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Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

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Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Hallo zusammen,

Ich leide schon seit ich 16 bin immer wieder an Ängsten und Panikattacken mit starken Magen-Darmbeschwerden und Schwindel. Eigentlich bin ich ziemlich lang ohne Medikamente ausgekommen - als ich anfing zu arbeiten, habe ich jedoch Opipramol genommen (Insidon 100mg).

Ich nehme dies nun seit über 10 Jahren und sämtliche Absetzversuche sind immer gescheitert, weil die Symptome schlimmer wurden. Mein damaliger Psychiater meinte immer, die Erkrankung sei nicht weg.

Letztes Jahr hab ich es erneut versucht, indem ich jeden zweiten Abend eine Tablette wegließ. (Dragees, die nicht teilbar sind). Damit fing es an, dass ich häufig wieder Schwindelanfälle, Ängste und Migräne hatte. Ich habe dann wieder 100 mg genommen - erstmal hat sich trotzdem nichts verbessert, es ging mir sogar schlechter. Und ich musste noch zusätzlich Tropfen nehmen. (Sommer 2019)

Das restliche Jahr war es dann eher schwankend, wenn KBV versucht habe, einen Tropfen zu reduzieren, ging es mir gleich schlechter.

Anfang Februar kamen dann Beziehungsprobleme und eine von mir nicht gewollte Versetzung in der Arbeit dazu plus häufiges Alleinsein während der Coronazeit dazu.

Im Juni schlug meine Psychiaterin vor, auf Sertralin zu wechseln, nach zwei Tagen ging es mir so schlecht, dass ich in die psychiatrische Notaufnahme bin und dort eine Woche geblieben bin. Sertralin hatte mich total aufgeputscht, was man dort mit Beruhigungsmittel kompensiert hat. Nach einer Woche hatte ich starkes Zittern in Händen und Beinen und es wurde abgesetzt. Habe mich geweigert, etwas Neues zu nehmen und bin nach Hause. Nach circa einer Woche haben alle Nebenwirkungen nachgelassen.

Ich nahm dann wieder 100 mg Insidon und damit ging es mir okay. Der neue Job hatte angefangen, Freund und ich hatten uns endgültig getrennt. Trotzdem war ich Mitte August im Urlaub recht stabil. Schon am Tag danach hatte ich aber einen ziemlichen Einbruch, drei Tage später wie ein Nervenzusammenbruch mit Erbrechen, Migräne und Heulanfällen und Angst vor der Arbeit.

Weil es gar nicht besser wurde, hat meine Psychiaterin mich drei Wochen krankgeschrieben und mir Escitalopram-Tropfen gegeben. Ich habe nun versucht, das einzuschleichen, hatte aber schnell Appettitlosigkeit, starke Unruhe und war nachts oft komplett wach in der ersten Woche. (1. Tag: 3 Tropfen; 4. Tag: 4 Tropfen; 6. Tag: 5 Tropfen).

Nach 8 Tagen hab ich vergangenen Freitag ein neues Jobangebot bekommen und war darüber so glücklich, dass plötzlich alle Symptome weg waren. Ich hatte wieder richtig Hunger, weniger Angst, konnte wieder schlafen. Da ich das auf den Job geschoben habe und nicht auf Escitalopram, hab ich dieses nach drei Tagen auf 5 mg am Samstag abgesetzt. Erst ging es mir gut, allerdings kamen dann bereits am Sonntag Schwindelanfälle, gegen Abend Unruhe, Zuckungen und am Morgen Herzrasen und Ängste.

Ich bin dann gestern zum Vertretungsarzt, der meinte, ich soll es wieder nehmen - zumindest 3 Tropfen. Das sei zu schnell gewesen, zumal ich ja beim Einschleichen auch Insidon um eine Tablette reduziert habe.

Den Tag über gestern ging es mir dann so lala, abends würde ängstlicher und depressiver, die halbe Nacht wieder wach gewesen.

Mich überrascht es etwas, dass ich schon nach kaum einer Woche Einnahme so krasse Absetzsymptome habe. Ist das normal? Eigentlich möchte ich das Escitalopram nun nicht weiternehmen, weil es mir Angst macht. Aber ich weiß auch nicht, ob es nun eine gute Idee ist, es nun gleich ganz wegzulassen, in der Hoffnung, dass sich die Absetzsymptome nach der kurzen Einnahmezeit recht schnell legen?
Hat jemand einen Rat?
Liebe Grüße,
Nina
Zuletzt geändert von Murmeline am 22.09.2020 08:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Straycat »

Liebe Nina,

willkommen bei uns :)
Puh, du hast ja schon einiges hinter dir.

Die Symptome, die du bei denen früheren Reduktionsversuchen hattest, waren vermutlich Absetzsymptome. Leider kommt es sehr häufig vor, dass Ärzte dann annehmen, die "Grunderkrankung" sei zurück.

