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... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von padma »

hallo Lena, :)

ich kann mir schon vorstellen, dass die Erhöhung des L-Thyroxins dir nicht bekommen ist.

Wie meinst du das mit dem Wiedereindosieren? Wir hier im Forum verstehen darunter ja das Wiedereindosieren einer sehr kleinen Menge. Nach 9 Monaten würde ich sagen höchstens 0,1 mg. Eine Unverträglichkeitsreaktion würde sich da wahrscheinlich in Grenzen halten., bzw. du würdest es dann ja sofort wieder absetzen.

Nach 9 Monaten ist die Chance, dass es noch hilft nicht allzu gross, und es könnte den Heilungsprozess stören. Aber voraussagen, ob es hilft oder eher stört, kann man eben leider nicht.
Hab so extrem das Gefühl was tun zu müssen. Ich Dreh bald komplett durch
Dieses Gefühl ist bei einem schweren Entzugssyndrom nicht unbedingt ein guter Ratgeber. Oft ist abwarten, das Beste, was man tun kann.

liebe Grüsse, :hug:
padma
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Liebe Lena,

ich verstehe Dich sooo gut, auch Deinen "Aktivismus", das Gefühl, iwas tun zu müssen.

Ich kenn das auch (immer noch und immer wieder einmal), aber eine sehr nette Mitstreiterin hier im Forum hat mir 'mal geschrieben
"Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht"
(.....danke, liebe Brigitte.....)

und vermutlich trifft es das ziemlich gut.

Ich leide wirklich mit Dir, zumal ich sehr gut einschätzen kann, wie der Entzug mit einem kleinen Goldschatz sein muss. Ich habe die gleichen Symptome und ich habe eine Tochter mit einem kleinen Sohn von zwei. Ich weiß also auf beiden Ebenen, wovon Du schreibst!

Aber vielleicht gibt es einen klitzekleinen Trost für Dich in der Misere:

Schau, ich bin deutlich älter als Du, habe das Escitalopram deutlich länger genommen als Du und selbst bei mir gibt es - wengleich auch nur kleine - Fortschritte.

Du bist jünger und Du schaffst das! Das behaupte ich jetzt einfach mal so, denn Dein Gehirn weist ein hohes Maß an Neuroplastizität auf! Und - auch ganz wichtig - Du bist nicht allein!

Alles Liebe
Gabs
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-> Oktober 2020 Symptome des Infekts klingen langsam ab, aber Entzugssymptome weiterhin vorhanden, manche minimal besser, zu viele noch sehr einschränkend. Massiv leide ich unter mangelndem (Tief-)schlaf und unter einer anhaltenden fürchterlichen fatigue.
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Ihr Lieben!
Ich habe plötzlich nur noch Angst. Ich habe so eine Angst. Ich weiß nicht mal wovor. Ich denke dass was passiert- das mein Körper jetzt versagt. Alles in mir schreit Riesen Gefahr! Ich hatte noch nie so eine Angst
2008 Diagnose Panikstörung Agoraphobie

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2008- April 2020 Einnahme Citalopram (Zumeist 20mg, auch mal 10mg und 30mg). Innerhalb von 10 Tagen abgesetzt.

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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Liebe Lena,

das tut mir sehr leid, dass es Dir aktuell sooo schlecht geht. :cry:

Bin in Gedanken ganz nah bei Dir! Vielleicht kann Dich ganz dringend mal jemand in den Arm nehmen!

Ich habe die Hoffnung, dass auch das wieder vorüber geht und wenn Du die Hoffnung selbst aktuell nicht aufbringen kannst, dann mache ich das jetzt halt mal doppelt für Dich mit :hug:

Alles Liebe
Gabs
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Straycat »

Liebe Lena,

diese unbegründeten Ängste sind wirklich extrem fies :(
Bei mir sind Panikattacken sehr oft so, dass ich nicht weiß, wovor ich Angst habe - es ist dann sehr physisch und scheint aus meinem Körper zu kommen und nicht so sehr von realen Ängsten getriggert zu sein.

Unseren Thread zum Umgang mit Angst und Panik kennst du schon? Vielleicht findest du dort ja auch etwas hilfreiches für dich!

