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Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Liebe Foris,

erstmal einen ganz, ganz herzlichen Dank für eure mitfühlenden und hilfreichen Nachrichten. Das rührt mich sehr.

Gestern Abend bin ich auf den Artikel über Arkathesie in der Rubrik "Hintergrundinformationen" gestoßen. Es ist fast schon unglaublich...

Beim ersten Zusammenbruch, als die Medikamente abrupt rausgenommen wurden, entwickelte er innerhalb von wenigen Tagen eine extreme Unruhe, die dann dazu führte, dass er meinte, aus dem Fenster springen zu müssen. Er wurde dann auf die geschlossene Station gebracht. (Zusätzlich gab es eine sehr, sehr schlimme Absetzpsychose)

Nach 10 Tagen kam er wieder auf die offene, 10 mg Olanzapin, 120 mg Ziprasidon, Tavor.

Dann konnte er sich auf nichts mehr konzentrieren, kein Buch, kein Film, kein Sport, kein Gespräch. Nichts.

Er hat es so beschrieben: Dieses ekelige Gefühl, eigentlich ist es kein Gefühl, sondern ein Zustand im ganzen Körper. Es ist die Hölle. Zwanghaftess Tippeln mit den Füßen. Nichts bringt Linderung. Ich fühle nur noch dieses ekelige Gefühl. Ich gehe damit ins Bett und werde damit wach. Das ist unmenschlich. Höllenqualen.

Er hat es auf seine Erkrankung geschoben. Die Ärzte haben mit Dosiserhöhungen und Medikamentenwechsel reagiert. Jedesmal verschlechterte sich die Problematik.

Dann bekam er Propanolol. - Das lässt mich vermuten, dass die Ärzte wohl doch an Arkathesie gedacht haben. Es wurde aber nie so benannt.

Er wurde gefragt: "Meinen Sie es liegt an den Medikamenten, oder es sind Auswirkungen der Psychose?". Mein Sohn glaubte, es sind Auswirkungen der Psychose. Damit war wohl klar, die Medikation ist gut.

Im November kamen die Ärzte auf die Idee, es liege am Olanzapin. Jedoch, sobald das Olanzapin runterdosiert oder abgesetzt wurde, kam es zu erheblichen Verschlechterungen.

Arkathesie wird ja gerne als "Sitzunruhe" verharmlosend beschrieben.

Der Artikel hier im Forum hat mir die Augen geöffnet. Ich bin sooo dankbar!

Aber was macht man, wenn sowohl die Medikamente, als auch das Absetzen so eine unerträgliche Arkathesie hervorrufen? Das scheint ja ein Dilemma zu sein. Habt ihr Erfahrungen, Ideen?

Ganz, ganz herzlichen Dank an euch!

Liebe Grüße
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Straycat »

Liebe Klaudia,

ich finde es so toll, wie du dich um deinen Sohn kümmerst, dich informierst und versuchst ihn optimal zu unterstützen! Das ist wirklich großartig. Ich hoffe sehr, du verlierst dich selbst dabei nicht aus den Augen und achtest auch auf dich. Es geht sehr rasch, dass man selbst ausbrennt, wenn man sich so sehr um jemand anderen kümmert. Hast du Möglichkeiten eine therapeutische Begleitung zu bekommen? Ich weiß, kassenärztlich gestützte Therapie ist so gut wie nicht verfügbar und die Wartelisten enorm lang. Aber wäre es dir möglich vorübergehend eine selbst bezahlte Therapie zu machen?

Was Akathisie betrifft gebe ich dir vollkommen recht: Das Wort "Sitzunruhe" klingt extrem verharmlosend. Ich habe selbst nur zeitweise Akathisie (ich beschreibe es dann immer als "Unerträglichkeitsgefühl") und es ist enorm quälend. Leider tritt sie im Entzug bei vielen auf. Aber sie geht oft auch wieder weg - bei mir war das immer so, wenn ich längere Absetzpausen eingelegt habe.
Ich möchte mich daher krasiva :) anschließen: Es ist möglich, dass all diese Symptome bei einem langsamen Ausschleichen auch wieder verschwinden. Aber erstmal wird wohl eine Phase der Stabilisierung nötig sein. Da hilft dann meistens nur Zeit und Ruhe... Das gemeine daran ist, dass man vorab nicht weiß, wie viel Zeit es brauchen wird, bis es sich bessert. Und jeder Tag warten fühlt sich endlos an und man hat oft das Gefühl, dass es nie mehr besser wird. Aber das wird es, ganz sicher!

