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Liebe ADFDler,

wir wünschen Euch eine schöne Osterzeit mit möglichst entspannten Feiertagen und schönem Wetter.

Das Team ist während dieser Zeit u wahrscheinlich auch etwas länger anhaltend, aus verschiedenen Gründen personell stark unterbesetzt, so daß hauptsächlich nur administrative Aufgaben erledigt werden können.

Wir bitten Euch deshalb, verstärkt gegenseitig nach Euch zu schauen u zu unterstützen.

Danke für Euer Verständnis, liebe Grüße vom Team

---

An unsere neuen Mitglieder: Bitte lest euch zunächst selbst in unsere grundlegenden Absetzinfos ein: Antidepressiva absetzen | Benzodiazepine absetzen | Neuroleptika absetzen

Herbstwind: Meine Erfahrungen mit Antidepressiva

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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Herbstwind
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Herbstwind: Meine Erfahrungen mit Antidepressiva

Beitrag von Herbstwind »

Hallo und vielen Dank für die Aufnahme!

Ich bin neu hier und habe in der Vergangenheit sehr schlimme Erfahrung mit Antidepressiva erlebt.

Ich kenne das Forum schon länger, habe aber immer versucht, mir meine Erfahrungen auszureden, insbesondere, weil mir die meisten Ärzte nicht glauben.

Liebe Grüße, Herbstwind
Zuletzt geändert von padma am 09.03.2021 10:33, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Titel auf Wunsch geändert
Psychopharmaka, die ich eingenommen habe:

09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf

Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

Ende Januar 2021 - Mitte März 2021 : Carbamazepin Retard von 2 Mal 450 mg pro Tag reduziert auf 2 Mal 150 mg pro Tag
padma
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von padma »

hallo Herbstwind, :)

willkommen im ADFD.

Hier im Forum haben viele sehr schlimme Erfahrungen mit AD gemacht, du bist damit absolut nicht alleine. Sehr viele Ärzte glauben den Betroffenen nicht, wenn diese über Nebenwirkungen, Absetzsymptome berichten, obwohl selbst die Hersteller dies mittlerweilen einräumen, wenn auch nicht im ganzen Ausmaß. Auch diese Erfahrung haben viele hier gemacht. Ich glaube nicht, dass du dir das einbildest.

Magst du noch etwas mehr zu dir schreiben, was du warum genommen hast und was für Symptome aufgetreten sind? Nimmst du derzeit noch AD?

Ich stelle dir gleich noch unseren Begrüssungstext ein.

liebe Grüsse,
padma
Fluoxetin nach über 10 jähriger Einnahme zur Schmerztherapie abgesetzt

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Absetzverlauf:
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Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
FAQ: Alles, was Ihr übers Absetzen wissen müsst!




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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von padma »

Begrüssungstext:

Hallo Herbstwind, :)

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
liebe Grüße
padma
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Hallo padma,

vielen Dank für die Begrüßung!

Ich nehme schon lange keine Antidepressiva mehr. Jedoch nehme ich Carbamazepin Retard, weil man mir das damals gegen mein suizidales und aggressives Verhalten, das ich durch die Antidepressiva bekam, verordnet hat. Ich werde meine Medikamenten-Erfahrungen bald aufschreiben. Soll ich das in diesem Thread machen?


Viele Grüße, Herbstwind
Psychopharmaka, die ich eingenommen habe:

09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf

Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

Ende Januar 2021 - Mitte März 2021 : Carbamazepin Retard von 2 Mal 450 mg pro Tag reduziert auf 2 Mal 150 mg pro Tag
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von padma »

hallo Herbstwind, :)

wenn es dir auch um Austausch geht, kannst du deine Erfahrungen hier in diesem thread schreiben.

Es gibt auch die Möglichkeit einen Erfahrungsbericht zu verfassen, wenn du ausführlicher über deine Geschichte berichten möchtest. Ich habe dich jetzt freigeschaltet, so dass du auch in der Rubrik "Erfahrungsberichte" schreiben kannst.

Dass du jetzt auf Carbamazepin "sitzt", ist natürlich nicht schön. Wir haben damit nicht so die Erfahrung, dennoch könnten wir mit dir überlegen, ob und wie du das ausschleichen könntest.

liebe Grüsse,
padma
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Versehentlich doppelt
Zuletzt geändert von Herbstwind am 04.12.2020 15:00, insgesamt 1-mal geändert.
Psychopharmaka, die ich eingenommen habe:

09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
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Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Hallo padma,

okay, dann werde ich in den nächsten Tagen meinen Bericht einstellen.

Gruß, Herbstwind
Psychopharmaka, die ich eingenommen habe:

09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf

Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

Ende Januar 2021 - Mitte März 2021 : Carbamazepin Retard von 2 Mal 450 mg pro Tag reduziert auf 2 Mal 150 mg pro Tag
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Hier mein Erfahrungsbericht:

Angefangen hat meine psychiatrische Laufbahn damit, dass ich seit meiner Kindheit unter chronischer Erschöpfung leide, die meiner Meinung nach körperlich bedingt ist, und ich dadurch nicht mehr regelmäßig zur Schule gehen konnte.

Ich vermute heute, dass ich eine leichte Form von ME/CFS haben könnte, da sich meine Problematik bei dauerhafter körperlicher Belastung verschlechtert.
Bei dieser Erkrankung ist es üblich, dass sie als psychische Erkrankung fehldiagnostiziert wird, weil es keinen Biomarker gibt und die Betroffenen kaum krank aussehen.


Da keine körperliche Ursache gefunden wurde, kam ich mit einem Kinder- und Jugendpsychiater in Kontakt. Außerdem begann ich eine ambulante Psychotherapie. Leider erfolglos.
Desweiteren machte ich eine psychosomatische Kur, die aber nichts brachte.
Da ich seit dem Kleinkindalter leicht autistische Züge hatte, wurde ich ziemlich schnell als psychisch krank eingestuft.

Eine Psychiaterin und Neurologin verschrieb mir im Alter von 10 Jahren ein Antidepressivum (Clomipramin), da meine Erschöpfung und anderen körperlichen Symptome als Depression eingestuft wurden. Ich verweigerte jedoch die Einnahme.

Ich fing an, immer seltener zu Schule zur gehen, weil das meine Erschöpfung verbesserte. Ich hatte keine Schulangst oder dergleichen, es wurde mir aber unterstellt.
Ich wurde weiter gezwungen, regelmäßig zur Schule zu gehen. In dieser Zeit bekam ich eine neue Psychotherapeutin, aber auch diese konnte mir nicht helfen.

Im Alter von 12 Jahren konnte ich vor Erschöpfung nicht mehr und lag monatelang fast den ganzen Tag im Bett. Das war nicht schön, musste aber sein, da ich ziemlich entkräftet war.
Hauptsächlich deshalb kam ich zu dem Zeitpunkt in die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Dort gab man mir nach einiger Zeit das Neuroleptikum Haloperidol, weil ich wegen Heimweh oft aggressiv war und weil ich "krankeitsuneinsichtig" war und durch die vielen Diskussion mit dem Pflegepersonal immer verstörter wurde (mir war damals nicht bewusst, dass das alles noch schlimmer macht) und außerdem, weil ich, seit ich 10 Jahre alt bin, komische Körpersymptome habe, die keiner erklären kann und die daher als psychisch bedingt angesehen werden. Da ich abstritt, dass diese psychisch bedingt sein könnten, galt ich umso krankheitsuneinsichtiger.


Das Medikament führte zu Gewichtszunahme und typischen Nebenwirkungen, machte aber zum Glück nichts negatives mit meiner Stimmung.
Außerdem war es noch leicht schmerzdämpfend.


Da ich nach über einem Jahr durchgängig in der Kinder- und Jugendpsychiatrie immer noch nicht gesund war (nur weniger aggressiv, weil ich merkte, dass ich dadurch auch nicht raus komme und durch den eingeschränkten Alltag dort weniger erschöpft) und man mir dort nicht mehr wirklich helfen konnte, verlegte man mich in eine Jugendwohngruppe.
Dort ließ man mich endlich mal genügend ausruhen. Man stellte mir frei, wann ich wieder zur Schule gehen möchte. Das half mir.
Nach einiger Zeit erholte ich mich und konnte wieder zur Schule gehen.


Die anderen körperlichen Symptome reduzierten sich ebenfalls etwas, wobei ich nicht weiß, ob das Zufall war.
Später ging es mir körperlich sehr gut.

