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... macht bitte alle bei unserer Umfrage zum Verschreibungsgrund mit :)


Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

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Nosleep_303
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Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo Leute!
Ich nehme seit 11 Monaten tägliche Benzodiazepine zu mir und würde mich sehr freuen wenn ihr mir weiterhelfen könntet, bezüglich Benzo Entzug, speziell Rivotril ( Clonazepam).

Ich habe jetzt nur noch 1x 2mg Clonazepam und 1x 2.5mg Lorazepam zuhause.
Die muss ich mir aber aufbehalten, da ich diese Woche ein Vorstellungsgespräch habe und ich dort schwer erscheinen kann, wenn ich Entzugserscheinungen hab.
Ich habe diesen Dienstag einen Termin bei meinem Psychiater, ich werde ihn fragen ob er mir Diazepamtropfen (Psychopax) verschreiben kann , damit ich so "angenehm" wie möglich abosieren kann, falls das mit meinem Job etwas wird, damit ich auch in die Arbeit gehen kann.
(in meinem Land gibt es keine Clonazepamtropfen)

Ist das überhaupt möglich während des Entzuges arbeiten zu gehen??
Mir ist es sehr wichtig den Job zu bekommen, da ich durch den zweiten Corona Lockdown, sonst sehr einsam bin und mir die Abwechslung zu Arbeiten und meinem psychischem Zustand sehr gut tun würde.

Ich denke aber nicht, dass es so einfach wird meinem Psychiater, zu überzeugen weitere Benzos zu erhalten, da er ein ziemlicher Benzogegner ist.

Kurz zu mir:
Vor genau 1 Jahr ist die jahrelange Beziehung zwischen mir und meiner Freundin auseinander gegangen.
Ich war durch die Trennung viel Zuhause und hab mich dadurch sehr einsam und leer gefühlt, damit bin ich Tag für Tag immer weniger klar gekommen und somit konnte ich Abends irgendwann gar nicht mehr schlafen.
Anfang Februar ging ich dann zu meinem Hausarzt und erklärte ihm meine Situation.
Mein Hausarzt verschrieb mir als aller erste Schlaftablette, das kurzwirksame Benzodiazepin Halcion (Triazolam).

Mitte März kam Corona und die Ausgangssperre, somit musste man nur in der Arztpraxis telefonisch anrufen um sich sein Rezept für seine Medikamente verlängern zu lassen.
Die Ordinationsgehilfin wusste vermutlich nicht, dass sie mir Benzos auf meine Ecard buchte.
Somit habe ich mir jede Woche eine 10er Packung Halcion auf meine Ecard buchen lassen.

Zu Beginn von Corona, fing ich an zum Psychologen und Psychiater zu gehen.
Denen habe ich aber bewusst nichts von meinem Benzokonsum erzählt, weil ich Angst hatte sie würden das meinen Hausarzt mitteilen und ich bekomme somit keine Benzos mehr….

Von meinem Psychiater habe ich auch Antidepressiva verschrieben bekommen (zb: Sertralin, Citalopram, Wellbutrin, Trittico), aber ich habe keines der Antidepressiva vertragen.
Auch nach Wochen bzw. Monaten habe ich keinen Unterschied an meinem psychischen Zustand bemerkt, außer körperliche negative Symptome, deshalb habe ich die Antidepressiva nach 5 Monaten wieder abgesetzt.
Ich habe außerdem auch alles Mögliche an Schlafmittel vom Psychiater verschrieben bekommen, also sämtliche Antihistaminika, Antipsychotika etc.


Erst im Juli war ich ehrlich zu meinem Psychiater und habe ihm die Wahrheit mit mir und den Benzos erzählt und warum ich ihn aus Angst belogen habe.
Ich hatte nun wirklich vor einen ambulanten Entzug durchzuziehen und wie von Psychiater verordnet, verringerte ich alle 4 Tage meine Dosis um ein Viertel.
Angefangen habe ich den ambulanten Entzug mit 6 mg Rivotril über den Tag verteilt und 75mg Praxiten am Abend.
Die ersten 3 Wochen klappte es sehr gut und ich hatte wenig bis gar keine Entzugserscheinungen.

