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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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lena0053
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo!
Bin mir ziemlich sicher dass ich sterben werde. Oder mein Gehirn sich auflöst oder so.
Gute Nacht
2008 Diagnose Panikstörung Agoraphobie

Medikamente:
2008- April 2020 Einnahme Citalopram (Zumeist 20mg, auch mal 10mg und 30mg). Innerhalb von 10 Tagen abgesetzt.

L-Thyrox zurzeit 50mg
Seit 4.10.20 88mg
Liana1990
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Liana1990 »

Liebe Lena,
Ich würde dir so gern irgendwie helfen, dir irgendetwas sagen können was es dir leichter macht. Ich weiß , dass du gerade nicht glaubst , dass es besser wird. Aber das wird es. Du wirst wieder Freude spüren , und weißt du, vielleicht wird das schon morgen sein..ich drücke dich unbekannter Weise ganz ganz fest.
Seit 1997 Panikattacken
2000-2002 Verhaltentherapie
2010 starke Angstzustände nach Geburt
Venlafaxin 75mg von Hausarzt bekommen-
starke Nebenwirkungen, Suizidgedanken.
2014 Abrupt auf 37.5mg reduziert, da erneut schwanger - keine Nebenwirkungen
2018 Psychoanalytische Therapie begonnen
Januar 2020 Venlafaxin 37,5 -10Prozent auf 33,75mg Keine Absetzerscheinungen
März erneut -10Prozent auf 30mg Leichter Schwindel, Magenschmerzen
Mai 27mg: keine Veränderung
Juli 24 mg: es geht mir nicht gut , Angst vor Veränderungen
September 20mg: Depersonaliesierung, weinerlich, launisch, Angst vor neuen Situationen
Jara2302
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Jara2302 »

Hallo Lena,

Ich fühle so sehr mit dir.

Deine geschilderten Symptome können von mir kommen.

Meine Tochter ist 5 Monate alt, ich fühle mich schuldig.

Auch ich war gestern wieder in einer Klinik, bin aber wieder gegangen, sie rieten mir dort sogar dazu, ich sollte wieder kommen, wenn es gar nicht mehr geht ... Hallo ? Dachte ich mir. Es geht nichts mehr. Wie du sagst. Nichts.

Ich liege gerade bei meiner Mutter im Bett. Mein Mann ist weit weg, da, wo ich mit meiner Tochter eigentlich auch sein sollte, aber ich schaffe nichts mehr. Auch meine Familie kann nickt mehr und das sagen sie mir auch ständig, machen Druck ... ich solle mich zusammen reißen, endlich einen Umgang finden. Dabei kann ich kaum noch stehen. 5 Minuten stehen und def Schwindel Mannt mich förmlich um. Die Angst unaufhaltbar. Und ja, auch diese komischen Körperempfindungen habe ich und denke jeden Tag ist sterbe.

Liebe Lena, weis ich dir sagen will ist, dass hier jemand ist, der dich mehr als gut verstehen und dass du nicht alleine bist. Es ist die Hölle. Ich weiß. Ich würde dir gerne Tipps geben. Aktuell eher schwer. Ich befasse mich mit der macht des Unterbewusstseins, Joseph Murphy hat ein Buch dazu geschrieben. Ich versuche meine Heilung damit voran zu treiben bzw. Daran zu glauben. Aber es ist schwer.

Außerdem versuche ich all das hier zu akzeptieren, was unendlich schwer ist mit einem kleinen Kind.

Wir haben Sogar schon besprochen, was passiert, wenn ich in eine Klinik muss, weil meine Familie nicht mehr kann (aktuell wollen sie noch, dass ich bei ihnen bin und nicht in eine Klinik gehe) oder wenn ich sterbe. Was dann aus meiner Tochter wird.

Das bricht mir so sehr das Herz, dass es immer Narben haben wird.

Lena, ich werde weiter bei dir lesen und hoffe so sehr, dass wir Fortschritte machen. Dass es endlich etwas erträglicher wird.

Nun habe ich so viel geschrieben und war sicherlich nicht sehr hilfreich. Ich hoffe, dass es dir vielleicht etwas Kraft gibt zu wissen, dass hier noch eine junge Mama in dem Dilemma ist.