Ich drücke dir und deinem Sohn ganz fest die Daumen, dass es bergauf geht.
Wenn du in der Klinik Mannheim oder in der Soteria Klinik noch etwas erreichen kannst, wäre das sicherlich super!

Alles Liebe,
Cat
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Liebe Cat,

auch hier mein ganz herzlicher Dank für deine Nachricht und deine mitfühlende Besorgnis, was meinen Zustand anbelangt.

Mir ist bewusst, dass mein Zustand grenzwertig ist. Ich habe es aber auch nicht geschafft, meinen Sohn in dieser Situation sich selbst zu überlassen.

Ich habe einen Therapeuten, den ich selber bezahle. Eine Reha im April nächsten Jahres ist auch schon genehmigt. Ich hatte mir schon früh einen Elternkreis gesucht. Oft nutze ich die Telefonseelsorge, manchmal mehrmals nachts.

Ich habe den sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt kontaktiert. Ich hatte Glück, auf einen kompetenten Menschen zu stoßen, der mir Krisenunterstützung angeboten hat.

Ich habe die Situation lange versucht zu verbergen, mich
dann aber doch entschieden, es Freunden zu erzählen und um Hilfe zu bitten. Manchmal hilft es mir, wenn jemand nur einkauft oder für mich kocht. Oder ich meinen Kopf einfach nur mal in den Schoß legen kann, jemand nur da ist und ich nicht sprechen brauche. Ich bin sehr, sehr dankbar, solche Freunde zu haben.

Auf meiner Arbeit stoße ich auf wenig Verständnis. Ich bin krank geschrieben. Mein Arbeitgeber meint, es wäre doch gut zu arbeiten und mich abzulenken, anstatt zu Hause zu sitzen und zu grübeln. - ohne Worte...-

Ich habe Ablehnung, von verschiedenen Seiten aber auch sehr viel Verständnis, Hilfe und Mitgefühl erfahren.

Ich bin selbst seit vielen Jahren auf dem Weg der "Selbsterkenntnis", wie man so schön sagt. Leichte Zustände von Panik und Unruhe kann ich mit gewissen "Skills"zwischenzeitlich händeln. Funktioniert nicht immer. Sobald sich die Situation etwas entspannt, schreibe ich gerne auch hier im Forum in der entsprechenden Rubrik und in der Hoffnung, es könnte jemandem helfen.

Liebe Grüße
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Sabs »

Hi Klaudia,
Ich litt auch ein paar Monate unter Akathisie - es ist das schlimmste was ich jemals erlebt habe.
Als wäre ich ständig auf der Flucht, bedroht, in Todesangst, getrieben wie ein gejagtes Tier - obwohl ich nur dasaß und viel rauchte.
Ich habe diese Zeit überlebt, indem ich durchgehalten habe - mehr nicht, es war kein Leben.
Spätabends wurde ich ruhiger, also wartete ich darauf.
Viel Laufen tat mir gut, um meinen Körper zu erschöpfen und immer wenn Ablenkung irgendwie möglich ist, sich ablenken und wenn es nur stundenlang bescheuerte Smartphone-spiele sind.
Ich habe Stunde im Stunde in diesem Forum, berichte von Leuten gelesen, denen es nun besser geht - das war meine tagesbeschäftigung und abends laufen gehen.

Richte deinem Kind gerne von mir aus, dass ich und viele andere hier unerträgliche qualen durchlitten haben und heute wieder leben können.
Vielleicht liest du ihm auch meinen Thread oder den von anderen vor. Ich war wirklich wahnsinnig verzweifelt und wollte jeden Tag sterben - nun, nach einem Jahr bin ich sehr dankbar, dass ich irgendwie durchgehalten habe.
Es geht vorbei!

