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samti1979: Paroxetin wieder einschleichen?

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samti1979
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samti1979: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von samti1979 »

Hallo,

es kostet mich unendlich viel Kraft, hier zu schreiben. Bitte verzeiht mir die fehlende Signatur. Ich hole das ab einem anderen (besseren) Tag nach.
Ich stehe jetzt am gleichen Punkt wie im November 2016.
Massive Panikattacken. Das Gefühl, mein Alltag entgleitet mir. Ich bin alleinerziehende Mutter von 2 Kindern und vollzeit berufstätig.
Kurz zur Geschichte :
11/16 Zusammenbruch - paroxetin 30 mg, begleitend Therapie
08/17 Reduktion von 30 auf 20 mg (nach Anweisung Ärztin)
06/19 Reduktion von 20 auf 10 mg (nach Anweisung Ärztin)
05/20-07/20 Reduktion auf Null (in 2,5 mg schritten, zuletzt 1,25 mg Schritte)
Ich habe die Absetzerscheinungen gut im Griff gehabt.
Parallel mit dem Start der zweiten Welle zunehmend Panikattacken. Wieder so schlimm, dass teilweise nichts mehr geht.
Ich fürchte, ich schaffe es nicht ohne Paroxetin....
Die Ärztin wird sicher gleich wieder auf 20 mg eindosieren wollen (kleinschrittig).
Wie seht ihr die Chance, dass auch eine geringe dosis hilft und wie stelle ich das am besten an?

Viele Grüße
Samti
Zuletzt geändert von simonb am 16.11.2020 16:38, insgesamt 1-mal geändert.
- 11/16 Zusammenbruch nach monatelangen Panikattacken - paroxetin 30 mg, begleitend Therapie
- 08/17 Reduktion von 30 auf 20 mg (nach Anweisung Ärztin)
- 06/19 Reduktion von 20 auf 10 mg (nach Anweisung Ärztin)
- 05/20-07/20 Reduktion auf Null (in 2,5 mg schritten, zuletzt 1,25 mg Schritte)
- seit 18.07.2020 auf Null und Ende der Verhaltenstherapie
- seit ca. 15.10.20 wieder vermehrt Panikattacken
- starke Verschlimmerung des seelischen Zustandes nach Hepatitis A B Impfung am 12.11.20
simonb
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Re: Samti: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von simonb »

Hallo Samti

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße Simon
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Sonne27
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Re: Samti: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von Sonne27 »

Hallo Samti,

Willkommen hier im Forum, toll das du zu uns ins Forum gefunden hast.

Es tut mir arg leid, wie schlecht es Dir geht, ich kann Dir versichern auch Du wirst ohne Paroxetin auskommen.

Ich weiß nicht ob du dich hier im Forum schon etwas eingelesen hast, aber wir empfehlen ja eine Reduzierung in höchstens 10% Schritten alle 4-6 Wochen zu reduzieren - bei schwerwiegenden Absetzsymptomen unter Umständen eine deutlich langsamere Reduzierung um Absetzsymptome zu minimieren, da liegst du mit den Reduzieren im Juli.2017 und im Juni.2016 mit jeweils einer Reduzierung von 10mg deutlich drüber.

Hattest du nach den Reduzierungen Schwierigkeiten die auch mit vielen Wochen Verzögerung eintreten können?

Die Reduzierung von Mai - Juli 2020 war leider auch deutlich zu schnell, bei 10mg und der hier empfohlenen 10% Schritte, wären das im 1 Schritt 1mg gewesen.

Erfahrungsgemäß greift wohl eine Wiedereindosierung innerhalb der ersten 4 Wochen am besten, danach steigt die Gefahr der Unverträglichkeit.

Ich würde aufjedenfall nicht zu 20mg Paroxetin raten, sondern mit einer Mini Dosis nicht mehr als 0,5mg aber eher weniger wenn man bedenkt das du seit 4 Monaten auf 0 bist, antesten ob du das Medikament noch verträgst und dann auf der Dosis stabilisieren.

