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Liebe ADFDler,

wir wünschen Euch ein frohes 2021.

An unsere neuen Mitglieder: Bitte lest euch zunächst selbst in unsere grundlegende Absetzinfos ein.

Erste Hilfe ... Antidepressiva absetzen | Benzodiazepine absetzen | Neuroleptika absetzen

Grüße vom Team

LennartR: Antidepressiva

Stell Dich bitte hier vor, wenn Du Probleme mit Psychopharmaka hast, Infos brauchst oder noch nicht weißt, ob Du abdosieren solltest.
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LennartR
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LennartR: Antidepressiva

Beitrag von LennartR »

Hallo,
mein Name ist Lennart und ich bin 24 Jahre alt. Ich hatte bis jetzt kein einfaches Leben, wurde in meiner Kindheit gemobbt und lebe mit meinem Vater zu Hause der gelegentlich am trinken ist, was mich psychisch aktuell ziemlich mitnimmt.

Mein großes Problem sind aktuell Schlafstörungen, ich liege meist bis in die früh im Bett und versuche qualvoll einzuschlafen. Meist schlafe ich erst um 7 Uhr ein und dann auch nicht tief sondern ziemlich unruhig.
Allgemein würde ich sagen, das ich eine mittelschwere Depression habe. Die anderen gängigen Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Verlust von Interessen ist weniger häufig zu sehen. Dadurch das ich Probleme mit dem Schlafen haben, werden diese nur gelegentlich verstärkt (keine Lust/Kraft nach einer schlaflosen Nacht).
Ich bin aktuell bereits in Behandlung bei einem Psychotherapeuten, der mir bis jetzt aber nicht wirklich geholfen hat. Das ganze findet online statt.

Habe bereits schon vieles ausprobiert, Baldrian, entspanntes ausklingen am Abend mit einem Buch etc. - nichts hilft wirklich. Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter und ich habe Angst das es immer schlimmer wird, da ich mich gedanklich immer mehr damit beschäftige.

Nun überlege ich Verwendung von Antidepressiva zu machen, habe damit jedoch Null Erfahrung und ein wenig Angst davor. Ich bin eigentlich kein Fan von Medikamenten und möchte meiner Gesundheit auf längerer Sicht nicht schaden, jedoch schade ich mir aktuell mit der Schlaflosigkeit enorm.

Meine Sorge ist, das wenn ich das Produkt absetze, die Schlafstörungen noch schlimmer werden oder immer noch vorhanden sind.
Towanda
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von Towanda »

Hallo LennartR,

ich bin mir nicht sicher, ob Du mit Deinem Anliegen hier bei uns richtig bist. ADFD ist ein pharmakritisches Forum, dessen Schwerpunkt das langsame Absetzen von Psychopharmaka ist. Die Regeln dieses Forums verbieten eine Empfehlung von Psychopharmaka, deshalb wird Dir hier niemand zurEinnahme raten.

Ich stelle Dir trotzdem mal unseren Begrüßungstext ein, es finden sich viele nützliche Informationen darin, vor allem im Thread „Was finde ich wo im Forum“, auch zum Thema Schlafstörungen. Das ist ein sehr häufiges Absetzsymptom und deshalb für die Mitglieder hier interessant.



Hallo LennartR

willkommen im ADFD.

Hier zunächst einige wichtige Punkte zum Austausch im Forum:

Das ADFD ist ein Selbsthilfeforum und lebt vom gegenseitigen Austausch von Betroffenen untereinander. Mit der Anmeldung hast du dich für gelebte Selbsthilfe und aktiven Austausch auf der Basis der bereitgestellten Informationen entschieden.

Im Forum ist der Selbsthilfeaspekt zentral. Es ist sehr wichtig, dass du dich bemühst, dir selbstständig die wichtigsten Informationen anzueignen. Wenn du in den nachfolgenden Verlinkungen nicht fündig wirst, benutze bitte auch die Suchfunktion (rechts oben auf der Seite - Lupensymbol).