Ich hatte Übrigens eine schwere Unverträglichkeitsreaktion auf ein AD und traue mich daher auch nicht mehr etwas einzudosieren, sonst würde ich das allein meiner Familie zu liebe sofort tun.

Alles Liebe, Jara
2012-2015 Fluoxetin 20mg (aufgr. Magersucht)
2015 kalter Entzug Fluoxetin mit heftigen Brain Zaps, wieder eindosiert 20 mg
2015-2019 Fluoxetin 20mg
Sep. 2019 10 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Okt. 2019 5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Nov. 2019 2,5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
30.12.19 0 mg Fluoextin (keine Symptome)


23. - 25.5.20 2mg Amitriptylin (aufgr. Chr. schmerzen) - extrem schwere Unverträglichkeitsreaktion - sofort abgesetzt.

8. u. 9.7.20 Quetiapin 50 mg (sediert zu stark)

Bedarf: Tavor (26.5.20 - dato ca. 10x 0,5 - 1mg)

NIE wieder AD.

Aktuell:(Sep. 20)
Brain Zaps ?
Atemprobleme
Ständige Angst (irreale Zustände - Angst vor Familie, Gegenständen etc.)
Grippe Symptome (Halsschmerzen, Erschöpfung)
Tinnitus
Innere Unruhe
Geräuschempfindlichkeit
Extrem schnell überfordert
Gangunsicherheit
Missempfindungen überall, mal da, mal da
Adrenalinschübe
Hoffnungslosigkeit, weinerlich, teilw S-Gedanken, Durchdreh-Gefühl, Gefühl nie wieder gesund zu werden, Unsicherheit, Selbsthass, kein Selbstbewusstsein
Schnell Reizüberflutet
Dietrich
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Dietrich »

Hi!
@lena und Jara
Ich weiß nicht warum ihr denkt dass er sterben werdet. Ich glaub nicht daran. Auch weil ich in den letzten 2 Jahren öfter gehofft habe es passiert einfach und es ist nicht passiert.
Ich hatte nach abilify extreme blutdruckentgleisung und erhöhten puls. Hab meine Tage mit blutdruckmessen verbracht. Bin nicht gestorben. Heute is alles normal in der Richtung. Ja natürlich immer noch nicht vollständig erholt aber ich mach jeden Tag Sport. Euer Körper wird nicht einfach den Geist aufgegeben.
Lg dirk
Medikation von Dietrich:
Nach massiven koerperlichen Beschwerden ohne Befund am 03.08.2018 in Psychiatrie eingefahren. Wegen Angst und Panik ab.
04.08.2018 Quetiapin 100 mg (0-25-
-50-25)
20.08.2018 Reduzierung auf 75 mg
( 0-0-50-25)
27.08.2018 nur noch 0-0-50-0 und
Verlegung in Klinik fuer
Psychosomatik; im MRT
und beim Neurologen
keine Befunde.
10.09.2018 Quetiapin runter 0-0-0-25
17.09.2018 abgesetzt
28.09.-12.10. Experiment mit CBD, da der Verdacht das meine Symptome vom THC- Konsum im Fruehjahr sind und CBD als Gegenspieler zaehlt. Hier also 2-3 Kapseln je 25 mg CBD (gilt in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel und kann im Reformhaus gekauft werden).

Seit 04.10. war ich zuhause und auf das CBD haben sich meine Symptome wieder verschlechtert. Mein Therapeut meinte ich sollte doch mal Fluoxetin ausprobieren, da er denkt ich waere depressiv und haette deswegen die Körpersymptome.

17.10.2018 Einstieg 20 mg Fluoxetin

am 01.11.2018 lese ich von PSSD und die moeglichen massiven Auswirkungen auf den Genitalbereich. Ich ruf meinen Therapeuten an und sag ihm, dass ich den Dreck nicht mehr nehmen moechte und voruebergehend noch mal geringdosiert auf das Quetiapin gehen möchte. Auf Fluoxetin extreme mentale Verschlechtetung mit Selbstvorwürfen, Suizidgedanken, Minderwertigkeitskomplexe, Angst Panik etc. . Ich setze Das Flux nach 16 Tagen ab. Hatte zuletzt aber das Gefuehl einer Verbesserung der Stimmung. Will es aber nicht mehr nehmen wegen moeglicher Langzeitfolgen.

