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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Foxly
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Liebe Lena,

habe mich gerade gefreut, so winzige "Goodies" von Dir zu lesen! Vielleicht geht es im Augenblick auch erstmal nur darum, sich DIESE überhaupt bewusst zu machen und sie zu fühlen?!

Cat schreibt ja auch, mit welch winzigen Schritten sie sich ihr Leben zurückerobert hat. Und ich bewundere hier jede/n für ihren/seinen Mut, den eigenen Weg zu finden, nicht aufzugeben.

Mir hilft es immer wieder zu lesen, dass ich eben nicht die Einzige bin, die hier so vor sich hin routiert, die immer wieder mal fassungslos, ungläubig, verzweifelt und mutlos ist, aber auch hoffnungsfroh, selbstbestimmt und hartnäckig optimistisch. Wir können so wenig selbst und füreinander tun, aber das Wenige sollten wir einander angedeihen lassen. Das ist meine Motivation, hier immer wieder reinzuschauen - für mich, für Euch......

Es ist manchmal auch schwer auszuhalten, die geschilderte Situation des/der Anderen so genau nachvollziehen und doch so wenig helfen zu können. Du beschreibst ja Deine Symptome recht deutlich (und ich kenne sie fast alle aus eigener Erfahrung). Wenn man den "Feind" erkennt und benennen kann, ist das schon mal ein guter Anfang, ein Anfang, ihm etwas entgegenzusetzen. Und wenn es zunächst nur so vermeintlich "schwache" skills wie Ausharren, Geduld haben, Ruhe bewahren etc. sind.

Auch die winzigen Fortschritte wahrzunehmen kann - wie Cat schreibt - eine Hilfe sein. Das Aufblitzen des "alten Ich" kenne ich auch und freue mich dann immer wie Bolle. Auch wenn es leider noch nicht sehr lange anhält, so weiß ich doch, dass es noch vorhanden ist, iwo vergraben, aber eindeutig DA.

Den Zwiespalt zwischen Alleinsein-Wollen und gute Ablenkung/Beschäftigung durch/ mit andere/n kenne ich auch. Allein ist nicht wirklich gut (außer man hat die Gnade, schlafen und abschalten zu können), zu viel Umtrieb mit auch sehr lieben Menschen führt aber andererseits rasch in die Überforderung. Ich denke, hier iwie die Balance zu halten, ist auch ein wichtiger Baustein. Der normale Alltag geht ja weiter und so ist es eben auch nicht immer ganz einfach mit der Balance.

Ein großer Segen ist sicher, dass Du schlafen kannst!! Nutze das reichlich, denn im Schlaf regeneriert sich das Gehirn bekanntermaßen am Besten!! Insofern hast Du einen großen Pluspunkt, an dem Du Dich vielleicht auch ein wenig festhalten kannst :wink:

Ich wünsche Dir weiterhin alles Liebe
Gabs
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-> Oktober 2020 Symptome des Infekts klingen langsam ab, aber Entzugssymptome weiterhin vorhanden, manche minimal besser, zu viele noch sehr einschränkend. Massiv leide ich unter mangelndem (Tief-)schlaf und unter einer anhaltenden fürchterlichen fatigue.
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo.

Ich mag jetzt nicht mehr. Ich weiß nicht wie oft ich mir durch meine Panikstörung schon das Leben wieder zurück erkämpft habe. Das letzte mal habe ich gesagt dass ich solangsam keine Kraft mehr habe. Nie hätte ich auch nur im Ansatz gedacht wie lächerlich das alles zu dem was noch kommen wird war. Nie hätte ich mir auch nur vorstellen können was noch vor mir liegt. Hätte ich mir meine Kraft nur mal besser eingeteilt. Hätte ich nur niemals diese Sch... PP eingeworfen. Hätte ich nur mal drüber nachgedacht das ich es auch einfach mal wieder bleiben lassen könnte. Hätte ich mich nur mal besser informiert wie ich das Zeug wieder los werde.

