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Heribert: Sind das Entzugserscheinungen (Sertralin)?

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Heribert
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Heribert: Sind das Entzugserscheinungen (Sertralin)?

Beitrag von Heribert »

Hallo,

ich habe mich gerade hier im Forum angemeldet, da ich denke, dass man mir hier gerade am besten weiterhelfen kann.

Kurz, um was es geht: Ich habe im ca. Mai 2017 Sertralin 25mg 1x täglich verschrieben bekommen, da ich damals nicht mehr ins Klassenzimmer gehen konnte und weil vom Psychiater eine soziale Phobie diagnostiziert wurde.

Ich habe die Tabletten dann bis Anfang 2020 genommen und dann hin und wieder vergessen, worauf es mir ein bisschen schlechter ging, wobei ich nicht weiß, ob das aufgrund dem Vergessen war oder wegen der Situation bezüglich Corona. Ich habe dann wieder angefangen darauf zu achten, dass ich die Tabletten wirklich jeden Tag nehme. Dadurch hat sich alles etwas gebessert, aber nie mehr auf das Niveau von davor.

Bis zum Abitur Juli 2020 habe ich dann das weiter durchgezogen, dass ich täglich die Tablette nehme. Nach dem Abitur habe ich dann meinen kompletten Schlafrhythmus durcheinander gebracht, dass ich teilweise erst um 14 Uhr aufgestanden bin. Dadurch habe ich die Tabletten eine lange Zeit vergessen, obwohl ich mir jeden Vortag vorgenommen habe, dass ich sie morgen unbedingt nehmen muss.

Aufgrund dessen, dass sich mein psychischer Zustand nicht wirklich verschlechtert hat, war es mir mehr oder weniger egal, zumal ich ja dann eine lange Zeit Zuhause war. Jedenfalls hatte ich irgendwann nach ein paar Wochen so ein komisches Gefühl im ganzen Körper. Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Jedenfalls kam es verbunden mit einer Zwangsstörung, dass ich immer die Muskelpartie anspannen/verkrampfen muss sobald dieses Gefühl kommt. Wie gesagt, ich kann dieses Gefühl nicht wirklich beschreiben. Es ist irgendwie so, als würde ich z.B. meine Füße nicht mehr spüren. Aber ich spüre sie. Also es ist mega komisch. Zusätzlich hatte ich diese Brain Zaps, welche aber bei weitem nicht so schlimm waren, wie dieses Gefühl. Ich habe das meistens in den Füßen odernim ganzen Bein. Manchmal auch im Schulterbereich hinten am Rücken.

Jedenfalls war dieses Gefühl dann irgendwann so unangenehm, sodass ich nicht mehr richtig schlafen konnte, weil es wenn ich zur Ruhe kam, einfach unaushaltbar wurde und ich dann durch das ständige anspannen und verkrampfen von den Körperteilen im Bett lag, als würde ich einen Krampfanfall haben. Nur, dass ich das Verkrampfen ja selbst steuere, so wie, als würde man keine Luft bekommen und dadurch dann hyperventilieren.

Ich habe mich dann wie gesagt dazu entschieden, wieder mit den Tabletten anzufangen. Ich hatte nie wirkliche Nebenwirkungen bei der Einnahme. Nach ein paar Tagen war dieses ekelhafte Gefühl wieder weg. Ich habe die Tabletten dann wieder einen Monat lang genommen. Ich war nie wieder so zufrieden und entspannt wie davor.

Letztlich habe ich mich dann entschieden, dass ich die Tabletten ausschleichen werde, nachdem ich viel über die Machenschaften der Pharmaindustrie gelesen habe. Ich habe mich dazu überall informiert, wie ich das am besten angehe.

Ich habe dann nach einem Plan ausgeschlichen, bei dem ich erst alle sieben, dann alle sechs, dann alle fünf, usw. die Tablette weglasse. Jeden Schritt habe ich 1-2 Wochen gehalten. Ich hatte bis dahin keine Entzugserscheinungen, weswegen ich auch die letzten Schritte in diesem Tempo ausgeschlichen habe, also irgendwann nur noch jeden dritten Tag die Tablette nehmen, dann jeden vierten usw. Da 25mg die niedrigste Dosis ist, musste ich das so machen. Ich habe dann also über einen Zeitraum von Anfang August bis Ende September/ Anfang Oktober die Tabletten ausgeschlichen.

Irgendwann kam dann dieses ekelige Gefühl wieder. Dieses Mal habe ich mich aber entschieden, nicht erneut mit den Tabletten anzufangen und wollte es einfach aushalten.