Bitte beachte, dass im Forum keine medizinischen Ratschläge gegeben werden. Du entscheidest dich selbstverantwortlich, ob du etwas von den Erfahrungen anderer Betroffener umsetzen möchtest.

Auch Teammitglieder sind keine medizinischen oder psychologischen "Berater", "Profis", "Fachleute" oder "Experten"! Wie alle anderen Teilnehmer auch, sind sie selbst Betroffene oder Angehörige und beteiligen sich, soweit es ihre Kräfte zulassen, am Austausch und geben Erfahrungen weiter.

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Antidepressiva ein: Infoartikel: Ausschleichen von Antidepressiva und Erste Hilfe - Antidepressiva absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Benzodiazepinen ein: Erste Hilfe - Benzodiazepine absetzen

Bevor du dich am Austausch beteiligst, lies dich bitte zunächst unbedingt in unsere Grundlageninfos zum Absetzen von Neuroleptika ein: Erste Hilfe - Neuroleptika absetzen

Dies hier ist jetzt dein persönlicher Thread. Hier kannst du über deine Erfahrungen mit deinem Absetzverlauf berichten und dich mit anderen darüber austauschen. Du kannst hier auch deine Fragen zu deinem Absetzprozess stellen.

Damit du Rückmeldungen zu deinem Absetzverlauf bekommen kannst, ist es erforderlich, dass du eine Signatur erstellst. Die Anleitung wie das geht und was rein gehört findest Du hier: Signatur erstellen

Erfahrungen mit dem Umgang mit entzugsbedingten Schwierigkeiten/Symptomen findest du in den Bereichen Umgang mit dem Entzug und Gesundheit. Eine Übersicht über ausgewählte Themen findest du unter Was finde ich wo im Forum? Bitte benutze auch die Suchfunktion oben rechts.

Uns ist ein freundlicher, wertschätzender Umgang im Forum sehr wichtig.
Dazu gehört, Beiträge mit einem "hallo" zu beginnen und einem Gruß zu beenden.
Wenn du dich für eine Antwort bedanken möchtest, kannst du auf den Daumen hoch Button rechts oben in dem jeweiligen Beitrag klicken.

Wenn du Kraftausdrücke verwenden willst, benutze dafür bitte den censored smiley, also z.B. sch :censored: Beachte bitte auch unsere Regeln.

Damit die Beiträge besser lesbar sind, füge bitte Absätze und Leerzeilen ein.

Es kann etwas dauern, bis du eine persönliche Antwort auf dein Anliegen bekommst, bitte habe dann etwas Geduld.

Wichtig: Du wirst nicht automatisch darüber informiert, wenn du Antworten in deinem thread bekommst! Wenn du eine Information über mail wünschst musst du das zunächst einstellen.

Dein Thread befindet sich aktuell in der Rubrik "Hier bist du richtig". Sobald du im Forum "angekommen" bist, wird er von einem Moderator in die passende Rubrik Antidepressiva absetzen/ Benzodiazepine absetzen/ Neuroleptika absetzen verschoben.

Ich wünsche dir einen guten Austausch im Forum,
viele Grüße,

Towanda
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02.01.21 - 0,000 mg Mirtazapin

Weitere Medikamente:
Wegen Fluorchinolone-Schädigung jede Menge NEMs
alle 5 Tage Mirtazapin C30 5 Globuli


Wenn eine Schraube locker ist, hat das Leben etwas mehr Spiel.
Jamie
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von Jamie »

Hallo LennartR,

willkommen im Forum :)

Wir sind von unserer Ausrichtung psychopharmakakritisch und können keinem guten Gewissens zu PP (Psychopharmaka) raten.
Antidepressiva (AD) wirken nach Studienlage bei leichten bis mittleren Depressionen nicht besser als ein Placebo und sie sind voller Nebenwirkungen und verursachen teilweise schwerste Absetzsymptome, sodass sich manche Betroffene qualvoll über Jahre entwöhnen müssen.

