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CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

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CoraFR
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CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Hallo an alle
Ich lese seit einiger Zeit still mit und eure Beiträge haben mir so sehr geholfen!
Darum möchte ich mich kurz vorstellen, um vielleicht selber etwas beitragen und anderen helfen zu können.

Ich habe wiederkehrende depressive Episoden, hatte letztes Jahr um diese Zeit schweren Schlafmangel und mir wurde eine Klinik empfohlen. Dort lief einiges bis alles schief, es ging mir immer schlechter und ich rutschte über die Feiertage so weit ab, dass ich auf der Geschlossenen landente.
3 Monate später fand ich mich mitten im Corona-Lockdown ohne Hilfe, aber vollgepumpt mit Venlafaxin und immer noch zu wenig Schlaf zu Hause. Meine Familie besteht aus 3 Männern, da erwarte ich mittlerweile keine Unterstützung mehr.

Ein überforderter Psychiater verschrieb mir alles mögliche durcheinander, ich brach total zusammen und beschloss: ES REICHT!

Mit 2 neuen Ärztinnen nahm ich das Ausschleichen des völlig wirkungslosen Venlas in Angriff.
Im Sommer war ich kurz in der Klinik. Ich habe nie unter Antriebslosigkeit gelitten und mir vieles selbst organisiert: KBT, GT, Selbsthilfegruppe, Feldenkrais, Therapie. Als es mir im Oktober etwas besser ging, beging meine Mutter Suizid.
Ich stürtzte wieder ab, aber die Dosis habe ich weiter gesenkt. Und siehe da: Ich hatte die ganze Zeit Recht gehabt! Im Oktober war plötzlich diese grässliche innere Unruhe weg, weil ich weniger Venla im Blut hatte!

Vor Weihnachten 2020nhatte ich Riesenangst, weil mein letztes in der Klinik so traumatisch war. Aber bisher ging es relativ gut.
Beim Abdosieren habe ich nach 2 Tagen und nach 2 Wochen NW, manchmal heftig. Da ich ein aktiver Mensch bin, belasten mich die Körperschmerzen am meisten.

Depression habe ich immer noch, aber ich kann mir jetzt etwas besser helfen.
Die Therapien sind meine Stütze.
Sonst habe ich niemand, nur ein paar Freunde im Ausland zum Chatten, was auch hilft.
Mit meiner Selbsthilfegruppe ist es schwierig, weil dort viele Venla nehmen und ich nicht frei darüber sprechen kann, wie schlimm der Entzug unter Umständen sein kann.

Soweit zu mir, ich freue mich auf regen Austausch
Zuletzt geändert von Jamie am 28.12.2020 15:04, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Absätze zur besseren Lesbarkeit eingefügt
Momentan im Venlafaxin-Entzug; reagiere stark und/oder paradox auf viele AD

wahrscheinlich immer schon Depressionen gehabt (Mutter schwer depressive Alkoholikerin mit Zwangsstörungen)

2007 schwere Depression, Citalopram 1 Jahr: Zombiegefühl (Depression mit Therapie weg)
2010 Panikattacken, Verhaltenstherapie
8/19 Schlafmangel, Trimipramin 1–10 Tropfen: Zombiegefühl, Schlaf nicht besser
10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
1/20 geschlossene Station Suizidgefahr
1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
1/20 Doxepin 1-1-1 hohe Dosis zum Tavorentzug: völlig antriebslos, depressiv
3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
wg. Corona keinerlei Unterstützung, nur Verhaltenstherapie bei Uniabsolvent
zu Hause:
4/20 Schlafmangel, Doxepin 25 mg 0-0-1 25, verzweifelt wg. Schlafmangel und ohne Hilfe;
überlasteter Vertretungs-Psychiater verschreibt:
1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

ICH HABS SATT, VERSUCHSKANINCHEN ZU SEIN!!!

Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
Bisher nach 2 Tagen und dann nach 2 Wochen starke NW: extreme Körperschmerzen (2x Corona-Verdacht), Unruhe, Herzstolpern, Migräne/Kopfschmerzen, trockener Mund/Augen/Nase/Hals, Harndrang, Kribbeln in Händen/Füßen, brennende Füße
Psychisch: Depression, Angst, innere Unruhe bis zum Wahnsinn
Kaum Fenster
Mit abnehmender Dosierung weniger NW
Bei 75 mg plötzlich keine Unruhe mehr! Ich hatte Recht! Es lag an den Medis! Aber wieder glaubt mir keiner (Psychiaterin: „Sicher haben Sie sich jetzt vom Selbstmord ihrer Mutter erholt.“)
Egal: Ich werde langsam wieder ich. Kann wieder fühlen, mitfühlen, Wohlbehagen empfinden.
Stabil, aber kein Vertrauen mehr in Ärzte/Medizin
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Towanda »

Hallo CoraFR,

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße,

Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Jamie
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Jamie »

Hallo Cora,

willkommen im Forum :).

