Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->



Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Axala: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
:schnecke: Bitte lies unsere Forenregeln, bevor Du Dich registrierst.
Jamie
Moderatorenteam
Beiträge: 20078
Registriert: 04.02.2013 22:37
Hat sich bedankt: 7543 Mal
Danksagung erhalten: 10006 Mal

Re: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Jamie »

Hallo :),

ich finde es interessant, was du geschrieben hast und werde ggf. auf deinen Beitrag verlinken.

Ich bitte aber noch mal zu bedenken, dass manche Menschen völlig blauäugig / uninformiert einen Entzug machen und diese kann man nur bedingt dafür verantwortlich machen, wenn es dann schief geht. Ihnen wird ihre eigene Naivität zum Verhängnis.
Ich weiß - Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, aber die wenigsten werden sich im Vornherein darüber Gedanken machen, ob sie mit ihrem Verhalten langfristig nicht nur sich selbst, sondern auch einer ganzen Patientengruppe (du sprachst vom schlechten Ruf) schaden.

So wie ich die Situation gerade bei Neuroleptika einschätze, halte ich es für gut möglich, dass gerade solche Patienten oft nicht genug ärztlichen, familiären und sozialen Rückhalt haben.
Ich spreche z.B. von den Psychotikern und den Schizophrenen - also gemeinhin denen, deren Bilder wir im Kopf haben (mit sehr negativem Touch), wenn wir an Psychiatrie und psychisch Kranke denken.
Diese Menschen merken dann vielleicht, dass ihnen das NL nicht gut tut, aber alle erzählen ihnen, sie müssten das Medikament ein Leben lang nehmen.
Ich kann mir wirklich sehr gut vorstellen, dass da bei manchem der Trotz hervorkommt und die sich denken "OK, wenn ihr mich nicht unterstützt, dann mach ich das eben alleine" - und so kommen dann auch bestimmt manche völlig kopflosen und überhasteten Absetzaktionen zustande.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis. Bei dringenden Problemen / Anfragen das Forum betreffend bitte an forenmaster@adfd.org wenden

-----------------------------

Infos ueber mich:
► Text zeigen
Axala

Re: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Axala »

Thema: Dank an meine mich behandelnden Psychiater

Das alles ist meine persönliche Meinung/Ansicht, die falsch sein kann.


Hallo,
jetzt bin ich schon so lange klinikfrei wie nie zuvor seit Beginn meiner Erkrankung vor mehr als 25 Jahren.


Und so dachte ich des Öfteren so für mich:
„Also, Axala, Anzeichen von Vernunft sind vielleicht irgendwie in deinen Schädel eingedrungen und AUCH mithilfe deines „Verstandes“ (???) hast du das irgendwie hingekriegt, dass du deine Medis jetzt so einigermaßen bedarfsgerecht vorteilhaft dosierst.
Wie du das jetzt machst, ist das ja ganz gut – jedenfalls besser als vorher.
Dein Benehmen gegenüber Autoritäten und herrschenden Meinungen lässt zwar wie gehabt zu wünschen übrig, aber deine Dauermedikation:
in 07/2014 ____ 14mg Perphenazin + 50mg Levomepromazin
hast du inzwischen bzgl. ihrer neuroleptischen Wirksamkeit so etwa halbiert auf gegenwärtig:
in 11/2017____ 8,3mg Perphenazin
So ähnlich dachte ich des Öfteren.