Uns ist natürlich bewusst, dass es manche Konstellationen geben kann, wo in Krisen die Gabe des Medikaments für den Betroffenen möglicherweise nützlich ist und diese Entscheidung respektieren wir auch.

Vielleicht schaust du dich hier etwas um und triffst dann eine Entscheidung.

Wenn das Hauptsymptom massive Schlafstörungen sind, was sehr belastend und zermürbend ist :(, dann sollte man trotzdem die Schlafstörung mal analysieren.
Kann man nicht schlafen, weil das Gehirn Probleme dauerwälzt?
Ist der Körper zu aufgeputscht?
Welche Ereignisse haben einen so mitgenommen oder nehmen einen so mit, dass sie einem sprichwörtlich den Schlaf rauben?
Nicht schlafen können hat immer auch was mit nicht loslassen können oder Angst vor Kontrollverlust zu tun. Das mal als Impulse.

Ich verlinke dir noch unseren Schlafhygiene-Thread
Link: viewtopic.php?f=57&t=9278

Grüße
Jamie
...........SIGNATUR...............


Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen anderer ergeben haben.

Dies ist kein medizinischer Rat. Besprich Entscheidungen über Deine medizinische Versorgung mit einem sachkundigen Arzt / Therapeuten.



:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): http://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=51&t=12478


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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von LennartR »

Jamie hat geschrieben: 07.01.2021 14:02 Hallo LennartR,

willkommen im Forum :)

Wir sind von unserer Ausrichtung psychopharmakakritisch und können keinem guten Gewissens zu PP (Psychopharmaka) raten.
Antidepressiva (AD) wirken nach Studienlage bei leichten bis mittleren Depressionen nicht besser als ein Placebo und sie sind voller Nebenwirkungen und verursachen teilweise schwerste Absetzsymptome, sodass sich manche Betroffene qualvoll über Jahre entwöhnen müssen.

Uns ist natürlich bewusst, dass es manche Konstellationen geben kann, wo in Krisen die Gabe des Medikaments für den Betroffenen möglicherweise nützlich ist und diese Entscheidung respektieren wir auch.

Vielleicht schaust du dich hier etwas um und triffst dann eine Entscheidung.

Wenn das Hauptsymptom massive Schlafstörungen sind, was sehr belastend und zermürbend ist :(, dann sollte man trotzdem die Schlafstörung mal analysieren.
Kann man nicht schlafen, weil das Gehirn Probleme dauerwälzt?
Ist der Körper zu aufgeputscht?
Welche Ereignisse haben einen so mitgenommen oder nehmen einen so mit, dass sie einem sprichwörtlich den Schlaf rauben?
Nicht schlafen können hat immer auch was mit nicht loslassen können oder Angst vor Kontrollverlust zu tun. Das mal als Impulse.

Ich verlinke dir noch unseren Schlafhygiene-Thread
Link: viewtopic.php?f=57&t=9278

Grüße
Jamie
Vielen Dank für deine Hilfe.
Es ist noch nichtmal wirklich Gedanken die in meinem Kopf sind, vielmehr ist es manchmal einfach das Gefühl das man sich nicht müde bzw. der Körper wie du schon sagst aufgeputscht anfühlt.
Meist ist es dann auch wiederum der Gedanke, man kann schon wieder nicht schlafen und die Angst davor die ganze Nacht wieder wach zu liegen. Ich weiß, man sollte sich nicht unter Druck setzen oder den Schlaf nicht erzwingen aber ich bin dann manchmal geistig so erschöpft, das ich dagegen nicht angehen kann.
Wenn ich die Augen schließe, fühlt es sich so an, als würde ich diese gerne offen lassen und ich nicht richtig entspannen kann. Kontrollverlustängste sind es aber nicht, mehr die Angst davor das es wieder nicht klappt.
Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter und daher die Hoffnung durch Medikamente wieder ein normales Leben führen zu können
Straycat
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von Straycat »

Hallo Lennart,

herzlich willkommen im Forum.

