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Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

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Omega3
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Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Hallo liebe Leute,

ich lese hier nun schon seit einigen Monaten mit und möchte mich nun auch selbst vorstellen und auf eure Erfahrungen bauen. Ich bin ein 43 Jahre relativ "junger" Mann, der durch jahrelangen Arbeitsstress, ungelöste Konflikte und einen Trauerfall in eine schwere Depression mit Angst, Agitation und Schlaflosigkeit gefallen ist. Zuvor war ich ein lebensfroher Mensch, dem es gefühlt an nichts gefehlt hat. Offenbar versucht mir mein Körper nun zu sagen, dass wohl doch nicht alles so optimal gewesen ist. Nun ja, ich habe die Botschaft verstanden. Wie ihr alle wißt, ist es mit dem reinen Verstehen leider nicht getan. Der Körper ist aus dem Gleichgewicht geraten und findet nicht so einfach zurück. Das letzte Jahr war für mich und die Familie die wahr gewordene Hölle auf Erden. Und das ist fast noch untertrieben. Aber das kennt ihr alle.

Da ich gegenüber Medikamenten schon immer sehr skeptisch eingestellt war, habe ich es als "light" Version mit Opipramol die letzten Monate versucht. Geholfen hat es fast gar nicht. Ich konnte zwar bei einer recht hohen Dosis von 150mg 5-6 Stunden pro Nacht schlafen, die Ängste und die Depression sind aber geblieben. Ein Versuch mit 3 mg Escitalopram wurde bereits nach dem ersten Tag der Einnahme wieder abgebrochen, da ich das Gefühl hatte, meinen Körper zu verlassen. Das fühlte sich so furchtbar an, dass ich mich bis heute gegen die Einnahme von SSRI oder SNRI entschieden habe. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das richtig war.

Mit der schrittweisen Reduzierung des Opipramols hatte ich das Gefühl nach und nach wieder mehr Kontrolle über meinen Verstand zu bekommen und dass sich mein Zustand zumindest psychisch verbesserte. In Kombination mit therapeutsichen Maßnahmen konnte ich einige Themen aufarbeiten und kam kognitiv wieder mehr im Hier und Jetzt an. Ich hatte das Gefühl, dass mein Kopf einen Lernprozess durchläuft und das es in Minischritten besser wird. Die Gedanken wurden wieder rationaler und ich konnte sie ordnen. Die Kehrseite der Medaille war, dass ich mit zunehmender Reduzierung des Opipramols mein Schlaf verschlechtere, starke körperliche Schwäche auftrat, mein Körper komplett verkrampft ist und schmerzt und ich 0,0% stressresistent bin und bei kleinsten Belastungen mit Herzrasen und Angst reagiere. Soweit so gut. In Anbetracht der Tatsache, dass sich mein psyichischer Zustand gefühlt verbesserte, nahm ich dies mit Hoffnung auf weitere Besserung in Kauf. Jetzt, 7 Wochen nach dem kompletten Absetzen ist es körperlich allerdings so schlimm geworden (max. 2 Stunden Schlaf pro Nacht mit massiven Unruhezuständen und Herzrasen bis zum 100er Puls tagasüber und massiven Körperschmerzen in Rücken, Gelenken, Muskeln), dass ich mich frage, wie ich jetzt weitermachen soll. Ich habe Angst gar nicht mehr schlafen zu können oder gar einen Herzinfarkt zu bekommen. Außerdem Frage ich mich, ob es sich um die Grunderkrankung handelt und ich vielleicht einfach nicht heilbar bin. Zu anderen PP möchte ich aber auch nicht greifen, weil ich Angst davor habe alles noch weiter zu verschlimmern. Meint ihr, dass Opipramol derartig heftige Absetztsymptome noch nach 7 Wochen der letzten Einnahme verursachen kann? Ich habe das Gefühl, dass Herz springt mir aus der Brust. Das kannte ich vorher nicht.

