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HoneyCake: Angst vor Absetzen; was ist Psychosomatisch und was ist das Absetzen

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HoneyCake
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HoneyCake: Angst vor Absetzen; was ist Psychosomatisch und was ist das Absetzen

Beitrag von HoneyCake »

Hallo liebe Mitleidenden,


wie ihr meiner Signatur entnehmen könnt, gehöre ich noch nicht lange zu denjenigen die ADs einnehmen.
Wahrscheinlich durch Corona, Homeoffice, Isolation und dazu noch ein furchtbares Hormonchaos bekam ich urplötzlich zu meiner Philosophen Vorerkrankung schreckliche Angstzustände, Panikattacken, usw....

Eigentlich war ich immer strikt gegen ADs aber meine hoffnungslose Lage ließ mich nach jedem Strohhalm greifen. Nach einem ersten misslungenen Versuch mit Opipramol- griff ich dann zu Escitalopram. Das Eindosieren ging bei mir über 6 Wochen und war begleitet von einer Erstverschlechterung (musste fast in die Notaufnahme). Jeder Tropfen mehr war eine Qual - bis ich bei 8mg angekommen war. Meine Ängste verbesserten sich zunehmend und sogar meine Hormone pendelten sich wieder ein. Auf 9mg hochzugehen nach 2 Wochen war dann ebenfalls Horror - aber mein Neurologe pushte mich an und so ging ich von 8mg auf 9mg und dann schnell auf 10mg. Die üblichen Nebenwirkungen (Übelkeit und Durchfall) hörten auf und meine Ängste und Zwangsgedanken wurden weniger. Ich konnte mit Hilfe meiner Therapie etwas mehr zurück ins Leben kommen und meine Ängste besser verstehen und akzeptieren.

Allerdings fühlte ich mich mit den 10mg überhaupt nicht wohl. Mir war oft schwindelig, ich hatte ein Gefühl neben mir zu stehen, alles war zweidimensional und auch meine Sehstörungen wurden schlimmer.
Also entschied ich mich zusammen mit dem Neurologen auf meine Wohlfühldosis runterzugehen - und dann auch schritt für Schritt ganz runterzugehen und das Medikament auszuschleichen.

Am 11.09.2020 setzte ich dann von den 10mg Tabletten um auf 9mg Tropfen.
Die Tropfen kannte ich ja vom Einschleichen und die Tabletten hatte ich nicht lange genommen.
Ich merkte erstmal nichts. Langsam lichtete sich aber dieser komische Schatten vor meinen Augen und das dreidimensionale Sehen kam zurück 😊.
Nun bin ich genau 4 Wochen auf den 9mg und wollte bald auf die 8mg runtergehen.
Seit einer Woche bemerke ich allerdings, dass ich häufig Übelkeitsschübe habe, mir ist sehr oft richtig heftig Schwindelig und ich spüre etwas mehr Angst.

Kann das überhaupt sein nach der kurzen Einnahme? Kann es überhaupt sein, dass von 10mg auf 9mg nach der kurzen Zeit solche Nebenwirkungen macht?
Ich will einfach wieder runter auf meine 8mg und dann nächstes Jahr auch runter auf 7mg usw....
Aber die Angst, dass dies jetzt die Absetzerscheinungen sind, lassen mich gerade zweifeln.

Mein Therapeut und mein Neurologe sprechen von Psychosomatischen Nebenwirkungen 😞. Aber den Unterschied zu erkennen, dass ist glaube ich die Kunst.

Vielleicht könnt ihr mir ja eure Erfahrungen mitteilen.

Liebe Grüße,
HoneyCake
Zuletzt geändert von Towanda am 07.10.2020 09:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Namen im Titel ergänzt
Ausgangssymptome:seit 2013 Jahr bis heute: Emetophobie->in Verhaltenstherapie seit 2014 immer wieder Phobiefreie Phasen;
28.04.2020 Hormonelle Verhütung (Antibabypille) nach 18 Jahren abgesetzt :party: Ausbleiben der Regel bis Juni 2020
seit 06.05.2020: plötzlich einsetzende starke Angstzustände, Zwangsgedanken, Panikattacken