Jetzt möchte ich über meinen letzten Klinikaufenthalt berichten:
Teil der Therapie meiner Klinikärzte:
Ich musste total unruhig im Flur herumlaufen.
Gehe davon aus, dass psychologisch geschulte Menschen das durch hypnotherapeutische Techniken hinkriegen, war aber sowieso zuweilen äußerst unruhig
Als Medikation war lt. meiner Erinnerung zusätzlich zu zwei NL Dauermedikation auch 4 x 0,25 mg Tavor/Lorazepam fest angesetzt.
Mittags war ich froh, gleich meine zeitlich begrenzt fest angesetzte Bedarfsmedikation nehmen zu dürfen, aber sie haben sie mir nicht gegeben.
Mein körperlich/seelischer Zustand war: ich wollte Bedarfsmedikation
Diesen Zustand scheint man als psychologisch geschulter Therapeut in die Seele einprogrammieren zu können. Ich schließe das nicht aus.
Jedenfalls nehme ich jetzt lieber Bedarf und/oder erhöhe selbständig mein Hauptmedikament, als in die Klinik zu kommen.





Es könnte also das Verdienst meiner Klinikärzte sein, dass ich jetzt relativ zu früher vernünftiger und klüger mit meiner Krankheit umgehe und dass ich Psychopharmaka wie NL nicht mehr immerzu und grundsätzlich hasse, sondern manchmal sogar froh bin, mit der aus meiner Sicht geringstmöglichen Medikation Klinikaufenthalte schon verhindert gehabt zu haben.



Jetzt möchte euch noch mitteilen, was mein mich behandelnder ambulanter Psychiater zu mir bei unserem letzten Treffen sagte (sinngemäß):



"Es ist mir egal, wie viele Medikamente Sie nehmen – Hauptsache, Sie kommen nicht ins Krankenhaus."





Dafür und auch für den vielleicht von mir richtig interpretierten Teil der Therapie meiner Klinikärzte während meines letzten Klinikaufenthaltes möchte ich
:party2: [highlight=yellow]allen meinen mich behandelnden Psychiatern[/highlight] :party2:

demütigen Herzens Respekt zollen und mich bedanken.





Grüße
Axala

Re: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Axala »

Hallo,

von Mitte Dez. 17 bis Mitte Jan. 18 war ich im Krankenhaus wg. paranoider Schizophrenie und musste eine unheimlich stressige und zehrende Therapie über mich ergehen lassen.

Meine Medikation wurde von 8,22 mg auf 12 mg erhöht. Bedarf konnte ich selbst bestimmen.

Seit 15.1.2018 bin ich wieder zu Hause. Ich fühle mich nicht mehr psychotisch, aber bei mir schwankt alles.

Stimmung
Hitze/ gelegentlich Kälte
Blutdruck

Spielt mein ZNS verrückt und deshalb die Schwankungen?

Ich bin immer noch auf 12 mg und würde gern in 2 Schritten auf 10 runtergehen und dort längere Zeit verbleiben.

Aber irgendwie traue ich mich nicht wegen der Schwankungen.

Was meint ihr dazu?

Würden die Schwankungen dann nachlassen oder schlimmer werden, besonders die Blutdruckschwankungen?

Derzeit bin ich völlig ratlos.
Könnt ihr mir helfen?

Liebe Grüße
Ululu
Moderatorenteam
Beiträge: 6284
Registriert: 04.05.2017 17:43
Hat sich bedankt: 4067 Mal
Danksagung erhalten: 1923 Mal

Re: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Ululu »

Hallo Axala,

du hast eine schwere und anstrengende Zeit hinter dich gebracht.
Auch die Aufdosierung von Medikamenten bedeutet für dein Nervensystem enormen Stress, in meinen Augen kann der durchaus für die Blutdruckschwankungen verantwortlich sein.

Deshalb würde ich vorerst nichts an der Dosis verändern, sondern erstmal auf einer Dosis bleiben und abwarten, ob du dich vielleicht so stabilisieren kannst und dann wirklich ganz langsam vorgehen, um keine Absetzerscheinungen zu riskieren.

LG Ute
► Text zeigen
Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
Axala

Re: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Axala »

Thema: meine (tlw. extreme) Erschöpfung seit ca. 2010/2009


Hallo,


Neuroleptika verändern die Symptome.
Im Gegensatz zu der Vor-NL-Zeit sind aus den einstigen Positivsymptomen eher Negativsymptome geworden. Bei mir ist das auch so. Deshalb sind Diagnosen mir auch völlig egal. Meine für mich lautet: Mit meiner Seele stimmt was nicht.
Eine Stoffwechselstörung im Gehirn hatte ich vor den NL nie, sondern höchstens DURCH die NL.