Gruß Sabs
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Liebe Foris,

ich weiß, dass ich euch gerade sehr in Anspruch nehme...

Ich habe gerade mit meinem Sohn telefoniert...

Es geht ihm sehr, sehr schlecht. Er hat jetzt noch einen extremen Schwindel dabei.

Da ja nun die Reduktion und gleichzeitig die Medikamentenumstellung erfolgt ist, lässt sich das Symptom nicht eindeutig zuordnen.

Ich habe Angst, ihn überhaupt noch irgendwo in eine Klinik einzuweisen. Angst, wenn er dort was sagt, die Reaktion, sprich: Änderung der Medikation, der Ärzte alles noch mehr verschlimmert.

Ich wäre sehr, sehr dankbar für eure Einschätzung.

Liebe Grüße
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Hallo Klaudia,

was wurde reduziert, und was umgestellt? Bitte ergänze die Signatur. Kann dein Sohn vielleicht mal mit dir zusammen hier reinlesen?
Warum macht ihr die Umstellung mit? Ist noch Hoffnug da, ein neues Medikament könne die Situation verbessern?
Einen anderen Weg kann man nur gehen, wenn man aufhört mit Experimenten...

LG Simon
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Lieber Simon,


Am 09.12.2020 erfolgte folgende Umstellung:
- Bupropion 150 mg
- Olanzapin 5 mg
- Risperidon 2 mg
+ Quetiapin 200 mg

Ab 09.12.2020
Risperidon 2 mg
Quetiapin 200 mg

Ich weiß nicht, wie ich das in der Signatur besser darstellen kann.

Ich fahre jetzt zur Klinik und hoffe, dass mein Sohn nach unten kommen kann. Wegen corona habe ich ja keinen Zutritt mehr in die Klinik.

LG Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Straycat »

Liebe Klaudia,

wie du schon schreibst, wird man schwer einschätzen können, woher jedes einzelne Symptom genau kommt. Es kann eine NW eines der Präparate sein, die dein Sohn nimmt, es kann aufgrund der Dosisveränderungen sein oder weil etwas anderes abgesetzt wurde. Das kann man unmöglich "zurückverfolgen".

Ich denke ich würde an eurer Stelle die Medikation auf jeden Fall mal so belassen, damit das ZNS deines Sohnes mal etwas zur Ruhe kommt.
Das kann einige Zeit dauern und es kann sein, dass manche Symptome sich hartnäckig halten, weil sie eben auch NW sein können.

Verstehe ich das richtig, dass dein Sohn das Quetiapin erst seit 1 Woche bekommt?
Eventuell wäre es eine Option das direkt wieder wegzulassen, da er es erst sehr kurz nimmt.
Aber ich muss dazu schreiben, dass ich im Bereich NL wenig eigene Erfahrung habe und auch nicht weiß, ob das vielleicht die Gefahr eine Absetzpsychose vergrößern könnte. Vielleicht äußert sich noch jemand anderes hier dazu.

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Sabs »

Hi :-)
Keine Sorge, wir antworten nur, wenn wir Ressourcen übrig haben.
Ich finde cats Idee gut! Wenn er durch Quentiapin keine Erleichterung spürt, könnte man versuchen es wieder wegzulassen oder drastisch zu reduzieren.
Mal ein paar tage schauen, wenn es noch schlechter wird, dann halt doch wieder nehmen.
Kenne mich allerdings auch nicht mit absetzpsychosen aus. Habe ja bereits erwähnt, dass ich Quentiapin kalt absetzen konnte, aber auch schon von vielen das Gegenteil gelesen :-/

Es bleibt ein abwägen und probieren, wir können auch nicht viel mehr Sicherheit als die ärzte bieten, informieren dich aber wenigstens ausreichend über die Eventualitäten.