Diagnose: Emetophobie mit Essstörung (seit 2014); gen. Angststörung, Panikstörung, Zwangsstörung/Zwangsgedanken -> Diagnosen gestellt Ende Mai 2020
Medikation: Opipramol (nach ca. 2 Wochen abgesetzt ohne Ausschleichen)
-Wirkstoff 150 mg/Tag; Mai 2020 bis Mai 2020 – Nebenwirkungen: Alpträume, Schlafstörungen, Benommenheit, Verschlechterung der Symptomatik
Medikament 2: Escitalopram:
Einschleichphase mit Tropfen über 6 Wochen bis bei 10 mg.
Juni 2020 bis Oktober 2020 – Erwünschte Wirkung: weniger Panikattacken, keine unkontrollierbaren Angstschübe, Autofahren wieder möglich, einkaufen ebenfalls.
Nebenwirkung: bei 10mg Derealisation, gehäuft Schwindel, vermehrte Angst, Sehstörungen
Wohlfühldosis lag bei 7-8 Tropfen; von Neurologe empfohlen auf 10mg hochzugehen. Ab 9 Tropfen starke Beschwerden (s. oben bei Nebenwirkungen :zombie: )

Absetzverlauf:
Ausgangsdosis: Escitalopram 10mg (Tablette/Tropfen)
11.09.2020 Escitalopram 9 mg - keine Symptome
20.09.2020 Panikattacken treten wieder verstärkt auf
22.09.2020 Schwindelattacken/Zittern in den Beinen
01.10.2020 Übelkeit
05.10.2020 Zwangsgedanken zugenommen; Derealisation weg
12.10.2020 runter auf 8mg Escitalopram (Tropfen)
13.10.2020 Übelkeit (leicht), Magenschmerzen, Schwindel
14.10.2020 siehe 13.10.2020
15.10.2020 starke Übelkeit, Angst, Panikattacke, Schwindel
Towanda
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Re: HoneyCake: Angst vor Absetzen; was ist Psychosomatisch und was ist das Absetzen

Beitrag von Towanda »

Hallo HoneyCake,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

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Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
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Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,

viele Grüße, Towanda
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27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
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Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
padma
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Re: HoneyCake: Angst vor Absetzen; was ist Psychosomatisch und was ist das Absetzen

Beitrag von padma »

hallo HoneyCake, :)

auch von mir willkommen.

Was ist denn eine Philosophenvorerkrankung?
28.04.2020 Hormonelle Verhütung (Antibabypille) nach 18 Jahren abgesetzt :party: Ausbleiben der Regel bis Juni 2020
seit 06.05.2020: plötzlich einsetzende starke Angstzustände, Zwangsgedanken, Panikattacken
Da liegt ein Zusammenhang sehr nahe. Hormonelle Veränderungen können massive, auch "psychische " Symptme, auslösen. Es braucht Zeit bis die Hormone sich wieder einpendeln, ein AD ist da keine Lösung.
gen. Angststörung, Panikstörung, Zwangsstörung/Zwangsgedanken -> Diagnosen gestellt Ende Mai 2020
Diese Diagnosen finde ich daher sehr voreilig.

Du verträgst AD offensichtlich sehr schlecht, sowohl auf Opipramol als auch auf Escitalopram hast du mit starken NW reagiert.
Kann das überhaupt sein nach der kurzen Einnahme? Kann es überhaupt sein, dass von 10mg auf 9mg nach der kurzen Zeit solche Nebenwirkungen macht?
Das kann durchaus sein. Du nimmst es seit Juni, also seit 4 Monaten. Da ist es bereits fest im Hirnstoffwechsel eingebaut.
Zudem reagierst du sehr sensibel auf diese Substanzen. Das gibt es leider, dass man einerseits unter NW leidet, andererseits sehr sensibel auf das Absetzen reagiert.
Nun bin ich genau 4 Wochen auf den 9mg und wollte bald auf die 8mg runtergehen.
Seit einer Woche bemerke ich allerdings, dass ich häufig Übelkeitsschübe habe, mir ist sehr oft richtig heftig Schwindelig und ich spüre etwas mehr Angst.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Absetzsymptome zeitverzögert auftreten. Ich würde jetzt noch nicht weiter reduzieren, sondern erstmal warten, bis die Symptome überwiegend abgeklungen sind.
Mein Therapeut und mein Neurologe sprechen von Psychosomatischen Nebenwirkungen 😞. Aber den Unterschied zu erkennen, dass ist glaube ich die Kunst.
Es gibt zwar einen Noceboeffekt, das halte ich aber für unwahrscheinlich. Du hast ja vermutlich nicht erwartet, dass sich bei der Reduktion Absetzsymptome einstellen. Ich denke, das wäre dann auch gleich nach der Reduktion passiert.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

HoneyCake
Beiträge: 1
Registriert: 06.10.2020 17:42

Re: HoneyCake: Angst vor Absetzen; was ist Psychosomatisch und was ist das Absetzen

Beitrag von HoneyCake »