Es war trotzdem sehr anstrengend für mich jeden Tag zur Schule zu gehen. Ich merkte schon, dass ich das nicht für immer durchhalten kann und wollte wieder bei meinen Eltern wohnen, um leichter bzw. konsequenzloser die Schule verweigern zu können.

Nach ein paar Jahren wurde ich auf meinen eigenen Wunsch hin wieder zu meinen Eltern entlassen, nach einem weiteren Jahr wurde die Erschöpfung so stark, dass ich wieder nur eingeschränkt zur Schule gehen konnte. Dies hing vermutlich auch damit zusammen, dass meine Eltern in einer Großstadt wohnten, dort ist die Erschöpfung meiner Beobachtung nach stärker, obwohl ich mich da ansonsten wohler fühle.


Es wurden (erneut) Depressionen vermutet, die ich aber nicht hatte.
Es konnte so aber nicht weitergehen, da meine Erschöpfung immer stärker wurde und ich wieder nur eingeschränkt zur Schule gehen konnte.
In der Hoffnung, damit endlich ernst genommen zu werden, bezeichnete ich die Erschöpfung als Schwindelanfälle und ließ mich in der Schule absichtlich hinfallen, um von einem Elternteil abgeholt zu werden, was auch funktioniert hat. Zuhause angekommen, ruhte ich mich erstmal aus und holte den Schlaf nach. Ich hatte auch ein massives Schlafdefizit, weil ich - warum auch immer - seit meiner Kindheit einen verschobenen Schlaf-Wach-Rhythmus habe und außerdem ein dauerhaft erhöhtes Schlafbedürfnis habe. Warum das so ist, hat noch niemand untersucht, da es immer auf meine angebliche Depression geschoben wurde.

Weil die "Schwindelanfälle" fast jeden Tag vorkamen, verordnete man mir Sulpirid in der geringen (also in der antidepressive Bund gegen Schwindel wirkenden) Dosis. Jedoch hatte das Medikament keine Wirkung, weswegen es wieder abgesetzt wurde.

Im weiteren Verlauf wurde mir Fluoxetin verordnet, was ich aber nicht einnahm, da ich mich nicht depressiv gefühlt habe. Außerdem hatte ich eine komische Vorahnung bei diesem Medikament. Das war später auch mit ein Grund, warum ich dachte (hoffte), ich hätte mir die schlimme Wirkung der SSRIs nur eingebildet.

Ich "WOLLTE" nicht arbeiten gehen, um mehr Energie für schöne Dinge, wie z.B. Reiten zu haben. Aufgrund der chronischen Erschöpfung musste ich Prioritäten setzen. Damit es nicht auffiel, dass ich das Medikament nicht nahm, schmiss ich die Kapseln jeden Tag weg. Der Psychiater merkte nichts.
Ich tat dies, da ich Angst hatte, sonst wieder gegen meinen Willen in die Psychiatrie zu müssen. Erst als ich volljährig war, beichtete ich, dass ich Fluoxetin nie genommen habe.


Während dieser Zeit hatte ich eine ambulante Psychotherapie, der Therapeutin verschwieg ich, dass ich es verordnet bekam.
Ich hatte mittlerweile auch eine Art Putzzwang entwickelt, diesen hatte ich, um mich unter Druck zu setzen, damit ich wenigstens noch mein Zimmer saubermache.
Ich hatte keine richtige Zwangsstörung, sondern habe immer dann zwanghaft reagiert, wenn ich besonders erschöpft war, um kompensatorisch dagegen zu wirken. Mittlerweile ist die Erschöpfung übrigens so stark, dass noch nichtmal mehr dieses zwanghafte unter-Druck-setzen dagegen hilft.
Ich war wirklich sehr erschöpft zu diesem Zeitpunkt, aber da alle das für psychisch hielten, durfte ich mich nicht ausreichend ausruhen. Es war eine schlimme Zeit, weil mir klar wurde, dass ich so keine Ausbildung schaffen werde.

Die Psychotherapeutin dachte, dass ich wegen meines zwanghaften Putzverhaltens so erschöpft sei. Obwohl ich ihr sagte, dass es anders ist, glaubte sie mir nicht.
Sie gab mir ein Buch über Zwangsstörungen zum lesen mit, in dem SSRIs regelrecht beworben wurden. Dass sie gegen Zwänge wirken sollen, interessierte mich nicht so sehr, da ich die "Zwänge" behalten wollte, um wenigstens etwas innere Spannung zu haben.

Aber dass sie antriebssteigernd sein sollten, wie in dem Buch beschrieben, hat mir gefallen. Ich kannte damals den Unterschied zwischen chronischer körperlicher Erschöpfung und Antriebsschwäche/Antriebslosigkeit noch nicht. Ich war zu dem Zeitpunkt alles andere als antriebslos.
Ich lebte trotzdem noch meine Hobbys und meinen Sport aus, obwohl ich fürs Arbeiten gehen zu erschöpft war.
Ehrlich gesagt habe ich absichtlich Energie übriggelassen, um meine Hobbys ausleben zu können.
Wäre ich jeden Tag arbeiten gegangen, hätte ich keine Energie mehr für mein Privatleben gehabt. Das wollte ich nicht. Dann wäre ich vielleicht wirklich depressiv geworden. Wer will denn schon nur für die Arbeit leben?
Meine Eltern waren in der Hinsicht auch wenig streng. Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass sie strenger gewesen wären und mich dafür von der Psychiatrie fern gehalten hätten.

Ich habe ein dreiviertel Jahr quasi wie ein Rentner gelebt, mir ging es psychisch super dabei.
Ein schlechte Gewissen war kaum vorhanden, weil ich mir bewusst machte, wie ich mich bereits im Grundschulalter für die Schule aufgeopfert habe.
Wie ich da gelitten habe, war wirklich nicht normal.

Deshalb wollte ich kaum noch was anstrengendes machen, was nicht soviel Spaß macht.
Außerdem ging es mir nicht so gut, wenn ich morgens zu früh aufstand. Dann habe ich mich den ganzen Tag schlecht gefühlt.
Seltsamerweise finanzierten mir meine Eltern meine Hobbys ohne Probleme weiter.


Da es mir stimmungsmäßig gut ging (es war sogar die beste Zeit in meinem Leben, weil ich endlich damit durchkam, nicht arbeiten gehen zu müssen und trotzdem alles bezahlt zu bekommen (ich lebte zu dem Zeitpunkt noch bei meinen Eltern)), fand ich es absurd, ein Antidepressivum einzunehmen. Ich schmiss weiterhin die Fluoxetin-Kapseln weg.
Bis auf ein paar Streits mit meinen Eltern, dass es von ihnen aus so nicht mehr weitergehe, ging es mir gut. Die Zukunft verdrängte ich.

Da meine Therapeutin meinte, dass es so nicht weitergehen könne und ich aus Angst vor Zwangspsychiatrisierung (wegen Behandlungsunwilligkeit) und zukünftigen finanziellen Problemen ihr zustimmte (was gespielt war), meinte sie, ich solle in eine Klinik zur stationären Behandlung.

Sie meldete mich in einer anderen Kinder- und Jugendpsychiatrie an. Ich hatte dort kein Vorgespräch, was sich als Fehler herausstellte.

Als dort ein Platz frei wurde, ging ich offiziell freiwillig hin.
Dort musste ich einige Fragebögen ausfüllen.
Da ich unbedingt als erwerbsunfähig aus dieser Klinik entlassen werden wollte, damit ich danach so weiterleben kann wie vorher, nur möglichst in einer Mietwohnung, die von Amt bezahlt wird, gab ich absichtlich falsche Antworten auf die Fragebögen. Es fiel seltsamerweise nicht auf. Ich wurde als depressiv diagnostiziert.

Eigentlich hatte ich somit mein Ziel erreicht, jedoch war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass ich dann auch mit für meine Heilung, die ich ja "gar nicht wollte", verantwortlich war. Bzw. ich hätte es gut gefunden, wenn man die Erschöpfung weggenommen hätte, aber ich wusste erfahrungsgemäß zu dem Zeitpunkt schon, dass sich die Erschöpfung nur im Griff halten lässt, wenn ich mich schone. Das ist leider bei CFS so.
Heilung auf psychiatrische Art und Weise hätte bedeutet, dass ich gegen die Erschöpfung ankämpfe und es mir dadurch nach und nach immer schlechter geht. Damit hatte ich ja bereits in der Kindheit und frühen Jugendzeit Erfahrungen gesammelt und ich wollte nicht, dass es mir nochmals so schlecht geht.
Dennoch habe ich mich in der Klinik bemüht, allen Anforderungen nachzukommen.