Aber als ich von 0,1mg auf 0.75mg Rivotril reduzieren musste, merkte ich dass es doch nicht so einfach ist.
Die Entzugserscheinungen wurden so stark, bis ich es nicht mehr aushielt.
Also nahm ich ein wenig mehr um mich einigermaßen gesund zu fühlen…

Als ich den nächsten Termin beim Psychiater hatte, war ich ehrlich und sagte ihm dass ich die Benzos nicht reduzieren kann, solange die Packung Rivotril (0.5mgx100 Stk.) nicht aufgebraucht ist.
Mittlerweile ist die Packung natürlich längst leer und ich bin noch immer nicht auf 0mg.
Sondern ich habe immer ziemlich Stress, damit ich irgendwie über Umwege an Rivotril komme.

Ich bin jetzt noch immer auf 0,5mg bis 0,75mg Rivotril am Tag.
Ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll von 0.5mg auf 0mg Rivotril zu reduzieren, da sich die Entzugserscheinungen stark bemerkbar machen.

Meine eigentliche Frage lautet nun:
Hat jemand Erfahrung mit einem Rivotril Entzug und wie lange muss ich damit rechnen, dass die körperlichen Entzugssymptome weniger werden bzw. ganz verschwinden?

Also zusammen gefasst habe ich jetzt 11 Monate täglich Benzos konsumiert:
Von Jänner bis Juni Triazolam
von Juni bis Anfang August Alprazolam
kurzzeitig Oxazepam/Zolpidem/Psychopax(Valium)
Seit Anfang August bis jetzt Clonazepam.


Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Erfahrungen und Tipps für den Entzug von Clonazepam mitteilt.
Also mich Interessiert wie es euch dabei ergangen ist währenddessen und im Nachhinein.
Wie schlimm waren die körperlichen Symptome bei euch, wie lange haben die angehalten?
PS: Wisst ihr ob Pregabalin bei einem Entzug von Benzodiazepinen hilfreich sein kann?
Zuletzt geändert von Towanda am 01.11.2020 20:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Towanda »

Hallo Nosleep_303,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

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Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
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Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße, Towanda
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27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin
05.11.20 - 0,065 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Jamie »

Guten Morgen nosleep,

willkommen im Forum :)
Angefangen habe ich den ambulanten Entzug mit 6 mg Rivotril über den Tag verteilt und 75mg Praxiten am Abend.
Das ist eine horrende Menge, da ist dir ja der Konsum völlig entglitten.
Stimmen die Zahlen so?

Dass du es jetzt auf 0,5 - 0,75mg runter geschafft hast, ist beachtlich.

Um den Benzoentzug wirklich schaffen zu können, musst du als erstes eine feste Dosis festlegen.
Zwischen 0,5-0,75mg / d darf es nicht geben, du musst dich für eine konstante Menge entscheiden.
Das ZNS reagiert empfindlich auf Schwankungen und will aufgrund der Abhängigkeit immer mehr haben, deswegen darf es jetzt nur noch eine gleichbleibende Dosis geben und kein my und keine Ausrutscher mehr.

Setze vielleicht nicht bei den niedrigeren 0,5mg an, sondern entweder bei 0,75 oder du wählst eine Zwischenmenge von 0,65mg. (Bekommt man durch Wasserlösemethode bzw. Lösen in Wasser hin).

Die Äquivalenzdosis bei Rivotril ist: 0,5mg Rivotril = 10mg Diazepam
Bei 0,65mg wären es 13mg Dia.
(Umrechnungstabelle: https://www.adfd.org/austausch/viewtopi ... 017#p16017)

Prinzipiell wäre Clonazepam aufgrund der langen HWZ selbst dazu geeignet damit auszuschleichen, ohne auf Diazepam zu wechseln, aber wenn du es nicht beschaffen kannst, dann fällt diese Option ja weg.

Möglichkeiten, deinen Arzt zu überzeugen, dich im ambulanten Dia-Entzug (Umstellung) zu unterstützen:

1) Seriöse Begleitperson mitnehmen. Anbieten, dass diese die Benzos für dich verwahrt bzw. den Entzug mit überwacht
2) Arzt selber anbieten die Medikamente für dich zu verwahren und dir wöchentlich deine Wochendosis abzuholen
3) Privatrezepte akzeptieren
4) Absetztagebeuch führen, sodass der Arzt deine Schritte kontrollieren kann
5) Anbieten dir einen Therapeuten zu suchen (das würde ich dir auch abgesehen davon, dass du etwas damit erwirken willst, empfehlen. Ich denke du brauchst Unterstützung)
6) Schriftlich vorbereiten, was du selber schon geschafft hast abzusetzen
7) Mit der Arbeit argumentieren. Ich finde das ein sehr gutes Argument, außerdem kann Ablenkung den Entzug erleichtern.
PS: Wisst ihr ob Pregabalin bei einem Entzug von Benzodiazepinen hilfreich sein kann?
Mit der Anmeldung hier hast du eingewilligt, dich an unsere Ausrichtung und Nutzungsregeln zu halten :roll:.
Wir tauschen uns nicht über andere Medikamente aus, die man evtl.noch zusätzlich einnehmen könnte. Wenn du das möchtest, ist das ADFD nicht geeignet für dich, weil wir einen klaren Absetzschwerpunkt haben und psychopharmakakritisch sind.
Wenn du dich für so etwas entscheiden möchtest, respektieren wir das natürlich, aber wir gehen dazu nicht näher in den Austausch.