Gruß Sabs
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von padma »

liebe Klaudia, :)

ich denke, man kann nicht wirklich zuordnen, dass die Verschlechterung am Quetiapin liegt. Für wahrscheinlicher halte ich, dass es am viel zu schnellen Entzug von Olanzapin liegt, zusammen mit der Reduktion von Risperidon und dem Entzug von Bupropion. Das ist wirklich heftig.

Meine Tendenz wäre daher, es erstmal bei der jetzigen Medikation zu belassen und zu schauen, ob sich sein Befinden bessert.

liebe Grüsse,
padma
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Was finde ich wo im Forum
Infoartikel: Antidepressiva absetzen
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Hallo Klaudia,

entschuldige bitte ich hatte es so verstanden, das es jetzt wieder eine Umstellung gab. Letzte Veränderung also am 9.12.?
Ich sehe es wie Padma möglichst alles erstmal so belassen. Das Risperidon ist ja auch eher abschirmend, und das Quetiapin wirkt im besten Falle beruhigend. Von Risperidon bin ich sehr unruhig geworden, und habe mir den ganzen Körper aufgekratzt...

Ich würde das Quetiapin erstmal nicht wegnehmen...Dein Sohn braucht jetzt wahrscheinlich eine ruhige Umgebung , wo er nicht dauernd neue Experimente erleiden muss. Versorgung mit gesunden Mahlzeiten, und jemanden der ein Auge auf ihn hat, und mal mit ihm spazieren geht- vielleicht gibt es ein soziales Netzt in dem man sich absprechen kann?

Und unbedingt einen kompetenten und empathischen Psychiater der aus fachlicher Sicht Anleitung gibt wie es weiter geht.
Ich hatte damals ähnliche Zustände, und meine Mutter und mein Vater haben sich um mich gekümmert.

Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit eines Pflegedienstes , um euch zu entlasten?

LG Simon
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Ihr Lieben,

herzlichen Dank für eure Antworten.

Ich habe nun die Angaben in der Signatur angepasst.

Wenn ich rückblickend schaue, gab es immer massive Probleme, wenn das Olanzapin abgesetzt wurde. Die Symptome begannen in der ersten Woche mit Unruhe und Schlaflosigkeit, einen Zusammenbruch gab es spätestens in der dritten Woche.

Vlt. lag es am 17.11. am Risperidon, so dass die Dosisreduktion mit 5 mg Olanzapin (vorher 15 mg) aufgefangen werden konnte.

Nun sind es ja 5 mg Olanzapin und 2 mg Risperidon weniger und das Quetiapin kann dies nicht ausgleichen.

Ich hoffe, mein Sohn packt das irgendwie.

Liebe Grüße
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von krasiva »

Hallo Klaudia,

ich wollte aus der Erfahrung nur sagen, dass bei solchen Medikamentenwechsel kein Wunder ist, dass es einem nicht gut geht.

Aus Erfahrung kann ich auch sagen, dass es brandgefährlich sei Risperidon oder Quetiapin kalt abzusetzen (es steht in meiner Signatur). In der Klinik wurde bei mir zum Schluß Quetiapin in einem Monat von 50mg auf Null entzogen und in der gleichen Zeit Risperidon eingeschlichen. . Aus Erfahrung kann ich sagen, dass bei mir Risperidon den Entzug von Quetiapin nicht gedeckelt hat.
So weit.

Sonst habe ich alles was ich noch zu sagen hatte schon in meinem vorigen Beitrag geschrieben.

Alles alles Gute für dich und deinen Sohn,

krasiva :)
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Liebe Foris,

die Absetzsymptome, speziell die Arkathesie verschlimmern sich. Dazu Schlaflosigkeit, trotz 200 mg Quetiapin.

Und da er ja ohne das Olanzapin entlassen wird, gibt es wohl auch keine Möglichkeit einer Wiedereindosierung.

Bleiben nur alternative Mittel oder Klinik, wenn es gar nicht mehr geht.

Kräutertee. Ich habe irgendwo mal gelesen, es sei halt gut, abends warme Getränke zu dich zu nehmen, da dies entspannender sei und schlaffördernd.