Ich vermute dein ZNS ist durch die vergangenen Absetzversuche von Opipramol mittels Auslassen von Dosierungen und zu großen Reduktionsschritten ziemlich sensibilisiert. Dann reagiert es auch schnell mal gereizter auf neue Versuche mit Psychopharmaka (PP).

Wie du vermutlich schon gelesen hast, ist das hier ein Forum zum Absetzen und wir tauschen uns hier eigentlich nicht zum Eindosieren von PP und deren NW aus. Aber wenn ich das bei dir richtig lese, willst du ja eigentlich weg von den PP und das Escitalopram gar nicht nehmen und es geht dir jetzt darum, wie du mit den Absetzsymptomen nach einer Woche Einnahme umgehst, richtig?

Ich habe da nur noch eine Frage: Du schreibst du hast während des Einschleichens von Escitalopram eine Tablette Opipramol reduziert. Wie viel mg ist eine Tablette? Ich vermute du hast die 100mg in Form von 2 Tabletten zu je 50mg genommen und eine 50mg-Tablette weggelassen?
Falls ja, ist das ein sehr großer Reduktionsschritt (50%). Um Absetzsymptome möglichst zu vermeiden oder zumindest gering zu halten, ist es am besten maximal 10% der letzten Dosis zu reduzieren und die neue reduzierte Dosis dann mindestens 4-6 Wochen zu halten.

Wenn du während des Einschleichens von Escitalopram zeitgleich das Opipramol reduziert hast, ist es gut möglich, dass deine Symptome von der Reduktion herrühren und nicht vom Einschleichen des Escitalopram. Oder es mischen sich NW des Escitalopram und Absetzsymptome des Opipramol.
Deswegen ist es generell ratsam niemals an zwei Schrauben gleichzeitig zu drehen, sondern immer nur ein Medikament zu verändern (in Dosierung, Einnahmezeit, Wechsel der Darreichungsform odgl.).

Wenn du das Escitalopram nur 1 Woche genommen hast und jetzt für 1 Tag wieder 3 Tropfen (wieviel mg Wirkstoff entspricht das? ich denke 1mg pro Tropfen als 3mg oder?) dann sollte es eigentlich kein Problem sein, sie wieder wegzulassen. Vielleicht nimmst du morgen noch 2 Tropfen und übermorgen 1 Tropfen, damit du es kurzzeitig ausschleichst. Ich würde die Einnahmezeit aber nicht mehr allzu viel verlängern, denn je länger du einen Wirkstoff einnimmst, umso mehr gewöhnt sich auch dein Gehirn und ZNS an diesen Wirkstoff. Dann wird es zunehmend schwieriger, es rasch abzusetzen. In der Regel kann man davon ausgehen, dass ein PP nach einer Einnahme von 4 Wochen fix in den Gehirnstoffwechsel integriert ist - danach ist dann meist nur noch behutsames Ausschleichen möglich. Bei einer Einnahme von 1 Woche müsste es idR noch schneller möglich sein.

Danke, dass du dir bereits eine Signatur angelegt hast. ich würde dich bitten darin auch die Reduktion von Opipramol aufzunehmen und bei Escitalopram die Einnahmedosis in mg anzugeben. Das wäre hilfreich für Mitleser und jene, die dir Feedback auf deine Fragen geben :)

Ich schreibe dir gleich auch noch unseren Begrüßungstext, in dem du viele wichtige Infos findest. Bitte genau durchlesen :)

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Straycat »

Begrüßungstext:

Hallo Nina,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

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Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen


Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

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Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik "Antidepressiva absetzen" verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
Cat
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Liebe Cat,

Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Genau, ich möchte das Escitalopram eigentlich gar nicht weiternehmen - einfach weil ich schnell gemerkt habe, dass ich mir nur eine neue Abhängigkeit zulege. Und ich dann in einem halben Jahr/ Jahr wieder vor dem selben Problem stehen würde wie mit dem Insidon. Zudem hab ich eben sofort gemerkt, dass es mich auch zu stark aufputscht - nicht ganz so schlimm wie Sertralin, aber eben so, dass ich nicht schlafen kann.

Mich hatte das eben am Wochenende total irritiert, dass ich auf das Weglassen der niedrigen Dosis nach einer Woche so heftig reagiert habe. Aber dann reduziere ich es die Woche nun ganz langsam...

Die Signatur ändere ich gleich :)
Liebe Grüße,
Nina
Ninsche24

Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Ich hätte noch zwei kleine Fragen:
1.) würdest du das Insidon dann erstmal mit 2x50 mg weiternehmen solange bis ich mich dann einigermaßen wieder stabilisiert habe oder dann nun einfach bei 50 mg abends bleiben?