Nach ein paar Monaten und weiteren Arbeitsversuchen aus der Klinik heraus, die aufgrund meiner Erschöpfung nur schwer für mich zu bewältigen waren, bedrängte mich die Stationsärztin damit, dass sie fände, dass ein Antidepressivum (Fluvoxamin) gut für mich geeignet sei.

Ich lehnte ab, jedoch sagte sie, dass sonst die Therapie länger dauern würde und sie keine Lust hätte, sich deshalb vor meiner Krankenkasse zu rechtfertigen. Ich sagte ihr, dass mir zuvor Fluoxetin verordnet worden sei, ich dies aber nie genommen habe, weil ich keinen Sinn darin gesehen habe. Daraufhin sagte sie, dass das nicht gut von mir gewesen sei, da ich dann vielleicht schon weiter in meiner Gesundung sein könne.
Außerdem sprachen mir noch weitere Personen zu, ein Antidepressivum zu nehmen.


Nach kurzer Bedenkzeit ließ ich mich auf Fluvoxamin einstellen. Ich hatte gehofft, dadurch nie wieder solche massiven Erschöpfungszustände erleiden zu müssen. Außerdem sollte es gegen meine sozialen Probleme helfen, die aber eigentlich hätten mit Psychotherapie bearbeitet werden sollen bzw. ich hätte überhaupt erstmal Verständnis dafür bekommen müssen, dass ich diese Erschöpfungskrankheit habe.
Eine Psychotherapie gegen soziale Probleme wurde mir zwar dort relativ zu Anfang versprochen, dann aber doch nicht umgesetzt. Diese Klinik war sehr auf die Behandlung mit Psychopharmaka fixiert.
Sie erklärten mir, dass mit der Einnahme von Fluvoxamin mein Leben besser werde, auch in Bereichen, in denen ich gar keine Veränderung möchte, z.B. sollte ich dadurch extrovertiert werden, obwohl ich das nicht wollte, weil das nicht meiner Persönlichkeit entspricht. Aber die Klinik hat mir immer wieder gesagt, dass ich so wie ich bin, meine angeblichen somatoformen Störungen aufrecht erhalten und daher eine Veränderung vonnöten sei.


Das Fluvoxamin bewirkte ganz zu Anfang eine starke körperliche Unruhe, weshalb die Dosis wieder reduziert wurde. Nach wenigen Wochen entwickelte sich eine Psychose, die nach außen hin aber niemand bemerkte, und Ich-fremde Suizidgedanken, was anfangs weder ich, noch andere Menschen dem Medikament zuordneten. Ich konnte überhaupt nicht einordnen, was da passiert und bekam sehr starke Angst.

Da mir immer vorgehalten wurde, ich sei psychisch noch nicht in der Pubertät gewesen (weil ich mich nicht pubertätstypisch verhalten habe), dachte ich anfangs, die Wirkung sei die Pubertät.
Die Klinikpersonal hatte mir nämlich zuvor gesagt, dass das Medikament meine angebliche Sozialphobie vermindern würde und ich dann endlich wie andere Jugendliche werden würde (obwohl ich das gar nicht wollte).

Ich fühlte mich durch das Medikament sehr komisch und künstlich verändert. Man sagte mir jahrelang vorher, dass ich "falsch" sei und mich nur mal auf die Therapien einlassen müsse und als ich das getan habe, ging es mir (durch das Medikament) sehr schlecht.
Durch den Wirkungseintritt des Medikaments bemerkte ich, wie etwas, quasi wie eine fremde Macht, die Kontrolle über meine Seele übernahm.

Ich entwickelte eigen- und fremdaggressives Verhalten, welches sich Ich-fremd anfühlte.

Ich bekam Ich-fremde Suizidgedanken und begang ohne Grund und ohne, dass es Sinn ergab, leichte Straftaten, für die es seltsamerweise keine Konsequenzen gab.

Ich merkte zwar irgendwie, dass es mir durch das Medikament schlechter ging, konnte es aber nicht absetzen, da ich durch die Wirkung des Medikaments meine eigenen Handlungen (also auch die Entscheidung, ein Medikament nicht mehr zu nehmen) nicht mehr richtig steuern konnte. Deshalb dachten die Psychiater, dass ich dieses und folgende Medikamente gut vertragen würde.

Ich hatte auch psychotische Denkstörungen, dachte zum Beispiel, ein kaputter Rauchmelder, der auf einem Regal lag, sei eine Abschussanlage oder glaubte irgendeinen Mist, den mir psychotische Mitpatienten erzählten (z.B. dass Shetlandponyhengste deshalb kastriert werden, weil ihr Penis sonst zu lang werden würde und auf dem Boden schleife.)
Außerdem habe ich durch die Medikamente meine Umgebung sehr merkwürdig wahrgenommen. Zwar hatte ich keine Halluzinationen im eigentlichen Sinne, aber ich habe alles sehr intensiv wahrgenommen, es ging alles sehr tief ins Bewusstsein. Z.B. habe ich, wenn ich einen Tisch gesehen habe, den Tisch richtig tief in meinem Bewusstsein gespürt, ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll.

Farben habe ich auch stärker wahrgenommen, gleichzeitig war aber irgendwie alles dunkel. Mein Art des Sehen (aber nicht im Sinne der Augen selbst) hatte sich stark verändert. Es war später komisch für mich, als ich nach der Medikamentenzeit wieder in die Stadt zog, in der ich damals gelebt habe, die damaligen Wege wieder mit normalem Bewusstsein abzufahren.
Ich habe mich so gefühlt, wie man sich vermutlich unter Drogen fühlt.

Ich habe diese Medikamente genommen in der Hoffnung, endlich dauerhaft erwerbsfähig zu werden.
Jedoch merkte ich im Laufe der Einnahme, dass die oben erwähnte, neue zusätzliche Müdigkeit hinzugekommen ist. Sie war auch eine Nebenwirkung. Diese zusätzliche Müdigkeit war eigentlich angenehm, da sie muskelrelaxierend war und sehr leicht einschlafen konnte. Man sagt ja auch, dass Serotonin ein Entspannungshormon sei. Ich war unter SSRIs körperlich sehr entspannt, seelisch jedoch, hatte ich Antrieb ohne Ende, den ich aber nicht für das einsetzen konnte, was ich wollte. Jedenfalls hielten mich die Psychiater durch weiterhin für antriebslos.


Die Müdigkeit wurde nach einem halben Jahr Einnahme von Fluvoxamin so schlimm, dass ich öfters tagsüber schlafen musste. Nach einem weiteren halben Jahr wurde sie so schlimm, dass ich kaum noch arbeiten gehen konnte. Ich habe nach der Klinik, in der ich auf das Medikament eingestellt worden bin, eine ambulante Arbeitstherapie begonnen. Diese war als Vorbereitungsmaßnahme für eine berufliche Rehabilitation gedacht. In der Klinik empfahl man mir, nicht einfach so eine Ausbildung zu beginnen, sondern, weil meine chronische Erschöpfung angeblich psychisch bedingt ist, eine berufliche Rehabilitation für psychisch Kranke zu machen. Diese Denke stellte sich hinterher als fehlerhaft heraus, da ich meistens nur gewisse Zeitfenster habe, in denen ich über einen längeren Zeitraum leistungsfähig bin. Ich hätte also die Zeit, in der ich die ambulante Arbeitstherapie gemacht habe, auch eine Ausbildung anfangen können, besser wäre sogar noch ein Job gewesen, für den man keine Ausbildung brauch und sofort Geld bekommt. Weil ich, wie gesagt, wenn überhaupt, immer nur für wenige Monate bis Jahre am Stück leistungsfähig bin. Später stellte sich heraus, dass selbst die Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen für mich zu anstrengend war.

Da ich vorher in der Klinik schon Leistung geben musste, war also schon ein Teil der Leistung verbraucht.

Stattdessen habe ich monatelang unentgeltlich Arbeitstherapie gemacht, nur um festzustellen, dass ich meine Energie dafür verbraucht habe und direkt danach nichts weiteres möglich war.