Tulsi Tee und Flohsamenschalen sind heute per Post gekommen.

Wie macht ihr das mit den NEM' s? Ist es gut im Entzug damit zu experimentieren? Einzelne ausprobieren oder mehrere gleichzeitig?

Ich selber habe von meinem Arzt Neurexan und Dystiloges verschrieben bekommen. Da bin ich aber unsicher, ob ich meinem Sohn das anbieten kann.

Ich bin so fassungslos und wütend, was Menschen durch diese unbedacht verordneten PP angetan wird.

Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Towanda »

Hallo Klaudia,

ich würde in seiner jetzigen Situation nicht zu viel experimentieren. NEMs werden im Entzug oft nicht gut vertragen und können sehr stark triggern und damit dieSymptome verstärken.

Wenn überhaupt, sollte man nie mehrere Mittel gleichzeitig probieren, sondern einzeln, immer für mehrere Tage, da man sonst nicht sagen kann, welche Symptome wovon kommen.

Viele Grüße, Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Sabs »

Hi,
Schön, dass du tulsitee bestellt hast :-)
Ich kann noch passionsblume empfehlen.
Neurexan und ich glaube auch dystologes sind homöopathische Mittel - bei mir bringen die nix, aber viel falsch machen kann man damit wahrscheinlich nich

Gruß Sabs
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Hallo Klaudia,

das wichtigste ist jetzt mE das sich dein Sohn (hoffentlich) auf der jetzigen Mediakation stabilisiert. Das ZNS gewöhnt sich an (fast) alles,
das kann aber durchaus einige Zeit dauern. Wenn man jedoch eine Unverträglichkeit mit einem Präparat erlebt, stellt sich das ganze etwas anders da.

Eine solche äußert sich meist mit zb Unruhe, Panik oder auch körperlichen Symptomen kurz nach der Einnahme des entsprechenden Stoffes(bis zu ca 30 min danach). Ansonsten sind es wahrscheinlich eher die NW und Absetzsymptome...

Nems bringen in so einer Situation meist keinen wirklichen Mehrwert (das ist jetzt allerdings meine Privatmeinung), da sich der Körper jetzt in dieser Akutsituation vorrangig auf das Medikament einstellen muss, und Nems uU weitere Verwirrung stiften könnten.

LG Simon
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Hallo Zusammen,

ich danke euch für die Antworten.

Gerade habe ich meinen Sohn aus der Klinik abgeholt. Er ist in einem sehr, sehr schlimmen Zustand. Er läuft zwanghaft ständig im Kreis.

Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass es im wesentlichen mit dem brutalen Absetzen des Olanzapins zusammen hängt.

Olanzapin ist jetzt garnicht mitgegeben. Als Bedarf hat er 5 x 1mg Lorexapam bekommen.

Ich frage mich, wie er vorgehen sollte. Wann er zurück in die Klinik müsste. Oder erstmal Loraxepam? ( Habe ich ein sehr schlechtes Gefühl bei...). Die NL lassen ja keinen Spielraum, da er nur bis Montag Medikamente bekommen hat.

Habt ihr eine Einschätzung?

Liebe Grüße
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Hallo Klaudia,

Habt ihr denn nun einen guten Psychiater? Zwanghaft ständig im Kreis laufen, erinnert mich an Akathasie.
Lorazepam würde ich nur im Notfall geben. Nochmal die Frage, kann dein Sohn hier mit reinlesen, wenn auch nur rudimentär?

