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Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

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Fermin
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Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Ein herzliches Hallo an alle hier,

vielen Dank an das Team, dass dieses Forum für Neulinge wieder geöffnet ist. Ich habe seit ungefähr zwei Monaten hier viele Themen gelesen.

Ende Februar diesen Jahres habe ich mich zu sehr in das Corona Thema hineingesteigert, so dass ich massive Schlafstörungen bekommen habe.
Ich bin dann irgendwann zum Arzt gegangen.
Dieser verschrieb mir 15 mg Mirtazapin und damit konnte ich sofort wieder durchschlafen. Einen Hangover hatte ich nur nach der ersten Einnahme.

Nach ein paar Tagen ging es mir dann wieder gefühlt ganz normal, so dass ich das Mirtazapin wieder absetzen wollte. Ich reduzierte innerhalb weniger Tage auf die halbe Dosis ca. 7,5 mg. Leider bekam ich dann nach ungefähr einer Woche Symptome wie innere Unruhe und Angst vor Schlaflosigkeit. Da ich mit dieser Situation nicht umgehen konnte, suchte ich wieder einen Arzt auf. Dieser empfahl mir das Mirtazapin in der ursprünglichen Dosis von 15 mg für mindestens einen Monat zu nehmen, danach sollte ich mich wieder melden.
Mit dieser Dosierung ging es mir dann ungefähr für Wochen sehr gut.
Es traten keine Symptome mehr auf.

Ab Ostern wollte ich dann wieder das Mirtazapin reduzieren und dosierte für eine Woche auf eine 3/4 Tablette runter, anschließend reduzierte ich weiter auf eine halbe Tablette (ca. 7,5 mg). Nach zwei Wochen traten dann wieder die Symptome Angst, innere Unruhe und Appetitlosigkeit auf. Der folgende Arztbesuch bescherte mir dann ein zusätzliches Antidepressiva, 10 mg Escitalopram sollten es sein. Das Mirtazapin sollte ich bei 15 mg belassen und wenn es mir besser gehe weglassen.
Mitte Mai so ab Himmelfahrt ging es mir dann endlich besser. Ich fühlte mich wieder stabil und hatte keine Symptome mehr. Ich habe dann Anfang Juni das Mirtazapin wieder halbiert und nach 2 Wochen traten wieder erstmals die bekannten Symptome auf. Anfangs nur sporadisch, später fast täglich. Es steigerte sich dann bis Mitte Juli derart, dass ich nach der Einnahme von Escitalopram massive Probleme mit Hitzewallungen, Unruhe und Appetitlosigkeit bekam. Ich hatte das gefühl, das Escitalopram würde meine Symptome verstärken.

Am 16.07. war ich dann wieder beim Arzt. Dieser war dann leider auch mit seinem Latein am Ende und hat mich zum Psychiater überwiesen. Für den Fall, dass ich keinen kurzfristigen Termin bekomme, sollte ich das Escitalopram innerhalb von zwei Wochen ausschleichen und dafür 37,5 mg Venlafaxin nehmen. Da der Psychiater im Urlaub war habe ich das Mirtazapin wieder auf 15 mg hochdosiert und Escitalopram zunächst auf 5 mg herabdosiert. Schon einen Tag nachdem ich das Mirtazapin wieder auf 15 mg hochdosiert hatte, hatte ging es mir in den folgenden zwei Wochen wieder ziemlich gut, bis auf kleinere Anflüge der beschriebenen Symptome. Das Escitalopram wollte ich so schnell wie möglich loswerden. Ich habe dann angefangen die Escitalopram Tablette zu teilen und eine halbe Tablette in einem Glas Wasser aufzulösen. Von dieser Lösung habe ich dann eine Weile 2/3 eingenommen, dann die Hälfte und dann ca. 1/3. Das alles leider nur nach Augenmaß. Seit dem 18.08. verwende ich beim Escitalopram die Wasserlösmethode und nehme nur noch 1,5 mg, seit 22.09. 1,4 mg ein. Mirtazapin habe ich vor zwei Tagen begonnen auf 14,25 mg zu reduzieren.

Ich weiß inzwischen, das ich mir mit den ständigen auf- und abdosieren von Mirtazapin und dem viel zu schnellem Reduzieren von Escitalopram keinen Gefallen getan habe. Mein aktueller Zustand ist so, dass ich Tage habe, an denen ich keine Symptome habe. Dann gibt es Tage, da bemerke ich sowas wie Anflüge von Symptomen und an ein bis drei Tagen in der Woche sind die Symptome wieder stärker. Ich kann die Symptome auch schwer beschreiben, es fühlt sich wie starke innere Unruhe und Hoffnungslosigkeit an. Ich kann dann kaum was essen und habe Verdauungsprobleme. Zwischenzeitlich hatte ich so einen Monat nach Reduzierung von Escitalopram auch depressive Verstimmungen. Diese habe ich heute nicht mehr. Aber ein richtige Wellen und Fenster Muster hat sich bei mir noch nicht eingestellt oder es wechselt bei mir täglich.