Zitat:
Umgang mit Psychopharmaka, ISBN 978-3-86739-169-6, Nils Greve, Margret Osterfeld, Barbara Diekmann, alle Autoren sind Psychiater; S.146




Psychiater, die die Ära vor der Einführung der Neuroleptika mit der jetzigen Situation vergleichen können, sprechen von einem „Syndromwandel“ durch Medikamente: Während man Menschen mit akuten Verrücktheitszuständen jetzt besser helfen könne, habe die Minussymptomatik im Vergleich zu früheren Zeiten zugenommen.





Für mich heißt das aber auch, dass sich meine jetzigen eher Negativsymptome bei sehr geringer Dosis wieder zurück wandeln können (mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit). Ich möchte es gern schaffen, mich durch intelligentes, individuelles, symptomabhängiges Selbstbehandeln mit Psychopharmaka dauerhaft klinikfrei zu kriegen.



Jedes Mal, wenn die Dosis erhöht wird (auch zuhause), nimmt auch meine Erschöpfung spürbar zu.
Deshalb habe ich meistens in der Klinik auch relevant weniger Kräfte als vorher zuhause.



Außerdem scheint meine Erschöpfung auch zuzunehmen, wenn ich mich zu viel und ausschließlich mit heiligen Dingen befasse, aber nicht in dem Maße wie bei einer Dosiserhöhung.



Weiterhin nimmt meine Erschöpfung zu, wenn ich mich überfordere.
Und wenn man sehr, sehr, sehr, sehr wenige Kräfte hat, ist man mit Dingen, die sehr, sehr, sehr wenige Kräfte fordern, schon überfordert.
Ich muss noch besseres Kräftemanagement betreiben als bisher, da ich zu Überforderung neige.



Auch Stress raubt mir Kräfte. Also muss ich Stressoren meiden: bestimmte Menschen, zu viel Beschäftigung mit bestimmten Themen und Dingen ….
Natürlich lässt sich Stress nie ganz vermeiden, das ist auch nicht sinnvoll, aber er lässt sich oft angemessen verringern.








Normalerweise müsste ich jetzt eine Patientenverfügung erstellen, aber ich schaffe es irgendwie nicht.
Auch mein Mann rät mir davon ab, weil das ja sowieso keiner nachprüfen könne.

Zu einer Behandlungsvereinbarung sind meine Klinikärzte leider wieder einmal nicht bereit.







Sollte ich NIE mehr in der stationären Klinik landen UND mein Neuroleptikum angemessen reduzieren können, war die letzte Therapie meiner Ärzte

ärztliche Kunst

und ich bin gegenwärtig bloß zu dumm, das zu kapieren.






Das alles war meine subjektive, persönliche Meinung.

Grüße
Axala

Re: Axala: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Axala »

Thema: ich möchte kein Mitglied mehr in diesem Forum sein


Lieber Oliver, liebes Team, liebe Mitglieder,

ich möchte euer Forum verlassen.
Danke an das Team für alle schnelle Hilfe.
Danke, dass es ein solches Forum gibt und dass es so viel Wissen enthält.
Bitte kennzeichnet mich als Nichtmitglied.

Danke


Alle meine Beiträge, die ich in diesem Forum geschrieben habe, möchte ich widerrufen und meine Meinung dahingehend ändern, dass ich mich der Mainstream-Meinung dieses Forums anschließe, wie sie durch Oliver und das Team(die Moderatoren) und langjährige Mitglieder verkörpert wird.

Bei allen Lesern meiner Beiträge, denen ich schlechte Gefühle gemacht habe, möchte ich mich in aller Form dafür entschuldigen.