Mit der Zeit wurde es auch wieder besser, allerdings kamen wieder vermehrt Panikattacken. Ich dachte mir, dass das auch zu Entzugserscheinungen gehört. Mittlerweile sind wir ja jetzt im Januar 2021. Die Tabletten habe ich also ca. 3.5 Jahre lang genommen, zum Schluss halt immer unregelmäßiger. Jetzt nehme ich sie ja seit gut 3 Monaten eben nicht mehr. Und seit ein paar Tagen, vielleicht auch Wochen habe ich wieder dieses ekelige Gefühl. Ich lege mich um 23 Uhr ins Bett, schlafe teilweise um 6 Uhr morgens ein. Auslöser war vermutlich ein Magen-Darm-Infekt, indessen Folge ich vom 30.12. bis 01.01. im Bett lag. Wobei es natürlich auch einen psychischen Zusammenhang geben könnte. Dadurch ist mein ohnehin schon schlechter Kreislauf noch schlechter geworden.

Heute war ich eine Stunde spazieren. Es war die Hölle. Ich habe dieses Gefühl nun den ganzen Tag, es sei denn, ich schaffe es mich irgendwie abzulenken. Nachdem ich Zuhause war, habe ich mir ein Sitzkissen auf den Boden gelegt und ein Puzzle genommen. Seitdem sitze ich da, also mittlerweile 5 Stunden. Sobald ich aufstehe ist es Horror. Ich denke, dass meine Füße zusammenklappen und ich auf den Boden falle. Auf dem Boden ging es mir schon immer am besten, da kann ich nicht runterfallen.

Ich nehme aktuell noch Vitamin D3, K2 und CBD Öl. Vorhin habe ich noch eine Tablette Passionsblume genommen. Es hilft alles nicht wirklich was.

Ich weiß nun nicht, ob das Entzugserscheinungen sein können. Im Internet ist immer die Rede von max. 6 Wochen nach Beendigung. Da bin ich mittlerweile weit drüber. Vielleicht ist es ein Rückfall. Ich will die Tabletten eigentlich nicht mehr nehmen. Aber ich weiß nicht, ob dieses Gefühl ohne Tabletten jemals verschwinden wird. Versuche jetzt auf jeden Fall so schnell es geht beim Neurologen einen Termin zu bekommen. Aber heute ist erstens Samstag und zweitens sind die Wartezeiten unendlich hoch.

Ich hoffe, mir kann hier irgendjemand weiterhelfen und bedanke mich schonmal im Voraus für die Antworten.
Zuletzt geändert von Annanas am 03.01.2021 14:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sind das Entzugserscheinungen (Sertralin)?

Beitrag von simonb »

Hallo Heribert :) ,

Ich kann mir gut vorstellen, dass das Entzugserscheinungen sind, ich habe 2015 nach einem Kaltentzug von Citalopram ähnliches erlebt, vor allem dieses "krampfen".
Lies dich hier erstmal ausführlich in den Begrüßungstext ein, und dann sehen wir weiter, bzw danach kannst du weitere Fragen stellen.

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Re: Heribert: Sind das Entzugserscheinungen (Sertralin)?

Beitrag von Die »

Hallo Heribert,

schön, dich auch hier zu sehen. Wir hatten schon woanders geschrieben.
2018 habe ich Sertralin auch so lapidar abgesetzt und bin daraufhin in der Klinik gelandet. Habe aber weitere Medikamente verweigert.
Das waren harte Monate und letztes Jahr hat es mich wieder erwischt. Ich weiß nicht, ob es wieder eine heftige Welle war/ist.
Und jetzt sitze ich auch citalopram fest.
Gar nicht so einfach, das ganze zu verstehen.

Lg
2009-2018 citalopram, sertralin, venlafaxin usw...
Zum Schluss 100 mg sertralin, über einen Monat ausgeschlichen. 2 Monate später heftige "depressionen"
Ausgestanden und irgendwann war es plötzlich vorbei

Frühjahr und Sommer 2020 (vor dem Citalopram)
1 Woche Atosil
2 Wochen Pipamperon
2 Wochen Valdoxan


14.08.2020 citalopram 20mg
26.08.2020 citalopram 10mg reduziert
04.11.2020 9mg, gestartet mit der Wasserlösemethode
Soweit läuft es, gelentlich schwindel, Kopfweh, immer noch Albträume
17.11.2020 8mg :fly:
10.12.2020 7mg
17.01.2021 6,3mg
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