Liebe Grüße 🌞
[spoil X]•Unregelmäßig je nach Bedarf Oxazepam zwischen 2016 -2018, manchmal Wochenlang Pause, dann wieder jedes Wochenende

•seit März 2018 Keppra ( Levitracetam) 500mg - Abgesetzt Juli - September 2018 in Klinik

•von Juli - September 2018 Klinik, Keppra entzogen ( Zeitraum unbekannt und LAMOTRIGIN über etwa 9 Wochen ganz langsam eindosiert, aufgrund der Einnahme von 2016. Wegen eines Anfalls zusätzlich für ca. 2-3 Wochen ( eventuell länger) 2,5mg Frisium => ich bin mir 100% sicher, das diese 2,5mg Schuld sind an meiner "Sucht", denn diese 2,5mg wurden mir von "Heute auf Morgen" entzogen.

•von Oktober 2018 bis 31.03.2020 regelmäßig Oxazepam / 2 mal in der Klinik jeweils 5mg entzogen, jedoch wieder erhöht.

•Januar 2018 => Angefangen Oxazepam ausgehend von 25mg zu Reduzieren (ca. 14 Monate) seit 01.04.2020 auf 0mg Oxazepam.

•Aktuelle Tägliche Medikation:
•LAMOTRIGIN 200mg Morgen - 200mg Abends
•Fosterspray ( 3 * täglich je 2 Hübe)
•bei Bedarf Sabutamol
•Cetritzin 5mg
•Magnesium 300mg
•Omega 3 - in Form von purem kaltgepressten Hochwertigem Leinöl

Bis jetzt Auftretende Symptome während der Reduzierung:

•teilweise Bettlägerig ( zum Glück 🍀 bis jetzt nur wenige Tage)
•Kopfschmerzen / Kopfdruck
•Stromschläge im Kopf / Kiefer
•Missempfindungen (Mischung zwischen LAMOTRIGIN und Oxazepam)
•Schmerzen in den Händen / Fingern
•Atemschwierigkeiten ( Asthma und Absetzsymtom)
vermutlich mittlerweile Atemdepression. 😭
•Augenschmerzen / Augendruck
•fehlendes Geschmacksempfinden, vieles zu Salzig
•Kälte/ Wärme Gefühl sehr Wechselhaft
•Teilweise gereizt
•Ohrenschmerzen
•Rückenschmerzen / Brustschmerzen
•extreme Müdigkeit, Bedürfnis nur zu Schlafen
•Stimmungsschwankungen / Depression

[spoil X]
samti1979
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Re: Samti: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von samti1979 »

Liebe Sonne,

tausend Dank für deine Antwort.
Nach dem Absetzen ging es mir gut. Ich habe aber gespürt, dass ich sensibler bzw emotionaler reagiere (Gänsehaut bei einem schönen Lied, Tränen bei traurigem Film). Das habe ich nicht als negativ empfunden.
Seit etwa 4 Wochen habe ich das Gefühl, dass ich zu sensibel und empfindlich bin. Kleine Trigger werfen mich aus der Bahn. Ich spüre ständig, wie das Adrenalin anflutet. Manchmal völlig aus dem Nichts.

Ich habe beim Lesen deines Textes überlegt, woran ich eine Unverträglichkeit erkenne.
Und was ich für Alternativen habe? Einfach Augen zu und durch?
Oder gibt es unterstützende Mittel, die ich anstelle von paroxetin nehmen kann? Oder einfach warten, bis es Frühling ist und wieder besser wird?

Morgen um 4 ist mein Termin bei der Ärztin. Was sollte ich dort vorschlagen oder ansprechen? Ich bin völlig planlos. Und das, obwohl mich die Panik nun seit 4 Jahren begleitet....