Weil ich aber damals den Fehlannahmen der Ärzte und Psychologen sowie anderen Psycho-Fachleuten geglaubt habe, habe ich alles so gemacht, wie diese es mir gesagt haben. Inklusive Einnahme von Fluvoxamin.
Obwohl ich sogar irgendwie gemerkt habe, dass mir Fluvoxamin nicht gut tut, habe ich es weitergenommen, in der Hoffnung, dadurch meine Arbeitsfähigkeit zu erhöhen. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass diese neue zusätzliche Müdigkeit immer stärker wurde. Ich schlief öfters ungewollt in öffentlichen Verkehrsmitteln ein. Vor allem in der U-Bahn, wenn diese gerade im Tunnel war.

Aber auch morgens im Linienbus zur Arbeit. Dadurch verpasste ich die Haltestelle und wachte erst wieder auf, als ich an der Endhaltestelle war. Das ging zum Schluss fast jeden Tag so. Ich hätte zwar auch die ganze Zeit stehen können, um das zu verhindern, aber dazu war ich erschöpft und Fluvoxamin hat mich so sorglos gemacht, dass ich mir keine Gedanken mehr um sowas gemacht habe.
An der Endhaltestelle musste ich warten, bis der Busfahrer wieder zurück fuhr.
Dadurch kam ich logischerweise zu spät zur Arbeit. Ich kam sowieso schon zu spät, da ich wegen der starken Müdigkeit den Wecker überhöhrte bzw. ihn ausstellte und danach weiterschlief, ohne mich hinterher daran erinnern zu können.


Außerdem litt ich im Laufe der Zeit unter Schlafparalyse, d.h. ich merkte, dass ich wach war, konnte aber nicht aufstehen, ich dachte dann immer, dass ich nur geträumt hatte, schon wach zu sein und beim angeblichen aufwachen dachte ich, nur geträumt zu haben, dass ich geträumt hatte, wach zu sein usw. Das steigerte sich auf unzählige Male.
Das hatte ich später unter Paroxetin noch stärker.
Sowas kenne ich ohne SSRIs eigentlich nicht.


Jedenfalls waren all das Gründe, warum ich deutlich zu spät zur ambulanten Arbeitstherapie kam.
Die Arbeitstherapie ging von montags bis freitags jeweils 3 Stunden vormittags.

Ich schaffte irgendwann nur noch höchstens 1,5 Stunden. Die Leitung sagte zu mir, dass sie das so eigentlich nicht mehr mitmachen könne, da ich so anderen Klienten den Platz wegnehme. Allerdings war es so, dass wenn ich die Arbeitstherapie nicht schaffen würde, ich die berufliche Rehabilitation nicht machen durfte.
Da ich das wollte, riss ich mich zusammen, aber es brachte nichts. Es passierte dasselbe wie früher zu Schulzeiten; ich wurde nur noch erschöpfter.
Also setzte ich aus Verzweiflung darüber und weil ich wollte, dass meine Stimmung wieder so wird wie vor der Einnahme des Medikaments (dumm, ich weiß) das Medikament eigenmächtig höher. Ich ging sogar bis zur Höchstdosis. Das teilte ich dem Arzt mit, daraufhin meinte dieser, dass ich das zwar mit ihm absprechen hätte sollen, aber, da ich ja schwer psychisch krank sei, ruhig alle Möglichkeiten ausnutzen solle. Also verschrieb er es mir an dem Zeitpunkt in der Höchstdosis.

Weil es mir nicht besser ging, verschrieb er mir nach ein paar Wochen für ein paar Wochen zusätzlich eine eher geringe Dosis von Clomipramin. Es ging mir weiterhin schlechter, also wurde Clomipramin wieder abgesetzt. Fluvoxamin sollte ich weiternehmen.

Meine medikamenteninduzierte Psychose und Suizidalität verfestigten sich. Ich habe richtig gemerkt, wie sehr sich mein Gehirn immer mehr veränderte. Dennoch war ich nicht in der Lage, sie abzusetzen bzw. auszuschleichen. Dass ich die Medikamente weiter einnehmen wollte, war Teil meines psychotischen Erlebens, so merkwürdig sich das auch anhört. Ich hätte sie gar nicht absetzen wollen, obwohl ich eigentlich schon gemerkt habe, dass sie mir nicht gut tun. Die medikamenteninduzierte Psychose hat mich sozusagen gezwungen, sie immer weiterzunehmen. Das hat mich später zu Suizidversuchen getrieben.


Zu dem früheren Zeitpunkt hatte ich immer noch Hoffnung, dass ich durch die Medikamente doch noch endlich arbeitsfähig sein werde.
Es wurde aber immer schlimmer. Der Psychiater empfahl sie mir trotzdem weiter.

Nach weiteren Wochen ging es mir so schlecht, dass ich immer später zur ambulanten Arbeitstherapie kam. Die Leitung führte einige ernste Gespräche mit mir, dass es so nicht weitergehen könne. Ich versprach jedesmal Besserung.

Eines Tages sagte sie, dass, ich in dem Zustand nicht fähig für die berufliche Rehabilitation sei. Ich sagte, dass sie einfach trotzdem beginnen werde. Doch nach ein paar weiteren Wochen erfuhr ich, dass die ambulante Arbeitstherapie mich einfach, ohne mit mir darüber Rücksprache zu halten, von der beruflichen Rehabilitation abgemeldet hat! Obwohl diese Einrichtungen nicht zusammengehören. Ich war sauer und wollte das rückgängig machen, hatte aber keine Chance.

Bei der beruflichen Rehabilitation selbst rief ich allerdings nicht an. Ich wusste selbst, dass ich es nicht schaffen würde, da ich bei der beruflichen Rehabilitation 8 Stunden von montags bis freitags sein müsse, fand es aber blöd, dass das einfach so hinter meinem Rücken geschah.


Ich verzweifelte immer mehr. Mein ambulanter Psychotherapeut wusste auch nicht weiter, erklärte sich weiterhin alles mit meinen angeblichen sozialen Ängsten und empfahl mir ständig Paroxetin dagegen, welches mir mein ambulanter Psychiater aber nicht verordnen wollte, weil er fand, dass ich mit Fluvoxamin gut zu zurecht kommen würde. Ohne dies, so seine Meinung, würde es mir noch viel schlechter gehen, da ich eine schwere Depressionen hätte. Ich solle es weiternehmen.


Es ging mir immer schlechter, schaffte es kaum noch zur ambulanten Arbeitstherapie, die mittlerweile eigentlich sowieso keinen Sinn mehr ergab, da ich von der beruflichen Rehabilitation abgemeldet wurde. Ich bekam einen starken Erschöpfungszustand, bei dem ich aber noch zusätzliche Symptome hatte, als bei den anderen Erschöpfungszuständen, die ich ohne Antidepressiva hatte.

Es war so schlimm, dass ich es sogar kaum schaffte, regelmäßig zu trinken und essen. Meine Eltern halfen mir glücklicherweise, brachten mir Getränke ins Zimmer.

Ich fühlte mich organisch richtig vergiftet. Nicht im wahnhaften Sinne, sondern ich war wahrscheinlich tatsächlich vergiftet, weil ich das Medikament nicht mehr verstoffwechseln konnte, so fühlte es sich jedenfalls an. Es fühlte sich an, als ob mein Körper immer mehr Rückstände von dem Medikament in sich hätte und dadurch immer kränker wurde.

Da mir aber immer eingeredet wurde, dass alles nur psychosomatisch bzw. somatoform sei, habe ich das auch geglaubt.
Bin aber trotzdem öfters in die Notaufnahme von Allgemeinkrankenhäusern gefahren oder habe den Notarzt angerufen, weil ich endlich wollte, dass dieser qualvolle seelische und körperliche Zustand, der sich immer mehr zu steigern schien, beendet werden sollte.

Doch jedesmal wurde ich damit abgewiesen, dass ich ja psychisch krank sei und das davon käme. Eine Person sagte sogar, da ich Antidepressiva nehme, sei ich psychisch krank und kämen meine beschweren, wegen denen ich in die Notaufnahme gegangen bin, auch daher.
Bestenfalls gab man mir Benzodiazepine und empfahl mir in die Psychiatrie zu gehen.


Ein paar Wochen später drehte ich durch und wollte mir mit dem Föhn Verbrennungen zufügen.
Meine Suizidalität steigerte sich immer mehr.

Ein paar Tage später ging ich in die ortsnahe Psychiatrie und erzählte dort alles in der Hoffnung, dort endlich Hilfe zu bekommen. Aber dort sagte man mir nur, dass ich nicht nur Depressionen und Zwangsstörungen hätte, sondern auch noch eine Persönlichkeitsstörung und jetzt, mit Anfang 20 bei Persönlichkeitsgestörten meist die schwerste Zeit sei.