Ich möchte dir als erstes mein Mitgefühl zum Suizid deiner Mutter aussprechen.
Es ist furchtbar auf diese Weise ein Familienmitglied zu verlieren. :(

Dass du diese schwere Phase trotz allem bislang mit viel Engagement, Disziplin und Mut angegangen bist zeigt mir, welch eine starke Persönlichkeit du bist; und offensichtlich brauchst du auch das Venlafaxin nicht wirklich dafür.

Wir unterstützen dich gerne beim weiteren Absetzen.
Bitte nimm dir Zeit dich durch den Begrüßungstext zu arbeiten, den Towanda :) dir verlinkte - da stehen alle wichtigen Absetzbasics für den Start drin.

Noch einen Satz zum Venlafaxin.
Venlafaxin und andere Stoffe, die zur SNRI bzw. SSRI-Gruppe gehören, können aufputschen, nervös und unruhig machen - bis hin zu unerträglichen Zuständen wie Akathisie.
Dass sich deine innere Unruhe mit Absenken der Dosis verbesserte ist ein deutliches Zeichen, dass du der ganzen Zeit unter Nebenwirkungen gelitten hast, diese aber nicht erkannt wurden, wie es so oft der Fall ist - stattdessen interpretiert man das dann als weiteres Symptom der Grunderkrankung.

Bei mir wurde auf dieser Weise eine "Erschöpfungsdepression" zu einer "nervösen Erschöpfungsdepression", nachdem man mich auf Sertralin einstellte und ich völlig durchdrehte.
Ich ärgere mich heute noch so sehr darüber, dass die Psychiaterin mich anschrie, meine Nervosität könne nicht vom Sertralin kommen, ich hätte nun eben eine nervöse Erschöpfungsdepression! :evil:

Wie auch immer- wir kennen das hier, dieses völlige Verkennen der Situation.
Zu 90-95% aller Fälle kommen die Patienten irgendwann selbst drauf, dass ihre Symptome vom Medikament kommen, nur geschätzt 5-10% werden von ihren Ärzten darauf hingewiesen, ihre Beschwerden könnten etwas mit der AD-Einnahme zu tun haben...
Da ist noch viel Luft nach oben. :whistle:

Wünsche guten Austausch hier, viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Danke für deine tröstenden Worte, Jamie. Es tut immer gut zu hören, dass andere dieselben Probleme hatten. Den Satz “Das kann ja gar nicht sein” möchte ich nie mehr hören.
Den Suizid meiner Mutter muss ich grad auf Seite schieben und später in der Therapie angehen, schaffe ich grad nicht. Zumal unser Verhältnis sehr schwierig war.

Frage: Momentan bin ich bei 4 Pellets (50 mg) Venlafaxin und bisher immer gut gefahren mit der Pellet-Methode. Würdet ihr mir trotzdem raten, auf ein Kügelchen-Präparat umzusteigen, um gegen Ende kleinschrittiger zu reduzieren? Ich reagiere sehr empfindlich auf vieles und würde ungern das Risiko mit den Unterschiedlichen Füllstoffen eingehen.
Momentan im Venlafaxin-Entzug; reagiere stark und/oder paradox auf viele AD

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2007 schwere Depression, Citalopram 1 Jahr: Zombiegefühl (Depression mit Therapie weg)
2010 Panikattacken, Verhaltenstherapie
8/19 Schlafmangel, Trimipramin 1–10 Tropfen: Zombiegefühl, Schlaf nicht besser
10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
1/20 geschlossene Station Suizidgefahr
1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
1/20 Doxepin 1-1-1 hohe Dosis zum Tavorentzug: völlig antriebslos, depressiv
3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
wg. Corona keinerlei Unterstützung, nur Verhaltenstherapie bei Uniabsolvent
zu Hause:
4/20 Schlafmangel, Doxepin 25 mg 0-0-1 25, verzweifelt wg. Schlafmangel und ohne Hilfe;
überlasteter Vertretungs-Psychiater verschreibt:
1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