Ich weiß, dass ich viel Geduld haben muss mit dem reduzieren. Es ist nur so, dass mir das so sehr schwer fällt, da ich immer noch nicht das gefühl habe, dass ich mich irgendwie stabilisiere. Ich dachte, ich muss das Escitalopram schnell los werden. Aber inzwischen glaube ich auch, dass mir das Mirtazapin in der aktuellen Dosis nicht wirklich hilft stabil zu werden. Das einzig gut ist, dass ich zumindest Nachts ziemlich gut schlafen kann. Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt.

Vielen Dank wenn ihr das gelesen habt.
Ich würde mich freuen, wenn ihr ein paar Anregungen habt, wie ich weiter mit meinen Absetzungen verfahren soll.

LG Fermin
Zuletzt geändert von Jamie am 24.09.2020 19:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Jamie
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Jamie »

Hallo Fermin,

willkommen im ADFD :).
Ich weiß, dass ich viel Geduld haben muss mit dem reduzieren. Es ist nur so, dass mir das so sehr schwer fällt, da ich immer noch nicht das gefühl habe, dass ich mich irgendwie stabilisiere. Ich dachte, ich muss das Escitalopram schnell los werden. Aber inzwischen glaube ich auch, dass mir das Mirtazapin in der aktuellen Dosis nicht wirklich hilft stabil zu werden. Das einzig gut ist, dass ich zumindest Nachts ziemlich gut schlafen kann. Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt.
Ich bin mir nicht sicher, ob wir den gleichen Begriff für stabilisieren verwenden, aber Antidepressiva heilen keine Ängste und die Unsicherheiten vor Corona auch nicht.

Ich finde es schlimm, dass du wegen der Corona-Ängste auf Mirtazapin gesetzt worden bist und jetzt hast du auch noch Escitalopram an der Backe - meines Erachtens hätte man vielleicht mit Gesprächen, Aufklärung etc. viel abwenden können, Psychopharmaka erst recht.
Das ist aber kein Vorwurf an dich.

Dieses auf und ab mit dem Mirtazapin muss unbedingt aufhören, das hast du ja selbst erkannt.
Wenn du damit gut schlafen kannst, würde ich absolut gar nichts momentan daran ändern.
Bleib bei deinen 14,25mg oder gehe von mir aus zurück auf die 15mg, aber halte es.
Schlaf ist essentiell und war dein Grundproblem, weswegen du es eingenommen hast - ich würde nach dem vielen Hin und Her da wirklich jetzt mal einige Woche Ruhe reinbringen.

Beim Escitalopram bekomme ich beim Lesen den Eindruck, dass du es nicht gut vertragen hast.
SSRI können unruhig und panisch machen und sehr nervös; ich denke es war richtig, dass du begonnen hast abzudosieren, aber auch hier würde ich aktuell nichts ändern, sondern etwas Zeit verstreichen lassen.

Mir ist anhand deiner Schilderungen auch nicht ganz klar, was Absetzsymptome bei dir sind, was Nebenwirkungen und was mit deinen Ängsten ist.
was hast du denn für eine Diagnose? Angststörung?

Mein allererster Satz bezieht sich übrigens auf die Frage, die sich mir auftut, was du von den Medikamenten erwartest. Konntest du denn mittlerweile an dem Corona-Thema arbeiten?
Entzug geht ja auch nur dann gut, wenn man das "Problem" oder Thema, welches einem zu einem Psychopharmakon brachte, aufarbeitet (mit einem Therapeuten?), sonst kommen die Symptome beim Ausschleichen zurück, da AD und Co eben keinerlei heilende Wirkung haben.
Nur ggf. lindernd, einlullend, pushend, antirebsteigernd, deckelnd, sedierend etc... was man eben an "Stoff" so wählt ;).

Viele Grüße
Jamie

noch ein PS
Aber ein richtige Wellen und Fenster Muster hat sich bei mir noch nicht eingestellt oder es wechselt bei mir täglich
Wenn das Befinden täglich wechselt und sehr schwankt, ist dies ein typisches Wellenmuster und klassisch für den Entzug.
Dein post liest sich nicht so, als ob es durchgängig 24/7 total schlimm ist, sondern wechselhaft.
Hast du denn auch mal gute Phasen? zB abends?
Es ist wichtig, nicht nur auf die schlechten Momente zu gucken - die guten werden sehr schnell übersehen, wenn es einem längere Zeit nicht doll geht. ;)
...........SIGNATUR...............