Alles Gute
Jamie
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Clarissa
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Nosleep.

Ich verstehe Dein Dilemma sehr sehr gut, ich war selber schwer benzoabhängig und habe den Ernst meiner Lage lange nicht erkannt.

Allerdings: Ich bin mit 66 J. älter als Du, habe eine längere Vorgeschichte mit psychiatrischen Therapien, besonders wechselnder Medikation, und mehrere Kaltentzüge hinter mir.

Meine Erfahrungen: weder Pregabalin noch irgendein anderes PP können den Benzoentzug hinreichend deckeln. Mit Pregabalin hättest Du zudem das nächste erhebliche Problem am Hals, es macht schnell abhängig und ist schwierig abzusetzen.

Ich hätte im Benzoentzug nicht arbeiten können. Ich mußte mich in die EU retten. Aber, wie gesagt: s.o.!

Meine körperlichen Symptome halten bis heute an. Alles irgendwie aushaltbar, aber wie Phönix aus der Asche bin ich leider nicht aus meiner PP-Vergangenheit emporgestiegen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ich persönlich bin der Meinung, Benzos sind außer in wenigen begründeten Ausnahmefällen (Notfällen) nie eine Lösung.

Teilnahmsvolle Grüsse von Clarissa.
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Nosleep_303
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo Clarissa & Jamie!

Danke für eure schnelle Antworten! :)

Ich bin gerade draufgekommen, ich habe meinen Psychiatertermin bereits heute.
Also kann ich in wenigen Stunden mehr berichten.


Und ja die Zahlen stimmen leider, ich habe viel zu viele Benzos genommen und auch in viel zu hoher Dosierung.
Obwohl mir durch meine Ausbildung die Gefahr von Benzodiazepinen sehrwohl bewusst war und auch der damit verbundene Entzug.

Ich hab vom Psychiater auch erst dann die Benzos verschrieben bekommen, wie ich ihm erzählt habe, wie lange und wieviel Benzos ich die letzten Monate konsumiert habe.
Warum ich es mit den Benzos so übersehen war, weil es mir lieber war ein paar Stunden gut gelaunt zu sein und ich Tätigkeiten nach gehen konnte.
Ohne Benzos bin ich viel Zuhause gesessen und war sehr einsam und traurig. (1 Lockdown)

Den letzten Kontrolltermin vor 1 Monat habe ich bewusst abgesagt, ich hab als Ausrede benutzt, dass ich krank bin.
Ich wollte nicht das 3x in Folge zu ihm kommen und wenn er mir die Frage stellt „ sind sie schon nüchtern und bei 0mg?“
Ich mit „NEIN, ich schaffe es nicht!, antworten muss.


Also mein Psychiater wird heute absolut nicht erfreut sein, wenn ich bei ihm bin.
Und sehr sehr kritisch sein, da ich in belogen habe wegen meiner verschwiegenen Benzosucht.
Ich habe früher in meiner Vergangenheit schon gewisse illegale Substanzen konsumiert, aber das habe ich ihm von Anfang an erzählt.
Regelnummer 1 ist ja bekanntlich: Verschreibe einem ehemalig Drogenkonsumenten niemals Benzos.

Aber ja ich hoffe wirklich dass ich ihn überzeugen kann, mit dem Argument eine Arbeit zu bekommen.

Ein stationärer Entzug wäre, denke ich nicht das richtige für mich, vor allem in diesen Coronazeiten.
Für meine psychische Gesundheit wäre es besser eine Arbeit zu haben und so langsam wie Möglich zu entziehen, damit ich eben Arbeiten kann...

Ich werde mich in ein paar Stunden melden & und euch berichten was der Psychiater zu mir gesagt hat.