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Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Und noch was: Ich habe Riesenangst. Bin ja immer noch depressiv (empfinde zB keinerlei Freude) und weiß jetzt:
a) dass ich AD nicht vertrage, sie nicht helfen bzw. bei mir paradoxe Wirkungen haben.
b) wie schnell ich tief abstürzen kann und wie hilflos ich dann bin.
Habt ihr solche Gedanken auch und wie geht ihr damit um?
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10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
1/20 geschlossene Station Suizidgefahr
1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
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3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
wg. Corona keinerlei Unterstützung, nur Verhaltenstherapie bei Uniabsolvent
zu Hause:
4/20 Schlafmangel, Doxepin 25 mg 0-0-1 25, verzweifelt wg. Schlafmangel und ohne Hilfe;
überlasteter Vertretungs-Psychiater verschreibt:
1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

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Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
Bisher nach 2 Tagen und dann nach 2 Wochen starke NW: extreme Körperschmerzen (2x Corona-Verdacht), Unruhe, Herzstolpern, Migräne/Kopfschmerzen, trockener Mund/Augen/Nase/Hals, Harndrang, Kribbeln in Händen/Füßen, brennende Füße
Psychisch: Depression, Angst, innere Unruhe bis zum Wahnsinn
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Bei 75 mg plötzlich keine Unruhe mehr! Ich hatte Recht! Es lag an den Medis! Aber wieder glaubt mir keiner (Psychiaterin: „Sicher haben Sie sich jetzt vom Selbstmord ihrer Mutter erholt.“)
Egal: Ich werde langsam wieder ich. Kann wieder fühlen, mitfühlen, Wohlbehagen empfinden.
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Straycat »

Hallo Cora,

Willkommen in unserer Runde :)

Zu deinen Fragen:

Ja, ich würde an deiner Stelle von einem Pellet-Präparat auf ein Kügelchen-Präparat wechseln. Denn bei der geringeren Ausgangsdosis ist es sonst unmöglich kleinschrittig zu reduzieren.
Ein Präparatwechsel ist für manche Betroffene schwierig bzw. bewirkt Symptome, aber andere vertragen ihn auch problemlos. Das kann man schwer vorhersagen. Aber bei 12,5mg pro Pellet wird es mit den Pellets einfach irgendwann vermutlich zu großschrittig, was selbst wiederum zu einer verstärkten Symptomatik führen kann.
Ich denke ich würde an deiner Stelle eher den Wechsel als das zu großschrittige Reduzieren riskieren.

Auch ich habe nach wie vor depressive Episoden. Die wurden durch die Antidepressiva in den letzten 15 Jahren ja maximal ein wenig unterdrückt, aber sie sind immer noch da.
Mir hilft immer noch am besten eine Therapie. Aber eine Heilung habe ich auch dadurch nicht erfahren. Ich denke es kommt immer sehr stark darauf an, woher die Depressionen kommen. Und dazu gibt es leider nach wie vor keine 100%ige Erklärung. Das kann sehr unterschiedlich sein und oftmals gibt es mehr als eine Ursache.

Wir haben auch einen Thread mit Tipps zum Umgang mit depressiven Episoden. Du findest ihn im Artikel "Was finde ich wo im Forum?", den dir Towanda :) im Begrüßungstext verlinkt hat, unter D wie Depressionen.
Vielleicht findest du dort ja auch etwas hilfreiches für dich :)

Alles Gute,
Cat
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Guten Morgen
Habe den Thread gelesen. Alles interessant. Aber meine Frage geht tiefer.
Jetzt, wo ich weiß, dass die Medis mir nicht helfen bzw. mir schaden - wie gehe ich damit um, im Notfall (Suizidgedanken, lange Depressionsphase) kein Hilfsmittel zu kennen? Also quasi mit der Desillusionierung und Hilflosigkeit?
Und wie schaffe ich es, mich im Notfall gegen Medizin zu wehren, wenn sie mir wieder aufgedrängt wird, um mich ruhig zu stellen? Ich glaube, meine Klinikerlebnisse haben mich ziemlich traumatisiert. Muss ich wohl dringend in der Therapie besprechen.
Einen guten ZwischendenTagen-Tag euch allen
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3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

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Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
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25.6. 150 auf 137,5
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14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Straycat »

Hallo Cora,

Eine Zwangsmedikation ist nur dann möglich, wenn du eine Gefahr für dich oder andere darstellst. Eine Möglichkeit die etwaige Medikation vorab zu untersagen wäre vielleicht auch eine Patientenverfügung.