Grüße und alles Gute für euch alle im Forum
padma
Moderatorenteam
Beiträge: 22704
Registriert: 06.01.2013 17:04
Hat sich bedankt: 12349 Mal
Danksagung erhalten: 7669 Mal

Re: Axala: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von padma »

hallo Axala, :)

was ist los?
Selbstverständlich löschen wir deinen account, wenn du das wünscht. Es ist für uns alle jedoch hilfreich, wenn du kurz schreiben könntest, was der Grund ist ( wenn dir das lieber ist, per PN)

Manchmal lassen sich die Probleme, die zu dem Löschwunsch führen, auch lösen.

Falls wir deinen account löschen sollen, müssten wir noch wissen, ob dein thread und/oder deine Beiträge erhalten dürfen.

Du brauchst dich nicht zu entschuldigen! Jede/r hat seine eigene Sicht auf die Dinge und das ist in Ordnung so. Jede/r bereichert durch seine Sicht das Forum.

liebe Grüsse, :hug:
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

padma
Moderatorenteam
Beiträge: 22704
Registriert: 06.01.2013 17:04
Hat sich bedankt: 12349 Mal
Danksagung erhalten: 7669 Mal

Re: Axala: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von padma »

hallo Axala, :)

da du dich nicht mehr gemeldet hast, setzte ich deine Bitte jetzt um und lösche deinen Account.
Du kannst dich, wenn du das möchtest, später wieder neu anmelden.

Ich wünsche dir alles Gute,
liebe Grüsse,
padma
Axala
Beiträge: 0
Registriert: 26.09.2020 09:50
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

re: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Axala »

Hallo :D


1. unterschiedliche Dosen an mehreren Tagen

In meinem Beitrag vom 17.01.2017 in diesem Thread habe ich folgendes geschrieben:
2. Absetzen in Zyklen mit evtl. wechselnden Dosen

(10mg,10mg,10mg,9mg)=9,75mg drei Wochen lang MINDESTENS, Dauer jederzeit änderbar
(10mg,9mg)=9,5mg drei Wochen lang MINDESTENS, Dauer jederzeit änderbar
(10mg,9mg,9mg,9mg)=9,25mg drei Wochen lang MINDESTENS, Dauer jederzeit änderbar
(9mg)=9mg drei Wochen lang MINDESTENS, Dauer jederzeit änderbar
usw.

Von dem unter Punkt 2 Geschriebenen (besonders a, c, d) möchte ich mich heute distanzieren, denn es hat mir nicht gutgetan – es war für mein ZNS wohl zu belastend, zumal ich auch so schon mehrere Dosisänderungen (Höherdosierungen und zurück) leider vornehmen musste.

Aus heutiger Sicht hätte ich also besser auf das Moderatoren-Team hören müssen und habe mir durch meine Besserwisserei nur unnötig selbst geschadet. Und vielleicht auch anderen.

Ein konstantes Dosis-Einnahmeintervall über 48 Stunden über mehrere Wochen/Monate habe ich aber gut vertragen, zumal, wenn es keine Höherdosierungen vorher gab.




2. Hoffnung und Zuversicht


Ich habe jetzt wieder mehr Hoffnung und Zuversicht.
Ohne geht es ja nicht oder nur schlecht.

Außerdem weiß ich vom BPE, dass die Leitlinien wohl geändert wurden.

Es gibt eben auch Dinge, die besser werden, auch wenn ich selbst altersbedingt davon wahrscheinlich nicht mehr profitieren kann, aber dafür die nachfolgenden Generationen, also die jungen Leute.


Grüße
Signatur: bei Interesse draufklicken
► Text zeigen
padma
Moderatorenteam
Beiträge: 22704
Registriert: 06.01.2013 17:04
Hat sich bedankt: 12349 Mal
Danksagung erhalten: 7669 Mal

Re: Axala: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von padma »

hallo Axala, :)

willkommen zurück.
Ich habe deinen post in deinen alten thread geschoben.