02.11.2018 wieder Quetiapin 0-25-
50-0
09.11.2018 Quetiapin 0-0-50-0 und
Laif 900 eine K./ T.
14.11.2018 Quetiapin auf 0-0-0-25
Ploetzlich krasse Nebenwirkung wie restless leg und "Hirnschickungen".

17.11.2018 Quetiapin= 0,0

Joha bis Ende November.
Seit dem medikamentenfrei bis Mai 2019

Seit 23. Mai nehme ich 2,5 mg Abilify da ich angeblich wahnhaft von einer krankhaften Veraenderung im Genitalbereich ueberzeugt bin.
Heute weiß ich es waren massive entzugssymptome und Pssd.
Okt 2019 Ausstieg Abilify und extremer Crash
Dez 2019 Psyco Ward Mainz Moclobemid
Jan 2020 Lithium Augmentation
März 2020 letzter Versuch, nachdem sie mir EKT
angeboten haben fahre ich eine
Ketaminzirkel
April 2020 ich verlasse die Hölle ungeheilt gegen
ärztlichen Rat und setze Moclo und Lithium
ab
Seit April 2020 auf 0, keine PP mehr aber im entzug mit anhaltenden Symptomen
Juli 2020 ich experimentierte mit niancin (B3) und ketogene Ernährung, fast 4 Tage um schneller in die ketose zu kommen :(:(:( keine gute Idee, aus heutiger Sicht bin ich gecrashed auf den Sh.....
Jara2302
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Jara2302 »

Hallo Dirk,

Das Befürchte ich. Wir werden nicht einfach sterben, aber ich wünsche es mir jeden Tag.

Dass du Sport machen kannst, ist großartig, ich bin froh, wenn ich 5 Minuten stehen kann.

Lg Jara
2012-2015 Fluoxetin 20mg (aufgr. Magersucht)
2015 kalter Entzug Fluoxetin mit heftigen Brain Zaps, wieder eindosiert 20 mg
2015-2019 Fluoxetin 20mg
Sep. 2019 10 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Okt. 2019 5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Nov. 2019 2,5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
30.12.19 0 mg Fluoextin (keine Symptome)


23. - 25.5.20 2mg Amitriptylin (aufgr. Chr. schmerzen) - extrem schwere Unverträglichkeitsreaktion - sofort abgesetzt.

8. u. 9.7.20 Quetiapin 50 mg (sediert zu stark)

Bedarf: Tavor (26.5.20 - dato ca. 10x 0,5 - 1mg)

NIE wieder AD.

Aktuell:(Sep. 20)
Brain Zaps ?
Atemprobleme
Ständige Angst (irreale Zustände - Angst vor Familie, Gegenständen etc.)
Grippe Symptome (Halsschmerzen, Erschöpfung)
Tinnitus
Innere Unruhe
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Extrem schnell überfordert
Gangunsicherheit
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Hallo Ihr Lieben,

fühle mit Euch und kann nur wünschen, dass insbesondere die jungen Mamas anhaltende und liebevolle Unterstützung aus ihrem familiären Umfeld bekommen!

Es ist alles mit der Verantwortung für so ein kleines Wesen noch einmal um Einiges schwerer! Glaubt an Euch, Mädels! Ihr werdet gebraucht!

Und - bitte - liebe Familienmitglieder, glaubt auch Ihr an Heilung und gebt die notwendige Unterstützung so lange als irgend möglich! Ich weiß, wie schwer das ist, es ist aber so entscheidend!!!, dass das Umfeld an einen glaubt. Neben der Zeit ist die liebevolle Begleitung durch die nächsten Angehörigen m.E. sogar die wichtigste Zutat im Heilungsprozess.

Alles Liebe
Gabs
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-> Oktober 2020 Symptome des Infekts klingen langsam ab, aber Entzugssymptome weiterhin vorhanden, manche minimal besser, zu viele noch sehr einschränkend. Massiv leide ich unter mangelndem (Tief-)schlaf und unter einer anhaltenden fürchterlichen fatigue.
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Ihr Lieben!!