Zu deiner Frage bezüglich Depressionen: Mich hat es auch enorm frustriert und erstmal sehr hoffnungslos gemacht, als ich feststellte, dass Antidepressiva mir gegen meine Depressionen nicht helfen. Für mich bleibt nur die Psychotherapie und das Durchstehen der depressiven Episoden. Aber jede Depression ist anders und ich muss dazu sagen, ich hatte keine Suizidversuche odgl. Daran gedacht habe ich schon, aber keine konkreten Pläne gemacht oder so.

Meiner Meinung nach weiß man leider noch viel zu wenig über Depressionen und was sie auslöst. Viele Jahre - und von manchen Ärzten auch heute noch - wird der Mythos des Botenstoffungleichgewichts verbreitet. Für mich klang das vor 15 Jahren auch nach einer plausiblen Erklärung und so kam ich zu den Psychopharmaka. Leider waren sie aber nicht die Lösung.

Ich denke letztlich gibt es nicht die eine Möglichkeit mit Depressionen umzugehen, da sie einfach zu individuell unterschiedlich sind. Wenn man eine Ursache ausmachen kann, die sie ausgelöst hat, würde ich wohl dort ansetzen.

Alles Gute weiterhin,
Cat
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CoraFR
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Danke dir sehr, das sind gute Anregungen
Momentan im Venlafaxin-Entzug; reagiere stark und/oder paradox auf viele AD

wahrscheinlich immer schon Depressionen gehabt (Mutter schwer depressive Alkoholikerin mit Zwangsstörungen)

2007 schwere Depression, Citalopram 1 Jahr: Zombiegefühl (Depression mit Therapie weg)
2010 Panikattacken, Verhaltenstherapie
8/19 Schlafmangel, Trimipramin 1–10 Tropfen: Zombiegefühl, Schlaf nicht besser
10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
1/20 geschlossene Station Suizidgefahr
1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
1/20 Doxepin 1-1-1 hohe Dosis zum Tavorentzug: völlig antriebslos, depressiv
3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
wg. Corona keinerlei Unterstützung, nur Verhaltenstherapie bei Uniabsolvent
zu Hause:
4/20 Schlafmangel, Doxepin 25 mg 0-0-1 25, verzweifelt wg. Schlafmangel und ohne Hilfe;
überlasteter Vertretungs-Psychiater verschreibt:
1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

ICH HABS SATT, VERSUCHSKANINCHEN ZU SEIN!!!

Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
Bisher nach 2 Tagen und dann nach 2 Wochen starke NW: extreme Körperschmerzen (2x Corona-Verdacht), Unruhe, Herzstolpern, Migräne/Kopfschmerzen, trockener Mund/Augen/Nase/Hals, Harndrang, Kribbeln in Händen/Füßen, brennende Füße
Psychisch: Depression, Angst, innere Unruhe bis zum Wahnsinn
Kaum Fenster
Mit abnehmender Dosierung weniger NW
Bei 75 mg plötzlich keine Unruhe mehr! Ich hatte Recht! Es lag an den Medis! Aber wieder glaubt mir keiner (Psychiaterin: „Sicher haben Sie sich jetzt vom Selbstmord ihrer Mutter erholt.“)
Egal: Ich werde langsam wieder ich. Kann wieder fühlen, mitfühlen, Wohlbehagen empfinden.
Stabil, aber kein Vertrauen mehr in Ärzte/Medizin
Eigeninitiative: Kunsttherapie, KBT, Selbsthilfegruppe, Feldenkrais, Gesprächstherapie, Yoga, Wandern, gesunde Ernährung
CoraFR
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Seit Montag habe ich ein Fenster, hurra! Und das trotz Umzugsstress: Ich ziehe am Donnerstag aus der gemeinsamen Wohnung aus und trenne mich nach 25 Jahren Ehe von meinem Mann. Lief schon lange nicht mehr, die Beziehung tat uns beiden nicht gut. Und als ich tief unten im Loch war, hatte ich keine Unterstützung. Da wird man schon nachdenklich, wie das mal im Alter wird ...
Ist ein schlechter Zeitpunkt für eine Trennung, ich weiß. Aber welcher Zeitpunkt ist dafür schon ideal?
Jetzt schwanke ich zwischen Angst, Trauer und Hoffnung. Und hoffe, ich kann noch eine Woche durchhalten bis zur Therapie. :?
Drückt mir die Daumen, dass mein Hoch anhält.
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2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
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Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
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14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
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4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
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Sunyata
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Sunyata »

CoraFR hat geschrieben: 30.12.2020 10:49 meine Frage geht tiefer.
Jetzt, wo ich weiß, dass die Medis mir nicht helfen bzw. mir schaden - wie gehe ich damit um, im Notfall (Suizidgedanken, lange Depressionsphase) kein Hilfsmittel zu kennen? Also quasi mit der Desillusionierung und Hilflosigkeit?
Liebe Cora,

das ist eine sehr gute und tiefe Frage.

