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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Hallo HSP,

Danke für deine ausführliche Antwort. Dein Verlauf lässt hoffen.

Hallo Simon,

Nein, es gibt noch keinen Psychiater, da Erstererkrankung. Er kann sich dann am 4. Januar mal melden und ggf einen Termin absprechen.
Jetzt soll sich erstmal der Hausarzt kümmern ( Die Praxis hat Montag den letzten Tag offen)

Ich habe meinem Sohn teilweise vorgelesen. Selber lesen und schreiben geht nicht mehr. Denken fast auch nicht, da er gegen dieses "eklige, schlimme " Gefühl ankämpft.

Ich frage mich, ob ich ihn ermutigen soll, weiter durchzuhalten oder zurück in die Klinik. Wenn ja, wie lange, bzw. wann. Olanzapin ist heute den 10. Tag raus.

LG Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Sabs »

Hi,
Ich möchte Simon widersprechen - meine Erfahrung ist, dass sich eine Unverträglichkeitsreaktion 1-2 Tage nach der Einnahme zeigen kann (war bei mir schon 3mal der Fall).
Vielleicht könnt ihr nochmal genau die zeitlichen Zusammenhänge zwischen Einnahme/absetzen eines medis und verschlechterung bedenken.

Gruß Sabs
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Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Hallo Sabs,

Die Arkathesie gibt es schon, seitdem mein Sohn im September mit der Medikation 10 mg Olanzapin + 120 mg Ziprasidon auf die offene kam. Das hat sich bei keiner Umstellung geändert. Klar, 14 Tage Bupropion haben alles nochmal verstärkt.

Reaktion immer: aufdosieren, Umstellung oder beides gleichzeitig.

Meine These: grds. Absolut viel, viel zu hoch dosiert. Zusätzlich Probleme durch die abrupten Reduktionen+Umstellungen.

Doch wie lässt sich in der jetzigen Situation der Teufelskreis durchbrechen???

LG Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von adastra »

hallo Klaudia,

ich kenne mich nur mit dem risperidon aus. 2mg ist jetzt keine allzu hohe Dosis- aber hoch genug, um Nebenwirkungen zu machen. bei mir wurden die starken Nebenwirkungen erst bei ca 1mg besser. mit quetiapin kenne ich mich nicht so aus.
ich würde 4wochen warten, zum stabilisieren. wenn sich nix ändert, können es tatsächlich nw sein, dann würde ich so viel wie möglich runter gehen. aber da müsst ihr echt vorsichtig sein, denn das zeug ist ziemlich stark. die Entzugssymptome sind auch heftig und überlagern sich evtl mit den nw.
vielleicht geht ihr erstmal um 0,5 runter.... das ist schon ein großer schritt, aber ich kann total nachvollziehen, dass die nw schlimm sind. ich bin im oberen Bereich auch sehr schnell runter gegangen, weil es kaum auszuhalten war.
10% ist da mmn nicht machbar.
dann würde ich 6wo. warten- dann die nächsten schritte. diese dann kleiner. irgendwann sollten die nw erträglich werden.
am quetiapin würde ich erstmal nix drehen, da das zeug mwn sedierend wirkt. beim runterdosieren vom risperidon kann erstmal zusätzliche Unruhe oder Schlafstörungen auftreten, als Entzugserscheinung- diese kann das quetiapin evtl abmildern.

das ist meine Meinung dazu, aber ich bin kein Profi.

vielleicht haben andere noch bessere Ideen.

lg, muffin

Hab mich heute Morgen ausgesperrt...
War ganz aus dem Häuschen

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simonb
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Hallo zusammen :)

Lieben dank erstmal Klaudia, das du die Signatur so detailliert aufgeführt hast, das erleichtert den Lesern das ganze sehr!

Dein Sohn bekommt schon seit dem 24.8. Neuroleptika, wir gehen hier immer davon aus, das dass PP nach ca 4 Wochen fest im Gehirnstoffwechsel eingebaut ist, und nicht mehr abrupt abgesetzt werden kann, durch die ganzen Wechsel und Medikamenten Entzüge hat sich die Situation sicher verkompliziert.

Du beschreibst, das dein Sohn auch schon mit Beginn der Olanzapin Einnahme eine Akathisie bekommen hat. Hatte er diese vorher im Rahmen seiner Erkrankung auch schon, oder welche Symptome standen da im Vordergrund? Wichtig wäre einfach herausgefunden, ob die Akathisie erstmals durch Medikamenteneinnahme auftrat?