Ich denke, ich würde es - wie Jamie :) auch schrieb - eher mal so versuchen, dass du versuchst die Ursache für die Schlaflosigkeit herauszufinden.
Psychopharmaka decken ja im besten Fall einfach nur Symptome zu, aber die Ursache bleibt unbehandelt. Und man bringt sein ZNS damit noch mehr "aus der Bahn".
Wenn ich dich richtig verstehe, dann hast du die Depression hauptsächlich (oder sogar ausschließlich) aufgrund der Insomnie. Genau deshalb wäre meiner Meinung nach die Schlaflosigkeit der Ansatzpunkt und nicht die Depression. Denn wenn die Schlaflosigkeit die Depression auslöst, ist es aus meiner Sicht wahrscheinlich, dass sich auch die Depression wieder legt, wenn du wieder zu genügend Schlaf kommst.

Warst du schon mal im Schlaflabor? Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit.

Ich denke du sprichst auch etwas wichtiges an: Man hat Angst vor der Schlaflosigkeit und umso weniger kann man dann schlafen. Das ist eine Zwickmühle. In unserem Schlaf-Thread, den dir Jamie :) verlinkt hat, finden sich da auch einige Ansätze und Tipps, wie andere Betroffene damit umgehen.

Alles Gute,
Cat
Meine Geschichte und mein Absetzweg:
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von Katzi2000 »

Guten Abend Lennart,
Ich sage dir nur, lass die Finger weg von dem Zeug. Der Schaden nachher ist schlimmer als dein jetziger Zustand.

Du musst lernen, abzuschalten, geh in die frische Luft, mach dich tagsüber mit irgendwas müde, denk im Bett an was Schönes, schlafe tagsüber nicht, nimm dir ein schönes Buch bei Nichtschlafen können, steh morgens beizeiten auf und finde den richtigen Rhythmus, mach dir keinen großen Kopf wenn du nicht schlafen kannst, nimm's locker, auch wenn's schwer fällt....

Aber lass die Finger von dem Zeug weg, ich kann es dir nur raten.
Und ich finde es gut, dass du dich vorher informierst, das hâtte ich auch besser mal getan.
Ich kann jeden nur warnen.

