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Sebastian83: Olanzapin absetzen mit morgendlicher Verzweiflung

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Sebastian83
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Sebastian83: Olanzapin absetzen mit morgendlicher Verzweiflung

Beitrag von Sebastian83 »

Hallo zusammen,

ich wollte mich kurz vorstellen: ich bin aktuell dabei, Olanzapin auszuschleichen, von 5 Mg pro Tag seit Mitte März auf aktuell 2,0 Mg (dosiert mit der Wasserlösemethode).

Hier wie es zu dazu kam: Ende 2019 habe ich zusammen mit einem Freund Magic Mushrooms genommen. Ich hatte von vielen positiven Nebenwirkungen gehört und war neugierig. Ansonsten habe ich mit Drogen nicht viel am Hut, war aber seit längerem interessiert daran, Halluzinogene auszuprobieren. Ich hatte eine Box mit „Magic Truffels“ in Holland in einem Smart Shop gekauft, laut Verkäufer die richtige Menge für 2 Personen. Wir haben beide die gleiche Menge genommen; bei ihm hat es überhaupt nicht gewirkt, bei mir hat es einen Horrortrip ausgelöst. Vermutlich habe ich eine Disposition in der Familie mütterlicherseits. Jedenfalls hatte ich eine Panikattacke und einen extrem verstörenden Trip. Danach war ich 3 Wochen lang in einer Depersonalisation - alles kam mir unwirklich vor, mein eigener Körper genauso wie meine Umwelt.

Die Depersonalisation verschwand langsam und wurde abgelöst von Zwangsgedanken, die ich etwa einmal wöchentlich hatte. Sie drehten sich um Suizid und Gewalt gegen mich selbst, außerdem hatte ich kurzzeitig andere wahnartige Gedanken bezüglich Realität und Zeit, die mich sehr verstörten. Vermutlich keine Psychose, aber doch immer wieder Gedanken, die sich nicht wie meine eigenen anfühlten.

In der Zwischenzeit hatte ich endlich einen Platz bei einer Psychiaterin gefunden, die mir Olanzapin verschrieben hat, eher auf gut Glück. Aber es hat geholfen, zumindest gingen die Symptome zurück.
Angefangen haben wir mit 2,5 Mg und dann erhöht auf 5 Mg, sie meinte das sei die bessere Dosis.

Auf 5 Mg fühlte ich mich permanent müde und unmotiviert, konnte mich im Job fast garnicht mehr konzentrieren und war permanent hungrig. Also habe ich nach Absprache auf 3,75 Mg reduziert und dann (3 Wochen später) auf 2,5 Mg, hatte aber starke Absetzsymptome: ich stand wie unter Strom und hatte wieder wahnartige Gedanken.
Also habe ich wieder auf 3,75 Mg hochdosiert und setze seitdem in sehr viel kleineren Schritten (10-15% der Anfangsdosis) ab.

Zu dem Zeitpunkt des Zurückdosierens auf 3,75 Mg kamen vereinzelt tageweise depressive Zustände dazu, außerdem starke Zukunfts- und Existenzängste. Diese habe ich nach wie vor in unterschiedlicher Stärke, sie sind aber „aushaltbar“. Hier was mich im Moment am meisten bedrückt: seit Ende Juli, also etwa 6 Wochen, habe ich morgens nach dem Aufwachen ein Gefühl großer Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, das sich (größtenteils) verflüchtigt, sobald ich aufgestanden bin und dusche oder frühstücke. Glücklicherweise ist es zeitlich so klar abgesteckt, aber es macht mir schon sehr zu schaffen.
Kennt das jemand? Würde mich über Tipps dazu freuen :D

Denkt ihr, die Verzweiflung am Morgen kann ein Teil der Absetzsymptome sein? Wünschen würde ich es mir ja. Aber ich kann es nicht genau einschätzen.
Vielen Dank für die tolle Arbeit im Forum, es hat mir über die letzten Monate immer wieder sehr geholfen. :party2:

