung Opipram auf 25 mg morgens + 50 mg abends. Ich setzte Venlafaxin aber nicht ganz ab, sondern erst einmal "nur" auf 12,5 mg
- 26.07.20: 6 mg
- 06.08.20: 5 mg
- 26.08.20: aufdosiert auf 6 mg
- 29.08.20: aufdosiert auf 12,5 mg
Towanda
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von Towanda »

Hallo Laibamba,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße,

Towanda

PS: Kannst Du bitte das Opipramol noch in Deine Signatur aufnehmen? Was ist damit passiert? Nimmst Du es noch, oder, wenn nicht, wie hast Du es abgesetzt? Danke! :)
Zuletzt geändert von padma am 25.08.2020 17:56, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Flüchtigkeitsfehler korrigiert
► Text zeigen

13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin
27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von padma »

hallo Laibamba, :)

auch von mir willkommen.
Es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht. Du hast leider ein dickes, fettes Entzugssyndrom :(

20 Jahre ist eine sehr, sehr lange Einnahmezeit, da ist extrem langsames Ausschleichen notwendig. Ich würde dafür Jahre rechnen.

Du hast bereits letztes Jahr sehr schnell reduziert, innerhalb von 4 Momaten von 75 auf 31 mg. :shock:
Vermutlich haben sich da bereits im Hintergrund Absetzsymptome angereichert.
26.01.20: abwechselnd 25 mg und 19 mg
- 24.02.20 starke Unruhe, Konzentrationsprobleme: Dosis wieder 25 mg
Wechselnde Dosen ist extrem ungünstig und stresst das ZNS sehr.
13.03.20 langsam reduziert, alle paar Tage um 1 oder 2 Kügelchen
Diese Methode nennt sich Mikrotapering. Da ist es allerdings wichtig, alle ca. 4 Wochen eine Pause von 4 Wochen einzulegen, damit das ZNS sich richtig anpassen kann.

Es ist kein Wunder, dass du massive Absetzsymptome bekommen hast.
- 23.07.20: Nachdem es mir seit ein paar Tagen sehr schlecht geht, suche ich einen Psychiater auf. Dieser meint, ich solle Venlafaxin ganz absetzen. Erhöhung Opipram auf 25 mg morgens + 50 mg abends. Ich setzte Venlafaxin aber nicht ganz ab, sondern erst einmal "nur" auf 12,5 mg
Das war ein katastrophaler Rat. Ein Kaltentzug ist immer sehr riskant und du hattest bereits Absetzsymptome. Opipramol kann die Absetzsymptome von Venlafaxin nicht abfangen und die Dosiserhöhung hat nur weiteres Chaos gebracht.

Was du beschreibst sind ganz typische Entzugssymptome.
Diese Symptome sind morgens alle immer ganz schlimm, im Lauf des Tages werden sie dann besser, so dass ich mich gegen Nachmittag/Abend fast fühle wie normal. Am nächsten Morgen ist aber alles wieder schlimm.
Das ist ganz typisch bei einem Entzugssyndrom.
Was mich nun umtreibt: Sind das Absetzsymptome, die ich noch eine Weile aushalten muss oder habe ich zu schnell reduziert und sollte wieder ein wenig aufdosieren um mich zu stabilisieren?
Dein ZNS ist durch das viel zu schnelle Reduzieren jetzt völlig überreizt. Ich würde versuchen, Venlafaxin ganz langsam wieder höher zu dosieren. Da du bereits seit knapp 3 Wochen auf 5 mg bist, würde ich zunächst auf 6 mg gehen.

Ganz wichtig ist aber auch Towandas :) Frage, was du an Opipramol nimmst.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Jamie
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von Jamie »

Hallo laibamba,

willkommen im Forum :).

Während einer Krise ein AD reduzieren zu wollen (sowas von einem Psychiater unterbreitet zu bekommen!) ist eine absolute Irrung.
Dein Bruder hat da völlig recht.
Dem anderen Mediziner war seine festgefahrene Meinung (Venlafaxin zu lange genommen, muss weg) anscheinend wichtiger als dein Zustand; es ist absolut notwendig, dies zu versuchen zu korrigieren, wobei du jetzt leider die Leidtragende bist und all das ausbaden musst :oops:.

Auch ich empfehle dir eine langsame und vorsichtige weitere Aufdosierung des Venlafaxins, nacvh dem Opipramol muss man gesondert schauen.