Unsere Illusionen geben uns Scheinsicherheit, durch Desillusionierung werden wir entsprechend mit unserer Hilflosigkeit konfrontiert. Letztlich betrifft das jeden, den niemand hat Kontrolle über sein Leben. Den meisten ist das aber nicht so bewusst.

Gewisse stützende Dinge wie ein soziales Netz, eine Tagesstruktur, gewisse Skills (Entspannung, Meditation) oder wohltuende Aktivitäten können vielleicht helfen. Und sich nicht zu sehr an diesen Gedanken festbeisen, sich konstruktiv ablenken - so versuche ich zumindest damit umzugehen.

Herzliche Grüsse
Mike
seit der Pubertät Neigung zu Melancholie und Schwermut

Ab 1997 sehr belastende persönliche Umstände -
führen zu chron. Magenschmerzen und (Erschöpfungs-)Depression

2003 - 2010 Paroxetin 20 /30 mg

(2002 - 2009 Pantoprazol wg. ständiger Magenschmerzen)

2010 - 06/2016 Venlafaxin 150mg
In dieser Zeit ab und zu bei Bedarf Zopiclon 7,5mg (meist eine halbe Tablette)

1.naiver Absetzversuch 2009
innerhalb weniger Tage stark reduziert - und wegen unerträglicher NW wieder zurück auf Normaldosis

2.naiver Absetzversuch ca. 2011
Innerhalb von Wochen runter auf 0,
v.a. Starke Depressionen
Also wieder zurück auf 150mg

3.Absetzen 07/2016 - 07/2017
Ein Jahr Ausschleichen Venlafaxin - über 75 und 37,5mg jeweils immer die Hälfte alle 4 Wochen

ab ca. 37,5mg verstärkte Depressionen und Ängste

SEIT 1.7.2017 AUF NULL UND IM PROTRAHIERTEN ENTZUG

Gravierende anhaltende, v.a. psychische Entzugssymptome

Kein Wellen-Fenster-Muster, sondern eine DauerWelle (Depression, Angst), innerhalb der immer wieder schwere Wellen mit starken Symptomen auftreten.

Oft wird es am Nachmittag oder Abend leichter... Am nächsten Morgen alles wieder da :frust:

Psychische Symptome:
- schwere anhaltende Depression/ ohne Hoffnung oder Antrieb
- Unruhe/ Angst/ Panik - wie "im freien Fall"
- dauerhafte Derealisation
- Überforderung durch fast alles / innere Hilflosigkeitsgefühle wie ein kleines Kind
- Anhedonie: kann keine positiven Gefühle empfinden wie zb. Freude (wie eingefroren)
- Brainfog: kein klares Denken möglich
- Tinnitus (seit Einnahme Venla)
- Todessehnsucht - alles zuviel...
- sehr wenig Antrieb und Energie, wenn etwas Energie dann sehr schnell erschöpft
- sehr dünnhäutig, schnell reizbar und dann innerlich sehr aggressiv
- starke Hochsensibilität, va. Licht und Geräusche

Körperliche Symptome:
- Sprunggelenksverletzung/ Knorpel heilt nicht
- sog. "Golf-Arm" (ich spiele kein Golf) - Schmerzen im Ellbogen
- Sehstörungen: Problem mit Focus/ Lesen ist sehr anstrengend (v.a. bei der Arbeit mit Bildschirm und Akten)- Sehstärke verändert sich ständig

08 -10/ 2020 (3 Jahre und 6 Wochen nach Null) plötzliche Verbesserung der psychischen Symptome (v.a. der Neuro-Emotionen)

Nach OP 11/2020 wieder starke Welle
CoraFR
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Hallo alle
Die letzten beiden Absetzschritte (62,5 auf 50 und 50 auf 37,5 mg) waren völlig symptomlos. Es geht mir ganz gut. Allerdings lese ich im Forum immer wieder, dass es gerade bei den niedrigen Dosierungen nochmal heftig wird. Frage: Muss das immer/meistens so sein? Ich habe ja nur relativ kurze Zeit (einige Wochen) meine Höchstdosis von 225 mg genommen. Vielleicht hab ich ja deswegen weniger Probleme am Ende?
Momentan im Venlafaxin-Entzug; reagiere stark und/oder paradox auf viele AD