Aber nicht ein Mal im Leben hätte ich jemandem geglaubt was mit einem passieren kann dadurch nicht auf diese Dauer. Nicht auf diese psychoterror Art und Weise!!!!

Hätte ich gestern nur mal meinen Mund gehalten. Es wird besser ha ha. ICH KANN NICHT MEHR. Ich habe so eine Angst davor was noch alles auf mich zu kommt. Wenn es noch schlimmer wird packe ich das mit meinem Sohn nicht mehr.

Gute Nacht
2008 Diagnose Panikstörung Agoraphobie

Medikamente:
2008- April 2020 Einnahme Citalopram (Zumeist 20mg, auch mal 10mg und 30mg). Innerhalb von 10 Tagen abgesetzt.

L-Thyrox zurzeit 50mg
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Laube
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Laube »

Hallo lena0053,

es ist nicht Deine Schuld.

Wir sind wenige, die solch Schaden von PP nehmen. Einfach nur unglaubliches Pech. Viele haben keine Probleme mit PP, anscheinend, und sind über deren Existenz sehr dankbar.

Du hast es nicht verhindern können.

Wir haben den Ärzten vertraut. Unsere Gesundheit in ihre Hände gelegt.
Und sie wissen nicht, was sie tun!

Und das schlimme ist, es hält sie niemand auf.

Gut, dass es das Forum gibt. Dadurch weiß ich, auf was ich mich einstellen muss und so kann ich das alles durchstehen. Dass ich sehe, dass es anderen auch so geht, dass ich Symptome vergleichen und zuordnen kann, das gibt mir Halt. Dass ich höre, dass es vorbei geht, ist so entscheidend. Ohne dieses Wissen hätte ich inzwischen aufgegeben.

Möchte mir nicht ausmalen, was mit mir passiert wäre, wenn ich nicht auf das Forum gestoßen wäre. Tausend Dank an dieser Stelle.

Die Ärzte haben mich fallen lassen.

So schwer alles ist, es gibt einen Weg in die richtige Richtung. Der ist hart und raubt einem alle Kräfte, aber der Mensch ist zäh. Und es wird besser, es stimmt. Du darfst es glauben.

Und ich traue mich auch nicht mehr, von besseren Tagen zu berichten, denn die Retourkutsche kommt prompt.

Gaaanz viel Kraft und Ausdauer Dir.

Herzlichst
Silvia
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lena0053
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Liebe Laube,

ehrlich gesagt kann ich hier nichts davon lesen dass es irgendwann besser wird. Ich lese nur von jahrelangem Leiden. Selbst die Erfolgsgeschichten hören sich zu 70 Prozent nicht wirklich nach Erfolg an- eher nach es wird irgendwann vllt ein kleines bisschen besser.

LG
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Guglhupf »

Hallo Anna Lena :-)

es tut mir sehr leid, wie sehr du dich im Moment quälst und für den tragischen Verlust möchte ich dir meine Anteilnahme aussprechen.

Was den Entzug betrifft vertraue darauf, dass es auf jeden Fall besser wird!

Ich habe eine sehr ähnliche, wenn nicht gleiche Geschichte - 2008 Beginn Einnahme von Citalopram. Zeitweise wollte ich sie absetzen, doch egal wann ich beim Arzt war, er erklärte mir immer dass ich aufgrund meiner (Entzugs-)Symptome die Tabletten weiternehmen muss. Erst nachdem ich das Forum und die vielen tollen User entdeckt habe, wurde mir klar, was dieser Arzt eigentlich verbrochen hatte.

Erstgespräch - auch wegen Hypochondrie und Panikattacken ;-) - dauerte keine 5 Minuten. So oft habe ich mir den Moment zurückgewünscht, um diesen Fehler rückgängig zu machen.

Etwas sehr Positives hat der Entzug dennoch gebracht - Akzeptanz. Etwas, das ich anfangs überhaupt nicht schaffte - Dinge, Symptome, Wellen annehmen und akzeptieren, da es sich ohnehin nicht ändern lässt. Das ist allerdings ein Prozess und dauert.