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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Sonne27 »

Hallo Fermin,

@Jamie 🌺, hat ja schon das wichtigste geschrieben, deswegen möchte ich darauf nicht eingehen...

aber ich möchte wie @Jamie bereits erwähnte was zur Stabilisierung sagen.

Ich selbst bin das klassische Beispiel wie man es mangels Geduld 🙈 nicht angehen sollte, ich selbst habe mir Tag für Tag irgendwelche Absetzpläne entworfen 🙈, wie ich schnellstmöglich auf 0 komme, irgendwann nach etlichen Antworten diesbezüglich in meinem Therad konnte ich mich zum Ende meines Absetzen von dem erstellen der Pläne lösen, mittlerweile bin ich seit April 2020 auf 0. Allerdings ist mein Absetzen noch nicht zu Ende, ich habe noch ein weiteres Medikament was weg muss, aber weil mir zum Ende meines Absetzen des Benzodiazepine klar wurde und auch hier im Forum immer wieder darauf hingewiesen wird das die Heilung erst nach 0 beginnt habe ich mir irgendwann gesagt, ein zu schnelles Absetzen kann sich Schlußendlich durch schwere Absetzsymptome (nämlich dann wenn Sie kumulieren) langwieriger gestalten durch eine "Hoch und Runter" Dosierung, wie bei Dir geschehen, als ein langsam und behutsames Ausschleichen.

Ich habe mir während meines Benzodiazepine Entzug's lange Gedanken gemacht, wie ich das mit meinem anderem Medikament was ich Absetzen möchte am besten gestalte und bin Schlußendlich zu dem Ergebnis gekommen, erst nächstes Jahr damit zu beginnen um meinem Zentralenervensystem einfach eine Erholungspause zu gönnen. Ich habe es irgendwann kapiert das es beim Absetzen nicht um Wochen geht, sondern um Monate aber Monate die sich auszahlen.

Ich kann dir wirklich nur empfehlen dich in Geduld zu üben, fällt sie dir auch noch so schwer und wie @Jamie 🌺 bereits schrieb momentan weder an der Escitalopram Dosis noch am Mirtazapin was zu ändern sondern einfach mal eine lange Pause zu machen von mehreren Wochen oder gar Monaten, glaub mir so eine längere Pause zahlt sich Schlußendlich aus, was die Absetzsymptome angeht.

Liebe Grüße 🌞
[spoil X]•Unregelmäßig je nach Bedarf Oxazepam zwischen 2016 -2018, manchmal Wochenlang Pause, dann wieder jedes Wochenende

•seit März 2018 Keppra ( Levitracetam) 500mg - Abgesetzt Juli - September 2018 in Klinik

•von Juli - September 2018 Klinik, Keppra entzogen ( Zeitraum unbekannt und LAMOTRIGIN über etwa 9 Wochen ganz langsam eindosiert, aufgrund der Einnahme von 2016. Wegen eines Anfalls zusätzlich für ca. 2-3 Wochen ( eventuell länger) 2,5mg Frisium => ich bin mir 100% sicher, das diese 2,5mg Schuld sind an meiner "Sucht", denn diese 2,5mg wurden mir von "Heute auf Morgen" entzogen.

•von Oktober 2018 bis 31.03.2020 regelmäßig Oxazepam / 2 mal in der Klinik jeweils 5mg entzogen, jedoch wieder erhöht.

•Januar 2018 => Angefangen Oxazepam ausgehend von 25mg zu Reduzieren (ca. 14 Monate) seit 01.04.2020 auf 0mg Oxazepam.

•Aktuelle Tägliche Medikation:
•LAMOTRIGIN 200mg Morgen - 200mg Abends
•Fosterspray ( 3 * täglich je 2 Hübe)
•bei Bedarf Sabutamol
•Cetritzin 5mg
•Magnesium 300mg
•Omega 3 - in Form von purem kaltgepressten Hochwertigem Leinöl

Bis jetzt Auftretende Symptome während der Reduzierung:

•teilweise Bettlägerig ( zum Glück 🍀 bis jetzt nur wenige Tage)
•Kopfschmerzen / Kopfdruck
•Stromschläge im Kopf / Kiefer
•Missempfindungen (Mischung zwischen LAMOTRIGIN und Oxazepam)
•Schmerzen in den Händen / Fingern
•Atemschwierigkeiten ( Asthma und Absetzsymtom)
vermutlich mittlerweile Atemdepression. 😭
•Augenschmerzen / Augendruck
•fehlendes Geschmacksempfinden, vieles zu Salzig
•Kälte/ Wärme Gefühl sehr Wechselhaft
•Teilweise gereizt
•Ohrenschmerzen
•Rückenschmerzen / Brustschmerzen
•extreme Müdigkeit, Bedürfnis nur zu Schlafen
•Stimmungsschwankungen / Depression

[spoil X]
Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Jamie hat geschrieben: 24.09.2020 20:10
Ich bin mir nicht sicher, ob wir den gleichen Begriff für stabilisieren verwenden, aber Antidepressiva heilen keine Ängste und die Unsicherheiten vor Corona auch nicht.

Ich finde es schlimm, dass du wegen der Corona-Ängste auf Mirtazapin gesetzt worden bist und jetzt hast du auch noch Escitalopram an der Backe - meines Erachtens hätte man vielleicht mit Gesprächen, Aufklärung etc. viel abwenden können, Psychopharmaka erst recht.
Das ist aber kein Vorwurf an dich.

Dieses auf und ab mit dem Mirtazapin muss unbedingt aufhören, das hast du ja selbst erkannt.
Wenn du damit gut schlafen kannst, würde ich absolut gar nichts momentan daran ändern.
Bleib bei deinen 14,25mg oder gehe von mir aus zurück auf die 15mg, aber halte es.
Schlaf ist essentiell und war dein Grundproblem, weswegen du es eingenommen hast - ich würde nach dem vielen Hin und Her da wirklich jetzt mal einige Woche Ruhe reinbringen.

Beim Escitalopram bekomme ich beim Lesen den Eindruck, dass du es nicht gut vertragen hast.
SSRI können unruhig und panisch machen und sehr nervös; ich denke es war richtig, dass du begonnen hast abzudosieren, aber auch hier würde ich aktuell nichts ändern, sondern etwas Zeit verstreichen lassen.

Mir ist anhand deiner Schilderungen auch nicht ganz klar, was Absetzsymptome bei dir sind, was Nebenwirkungen und was mit deinen Ängsten ist.
was hast du denn für eine Diagnose? Angststörung?

Mein allererster Satz bezieht sich übrigens auf die Frage, die sich mir auftut, was du von den Medikamenten erwartest. Konntest du denn mittlerweile an dem Corona-Thema arbeiten?
Entzug geht ja auch nur dann gut, wenn man das "Problem" oder Thema, welches einem zu einem Psychopharmakon brachte, aufarbeitet (mit einem Therapeuten?), sonst kommen die Symptome beim Ausschleichen zurück, da AD und Co eben keinerlei heilende Wirkung haben.
Nur ggf. lindernd, einlullend, pushend, antirebsteigernd, deckelnd, sedierend etc... was man eben an "Stoff" so wählt ;).

Viele Grüße
Jamie

noch ein PS
Aber ein richtige Wellen und Fenster Muster hat sich bei mir noch nicht eingestellt oder es wechselt bei mir täglich
Wenn das Befinden täglich wechselt und sehr schwankt, ist dies ein typisches Wellenmuster und klassisch für den Entzug.
Dein post liest sich nicht so, als ob es durchgängig 24/7 total schlimm ist, sondern wechselhaft.
Hast du denn auch mal gute Phasen? zB abends?
Es ist wichtig, nicht nur auf die schlechten Momente zu gucken - die guten werden sehr schnell übersehen, wenn es einem längere Zeit nicht doll geht. ;)
Vielen lieben Dank für deine Ausführungen.

Das ursprüngliche Corona Thema meiner Schlaflosigkeit beschäftigt mich überhaupt nicht mehr. Das war für mich erledigt, als ich wieder schlafen konnte. Es war allerdings der Einstieg in diese Geschichte. Diagnostierziert wurde eine nicht näher bezeichnete Angststörung. Leider hatte ich bis heute keine Möglichkeit dies therapeutisch aufzuarbeiten. Mein Arzt wollte nur die medikamentöse Lösung.

Was die Symptome betrifft, die ich mich immer wieder heimsuchen. Ich kann diese schwer beschreiben. Es ist so, dass mir aus heiterem Himmel plötzlich heiß wird und sich innerlich eine Anspannung aufbaut, die mich sehr beunruhigt und nervös werden lässt. Wenn die Symptome stärker kommen, habe ich auch das Gefühl als würde sich mein Hals und Magen zusammenschnüren. Mal ist es nur für wenige Minuten und verfliegt wieder, an manchen Tagen bleibt es aber über mehere Stunden. Es ist aber auch so, dass es eigentlich immer noch am gleichen Tag wieder besser wird und ich anschließend lediglich erschöpft und müde bin. Es ist richtig, dass es nicht durchgängig total schlimm ist, sondern über die Woche gesehen sehr wechselhaft. Ich konnte auch bisher keinen externen Auslöser finden. Was ich festgestellt habe ist, dass es fast immer abends besser ist. Es gab auch Wochen an denen ich am frühen Nachmittag die Uhr danach stellen konnte, dass sich wieder Symptome einstellen, aber zur Zeit ist es für mich eher nicht vorhersehbar.