Lg und dankenochmals
Bis nachher! :)
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo!
Also ich war heute beim Psychiater.
Ich war ganz ehrlich zu Ihm und hab ihm alles erzählt, auch wie wichtig es mir ist, in die Arbeit zu gehen.
Er war verständnisvoll und hilfsbereit.
Er hat gemeint eine letzte Chance gibt er mir noch.

Als ich Ihm das mit den Psychopax (Diazepam flüssig) vorgeschlagen habe, hat er zugestimmt.
Ich habe mit Ihm ausgemacht, sollte ich die Arbeitsstelle bekommen, werde ich langsam runterdosieren, um somit weniger Absetzerscheinungen zu haben.
Ansonsten werde ich schneller runterdosieren.
Einmal die Woche habe ich einen Kontrolltermin beim Psychiater.

Ich habe mir gedacht, ich lasse ab morgen das Clonazepam weg und wechsle auf 30 Tropfen Psychopax täglich (das sind 10mg Diazepam).
Die Frage die sich mir stellt, kann man mit Diazepam arbeiten gehen, ohne dass es anderen auffällt?
Soll ich die 30 Tropfen auf 1x nehmen oder über den Tag verteilt?

Also mit Clonazepam wäre es absolut kein Problem in die Arbeit zu gehen, da es ja kaum eine sedierende Wirkung hat.
Also Anfangs wäre es eher schwierig gewesen, da bin ich auch nach Einnahme vom Clonazepam nicht mit dem Auto gefahren, außerdem hab ich mir schwer etwas merken können.
Dass ich jetzt kaum mehr eine Wirkung vom Clonazepam spüre, liegt auch daran dass sich mein Körper in den letzten Monaten schon an die Wirkung gewöhnt hat.
Aber Diazepam wirkt ganz dennoch einiges sedierender als Clonazepam und generell ganz anders, meiner Erfahrung nach.

Jetzt meine Frage an euch, hat jemand Tipps & Erfahrung, wie ich die Dosisreduktion von den Psychopax am besten angehe?
in welchen Abständen soll ich die Dosis reduzieren?


Danke schon einmal für eure Antworten. :)

Lg und schönen Abend
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Jamie »

Hallo :),

ich kann dir nicht sagen, wie dein Körper auf Diazepam reagiert und ob du damit arbeitsfähig bleibst. Ich vermute eher schon, weil du ja Benzos auch in hohen Dosen gewöhnt bist.
Du solltest auch nicht auf einen Schlag umstellen, sondern Clonazepam ausschleichen und stattdessen Diazepam einschleichen, also überlappend umstellen.

Ich habe ehrlich gesagt das Gefühl, du hast dich nicht hinreichend informiert, wie ein solcher Entzug abläuft, auch wöchentliche Kontrolltermine sind zu viel, so schnell kann kein Mensch absetzen, denn man reduziert alle 2-4 Wochen bei Benzos um 10%, um deine Frage zu beantworten.

Um den Körper an Diazepam zu gewöhnen, sollte man wie gesagt das eine langsam rausnehmen und das andere dann soweit aufdosieren, bis du irgendwann mit dem Clonazepam auf Null bist und mit dem Dia auf der errechneten Äquivalenzmenge.

Wenn du direkt ohne Überlappen umstellen möchtest (was ich jedoch nicht empfehlen würde), dann solltest du definitiv die Menge splitten, damit es dich nicht umhaut.
Vielleicht den größten Teil der Menge dann abends.

Diazepam ist ein Spiegelmedikament, das heißt es wirkt erst nach einigen Tagen kontinuierlicher Einnahme voll. Deswegen muss man sich mindestens 5 Tage geben, um überhaupt einen Eindruck von der Wirkung zu bekommen.

Viele Grüße und toi toi toi für den Job, dass das klappt
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo Jamie!

Danke für deine Info!
Ja ich hab wirklich wenig Ahnung davon, anscheinend aber auch mein Psychiater, der im Gegensatz zu mir jahrelang Medizin studiert hat...

Ja das mit dem langsam umstellen, dürfte ein riesen Problem werden, mein Psychiater verschreibt mir bestimmt keine 100x Packung Rivotril es gibt zwar die 0.5mgx 100Stk. Packung, aber selbst die wird er mir nicht verschreiben.
Der wöchentliche Kontrolltermin, ist natürlich auch gut für seinen Verdienst, er ist Wahlarzt und ich bekomm nur einen Teil von meiner Versicherung zurück erstattet..


Also ja ich kann versuchen, über Umwegen und Wucherpreisen irgendwie an Clonazepam zu kommen um langsam umzustellen.
Wird aber sehr schwierig.