Liebe Grüße Katzi
ab Februar 17 bis April 17 : Mirtazapin 7,5 bzw 3,75 mg 1. Hörsturz, wegen Tinnitus sporadisch eingenommen
ab Februar 17 versch. Blutdruckmittel ausprobiert, Namen weiß ich nicht mehr alle
ab Juni 17 Enalapril, abgesetzt wegen Husten, danach Amlodipin u. Torasemid
August17 : wieder Mirtazapin 7,5 bzw. 3,75 mg wegen 2. Hörsturz sporadisch eingenommen
Sept. 17: Blutdruckkrise: Amlodipin, Moxonidin, Telmisartan mit HTC, Torasemid
15. Okt. 17: auf 7,5 mg Mirtazapin (oder Blutdruckmittel) mit Stechen, Brennen, Kribbeln auf Kopfhaut reagiert,
10 Tage vom Schiffsarzt Tavor nach Bedarf ca. 2 x 1 halbe am Tag, wusste nicht was das für schlimmes Zeug war 😣
Ende Oktober 17: Ambulanz KH, Diagnose Polyneupathie im Kopf! !!!
sollte Gabapentin 100 nehmen, hab ich aber nur 3 Kapseln genommen, sollte später erhöht werden
CT v. Kopf: alles ok, Lumbalpunktion: soweit alles ok, leichte Blut-Hirn-Schranken-Störung
Nov. 17: im KH für 3 Tage, wollte die vielen Blutdruckmittel absetzen, da ich dachte, Kopfweh käme von denen
Nov. 17: beim Neurologen: sollte Sertralin 50 nehmen, nahm 2 Abende 25mg, träumte fürchterlich, Bluthochdruck
Nov. 17: Hausarzt mahnte mich, endlich was zu nehmen, entschied mich für Mirtazapin, leider :x
Dez. 17: beim Orthopäden u. MRT der HWS, wegen Einschlafen der Hände, aber ohne Befund,
Dez. 17: beim Psycholigen: gab mir Amtriptylin 50, nahm 2 Abende eine Viertel, also 12,5 mg, bekam kribbeln in Mund, Zunge,Zähne,Zäpfchen vibrierten eine Woche lang
Jan 18: beschloss Mirtazapin von 7.5 auf 3,75 mg zu reduzieren, weil ich immer nach der Einnahme fürchterliches Kopfweh bekam. Auch nachts, wenn ich aufstand.
Absetzsymptome: Zittern der Beine, Gleichgewichtsstörung, Kribbeln in den Füßen, Zucken des linken Auges, gelegentlich Einschlafen der Hände. Geschwollenes Gesicht, alles gegeben, bis auf Kribbeln in Füßen ab und zu
Feb. 18: MRT v. Kopf: 2 kleine Menigiome, die ich schon länger habe, aber nicht gewachsen sind
ab 5.4.18: auf 0
jetzige Einnahme: morgens u. abends 80 mg Valsartan und morgens 100 mg Jod (habe Knoten in der Schilddrüse)
Ende April 18: Verdacht auf Gürtelrose am Kopf, Medikamente 7 Tage genommen u. Tillin
Heute bin ich der Meinung, es war exzem v. Absetzen
5.7.18 : Blutergebnisse alle in Ordnung
Absetzsymptome: Appetitlosigkeit, selten Einschlafen der Hände, 5 mal Durchfall in dieser Zeit, nächtliche Schweißausbrüche und Herzrasen, Benommenheit, Tränen der Augen anfangs, jetzt nicht mehr, Kribbeln im Mund, Mundtrockenheit, Schwere Arme u. Beine manchmal, Zittern der Muskeln in den Beinen im Bett, Kraftlosigkeit, pulsierendes Rasseln im Kopf, Kopfweh wieder, nächtliches Aufwachen 2-3-mal,innere Unruhe +Stromgefühl, spürbar am ganzen Körper, Kribbeln in Füßen, Rücken, Arme, Hände manchmal, momentan: erhöhter Blutdruck u. Puls, blaue Flecken am Bein, Gefühl geschwollene Beine ,Arme u. Gesicht, Kopfweh, oft nachts auf Toilette, erhöhter Stuhldrang, vermehrter Speichel, pieksen auf der Haut.
30.7.18 0,5 mg Mirtazapin direkt ruhiger, tagsüber zittrig ganzer Körper, Nervenschmerzen in den Beine
05.08.18 0,1 mg Mirtazapin, nächster Tag wieder extreme Unruhe
Danach nichts mehr eingenommen
August 18 Schilddrüse okay
Ab September 18 wieder schlimmer

Seit Mitte Juli 18 Omega 3 1000
Seit 23. Juli 18 kytta sedativum
Seit September 18 Lioran , Passionsblume ausprobiert gegen die Unruhe
CoraFR
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von CoraFR »

Hallo Lennart
Schlafentzug ist Folter, denke ich immer. Von daher: Ich verstehe dein Leiden und fühle mit dir! Ich war in einer ähnlichen Situation wie du nur nicht so schlau, mich vorher über Antidepressiva zu informieren, also Hut ab!
Vor der Einnahme von diversen AD hatte ich Durchschlafprobleme und bin ständig aufgewacht. Mit der Einnahme hatte ich auch noch zusätzlich Einschlafprobleme!
Was mir richtig geholfen hat war, mir immer wieder selbst zu sagen:
- Das ist keine Krankheit und es geht vorbei.
- Mein Körper kriegt das hin und ich helfe dabei.
- Eine Nacht komplett wach bleiben ist völlig ok (das euphorisiert mich und ich bin in der Nacht danach müde).