2.) kann es sein, dass dieser Einbruch den ich vor drei Wochen hatte, schlicht damit zu tun hatte, dass ich davor eine schlimmere Magen-Darmgrippe hatte und das Insidon deshalb nicht mehr richtig gewirkt hat? Es also auch eher eine Absetzwirkung war?
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Straycat »

Hallo Nina,
Ninsche24 hat geschrieben: 22.09.2020 12:08 1.) würdest du das Insidon dann erstmal mit 2x50 mg weiternehmen solange bis ich mich dann einigermaßen wieder stabilisiert habe oder dann nun einfach bei 50 mg abends bleiben?
Du hattest das Opipramol jetzt 10 Tage um 50% auf auf 50mg reduziert, oder?
Da würde ich nicht wieder direkt zu 100mg aufdosieren. Aber es würde vielleicht sinnvoll sein, auf zB 70 mg zu steigern (also einen Teil des zu großen Reduktionsschritts rückgängig zu mache). Eventuell lassen sich die Absetzsymptome dadurch abmildern.
Ninsche24 hat geschrieben: 22.09.2020 12:08 2.) kann es sein, dass dieser Einbruch den ich vor drei Wochen hatte, schlicht damit zu tun hatte, dass ich davor eine schlimmere Magen-Darmgrippe hatte und das Insidon deshalb nicht mehr richtig gewirkt hat? Es also auch eher eine Absetzwirkung war?
Das ist schwer zu sagen, aber könnte schon möglich sein. Hast du dich denn direkt nach der Einnahme erbrochen? Dann könnte es sein, dass du den Wirkstoff nicht aufgenommen hast (oder zu wenig) und sich dadurch Absetzsymptome entwickelt haben.

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Hallo Cat,

Vielen Dank dir! Werde das mal so die nächsten Tage versuchen. Hoffe, dass es klappt und mein Gehirn in ein paar Tagen wieder normal ist 😃

Und ja, ich hatte mich mehrmals nach der Einnahme morgens erbrochen!

Liebe Grüße,
Nina
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Jamie »

Hallo Ninsche, :)

es gibt Menschen, die keine SSRI und / oder SNRI vertragen.
Ich gehöre auch dazu und man muss mir schon eine Schusswaffe an den Kopf setzen, ehe ich jemals noch mal freiwillig in meinem Leben eine Tablette aus dieser Gruppe anrühre.

Ich vermute, dass auch du eine Unverträglichkeit gegen diese Substanzgruppe hast und ich rate dir dringend dazu, auch in Zukunft die Hände davon zu lassen - es ist nicht zu erwarten, dass weitere Versuche mit SSRI wesentlich besser ablaufen.
Mich machen diese Mittel so panisch, unruhig, schlaflos und hypernervös, dass ich keine Sekunde Frieden mit ihnen finde. Zudem lösen sie bei mir Übelkeit aus.
Wollte dir einfach nur meine persönliche Erfahrung schreiben :).

Das Opipramol würde ich jetzt erst mal wie früher weiternehmen und nichts ändern.
Lass die Zeit für dich arbeiten, stabilisiere dich und wenn du bereit bist, gehe das Absetzen an - aber dieses Mal geplant und wohl informiert :).

Viele Grüße und willkommen im Forum :group:
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Ninsche24

Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Hallo Jamie,

Ja das Gefühl habe ich langsam auch. Meine Psychiaterin meinte das eigentlich schon nach dem gescheiterten Versuch mit Sertralin. Leider hab ich mir trotzdem nochmal das Escitalopram aufschwätzen lassen als ich einen kleinen Zusammenbruch wegen der Arbeit hatte. :(

Bei mir ist es auch so, dass die Ängste nachts unermesslich steigen. So Zustände hatte ich davor gar nicht. Und ja, ich komme damit auch überhaupt nicht zur Ruhe. Zwischendurch hatte ich mal letzte Woche 2 gute Tage, wo ich echt entspannt war - aber dann am dritten Tag sofort wieder ein krasser Einbruch mit Übelkeit, Brechreiz und Panik.

Danke für deine Antwort und die Unterstützung 😊😊😊
Liebe Grüße,
Nina
Susanne1978
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo Ninschen, sag mal, verhütest du hormonell? Ich finde es ziemlich wichtig zu gucken ob es nicht andere Auslöser für die Ängste gibt.

Antibiotika, Verhütung, erhöhter Mikronährstoffverbrauch, Vitamin D, Magnesium...

LG Susanne
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
Einnahme vergessen am 18.12.19!
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg
18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg
01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg
26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg
Ninsche24

Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Liebe Susanne,

Nein, aber ich habe einen Progesteronmangel. Das hat meine Frauenärztin neulich festgestellt. Allerdings meinte sie dann wegen der Depression könne sie nichts machen. Sie hatte mir dann Utrogest verschrieben. Ich habe das eine Woche genommen, allerdings ging es mir total schlecht davon. Ich konnte überhaupt nicht mehr schlafen.