Es freut mich sehr, dass du wieder mehr Hoffnung und Zuversicht hast. :D

Danke dir, dass du uns deine Erfahrung mitteilst.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Axala
Beiträge: 0
Registriert: 26.09.2020 09:50
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

Re: Axala: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von Axala »

Hallo,


meiner Signatur kann man entnehmen, dass ich derzeit zwei NL fest nehme.


Im Frühling 2020 hatte ich einen psychotischen Angriff. Es kann keine beginnende Entzugspsychose gewesen sein, da ich etwa ein Jahr vorher auf derselben Dosis war und ich kann heute auch einen Auslöser (nichtwissenschaftlich) erkennen. Diesen werde ich zukünftig in der damaligen Intensität meiden müssen.


Symptome waren: Verfolgungswahn mit Ängsten „vom Feinsten“ und Wahngedanken. Ziemlich gruselig. Glücklicherweise habe ich diesen beginnenden Schub medikamentös in den Griff kriegen können und so einen Klinikaufenthalt vermeiden können.


Ich habe Perphenazin höher dosiert und Levomepromazin als Bedarfsmedikament angesetzt. Perphenazin habe ich, als ich wieder stabil war, zurückgesetzt, aber Levomepromazin habe ich in einer geringen Dosis beibehalten, weil ich endlich mal wieder gut geschlafen habe und auch länger ohne Unterbrechungen.


Jetzt meine Frage:
Soll ich erst Levomepromazin vollständig ausschleichen?

Versuch einer eigenen Antwort, ob ich ZUERST Levomepromazin ausschleichen soll:

• was für mich für JA spricht:

o Levomepromazin kann ich ohne Probleme relativ schnell ohne Angst vor einem psychotischen Schub ausschleichen, da es nur gering antipsychotisch wirkt und es sich bei 5mg wirklich um eine MINI-Dosis handelt, deren Wirkung ich aber trotzdem merke.

o Polypharmazie ist blöd; ich würde viel lieber nur noch ein NL nehmen

o wenn man ein NL länger nimmt, verliert es seine Wirkung, d.h. ab einer bestimmten Einnahmedauer wirkt Levomepromazin nicht mehr, aber ich werde mehr davon abhängig und muss die Dosis erhöhen

 da ich ein Problemfall bin und zwischen zwei Perphenazinreduktionen, die ca. 10% betragen werden, eine größere Zeitspanne wählen sollte als z.B. Ersterkrankte (ich dachte bei mir etwa an mindestens 8 Wochen bis ein Vierteljahr) wirkt Levomepromazin sowieso nicht mehr lange in dieser Dosis

o im Fall eines erneuten psychotischen Schubes muss ich als Bedarf eine NOCH höhere Levomepromazin-Dosis wählen



• was für mich für NEIN spricht:

o wenn Levomepromazin wirkt, kann ich mein mittel bis gut antipsychotisch wirkendes Medikament Perphenazin viel besser ausschleichen, weil Levomepromazin sehr gut sediert

o mit Levomepromazin kann ich viel besser durchschlafen – Schlaf ist bei Psychotikern extrem wichtig

o die derzeitigen 5 mg sind wirklich nur eine MINI-Dosis

o wenn ich jetzt Levomepromazin ausschleichen würde, würde ich weniger als 5 Stunden schlafen und die auch nicht mal zusammenhängend, denn von diesen 5 mg bin ich inzwischen abhängig.


• JAIN

o Ich könnte auch Levomepromazin beibehalten, bis ich beim Perphenazin bei einer bestimmten Dosis bin. Ich würde dann eine extrem langsame Absetzzeit bei Perphenazin wählen

o ich könnte auch Perphenazin und Levomepromazin langsam abwechselnd ausschleichen – das hätte auch was, weil sich diese Medikamente in ihren Rezeptorbelegungen unterscheiden. Als Abstand zwischen den beiden Medikamenten würde ich mindestens 4-6 Wochen oder noch länger wählen.