Viele Grüße
- 11/16 Zusammenbruch nach monatelangen Panikattacken - paroxetin 30 mg, begleitend Therapie
- 08/17 Reduktion von 30 auf 20 mg (nach Anweisung Ärztin)
- 06/19 Reduktion von 20 auf 10 mg (nach Anweisung Ärztin)
- 05/20-07/20 Reduktion auf Null (in 2,5 mg schritten, zuletzt 1,25 mg Schritte)
- seit 18.07.2020 auf Null und Ende der Verhaltenstherapie
- seit ca. 15.10.20 wieder vermehrt Panikattacken
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Jamie
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Re: samti1979: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von Jamie »

Hallo samti :)

Willkommen zurück. :)

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, weswegen du ein derartiges Tempo gewählt hast.
Du bist seit 2018 hier im Forum registriert und hättest alle möglichen Informationen gehabt dich zu belesen, wie risikominimierendes Ausschleichen geht.
Stattdessen hast du dich anscheinend am Absetztempo deiner Ärztin orientiert.
Es soll nicht als Vorwurf rüberkommen, bleiben wir bei den konstruktiven Hinweisen.

Deine Ärztin ist weder dein Vormund noch eine Entscheidungsträgerin über deinen Körper.
Ich würde dir wie sonne auch eine Wiedereindosierung empfehlen; niedrig für den Anfang.
Evtl. 0,5mg. Und dann kannst du vorsichtig weiter steigern, wenn es dir bekommt.

Sorge dafür, dass du wieder Rezepte bekommst, evtl. 10mg Rezepte, keinesfalls höher, sonst ist es nicht mehr abwiegbar.
Der Ärztin musst du nicht erzählen, dass du so klein wieder einsteigst.

Paroxetin ist leider nicht wasserlöslich, aber man kann es auf einer Feinwaage abwiegen.
Ferner gibt es Paroxetin flüssig / als Lösung. Das wäre am unproblematischsten in Wasser zu dosieren, aber nicht jeder verträgt eine Umstellung von Tabletten auf Tropfen.

Eine echte Unverträglichkeit erkennt man recht schnell; dass massive Symptome sofort oder kurze Zeit nach der Einnahme los gehen wie extreme Panik, Unruhe, Herzrasen etc.
Aus diesem Grund werden auch nur niedrige Wiedereinstiegsmengen gewählt; das minimiert mögliche Unverträglichkeitsreaktionen.

Alles Gute
Jamie
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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



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Re: samti1979: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von samti1979 »

Hallo Jamie,

ja ich bin schon länger hier angemeldet.
Und ich habe natürlich auch die Absetzberichte gelesen und dann entsprechend das Tempo gedrosselt (nachdem ich mir eine Feinwaage bestellt hatte, die hier im Forum empfohlen worden war) . Offensichtlich aber nicht langsam genug abgesetzt.
Die Absetzschritte zuletzt habe ich von einer Seite, die hier im Forum verlinkt worden war. Ich suche das gerne später noch einmal raus. Edit: https://antidepressiva-absetzen.de/Stufe_4.html

Ich habe mir also durchaus Gedanken gemacht und mich bemüht, es "richtig zu machen".
Ich danke dir für deine Hinweise zum Wieder aufdosieren. Und auch für deine Kritik an meinem Verhalten. Wie du siehst, zahle ich das Lehrgeld bereits.

Viele Grüße
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Re: samti1979: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von Jamie »

Hallo samti, :)

wie ich bereits schrieb, war das kein Vorwurf an dich.
Es ist leider so, dass du jetzt in große Nöte gekommen bist; ich denke mir, das wäre halt vielleicht glimpflicher ausgegangen, wenn es anders angegangen worden wäre, aber jetzt ist es halt so. :hug:.

Die von dir verlinkte Seite ist leider nicht mehr auf dem Stand der Forschung, ich bin seit 2013 Moderatorin hier und empfehle seit dieser Zeit schon die 10%-Regel mit 10% weniger alle 4-6 Wochen, was ich dir auch ans Herz legen möchte, falls du irgendwann erneut ausschleichen möchtest. Vielleicht sollten wir diese von dir verlinkten Seiten definitiv offline nehmen; ich werde Oliver (Admin, Gründer) darauf ansprechen.