Hallo liebe Padma,

ganz vielen lieben Dank für deine Antwort (die ich leider erst jetzt gesehen habe- musste erstmal die Benachrichtigung aktivieren).
padma hat geschrieben: 07.10.2020 19:34 Was ist denn eine Philosophenvorerkrankung?
Ich musste herrlich lachen und gleichzeitig muss ich sorry sagen :D.
Es soll natürlich PHOBIESCHE VORERKRANKUNG heißen.
Also meine Emetophobie. Diese Autokorrektur...
padma hat geschrieben: 07.10.2020 19:34 Da liegt ein Zusammenhang sehr nahe. Hormonelle Veränderungen können massive, auch "psychische " Symptme, auslösen. Es braucht Zeit bis die Hormone sich wieder einpendeln, ein AD ist da keine Lösung.
Ich war relativ schnell nach dem Absetzen der Pille beim Frauenarzt, Neurologen und habe auch mit meinem Therapeuten darüber gesprochen- niemand wollte etwas davon hören. Also so nach dem Motto „das kann nicht von den Hormonen kommen“. Für mich war definitiv klar, dass es auf jeden Fall etwas in meinem Körper machen muss. Meine Regel fiel ja komplett aus und mein Körper war durcheinander. Zumal man ja auch sagen muss, dass meine Phobie damals erst mit Einnahme der Pille anfing. Da weiß man halt auch nicht was zuerst da war - die Henne oder das Ei.
Auf jeden Fall wollte mir kein Arzt zustimmen, dass der Zustand allgemein durch das absetzen der Pille verschlechtert wurde - lieber gleich Antidepressiva :?
padma hat geschrieben: 07.10.2020 19:34 Du verträgst AD offensichtlich sehr schlecht, sowohl auf Opipramol als auch auf Escitalopram hast du mit starken NW reagiert.
Ich reagiere grundsätzlich auf alles was im Hirn wirkt extrem stark. Alkohol trinke ich keinen, selbst ein kleines Sektglas spüre ich direkt und werde aggressiv und weinerlich. Narkosen müssen bei mir extra eingestellt werden und extrem niedrig dosiert sein. Medikamente wie Vomex oder Ähnliches (alles was müde macht), versetzten mich sofort und selbst bei Kinderdosen in einen Dornröschenschlaf. Aber auch davon wollte irgendwie keiner etwas hören, in Bezug auf das Escitalopram-> da passiert nix. Die Symptome beim einschleichen sind normal, da muss ich die Zähne zusammenbeißen.
padma hat geschrieben: 07.10.2020 19:34 Es ist nicht ungewöhnlich, dass Absetzsymptome zeitverzögert auftreten. Ich würde jetzt noch nicht weiter reduzieren, sondern erstmal warten, bis die Symptome überwiegend abgeklungen sind.
Ich bin „leider“ vor 3 Tagen auf die 8 Tropfen runtergegangen. Seit gestern ist die Übelkeit wirklich extrem schlimm. Ich nehme dagegen nix ein nur Tee und Liegen hilft und manchmal etwas Yoga (wenn der Schub mal nachlässt). Auch komme ich mir verwirrt vor, bzw. direkt nach dem Aufstehen leicht unkoordiniert und dann bekomme ich natürlich Angst. Die Angst ist heute teilweise kaum auszuhalten. Musste das Einkaufen vorher abbrechen, wegen der Übelkeit und der Angst. Der Schwindel ist mittlerweile so ein Begleitsymptom an das ist mich schon fast gewöhnt habe - und ich bin den ganzen Tag müde, müde, müde.... ich könnte wirklich nur schlafen.
So ging es mir jetzt schon lange nicht mehr. Zurück auf die 9 Tropfen möchte ich eher nicht. Ich versuche es jetzt mal bei den 8 Tropfen zu lassen und bleibe dort eher länger.
padma hat geschrieben: 07.10.2020 19:34 Du hast ja vermutlich nicht erwartet, dass sich bei der Reduktion Absetzsymptome einstellen.
Doch, ich habe schon etwas darauf gewartet. Seit der Einnahme des Zeugs wusste ich, dass ich mal irgendwann „Absetzen“ will und musst... vor diesem Schritt graute es mir natürlich. Und ich wartete schon etwas auf die Symptome beim Absetzen. Aber hat eben länger gedauert wie jetzt von den 9 auf 8 Tropfen. Seit 3 Tagen bin ich echt ein Mülleimer-> so fühle ich mich zumindest.