Alles Liebe,
Cat
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von padma »

liebe Lena, :)

diese Art Angst ist typisch für ein "enthemmten Alarmsystem" viewtopic.php?f=6&t=10373

Vielleicht hilft es dir ein bisschen, diese Zusammenhänge zu verstehen.

liebe Grüsse, :hug:
padma
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Jodie13
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Jodie13 »

Hallo lena,

es tut mir leid, dass du so ne fiese Angst hast. :( Ich kenne das auch aus dem Akutentzug, auch dass es sich so massiv körperlich anfühlt. Das sitzt in jeder Zelle und schreit Alarm, obwohl eigentlich nichts ist. Vielleicht kannst du versuchen, Moment für Moment auszuhalten.
Auch wenn es sich bedrohlich anfühlt, es wird wieder besser und das vergeht, wenn das ZNS heilt!

Lg Jodie
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo!
Ich habe das schlimmste WE meines Lebens hinter mir. Mein Mann ist mein Drama und mein Gejammer solangsam verständlicherweise leid. Er sagt ich muss jetzt in die Klinik. Er sagt es geht ihm nicht ums funktionieren. Es geht darum dass ich wieder leben kann. Ich kann NICHTS mehr. Die ganze Familie war da- ich habe das früher so geliebt. Jetzt bekomme ich kaum noch was mit davon. Sitze in meinem dunklen Loch.!Völlig abgetrennt vom Leben. Das pure Sein ist schrecklich. Tagsüber habe ich die ganze Zeit so ein schräges Zeitgefühl- kann das nicht beschreiben. Mein Hirn ist kaputt. Kann mich kaum noch an heut früh erinnern. Habe kaum noch Gefühle für meinen Sohn. Will nicht mehr leben. Es wird immer schlimmer und schlimmer!!!! Keinerlei Besserung auch nur im Ansatz. Ich schaue meinem Sohn zu und erinnere mich wie es früher war. Wie ich ihm eine Mutter war. Jetzt bin ich eine Marionette. Erziehung?! Wie soll das gehen? Wirklich sowas was ich gerade erlebe ist nicht möglich zu schaffen. Ich schaffe es aufjedenfall nicht mehr.
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Jodie13 »

Liebe lena,

das ist wirklich schlimm. Kennst du denn so extreme Zustände auch von früher? Weil es sich einfach absolut nach Akutentzug anhört, der furchtbar ist, aber vorbei geht, besser wird.

Du sagst, dein Mann will, dass du in die Klinik gehst. Was möchtest du denn? Vermutlich wird es in der Klinik keine schnelle Lösung, für dein Problem geben - eventuell aber Entlastung für euch beide. Möchtest du denn in die Klinik? Du schreibst auch, dass du nicht mehr Leben willst. Bist du denn zu Hause sicher? Weil wenn nicht brauchst du auf jeden Fall Hilfe vor Ort!

Versteht dein Mann, dass es um Entzug geht? Wäre er evtl bereit, sich was durchzulesen um dich besser zu verstehen?

Lg Jodie
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Liebe Jodie! Er glaubt glaube ich nicht mehr wirklich daran! Er will auch nichts mehr lesen... er ist sich sicher dass viel psychie dabei ist. Nein solche Zustände hatte ich noch nie!! Die frage ist einfach WANN wird es vorbei sein, zumindest ein bisschen leichter. Es geht jetzt schon so lange so. Und wird einfach nur schlimmer. Meine Mutter kann solangsam auch nicht mehr. Ich kann nicht meine ganze Familie zerstückeln.
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Liana1990 »