Jetzt ist es erst einmal wichtig, dass du dich hoffentlich bald fängst. :hug:
Falls du über eine Wiedereinnahme nachdenkst, wähle bitte die Dosis nicht zu hoch.
Du bist schon eine Weile auf 0 und das ZNS ist gereizt, da sollte man sanft und vorsichtig vorgehen und dann ggf. steigern, was dir ja als Option immer zur Verfügung steht.

Viele Grüße
Jamie
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Re: samti1979: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von samti1979 »

Danke für deine lieben Worte.
Ich bin vielleicht momentan auch etwas zu empfindlich. Mein obiger Text war definitiv nicht böse oder bockig gemeint. Es sollte nur der Versuch einer Erklärung sein.

Wenn ich wüsste, dass es in ein paar Tagen oder Wochen auch von allen wieder besser wird, würde ich noch warten mit dem Eindosieren.
Ich bin hin und her gerissen zwischen : "ich will, dass es mir besser geht" und "ich habe Angst vor Unverträglichkeit" und "ich will dieses Zeug nicht wieder nehmen".
Ich warte jetzt den morgigen Termin ab. Wenn ich dann ein Rezept habe, werde ich vermutlich sehr vorsichtig Eindosieren und euch bei Bedarf (und nach dem Nutzen der Suchfunktion) mit Fragen löchern.
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Re: samti1979: Paroxetin wieder einschleichen?

Beitrag von Oliver »

Moin,
samti1979 hat geschrieben: 17.11.2020 09:22 Und ich habe natürlich auch die Absetzberichte gelesen und dann entsprechend das Tempo gedrosselt (nachdem ich mir eine Feinwaage bestellt hatte, die hier im Forum empfohlen worden war) . Offensichtlich aber nicht langsam genug abgesetzt.
Die Absetzschritte zuletzt habe ich von einer Seite, die hier im Forum verlinkt worden war. Ich suche das gerne später noch einmal raus. Edit: https://antidepressiva-absetzen.de/Stufe_4.html
auch wenn die Infos auf https://antidepressiva-absetzen.de von den meisten Aktiven hier als veraltet betrachtet werden (weil generell zu schnell), so sind die Infos da meiner Meinung nach nicht falsch. Im Forum hat der Konsens sich über die Jahre immer mehr in Richtung noch langsamer und noch vorsichtiger entwickelt. Ich habe da keine abschließende Meinung, ob das wirklich generell "besser" und "richtiger" ist.

Zum Zeitpunkt als Linda und ich die Seite online gestellt haben, war das aus unserer Sicht eine gute grobe Richtlinie die auf einem sehr guten Buch zum Thema ADs absetzen basierte. Ich habe aber schon vor einigen Jahren auf Bitte der Aktiven hier einen fetten Hinweis oben eingefügt, dass die Seite nicht mehr aktualisiert wird. Das reicht momentan, denke ich.


Screenshot from 2020-11-17 13-14-24.png

Jamie hat geschrieben: 17.11.2020 12:09 Die von dir verlinkte Seite ist leider nicht mehr auf dem Stand der Forschung, ich bin seit 2013 Moderatorin hier und empfehle seit dieser Zeit schon die 10%-Regel mit 10% weniger alle 4-6 Wochen, was ich dir auch ans Herz legen möchte, falls du irgendwann erneut ausschleichen möchtest. Vielleicht sollten wir diese von dir verlinkten Seiten definitiv offline nehmen; ich werde Oliver (Admin, Gründer) darauf ansprechen.
Es gibt meiner Meinung nach keinen Stand der Forschung. Die Forschung ignoriert bis heute die Absetzproblematik fast vollständig. Falls ich was verpasst habe, bringt mich bitte auf den neuesten Stand.