Ist das wirklich Entzug?
- der Inhalt der Gedanken ist auf körperliche und emotionale Symptome völlig beschränkt. Wobei Körper und Emotion eigentlich nicht mehr wirklich auseinander zu halten sind
- jede Sekunde fühlt sich wie die letzte an, wobei man nicht sagen kann warum
- man kann sich nicht mal mehr vorstellen den Raum zu verlassen
-man kann sich GAR NICHTS mehr vorstellen sondern nur noch wahrnehmen das man nicht mehr kann ES nicht mehr geht
-alleine sein ist ebenfalls schlichtweg unmöglich
- raus gehen , spazieren gehen o.ä erscheint einem gleich möglich wie durch Feuer zu laufen.

Dieses Ich kann nicht beschäftigt mich am meisten. Warum erscheint es mir unmöglich Spazieren zu gehen, das Haus zu verlassen? Es ist nicht nur ein Ich habe Angst davor sondern ein schlicht weg nicht mal im Ansatz vorstellbar... Wie ich kann vom Dach springen da ich ja fliegen kann.

-körperliche Empfindungen für die es keine Worte gibt. Nicht schmerzhaft aber furchtbar angsteinflösend.
- und dann das im Kopf- als wäre man ständig im Halbschlaf und in einem fürchterlichen Albtraum gefangen
-es zerfetzt einen jeden Tag aufs Neue irgendwas in einem drin, so dass nichts mehr von dem eigenen Ich übrig ist
-man hat keine Ahnung mehr wie es ist mal normal gelebt zu haben
-jeder einzelne Tag ist die Hölle und es ist nicht vorstellbar das er tatsächlich überlebt werden kann
-als ‚normalo‘ kann man sich nicht mal im Ansatz vorstellen was das für Empfindungen sind. Sie sind nicht beschreibbar und völlig irreal

Und wenn ich das jetzt lese habe ich nicht das Gefühl das es auch nur im Ansatz beschreibt was ich empfinde!!
Ist das Entzug?

Gute Nacht
2008 Diagnose Panikstörung Agoraphobie

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2008- April 2020 Einnahme Citalopram (Zumeist 20mg, auch mal 10mg und 30mg). Innerhalb von 10 Tagen abgesetzt.

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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Jara2302 »

Hey, ich kann nur sagen JA ! JA ES IST ENTZUG! Mir geht es genau wie dir. Der Text könnte von mir sein.

Ich denke auch gerade ich muss sterben, es fühlt sich so an und diese schreckliche Angst.

Gute Nacht vom Sofa meiner Mutter aus 🤦🏻‍♀️🤦🏻‍♀️
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Sep. 2019 10 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Okt. 2019 5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
Nov. 2019 2,5 mg Fluoxetin (keine Symptome)
30.12.19 0 mg Fluoextin (keine Symptome)


23. - 25.5.20 2mg Amitriptylin (aufgr. Chr. schmerzen) - extrem schwere Unverträglichkeitsreaktion - sofort abgesetzt.

8. u. 9.7.20 Quetiapin 50 mg (sediert zu stark)

Bedarf: Tavor (26.5.20 - dato ca. 10x 0,5 - 1mg)

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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Straycat »

Liebe Lena,

ja, leider, genauso kann sich Entzug anfühlen.
So wie du es beschreibst ging es mir einige Zeit, als der protrahierte Entzug bei mir zuschlug.
Aber es besserte sich dann auch wieder. Nicht sofort und nicht in riesigen Schritten und es waren dazwischen auch viele Stellen, wo es mal ein paar Schritte vor und dann wieder einige zurück gab.
Auch für mich war es unvorstellbar die Wohnung zu verlassen, sogar zeitweise das Bett zu verlassen :(
Nach und nach habe ich mir dann Raum um Raum, Meter um Meter zurückerobert.

Es tut mir ehrlich leid, wie mies es dir im Moment geht. Das muss ganz furchtbar für dich sein :(
Aber ich kann dir nur sagen: Bei mir wurde es wieder besser! Viel besser! Ich habe wieder einen Alltag, ich kann wieder arbeiten, mich mit Freunden treffen und das Haus verlassen. Es ist noch nicht alles wieder wie vor dem Entzug, aber sagen wir mal um 80% besser.