Hallo liebe Lena,
seit Tagen verfolge ich deine Beiträge. Ich weiß leider sehr genau wie du dich fühlst- und das obwohl ich tatsächlich sehr sehr langsam absetze! Ich bin dir für deinen ersten Text sehr dankbar, du konntest in Worte fassen , wofür mir die Worte fehlten.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viel schlimmer sich das alles für dich anfühlen muss :(
Du wirst nicht verrückt - du wirst wieder du sein. Und du wirst daran zurückdenken wie an einen bösen Traum. Dein Körper braucht dafür sehr viel Schlaf , sehr viel Ruhe. Vielleicht ist die Möglichkeit mit der Klinik gar nicht so verkehrt , denn da wirst du diese Ruhe bekommen. Zuhause setzt man sich ja selbst sehr unter Druck, auch wenn man noch so sehr versucht es nicht zu tun .
Sollte es dort nicht klappen , kannst du jederzeit wieder gehen! Schau, ich hab mich auch sehr verrückt gemacht mit den Beiträgen von Menschen denen es einfach nicht besser gehen wollte. Diese haben in den meisten Fällen aber deutlich mehr an Medikamenten zu sich genommen und hatten ganz andere Diagnosen. Das darf man immer nicht vergessen :hug:
Es wird alles wieder gut, versprochen.
Liebe Grüße Liana
Seit 1997 Panikattacken
2000-2002 Verhaltentherapie
2010 starke Angstzustände nach Geburt
Venlafaxin 75mg von Hausarzt bekommen-
starke Nebenwirkungen, Suizidgedanken.
2014 Abrupt auf 37.5mg reduziert, da erneut schwanger - keine Nebenwirkungen
2018 Psychoanalytische Therapie begonnen
Januar 2020 Venlafaxin 37,5 -10Prozent auf 33,75mg Keine Absetzerscheinungen
März erneut -10Prozent auf 30mg Leichter Schwindel, Magenschmerzen
Mai 27mg: keine Veränderung
Juli 24 mg: es geht mir nicht gut , Angst vor Veränderungen
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo.
Immer wenn ich denke es geht nicht mehr schlimmer wird es noch schlimmer. Schätze ich bin schwerst depressiv. Völlig ohne jegliche Hoffnung. Ohne AD geht es nicht mehr. Mit anscheinend ja auch nicht. Keine Pause mehr. Abends und Nachts auch nicht mehr wenigstens ein bisschen besser. Keiner versteht es so richtig. Versucht mir zu sagen das ich wieder ein bisschen was machen muss - Kuchen backen oder spazieren gehen. Alles ist nur noch mit einem ich kann nicht zu beantworten. Ich kann nicht mehr sein. Wie kann innerhalb von einem halben Jahr sowas mit einem passieren???? Ich habe so seltsame körpergefühle für die ich keine Worte habe- sich furchtbar bedrohlich anfühlen. Ich bin so raus aus der normalen Welt. NICHTS interessiert mich mehr. Nur noch was ist los mit mir warum hört das nicht auf. Das ist alles nicht im Ansatz normal. Völlig abgedreht. Jede Sekunde nicht aushaltbar. Keine Kraft mehr. Nichts mehr da
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Jamie »

Hallo lena, :)
lena0053 hat geschrieben: 14.10.2020 10:31 Hallo.
Immer wenn ich denke es geht nicht mehr schlimmer wird es noch schlimmer. Schätze ich bin schwerst depressiv. Völlig ohne jegliche Hoffnung. Ohne AD geht es nicht mehr. Mit anscheinend ja auch nicht. Keine Pause mehr. Abends und Nachts auch nicht mehr wenigstens ein bisschen besser. Keiner versteht es so richtig. Versucht mir zu sagen das ich wieder ein bisschen was machen muss - Kuchen backen oder spazieren gehen. Alles ist nur noch mit einem ich kann nicht zu beantworten. Ich kann nicht mehr sein. Wie kann innerhalb von einem halben Jahr sowas mit einem passieren???? Ich habe so seltsame körpergefühle für die ich keine Worte habe- sich furchtbar bedrohlich anfühlen. Ich bin so raus aus der normalen Welt. NICHTS interessiert mich mehr. Nur noch was ist los mit mir warum hört das nicht auf. Das ist alles nicht im Ansatz normal. Völlig abgedreht. Jede Sekunde nicht aushaltbar. Keine Kraft mehr. Nichts mehr da
was würde dir denn jetzt helfen? Was brauchst du?
Diese Frage haben sie mir immer in der psychosomat. Klinik (Reha) gestellt, wenn ich in schlimmern Zuständen gesteckt habe.
Du kannst auch frei assoziieren, von mir aus auch über eine mögliche PP-Einnahme, wir verurteilen dich dafür nicht.
Du steckst in einer Krise, du musst herausfinden, wo der Strohhalm für dich liegen könnte - wir haben da nichts reinzureden.
Was brauchst du?

Grüße und Trostknuddler :hug:
Jamie
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Hallo
Ich habe so eine Angst davor wieder AD‘s tu nehmen weil ihr alle schreibt dass dann alles noch übler wird! Aber wir soll es noch übler gehen???
Ich brauche mein Leben wieder ich brauche Hoffnung. Ich will meinen Sohn wieder lieben.
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Murmeline »

Hallo Lena,

Erfahrung sind immer individuell. Natürlich warnen in einem Forum, welches sich mit Nebenwirkungen und Absetzsymptomen beschäftigt, die Betroffenen eher vor negativen Auswirkungen, wie sie sie auch selbst erlebt haben.

Ich hab in zehnjähriger Einnahme mehrmals an- und abgesetzt. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Einnahme besonders hilfreich war. Ich kann aber auch nicht sagen, dass dann (nach erneuter Einnahme) alles immer noch übler war. Allerdings hab ich auch keine schwerwiegenden und/oder langwierig anhaltenden Absetzsymptome gehabt und auch keine Medikamentensensibilität wie andere hier.