Viele Grüße vom Omega3 :-)
Zuletzt geändert von simonb am 16.11.2020 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Benutzernamen eingefügt
April 2020 Diagnose Burn-Out mit agitierter Depression (Leitsymptome Angst und Schlaflosigkeit)

5/05 2020 Beginn Einnahme 150mg Opipramol
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1/08 2020 Reduzierung bis auf 50mg Opipramol
27/09 2020 Reduzierung bis auf 0mg Opipramol

Die Reduzierung erfolgte mittels Microtapering 1mg tröpfchenweise pro Tag

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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von simonb »

Hallo Omega 3 :)

willkommen im ADFD.

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Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße Simon
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von simonb »

Hallo Omega 3,

Du hast doch recht schnell das Opi abgesetzt, auch wenn du es nur gut 4 Monate genommen hast...
Nach ca 4 Wochen ist jedes PP bereits in den Gehirnstoffwechsel eingebaut. Manche bekommen dann bei zu schnellem absetzen sehr krasse Entzugssymptome...bei dir hört es sich so an, oder hattest du etwa diese krassen beschriebenen Symptome in dieser Intensität vorher als Grunderkrankun?

Ich würde dir raten eine Mini Menge Opi wieder einzudosieren, um ggf Entzugssymptome abzufangen, ein Kaltentzug kann sehr übel und langandauernd sein... Du bist gerade so an der zeitlichen Grenze (ca 6 Wochen) wo wir eine Wiedereindosierung noch empfehlen, danach steigt das Risiko von Unverträglichkeiten stark an. Deshalb solltest du dich bald entscheiden. Lies dich am besten im Begrüßungstext und den entsprechenden Links weiter ein, damit du eine Entscheidungsgrundlage hast.

Verlinkt ist ua auch die Wasserlösemethode, weiss gerade nicht ob Opi auch wasserlöslich ist? Aber das findest du über die Suche raus, bzw meldet sich hier sicher noch jemand anders.
Ich würde an deiner Stelle ca. 1 -2 mg Opi wieder eindosieren, vielleicht für den Anfang nur 1mg , damit du siehst, ob du es überhaupt noch verträgst, nachoptimieren kann man dann immer noch...

LG Simon
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Jamie
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Jamie »

Hallo Omega, :)

du hast dir für 150mg ein knappes halbes Jahr (nicht einmal) Ausschleichzeit genommen und zudem per Microtapering, bei dem du wahrscheinlich auch nicht die empfohlenen Stabilisierungspausen eingelegt hast, die man alle paar Wochen reinschieben muss.
Für eine so hohe Menge hätte man mehrere Jahre Ausschleichzeit veranschlagen müssen, um es wirklich langsam und schonend zu machen.
Ich vermute, dass das Absetzsymptome sind und eher weniger die Grunderkrankung.

Wenn dein Herz so verrückt spielt, gehört dies ärztlich gecheckt.
Sprich EKG und ggf Langzeit-EKG und ggf. noch andere Untersuchungen, um eine organische Ursache auszuschließen.
Der Arzt kann dann auch darüber entscheiden, ob du vielleicht übergangsweise einen Betablocker benötigst, der den Herzschlag beruhigen kann.
Ich denke aber, dass es absetzbedingt ist.

Auch ich würde vorschlagen über eine Wiedereinnahme des Opipramols nachzudenken um zu schauen, ob das den Entzug abfedert, vielleicht 1mg für den Anfang.

@simonb: nach Signatur hat Omega3 keinen Kaltentzug gemacht, sondern Microtapering.
Ich wüsste auch nicht, was dagegen spricht Opipramol aufzulösen; es gibt es auch als Tropfen, die Omega wohl genommen hat; die sind dann sowieso wasserlöslich.

Viele Grüße und willkommen im Forum :)
Jamie
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Karel
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Karel »

Hallo,

bin auch durch den Absetzprozess immer wieder mit Unruhe und Schlafstörungen zu tun. Vielleicht helfen Dir Schlaf und Nerventees, moderate Bewegung über den Tag wie Yoga und Spaziergänge oder PMR und Hörspiele um die ein oder andere Stunde dazu zu gewinnen. Auch ein komplett dunkles Schlafzimmer, Ohropax, und eine schwere Decke können gut tun.