Gib die Hoffnung nicht auf - du schaffst es da durch :hug:
Alles Liebe,
Cat
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hey!
Danke! Im Moment habe ich ein kleines Fenster. Mein Sohn ist mal wieder von seinem Bett zu mir rübergerollt und gibt mir keinen Zentimeter. Sobald ich wegrücke rollt er hinterher. Und ich kann mich drüber freuen deswegen nicht schlafen zu können. Diese Fenster sind so krass weil man plötzlich wieder Hoffnung verspürt. Heute Mittag war es noch soooo schlimm! Sorry an euch alle das ich die ganze Zeit so jammere! Ich glaube das ist ebenfalls Entzug 😞

Naja morgen wird es wieder losgehen! Nochmal Danke an euch alle! Ich hoffe ich kann es irgendwann zurück geben!!
LG
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Straycat »

Liebe Lena,

das ist super, dass du Fenster hast! So kannst du neuen Mut schöpfen und wieder nachempfinden, wie es sich anfühlt, wenn es wieder gut ist! Schreib es dir auf - so kannst du es nachlesen, wenn es dir schlecht geht. Das ist mMn wichtig, denn mitten in einer Welle kann man nicht glauben und nicht fühlen, dass es auch wieder besser wird.

Genieße das Fenster :)
Liebe Grüße,
Cat
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Liana1990 »

Liebe Lena,
genau wie du ihn beschreibst, diesen Moment mit deinem Sohn, so wird es ganz bald schon immer und immer öfter sein. Und dann irgendwann wirst du wieder die Alte sein- nur um eine ganz große ( wenn auch sehr schlimme) Erfahrung reicher.
Dann wirst du diejenige sein, die anderen hier sagen kann : ES WIRD WIEDER GUT!!!
Ich hatte immer Angst davor, dass es eines Tages wieder so schlimm wird , und meine Therapeutin sagte dann mal zu mir:„ ja, es kann aber auch sein das es nie wieder so schlimm wird und Sie jetzt einfach für immer „geheilt“ sind.“
Und so einfach dieser Satz auch war , so hilfreich ist er auch für mich .
Fühl dich gedrückt,
Liebe Grüße Liana
Seit 1997 Panikattacken
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo.
Aufgrund des Fensters gestern richtig positiv aufgestanden. Zwei Mal die Treppe hoch und runter- starker Schwindel. Umfallgefühl. Gedankenkarusel wieder los: was stimmt nicht mit mir, gleich passiert was schlimmes, ich halte das nicht mehr aus, ich will mein Leben zurück... Seitdem fühle ich mich den ganzen Tag schon wieder furchtbar schwach. Angst mich zu bewegen. Fühle mich einfach Tod krank. Mein Mann ist mit unserem Sohn in den Zoo gefahren. Ich will auch dabei sein! Hoffnung von gestern wieder völlig im Eimer. Sitze hier und verpasse das Leben. Gefangen in meinem Kopf und Körper. Dazu lese ich hier mal wieder die katastrophalen Verläufe... 3,4,5 Jahre oder nie wieder besser... Klar so gehts mir bestimmt nicht besser. Ach Mist!

LG
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Dietrich
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Dietrich »

Hi Lena!
Gerade vor kurzem wieder Beitrag in SA gelesen wo jemand 8.5 Jahre paxil genommen hat und letztendlich wieder heil war.

https://www.survivingantidepressants.or ... ally-free/

Grüße dirk
Medikation von Dietrich:
Nach massiven koerperlichen Beschwerden ohne Befund am 03.08.2018 in Psychiatrie eingefahren. Wegen Angst und Panik ab.
04.08.2018 Quetiapin 100 mg (0-25-
-50-25)
20.08.2018 Reduzierung auf 75 mg
( 0-0-50-25)
27.08.2018 nur noch 0-0-50-0 und
Verlegung in Klinik fuer
Psychosomatik; im MRT
und beim Neurologen
keine Befunde.
10.09.2018 Quetiapin runter 0-0-0-25
17.09.2018 abgesetzt
28.09.-12.10. Experiment mit CBD, da der Verdacht das meine Symptome vom THC- Konsum im Fruehjahr sind und CBD als Gegenspieler zaehlt. Hier also 2-3 Kapseln je 25 mg CBD (gilt in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel und kann im Reformhaus gekauft werden).