Man kann wohl nicht mehr tun, als eine gut informierte Entscheidung zu treffen, sich also über den erhofften Nutzen und die mögliche negativen Auswirkungen klar zu sein. Wie es dann individuell läuft, weiß keiner vorher.

Grüße und alles Gute! Murmeline
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Jodie13 »

Liebe lena,

(fast) genau so wie du beschreibst, hat sich der Akutentzug bei mir angefühlt. Wenn das bei dir auch Akutentzug ist, dann geht das vorbei. Ganz sicher. Wirklich! Du hast einen Kaltentzug vor 6 Monaten hinter dir. Da bist du jetzt wirklich voll drin. :(
Glaub mir, ich (und viele hier) wissen wirklich, wie es ist, wenn jede Sekunde unaushaltbar ist. Eigentlich braucht jemand im Akutentzug 24/7 Versorgung und Unterstützung.
Klingt total doof/banal, aber ich hab damals viel so kleine Handyspiele gespielt, um mich irgendwie kurzzeitig auf was anderes zu fokussieren. Das löst nix, aber es geht drum, Tag für Tag durchzuhalten.

Das Wichtigste: es geht vorbei. Du schaffst das.

Ansonsten: was Jamie gesagt hat: was willst/brauchst du jetzt, um durchzukommen? Alles was du sagst ist ok.

Lg Jodie
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Liana1990 »

Hallo Lena,
ich fühle so stark mit dir .. die kurze Zeit in der ich diesen Zustand immer mal habe ( setze langsam ab) , denke ich nur : „tot ist besser als dieses furchtbare Gefühl“
Und bei mir hält es „nur“ höchstens einen Tag lang an. Meine Psychoanalytikerin hat herausgefunden, dass in dem Moment eine Depersonalisierung bei mir stattfindet. Ich habe nun hier und auch im Internet gelesen, dass das tatsächlich ein Absetzsymptom ist. Mit dem Wissen geht es mir etwas besser. Ich weiß ich werde nicht verrückt , sondern mein „ich“ sagt : „See you later Alligator“
und zieht sich aus der Situation.
DAS BLEIBT NICHT FÜR IMMER!!! Das ist nichts was nicht vergeht !! Fühl dich ganz fest gedrückt :group: :group:
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Liebe Lena,

ja, ich weiß genau, wie Du Dich fühlst! Ja, ich wollte und konnte auch nicht mehr glauben, dass das alles auch nach einem halben Jahr, dann nach einem ganzen Jahr noch immer der "Entzug" sein sollte. Ja, auch ich konnte mir nicht vorstellen, dass das jemals wieder anders wird. Ja, auch ich wollte phasenweise nicht mehr leben, bzw das nicht mehr aushalten müssen. Ja, auch ich dachte daran, wieder iein AD zu nehmen, nur damit dieser Zustand endlich aufhört und ja, auch ich stand vor der Entscheidung, in eine Klinik zu gehen.

Ich schreibe Dir das nur deshalb, weil es ganz offenbar zum Entzug dazugehört und weil es - wenngleich auch nur sehr langsam, leider! - tatsächlich iwann besser wird.

Man findet hier so viele gute Informationen und so viel liebevolle Unterstützung und doch muss man ganz allein da durch, kann einem niemand auch nur ein kleines bisschen dieses unsäglichen Leids abnehmen.

Als vor einigen Wochen bei mir der Gedanke aufkam, Hilfe in einer Klinik zu suchen (weil auch ich dachte, dass ich nicht unter Entzug oder zumindest nicht nur, sondern eben auch unter einer handfesten Depression und/oder Angststörung leide) stellte ich mir genau die Fragen, die oben in den Texten schon gestellt wurden: Was würde helfen, was gut tun? Kann das eine Klinik leisten?......Mir war auch recht schnell klar, dass ich mich in diesem desolaten Zustand kaum gegen neuerliche Medikamente würde wehren können, auch wenn meine Therapeutin mir das sagte, dass ich auch NEIN zu PP sagen könne. Sie hätte mir jederzeit die Papiere fertig gemacht, mir aber auch gesagt, dass ich jederzeit wieder gehen kann.

Übrigens habe ich mehrfach in den letzten Jahren unter genau dem gleichen Druck des Höllentrips nach jeweils nach 6 oder 10 Monaten wieder das Escitalopram genommen, teils, weil meine Ärzte dazu rieten, teils, weil ich überzeugt war, jetzt für immer psychisch so gestört zu sein und zu bleiben, dass ich ohne PP nicht mehr würde leben können. Damals wusste ich noch nichts von Absetzproblemen, von diesem Forum hier und habe so wertvolle Zeit vergeudet, zumal das Escitalopram nicht mehr wie gewohnt wirkte. Erst als der Wechsel auf ein anderes Medikament von meinem Neurologen angeregt wurde, bin ich hellhörig geworden, habe recherchiert und dieses Forum hier gefunden. Da wurde mir schlagartig so Einiges klar! Zum Glück!