Lg und schönen Tag!
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Jamie »

Hallo nosleep, :)

wie viel Clonazepam-Reste hättest du denn noch? (also welche Stärke und wie viel Tabl.?)
Vielleicht kann man daraus was basteln und du musst nicht extra noch was besorgen.
Der wöchentliche Kontrolltermin, ist natürlich auch gut für seinen Verdienst, er ist Wahlarzt und ich bekomm nur einen Teil von meiner Versicherung zurück erstatte
Wie praktisch.... :wacko:

Grüße
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo!
Ich hab noch insgesamt 3mg Clonazepam, hab vor 2h bisschen was abgebissen, müssten so geschätzt 0.25mg gewesen sein.
Schwer genau zu dosieren bei den 2mg Tabletten.

Jetzt habe ich zusätzlich 10 Tropfen Diazepam genommen.


Lg
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Jamie »

Hallo nosleep :),

dann probiere es so:

0,25mg Clonazepam heute (plus 10 Tropfen Dia / bereits genommen) (3,4mg Dia)
0,25 Clonazepam heute Abend

Mi 0,25mg Clonazepam vormittags (plus 14 Tropfen irgendwann)
Mi 0,25mg Clonazepam Abend

Do 0,25mg Cl. (plus 18 Tropfen irgendwann)
Do 0,25mg Cl. Abend

Fr 0,25mg Cl. (plus 20 Tropfen) (6,8mg Dia)
Fr abends: abspringen von Rivotril und restliche 10 Tropfen Diazepam dazu nehmen

Ab dann (Sa) die 30 Tropfen Diazepam und schauen, wie man verteilt (30 Tropfen Psychopax = 10,2mg Diazepam)

--> 37 Tropfen enthalten laut Packungsbeilage 12,5mg Diazepam,
dann enthält 1 Tropfen gerundet 0,34mg Diazepam.

Bitte für das Forum immer mit mg-Angaben arbeiten (statt Tropfenangaben, sonst muss immer jeder raus suchen, wie viel mg Diazepam in 1 Tropfen Psychopax ist).


Viele Grüße
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo Jamie!

Danke nochmals für deinen Ratschlag, du hast mir sehr weitergeholfen.

3.11. hab ich am Vormittag 0.25mg Clonazepam genommen, am Nachmittag 3.4mg Diazepam und Abends nochmals 3.4mg Diazepam.
4.11 Vormittag 0.25 Clonazepam, Nm 3,74mg Diazepam und am Abend 3.4mg Diazepam.
5.11 Vm 0.25mg Clonazepam, am Nm 3.4mg Diazepam, sowie auch am Abend 3.4mg.
6.11 Vm 0.25 mg Clonazepam, und am Nachmittag 3.4mg Diazepam, aber am Abend leider 6,8mg Diazepam.


Ich hatte heute nicht so einen guten Tag und bin sofort wieder in mein altes Muster verfallen...
Ich hab zwar versucht es bleiben zu lassen, aber ich habs leider nicht geschafft.

Ich weiß nicht ob es gegen die Forum Regeln verstößt, aber wenn ich ehrlich bin, kenne ich keine Substanz auf diesen Planeten, wo das psychische Verlangen so hoch ist, es wieder nehmen zu wollen , wie bei Benzodiazepinen.
Nicht einmal Methamphetamin löst so einen großen Suchtdruck aus, wie Benzodiazepine....
Das war kein "safe use" und mir ist bewusst, ich hätte nicht machen sollen mehr Diazepam Tropfen zu nehmen.

Mir ist der Entzug sehr wichtig , da ich sonst stationär ins Krankenhaus muss und darauf habe ich absolut keine Lust.



Auf jeden Fall danke für deinen Tipp mit dem langsamen Umstellen von Clonazepam auf Diazepam.
Ab heute (7.11.20) werde ich, komplett auf die Diazepam Tropfen umsteigen.
Aber ich denke es ist vernünftiger die Dosis einmal täglich zu nehmen, als über den Tag verteilt. (am besten Abends)

Aber ja ich bin mir sicher, dass ich auf Diazepam arbeiten gehen kann, da meine Toleranz noch immer so hoch ist, dass ich keine sedierung wahrnehme.
Eher ganz im Gegenteil, ich habe eine sehr paradoxe Wirkung davon, mein Körper wird fit und ich fühl mich nach Einnahme der richtig munter.
Jegliche Müdigkeit verschwindet, wenn ich Benzodiazepine zu mir genommen habe. (körperliche Abhängigkeit....)