Es ist nicht so, das ich euch empfehle einen Psychiater zu suchen, weil ich mir davon besonders viel erhoffe.
Aber ihr braucht alleine die Rezepte, und ein Hausarzt könnte auch mit der Erkrankung deines Sohnes etwas überfordert sein (dabei meine ich die Symptomatik) wegen der er in die Klink gekommen ist.

Das Olanzapin hat er ja auch anscheinend nicht vertragen, oder? Sonst hätte man ja nicht immer weiter probiert.
Klar könnte man jetzt auch wieder mit Olanzapin anfangen, aber dann müsste man andere Sachen wie das Risperidon evtl rausnehmen, und das würde dann ggf wieder für Chaos sorgen...Stabilität in der Medikamenteneinnahme wäre jetzt mal gut, und wir reden da eher über Wochen als über Tage...

Und ich finde es unglaublich, das die Klinik euch zum Hausarzt schickt. In der Klink erscheinen sie hilflos, und inkompetent, wenn es sein muss suche lieber eine andere Klinik für den Notfall.

Nimmt dein Sohn seine Medikamente alle abends auf einmal? Vielleicht kann er mal 1 Stunde warten zwischen den 2 Medikamenteneinnahmen, und mal beobachten, ob er das Gefühl hat eins der Medikamente besser oder schlechter zu vertragen. Sind das beides Retard Präparate? Sonst das retard Präparat als zweites einnehmen. Also bspw. 21 Uhr Risperidon und 22 Uhr Quetiapin retard. Aber möglichst in seinem normalen zeitlichen Rahmen.

Einfach als Beobachtung, vielleicht bringt das weitere Erkenntnise wie man weiter vorgehen will.

LG Simon

Überschnitten mit Gemüsemuffin :)
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Off Topic
Hallo Sabs :)
Sabs hat geschrieben: 18.12.2020 13:54 Hi,
Ich möchte Simon widersprechen - meine Erfahrung ist, dass sich eine Unverträglichkeitsreaktion 1-2 Tage nach der Einnahme zeigen kann (war bei mir schon 3mal der Fall).
Vielleicht könnt ihr nochmal genau die zeitlichen Zusammenhänge zwischen Einnahme/absetzen eines medis und verschlechterung bedenken.

Gruß Sabs
Natürlich hast du Recht, das sich eine Unverträglichkeit auch erst mehrere Tage später zeigen kann,habe ich sogar auch schonmal erlebt.
Insbesondere denke ich das dies bei zb SSRI vorkommen wird, da diese ja auch normalerweise erstmal 1-2 Wochen brauchen, bis zum Wirkeintritt...

LG Simon
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Hallo nochmal!

Ich habe nach Aufzeichnungen meines Sohnes die Signatur der ersten Wochen nochmal geändert.

Ich meine, es macht ersichtlich, dass es am schnellen Absetzen des Olanzapins lag und liegt.

Vorher war er nicht unruhig und konnte auch schlafen. Aber da hatte das Aripiprazol ja auch noch nicht seine volle Wirkung.

Die Ärzte denken, der hohe Puls liegt am Olanzapin und haben es deshalb abgesetzt. Der hohe Puls kam aber auch erst zeitversetzt nach dem Absetzen des Olanzapins.

Vlt. hätte man besser das Olanzapin lassen und die anderen NL rausnehmen sollen.

Ganz großen Dank für eure Unterstützung!!!

Liebe Grüße
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Hallo ,ja es könnte sein, das dass abrupte absetzen vom Olanzapin der Hauptübeltäter war, wieso wurde es denn eigentlich rausgenommen?

LG Simon
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Hallo Simon,

weil alles so gut lief und mein Sohn der Vorzeige- und Lieblingspatient der Station war, wurde seinem Wunsch, die NL zu reduzieren entsprochen. Dass sie das dann in 3 Tagen komplett ausdosieren, war nicht zu erwarten. Wohl auch nicht der Zusammenbruch in dieser Heftigkeit.

Es scheint alles richtig, richtig ungünstig verlaufen zu sein.

LG Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von simonb »

Hallo Klaudia,

Wäre es dann nicht konsequent das Olanzapin zb mit 2,5 mg wieder anzusetzen? Und zu schauen , ob sich die Entzugssymptome abfangen lassen?

Er hat ja wirklich insgesamt fast 3 Monate Olanzapin genommen, wenn auch mit Unterbrechungen und Dosiswechseln. Und immer wenn es abgesetzt wurde , wurde es noch schlimmer, das zieht sich wie ein roter Faden durch...

Warum nicht 2mg Risperidon (das nimmt er auch schon 4 Wochen) und zb 2,5 mg Olanzapin?
Vorher müsste wahrscheinlich das Quetiapin raus, aber das nimmt er erst 8 Tage, da geht das meist noch zügig...