Ich fand mich aber in deiner Beschreibung über die Zustände und Empfindungen sooo wieder! Niemand konnte nachvollziehen oder verstehen, warum ich plötzlich das Gefühl hatte sofort zusammenzubrechen, vor Erschöpfung zu sterben, keinen Schritt weitergehen zu können. Es fühlte sich oft an, als würde in der Mitte meines Körpers im Rumpf ein riesiges heißes Loch klaffen. Zittern, Schweißausbrüche und ein Gefühl als würde man nie mehr das Bett verlassen können, weil man so schwach und dem Tode geweiht ist.

Ich kann dich aber vielleicht auch etwas beruhigen - diese Symptome traten bei mir nur in den akuten Phasen direkt nach einem weiteren Versuch kalt abzusetzen auf und verschwanden relativ schnell mit der Wiedereindosierung. Ich hab allerdings höchstens zwei, drei Wochen nach Absetzen wieder eindosiert. Du brauchst jetzt also erstmal unglaublich viel Geduld und Vertrauen, dass es ganz sicher wieder besser wird. Es dauert nur, weil der Körper verzweifelt sucht, was ihm so plötzlich genommen wurde.

Ich habe 2017 langsam von 10 auf 5 und dann bis 2018 auf 2,7mg reduziert, wo ich aktuell noch immer stehe. Diese langsame Reduktion war zwar auch phasenweise unangenehm aber keinesfalls mit dem Kaltenttzg zu vergleichen. Kaltentzug war für mich auch geprägt von Todesangst, Überhaupt drehte sich alles nur um Tod. Ist klar, der Körper spielt und das schlimmstmögliche Szenario vor, damit wir ihm schnellstmöglich wieder geben, was ihm so sehr fehlt. In der Phase waren die Zwangsgedanken bei mir aber so stark, alles so vernebelt, dass nichts dagegen half außer abzuwarten. Es wurde immer besser, es dauerte einfach. Und je schneller ich mich darauf einließ, dass es nun mal im Moment schrecklich ist, Besserung aber kommen wird, desto schneller wurde es tatsächlich besser. Gegen diese Gefühle und Angst anzukämpfen kostet fast am meisten Kraft, erscheint aber in dem Moment als zwingend nötig.

Ich musste wirklich lernen abzunehmen, zu akzeptieren. Sehr erleichternd mit der Zeit ;-)

Du tust mir wirklich so leid, weil ich diese Hölle so gut kenne. Ich bin selbst am Wohnzimmerboden gelegen, hab verzweifelt mitten in der Nacht meine Eltern angerufen weil mein Mann auf Dienstreise war. Die Angst kommt nämlich immer, wenn du alleine bist.. keine Ablenkung und schon hast du alle Zeit dich auf Symptome zu konzentrieren. Die haben mich dann abgeholt und als wir um 4 Uhr früh bei einem Tee zusammensaßen, wurde aus unkontrollierbarer Todesangst Wohlgefühl. Trotzdem kommt man aus diesen Zwangsgedanken alleine kaum raus, ich zumindest nicht.

Typisch ist auch dieses Gefühl..wie eine Vorahnung.. gleich sterbe ich oder einer meiner Liebsten. Egal was, Hauptsache das Schlimmste vom Schlimmsten. Oder das Vibrieren. Keine Sekunde Entspannung, sondern ununterbrochen, Tag und Nacht wie eine 10kV Leitung.

Das wichtigste - ja, es dauert. Aber wenn du langsam wieder eindosierst, kannst du vieles abfangen und mit der Zeit bessern sich die Symptome spürbar. 2017 musste ich mich bei Kundenterminen konzentrieren, um mich nicht zu übergeben. Seit Anfang 2019 lebe ich ein großteils symptomfreies Leben und habe nur noch selten einzelne Symptome.

Besonders geholfen haben mir Meditationen von MoJo auf YouTube und Passionsblumentee.

Bitte verzweifle nicht und versuche so gut es geht daran zu glauben, dass dies nur ein vorübergehender Zustand ist. Infos zum Mindset sind in dieser Phase oft hilfreich.