Ich hatte mich dann selbst etwas schlau gemacht im Internet und tatsächlich können Ängste und Depressionen schon von einem Hormonmangel kommen. Bisher konnte mir aber kein Arzt so recht weiterhelfen. Meine Psychiaterin meinte, ich solle Mönchspfeffer mal versuchen.

Liebe Grüße,
Nina
Ninsche24

Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Hallo zusammen,

Ich habe das Escitalopram nun seit Freitag nicht mehr genommen. Einen Tag danach ging es mir erstmal richtig schlecht dann: fast 24 Stunden Angstzustände und Schwindel mit Übelkeit. Am Sonntagabend hat das dann plötzlich alles nachgelassen, am Montag hatte ich dann einen richtig guten Tag, konnte wieder schlafen, essen und war fröhlich. Gestern morgen dann plötzlich nach einem Kaffee krasse Schwindelanfälle mit so einem komischen Ziehen permanent im Kopf. Das hat bis heute Nacht angehalten, wie wenn ich seekrank wäre. Jetzt ist es etwas besser.
Ist das normal trotz der niedrigen Dosis und der kurzen Einnahmezeit? (Psychiater sagt, das könne nicht sein).

Überlege schon, das Insidon wieder etwas zu erhöhen, vielleicht von 50 mg auf 75mg.
Liebe Grüße,
Nina
Towanda
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Towanda »

Hallo Nina,

kannst Du in Deiner Signatur bitte immer das Datum dazuschreiben? 10 Tage Angaben nützen nicht viel, wenn man nicht weiß, wann das war.

Danke und viele Grüße,

Towanda
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27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Ninsche24

Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Klar! :) Sorry!
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Straycat »

Hallo Nina,

Danke für die Ergänzungen in der Signatur :)

Ich halte es durchaus für wahrscheinlich, dass dein ZNS noch gereizt ist, durch den Versuch mit Escitalopram. Es kann etwas dauern, bis es sich wieder beruhigt. Dass Symptome in solchen "Wellen" auftreten ist dabei nicht unüblich.
An deiner Stelle würde ich mir noch Ruhe gönnen und etwas abwarten - du scheinst recht stark auf SSRI/SNRI zu reagieren, wie auch schon Jamie :) geschrieben hat.

Liebe Grüße und alles Gute,
Cat
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Ninsche24

Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Liebe Cat,

Ja das vermute ich schon auch - auch wenn meine beiden Ärzte behaupten, das könne nicht sein bei der „Babydosis“!
Gestern wurde aber auch im Blut ein Vitamin B12-Mangel festgestellt. Das könnte es etwas verschlimmern...

Langsam verfluche ich schon den Tag, an dem ich das angefangen habe 🙄🙄🙄 Danke für eure Hilfe! 😍

Liebe Grüße,
Nina
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Sabs »

Hi,

Lass erstmal Kaffee weg, das triggert viele - mich auch.
Ich trinke nur noch manchmal eine Tasse sehr milden Kaffee.
Den B12-Mangel würde ich auffüllen.
Manche triggert B12, mir hat es sehr geholfen.
Die schlimme Unruhe war vermutlich durch diesen Mangel bei mir, nachdem ich Injektionen bekommen habe, wurde die Unruhe viel besser.

Gruß Sabs
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Straycat »

Hallo Nina,

wenn du Vitamin B einnehmen willst, dann teste es bitte in ganz kleinen Dosen an. Manche vertragen es nicht gut im Entzug, wie auch Sabs erwähnt hat.

Liebe Grüße,
Cat
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Ninsche24

Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von Ninsche24 »

Vielen Dank euch beiden. Vitamin B12 nehme ich eigentlich schon länger ein - es wurde wohl bloß nicht aufgenommen bisher. Liegt vermutlich an meinem Magen, jetzt kriege ich es morgen per Injektion. Mal schauen, ob das was bewirkt ;)

So langsam lässt das Schwindelgefühl auch etwas nach, es ist nur noch so ein dumpfer Druck im Kopf, leichte Kreislaufprobleme und etwas weinerlich. Aber es wird besser!
Liebe Grüße,
Nina
padma
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Re: Ninsche24: Escitalopram und Opipramol absetzen

Beitrag von padma »

hallo Nina, :)

schön, dass es besser wird.

B 12 gibt es auch als Lutschtablette und Zahnpasta. Es wird über die Mundschleimhaut gut aufgenommen und der Magen wird so umgangen. Wenn du es länger benötigst, wäre das evtl. eine Möglichkeit.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
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