Liebe Grüße, Sebastian
Zuletzt geändert von Jamie am 07.09.2020 09:04, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt
2020
Absetzverlauf Olanzapin:

23. Februar: Olanzapin 2,5 Mg, verschrieben von meiner Psychiaterin wegen wahnartigen Zwangsgedanken nach einmaligem Magic Mushroom-Konsum Ende 2019
Ende März: Olanzapin auf 5 Mg erhöht, auf Anraten meiner Psychiaterin, obwohl ich mit 2,5 Mg eigentlich gut zurecht kam. Auf 5 Mg wurde ich immer müder und unkonzentrierter, mit konstantem Hungergefühl, sehr unangenehm.
10. April: auf 3,75 Mg reduziert - funktionierte gut
2. Mai: auf 2,5 Mg reduziert - Absetzsymptome: ich stand wie unter Strom und hatte wieder wahnartige Gedanken.
10. Mai: wieder auf 3,75 Mg erhöht. Die Absetzsymptome verschwinden, aber ich habe 2 Tage lang depressive Zustände. In den kommenden Wochen Panik und Zukunftsängste
19. Juni: Reduziert auf 3,33 Mg
23. Juli: Reduziert auf 2,8 Mg
1. September: Reduziert auf 2,0 Mg
simonb
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Re: Olanzapin absetzen mit morgendlicher Verzweiflung

Beitrag von simonb »

Hallo Sebastian :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

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Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

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Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
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Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße Simon
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simonb
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Re: Olanzapin absetzen mit morgendlicher Verzweiflung

Beitrag von simonb »

Hallo Sebastian herzlich Willkommen,

Von mir nur ganz kurz, es wird sich sicher bald jemand zu deinen Anliegen melden.
Wichtig wäre das du zeitnah eine Signatur anlegst, damit die Foris dir Tips geben können, und man sich austauschen kann.

Lg Simon
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Sebastian83
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Re: Olanzapin absetzen mit morgendlicher Verzweiflung

Beitrag von Sebastian83 »

Hallo Simon,

Danke für den Tipp, Signatur habe ich angelegt.
Liebe Grüße :)
Sebastian
2020
Absetzverlauf Olanzapin:

23. Februar: Olanzapin 2,5 Mg, verschrieben von meiner Psychiaterin wegen wahnartigen Zwangsgedanken nach einmaligem Magic Mushroom-Konsum Ende 2019
Ende März: Olanzapin auf 5 Mg erhöht, auf Anraten meiner Psychiaterin, obwohl ich mit 2,5 Mg eigentlich gut zurecht kam. Auf 5 Mg wurde ich immer müder und unkonzentrierter, mit konstantem Hungergefühl, sehr unangenehm.
10. April: auf 3,75 Mg reduziert - funktionierte gut
2. Mai: auf 2,5 Mg reduziert - Absetzsymptome: ich stand wie unter Strom und hatte wieder wahnartige Gedanken.
10. Mai: wieder auf 3,75 Mg erhöht. Die Absetzsymptome verschwinden, aber ich habe 2 Tage lang depressive Zustände. In den kommenden Wochen Panik und Zukunftsängste
19. Juni: Reduziert auf 3,33 Mg
23. Juli: Reduziert auf 2,8 Mg
1. September: Reduziert auf 2,0 Mg
Jamie
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Re: Sebastian83: Olanzapin absetzen mit morgendlicher Verzweiflung

Beitrag von Jamie »

Hallo Sebastian, :)

Ich antworte dir inhaltlich auf deine Frage.
Da Olanzapin massiv auf Dopamin einwirkt (es blockiert),ist es t kein Wunder, dass du dich elend fühlst.
Dopamin ist das, was leider in zu hohen Konzentrationen Psychosen und Wahn und Anderes auslösen kann (wobei hier letztgültige Forschungsergebnisse noch ausstehen, es hat aber auf jeden Fall eine Mitbeteiligung); wenn es chemisch blockiert wird, klingen diese Symptome dann oft ab.