Die 10% Regel ist etwas, dass sich die communities erarbeitet haben - es gibt einen über die Jahre gewachsenen Konsens von vielen Betroffenen, deren Daten sich aber hauptsächlich aus den schweren Fällen speisen. Das ist aber keine Forschung im klassischen Sinne. Es ist in meinen Augen daher sehr schwer zu sagen, ob man wirklich pauschal die 10% Methode empfehlen sollte, oder ob man nicht vielleicht verschiedene Ansätze vorstellen sollte und das Für und Wider darlegen sollte. Aber das ist eine andere Diskussion, die vielleicht auch schon geführt wurde. Ich bin im konkreten Thema was Vorgehen beim Absetzen und Geschwindigkeit angeht schon länger nicht mehr drin und lasse mich gerne eines besseren belehren (am Besten aber dann in einem anderen Thread).

Ich persönlich bin mir z.B. gar nicht sicher, ob man generell jedem Empfehlen sollte, nach der 10% Regel abzusetzen, da dies zu sehr langen Entzügen führen kann. Wenn es aber um die Frage des risikominimierenden Absetzens geht, stellt eine länger als nötige Einnahme eines psychotropen Medikamentes, was nicht (mehr) hilft, starke Nebenwirkungen verursacht und potentielle Langzeitschäden nach sich zieht, auch ein Risiko dar. Das muss man abwägen. Also kann risikominimierend in einigen Fällen auch heißen, dass man schneller vorgeht. In manchen Fällen kann risikominimierend sogar bedeuten, dass man das Medikament weiter nimmt, weil ein Absetzen so starke Auswirkungen hat, dass das Risiko geringer erscheint, die Substanz auf einer minimalst möglichen Dosierung weiterzunehmen. Das sind extrem schwierige Fragen. Da müssten sich eigentlich Scharen von Fachleuten und Forschern hauptberuflich mit beschäftigen. Stattdessen landen solche Fragen bei uns. Und wir haben auf solche Fragen, wenn wir ganz ehrlich sind gar keine Antworten. Woher denn auch? Wir haben alle nur unsere eigenen Erfahrungen. Es ist wertvoll die zu teilen und es ist wertvoll sich bei welchem Vorgehen auch immer gegenseitig zu begleiten und beizustehen, aber wir haben keine Antworten darauf, wie "man" es "richtig" macht :(

Ich stehe mittlerweile auf der Seite, dass man niemandem etwas empfehlen sollte. Das Beste was wir machen können, ist die verschiedenen Ansätze zu sammeln und vorzustellen. Wie jeder einzelne dann vorgeht liegt in der Verantwortung des Einzelnen. Wenn man dabei nicht alleine ist und Gedanken und Erfahrungen austauschen kann, ist das wertvoll, und es gibt hier einige sehr erfahren Teilnehmer und manche sogar mit professionellem Hintergrund und deren Beiträge sind auch extrem hilfreich und wertvoll, aber das kann alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen, die große Probleme beim Absetzen von Psychopharmaka haben, von denen, die sie verschreiben und von denen die sie verkaufen, bis heute sträflich im Stich gelassen werden.

Aus diesem Grund finde ich es sogar eher gut, dass wir als Gemeinschaft hier auch diese Unklarheit und Widersprüchlichkeit, die es bis heute aus Mangel an professionellem Interesse an der Problematik einfach auszuhalten gilt, transparent machen.

Wenn die Forschung endlich mal anfangen würde, dieses Problem ernsthaft zu untersuchen, könnte man vielleicht Vorgehensweisen entwickeln, die evidenzbasiert sind und auf dem Verständnis der beteiligten Mechanismen basieren. Man könnte vielleicht Indikatoren finden, welche Menschen besonders große Probleme beim Absetzen von ADs haben. Aber ist halt leider bis heute nicht so. Daher liegt es der Verantwortung jedes Einzelnen, quasi im Selbstexperiment die richtige, risikominimierende Absetzgschwindigkeit herauszufinden.

lg
Oliver
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