Ich hab mir für die schlimmen Zeiten einen Zettel geschrieben: „Die Symptome sind unangenehm aber nicht tödlich! Dein Hirn leistet gerade Schwerarbeit und passt sich der neuen Situation an. Sei dankbar, dass es das kann und freue dich auf gute Zeiten“. Hat mir oft geholfen, wenn alles grau war.

Alles Gute und viel Kraft,
Anna
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Laube
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Laube »

lena0053 hat geschrieben: 29.09.2020 22:51 Liebe Laube,

ehrlich gesagt kann ich hier nichts davon lesen dass es irgendwann besser wird. Ich lese nur von jahrelangem Leiden. Selbst die Erfolgsgeschichten hören sich zu 70 Prozent nicht wirklich nach Erfolg an- eher nach es wird irgendwann vllt ein kleines bisschen besser.

LG
Hallo liebe Lena,

womöglich hast Du recht.

Liebe Grüße
Silvia
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lena0053
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Liebe Silvia,

Bitte entschuldige!! Keinstenfalls will ich dich mit runterziehen, dir deinen Glauben an Besserung nehmen!!!

Ich bin erkältet und bekomme meine Tage... Mehr habe ich nicht zur Entschuldigung vorzubringen...

LG
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Laube »

lena0053 hat geschrieben: 30.09.2020 11:27 Liebe Silvia,

Bitte entschuldige!! Keinstenfalls will ich dich mit runterziehen, dir deinen Glauben an Besserung nehmen!!!

Ich bin erkältet und bekomme meine Tage... Mehr habe ich nicht zur Entschuldigung vorzubringen...

LG
Liebe Lena,

halt halt. Alles gut.

Bin heute wieder selbst am zweifeln und würde dir heute wieder absolut recht geben. Gestern habe ich meinen Beitrag abends geschrieben, wo es mir bekanntlich besser geht. Da ist oft viel Hoffnung am Abend, doch der nächste Morgen bzw. Tag sieht dann wieder ganz anders aus.

Die ca. zwei Stunden abends, in denen ich ruhiger und gelassener werde, können den Stress des Tages nicht aufwiegen, zumal ich dann voller Erschöpfung zu nichts mehr fähig bin.

Liebe Grüße
Silvia
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lena0053
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Liebe Anna,
wie schön dass es dir wieder besser geht, du dich stabilisieren konntest und vielen Dank für dein Mitfühlen. Ich mag nicht mehr eindosieren. Es ist schon so lang her und das gibt mir irgendwie das Gefühl die letzten 6 Monate umsonst durchgestanden zu haben. Die Akzeptanz und ich sind momentan noch nicht so gute Freunde 🥴.

Liebe Silvia,
aber was können wir tun außer dasitzen und warten ob es sich vielleicht mal wieder ändert? Wie lange geht es dir schon so schlecht?

LG
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Laube »

lena0053 hat geschrieben: 30.09.2020 12:58 aber was können wir tun außer dasitzen und warten ob es sich vielleicht mal wieder ändert? Wie lange geht es dir schon so schlecht?
Hallo nochmal,

Ende 2017 war ein rebound nach Venlafaxin und die morgendlichen Angstzustände fingen an. Verschiedene Deckelungsversuche und inzwischen 4 Klinikaufenthalt konnten nicht helfen. Es wurde immer schlimmer, 2019 Frühjahr ganz mein Ich verloren. DP und DR seither, Überforderung, Unruhe, Ängste, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Zwänge. Seit Absetzung Mirtazapin absoluter Zusammensturz. Seit 2017 22 kg verloren.

Inzwischen bin ich wieder auf den Beinen. Aber für Alltag reicht es nicht aus. Meiste Zeit unrealistisch Zustände.

Und ich war so strukturiert, organisiert, liebevoll, einfühlsam, humorvoll, gefühlvoll, habe viele Kontakte und Hobbys gehabt. Sehr kreativ.