Ich konnte das kaum glauben, aber, da sie keine andere andere Erklärung hatten, glaubte ich es. Da ich stationär war, hatte sich das mit der ambulanten Arbeitstherapie erledigt. Ich sagte aber, dass ich nach der Entlassung dort wieder hin möchte und danach endlich die berufliche Rehabilitation anfangen möchte. Das Personal sagte mir, dass ich schwer krank sei und das jetzt erstmal ganz weit hinten anstellen müsse.

Nach zwei Wochen entließ man mich mit der Begründung, dass bei Persönlichkeitsgestörten eine stationäre Krisenintervention nicht zulange dauern solle, weil diese dann verlernen würden, wie man dich selbst hilft.

Ich war aber immer noch suizidal (war ich die ganze Zeit während der Einnahme von SSRI-Antidepressiva, aber am Anfang konnte ich es noch irgendwie unterdrücken bzw. dachte, dass es von alleine wieder weg geht - Stichwort Erstverschlimmerung)

Dann wurde ich zum sogenannten Drehtürpatient, d. h. ich ließ mich immer wieder selbst einliefern, nachdem ich nur ein paar Tage oder Wochen entlassen war. Einmal sogar am selben Tag wieder. Ich hatte nur noch Angst. Aufgrund der Psychose nahm ich die Umgebung als sehr beängstigend war. Ich hatte zwar keine Halluzinationen, aber ich habe alles so extrem intensiv und negativ wahrgenommen. Alles ging so tief ins Bewusstsein. Alles war so intensiv. Ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben soll, aber es war definitiv eine Nebenwirkung der Medikamente.


Ich wurde dannvin der Klinik auf Paroxetin umgestellt, weil dieses besser gegen soziale Ängste wirken solle. Man nahm an, dass meine angeblichen sozialen Ängste der Grund dafür waren, warum es mir so schlecht ging.
Aber mein Zustand besserte sich nicht wirklich. Zwar hatte ich keine körperlichen Vergiftungssymptome mehr, da ich vom Paroxetin nur eine normal hohe Dosis nahm, aber die Aggressionen wurden noch schlimmer und die Suizidalität steigerte sich weiterhin. Doch niemand hinterfrage die Medikamente.

Ich bekam zusätzlich noch Risperidon, welches mich zwar auf eine Art beruhigte, aber nicht gegen die Psychose und Suizidalität des Paroxetins ankam. Ich bekam von Risperidon sehr starke Appetitsteigerung, sodass ich 20 KG in 8 Wochen zunahm. Dann wurde Risperidon wegen Wirkungslosigkeit abgesetzt.
Mir ging es weiterhin schlecht.


Ich musste aufgrund der medikamenteninduzierten Müdigkeit sehr viel im Bett liegen und schlafen, dadurch entwickelte ich Kreislaufprobleme.

Ein Pfleger meinte, dass ich eigentlich eine Thrombose-Spritze bräuchte, weil ich soviel lag. Trotzdem hatte ich zwischendurch immer wieder aggressives verhalten, für das ich dann Truxal bekam.
Das Thema mit der Arbeitsfähigkeit hatte sich für das Klinikpersonal allein schon durch mein Verhalten erledigt.

Paroxetin wurde erhöht, aber ich merkte dadurch keine Veränderung.
Später lebte ich in einer ambulant betreuten WG und auch da hatte ich große Probleme, mit den Anforderungen zurecht zu kommen. So schaffte ich z.B. den Abwasch nicht und ließ den Topf mit Essenresten vergammeln oder brachte den Einkaufswagen vom Supermarkt nicht mehr zurück. Das war eine schlimme Zeit.
Zimmer sauber machen ging auch nicht mehr.
Mich macht das immer noch wütend.

Erst hat man mir Hoffnung gemacht, dass ich durch die Medikamente endlich ein normales Leben führen kann und dann passiert sowas.
Ich hätte beruflich mehr erreichen können, wenn ich in dieser Zeit keine Antidepressiva genommen hätte. Der nächste Erschöpfungszustand (eigentlich Erschöpfungschrash) wäre zwar trotzdem gekommen, aber ich wäre wahrscheinlich in der guten Zeit leistungsfähiger gewesen.


Es ist traurig, dass diese Medikamente immer noch häufig bei körperlicher chronischer Erschöpfung empfohlen werden oder manchen, die um eine Erwerbsunfähigkeitsrente kämpfen, sogar regelrecht aufgedrängt werden.
Es ging mir weiterhin schlecht. Mein Verhalten wurde immer gefährlicher und ich konnte es nicht beeinflussen.
Ich hatte sehr starke Angst vor der fremden Macht in mir. Immer wieder suchte ich nach Erklärungen dafür.

Aufgrund meines aggressiven und suizidalen Verhaltens bekam ich zwischendurch zusätzlich noch verschiedene Neuroleptika, die aber nicht gegen die Wirkung der Antidepressiva ankamen.
Außerdem wurde ich wegen der angeblichen emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung auf Carbamazepin Retard eingestellt, dass ich noch heute nehme, weil ich es später nicht absetzen durfte. Dieses Medikament kam ebenfalls nicht gegen die Wirkung der SSRI's an.


Ich habe es gerade so eben geschafft, mich nicht umzubringen (es war ein extremer Kampf), aber leider habe ich über die Jahre mehrere Suizidversuche begangen Außerdem habe ich auch andere komische Dinge getan, wie zum Beispiel ohne Grund heimlich von jemandem die Kleidung zerschnitten.
Bei einem der Suizidversuche habe ich einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr inklusive Körperverletzung begangen. Die Straftat ist während eines Ausgangs von der ortszuständigen Psychiatrie passiert.


Dies führte später zu einer Verurteilung und anschließender Unterbringung im Maßregelvollzug.


Ich kam nicht sofort in den Maßregelvollzug kam, sondern blieb vorerst in der Klinik, in der ich sowieso war, weil erst geprüft werden musste, ob meine Straftat schwer genug für eine Verurteilung war.
Dort beging ich noch weitere Suizidversuche. Daraufhin wurde ich (ohne Erklärung warum) auf Escitalopram umgestellt, dieses änderte meinen Zustand aber kaum. Ich war zwar ein bisschen weniger aggressiv, aber diese komische Wahrnehmung blieb.
Außerdem wurde eine gesetzliche Betreuung vorgeschlagen, zu der ich freiwillig zugestimmt hatte, man sagte mir aber, dass ich sie aufgrund der Straftat sonst gegen meinen Willen bekommen hätte.

Da ich mir meinen komischen Zustand nicht erklären konnte und deshalb dachte, verrückt geworden zu sein und starke Angst vor meinem Verhalten hatte und vor der Nichtsteuerbarkeit meiner Gefühle und Wahrnehmungen hatte, stimmte ich der gesetzlichen Betreuung zu.
Ich stehe heute immer noch unter gesetzlicher Betreuung, da es schwer ist, den Leuten glaubhaft zu machen, warum ich mich damals so verhalten habe.



Nach ein paar Monaten wurde ich in den Maßregelvollzug verlegt und nach Paragraph 126a untergebracht.
Dort hatte man angeblich das Escitalopram nicht vorrätig und fragte mich, ob ich erstmal ein anderes (mir unbekanntes) Antidepressivum einnehmen möchte. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass es mir ohne noch schlechter gehen würde, lehnte ich dies ab.


Nach ein paar Tagen ging es mir deutlich besser, ich fühlte mich wieder so, wie vor den Antidepressiva. Fühlte, dass der beängstigende Horrortrip endlich zuende war.
Mir wurde klar, dass mein Zustand davon gekommen war, aber mir wurde nicht geglaubt.


Nach der Gerichtsverhandlung wurde ich nach Paragraph 63 verurteilt.
Das Carbamazepin Retard musste ich weiternehmen. Ich hätte es zwar in der Paragraph 126a-Zeit absetzen können (nach der Verurteilung geht das nicht mehr), tat es jedoch nicht, weil ich selbst immer noch so verunsichert war.
Ich war aber total erleichtert, dass ich kein Antidepressivum mehr einnehmen musste.