Aber das Dopamin hat auch unerlässliche Auswirkungen auch auf andere Körperbereiche und die Psyche. Es steuert die Bewegungen mit und ist zuständig für Antrieb, Motivation, Aktivität, Gefühlswahrnehmung usw.
Dass du dich niedergeschlagen und depressiv fühlst, verwundert nicht.

Zudem ist es so, dass morgens tagesrhythmisch bedingt, und das ist völlig normal, vermehrt Cortisol ausgeschüttet wird. Dieses kann depressive Symptome verstärken bzw. die meisten merken dessen Wirkung über Angst und Unruhe, Getriebensein und Verzweiflung.

Deine Absetzschritte waren zu groß und in erfolgten in zu kurzer Zeit, so schnell können sich deine Rezeptoren und die Neurotransmittersignalwege im Gehirn nicht umbauen.
Du leidest m. Er unter Symptomen, die dem zu schnellen Absetzen geschuldet sind, und unter den Wirkungen des Cortisols.

Aus deiner Signatur
23. Juli: Reduziert auf 2,8 Mg
1. September: Reduziert auf 2,0 Mg
Du warst auf den 2,8 noch nicht richtig stabil und bist dann weiter runtergegangen, auch wenn 5 Wochen dazwischen lagen.
Meines Erachtens solltest du über eine kleine Aufdosierung nachdenken, vielleicht auf 2,4mg.
Dann prüfen, ob sich etwas verbessert, die Dosis mind. mal 8 Wichen halten und danach langsamer runter also zuvor.

Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Re: Sebastian83: Olanzapin absetzen mit morgendlicher Verzweiflung

Beitrag von Sebastian83 »

Hallo Jamie, :)

vielen Dank für Deine Antwort und die Erklärung zum Dopamin-Haushalt!
Ja, das erklärt einiges. :)

Zum Aufdosieren: Ich fühle mich nach der letzten Reduktion nicht schlechter als vorher, habe diesen Schritt also gefühlt relativ gut vertragen. Deshalb möchte ich im Moment nicht unbedingt wieder aufdosieren, vor allem weil es beim letzten mal (Erhöhen auf 3,75 Mg) so viel Chaos gab.
Was ich aber auf jeden Fall machen werde, ist mit dem nächsten Reduktionsschritt deutlich länger zu warten, 8 Wochen wie Du schreibst. Vielleicht hilft das, meine Psyche wieder etwas zu stabiliseren.

Ich mache auch auch parallel eine Verhaltenstherapie, die hilft ein bisschen. Viele meiner Symptome erscheinen mir nur relativ "mechanisch", also so als ob einfach die Hirnchemie durcheinander ist.
Bin gespannt, wie sich alles weiter entwickelt.

Danke und viele Grüße,
Sebastian
2020
Absetzverlauf Olanzapin:

23. Februar: Olanzapin 2,5 Mg, verschrieben von meiner Psychiaterin wegen wahnartigen Zwangsgedanken nach einmaligem Magic Mushroom-Konsum Ende 2019
Ende März: Olanzapin auf 5 Mg erhöht, auf Anraten meiner Psychiaterin, obwohl ich mit 2,5 Mg eigentlich gut zurecht kam. Auf 5 Mg wurde ich immer müder und unkonzentrierter, mit konstantem Hungergefühl, sehr unangenehm.
10. April: auf 3,75 Mg reduziert - funktionierte gut
2. Mai: auf 2,5 Mg reduziert - Absetzsymptome: ich stand wie unter Strom und hatte wieder wahnartige Gedanken.
10. Mai: wieder auf 3,75 Mg erhöht. Die Absetzsymptome verschwinden, aber ich habe 2 Tage lang depressive Zustände. In den kommenden Wochen Panik und Zukunftsängste
19. Juni: Reduziert auf 3,33 Mg
23. Juli: Reduziert auf 2,8 Mg
1. September: Reduziert auf 2,0 Mg
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