Liebe Grüße
Silvia
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fabsen

Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von fabsen »

Hallo silvia

Ich bin ähnlich hoffnungslos wie du und was der erfolgsgeschichten threqd angeht bin ich auch mit dir, der hat einen solchen namen nicht verdient, wenn ich lese 2 jahre sind vorbei aber das und das und das persistiert immer noch weiss ich gar nicht wie ich da hoffnung schöpfen soll.

Lg
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Ululu »

Hallo ihr,

ich verstehe, dass es euch schlecht geht.
Und uch weiß auch, dass es sich dann so anfühlt, als würde es nie besser oder eben wie vor der ganzen Misere werden.

Man neigt dann auch dazu, sehr selektiv zu lesen.

Ja, es ist so, dass es auch nach 0 immer mal wieder Phasen geben k a n n, in denen das ein oder andere Symptom nochmal aufflackert.
Das kann sein, muss aber nicht.

In unseren Erfolgsgeschichten ist das ebenso. Es gibt durchaus Betroffene, bei denen alles wieder gut ist.
Von denen word man hier im Forum allerdings nicht mehr viel lesen. Das ist leider so.
Man will dann mit diesem Thema abschließen und verlässt das Forum. Das ist sicher nachvollziehbar.

Natürlich gibt es auch in den Erfolgsgeschichten Betroffene, die noch hin und wieder Symptome haben. Das ist aber absolut nichts im Vergleich zu dem, was ihr gerade habt.
Zwischendurch und zum größten Teil geht es denjenigen, die in den Erfolgsgeschichten "landen" , wieder gut.

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass bleibende Schäden entstanden sind, selbst bei Schwerbetroffenen.

LG Ute
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Felia
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Felia »

Hallo,
Und ein dickes Dankeschön.
Das hab ich jetzt gebraucht. Ich brauche jetzt auch etwas Zuversicht, sonst trau ich mich garnicht mehr weiter absetzen.
LG Felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
► Text zeigen
..............................................
Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
27.04.20 7,5 mg Mirtazipin in einem Schritt:kein microtapering
05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
10.09.20 " = 7,50 mg Mirtazipin
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo.
Mit machen diese Symptome einfach so eine Angst. Sie sind so gruselig. Jedes Mal nehme ich mir vor mich nicht mehr darauf einzulassen und jedes Mal scheitere ich total. Ich habe so eine Angst. Ich will dass das aufhört
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Felia »

Hallo lena,
Ich fühle mich momentan auch schrecklich und ich möchte das nicht noch jahrelang durchstehen.
Wir müssen uns immer wieder rausziehen und unsere Zuversicht trainieren.
LG Felia
Diagnose: Rezidivierende Depression nun auch Angststörung. Seid mehr als 10 Jahren ssri. Erste Jahre Citalopram, dann Escitalopram. Teilweise bis 20 mg. Meiste Zeit 15 mg. März 2018 auf 0 gesetzt. Ab Ende Februar 2019 Wiedereinnahme Escitalopram 10 mg und zusätzlich Mirtazipin 15 mg.
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Aktueller Reduktionsverlauf: microtapering:alle 3 Tage 0,01 mg reduziert, zu schnell
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05.05.20 auf 8,5 mg erhöht weil Unruhe und Bluthochdruck zu stark wurden
13.07.20 Start erster Versuch brassmonkey Methode: 2,5 % Reduktion Mirtazipin= 8,29mg , ich werde vermutlich 2 Wochen halten anstatt, wie eigentlich vorgesehen, nur eine Woche
27.07.20 2,5 % Senkung= 8,08 mg Mirtazipin
Nach wie vor 8,5 mg Escitalopram
20.08.20 2,5 % Reduktion = 7,87 mg Mirtazipin
03.09.20 2,5 % Reduktion = 7,67 mg Mirtazipin
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo.
Habe gestern damit angefangen meine L Thyrox auf 88mg zu erhöhen. Der Facharzt meinte ich wäre zu niedrig dosiert und viele Symptome könnten daher kommen. Muss es probieren. Habe trotzdem Angst dass es jetzt noch schlimmer wird. Mein Hirn ist so weggetreten die ganze Zeit 😞
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Liebe Lena, liebe Felia,

ich kann mich Euch nur anschließen: Ich habe momentan auch große Probleme mit den "Durchhalteparolen" und bin verzweifelt, dass es einfach nicht aufhört. Ich kann und will mir nicht vorstellen, das womöglich noch Monate, Jahre oder gar für immer aushalten zu müssen. Das ist definitiv kein Leben!

