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Seit das ADFD gegründet wurde, haben sich die Verschreibungen von Psychopharmaka ungefähr verdreifacht! Die Gründe warum diese Substanzen verschrieben werden sind sehr unterschiedlich. Es wäre interessant und hilfreich für die Gemeinschaft und auch Außenstehende, einen besseren Einblick in die Verschreibungshintergründe zu bekommen. Darum ...


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Medina: Aripiprazol in den letzten 3 Monaten von 30 mg auf 15 mg in Unwissenheit über mögliche Absetzsymptome, reduziert

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Medina
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Medina: Aripiprazol in den letzten 3 Monaten von 30 mg auf 15 mg in Unwissenheit über mögliche Absetzsymptome, reduziert

Beitrag von Medina »

Ein herzliches Hallo in die Runde

Alles fing diesen Sommer (2020) an, als mir klar wurde, dass es in meinem Leben so wie bisher nicht weitergehen durfte.

Nach einer Recherche im Internet stieß ich auf das Buch "Stabilität kann man essen?! Bausteine zum Selbstmanagement bei bipolarer Störung - Ein Ratgeber und Erfahrungsbericht für Menschen mit Manien und Depressionen" von Annett Oehlschläger (absolute Buchempfehlung meinerseits). Bis dato dachte ich echt, mein Medikament zur Bewältigung der Bipolaren Störung, würde mir helfen. So war es aber nicht - die 30 mg Aripiprazol verschlimmerten eher meine depressiven Phasen in denen ich unter verstärkten Suizidgedanken litt.

Des weiteren durfte ich jemanden kennenlernen, die an Multiple Sklerose leidet und sich auf dem Gebiet der Nahrungsergänzungsmittel schlau gelesen hat und mir erste Hilfen geben konnte, wie und was ich an Nahrungsergänzungsmitteln nehmen sollte.

Bei dem Magnesium stellte ich schnell fest, dass ich kein Haarausfall mehr hatte. Mit der Vitamin D3 Einnahme (20 000 Einheiten tgl.) stellte ich Verbesserung meiner Depression fest. Sonst war Winterzeit immer Klinik-Saison, so sehr ich die Psychiatrie auch meide.

Und jetzt zum Thema, da sich mein Zustand anfing zu verbessern traute ich mich damit anzufangen das Aripiprazol zu reduzieren. Ich bin erst seit den letzten Tagen auf dieses Forum gestoßen und habe mich heute, den 20.11.20 angemeldet.
Erschrocken stellte ich fest, dass insgesamt 15 mg innerhalb 3 Monaten zu reduzieren viel zu schnell war.
Noch spüre ich keine Absetz-Symptome, doch dafür fühle ich mich klarer im Kopf. Wenn es mir schlecht geht, so bleiben die quälenden Suizidgedanken aus. Außerdem sind die Depri-Zeiten nicht so hart wie noch im letzten Winter. Zudem komme ich jetzt trotz Winterzeit, leichter aus dem Bett. Sonst war es ein Kampf aufzustehen und dann auch wach zu bleiben.

Ich hab jetzt schon einiges hier im Forum gelesen, und ich habe jetzt Angst was auf mich zu kommen könnte. Gleichzeitig aber hoffe ich, dass die Nahrungsergänzungsmittel die ich so einnehme, dass die mich so einigermaßen abfangen werden - Omega 3 wird hier ja auch häufig erwähnt, was ich auch einnehme.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es weiter geht, aber bitte macht mein Verhalten nicht nach, denn ich hab erst jetzt erfahren wie böse es ausgehen kann wenn man so schnell und in so großen Schritten wie ich es gemacht habe, reduziert.

Und noch was, ich hab heute so geheult, wie fahrlässig mit uns Patienten umgegangen wird, dass wir dieses Zeug schlucken. Ich war so sauer. Damals hat man meiner Mutter gesagt, als ich mit 17 in die Klinik kam, dass die Medis mir helfen würden und dass der Arzt seiner Tochter diese Medikamente ebenfalls geben würde, wenn sie mein Leiden hätte. Heuchler! Wegen den Medis hab ich so viel im Leben verloren, bin seit 3 Jahren geschieden, genau seit dem Winter wo Aripirazol auf 30 mg erhöht wurde und ich völlig ausgebrannt war. Mein Kinder sehe ich zwar regelmäßig aber sie leben beim Vater. Hab viel von der Entwicklung meiner Kinder verpasst!
Ich bin so wütend - ich könnte... :evil: :censored:
Anstatt mal auf andere Faktoren des Körpers zu schauen, wird man erst mal lahm gelegt!

Über Kommentare und Austausch würde ich mich sehr freuen.