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2007 schwere Depression, Citalopram 1 Jahr: Zombiegefühl (Depression mit Therapie weg)
2010 Panikattacken, Verhaltenstherapie
8/19 Schlafmangel, Trimipramin 1–10 Tropfen: Zombiegefühl, Schlaf nicht besser
10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
1/20 geschlossene Station Suizidgefahr
1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
1/20 Doxepin 1-1-1 hohe Dosis zum Tavorentzug: völlig antriebslos, depressiv
3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
wg. Corona keinerlei Unterstützung, nur Verhaltenstherapie bei Uniabsolvent
zu Hause:
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1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

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Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
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Jamie
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Jamie »

Guten Morgen CoraFR :)
Allerdings lese ich im Forum immer wieder, dass es gerade bei den niedrigen Dosierungen nochmal heftig wird. Frage: Muss das immer/meistens so sein? Ich habe ja nur relativ kurze Zeit (einige Wochen) meine Höchstdosis von 225 mg genommen. Vielleicht hab ich ja deswegen weniger Probleme am Ende?
Nein, auf keinen Fall muss das so sein. Es kann passieren, muss aber nicht.

SSRI und SNRI haben die Besonderheit, dass sie im unteren Dosisbereich überproportional viele Serotonintransporter belegen, deswegen sind sie bereits niedrig dosiert sehr "wirksam" (wenn sie denn wirken), aber der Effekt kommt bei Einigen halt dann auch beim Absetzen zum Tragen - dass manche Betroffene in den unteren Bereichen sich eben vor besondere Herausforderungen gestellt sehen.

Die Dosishöhe, von der man runtergeht, ist nicht so von Relevanz, eher die Länge der Einnahme insgesamt, aber auch das lässt keine Vorhersagen zu.
Wichtig ist, dass du dich und deinen Körper beobachtest.
Jeder Mensch ist einzigartig und reagiert auch einzigartig.
Da ist wirklich alles möglich: von ´großen Problemen´ über ´anstrengend´ bis hin zu ´geht so´ oder ´eigentlich ganz easy.´

Noch eine Bitte betreffs Netiquette. Denkst du bei deinen kommenden Beiträgen noch daran, auch einen Gruß o.Ä. ans Ende des posts zu setzen? Danke schön :).


Viele Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


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Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Guten Morgen
Danke für deine Antwort, sehr hilfreich.
Viele Grüße
Corinna
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28.10 100 auf 87,5
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Hallo Mitgenossinnen und -genossen
Mir geht es heute richtig schlecht. Gestern bei der Therapie wurden mir viele Fragen zu Eltern/Kindheit gestellt, weil ein neuer Antrag bei der Kasse fällig ist. Dieser ganze braune Schlamm wurde aufgewühlt, so fühlt es sich an. Und mir wurde mal wieder bewusst, wie unerwünscht ich war. Habe Körperschmerzen und schlimmes Grübeln und will nur noch unter die Bettdecke. Eigentlich wollte ich heute Bewerbungen schreiben. Jetzt fühl ich mich doppelt mies. Zum Glück hab ich heute noch Selbsthilfegruppe (telefonisch).
Ich komm grad ganz schwer damit klar, wie kleine (simpler Streit mit meiner WG-Bewohnerin) und große Stresssituationen mich völlig aus der Bahn werfen. Auch wenn ich mich vorher gut fühle. Dieses Instabilsein macht mich fertig. Wie soll ich denn so arbeiten gehen?
Wie schafft ihr das eigentlich alle?
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8/19 Schlafmangel, Trimipramin 1–10 Tropfen: Zombiegefühl, Schlaf nicht besser
10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
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1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
1/20 Doxepin 1-1-1 hohe Dosis zum Tavorentzug: völlig antriebslos, depressiv
3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
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zu Hause:
4/20 Schlafmangel, Doxepin 25 mg 0-0-1 25, verzweifelt wg. Schlafmangel und ohne Hilfe;
überlasteter Vertretungs-Psychiater verschreibt:
1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

ICH HABS SATT, VERSUCHSKANINCHEN ZU SEIN!!!

Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
Bisher nach 2 Tagen und dann nach 2 Wochen starke NW: extreme Körperschmerzen (2x Corona-Verdacht), Unruhe, Herzstolpern, Migräne/Kopfschmerzen, trockener Mund/Augen/Nase/Hals, Harndrang, Kribbeln in Händen/Füßen, brennende Füße
Psychisch: Depression, Angst, innere Unruhe bis zum Wahnsinn
Kaum Fenster
Mit abnehmender Dosierung weniger NW
Bei 75 mg plötzlich keine Unruhe mehr! Ich hatte Recht! Es lag an den Medis! Aber wieder glaubt mir keiner (Psychiaterin: „Sicher haben Sie sich jetzt vom Selbstmord ihrer Mutter erholt.“)
Egal: Ich werde langsam wieder ich. Kann wieder fühlen, mitfühlen, Wohlbehagen empfinden.
Stabil, aber kein Vertrauen mehr in Ärzte/Medizin
Eigeninitiative: Kunsttherapie, KBT, Selbsthilfegruppe, Feldenkrais, Gesprächstherapie, Yoga, Wandern, gesunde Ernährung
Straycat
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Straycat »

Liebe Cora,

Stress wirkt sich bei sehr vielen sehr negativ im Entzug aus. Das kann sowohl positiver als auch negativer Stress sein.
Ich denke, es ist ganz normal, dass es einem da schlechter geht, wenn viel aufgewühlt wird.

Ich gehe zwar arbeiten, kann mir dort die Zeit allerdings sehr frei einteilen und habe auch sonst viel Spielraum für Eigenorganisation. Wäre das anders und ich müsste zB jeden Tag um 8:00 in einem Laden stehen, weiß ich nicht, ob ich das so schaffen würde.

Mir helfen verschiedene Stressbewältigungsstrategien, wie zB Spaziergänge oder Meditationen. Aber auch das wirkt nicht immer gleich gut.
Vor allem braucht man viel Geduld mit sich selbst.

Liebe Grüße,
Cat
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Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Sabs »

Hi :-)
Ich schreibe dir auch mal meine Erfahrungen.
Erstmal zum Thema Arbeit: ich hatte richtige Panik davor wieder arbeiten zu gehen, es erschien mir unmöglich (wg Unruhe, angstzuständen, Panik).
Dann habe ich angefangen wieder Dinge in meiner Freizeit zu bewältigen, zB.: Sport, Kochen, Treffen mit Freunden - als das klappte, versuchte ich Probearbeit und das klappte auch. Oft ist es so, dass wir vorher mehr Angst haben, als nötig (große erwartungsängste). Ich habe mir dann gesagt, "okay, ich geh mal probearbeiten, nur zum test, mehr nicht - ohne Erwartungen), dies klappte sehr gut.
Wir schaffen es oft, uns zu fokussieren (in dem Fall auf eine neue Situation) und alle Symptome treten für diese Zeit in den Hintergrund. Das machte mich dann sehr mutig und nun habe ich keine Angst mehr vorm Arbeiten.
Ich habe mir eine halbtagsstelle mit Arbeitszeiten, die mein morgentief umgehen ausgesucht und mit weniger Verantwortung (also die Ansprüche an mich in der Arbeit gesenkt), so denke ich, dass ich sie auch in schlechten Phasen bewältigen kann. Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit.

Nun zu den Depressionen : mehrere Menschen meiner Familie und auch ich, leiden schon etliche Jahre darunter.
Und alle haben wir mittlerweile erkannt, daß PP da nicht helfen.
Wir haben über die Jahre andere Strategien entwickelt und Depressionen können auch ein motor/antrieb sein (ließ mal was zT depression als Chance) - Wir sind eine künstlerfamilie und ziehen aus der Depression unsere Kreativität.
Weiterhin treiben mich die Depressionen an, mein selbst zu erforschen (durch Therapie, Selbsterfahrung uä)und meine lebenssituation immer dahingehend zu überprüfen, ob noch alles stimmig ist. Dadurch komme ich der Selbstverwirklichung näher.
Menschen, die nicht genötigt sind so viel mit sich selbst zu arbeiten und zu reflektieren, verharren oft ihr lebenslang in einer Situation, die ihnen garnicht gerecht wird.
Dies funktioniert bei mir nicht, da sich meine psyche/mein Körper sehr stark meldet. Also quasi ein eigenes alarmsystem.
Die erste Depression vor 11 Jahren war tatsächlich ein Befreiungsschlag, eine Chance endlich hinzuschauen und seither hat sich so vieles zum positiven gewendet.
Mein Leben ist trotz wiederkehrender leichter Depression sehr lebenswert, denn ich kann gute Momente viel intensiver wahrnehmen und nehme nichts als selbstverständlich.
Außerdem wird man eine Art Lehrmeister für sich selbst und andere, denn man wurde/wird auf die harte Tour gezwungen, nach hilfreichem zu suchen und findet dann auch vieles.