Liebe Grüße

Karel
1997 bis 2008 Cannabis
08/2008 Panikattacken und Angstzustände
08/2008 3 Tage Krisenintervention in Klinik - Diagnose Depression und Angst, Abhängigkeit Cannabis - Doxepin 100mg
01/2011 8 Wochen stat. Therapie - Diagnose Depression - Cipralex 20mg
06/2013 5 Wochen stat. Therapie - Diagnose Rez. depr. Störung - Venlafaxin 225mg
09/2017 Reduzierung von Venlafaxin auf ärztlichen Rat binnen 6 Monaten auf 37,5mg
05/2018 6 Wochen stat. Therapie - Diagnose Rez. depr. Störung, Borderline - Aufdosierung Venlafaxin von 37,5mg auf 225mg
bis Anfang 2019 ambulante Aufdosierung Venlafaxin auf 337,5mg
02/2019 4 Wochen stat. Therapie - Diagnose Rez. Depr. Störung, Borderline- Umstellung 90mg Cymbalta
04/2019 13 Wochen stat. Therapie - Diagnose Rez. depr. Störung, Borderline - Umstellung kurzfristig auf 150mg Venlafaxin, 100mg Seroquel und 0,5mg Tavor bei Bedarf, nach 7 Wochen auf 1350mg Quillonium und 100mg Amitriptylin umgestellt
07/2019 9 Wochen teilstationäre Therapie - Diagnose Rez. Depr. Störung, Borderline - Umstellversuch auf anderes AD, Reduktion Amitriptylin auf 50mg, Lieferengpass anderes AD, Aufdosierung auf 75mg Amitriptylin

Medikation Stand 10/2019
75mg Amitriptylin und 1125mg Quilonium
Medikation Stand 11/2019
75mg Amitriptylin und 900mg Quilonium
Medikation Stand 12/2019
75mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 02/2020
68,75mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 03/2020
62,5mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 04/2020
56,25mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 05/2020
50mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 06/2020
62,5mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 07/2020
50mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 08/2020
43,25mg Amitriptylin und 675mg Quilonium
Medikation Stand 09/2020 (15.09)
50mg Amitriptylin und 675mg Quilonium

AB 23.09. 75mg Amitriptylin und 675mg Quilonium nach gescheiterten Reduktionsversuch
leichte Stabilisierung mit starken Aggressionen

Ab 05.10 62,5mg Amitriptylin und 675mg Quilonium wegen starken Agressionen

7.10 bis 14.10 Antrieb ist okay, Aggressionen weg, ab und an weinen, leicht Niedergeschlagen und ab und an auch normale Stimmung, leichte Durchschlafprobleme aber dafür insgesamt 8 Stunden Schlaf, Mittagsschlaf leider nicht möglich da Unruhe und Gedankenrasen

19.10. 50mg Amitriptylin und 675mg Quilonium wegen
starker starker depressiver Stimmung nach Einnahme der
Morgendosis von 12,5mg Amitriptylin


Medikamentenebenwirkung: Tremor hat aufgehört, schlechte Schilddrüsenwerte wieder normal,
Leber und Nierenwerte trotz gesunder Ernährung, kein Alkohol, Nikotin o.ä. weiterhin nicht so gut,
Gewichtszunahme von 12 Kilo binnen 8 Wochen, Angst vor Lithium ist schwächer

Absetzsymhome Venlafaxin: protrahierter Entzug, Wellen und Fenster, Wechseln alle 3 Wochen, zumeist Weinkrämpfe, Neuroemotionen, Unruhe und Veränderte Selbst- und Umweltwahrnehmung
Sabs
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Sabs »

Hi omega,
Es gibt keine leichten Psychopharmaka, sie sind alle problematisch.
Die Ärzte behaupten da manchmal sehr merkwürdige Dinge!
Von daher, kann es nach 7 Wochen ganz sicher der Entzug sein.