Die Erklärung, warum es dir morgens so schlecht geht, verlinke ich dir.
Es ist ein sehr gut bekanntes Phänomen hier im Forum und liegt an der Cortisolausschüttung:
viewtopic.php?f=50&t=15126


Viele Grüße
Jamie
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von laibamba »

Liebe Towanda, liebe Padma, lieber Jamie,

vielen lieben Dank für Eure Antworten.

Ja, ich hadere mit der Frage, ob es sich bei meinen Beschwerden um meine "Grunderkrankung" handelt oder um Absetzerscheinungen. Der Einbruch kam im Urlaub, nachdem ich eine lange Phase des Stresses am Arbeitsplatz hatte und danach noch meinen Vater verloren habe. Da wachte ich ja morgens schon so auf mit dieser inneren Qual und der Hitze und Unruhe. Also, kommt es denn dann vom Venlafaxin, bei welchem ich zu dem Zeitpunkt schon länger auf einer Dosis von 25 mg und einigermaßen stabil war?

Oder hat dann das weitere Reduzieren das Ganze noch verschärft?

Heute morgen habe ich in der Praxis meines Psychiaters angerufen, der aber derzeit in Urlaub ist und wollte den Vertreter sprechen - das ist der Arzt, der mir vor vielen Jahren das Venlafaxin verordnet hatte. Die Arzthelferin fragte nach beim Arzt und rief mich zurück, ich konnte selbst mit dem Arzt nicht sprechen - ich solle mich jeden Tag morgens und abends eine halbe Stunde an der frischen Luft bewegen und außerdem eine kleine Aufgabe täglich erledigen, wie z.B. eine Schublade aufräumen. Das Opipramol könne ich bei Bedarf noch etwas erhöhen, aber das Venlafaxin solle ich so lassen, die Unruhe komme vom Absetzen. Dagegen könnte ich mir in der Apotheke Lausea besorgen...... ich fühle mich sowas von verar......!!Ich frage mich langsam, wozu ein Psychiater eigentlich gut sein soll? Nur um mir Rezepte und Krankmeldungen auszustellen?

Gestern war ich noch bei meiner Frauenärztin um die Hormone checken zu lassen (bin 56 J. alt, nehme aber schon Lenzetto gegen Wechseljahrsbeschwerden). Sie war auch sehr verwundert über den Psychiater, der ein Medikament während der Krise absetzen lässt und dann in Urlaub ist und ich ohne Betreuung bin. Sie meinte auch, ich solle das Venlafaxin wieder erhöhen, wie auch mein Hausarzt. Ich habe jetzt wie von Dir padma empfohlen, heute auf 6 mg Venlafaxin erhöht. Was ratet Ihr denn bzgl. der Aufdosierung, also wann kann man um wieviel erhöhen? Ist diese Erhöhung um 1 mg nicht seeehr gering?

Ich kann in dem Zustand nicht arbeiten, habe aber totale Angst, dass, je länger das geht, ich umso mehr Probleme habe, wieder in den Arbeitsprozess hineinzukommen. Habe das schon mal erlebt - vor 30 Jahren. Ich konnte nicht mehr arbeiten und es ging dann 5 Jahre lang nicht mehr :( :( Ich setze mich diesbezüglich also sehr unter Druck, eben weil ich dann auch erlebt habe, dass mir das wieder Arbeiten können erheblich geholfen hatte.

Ach ja, bzgl. des Opipramol: da nehme ich seit dem 23. Juli morgens 25 mg und abends 50 mg. Vorher hatte ich immer 25 mg morgens genommen und bei Bedarf mal etwas mehr (Opipramol habe ich bekommen, da ich hin und wieder eine halbe Tavor genommen hatte, was der Arzt auch nicht gut fand).

Liebe Grüße,
laibamba
-Venlafaxineinnahme sicherlich seit ca. 20 Jahren. Soweit ich mich erinnere allerdings nicht über 75 mg tgl. Seit längerer Zeit Opipram 25 mg. täglich
- Juli 2019: Reduktion auf 37,5 mg
- nach 3 Wochen: es geht mir schlecht
- wenige Tage später: Wiederaufdosieren auf 75 mg => Stabilisierung innerhalb weniger Tage
- 21.08.19: 71 mg
- 30.08.19: 70 mg
- 14.09.19: 67,5 mg
- 23.09.19: 65 mg
- 04.10.20: 61 mg
- 14.10.19: 58 mg
- 23.10.19: 55 mg
- 29.10.19: 50 mg
- 12.11.19: 46 mg
- 30.11.19: 37,5 mg
- 31.12.19: 31 mg
- 19.01.20: 25 mg
- 26.01.20: abwechselnd 25 mg und 19 mg
- 24.02.20 starke Unruhe, Konzentrationsprobleme: Dosis wieder 25 mg
- 02.03.20 weitere Erhöhung auf 31 mg
- 13.03.20 langsam reduziert, alle paar Tage um 1 oder 2 Kügelchen
- 28.06.20: 25 mg
- 23.07.20: Nachdem es mir seit ein paar Tagen sehr schlecht geht, suche ich einen Psychiater auf. Dieser meint, ich solle Venlafaxin ganz absetzen. Erhöhung Opipram auf 25 mg morgens + 50 mg abends. Ich setzte Venlafaxin aber nicht ganz ab, sondern erst einmal "nur" auf 12,5 mg
- 26.07.20: 6 mg
- 06.08.20: 5 mg
- 26.08.20: aufdosiert auf 6 mg
- 29.08.20: aufdosiert auf 12,5 mg
Susanne1978
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von Susanne1978 »