LG Simon
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von HSP »

Hallo Klaudia,

nach langer Zeit melde ich mich hier im Forum auch mal wieder zu Wort. Die Geschichte mit deinem Sohn, tut mir sehr leid, es ist einfach nur traurig zu sehen, wie dieses Psychiatriesystem, Menschenleben kaputt macht. Die Psychiatrie hat leider nichts anderes zu bieten, als ihre Medikamente, sie ist die Wissenschaft des "Nichts-Wissens" heißt es u.a. Ich kann gut nachvollziehen, das für dich, vor allem aber für deinen Sohn, erstmal eine Welt zusammenbricht. Das eigene Leben, wie man es kennt, wird gründlich umgekrempelt, trotzdem kannst dein Sohn froh sein, dass du schon mal kritisch an das Medikamententhema herangehst. Glaub mir, ich habe mich nach meinem ersten "Ausbruch" ebenso durcheinander gefühlt, dieser Ausbruch war aufeinander gefolgt von 2 weiteren Psychosen, weil ich beim ersten Mal die Medikamente komplett weggelassen habe und beim zweiten Mal zu schnell und zu viel abgesetzt habe. Mittlerweile habe ich mich auf einer Dosis von 0,75mg stabilisiert und kann auch wieder Freude und Spaß an meinen Hobbies empfinden, der vorher irgendwie, wie weggeblendet war. Ich kann nur sagen, dass es sicherlich ein langer, steiniger Weg wird. Vor allem für deinen Sohn. Ich an Eurer Stelle würde nicht das Vertrauen komplett in die Hände der Ärtze geben, den die wissen häufig nicht was sie tun und raten mMn zuz grobfahrlässigen Reduzierschritten, wie auch Medikamentenwechseln. Alle Symptome die daraus entstehen, schreiben sie der "Krankheit" zu. Ja diese Ärtze lieben es, Ihre "Schubladen" zu haben, jedes menschliche Verhalten wird (fehl-)diagnositiziert und als krankhaft abgestempelt. Nehmt Abstand davon, DAS ist es, was einen zweifeln oder krank werden lässt!!!

Was ich "Neulingen" immer wieder empfehle, sind die Bücher von Jann E. Schlimme, da er mit Autoren als betroffener, dieses Thema viel besser verstehen kann und auch die Problematik der Medikamentengabe verstehen kann. Es ist leicht Jemandem diese Medikamente zu verschreiben, wenn man sie selber nie genommen hat und nicht weiß wie sie wirken. Und auch DAS, ist bei jedem individuell.

Die Psychiater reden immer gern von Ihrem Psychoseschutz bei gewissen Medikamenten, DAS habe ich auch schon mehrmals geschrieben, es gibt keine Evidenz dafür, dass mehrere "Mittelchen" besser helfen, im Gegenteil, denn gerade am Anfang könnte eine niedrigere Dosierung helfen, eine höhere Dosierung wird immer dann notwendig, wenn man schon lange Jahre an diesen Stoff gewöhnt ist, da sich das Gehirn darauf anpasst.

Jeder Mensch hat eine eigene neuroleptische Schwelle, bei dem einen helfen 10mg Olanzapin, bei dem anderen reichen "schon" 5mg, zu viel und zu viele dieser Medikamente verhindern aber das eigene Denkvermögen, die Konzentration. Als ich in der Klinik war, war ich nicht fähig mit anderen zu sprechen, nun arbeite ich seit einem Jahr OHNE Ausfälle wieder in einem namenhaften Betrieb, mit einer anspruchsvollen Arbeit. Das wäre mir aber sicher nicht gelungen, ohne die Entscheidung der Reduktion. Ich kam mir teilweise vor, als wäre ich komplett verblödet, konnte einfachste Texte nicht verstehen. Mit der niedrigen Dosierung die ich jetzt habe, habe ich weniger Nebenwirkungen und funktioniere für mich besser. Es ist für mich der Kompromiss, zwischen Leistungsfähig sein und keinen Rückfall zu haben *toi toi toi*...

Was ich aber noch zu dieser Schwelle sagen wollte, ich würde aus meinen langen Erfahrungen sagen, doch recht schnell auf erstmal nur ein Medikament zu reduzieren. Das wird sicher eine Achterbahnfahrt werden, aber mit einem höher dosierten Medikament, hat man mMn diesen Schutz gegen einen neuen Ausbruch. Dann würde ich das letzte überbleibende Medikament langsam reduzieren. Es wurde nun leider schon sehr viel an ihm ausprobiert, keiner weiß genau, wie was, bei ihm gewirkt hat. Fakt ist aber, dass es ihm schlecht geht und es leider auch eine Weile dauern wird, bis sich sein Nervensystem daran gewöhnt hat. Es ist nur leichter, ein Medikament loszuwerden, als mehrere.