Lg und danke für deine Hilfe.
ich melde mich in ein paar Tagen
schönes Wochenende wünsche ich euch! :)
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Jamie »

Hallo nosleep, :)

gut zu lesen, dass es mit der Umstellung geklappt hat.
Dass es dich nicht müdigkeitsmäßig umhaut, habe ich mir schon gedacht, da du ja bereits sehr hohe andere Dosierungen gewöhnt warst.

Dass dich das Diazepam munter macht, finde ich allerdings etwas schräg - wobei ich da vermute, dass es tatsächlich eine maßgebende Abhängigkeit bei dir gibt; ist vermutlich ähnlich wie Schokolade bei mir - wirkt manchmal einfach stimmungsaufhellend / beruhigend. :roll: (ich glaube ich bin etwas schoko-süchtig).

Wir hatten hier mal Diskussionen, mit durchaus offenem und kontroversem Ausgang, inwieweit Benzos wirklich "am schlimmsten" von allen Stoffen abhängig machen, weil es gerade von Polytox-Betroffenen Schilderungen gibt, dass Benzos für sie schlimmer zum Wegkommen waren als zB Heroin oder Opiate.
Deine Erfahrung fügt sich da nahtlos ein, aber ich nehme sie wie alle anderen Schilderungen auch als individuelle Erfahrung wahr.
Selber war ich ja auch 8 Jahre benzoabhängig (Niedrigdosis), habe aber keinerlei Vergleich zu anderen Drogen, weil ich nie etwas Derartiges nahm. Aber die psychische Abhängigkeit... die habe ich stark gespürt und das hat mir auch zugesetzt.

Jetzt, letztes Jahr, bin ich chronisch schmerzkrank geworden (mit schlimmsten Schmerzattacken; 10 von 10 auf einer Skala) und lag über Weihnachten 2 Wochen im krankenhaus am Opioidtropf.
Mir gab das Morphium gar nichts, kein Kick, kein High. +
Nur weniger Schmerzen und Müdigkeit und massive Verstopfung.
Ich war absolut nicht hinter dem Zeug her, außer, um es zur Schmerzstillung für meine Trigeminusnerv-Atacken zu bekommen.
Danach kam noch eine Umstellung auf Palexia in hohen Mengen, was aber schlechter wirkte als Morphium.
Es folgte auch bei mir dann ein Entzug, als ich es weglassen wollte, aber da war kein psychisches Verlangen und kein Suchtdruck.
Körperlich hat es mich allerdings gebeutelt mit Unruhe, Angstzuständen, Panikattacken, Frieren und Schwitzen, Kribbeln, Kälteschauern usw.
Klassischer Opiatentzug halt, aber kein Vergleich zu der Palette an körperlichen und psychischen Absetzsymptomen bei den Benzos damals.

Was "Ausrutscher" betrifft.
Du musst schauen, dass du das in den Griff bekommst.
Jedes Entgleisen konditioniert deinen Körper wieder auf die höhere Menge und der Entzug ist danach um so schlimmer; außerdem destabilisierst du damit deinen Zustand weiter und es wird dir dann auch nicht gelingen auf Null zu kommen, das ist unsere bittere Erfahrung.
Es ist essentiell, dass es nicht mehr zu "Ausnahmen" kommt; das liegt halt in deiner Verantwortung.

Alles Gute
Jamie
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Nosleep_303
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo!
Ich war vor 3 Tagen bei meinen wöchentlichen Kontrolltermin beim Psychiater.

Mein Psychiater hat mir gesagt, ich muss alle 2 Tage die Dosis der Psychopaxtropfen (Diazepam) um 2-4 Tropfen reduzieren.
Ich habe für mich beschlossen so langsam wie möglich zu entziehen, also alle 2 Tage, 2 Tropfen weniger.

1 Tropfen entspricht 0.34mg Diazepam, somit reduziere ich alle 2 Tage um 0,68mg.
Das dürfte machbar sein, oder?

Eine andere Möglichkeit bleibt mir nicht, da mein Psychiater sagt, er verschreib mir bestimmt keine Benzodiazepine mehr.
Ist diese Dosisreduktion in diesem Zeitraum möglich?


@Jamie ich finde schon das Benzodiazepine für mich, die größte Suchtgefahr und den damit verbundenen größten Suchtdruck darstellt, sowie körperlich wie auch psychisch.
Von Methamphetamin entwickelt man keine körperliche Abhängigkeit, dafür gibt es kaum eine Substanz bei der man psychisch eine größere Abhängigkeiten
Und eine psychische Abhängigkeit begleitet einem ein Leben lang.
Dennoch empfinde ich bei mir die psychische Abhängigkeit der Benzodiazepine und einiges intensiver wie bei zb: Methamphetamin.