laibamba hat geschrieben: 26.08.2020 11:07 Gestern war ich noch bei meiner Frauenärztin um die Hormone checken zu lassen (bin 56 J. alt, nehme aber schon Lenzetto gegen Wechseljahrsbeschwerden
Hallo Laibamba, hast du dich mit dem Lenzetto intensiver befasst? Hormone richten viel im Körper an. Evtl. kommt das noch oben drauf zu deiner Unruhe....
LG Susanne
:wink: -------------------- :wink:
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
Einnahme vergessen am 18.12.19!
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg
18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg
01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg
26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg
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simonb
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von simonb »

Hallo

am 28.6.2020 hast du noch 25 mg Venlafaxin genommen , und dann am 23.7.2020 hast du es auf 12,5mg reduziert.
Ich denke man kann also nicht sagen, das du länger und stabil auf dieser 25 Dosis warst, 4 Wochen sind nicht viel vor allem nicht bei dem Tempo.

Es kann auch gut sein, das sich deine Grund- Schwierigkeiten mit der Absetz-Problematik potenziert haben. Dazu dann noch Schicksalsschläge das ist bitter.

Der Psychiater hat also zugestanden, das die Unruhe ein Absetzsymptom ist? Sowas hört man selten.
Viele Ärzte bestreiten, das es Absetzsymptome gibt. Aber es gibt auch Ärzte (wie meiner ) die gesprächsbereit sind, und das langsame Absetzen zumindest passiv oder sogar aktiv unterstützen. Falls man so einen nicht findet , begnügt man sich am besten mit den Rezepten und nimmt das Absetzen selbst in die Hand.

Du bist also jetzt auf 6 mg Venla? Gib dir jetzt etwas Zeit, damit das ZNS sich auf diese Dosis einstellen kann.
Diese Erhöhung ist nicht zu niedrig, da diese Mendikamente sehr potent sind, und gerade in den unteren Dosisbereichen noch überproportional viele Rezeptoren mit dem Wirkstoff belegt sind.

Das Opipramol hast du dann ja ev. nur wegen der immer stärker werdenden Absetzsymptome erhöhen müssen?
Hast du denn das Gefühl das dich das Opi zusätzlich stabilisiert? Du nimmst es ja noch nicht solange in der neuen Dosis,
und alles was man nimmt, muss man ja später auch wieder absetzen...

Aber jetzt nichts überstürzen, sondern erstmal alles so lassen, und schauen wie sich das mit den 6mg Venla entwickelt.
Gruß Simon
► Text zeigen
Susanne1978
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo Laibamba, ich kann dir aus Erfahrung sagen und mit Sicherheit von den anderen aus dem Forum die Venla nehmen. Du bist definitv zu schnell gewesen. Gerade der untere Bereich, da solltest du ausreichend Zeit einkalkulieren.
Ich kann dir kein Tipp bezgl. einer Dosis geben, aber ich kann dir ans Herz legen, es behutsam zu gestalten.
LG Susanne
:wink: -------------------- :wink:
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Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
Einnahme vergessen am 18.12.19!
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg
18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg
01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg
26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg
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laibamba
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von laibamba »

Liebe Foris,

vielen Dank für Eure Antworten.

Ich habe nun am 26.08. auf 6 mg aufdosiert und dann am 29.08. auf 12,5 mg. Diese Dosis halte ich seit 8 Tagen. Meine Unruhe ist vielleicht ganz leicht besser geworden, aber dafür sind die depressiven Gefühle stärker. Mein Hauptsymptom ist, dass ich so einen extremen Unmut in mir habe, dass ich fast platzen könnte. Alles ist irgendwie trostlos und mir zu viel. Habe gestern mit meinem Mann was unternommen - wir sind mit dem Rad zu einem sehr schönen Biergarten gefahren und haben dort was gegessen - etwas, was ich normalerweise genieße. Aber es war immerzu nur dieser innere Druck da, dieses Gefühl, das um mich rum ist das Leben und ich gehöre nicht mehr richtig dazu. Bin dann total in meinem eigenen Film und fühle mich sehr verzweifelt. Nach wie vor wird der Zustand aber im Lauf des Tages besser, bis zum nächsten Morgen....