Vielleicht schafft man es so einige Absetzsymptome abzufangen. Man müsste danach aber dann ein paar Wochen Geduld haben , ohne direkte weitere Interventionen...

Ihr bräuchtet auf jeden Fall medizinische Begleitung, das ist für ein Online- Forum nicht zu leisten, und wir sind auch keine Ärzte.

Ich stelle diese Gedanken einfach mal hier zur Diskussion ein, und hoffe das auch noch andere sich dazu zu Wort melden...

LG Simon
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Sabs »

Hi,
Ich stimme Simon da zu.
Quentiapin schnell raus und olanzapin wieder Eindosieren.
(kein fachmännischer Rat, nur meine eigene Meinung - aber echter-fachmännischer Rat ist leider von den meisten Ärzten auch nicht zu erwarten)

Gruß Sabs
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Straycat »

Hallo ihr,

Ich kenne mich mit NL auf Basis eigener Erfahrungen nicht so gut aus, aber mir würde irgendein Wechsel hier ziemlich gewagt vorkommen.
Wenn man die Signatur liest, was alles ausprobiert und herum gewechselt wurde, würde ich es mir nicht mehr zutrauen zu sagen: DAS war das Medikament, das der "Hauptübeltäter" ist.
Da können nach meiner Ansicht so viele verschiedene Faktoren zusammen kommen, dass es mit persönlich zu heikel wäre, noch einmal etwas einzudosieren und gleichzeitig etwas wegzulassen.

Dazu kommt noch die Schwierigkeit, dass ihr zum Wiedereindosieren von Olanzapin einen komplett neuen Arzt davon überzeugen müsstet, es wieder zu verschreiben. Auch das stelle ich mir nicht so einfach vor...

Aber das ist nur meine Meinung - entscheiden müsst du und dein Sohn es!

Liebe Grüße,
Cat
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Hallo Zusammen!

Einen lieben Dank für eure Antworten!

Ja, Olanzapin selbständig einschleichen ist unmöglich, da die Tabletten nicht vorhanden sind.

Mein Sohn ist für ein paar Tage bei seinem Vater untergekommen. Von daher weiß ich auch nicht, was gerade mit ihm ist.

Ich werde nun eine Notfalltasche vorbereiten, falls es doch zurück in die Klinik geht. Ansonsten will ich versuchen, meine aufgelaufen Dinge anzugehen und mich selbst ein wenig regenerieren.

In den letzten Tagen habe ich auch einige Signaturen hier im Forum gelesen und möchte an dieser Stelle meinen allergrößten Respekt für jeden einzelnen und seine Geschichte ausdrücken. Für den Mut und die Kraft weiterzumachen, auch wenn es zeitweise an die Grenzen dessen geht, was ein Mensch ertragen kann.

Ich wünsche euch von Herzen guten Tag!

Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Sabs »

Hey,
Vielleicht findest du einen niedergelassenen Psychiater, der euch Notfall mäßig unterstützen würde.
Oder du redest nochmal mit der Klinik Ambulanz.
Meine Ärzte haben sich auf meine medi-Pläne voll eingelassen, man muss sich halt auch selbstbewusst und informiert geben, auch wenn einem echt nicht danach ist :-(

Gruß Sabs
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Hallo zusammen und frohe Weihnachten!

Mein Sohn hat nun die erste Nacht zuhause bei mir verbracht.

Ich hatte mich auf eine unruhige Nacht eingestellt. Allerdings konnte er liegen und ist nur kurz zum Frühstück aufgestanden.

Es geht ihm weiterhin sehr, sehr schlecht. Was das wirklich bedeutet, vermag ich als Außenstehende vermutlich nicht annähernd nachzuvollziehen.

Am meisten leidet er unter Depersonalisierung und der Akathisie. Diese Symptome halten sich hartnäckig seit Anfang Oktober. Er wird zunehmend gereizter. Ich versuche verständnisvoll und entspannt zu bleiben.

Gerade ist er nach dem Aufstehen zusammen gebrochen. Ich versuche ruhig zu bleiben, auch wenn es immer ein Schock ist. (Das ist ein paar mal im Krankenhaus und einmal am 18.11.20, dem Tag nach Tavor + Betablocker passiert).

Kennt sich jemand mit dem Umgang von Beta-Blockern aus und würde berichten? Bis zu welchem unteren Puls Wert braucht man sich wohl noch nicht so große Sorgen machen?

Einen lieben Gruß
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Clarissa »

Hallo, liebe Klaudia.