LG Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo Sonne,

danke auch dir für deine Worte. Ich werde versuchen es mit Geduld und langfristig zu sehen und hoffen, dass es mit der Zeit besser wird.

LG Fermin
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padma
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von padma »

hallo Fermin, :)

wenn ich dich richtig verstehe, hast du diese Symptome erst seit der AD Einnahme bzw. den Absetzversuchen. Daher ist wirklich davon auszugehen, dass es sich um Absetzsymptome/NW handelt.
Die Besserung zum Abend hin ist bei Absetzsymptomen ganz typisch.

Ich würde jetzt auch erstmal nichts an der Dosis ändern.
Darüber hinaus würde ich mal darauf achten, ob es einen Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln und verstärkten Symptomen gibt. Mirtazapin blockiert auch Histaminrezeptoren, daher kommt es beim Reduzieren häufiger zu einer Histaminintoleranz. viewtopic.php?p=311663#p311663

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo zusammen :)

die letzten beiden Tage lief es nicht so toll. Mich hat Jamies Antwort doch ziemlich beschäftigt (absolut kein Vorwurf). Vor allem das ich das Thema Angst bislang nicht aufgearbeitet habe. Dies führte jetzt dazu, dass ich gestern an allem gezweifelt habe, ob es wirklkich nur Absetzsymptome oder Nebenwirkungen sind. Das führte leider dazu, dass ich gestern und heute morgen plötzlich früher wach wurde und sich sofort ein Gefühl der Unruhe oder Angst einstellte. Dazu kam dann eine ausgeprägte Appetitlosigkeit, die sich zum Nachmittag zum Glück etwas legte. Es fühlte sich fast so an, wie im Februar als ich nicht schlafen konnte, weil mich das Corona Thema so sehr beschäftigte. Ich weiß, dass ich das mit therapeutischer Hilfe aufarbeiten muss und habe gestern noch Kontakt zu einem Therapeuten aufgenommen und habe Mitte Oktober einen Termin. Ich glaube es ist so etwas wie eine Angst vor Kontrollverlust oder Überforderung.

Die Symptome der auftretenden Hitze, Unruhe und Anspannung, die ich in den letzten Wochen und Monaten hatte, waren aber anders. Vor allem treten diese immer tagsüber und plötzlich auf, ohne das es einen konkreten Auslöser oder bestimmte Gedanken gibt. Manchmal waren es nur Anflüge, manchmal blieben sie länger und ich fühlte mich dann als würde ich in ein Loch gezogen.
Ist es eigentlich möglich, dass Entzugssymptome oder Nebenwirkungen fast ausschließlich psychisch ausgeprägt sind? Ich glaube, bis auf regelmäßige Verdauungsstörungen habe ich keine körperlichen Symptome. Als wir noch Hitze hatten, ist mir noch ein Zischen im Kopf aufgefallen, wenn ich den Kopf gedreht habe.

@padama lieben Dank für den Link, ich werde da mal genauer lesen. Das mit einer möglichen Histaminintoleranz beim Mirtazapin habe ich auch schon hin und wieder im Verdacht gehabt. Hatte zwischenzeitlich auch darauf geachtet was ich am Vortag gegessen habe, aber es zeichnet sich da für mich noch kein Bild ab.

Ich habe die letzte Dosisreduzierung vom 22.09. beim Mirtazapin gestern rückgängig gemacht. Auch wenn es nur 5% waren, hoffe ich das es kein Fehler war. Ich lasse alles erstmal weiter wie es ist, auch wenn ich lieber heute als morgen das Escitalopram raus haben möchte. Hier hatte ich am 16.09. auf 1,4 mg reduziert. Ich warte jetzt einfach ein paar Wochen, ob sich irgendwas ändert.

Liebe Grüße Fermin
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Towanda
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Towanda »

Hallo Fermin,

ich habe gerade erst gesehen, daß Du im Abstand von nur 6 Tagen Escitalopram und Mirtazapin reduziert hast. Die Erfahrungen hier im Forum zeigen, dass man nie beide PP zeitnah reduzieren soll. Wenn Symptome kommen, kann man sonst nicht sagen, von welchem Mittel sie kommen und dann auch nicht adäquat darauf reagieren.