Mit Besten Grüßen,

Medina
Zuletzt geändert von padma am 20.11.2020 18:59, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel um Benutzernamen ergänzt
Gebj.: 1989, Geschl.: w
Ausgangssymptome: depressive, manische und psychotische Phasen. Auffälligkeiten zum Start der Pubertät mit 13 J.
Diagnose: Bipolare Störung im Mai 2006 mit 17 J. Stationärer Aufenthalt.
Medikation:
Lithium: 1200 mg - wurde nach 13 Jahren aufgrund ständigen Durstgefühls und zum Ende hin ständigen Toielttengängen abgesetzt.
Olanzapin /Zyprexa: 5-20 mg. Ich war wie ein Roboter und nur am schlafen, wurde nach 2 Jahren gegen Aripiprazol ersetzt.
Aripiprazol: seit 2008 erst 15 mg, dann im Jahr 2017 auf 30 mg hochdosiert. Nebenwirkungen: seit der Erhöhung auf 30 mg wurden Suizidgedanken in den depressiven Phasen stärker besonders im Winter.
Weitere Erkrankungen / Medikation / Nahrungsergänzungsmittel: Schilddrüsenunterfunktion(Hashimoto) wird mit L-Thyroxion 125 und 150 Mikrogramm behandelt.
Omega 3, Schwarzkümmelöl, Magnesium, Vitamin D3, A, K2.
Aktueller Absetzverlauf::
Aripiprazol: 18.09.20 von 30 mg auf 25 mg,
Oktober 2020 - 20mg
09.11.20 - 15 mg :
20.11.20:dies ist der derzeitige Aktuelle Stand. Ich wusste bis dato nicht dass das Reduzieren zu schnell war. Konnte feststellen: komme morgens leichter aus dem Bett und muss mich morgens nicht wieder hinlegen. Kaum noch Suizidgedanken, Depressionen sind leichter. Spüre (noch) keine Entzugssymptome.
Sabs
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Re: Medina: Aripiprazol in den letzten 3 Monaten von 30 mg auf 15 mg in Unwissenheit über mögliche Absetzsymptome, reduz

Beitrag von Sabs »

Hey
Ich freue mich für dich, dass dir die NEMs so gut helfen.
Du solltest dich nicht von unseren Berichten hier in Sorge versetzen lassen, eventuell gehörst du nicht zu denen, die schwere Entzugssymptome erleiden.
Außerdem geht es sehr vielen so - war bei mir auch so -, dass erst die letzten mg große Probleme machen, wg der hohen rezeptorbelegung noch im niedrig-Dosis-Bereich.
Ich konnte von 225mg Venlafaxin problemlos auf 37mg reduzieren, habe dann ein paar Jahre 37mg genommen und erst als ich dann direkt auf 0 gegangen bin, kam ich quasi in die Hölle :-( (krieche gerade aber wieder ans Tageslicht :-) )
Du solltest nun die Dosis noch ein paar Monate halten und zukünftig langsamer vorgehen. Das wird schon.

Ich wünsche dir, dass es weiter bergauf geht mit dir.
Das ist doch wunderbar, wenn es den Leuten ohne ADs besser geht, als mit.

Gruß Sabs
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simonb
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Re: Medina: Aripiprazol in den letzten 3 Monaten von 30 mg auf 15 mg in Unwissenheit über mögliche Absetzsymptome, reduz

Beitrag von simonb »

Hallo Medina

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liebe Grüße Simon
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Re: Medina: Aripiprazol in den letzten 3 Monaten von 30 mg auf 15 mg in Unwissenheit über mögliche Absetzsymptome, reduz

Beitrag von simonb »

Hallo Medina,

nicht jeder hat beim absetzen so grosse Probleme, das kann man nur individuell vorsichtig austesten.
Die Erfahrungen zur Reduktion (10% alle 4-6 Wochen) sind Richtwerte, bei einem geht es schneller, andere müssen noch langsamer reduzieren.
Nichts überstürzen, denn manchmal treten Entzugssymptome zeitverzögert auf, deshalb würde ich an deiner Stelle jetzt erst eine etwas längere Stabili8sierungsphase einlegen...LG Simon
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Medina
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Re: Medina: Aripiprazol in den letzten 3 Monaten von 30 mg auf 15 mg in Unwissenheit über mögliche Absetzsymptome, reduz

Beitrag von Medina »

Hallo,
danke Sabs und Simon für eure schnellen Nachrichten.
Ich hoffe auch, dass alles gut klappt.
Gestern ging gar nichts bei mir war nur am heulen., Heute geht's wieder besser.
Ich werde mich weiter im Forum durchlesen.

Mit besten Grüßen,
Medina
Gebj.: 1989, Geschl.: w
Ausgangssymptome: depressive, manische und psychotische Phasen. Auffälligkeiten zum Start der Pubertät mit 13 J.
Diagnose: Bipolare Störung im Mai 2006 mit 17 J. Stationärer Aufenthalt.
Medikation:
Lithium: 1200 mg - wurde nach 13 Jahren aufgrund ständigen Durstgefühls und zum Ende hin ständigen Toielttengängen abgesetzt.
Olanzapin /Zyprexa: 5-20 mg. Ich war wie ein Roboter und nur am schlafen, wurde nach 2 Jahren gegen Aripiprazol ersetzt.
Aripiprazol: seit 2008 erst 15 mg, dann im Jahr 2017 auf 30 mg hochdosiert. Nebenwirkungen: seit der Erhöhung auf 30 mg wurden Suizidgedanken in den depressiven Phasen stärker besonders im Winter.
Weitere Erkrankungen / Medikation / Nahrungsergänzungsmittel: Schilddrüsenunterfunktion(Hashimoto) wird mit L-Thyroxion 125 und 150 Mikrogramm behandelt.
Omega 3, Schwarzkümmelöl, Magnesium, Vitamin D3, A, K2.
Aktueller Absetzverlauf::
Aripiprazol: 18.09.20 von 30 mg auf 25 mg,
Oktober 2020 - 20mg
09.11.20 - 15 mg :
20.11.20:dies ist der derzeitige Aktuelle Stand. Ich wusste bis dato nicht dass das Reduzieren zu schnell war. Konnte feststellen: komme morgens leichter aus dem Bett und muss mich morgens nicht wieder hinlegen. Kaum noch Suizidgedanken, Depressionen sind leichter. Spüre (noch) keine Entzugssymptome.
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