Es tut mir so leid, wie belastend Euer Leben derzeit ist. Meine Hochachtung, daß Du Deinen Sohn nach Kräften unterstützst!

M.E. wird es ab einer Herzfrequenz unter 40 Schlägen pro Minute kritisch, oder wenn das Herz unregelmäßig mit größeren Pausen schlägt. Dann kann Schwindel auftreten, bei weiterem Frequenzabfall auch Ohnmacht.

Paßt gut auf Euch auf.

Alles Gute und VG von Clarissa
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Jamie »

Hallo Klaudia, :)

die normale Herzfrequenz in Ruhe sollte bei 60-80 Schlägen / Minute liegen.

Sportlerherzen können auch Werte von 50 vorweisen, aber das sind normalerweise Werte, bei denen "Normalmenschen" schon ohnmächtig sind.

Also Faustregel: mind. 60 Schläge, sonst ist man bradykard.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bradykardie

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Klaudia »

Liebe Clarissa, liebe Jamie,

einen herzlichen Dank für die wertvollen Antworten.

Mein Sohn hatte als Sportler tatsächlich einen Ruhepuls von 50. Jetzt in der Zeit schwankte der Puls zwischen 43 und 150.

Die Ärzte dachten, der hohe Puls käme vom Olanzapin und haben es deshalb abgesetzt.

Ich denke, der hohe Puls kommt vom Absetzen des Olanzapins. Das kam nämlich immer 2 bis 3 Wochen später.

Aktuell ist der Puls wieder bei ca. 100. Trotz Beta-Blocker.

Für mich zeigt das, und auch das Vorgehen bei den Medikamentenwechseln und dem abrupten Absetzen, das die Problematik und die Absetzsymptome vielleicht den Ärzten nicht so präsent sind, oder geleugnet werden.

Aber am meisten macht ihm die Akathisie zu schaffen.

Und ich hoffe immer noch, dass er sich unter der jetzigen Medikation stabilisieren kann. Zumindest kann er schlafen, wenn auch nur leicht.

Weihnachtliche Grüße
Klaudia
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Clarissa »

Liebe Klaudia.

Ich hatte unter beta-Blockern auch teils nur einen Puls um die 42/min., es hat mir nichts getan.

Ich glaube, diese Absetzproblematiken sind den Ärzten überhaupt nicht bewußt und werden aus Unkenntnis vehement geleugnet.

Mir macht übrigens auch die Akathisie zu schaffen.

VG von Clarissa
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Re: Klaudia: Angehörige

Beitrag von Jamie »

Guten Morgen Klaudia, :)

dass dein Sohn wenigstens schlafen kann, wenn auch nur leicht, ist schon einmal sehr gut.
Das ist nicht nur für die Heilung essentiell, sondern auch für das Grundproblem, da man weiß, dass Schlafmangel weitere psychotische Episoden begünstigen kann.
Aktuell ist der Puls wieder bei ca. 100. Trotz Beta-Blocker.
Das ist noch tolerabel, aber dauerhaft zu hoch.
Nach Weihnachten muss da der Arzt erneut konsultiert werden.
Ein Herz macht das schon mit, gerade auch ein Sportlerherz, aber mehr als einige wenige Wochen darf das so nicht gehen, sonst wird der Herzmuskel zu sehr beansprucht.
Die Betablocker Dosis muss ggf. nach oben angepasst werden bzw. man verteilt es noch mehr über den Tag bzw. womöglich wechselt man den Betablocker und macht einen Versuch mit einem anderen, der vielleicht besser wirkt.
Das ist mit dem Arzt zu besprechen.

Spitzen von 150 sind sehr sehr hoch und sollten eigentlich nicht vorkommen.
Wie lange dauern solche Attacken bei ihm?
Sie dürfen nicht länger als wenige Minuten bestehen.
Ich würde sie sonst als potentiell gefährlich einstufen.

Habt ihr einen Blutdruckmesser, der den Puls mit anzeigt, sodass ihr bei so einem Herzras-Anfall mal schnell messen und auch ein Foto mit dem Smartphone von den Werten machen könnt (als Beweis?).
Es klingt schrecklich banal, aber solche "Beweismittel" wirken bei Ärzten meist anders als bloße Schilderungen, erst recht, wenn der Patient als einer mit psychiatrischer Vorgeschichte eingeordnet wird.

Auch wenn der behandelnde Arzt null Ahnung von Absetzsymptomen hat (es ist leider noch viel zu häufig der Fall :(), das Herz muss er beobachten und behandeln können. Das ist objektivierbarer.

Viele Grüße
Jamie
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