D.h. Du solltest Dich, wenn Du Dich stabilisiert hast, für ein Mittel zum Absetzen entscheiden. Man kann es auch im Wechsel machen, aber dann sollten mindestens 4-6 Wochen zwischen den Reduzierungen sein, eher mehr.

Viele Grüße, Towanda
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27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo Towanda,

Ja du hast recht, ich sehe das inzwischen auch als Fehler. Es ist nur so, dass mein Zustand seit zwei Monaten eigentlich unverändert war. Es gab gute Tage und schlechte Tage. In der Zeit hatte ich aber auch das Mirtazapin von 7,5 MG zurück auf 15 mg dosiert und gleichzeitig angefangen Escitalopram abzudosieren. Letzteres natürlich viel zu schnell gleich auf 5 mg bis zu 1.4 mg jetzt. Beim Escitalopram hatte ich bei 10 mg das Gefühl, dass es die Absetzsymptome des Mirtazapin verstärkte.

Ich werde jetzt auf jeden Fall versuchen auszuhalten und die Dosis beider halten. Ich hatte noch gehofft, dass ich beim Mirtazapin in niedrigerer Dosis als die 15 mg aus dem Grenzbereich zu kommen, bei dem es vielleicht schon eher aktivierend wirken könnte.

LG Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Fermin hat geschrieben: 26.09.2020 19:51
Ich hatte noch gehofft, dass ich beim Mirtazapin in niedrigerer Dosis als die 15 mg aus dem Grenzbereich zu kommen, bei dem es vielleicht schon eher aktivierend wirken könnte.

LG Fermin
Ich glaube, ich habe mich da vielleicht unglücklich ausgedrückt. :? Ich wollte damit sagen, dass ich befürchtet habe, dass das Mirtazapin bei 15 mg bei mir schon aktivierend wirken könnte und das möchte ich ja nicht. Es heißt ja, dass das Mirta in geringerer Dosis sedierender wirken solle.
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Niemandsland
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Niemandsland »

Hallo Fermin!

Ich habe mal deinen Thread durchgelesen. Wir scheinen beide am selben Tag mit Mirtazapin angefangen zu haben, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Den Rat der erfahrenen Mitglieder kann ich nur unterstützen, habe selber in den letzten 2 Monaten zu schnell versucht zu reduzieren und das ergab eine
sehr schlimme, massive Unruhe mit Übelkeit, Schwindel und Verdauungsproblemen. Bin jetzt auch nochmal zurück und würde sogar jetzt schon behaupten das die Stabilisierung langsam begonnen hat *auf Holz klopf*. :P

Das man jetzt mit diesem Problem konfrontiert ist und auch noch die nächste nahe Zukunft, das ist für mich immernoch etwas schwer zu realisieren.
Vielleicht können wir uns ja gegenseitig etwas Mut zusprechen.
Dieses Gefühl das sich der Magen zusammenschnürrt habe ich auch ab und zu. Ich würde sagen man spürt dann seinen Puls so im Magenbereich...schwer zu erklären.

Das du so schnell einen Therapeutentermin bekommen hast finde ich super, meiner ist noch ein wenig länger hin. Hatte bisher auch noch nie die Möglichkeit die eigene Problematik therapeutisch anzugehen....und irgendwie landen viele erstmal hier (was keinesfalls negativ klingen soll).

Würde mich freuen wenn du über deine nächsten Tage/Wochen immer mal berichtest wie es dir geht. Ohne dir jetzt zum sofortigen Reduzieren raten zu wollen (bitte immer langsam und wenig!) kann ich dir sagen, dass ich jetzt mit 10mg besser schlafe als mit 15, aber jeder ist da sehrrrr verschieden. Die schlafanstoßende Wirkung war bei mir vielleicht 2-3 Wochen und dannach bei keiner Dosis mehr vorhanden (hatte aber auch keine Schlafproblematik...jedenfalls vorher).


Liebe Grüße!

Niemandsland
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo Niemandsland :)

ganz lieben Dank für deinen Beitrag. Es tut mir leid zu hören, dass es dir ähnlich wie mir geht mit dem Mirta. Ich habe ja schon vor der Anmeldung viele Wochen hier mitgelesen und dein Name ist mir auch schon aufgefallen. Man liest ja erstmal in den Threads bei denen es um das gleiche Medikament geht. Leider habe ich auch noch das Cipralex drin, welches ich in den letzten zwei Monaten viel zu schnell reduziert habe. Ich hatte gehofft, dass das Mirta mögliche Absetzsymptome maskieren würde, vielleicht tut es das auch, aber trotzdem ist es seit dem ein ständiges auf und ab.