Also ich bin seit Donnerstag 12.11.20 auf 28 Tropfen (9,4mg Diazepam).

Ich bin gespannt wie mein Körper auf die Dosisreduktion reagiert , ich halte euch am laufenden.

Danke und bis bald! :)
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Jamie »

Hallo Nosleep, :)

das ist sehr sehr schnell, was da für ein Tempo an den Tag gelegt wird.
Ich bin skeptisch.
Ich will nicht sagen, dass auf diese Weise ein Entzug unmöglich ist, aber das ist eine Mordsaufgabe für dich.
Wir empfehlen ja 10% weniger alle 2-4 Wochen bei Benzos, dein Psychiater ist gefühlt 10 mal so schnell unterwegs :wacko:.

Du kannst nicht zufällig deinen Hausarzt um weitere Privatrezepte für Diazepam bitten, um etwas langsamer zu machen?

Wünsche dir alles Gute
Jamie
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo!


Nein mein Hausarzt hat bereits im Juni zu mir gesagt, dass ich von ihm bestimmt keine Benzos mehr bekomme. Mein Hausarzt war so wahnsinnig und wollt mich in 1 Woche runter dosieren, ich hätt damit der Entzug nichg so schlimm ist 3x am Tag Quetiapin dazu nehmen sollen...

Ich hab ihn gefragt, ob er eigentlich wahnsinnig ist, weil auf Quetiapin kann ich unmöglich arbeiten gehen, da wär ich ganztags ein Zombie, der durchgehend einschläft...

Ich hab natürlich kein Quetiapin genommen und runterdosieren hat mein Körper innerhalb von 1 Woche auch nicht geschafft.
Also hab ichs mir wieder über Umwege und nicht ärtzlich verordnet beschaffen müssen...
Oliver
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Oliver »

Moin,

ist das der gleiche Hausarzt, der dir diese Abhängigkeit eingebrockt hat?

lg
Oliver
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo!

Er war der Hausarzt der mir, wie ich gesagt habe dass ich seit mehreren Monaten wegen psychischer Probleme nicht einschlafen kann und generell wenig schlafe.
Als aller erste Schlaftablette die Halcion (Triazolam) verschrieben hat.

Er hat gesagt wenn ich täglich eine halbe nehme passt das für ihn.

Dann ist Corona gekommen und somit hab ich nur in der Arztpraxis angerufen und die Ordinationsgehilfin hat mir wöchentlich die Triazolam auf meine Ecard gebucht.

Also nein er ist nicht dafür verantwortlich, dass ist schon ganz alleine meine eigenen Schuld...
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von Nosleep_303 »

Hallo, nach 12 Tagen melde ich mich wieder! :)

Ich mache nun meinen offiziell 3. stationären Entzug, seit 3.11.20.
Angefangen habe ich mit 0.25mg Clonazepam + 20 Tropfen Psychopax ( 6,8mg Diazepam) täglich.

Seit 8.11.20 nehme ich kein Clonazepam mehr, sondern 30 tropfen Psychopax ( 10mg Diazepam).

Ich habe seit 8.11.20 alle 2 Tage um 2 Tropfen Psychopax reduziert (also 0.68mg Diazepam)
Das hat die letzten 3 Wochen gut funktioniert.


Ich bemerkte schon dass mich das Diazepam im Kopf mehr „verwirrt“ wie das Clonazepam.
Da ich die letzten 2 Wochen einiges zu erledigen hatte und ich während des Tages bei klaren Verstand sein wollte, nahm ich die Diazepam Tropfen immer erst Abends so gegen 20-21 Uhr zu mir.
Was sehr gut funktioniert hat, bis auf meine Schlaflosigkeit, die von Tag zu Tag mehr wird...

Die Nebenwirkung von der Dosisreduktion ist, dass ich kaum mehr schlafen kann, vor 3 Wochen bin ich „spätestens“ um 4 Uhr früh schlafen gegangen, mittlerweile bin ich bei 18 Tropfen (6.12mg Diazepam) und ich komme nicht vor 8:30 Vormittag ins Bett.
Keine Chance irgendwie einschlafen zu können.