Gruß Sabs
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Omega3
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Hallo liebe Forenmitglieder,

vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Ich habe das Opipramol zuletzt als Tropfen (Insidon) verwendet. Eurem Tip folgend habe ich nochmal 2mg aufdosiert, allerdings ohne Erfolg. Ich habe inzwischen ein ganz andere Vermutung. Und zwar habe ich durch einen Bandscheibenvorfall in den letzten drei Wochen insgesamt drei Cortisonspritzen bekommen. Dass ich nach und nach schlechter schlafen konnte, habe ich auf die Absetzsymptome geschoben. Meine Frau meinte, vielleicht kann es auch mit dem Cortison zu tun haben? Denn die Symptome, die ich jetzt habe, sind irgendwie ganz anderer Natur. Extremer Bluthochdruck und Ruhepuls, starke innere Unruhe/Vibrieren und eben diese verflixte Schlaflosigkeit. Es fühlt sich viel mehr körperlich als psychisch an. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich trotz der aktuellen starken Symptome psychisch auf dem Weg der Besserung bin. Ich weiß, es klingt paradox. Kennt das evtl. Jemand von euch? Gibt es Erfahrungen mit Cortison, die diese starken Symptome auslösen können?

Liebe Grüße!

Euer Omega3 :)
April 2020 Diagnose Burn-Out mit agitierter Depression (Leitsymptome Angst und Schlaflosigkeit)

5/05 2020 Beginn Einnahme 150mg Opipramol
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Ach so, und EKG und Co. habe ich heute früh abklären lassen, Alles in Ordnung. Der Hausarzt hat mir Blutdrucksenker und ein Schlafmittel verschrieben. Bin allerdings unsicher, ob ich das nehmen soll.
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Jamie »

Hallo Omega3, :)

Cortison ist ein schwerer Symptomtrigger.
Es ist ja nichts Anderes als ein potentes Stresshormon, das du da gespritzt bekommen hast.
Gut, dass dir dieser Zusammenhang klar wurde.

Die häufigsten NW von Kortison sind: Unruhe, Nervosität, Panik, Ängstlichkeit, Aufgekratztsein, Bluthochdruck, Herzrasen, erhöhte Blutzuckerwerte (und ggf. auch Blutfettwerte), Flush (Hautrötung Gesicht), schwitzen, Zittrigkeit, High-Gefühl u.v.m.

Ich denke, dass es da definitiv Zusammenhänge zu deinem aktuellen Zustand gibt.
Gib bitte im Suchfeld mal ein Achtung Symptomverstärkung.
Da kommst du zu unserer Triggerliste. Wenn du sie nicht findest, gib Bescheid.

Alles Gute
Jamie

--
edit: in der Zwischenzeit wurde neu gepostet.
Welcher Blutdrucksenker, welches Schlafmittel?
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Towanda »

Hallo Omega,

wann hast Du mit den 2 mg angefangen? Es ist zu berücksichtigen, daß Wiedereindosierungen oft nicht sofort wirken, sondern es mindestens einige Tage bis auch Wochen dauern kann, bis man eine Verbesserung merkt.

Es wäre gut, wenn Du in Deiner Signatur ausführen könntest, in welchen Schritten Du reduziert hast und auch die 2 mg mit aufnehmen würdest. Die Signatur sollte so präzise wie möglich ausgeführt werden, da sie die Grundlage für fundierte Antworten ist.

Vielen Dank und Grüße,

Towanda
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01.09.20 - 0,15 mg Mirtazapin
09.10.20 - 0,13 mg Mirtazapin
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Hallo Jamie,

vielen Dank für deine Antwort. Ja, genau die NW des Cortisons beschreiben meinen Zustand - fürchterlich. Mein Gesicht fühlt sich an, als ob es glüht/ brennt und platzen will. Mein Herz springt gleich aus der Brust. Die Augen sind verschwommen und ich kann aufgrund der Erregung kaum einen klaren Verstand fassen. Ich habe Bisoprolol 2,5mg als Betablocker und Zolpidem 10mg als Schlafmittel verschrieben bekommen. Ich will nun aber auch nicht alles noch schlimmer machen durch noch mehr Medikamente. Wirken Betablocker auf das ZNS?

Ich vermute, dass ich immer noch Reste des Cortisons im Köper habe, da es sich um Depotspritzen mit kristallinem Cortisol handelte. Die letzte Spritze ist 6 Tage her. Habt ihr Tips, wie man das Cortison vielleicht schneller aus dem Körper bekommt? Ich trinke schon den ganzen Tag Brennnesseltee und nehme Chlorella als Entgiftung zu mir.