Also, ich weiß nicht so recht, was ich jetzt machen soll.
Meine Meinung ändert sich alle paar Stunden.


Ich könnte natürlich vor/ kurz nach einer Perphenazinreduktion bei Bedarf Levomepromazin ansetzen. Sagen wir mal, höchstens 10 Tage insgesamt.
Damit könnte ich aber das ZNS geringfügig durcheinanderbringen.
Aber ich könnte die größte Unruhe erst mal überstehen und einen guten Schlaf erzwingen. Das ist aber auch nichts so wirklich.

Allerdings sind bei wirklich extrem langsamem Reduzieren (10% in einem halben Jahr) von Perphenazin keine großen, nicht auszuhaltenden Absetzerscheinungen zu erwarten, aber ich werde nie fertig, weil ich vorher sterbe.


Und, weil ich ja ein Problemfall bin, muss ich sowieso extrem langsam ausschleichen.

Und ich muss realistischer weise auch weiterhin mit psychotischen Angriffen rechnen, die ich abwehren muss. Das macht die ganze Sache noch einmal kompliziert, denn das in diesem Fall unbedingt notwendige Hochdosieren beeinträchtigt und verzögert den Entzug.


Also, meine Meinung zum Thema wechselt ständig.
Hin und her.




Was ist eure Meinung, bzw. was sind eure Gedanken dazu?

Freue mich sehr über jede Meinung, besonders mit Begründung.


Grüße
Signatur: bei Interesse draufklicken
► Text zeigen
padma
Moderatorenteam
Beiträge: 22704
Registriert: 06.01.2013 17:04
Hat sich bedankt: 12349 Mal
Danksagung erhalten: 7669 Mal

Re: Axala: Perphenazin reduzieren und langfristig absetzen

Beitrag von padma »

hallo Axala, :)

das ist wirklich sehr komplex.

Du könntest die Sache vom Ziel her, überlegen. Wenn ich das richtig sehe, ist dein Ziel eine möglichst niedrige Erhaltungsdosis zu erreichen, mit der Option, wenn sich eine psychotische Episode ankündigt, hochzudosieren und/oder was dazu zu nehmen.

Prinzipiell ist eine Monotherapie natürlich besser, Ausnahme ist natürlich, wenn du zwei NL wegen ihrer unterschiedlicher Wirkung( antipsychotisch/ sedierend) brauchst.

Ausreichender Schlaf ist wirklich sehr wichtig für dich.

Was meinst du, wie könnte deine Erhaltungsmedikation aussehen?
o wenn Levomepromazin wirkt, kann ich mein mittel bis gut antipsychotisch wirkendes Medikament Perphenazin viel besser ausschleichen, weil Levomepromazin sehr gut sediert
Das würde ich nicht als Argument nehmen, weil es eher problematisch ist, Absetzsymptome durch ein sedierendes Mittel zu deckeln. Du merkst dann nicht, ob du schon weiter reduzieren kannst und Absetzsymptome können sich unter der Deckelung im Hintergrund anreichern. Daher ist das bestenfalls ein Plan B, wenn nichts anderes möglich ist.
Ich könnte natürlich vor/ kurz nach einer Perphenazinreduktion bei Bedarf Levomepromazin ansetzen. Sagen wir mal, höchstens 10 Tage insgesamt.
Damit könnte ich aber das ZNS geringfügig durcheinanderbringen.
Das finde ich aus selbigem Grund nicht so sinnvoll.

Ich finde den wichtigsten Punkt bei deinen Überlegungen, wie du den ausreichenden Schlaf sicherstellst. Und dass du eine gute Option hast, wie du ggfs. eine sich ankündigende Episode abfangen könntest.

Das ist jetzt kein direkter Rat, aber vielleicht ein paar Anregungen für deine Überlegungen. Du kennst dich selbst ja sehr gut damit aus, wie die Mittel bei dir wirken und auch wie du auf Reduktionen reagierst.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Antworten