Mein Psychiater hat mir früher zum einschlafen einige Antipsychotika, Antihistaminika und andere Schlaftabletten verschrieben, wo ich die meisten noch Zuhause habe.
Aber ich möchte keine Schlaftabletten zusätzlich zu den Benzodiazepinen nehmen.
Deshalb kann ich erst um 8:30 schlafen und stelle mir den Wecker auf 11:00 Uhr Vormittag, damit ich noch etwas vom hellen Tag und der Sonne habe.

Seit 4 Tagen, also seit dem ich 20 Tropfen (6.8mg Diazepam) und weniger nehme , kommt mein Körper irgendwie nicht mehr klar mit der Dosisreduktion.

Ich weiß nicht ob ich einfach nur krank werde, oder das vom Entzug kommt.
Ich fühle mich den ganzen Tag so „komisch“, als würde ich nicht wirklich wach werden und als würd ich träumen, dazu habe ich extreme Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen.

Wie ich diesen Montag zum Psychiater gefahren bin, wollte ich am Weg zu Ihm umdrehen und nach Hause fahren, weil ich mich mit meinem Auto so unsicher auf der Straße gefühlt habe.
Ich war extrem Lärm und Licht empfindlich, und alles war mir Zuviel.
Beim Psychiater haben meine Hände richtig gezittert und ich konnte mich kaum darauf konzentrieren was er mich fragte, weil mir einfach alles zu hell und zu laut und zu anstrengend war.
Ich habe dann meine Tropfen beim Psychiater genommen und habe sogar überlegt noch 1h-2h im Auto zu warten, damit ich mich beim Autofahren sicherer fühle.

Psychisch kommen meine Depressionen wieder verstärkt zurück, was aber auch sehr viel mit dem derzeitigen 2 Lockdown zu tun hat, da ich jeden Tag alleine zuhause sitze und keine Arbeit habe.
Ich bin mir sicher, das macht sehr viel mit meiner Psyche und macht meinen Entzug einiges schwieriger.

Seit ein paar Tagen, ist es für mich eine richtige Überwindungen, mit meinem Hunden Gassi zu gehen, weil mir einfach alles zu anstrengend ist.

Ich werde noch ein 2-3 Tage abwarten, sonst werde ich meinen Psychiater anrufen und ihn fragen ob ich langsamer reduzieren darf.
Wird aber vermutlich sehr schwierig ihn davon zu überzeugen, da er mich wegen meiner Vergangenheit als „Junkie“ einstuft, und denen verschreibt man wie jeder weiß sehr ungerne etwas.
Außerdem hat er vor 2 Wochen schon zu mir gesagt, ich bekomme sicher keine Benzos mehr von ihm.
Aber er hat am Montag durchaus bemerkt, dass ich es mit dem Entzug ernstnehme und mich dranhalte.

Ich habe mir zwar vor 2 Wochen zur Sicherheit, 8 x 2mg Rivotril (Clonazepam), 10 x 10mg Gewacalm (Diazepam) , nun ja, "besorgt", aber die habe ich bis jetzt nicht angerührt und die will ich auch nicht angreifen.

Er hat nur gemeint, es ist erst der Anfang dass es mir so schlecht gehen wird, und ich kann mich in den nächsten Wochen auf noch viel schlimmeres einstellen.
Ich frag mich echt warum ich nicht einfach ein wenig langsamer reduzieren kann, dann wär es nicht so anstrengend für meinen Körper...



Lg und schönen Mittwoch wünsch ich euch.
Zuletzt geändert von Jamie am 25.11.2020 08:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Satz zum Schutz des Users editiert
padma
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Re: Nosleep_303: Clonazepam Entzug, nach 11 Monaten täglichem Benzokonsum (dringend!)

Beitrag von padma »

hallo Nosleep, :)

diese Reduktion ist viel zu schnell, das merkst du ja selbst an den heftigen Entzugssymptomen. Wenn du jetzt so schnell weiter reduzierst, wird es in der Tat immer schlimmer werden.

Das Rückfallrisiko ist bei diesem Vorgehen sehr hoch, da du ja massiv entzügig bist. Deine Rezeptoren können sich so schnell gar nicht anpassen.

Ich hoffe, du kannst deinen Psychiater überzeugen, dass du deutlich langsamer reduzieren kannst.

liebe Grüsse,
padma
Diagnose: somatoforme Schmerzstörung ,Fibromyalgie
seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

Quasi - Kaltentzug 2012, Wiedereindosierung, im :schnecke: Tempo ausgeschlichen
Absetzverlauf:
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1.1.2020: 0 mg, Die :schnecke: steht auf dem Kilimanjaro :D



Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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