Ich musste insgesamt 4 Jahre im Maßregelvollzug sein und kam danach in ein psychiatrisches Wohnheim.
Im Maßregelvollzug wurde das Thema wurde nie richtig aufgearbeitet. Allerdings gibt ein paar wenige Leute, die mir glauben.
Die Diagnose emotional-instabile Persönlichkeitsstörung wurde dort in "kombinierte Persönlichkeitsstörung" geändert. Vermutlich auch, weil ich dort so richtig (vorher war es hauptsächlich nur, weil man mich trotz Erschöpfung zwingen wollte, zur Schule zu gehen) angefangen habe, die Menschheit zu verachten und dementsprechende Antworten in den Persönlichkeitsfragebögen gegeben habe.

Ich habe mich dort und auch später woanders traumatisiert verhalten, weil ich mich durch die Wirkung der Antidepressiva und dass ich in der Forensik war, traumatisiert fühle. Das trug nicht gerade zu meiner Glaubwürdigkeit bei, war mir aber egal, da mir zu dem Zeitpunkt eh keiner glaubte.
Da mir das dort nicht geglaubt wurde, hat man mein Verhalten mit der Persönlichkeitsstörung erklärt.

Später wurde diese Diagnose nicht mehr hinterfragt und ich habe weiterhin Carbamazepin Retard verordnet bekommen. Die forensische Ambulanz ließ es mich nicht absetzen bzw ausschleichen, weil sie dachten, ohne dies würde ich wieder Straftaten begehen. Obwohl ich es ja auch schon während der Straftat genommen habe.
Als die Bewährungszeit beendet war, traute ich mich nicht mehr zu fragen, ob es abgesetzt bzw. ausgeschlichen werden könne.

Jetzt bin ich allerdings in eine andere Stadt gezogen und die dortigen Psychiater wollen wissen, warum ich das verordnet bekommen habe und eigentlich wollen sie mir es nicht mehr geben, weil ich keine bipolare Störung als Diagnose habe.
Psychopharmaka, die ich eingenommen habe:

09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf

Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

Ende Januar 2021 - Mitte März 2021 : Carbamazepin Retard von 2 Mal 450 mg pro Tag reduziert auf 2 Mal 150 mg pro Tag
Herbstwind
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Hallo!

Mein Problem ist, dass es mir sehr schwer fällt, den Psychiatern den Grund für die Carbamazepin Retard-Verordnung zu erklären.
Denn ich bin damals sehr oft von Psychiater schlecht behandelt worden, weil sie mir das mit den Antidepressiva nicht glauben. Das macht mich jedesmal fertig.

Gruß, Herbstwind
Psychopharmaka, die ich eingenommen habe:

09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf

Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

Ende Januar 2021 - Mitte März 2021 : Carbamazepin Retard von 2 Mal 450 mg pro Tag reduziert auf 2 Mal 150 mg pro Tag
Towanda
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Towanda »

Hallo Herbstwind,

kannst Du bitte eine Signatur erstellen, damit man auf einen Blick sehen kann, wo Du stehst und nicht erst den ganzen Text lesen muss.
Bitte wenn es geht mit Datum, was Du wann eingenommen hast und in welchen Schritten und Abständen Du reduziert/abgesetzt hast - danke!

Den Link, wie das geht, findest Du im Begrüßungstext.

Viele Grüße, Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli - abgesetzt am 01.02.21


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Sabs »

Hi herbstwind,
Danke für diese bewegende ausführliche Geschichte.
Geht es dir denn nun besser?
Kannst du arbeiten oder fühlst dich zumindest fit und stabil für Hobbys?
Das einzig gute was ich hersuslese ist wohl, dass du keine starken entzugssymptome vom absetzen bekommst, sondern es dir dadurch direkt besser ging, das ist wunderbar.

Zu deiner Frage, da du dein Medikament ja nicht unter Aufsicht nehmen musst (oder?), würde ich einfach mit dem abdosieren beginnen und mir nicht die Mühe machen, meine Ärzte davon zu überzeugen.
Es ist dein Körper und bisher haben dir die Ärzte anscheinend eher sehr geschadet!
Auch wenn du anscheinend keine Probleme mit entzügen hast, würde ich dir Dosis sicherheitshalber langsam absetzen, also nach forums Empfehlung alle 4-6wochen 10‰ weniger.
Dazu findest du im begrüsungstext Infos.

Alles Gute Dir! Sabs
► Text zeigen
padma
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von padma »

hallo Herbstwind, :)

deine Geschichte erschüttert mich sehr. Da hat sich bei dir aufgrund von Fehldiagnosen, Fehbehandlungen und NW von PP eine solch schlimme Geschichte entwickelt, bis hin zur Forensik. Das alles hat dich sicherlich sehr traumatisiert.
Du musst über sehr viel Stärke und Resilienz verfügen, dass du das durchgestanden hast.
Mein Problem ist, dass es mir sehr schwer fällt, den Psychiatern den Grund für die Carbamazepin Retard-Verordnung zu erklären.
Carbamezapin hat u.a. Stimmungsschwankungen, Autoaggression, Borderline-Störung als Indikation. Das sind alles recht häufige Diagnosen.

Ich denke, du könntest erwähnen, dass du unter Fluvoxamin unter Agitiertheit (häufige NW), Stimmungsschwankungen, Suizidgedanken bis hin zu selbstverletzendem Verhalten gelitten hast (alles bekannte NW) und du daher Carbamazepin bekommen hast.

Dass es dir jetzt seit dem Carbamazepin wieder abgesetzt ist, wieder gut geht.
In die ganzen Details brauchst du ja nicht zu gehen.

Ich würde zunächst versuchen mit den jetzigen Psychiatern zu kooperieren, auch aufgrund der Vorgeschichte. Was hast du denn jetzt als offizielle Diagnose?
Du selbst möchtest Carbamazepin ausschleichen?

Wenn die Ärzte das auch wollen, ist das ja schon mal eine gute Voraussetzung. Wichtig wäre, wirklich langsam vorzugehen. Da du Retardtabletten hast, müssten wir schauen, wie du vorgehen kannst.

liebe Grüsse,
padma
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Herbstwind
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Hallo und danke für die Antworten!

Ich habe Carbamazepin Retard angesetzt bekommen, als ich bereits von Fluvoxamin auf Paroxetin umstellen war, was aber letztlich keinen Unterschied macht.

Ich habe Angst, dass den Psychiatern zu erklären, weil in der Vergangenheit andere Psychiater diese Art von Nebenwirkungen abgestritten haben. Nicht nur in Bezug auf mich, sondern generell. Sie würden das ganze Forum für Quatsch halten.
Ich habe eine kombinierte Persönlichkeitsstörung als Diagnose.


Ich bin unsicher, ob ich Carbamazepin Retard selbst auch nicht mehr nehmen will, weil ich es vor ein paar Jahren heimlich stark runterdosiert hatte und dadurch meine Traurigkeit (die ich erst wegen dieser Vergangenheit habe) gespürt habe. Positive Gefühle habe ich dadurch nicht stärker gespürt.
Außerdem hatte ich ständig Angst, erwischt zu werden.

Ja, ich denke, ich werde es nochmals versuchen. Ich weiß nur nicht, wo ich die Rezepte herbekommen soll, da die Psychiater es schneller absetzen wollen, als es von Psychiatrieerfahrenen empfohlen wird. Andererseits hatte ich - außer bei Benzodiazepinen - noch nie Absetzerscheinungen.
Ich habe aber die Vermutung, dass ich durch meine Vergangenheit traumatisiert bin und daher sowas ähnliches wie eine Depression entwickelt habe. Und daher das Carbamazepin Retard brauche, da es eventuell meine Emotionen dämpft.
Stimmt es eigentlich, dass wenn man dieses Medikament ganz abgesetzt hat, es bei einer erneuten Einnahme nicht mehr wirkt? Davor hätte ich nämlich auch Angst. Wobei ich damals mal kurz auf Valproat umgestellt wurde, hatte es also ein paar Wochen auch schon mal abgesetzt.

Was fürs Absetzen sprechen würde: Ich leide an einer Linsentrübung, sie immer stärker wird. Das ist bei Carbamazepin, aber auch bei Antidepressiva eine mögliche Nebenwirkung. Ich möchte nicht, dass das noch schlimmer wird.


Zu der Frage ob ich noch arbeiten gehe: Nein, das geht nach wie vor nicht. Aus diesem Grund habe ich ja damals die Antidepressiva eingenommen, aber sie schafften es auch nicht, mich arbeitsfähig zu machen.
Ich habe lediglich in den Kliniken und Wohnheimen Arbeitstherapie gemacht und war ein gutes Jahr in einer WfbM.
Ansonsten habe ich im jungen Erwachsenalter nur Praktika gemacht.