Seit 04.10. war ich zuhause und auf das CBD haben sich meine Symptome wieder verschlechtert. Mein Therapeut meinte ich sollte doch mal Fluoxetin ausprobieren, da er denkt ich waere depressiv und haette deswegen die Körpersymptome.

17.10.2018 Einstieg 20 mg Fluoxetin

am 01.11.2018 lese ich von PSSD und die moeglichen massiven Auswirkungen auf den Genitalbereich. Ich ruf meinen Therapeuten an und sag ihm, dass ich den Dreck nicht mehr nehmen moechte und voruebergehend noch mal geringdosiert auf das Quetiapin gehen möchte. Auf Fluoxetin extreme mentale Verschlechtetung mit Selbstvorwürfen, Suizidgedanken, Minderwertigkeitskomplexe, Angst Panik etc. . Ich setze Das Flux nach 16 Tagen ab. Hatte zuletzt aber das Gefuehl einer Verbesserung der Stimmung. Will es aber nicht mehr nehmen wegen moeglicher Langzeitfolgen.

02.11.2018 wieder Quetiapin 0-25-
50-0
09.11.2018 Quetiapin 0-0-50-0 und
Laif 900 eine K./ T.
14.11.2018 Quetiapin auf 0-0-0-25
Ploetzlich krasse Nebenwirkung wie restless leg und "Hirnschickungen".

17.11.2018 Quetiapin= 0,0

Joha bis Ende November.
Seit dem medikamentenfrei bis Mai 2019

Seit 23. Mai nehme ich 2,5 mg Abilify da ich angeblich wahnhaft von einer krankhaften Veraenderung im Genitalbereich ueberzeugt bin.
Heute weiß ich es waren massive entzugssymptome und Pssd.
Okt 2019 Ausstieg Abilify und extremer Crash
Dez 2019 Psyco Ward Mainz Moclobemid
Jan 2020 Lithium Augmentation
März 2020 letzter Versuch, nachdem sie mir EKT
angeboten haben fahre ich eine
Ketaminzirkel
April 2020 ich verlasse die Hölle ungeheilt gegen
ärztlichen Rat und setze Moclo und Lithium
ab
Seit April 2020 auf 0, keine PP mehr aber im entzug mit anhaltenden Symptomen
Juli 2020 ich experimentierte mit niancin (B3) und ketogene Ernährung, fast 4 Tage um schneller in die ketose zu kommen :(:(:( keine gute Idee, aus heutiger Sicht bin ich gecrashed auf den Sh.....
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Liana1990 »

Hallo Lena,
ja das wirft einen gefühlt wieder komplett zurück .
Aber wie ich neulich schon schrieb - lies dir bitte die Diagnosen von den Leuten durch. Das sind in der Regel häufig ganz andere Voraussetzungen die gegeben sind.
Zusätzlich darfst du nicht vergessen , dass die meisten wenn sie wieder fit sind nicht mehr an das Forum denken ! Wie gesagt, ich setze seeeehr langsam ab und habe nur an ganz ganz wenigen Tagen ( und da auch nur kurze Zeit) deine Symptome. Von daher bin ich mir ganz ganz sicher, dass zwar dein kaltes Absetzten Grund für deinen Zustand ist, aber ich bin mir auch sicher das du genesen wirst.
Fühl dich gedrückt
Liebe Grüße Liana
Seit 1997 Panikattacken
2000-2002 Verhaltentherapie
2010 starke Angstzustände nach Geburt
Venlafaxin 75mg von Hausarzt bekommen-
starke Nebenwirkungen, Suizidgedanken.
2014 Abrupt auf 37.5mg reduziert, da erneut schwanger - keine Nebenwirkungen
2018 Psychoanalytische Therapie begonnen
Januar 2020 Venlafaxin 37,5 -10Prozent auf 33,75mg Keine Absetzerscheinungen
März erneut -10Prozent auf 30mg Leichter Schwindel, Magenschmerzen
Mai 27mg: keine Veränderung
Juli 24 mg: es geht mir nicht gut , Angst vor Veränderungen
September 20mg: Depersonaliesierung, weinerlich, launisch, Angst vor neuen Situationen
Foxly
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Liebe Lena,

Ich freu mich grad wie Bolle über Dein kleines Fensterchen :party2: auch wenn es sich am Folgetag direkt wieder geschlossen hat.