Viele Grüße!

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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Hallo Towanda,

ich habe das Opipramol mittels Microtapering ausgeschlichen. Die 2mg habe ich durch Insidon tröpchenweise aufdosiert. Ein Tropfen entspricht hier 4mg und diesen habe ich mittels Wasserlösung und Spritze dann nochmal geteilt. Ich glaube aber inzwischen, dass es durch die Cortisonspritzen plötzlich so schlimm geworden ist. Hätte ich das nur vorher gewusst, dann hätte ich 1000mal lieber die Rückenschmerzen in Kauf genommen. Jetzt hoffe ich, dass das Cortison schnell aus dem Körper verschwindet und sich mein Köper wieder einpendelt.

Liebe Grüße!

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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Towanda »

Hallo Omega3,

Microtapering habe ich schon gelesen, aber das ist ja auch ganz individuell, macht jeder ein wenig anders. Wichtig wäre in der Signatur die Größe der Schritte und der Abstand zwischen den Reduzierungen. Du schreibst "tröpfchenweise", heißt das, Du hast jeden Tag 4 mg abgesetzt? Oder weniger? Das wäre wichtig zu wissen.
Bei den 2 mg wäre das Datum wichtig und wie lange Du es genommen hast.

Danke!

Towanda
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27.07.20 - 0,25 mg Mirtazapin wurde kinesiologisch ausgetestet, deshalb nun ein größerer Schritt, der Test ergab, daß ich absetzen kann, habe ich mich nicht getraut
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Hallo Towanda,

ich habe jeden Tag 1mg ausdosiert (also schneller als empfohlen) weil es ohnehin nicht viel geholfen hat und die depressoven Gefühle und diffusen Ängste bzw. Unruhezustände immer da waren. Ich wollte es halt so natürlich wie möglich schaffen. Die 2mg Aufdosierung habe ich nur einen Tag durchgeführt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich die Verschlimmerung der Symptome hierdurch gravierend ändern ließen. Nun ergibt es einen Sinn. Ich scheine extrem auf das Cortisol zu reagieren. Das ist eine Symptomatik, die ich vorher in der intensität nicht kannte. Genaso wie Jamie geschrieben hat: Unruhe, Nervosität, Ängstlichkeit, Aufgekratztsein, Bluthochdruck, Herzrasen, Flush (Hautrötung Gesicht), schwitzen, Zittrigkeit.

Das passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Mit dem Abklingen des natürlichen Cortisolspiegels im Tagesverlauf verringern sich die Symtome gegen Abend zum Glück. Allerdings reicht es nicht, um zu schlafen. Ich hoffe, das der Trigger bald nachlässt. Gibt es hier Erfahrungswerte? Vermutlich ist das aber von Fall zu Fall unterschiedlich.

Viele Grüße!

Omega3
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Jamie »

Hallo Omega,

Chlorella kann wie alle Entgiftungsmaßnahmen auch Symptome triggern.
Bitte schau dir die Liste an, die ich dich bat zu suchen.
Dort werden alle uns bekannten Symptomtrigger gelistet, nebst Cortison.

Leider gibt es keine Methode das Cortison schneller loszuwerden.
Ich spreche aus leidvoller Erfahrung; die Male, die ich in den letzten Jahren Prednisolon nehmen musste (teilweise im Krankenhaus, als Infusion) waren der Horror für mich.
Der Körper braucht je nach Empfindlichkeit 5-10 Tage, ehe alles abgebaut ist.
Viel Wasser trinken ist eine gute Idee, es unterstützt.
Aber maßgeblich beschleunigen kann man damit nichts.