Dann bin ich mittlerweile davon überzeugt, dass psychische Leiden sehr viel mit der darmgesundheit zuzamnenhängen! (belies dich auch dazu mal gerne).
Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind sehr hilfreich bei Depressionen.
Mir hilft außerdem Kunst, Meditation, Tiere, Natur und wenige tolle Menschen.

Ich befürchte Melancholie ist nicht zu 100% heilbar (nur meine Meinung), denn sie ist auch eine Charaktereigenschaft. Aber man kann lernen, besser für sich zu sorgen, entspannungsverfahren in angstsituationen anwenden und trotzdem oder gerade deshalb ein erfülltes leben führen.

Puuuh so viel hab ich schon lange nicht mehr geschrieben.

Gruß Sabs
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CoraFR
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von CoraFR »

Hallo, und ganz lieben Dank an Cat und Sabs für eure wertvollen Erfahrungen, den Trost und die Ermutigung.
Ja, (Darm-)gesunde Ernährung und Bewegung, das ist schon seit Jahren mein Ding. Hoffentlich hat es auch mal Auswirkungen. Momentan hilft mir Rejuvelac, das ist ein billig und einfach aus Weizenkeimen hergestelltes Ferment-Getränk ohne Zucker und Alkohol. Bisschen wie milder Brottrunk, nur selbstgemacht. Nur so als Tipp.

Und ja, es hilft sicher nicht, dass ich von Natur/Erziehung her eher der „Glas ist halb leer“ Typ bin. :roll:
Leider muss ich mich beruflich grad völlig neu orientieren, mit 52 auch nicht so easy. An guten Tagen will ich, und wie! An schlechten schaffe ich nix, aber das geht uns ja allen so. Geduld scheint nicht meine Stärke zu sein.
Das mit der Depression als Inspiration ist sehr spannend.
Nochmals danke für eure Offenheit, das fühlt sich grad wunderbar an. Dicke Umarmungen, auch wenn ich euch gar nicht so gut kenne. Hoffe, das ist online nicht übergriffig <3
Liebe Grüße
Corinna
Momentan im Venlafaxin-Entzug; reagiere stark und/oder paradox auf viele AD

wahrscheinlich immer schon Depressionen gehabt (Mutter schwer depressive Alkoholikerin mit Zwangsstörungen)

2007 schwere Depression, Citalopram 1 Jahr: Zombiegefühl (Depression mit Therapie weg)
2010 Panikattacken, Verhaltenstherapie
8/19 Schlafmangel, Trimipramin 1–10 Tropfen: Zombiegefühl, Schlaf nicht besser
10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
1/20 geschlossene Station Suizidgefahr
1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
1/20 Doxepin 1-1-1 hohe Dosis zum Tavorentzug: völlig antriebslos, depressiv
3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
wg. Corona keinerlei Unterstützung, nur Verhaltenstherapie bei Uniabsolvent
zu Hause:
4/20 Schlafmangel, Doxepin 25 mg 0-0-1 25, verzweifelt wg. Schlafmangel und ohne Hilfe;
überlasteter Vertretungs-Psychiater verschreibt:
1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

ICH HABS SATT, VERSUCHSKANINCHEN ZU SEIN!!!

Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
Bisher nach 2 Tagen und dann nach 2 Wochen starke NW: extreme Körperschmerzen (2x Corona-Verdacht), Unruhe, Herzstolpern, Migräne/Kopfschmerzen, trockener Mund/Augen/Nase/Hals, Harndrang, Kribbeln in Händen/Füßen, brennende Füße
Psychisch: Depression, Angst, innere Unruhe bis zum Wahnsinn
Kaum Fenster
Mit abnehmender Dosierung weniger NW
Bei 75 mg plötzlich keine Unruhe mehr! Ich hatte Recht! Es lag an den Medis! Aber wieder glaubt mir keiner (Psychiaterin: „Sicher haben Sie sich jetzt vom Selbstmord ihrer Mutter erholt.“)
Egal: Ich werde langsam wieder ich. Kann wieder fühlen, mitfühlen, Wohlbehagen empfinden.
Stabil, aber kein Vertrauen mehr in Ärzte/Medizin
Eigeninitiative: Kunsttherapie, KBT, Selbsthilfegruppe, Feldenkrais, Gesprächstherapie, Yoga, Wandern, gesunde Ernährung
Sabs
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Re: CoraFR: mein Leben (meistens) selbst in die Hand nehmen / Venlafaxin absetzen

Beitrag von Sabs »

Hey,
Das freut mich, dass dir meine Erfahrungen etwas helfen :-) dann ist ja nicht alles umsonst

Gruß Sabs
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