Mittlerweile geht es mir körperlich sehr schlecht, was aber nichts mit den Medikamenten zu tun hat. Ich hatte schon als Kind viele körperliche Symptome ohne Diagnose. Ich glaube aber trotzdem nicht, dass sie psychisch bedingt sind.
Mittlerweile geht es mir körperlich so schlecht, dass ich kaum noch Hobbys ausleben kann.


Lieben Gruß, Herbstwind
Psychopharmaka, die ich eingenommen habe:

09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf

Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

Ende Januar 2021 - Mitte März 2021 : Carbamazepin Retard von 2 Mal 450 mg pro Tag reduziert auf 2 Mal 150 mg pro Tag
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von simonb »

Hallo Danke für deine Erfahrung, die mich sehr berührt hat.
Das war ja wirklich eine fortwährende Stigmatisierung.
Wenn man einmal in diesen Psychiatrie Zusammenhängen drin ist, wird man häufig "abgestempelt".

Viele Psychiater glauben nicht an Absetzsymptome, das hat mE zb folgende Gründe: die Absetzerscheinungen ähneln oft einer psychischen Krankheit. Und es gibt auch einige Leute die eben keine Absetzerscheinungen haben...

Entweder du findest einen empathischen Arzt, der dich begleitet und dir die Zeit lässt die du brauchst, dafür muss er auch nicht unbedingt alles glauben was du erlebt hast.

Ich finde mich in manchen deiner Erlebnisse /Zustände wieder.
Nach deiner Geschichte würde ich auch wenn möglich nur mit einem Arzt zusammenarbeiten, dem ich vertraue.

Oder du lässt dir nur die Rezepte verschreiben, und reduzierst selbsständig, dann bestimmst du alleine das Tempo, kannst aber nicht mit offenen Karten spielen.

Ich würde die erste Lösung favorisieren, die zweite wäre für mich "Notwehr"...

Nach deinen ganzen Erlebnissen würde ich beim reduzieren langsam vorgehen, falls du keine Symptome bekommst, kannst du ja immer noch schneller machen...

LG Simon
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Hallo simonb,

das mit dem Rezepte verschreiben lassen wollte ich eigentlich so machen, aber die Ärzte wollen wissen, warum ich das Carbamazepin Retard verordnet bekommen habe. Sie wollen es mir nicht einfach so Weiterverordnung bzw. der eine möchte es mir am liebsten gar nicht mehr verordnen.

Also werde ich ihnen das bald erzählen müssen.

Das Problem ist bei sowas, dass ich nur schlecht damit umgehen kann, wenn mir nicht geglaubt wird.
Ich habe mehrere Jahre versucht, mir die Erfahrungen auszureden und extra im Internet nur Gutes über diese Medikamente gelesen. Aber es funktioniert offenbar nicht auf Dauer. Ich habe Leuten fälschlicherweise erzählt, dass ich damals illegale Drogen genommen habe, die diesen Zustand verursachten, nur um die Medikamente in Schutz zu nehmen.
Ich habe euer Forum schon vor über 10 Jahren entdeckt, habe aber versucht, mir einzureden, dass das alles nicht wahr ist.

Problematisch ist in meinem Fall auch noch, dass ich damals eine Straftat begangen habe, für die ich verurteilt worden bin. Sowas hängt einem lange nach.


Gruß, Herbstwind
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Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf

Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

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Jamie
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Jamie »

Hallo Herbstwind, :)

ich bin nicht so sehr dafür sich weiter in Unwahrheiten zu verstricken.
Ich denke das macht es irgendwann schwierig.

Was ist denn deine aktuelle echte Carbamazepindosis?
Man kann das ja nur blöd reduzieren, weil es retardiert ist.

Was war denn der hochoffizielle Grund, weswegen du es bekamst?
Ich habe deinen langen Beitrag gelesen, aber das waren so viele Medikamente, ich kam irgendwann nicht mehr wirklich mit.

edit: das hier habe ich nach nochmaligem Lesen gefunden
Außerdem wurde ich wegen der angeblichen emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung auf Carbamazepin Retard eingestellt, dass ich noch heute nehme, weil ich es später nicht absetzen durfte. Dieses Medikament kam ebenfalls nicht gegen die Wirkung der SSRI's an.
Carbamazepin hat auch eine Zulassung zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen.
Man könnte es notfalls vielleicht auch in diese Richtung drehen, wobei dann vielleicht die Frage nach dem Lithium käme und da kann man sich dann vielleicht nur doof stellen.

Warum sagst du denn nicht einfach, dass die Ärzte glaubten und meinten, du hättest eine emot-inst. Pers.störung? Das ist doch nicht dein Bier, dass sie es dir verordneten, sondern lag in der Verantwortung der Mediziner? Dafür musst du dich nicht rechtfertigen und ob die Diagnose nun stimmt oder nicht... so what... (?) Den Schuh musst du dir doch gar nicht anziehen.
Sie waren die Fachleute, du der Patient - man kann nicht von dir verlangen einzuordnen, ob das Carbamazepin jetzt "gut" ist oder nicht. kann man sich ja auch etwas naiv stellen.

Oder bist du so unglücklich mit dieser Diagnose und willst sie darum keinesfalls nennen?

Ich kann nur von mir reden, aber mir war igrndwann egal, welche Diagnosen die Psychiatr. Institutsambulanz für mich "fand", so lange ich meine Rezepte und Langzeitkrankmeldungen bekam und das klappte, weil ich stillschweigend die Klappe hielt :whistle: .


Grüße
Jamie
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Sabs »

Hi nochmal,
Es geht ja darum, dass du Gründe brauchst, um weiterhin carpa. Zu bekommen.
Du könntest sagen, du hast das Gefühl, dass es dir hilft - dich etwas beruhigt und ausgleicht. Die spitzen nimmt o. Ä. Und du aufgrund deiner sehr schlechten Erfahrungen mit ADs, diese medigruppe nicht mehr nehmen möchtest (falls er dir dann nämlich mit dem Versuch eines anderen medis kommt).
Du könntest weiterhin sagen, dass du deine Dosis ganz langsam abdosieren willst, um irgendwann keine medis mehr zu nehmen und froh wärst, dabei unterstützt zu werden (durch Rezepte).
Es gibt verständnisvoll Psychiater dadraußen (ich habe einen^^), falls deine es nicht sind, könntest du dich weiter umschauen.

Es ist furchtbar, nun würdest du von einem medi abhängig gemacht und bekommst das Rezept nicht mehr, um ordentlich davon loszukommen - ÄTZEND!
Ich hoffe, du findest eine Lösung.

Gruß Sabs
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von Herbstwind »

Hallo ihr beiden,

die aktuelle Dosis ist 900 mg pro Tag.
Wieso kann man retardierte Medikamente schlechter reduzieren?

Dass mit der Persönlichkeitsstörung habe ich den beiden Ärzten in meinem Wohnort ja schon erklärt. Der eine sagt, dass es bei Persönlichkeitsstörungen nur off-label verschrieben wird und er das nicht machen will, es sei denn, ich liefere ihm einen guten Grund, warum ich das so machen will. Und dann mit Begutachtung von der Krankenkasse.

Der andere gab mir ein Rezept über eine kleine Menge mit, wollte aber trotzdem das nächste Mal wissen, warum ich das nehme. Er sagte "Einfach so verschreiben ich Ihnen das nicht."

Hinzu kommt, dass ich Angst habe, dass ich es dann nehmen muss, wenn ich mich zu einem späteren Zeitpunkt doch dazu entscheide, es nicht mehr nehmen zu wollen. Ich habe soviel schlechte Erfahrungen mit Zwangsmedikation, dass ich Angst habe, dass man es mich dann nicht mehr absetzen lässt.

Hinzu kommt, dass ich eigentlich nicht darüber schweigen möchte, was passiert ist. Ich möchte somit auch verhindern, dass jemand anderem das auch passiert.