Ich kenn diesen Zirkus nur zu gut! Was uns beide (u.a.?) verbindet, ist der kalte Entzug vom noch dazu gleichen Medikament. Von daher weiß ich genau, was Du da berichtest und finde es auch gut, dass Du es so deutlich beschreiben kannst, auch wenn es für nicht Betroffene noch immer nicht nachvollziehbar ist (wie auch? Solche Empfindungen haben WIR normalerweise ja auch nicht! und könnten sie folglich ohne diese Erfahrung weder beschreiben noch verstehen)
Dazu lese ich hier mal wieder die katastrophalen Verläufe... 3,4,5 Jahre oder nie wieder besser... Klar so gehts mir bestimmt nicht besser. Ach Mist!
damit hast Du absolut Recht! So wichtig es ist, immer wieder die Parallelen zum eigenen Erleben hier zu finden und zu ziehen, weil es einen ein wenig "erdet" (......"ja, meine Empfindungen sind nachvollziehbar und "berechtigt"...."), so wichtig ist es aber auch, sich davon nicht runterziehen zu lassen. Mir ging das anfangs auch so, dass ich so Zeug dachte,

"na toll, und wer ist hier eigentlich wirklich wieder heil, er/sie selbst?" und

"ist ist es das wirklich wert, ein solch unabsehbares Leiden und für was eigentlich......., um demnächst ins Gras zu beißen, dafür aber ohne PP...."

Na ja, so ungefähr eben. Aber Du hast ja selbst schon erkannt, dass es so nix wird und ich kann noch eine Erkenntnis obendrauf setzen:

Auch wenn ich noch längst nicht über den Berg bin (habe neulich erst geschrieben, womit ich aktuell noch massiv zu kämpfen habe), kann ich Dir versichern, dass es nicht so bleibt! Es wird halt nur in seinem ganz eigenen Tempo besser (IMMER zu langsam! für ALLE!).

Mehrfach war hier im Forum von Akzeptanz zu lesen und anfangs hat mich das fast schon aggressiv gemacht (ich hab's nicht so mit scheinbar unveränderlichen Gegebenheiten, bin eher eine "Macherin"), jetzt allerdings habe ich begriffen, dass es EINE wesentliche Säule im Prozess der Genesung ist. Das heißt ja nicht, dass man in der Ecke sitzt und wartet (doch, manchmal auch einfach nur das :wink: ), aber es ist hilfreich, wenn man nicht jedes Empfinden, jeden Gedanken immer wieder erneut hinterfragt, sondern für sich postuliert:

"Das ist dieser f...... Entzug und ich bin auf dem direkten Weg, diesen zu überwinden. Dauert halt noch"

Das klingt für Dich aktuell vielleicht nach Hohn, ist aber ein Erfahrungswert, der zumindest mir immer wieder über die nächste Hürde hilft.
..... lies dir bitte die Diagnosen von den Leuten durch. Das sind in der Regel häufig ganz andere Voraussetzungen die gegeben sind.
Zusätzlich darfst du nicht vergessen , dass die meisten wenn sie wieder fit sind nicht mehr an das Forum denken
auch diesen Hinweis von Liana finde ich sehr wichtig und hilfreich (Danke Liana)

Ist doch klar, dass hier die am Schlimmsten Betroffenen zu finden sind, sie haben ja sonst nirgend ein Forum, finden ja sonst nirgends Gehör, Zuspruch, Trost, Hilfe. (Danke adfd). Und ja, wer genesen ist, wird seine Zeit mit erquicklicheren Dingen verbringen, das ist wohl nicht nur menschlich, sondern eigentlich ein sehr sehr schöner Gedanke!

Und genau DAHIN wirst Du, liebe Lena, werden wir ALLE auch wieder kommen!

Alles Liebe für heute
Gabs
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-> Oktober 2020 Symptome des Infekts klingen langsam ab, aber Entzugssymptome weiterhin vorhanden, manche minimal besser, zu viele noch sehr einschränkend. Massiv leide ich unter mangelndem (Tief-)schlaf und unter einer anhaltenden fürchterlichen fatigue.
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