Liebe Grüße und ganz vielen lieben,

HoneyCake
Ausgangssymptome:seit 2013 Jahr bis heute: Emetophobie->in Verhaltenstherapie seit 2014 immer wieder Phobiefreie Phasen;
28.04.2020 Hormonelle Verhütung (Antibabypille) nach 18 Jahren abgesetzt :party: Ausbleiben der Regel bis Juni 2020
seit 06.05.2020: plötzlich einsetzende starke Angstzustände, Zwangsgedanken, Panikattacken

Diagnose: Emetophobie mit Essstörung (seit 2014); gen. Angststörung, Panikstörung, Zwangsstörung/Zwangsgedanken -> Diagnosen gestellt Ende Mai 2020
Medikation: Opipramol (nach ca. 2 Wochen abgesetzt ohne Ausschleichen)
-Wirkstoff 150 mg/Tag; Mai 2020 bis Mai 2020 – Nebenwirkungen: Alpträume, Schlafstörungen, Benommenheit, Verschlechterung der Symptomatik
Medikament 2: Escitalopram:
Einschleichphase mit Tropfen über 6 Wochen bis bei 10 mg.
Juni 2020 bis Oktober 2020 – Erwünschte Wirkung: weniger Panikattacken, keine unkontrollierbaren Angstschübe, Autofahren wieder möglich, einkaufen ebenfalls.
Nebenwirkung: bei 10mg Derealisation, gehäuft Schwindel, vermehrte Angst, Sehstörungen
Wohlfühldosis lag bei 7-8 Tropfen; von Neurologe empfohlen auf 10mg hochzugehen. Ab 9 Tropfen starke Beschwerden (s. oben bei Nebenwirkungen :zombie: )

Absetzverlauf:
Ausgangsdosis: Escitalopram 10mg (Tablette/Tropfen)
11.09.2020 Escitalopram 9 mg - keine Symptome
20.09.2020 Panikattacken treten wieder verstärkt auf
22.09.2020 Schwindelattacken/Zittern in den Beinen
01.10.2020 Übelkeit
05.10.2020 Zwangsgedanken zugenommen; Derealisation weg
12.10.2020 runter auf 8mg Escitalopram (Tropfen)
13.10.2020 Übelkeit (leicht), Magenschmerzen, Schwindel
14.10.2020 siehe 13.10.2020
15.10.2020 starke Übelkeit, Angst, Panikattacke, Schwindel
Susanne1978
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Re: HoneyCake: Angst vor Absetzen; was ist Psychosomatisch und was ist das Absetzen

Beitrag von Susanne1978 »

Hallo Honeymoon Cake, die Antibabypille ist ein Mikronährstoffräuber....
Guck mal bitte hier www.generation-Pille.de

Lg Susanne
Seit ca. 1998 nehme ich Antidepressiva
Doxepin, Sertralin, Venlafaxin

03/2017 nehme ich 150 mg Venlafaxin

01.12.2018 = abzgl. 5% = 142,50 mg
01.02.2019 = abzgl. 10% = 128,25 mg
01.03.2019 = abzgl. 10% = 115,50 mg
01.04.2019 = 112,50 mg
01.06.2019 = abzgl. 5% = 106,88 mg
11.07.2019 = abzgl. 5% = 101,54 mg
10.08.2019 = 100,00 mg
11.09.2019 = abzgl. 5% = 95,00 mg
29.10.2019 = abzgl. 8% = 87,50 mg
Einnahme vergessen am 18.12.19!
12.01.2020 = abzgl. 5% = 83,00 mg
18.02.2020 = abzgl. 10% = 75,00 mg
01.05.2020 = abzgl. 10% = 67,50 mg
02.07.2020 = abzgl. 7,5% = 62,50 mg
26.08.2020 = abzgl. 10% = 56,25 mg
23.10.2020 = abzgl. 10% = 50,00 mg
padma
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Re: HoneyCake: Angst vor Absetzen; was ist Psychosomatisch und was ist das Absetzen

Beitrag von padma »

hallo HoneyCake, :)

die Autokorrektur prodzuziert manchmal wirklich lustige Sachen :rotfl: . Aber da bin ich echt nicht dahinter gekommen. :?
Ich reagiere grundsätzlich auf alles was im Hirn wirkt extrem stark.
Es ist gut, dass du das weisst. Dann ist es wirklich wichtig, bei allen Substanzen die gehirngängig sind, sehr vorsichtig zu sein.
Bzgl. des Ausschleichens würde ich dir dann wirklich sehr langsames Vorgehen empfehlen. Du kannst einen Tropfen mit Hilfe der Wasserlösemethode teilen und so weniger als einen Tropfen reduzieren.

Zum Thema Übelkeit haben wir einen extra thread. Du findest ihn über unsere Themenübersicht unter U.

liebe Grüsse und gute Besserung,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
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FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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