Du schreibst auch, dass Du solche Zustände von früher nicht kennst! Ich werte das als ein weiteres Indiz, dass es sich also wohl eher um Entzug denn um eine neu(erlich) aufgetretene Depression oder Angststörung handelt. Auch diese Erkenntnis hat mir geholfen, dass ich Symptome entwickelt hatte, die ich nie zuvor je hatte.

Ich weiß, dass all das in einer solch fürchterlichen Lage kein wirklicher Trost ist, dass es nicht unmittelbar helfen kann, aber die Frage ist wirklich, WAS könnte Dir helfen? Die einzige "Chance" eines Klinikaufenthalts sehe ich darin, aus der "Schusslinie" des Alltags zu sein, komplette Ruhe zu haben. Ich kenne mich aber mit Kliniken diesbezüglich zu wenig aus, um sagen zu können, ob das gegeben wäre und die möglichen Nachteile überwiegen würde. Auch kann niemand außer DIR beurteilen, wie Du eine Trennung von Deinem Sohn packen würdest. Und vor allem: wie lange soll das sein?

Meine (erwachsenen) Kinder wollten iwann den ganzen Entzugskram auch nicht mehr hören, meinten ebenfalls, ich würde mich zu sehr darauf fokussieren und hätte so kaum eine Chance, dass das aufhört. Auch die gut gemeinten Ratschläge, etwas anderes zur Ablenkung zu tun, sind mir sehr geläufig. Es ist auch für das unmittelbar mit betroffene Umfeld mitunter schwer auszuhalten. Dennoch: bleib bei DIR! Bitte Deinen Mann/Deine Mama mit Dir durchzuhalten, an Dich zu glauben - gerade auch jetzt, wo Du es manchmal selbst nicht mehr kannst und dennoch durchhalten MUSST.

Jetzt habe ich so viel geschrieben, dabei bin ich doch immer der Meinung : "Auch ein gut gemeinter Ratschlag ist ein Schlag"

Wie auch immer Du Dich entscheidest, liebe Lena, ich denke an Dich und wünsche Dir von ganzem Herzen

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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von lena0053 »

Ihr Lieben!!!

Vielen vielen Dank!!! Es tut echt gut wie sehr ihr mir beiseite steht- so unbekannterweise!!! Liebe Gabs, liebe jodie wie gerne hätte ich eure Therapeutinnen! Meine hat mich gestern „verlassen“ mit dem dringendsten Rat jetzt in die Klinik zu gehen!

Das Problem ist wirklich auch meine Abhängigkeit. Ich kann ja keine Sekunde alleine sein. Kann also nicht mehr nur alleine entscheiden wie es weiter geht! Heute wahr wirklich wieder sehr sehr schlimm. Und die Zweifel ob da nicht einfach die Grunderkrankung dahinter steckt ist immer allgegenwärtig wie du sagst Gabs!

Kennt ihr das wenn es sich durchgehend so anfühlt das man den Raum nicht mehr verlassen kann das es keine Zukunft gibt das einfach alles aufhört. Dabei ist der Kopf so weggetreten - mir macht es jedesmal so Angst und jedesmal bin ich mir sicher dass es jetzt wirklich vorbei ist...

So jetzt noch den Sohn ins Bett und dann ist für heut auch bald wieder rum...

Gute Nacht
2008 Diagnose Panikstörung Agoraphobie

Medikamente:
2008- April 2020 Einnahme Citalopram (Zumeist 20mg, auch mal 10mg und 30mg). Innerhalb von 10 Tagen abgesetzt.

L-Thyrox zurzeit 50mg
Seit 4.10.20 88mg
Foxly
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Re: lena0053: Kaltentzug nach 12 Jahren Citalopram

Beitrag von Foxly »

Liebe Lena,

im Augenblick zählt nur: "Wieder einen Tag geschafft"!

Big hug
Gabs
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-> Oktober 2020 Symptome des Infekts klingen langsam ab, aber Entzugssymptome weiterhin vorhanden, manche minimal besser, zu viele noch sehr einschränkend. Massiv leide ich unter mangelndem (Tief-)schlaf und unter einer anhaltenden fürchterlichen fatigue.
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