Realistisch betrachtet ist es schon so, dass sich im Verlauf des letzten Jahres Dinge verbessert haben, aber sooooo langsam, sooooo wenig nachhaltig, mit soooo vielen Rückschlägen und sooooo weit weg von "Gabs normal". Dieses Ausgeliefertsein, dieses Ertragenmüssen und das Alles immer und immer wieder ist fast nicht auszuhalten und doch bleibt uns wohl allen nichts anderes übrig.

Auch ich trau mich schon gar nicht mehr zu sagen, dass es mir besser geht, dass ich einige schöne Stunden/Tage hatte, weil der nächste Hammerschlag eben doch wieder kommt. Ich habe manchmal auch keine Ahnung, wo ich noch Zuversicht hernehmen soll. Ich bin jetzt über ein Jahr auf Null, wie lange denn noch?! Es ist noch immer so, dass es nicht ein paar wenige, erträgliche Beeinträchtigungen sind, es ist leider noch immer so, dass ich kein normales Leben mehr habe.

Und es schreckt mich auch oft, wenn ich diese unglaublichen Leidensgeschichten hier lese, macht mich mutlos, wütend, verzweifelt. Ich verstehe Euch also sehr gut! Wir haben uns das alle - zumindest nicht bewusst oder besser gesagt, nicht um die Folgen wissend, weil uninformiert - nicht ausgesucht, stecken jetzt mittendrin und haben als "Waffe" nur das stumpfe Schwert, einander Mut zuzusprechen, Durchhalteparolen zu flüstern und an uns selbst und unsere Selbstheilungskräfte zu glauben.

Und da draußen steppt der Bär, tobt das Leben - leider noch immer OHNE mich. Ich weiß nicht, wieviele Rückschläge ich noch verkrafte, wieviel Durchstehvermögen ich noch aufbringen kann, aber ich wünsche es mir und EUCH, dass unsere Kraft ausreichen wird, dass es doch plötzlich einen anhaltenden Durchbruch gibt und wir wieder umfassend "mitspielen" dürfen.

Alles Liebe für Euch
Gabs
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Ihr Lieben,
Ich glaube das was wir hier betreiben (womit ich angefangen habe) macht wenig Sinn und zieht nur noch mehr runter! Ich denke jeder hat seine eigene Baustelle zusätzliche andere körperliche Beschwerden oder auch nicht. Ich denke das Wort Akzeptanz das hier gefallen ist ist der einzige Weg um damit umzugehen. So ist es jetzt. Wie kann ich irgendwie das beste draus machen. Aus meinen früheren schlechten Zeiten habe ich gelernt dass Symptome die ich ignoriere verschwinden. Das hier ist weit aus heftiger aber die die ich ignorieren kann werde ich versuchen zu ignorieren.

Haltet die Ohren steif. Gabs mach das beste aus deinen paar Stunden abends- wenigstens die sind da!!!

LG
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von simonb »

hallo Lena,

Ich denke auch man sollte versuchen sich an den kleinen Dingen, den kleinen Momenten oder Phasen zu erfreuen die besser sind.Sich daran festzuhalten.
Das hat mich schon sehr weit gebracht. Ich denke auch Akzeptanz ist für den Moment das am meisten hilreichste.

LG Simon
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Ihr Lieben,
kann mir bitte nochmal jemand kurz sagen dass es nicht so lange dauern MUSS auch wenn ich langzeiteinahme und Kaltentzug hinter mir habe 😃🙈
Kennt jemand Threads die ein Happy End haben?
Soviel zum Thema Akzeptanz...
LG
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