Wenn der Blutdruck zu hoch ist und der Arzt eine Senkung empfiehlt, dann komme dem nach.
Eins zwei Wochen Betablocker schlucken ist normalerweise kein Problem, es hat nicht primär Auswirkungen aufs ZNS, eher nachgeordnet, und dieser Effekt ist eher beruhigend.
Der Körper kann nicht zur Ruhe kommen, wenn der Blutdruck hoch ist und das Herz rast oder pocht.
Es ist natürlich deine Entscheidung, aber Bluthochdruck hat ja Risiken, auch wenn er nur vorübergehend durch das Kortison ausgelöst ist.
Ich muss bei Prednisolon auch zu Bisoprolol greifen, aus den von dir genannten Gründen.
Mein Körper reagiert hochgradig empfindlich auf Kortison.

Zum Zolpidem. Davon würde ich unbedingt die Finger lassen, wenn möglich.
Als Z-Drug ist es ein sog. Benzodiazepin-Analogon und kann bereits nach 10 Tagen Einnahme körperlich und psych. abhängig machen.
Es ist ferner hochgradig ZNS-aktiv.
Du solltest nur im absoluten Notfall einnehmen.

Bitte komme noch, falls noch nicht geschehen, Towandas Bitte nach Signaturergänzung nach :).

Ich verbleibe mit schwesterlichen "Kortison-Geschädigten-Grüßen"
(ich hab damals mal ein Foto gemacht, als ich nachts um 2 mit Hitzewallungen, Herzrasen, Schweißausbrüchen, knallrot und geschwollen im Gesicht aufgewacht bin und viel zu hohen Blutdruck hatte. Mein Hausarzt (zeigte ihm das Foto, war am nächsten Tag als Notfall da) war schockiert, wie schlecht ist das Prednisolon vertrug)).

Jamie :)
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Guten Morgen Jamie,

ja, die Triggerliste habe ich nun gesehen. Hätte ich diese vorher beachtet, hätte ich die Cortisonspritzen sicher abgelehnt. Nun muss ich da irgendwie durch. Chlorella werde ich auch nicht weiter ergänzen. Ich muss es ja nicht noch schlimmer machen.

Ich weiß übrigens inzwischen durch Nachfrage beim Orthopäden, was ich gespritzt bekommen habe. Es waren insgesamt 3x25mg Prednisolon. Also der gleiche Wirkstoff wie bei dir. Hat sich denn nach 10 Tagen das Herzrasen und die Schlaflosigkeit wieder bei dir gebessert? Ich wäre ja schon glücklich, wenn ich wenigstens wieder 4-5 Stunden schlafen könnte.

Ich habe gestern Abend 1,25mg Bisoprolol genommen. Der Blutdruck hat sich nur minimal gesenkt und dafür habe ich in den ca. 2 zerstückelten Stunden, die ich geschlafen habe, heftige Albträume gehabt. Das hatte ich in der Form vorher nicht. Kennst du das von Betablockern? Insgesamt also auch keine Lösung. Von Z-Drugs werdeich besser die Finger lassen. Welches Schlafmittel wirkt denn weniger aufs ZNS? Heute Abend werde ich eine kleine Dosis Melatonin versuchen. Vielleicht hilft das.

In der Signatur habe ich ergänzt, dass ich jeden Tag 1mg Opipramol reduziert habe. Ich hoffe, es ist so verständlicher.

Ich hoffe, dass das Herzrasen heute vielleicht schon etwas weniger wird und etwas Ruhe in meinen Köper einkehrt.

Liebe Grüße!

Omega3
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5/05 2020 Beginn Einnahme 150mg Opipramol
31/06 2020 Reduzierung bis auf 100mg Opipramiol
1/08 2020 Reduzierung bis auf 50mg Opipramol
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Die Reduzierung erfolgte mittels Microtapering 1mg tröpfchenweise pro Tag

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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Clarissa »

Hallo, Omega.

Ich hatte dieselben Probleme mit Kortison wie Ihr! Deckungsgleich. Die Nebenwirkungen hielten bei mir so etwa einen Tag an.

Beta-Blocker habe ich im Akutentzug in niedriger Dosis ganz gut vertragen, aber es gibt Leute, bei denen sie Schlafstörungen und Alpträume machen, das ist bekannt. Notfalls auf ein anderes Blutdruckmittel ausweichen? Natürlich nach Rücksprache mit dem Arzt!