Heute morgen bin ich zum Glück wieder ohne quälende Unruhe oder Angst aufgewacht und konnte noch weiter dösen. Bis jetzt läuft der Tag besser als die drei Tage zuvor. Aber der Tag ist ja noch nicht zu Ende. Zwei, drei Anflüge von Unruhe hatte ich schon, die Gott sei Dank nur für ein, zwei Minuten anhielten. Wenn es losgeht, weiß man aber nie, bleibt es oder geht es gleich wieder. :cry:

Eine Frage beschäftigt mich im Moment. Ich weiß nicht so recht, ob ich Unruhe oder Angst verspüre. Das Gefühl ist auf jeden Fall wie du sagst in der Magengegend. Ich bin dann auch sofort ohne jeglichen Appetit und alles erscheint mir sinnlos oder hoffnungslos. Wenn es länger anhält, denke ich immer es wird nie besser und ich kann mich auch kaum ablenken.

Der Termin mit dem Therapeuten ist wohl erstmal sowas wie ein Vorgespräch. Ich bin am Freitag bei uns in der Stadt rumgefahren, hatte vorher versucht mehrere Therapeuten zu erreichen. Einer hat mich tatsächlich zurückgerufen, als ich quasi vor seiner Tür stand. Ich möchte gerne versuchen mit einer Therapie, vielleicht einer Verhaltenstherapie meiner Affinität zum pessimisten Denken und sich über irgendwelche Eventualitäten Sorgen machen auf dem Grund gehen. Ich glaube, dass war auch der Grund, warum ich in diese Situation hineingerutscht bin.

Liebe Grüße
Fermin
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Susanne1978
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo Fermin, du hast geschrieben, dass du Unruhe und Angst nicht recht unterscheiden kannst.

Das ging mir in meiner Akutphase ähnlich. Ich wusste auch nicht was es war, ich wusste nur das ich es nicht wollte. Es sollte weg sein, weg gehen.... Ich habe mich dann sehr gezwungen mit ablenken. Mein Hund hat sich schon verkrochen wenn ich die Leine hervor geholt habe.

Aber ich fand dann auch andere Dinge mit denen ich mich ablenken konnte. Und irgendwann war auch die Unruhe weg... Aber es hat einige Zeit gedauert. Da hat mir meine Therapeutin gut geholfen indem sie mit mir die körperlichen Abläufe bei Unruhe durchging.

Das beste Resultat habe ich dann mit meinen Fingern erzielt. Denn jeder Fitzel am Nagel musste abgeknabbert werden. Und mittlerweile habe auch ich tatsächlich ganz passable Fingernägel bzw. Nagelhaut.

LG Susanne
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
Einnahme vergessen am 18.12.19!
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg
18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg
01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg
26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg
Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo zusammen, hallo Susanne,

danke für deine Nachricht. :) Im Moment fällt es mir immer noch schwer mich abzulenken, wenn die Unruhe oder Angst mich plötzlich aus dem Nichts befällt. Ich ziehe mich dann innerlich und auch äußerlich zurück. Beim gemeinsamen Essen mit meinen Kolleginnen bin ich dann auch viel ruhiger und beteilige mich kaum noch am Gespräch. Hinzu kommt, dass ich dann schon ewig an meinem Brot knabbere und viel trinken muss, damit ich es runter bekomme. :cry: Meine Frau merkt es mir inzwischen auch sofort an, wenn ich wieder was habe.

Ich versuche möglichst jeden Tag zu meditieren (geführte Meditation mit Peter Beer) und praktiziere seit einem halben Jahr auch täglich Yoga.

Gestern und heute waren zum Glück wieder bessere Tage. Heute Vormittag habe ich wieder Anflüge von Unruhe gehabt und bis in den frühen Nachmittag war mein Appetit auch noch sehr bescheiden. Aber alles kein Vergleich zu letzten Freitag. Wenn ich so in meine Aufzeichnungen schaue, dann habe ich fast jede Woche so ein, zwei Tage an denen die Symtome deutlich stärker sind. An anderen Tagen habe ich dann mal nur Anflüge oder mal für ein paar Stunden durchgängig diese Unruhe in der Magengegend.