Mein Bruder, der ja Allgemeinarzt ist, meint, ich habe eine Depression - die 12,5 mg Venla könnten vielleicht Absetzsymptome erleichtern, aber hätten keine antidepressive Wirkung. Ich müsste mit der Dosis wieder hochgehen.

Ich weiß nicht, was tun. Morgen läuft auch meine Krankschreibung aus und ich fühle mich absolut nicht in der Lage, wieder zu arbeiten, nicht einmal im Rahmen einer Wiedereingliederung. Je länger ich aber aus dem Arbeitsleben draußen bin, desto mehr habe ich Angst, gar nicht mehr reinzukommen.

Soll ich das Venlafaxin weiter erhöhen, wie mir vorgeschlagen wird? Zumal ich eigentlich vom Venla keine nennenswerten Nebenwirkungen hatte.

Liebe Grüße,
Laibamba
-Venlafaxineinnahme sicherlich seit ca. 20 Jahren. Soweit ich mich erinnere allerdings nicht über 75 mg tgl. Seit längerer Zeit Opipram 25 mg. täglich
- Juli 2019: Reduktion auf 37,5 mg
- nach 3 Wochen: es geht mir schlecht
- wenige Tage später: Wiederaufdosieren auf 75 mg => Stabilisierung innerhalb weniger Tage
- 21.08.19: 71 mg
- 30.08.19: 70 mg
- 14.09.19: 67,5 mg
- 23.09.19: 65 mg
- 04.10.20: 61 mg
- 14.10.19: 58 mg
- 23.10.19: 55 mg
- 29.10.19: 50 mg
- 12.11.19: 46 mg
- 30.11.19: 37,5 mg
- 31.12.19: 31 mg
- 19.01.20: 25 mg
- 26.01.20: abwechselnd 25 mg und 19 mg
- 24.02.20 starke Unruhe, Konzentrationsprobleme: Dosis wieder 25 mg
- 02.03.20 weitere Erhöhung auf 31 mg
- 13.03.20 langsam reduziert, alle paar Tage um 1 oder 2 Kügelchen
- 28.06.20: 25 mg
- 23.07.20: Nachdem es mir seit ein paar Tagen sehr schlecht geht, suche ich einen Psychiater auf. Dieser meint, ich solle Venlafaxin ganz absetzen. Erhöhung Opipram auf 25 mg morgens + 50 mg abends. Ich setzte Venlafaxin aber nicht ganz ab, sondern erst einmal "nur" auf 12,5 mg
- 26.07.20: 6 mg
- 06.08.20: 5 mg
- 26.08.20: aufdosiert auf 6 mg
- 29.08.20: aufdosiert auf 12,5 mg
Towanda
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von Towanda »

Hallo Laibamba,

was tust Du denn sonst gegen Deine Grunderkrankung? Bist Du in Therapie? Hast Du sonst irgendwelchen Methoden gegen Unruhe und depressive Gefühle außer Psychopharmaka? Es ist bekannt, daß Psychopharmaka nicht gegen psychische Erkrankungen helfen, sondern nur die Symptome deckeln. Meist helfen sie nicht besser wie Placebo. Für die dauerhafte Einnahme sind sie ungeeignet.

Simon hat Dir oben einige Fragen gestellt, kannst Du die bitte noch beantworten? Auch hat er Dir einige Erklärungen über Deinen Zustand geschrieben.

Auch bei der Aufdosierung warst Du viel zu schnell, von 6 auf 12,5 ist mehr als verdoppelt, auch das kann Symptome triggern. Hast Du die Links im Begrüßungsthread durchgelesen? Da gibt es auch unter "Was finde ich wo im Forum" einen Thread zur Wiedereindosierung und Höherdosierung. Da gibt es auch einen Thread zu Entzugssymptomen, da wirst Du alle Deine Beschwerden finden.

Man sollte sich für jeden Schritt mindestens 1 bis 2 Woche Zeit geben, eher länger, und vor allen Dingen sollte man sehr behutsam in sehr kleinen Schritten hochdosieren, denn jede Veränderung strapaziert das Nervensystem und kann Symptome auslösen, egal, ob nach unten oder nach oben.