Gruß, Herbstwind
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09/1995 - 04/1996: Haloperidol, 21 Tropfen pro Tag (2,1 mg) wegen Wutanfällen, die ich hatte, weil ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heimweh hatte), Promethazin gegen die durch Haloperidol ausgelösten Schlafstörungen, Levomepromazin als Bedarfsmedikation

Ende 1999 - Frühling 2000: Sulpirid gegen Schwindel (der eigentlich Erschöpfung war) und zur Antriebssteigerung, 200 mg pro Tag

Juni 2001 - Sommer 2002: Fluvoxamin, erst eindosiert auf 125 mg pro Tag, dann wegen Unruhe 75 mg pro Tag
Sommer 2002 - Februar 2003: Fluvoxamin 300 mg pro Tag

Herbst 2002: ca. 4 Wochen lang zusätzlich Clomipramin (geringe Dosis, um ein Serotonin-Syndrom zu vermeiden)
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Februar 2003 - April 2004: Paroxetin, erst 20, später 40 mg oder mehr (genaue Dosierung weiß ich nicht mehr)
Zusätzlich Lorazepam und/oder Diazepam und/oder Oxazepam als Bedarf, außerdem kurzzeitig Levomepromazin und Promethazin als Festmedikation, sowie später als Bedarf

März 2003 - Mai 2003: Risperidon, (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube 2 mg pro Tag)

Seit Juli 2003: Carbamazepin Retard, anfangs geringe bis normale Dosis, später 1200 mg pro Tag, von Mitte/Ende 2004 bis Frühsommer 2006 auf 900 mg pro Tag reduziert, seitdem offizielle Erhaltungsdosis
Anfangs kurzzeitiger Wechsel auf Valproat, dann aber wieder zu Carbamazepin Retard zurück, obwohl weder das eine noch das andere gegen die Wirkung der SSRI-Antidepressiva ankamen. Dafür wurden sie mir aber gegeben bzw. offiziell gegen eine Persönlichkeitsstörung, mein Verhalten war aber so extrem wegen der SSRI-Antidepressiva.

Sommer 2003 - Anfang 2005: Chlorprothixen als Bedarfsmedikation (Dosierung weiß ich nicht mehr genau, ich glaube, es waren 50 mg)

August 2003 - September 2003: Perazin (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Herbst 2003: Ca. 4 Wochen lang Ziprasidon (Dosierung weiß ich nicht mehr)

April 2004 - Juli 2004: Escitalopram (Dosierung weiß ich nicht mehr)

Seit 2005: Promethazin als Bedarf, zwischendurch Pipamperon als Bedarf, Letzteres aber nie genommen, dann wieder Promethazin als Bedarf

April 2012 - Mai 2012: Haloperidol 10 mg pro Tag

Seit November 2014: Diazepam als Bedarf

Von September 2015 - Februar 2019: Carbamazepin Retard eigenmächtig reduziert (die genauen Schritte weiß ich nicht mehr, ich habe von September 2015 - Februar 2016 langsam runterdosiert) bis auf 150 mg pro Tag. Seit Februar 2019 wieder offizielle Dosis

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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von simonb »

Hallo Herbstwind,

am besten du liest dich mal in den Begrüßungstext , weiter oben in deinem Thread ein, da steht auch, wie man PP risikomindernd reduziert.
Retard gibt es nur in bestimmten Stärken, dh man kann nur in relativ großen Schritten reduzieren, manche vertragen das, manche eben nicht...
Da muss jeder seinen Weg finden...

Ich glaube Carbamazepin gibt es auch unretardiert. Da müsste man mal rausfinden, ob man das mit der Wasserlösemethode verarbeiten kann.
Du nimmst es schon ziemlich lange. Ist die Frage ob du bei deinen Ärzten nicht auf Granit beisst, sie scheinen dir ja die medikamenten-induzierten Beschwerden nicht zu glauben. Da liegt es an dir, ob du weiter deine kostbare Energie da reinsteckst, oder dir jemanden anderes suchst...

Auch ethisch dürfen Ärzte dir die Rezepte für das Medikament nicht einfach verweigern, wenn du es schon so lange nimmst.
Bei welchem Arzt warst du vorher, hast du da einen Medikamentenplan für die "Übergabe" bekommen?
Selbst in der Schulmedizin scheint es tw angekommen zu sein, das man PP nicht einfach so abrupt abesetzt(uU gefährlich)...vor allem nicht nach so langer Zeit.
Dir kein Rezept mehr zu geben, wäre ja Nötigung...zumal man ja bei dir (aus fragwürdiger Sicht der Schulmedizin) fälschlicherweise das Carbamazepin wegen einer vermeintlichen seelischen Erkrankung gab..die ja dann heute hypothetisch immer noch bestehen würde...man verweigert dir also eine Behandlung...

Ich denke es gibt nur 2 Möglichkeiten, entweder du findest mit deinen jetzigen Ärzten eine Vereinbarung wie du ausschleichen willst,
und diese verhalten sich dabei auch kooperativ, dh versorgen dich mit Rezepten usw. (auch ggf für unretardiertes Carbamazepin um kleinschrittiger auszuschleichen)und lassen dir auch die Option das du damit scheitern darfst,
oder du musst dir wahrscheinlich jemand anders suchen, der dich empathisch begleitet...Es gibt auch pharmakritische Ärzte, hier sind auch ein paar über Empfehlungen bekannt- die Liste ist leider nicht besonders lang...aber ich habe zb auch jemanden gefunden da wo ich wohne...

Auch vor dem Hintergrund der erlebten Zwangsmedikation bzw Furcht vor einer Erneuerung derselben, wäre es ratsam einen Arzt zu finden,
der auf dein Wohl bedacht ist, und auch ggü zb der Krankenkasse für dein Wohlergehen handelt, und dich eben nicht als "Fall" sieht.
Ich glaube mit solchen Ärzten kommst du nicht weiter, das hast du doch alles schonmal erlebt oder?

Du musst über das, was du erlebt hast nicht schweigen, du kannst dich zb auch hier im Forum einbringen...aber manche Ärzte wollen und können die Problematik nicht verstehen.

LG Simon
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Re: Herbstwind: Vorstellung

Beitrag von padma »

hallo Herbstwind, :)

Retardtabletten dürfen nicht geteilt werden, da beim Teilen die Retardierung beschädigt wird. Dies führt zu einem schnellen Anfluten und wieder Absinken des Wirkspiegels. In unserem Lexikon viewtopic.php?f=66&t=16631 findest du unter "retard" mehr Infos.

Es sind viele Wirkstärken von Retard erhältlich, auch unretardiertes und auch eine Suspension. Ein langsames Ausschleichen, mit teilweisem Umstellen auf ein nichtretardiertes Präparat ist daher möglich.

Off Label wollen sie nicht verschreiben, weil da der Arzt für Schäden haftbar gemacht werden kann. Um sich abzusichern, will der Arzt es daher nur nach Begutachtung durch die KK.
In der Fachinformation sind Persönlichkeitsstörungen wirklich nicht unter den Indikationen
https://www.ratiopharm.de/assets/produc ... zn=3659768

Eine Argumentation bei den Ärzten ist, dass es nicht abrupt abgesetzt werden darf und ausgeschlichen werden muss.

Vielleicht wäre es doch klug, die Vorgeschichte mit einer Straftat zu erwähnen, ohne ins Detail zu gehen. Das würde die Chance erhöhen, dass sie sich auf langsames Ausschleichen einlassen.

900 mg ist eine extrem hohe Dosis, ich bezweifle, dass das als "Erhaltungsdosis" zulässig ist.
Ich glaube, es wäre für deine Gesundheit schon wichtig, zumindest auf eine niedrigere Dosis zu kommen. Ob du es ganz absetzen möchtest, brauchst du ja nicht jetzt zu entscheiden.
Hinzu kommt, dass ich Angst habe, dass ich es dann nehmen muss, wenn ich mich zu einem späteren Zeitpunkt doch dazu entscheide, es nicht mehr nehmen zu wollen. Ich habe soviel schlechte Erfahrungen mit Zwangsmedikation, dass ich Angst habe, dass man es mich dann nicht mehr absetzen lässt.
Das verstehe ich. Ich würde daher zunächst es auch mit Reduzieren versuchen
Hinzu kommt, dass ich eigentlich nicht darüber schweigen möchte, was passiert ist. Ich möchte somit auch verhindern, dass jemand anderem das auch passiert.
Ja, wenn du dich dafür stabil genug fühlst, wäre das gut. Diesbezüglich könntest du Kontakt mit Matthias Seibel vom Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. https://bpe-online.de/kontakt-beratung/ Kontakt aufnehmen.

Vielleicht hat er auch Erfahrungen mit Menschen, mit einer ähnlichen Vorgeschichte und kann dir da weiterhelfen. (Er ist auch bei uns Mitglied, aber du erreichst ihn besser unter der Kontaktadresse)

liebe Grüsse,
padma

überschnitten mit Simon :)
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