Vor Zolpidem kann ich nur warnen, es ist das Mittel, von dem ich v.a. hochgradig abhängig war. Es setzt sich schwer ab wie ein Benzo.

Alles Gute und VG von Clarissa
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Jamie »

Hallo,

es gibt kein unproblematisches Schlafmittel.
Alles, was so "stark" wirkt, dass es Schlaf erzwingt, muss zwangsläufig stark ZNS-aktiv sein.
Melatonin ist die einzige Option neben pflanzlichen Beruhigungsmitteln (Baldrian, Hopfen etc) oder homöopathischen Präparaten.

Wenn du den Betablocker so schlecht verträgst, ist das natürlich keine Option.
Ich habe keine solcher Nebenwirkungen. Glücklicherweise.

Ja, meine Symptome gingen im Laufe der Zeit alle zurück. Es blieben bei mir keine Spätfolgen, aber ich hab wirklich lange damit rum gemacht.
Da Schlafstörungen meine Grundproblematik waren / sind, kann ich keine Erfahrungen beisteuern, außer dass schlaflos daliegen natürlich getoppt wird von aufgeputscht und mit Herzrasen schlaflos daliegend. :o 🤯...

Ich denke dir bleibt nichts übrig als das zu akzeptieren, kein Drama draus zu machen (negative hysterische Gedanken, die ja auch verständlich sind, werden den Zustand nur weiter anheizen) und darauf zu vertrauen, dass der Körper dabei ist, das Stresshormon abzubauen. 👍🏼

Ich bekam übrigens mehrfach Infusionen mit 500mg Prednisolon bzw. 250mg am nächsten Tag und dann ist alles aber mal so richtig eskaliert 😱.
Mein Hausarzt hat mir darauf hin ein Notfall Attest ausgestellt, dass ich bis auf akute Lebensgefahr nie mehr als 100mg Prednisolon gespritzt bekommen darf.
Seufz, ich hab da echt auch schon was durch.... :o

Grüße
Jamie
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Guten Morgen Jamie, guten Morgen Clarissa,

puhh, soviel vorweg: ich habe heute Nacht (7 Tage nachdem ich die letzte Cortisonspritze bekommen habe) unglaubliche 7 Stunden geschlafen! Ich konnte es kaum glauben, als ich auf die Uhr geschaut habe. Puls und Blutdruck haben sich auch beruhigt. Dank eurem Anraten habe ich es mit dem Zolpidem glassen und auf die milden Mittel vertraut. Gestern Abend gab es für mich folgenden Cocktail: CBD, Passionsblume, Ashwagandha und Melatonin. Diese Kombination habe ich offenbar gut vertragen. Ich glaube, dass das Melatonin (als Gegenspieler zu Cortisol) den entscheidenen Dreh gegeben haben könnte.

@Jamie: ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sich 500mg Prednisolon angefühlt haben müssen :zombie: :shock: :zombie: Also nach meiner Erfahrung kann ich nur jedem von der Cortison-Einnahme abraten. Der reinste Höllentrip, wenn das ZNS ohnehin schon am Anschlag ist.

Ich hoffe, dass sich mein Körper nun weiter beruhigt und die Depression auch irgendwann verschwindet. Ich will den Galuben daran nicht verlieren :fly:

Liebe Grüße von Omega3!
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Re: Omega3 :Hilfe beim Absetzen von Opipramol

Beitrag von Omega3 »

Guten Morgen alle Zusammen :)

Leider war die Vorfreude zu früh ... seit 2 Nächten bin ich nun wieder quasi schlaflos mit starken Erregungszuständen in der Nacht (hoher Puls, hoher Blutdruck). Und immer wieder Aufschrecken kurz bevor ich einschlafe. So geht das die ganze Nacht. Ich bin körperlich am Ende und weiß nicht wie es weitergehen soll. Ich bin drauf und dran mir neue Medikamente verschreiben zu lassen, um irgendwie zu schlafen. Habt ihr einen Tip für mich?

Inzwischen glaube ich schon, dass es sich wieder um die Grunderkrankung handelt nur mit noch heftigeren Schlafstörungen. Ich weiß gar nicht mehr, was ich glauben soll.

Viele Grüße von Omega3
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