Ob Du das Venlafaxin wieder einnehmen willst, kannst nur Du entscheiden. Wir hier beschäftigen uns mit dem Absetzen von Psychopharmaka und helfen den Menschen, sich aus der Psychopharmakaspirale zu befreien. Empfehlungen zur dauerhaften Wiedereinnahme geben wir nicht.

Viele Grüße,

Towanda
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13.05.20 - 0,55 mg Mirtazapin
25.06.20 - 0,45 mg Mirtazapin
27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von laibamba »

Guten Tag Towanda,

danke für Deine Nachricht.

Ja, ich bin schon viele Jahre in psychotherapeutischer Behandlung. Der Therapeut hat mir auch Hilfsmittel genannt, um zur Ruhe zu kommen, wie Bewegung oder Meditation. Ich mache beides, allerdings nicht jeden Tag, aber meistens. Allerdings sind die Termine bei meinem Therapeuten mittlerweile sehr eingeschränkt, nur noch alle paar Wochen ein Termin - er geht auch demnächst in den Ruhestand.

Zu den Fragen von simonb: der zeitliche Ablauf war so: ich war beim Ausschleichen des Venlafaxin schon 4 Wochen auf 25 mg. Dann fiel ich nach langem Streß auf der Arbeit und dem Tod meines Vaters in ein Loch. Der Arzt riet mir daraufhin vom Opipramol abends eine Tablette (50 mg) zusätzlich zu nehmen und gleichzeitig das Venlafaxin wegzulassen. Das Opipramol hilft mir glaube ich schon ein wenig, denn ich kann eigentlich recht gut schlafen, Gott sei Dank. Venlafaxin hatte ich daraufhin ja nicht ganz weggelassen, sondern bis auf 5 mg. Mittlerweile habe ich auf 12,5 mg aufdosiert.

Gestern lief meine Krankmeldung aus und ich war wieder bei meinem Psychiater. Er riet mir, ab Oktober eine Wiedereingliederung am Arbeitsplatz zu machen. Ich glaube auch, dass das prinzipiell gut wäre, kann mir das aber in meinem momentanen Zustand nicht vorstellen, ich fühl mich so unnormal, ich kriege ein Engegefühl im Hals und eine Welle von Angst überflutet mich, wenn ich daran denke, funktionieren zu müssen.

Viele Grüße,
laibamba
-Venlafaxineinnahme sicherlich seit ca. 20 Jahren. Soweit ich mich erinnere allerdings nicht über 75 mg tgl. Seit längerer Zeit Opipram 25 mg. täglich
- Juli 2019: Reduktion auf 37,5 mg
- nach 3 Wochen: es geht mir schlecht
- wenige Tage später: Wiederaufdosieren auf 75 mg => Stabilisierung innerhalb weniger Tage
- 21.08.19: 71 mg
- 30.08.19: 70 mg
- 14.09.19: 67,5 mg
- 23.09.19: 65 mg
- 04.10.20: 61 mg
- 14.10.19: 58 mg
- 23.10.19: 55 mg
- 29.10.19: 50 mg
- 12.11.19: 46 mg
- 30.11.19: 37,5 mg
- 31.12.19: 31 mg
- 19.01.20: 25 mg
- 26.01.20: abwechselnd 25 mg und 19 mg
- 24.02.20 starke Unruhe, Konzentrationsprobleme: Dosis wieder 25 mg
- 02.03.20 weitere Erhöhung auf 31 mg
- 13.03.20 langsam reduziert, alle paar Tage um 1 oder 2 Kügelchen
- 28.06.20: 25 mg
- 23.07.20: Nachdem es mir seit ein paar Tagen sehr schlecht geht, suche ich einen Psychiater auf. Dieser meint, ich solle Venlafaxin ganz absetzen. Erhöhung Opipram auf 25 mg morgens + 50 mg abends. Ich setzte Venlafaxin aber nicht ganz ab, sondern erst einmal "nur" auf 12,5 mg
- 26.07.20: 6 mg
- 06.08.20: 5 mg
- 26.08.20: aufdosiert auf 6 mg
- 29.08.20: aufdosiert auf 12,5 mg
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Re: laibamba: Langzeiteinnahme Venlafaxin (ca. 20 J.) - Ausschleichen seit einigen Monaten

Beitrag von padma »

hallo Laibamba, :)

es ist bei dir viel zusammen gekommen, der Stress, der Tod deines Vaters,die grossen Dosisveränderungen bei den Medikamenten.

Ich denke, sowohl deine Psyche als auch dein ZNS brauchen Zeit und Ruhe. Ich würde jetzt erstmal auf den 12,5 mg bleiben.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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