Ich wünsche Euch viel Mut und Erfolg, diesen Weg zu gehen...
03.03.2019 bis 20.03.2019 Klinik
Tavor 1mg 1-1-1-1
Olanzapin 5mg 1-0-3-0
Metropolol 23,75-0-23,75-0

21.03.2019 kalt abgesetzt bis 02.05. (RÜCKFALL, erneuter Klinikbesuch)

02.05.2019 - 11.05.2019 15mg Olanzapin
12.05.2019 - 13.05.2019 13,5mg Olanzapin
14.05.2019 - 27.05.2019 10mg Olanzapin
28.05.2019 - 07.06.2019 8,75mg Olanzapin
08.06.2019 - 17.06.2019 7,5mg Olanzapin (erste Lichtblicke, teilweise wieder Aktivität möglich)
18.06.2019 - 26.06.2019 6,25mg Olanzapin (teilweise unruhiger Schlaf)
27.06.2019 - 05.07.2019 5mg Olanzapin (normaler Schlaf)
06.07.2019 3,75mg Olanzapin (Gedanken kreisen / schlechter Schlaf)
07.07.2019 - 13.07.2019 5mg Olanzapin (gedrückte Stimmung)
14.07.2019 - 16.07.2019 3,75mg Olanzapin (RÜCKFALL/PSYCHOSE)
17.07.2019 - 24.07.2019 10mg Olanzapin (Meine Wunschdosierung in der Klinik)
25.07.2019 - 30.07.2019 8,75mg Olanzapin
31.07.2019 - 17.08.2019 7,5mg Olanzapin
18.08.2019 - 28.08.2019 6,75mg Olanzapin
29.08.2019 - 09.09.2019 6mg Olanzapin
10.09.2019 - 25.09.2019 5mg Olanzapin
26.09.2019 - 09.10.2019 4,5mg Olanzapin
10.10.2019 - 21.10.2019 3,75mg Olanzapin
22.10.2019 - 03.11.2019 3,375mg Olanzapin
04.11.2019 - 11.12.2019 3mg Olanzapin
12.12.2019 - 01.01.2020 2,75mg Olanzapin
02.01.2020 - 05.01.2020 2,5mg Olanzapin
06.01.2020 - 21.01.2020 2,75mg Olanzapin
22.01.2020 - 28.01.2020 3mg Olanzapin
29.01.2020 - 03.02.2020 2,75mg Olanzapin
04.02.2020 - 01.03.2020 2,5mg Olanzapin
02.03.2020 - 21.03.2020 2,25mg Olanzapin
22.03.2020 - 31.03.2020 2,125mg Olanzapin
01.04.2020 - 16.04.2020 2mg Olanzapin
17.04.2020 - 20.04.2020 1,875mg Olanzapin
21.04.2020 - 05.05.2020 2mg Olanzapin
06.05.2020 - 19.05.2020 1,8mg Olanzapin
20.05.2020 - 02.06.2020 1,7mg Olanzapin
03.06.2020 - 16.06.2020 1,6mg Olanzapin
17.06.2020 - 06.07.2020 1,5mg Olanzapin
07.07.2020 - 27.07.2020 1,4mg Olanzapin
28.07.2020 - 24.08.2020 1,25mg Olanzapin
25.08.2020 - 11.09.2020 1,175mg Olanzapin
12.09.2020 - 25.09.2020 1,1mg Olanzapin
26.09.2020 - 09.10.2020 1mg Olanzapin
10.10.2020 - 06.11.2020 0,9mg Olanzapin
07.11.2020 - 10.11.2020 0,85mg Olanzapin
11.11.2020 - 04.12.2020 0,8mg Olanzapin
05.12.2020 - heute 0,75mg Olanzapin
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