LG Fermin
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Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo zusammen,

nachdem es die letzten Tage etwas besser verlief, hatte ich heute zunächst einen sehr guten Tag. Seit undgefähr einer Stunde habe ich wieder dieses beklemmende Gefühl in der Magengegend. Es kam mal wieder plötzlich aus dem Nichts. Ich hatte Feierabend und war gerade zu Hause angekommen. Bin dann gleich noch eine Runde im Wald spazieren gegangen, aber wirklich besser geht es mir noch nicht. Ich fürchte, es bahnt sich schon wieder eine stärkere Welle an. :cry:

In den letzten Tagen hatte ich immer nur leichtere Schwankungen, vor allem Vormittags und zum Abend hin. Gerade Abends war es sonst immer so, dass es mir besser ging. Das ist zur Zeit igrendwie nicht mehr so. Es ist wirklich belastend, dass man nie weiß, was einem am Tag erwartet. Immer wenn man glaubt es könnte jetzt vielleicht bergauf gehen, kommt eine Welle. :(

LG Fermin
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Niemandsland
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Niemandsland »

Fermin hat geschrieben: 30.09.2020 18:02 Hallo zusammen,

nachdem es die letzten Tage etwas besser verlief, hatte ich heute zunächst einen sehr guten Tag. Seit undgefähr einer Stunde habe ich wieder dieses beklemmende Gefühl in der Magengegend. Es kam mal wieder plötzlich aus dem Nichts. Ich hatte Feierabend und war gerade zu Hause angekommen. Bin dann gleich noch eine Runde im Wald spazieren gegangen, aber wirklich besser geht es mir noch nicht. Ich fürchte, es bahnt sich schon wieder eine stärkere Welle an. :cry:

In den letzten Tagen hatte ich immer nur leichtere Schwankungen, vor allem Vormittags und zum Abend hin. Gerade Abends war es sonst immer so, dass es mir besser ging. Das ist zur Zeit igrendwie nicht mehr so. Es ist wirklich belastend, dass man nie weiß, was einem am Tag erwartet. Immer wenn man glaubt es könnte jetzt vielleicht bergauf gehen, kommt eine Welle. :(

LG Fermin
Hallo Fermin, :)

erstmal tut es mir leid das du noch mit Symptomen zu kämpfen hast. Hast du denn schon ein paar Verbesserungen/Änderungen ausmachen können?
Verbindest du denn dieses Magengefühl mit Unruhe oder ist es eher einen Art Übelkeit. Bei mir löst zum Beispiel die Übelkeit oder der Schwindel meist die Unruhe aus hab ich das Gefühl, aber einen richtigen Zusammenhang konnte ich noch nicht feststellen.

Du hast dir ja schon einige Entspannungstechniken antrainiert, das finde ich super, hoffe ich kann das genauso umsetzen. Weiß nur nicht wo man da anfangen soll. Sprichst du denn eigentlich mit deinem engen Kreis über die ganze Sache?

Lass dir mal eine Portion Mut da! :sports:


Liebe Grüße

Niemandsland
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Pfeile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)
Vitamin C (seit 09.10.2020)


04.10.2020 Beginn histaminärmere Ernährung (als Test)

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo Niemandsland,

ich danke dir für deine aufmunternden Worte. Zum Glück hat sich das Gefühl vorgestern nach einer Stunde wieder gelegt. Gestern und bis jetzt heute habe ich nur leichte Schwankungen gehabt. Es ist so, dass sich plötzlich innerlich im Bereich des Magens ein beklemmendes Gefühl aufbaut. Übelkeit habe ich dabei zum Glück nicht, dafür plagen mich dann Appetitlosigkeit und ein trockener Hals und Mund. Wahrscheinlich ist es sowas wie ein Angstgefühl.

Für den Moment geht's mir besser. Die letzte stärkere Welle hatte ich vom letzten Donnerstag bis etwa Samstagmittag. Seit dem habe ich zwar jeden Tag Symptome, aber bis auf Mittwoch eigentlich nur immer kurze Anflüge. Ich hoffe so sehr, dass ich jetzt langsam auf dem Weg bin.

Ich wünsche dir und allen anderen hier einen hoffentlich symptomfreien Nachmittag.

LG Fermin
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padma
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von padma »

hallo Fermin, :)

evtl. könnten es auch vom Solar Plexus kommen, da haben einige Probleme mit.
viewtopic.php?f=50&t=17543

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo Parma,

vielen Dank für deinen Hinweis. Ich habe gerade mal deinen Link folgend reingelesen. Das klingt ziemlich interessant. Damit werde ich mich auf jeden Fall genauer befassen.

LG Fermin
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Re: Fermin: Mirtazapin / Escitalopram Absetzversuche mit Problemen

Beitrag von Fermin »

Hallo,

habe gerade gesehen, dass gestern die Autokorrektur zugeschlagen hat. Ich meinte natürlich padma und nicht Parma. Sorry

LG Fermin
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