Tipps:
- morgens früh aufstehen, feste Zeiten einhalten
- Kräutertee, Passionsblume
- abends kein TV und kein Handy

Und ganz viel probieren. Aber keine Pillen!
Momentan im Venlafaxin-Entzug; reagiere stark und/oder paradox auf viele AD

wahrscheinlich immer schon Depressionen gehabt (Mutter schwer depressive Alkoholikerin mit Zwangsstörungen)

2007 schwere Depression, Citalopram 1 Jahr: Zombiegefühl (Depression mit Therapie weg)
2010 Panikattacken, Verhaltenstherapie
8/19 Schlafmangel, Trimipramin 1–10 Tropfen: Zombiegefühl, Schlaf nicht besser
10/19 Schlafmangel, Mitrazapin 1/4 Tablette: restless legs, Aufschrecken, Panik, Visionen, Angst, Verzweiflung
11 und 12/19: schwere Depression, Unruhe, extremer Schlafmangel
19.12.19 Akut-Klinik für 3 Monate
24.12. Venlafaxin langsam auf 225 mg aufdosiert; ich wiege 49 kg und fühle, die Dosis ist viel zu hoch, mir platzt der Kopf, aber Chefärztin sagt: "Wir dosieren weiter auf, da kommt bald ein Boost"; kein Boost kam, aber fast jeden Tag suizidal, viele und heftige NW, keine Besserung Depressionen/Schlaf
1/20 Schlafmangel, Promethacin: restless legs, keine Besserung
1/20 geschlossene Station Suizidgefahr
1/20 suizidal, Tavor 4x/Tag, keine Erinnerung
1/20 Doxepin 1-1-1 hohe Dosis zum Tavorentzug: völlig antriebslos, depressiv
3/20 Doxepin Kaltentzug: sofortige Besserung der Antriebslosigkeit, sofortige Entlassung aus der Klinik: "Wenn Sie gesund sind, zahlt die Kasse nicht!"
wg. Corona keinerlei Unterstützung, nur Verhaltenstherapie bei Uniabsolvent
zu Hause:
4/20 Schlafmangel, Doxepin 25 mg 0-0-1 25, verzweifelt wg. Schlafmangel und ohne Hilfe;
überlasteter Vertretungs-Psychiater verschreibt:
1. 1 Woche Doxepin
2. 1 Woche Quetiapin 100 mg, aber 12,5 mg = 1/2 Tablette schon zu viel, extreme Benommenheit am Tag, neu: Einschlafprobleme!
3. 1 Woche Olazapin 2,5 mg, trotz Bedenken genommen auf Nachdruck des Psychiaters: Manische Episode! Ich kann nicht aufhören zu reden, exzessiver Bewegungsdrang, keine Kontrolle, keine Besserung des Schlafs; niemand glaubt mir, ich denke, ich werde verrückt!

ICH HABS SATT, VERSUCHSKANINCHEN ZU SEIN!!!

Mit neuer Psychiaterin u. Hausärztin Venlafaxin ausschleichen, 1 Pellet alle paar Wochen nach Befinden:
27.5.20 225 auf 187,5 mg
2.7.187,5 auf 150
25.6. 150 auf 137,5
Tages- und Akutklinik, 6 Wochen wg. ständiger Depressionen und Suizidgedanken
14.8. 137,5 auf 112,5
22.9. 112,5 auf 100
28.10 100 auf 87,5
Suizid meiner Mutter
27.11 87,5 auf 75
4.12. 75 auf 62,5
26.12. 62,5 auf 50
11.1.2021 50 auf 37,5 (3 Pellets)
Bisher nach 2 Tagen und dann nach 2 Wochen starke NW: extreme Körperschmerzen (2x Corona-Verdacht), Unruhe, Herzstolpern, Migräne/Kopfschmerzen, trockener Mund/Augen/Nase/Hals, Harndrang, Kribbeln in Händen/Füßen, brennende Füße
Psychisch: Depression, Angst, innere Unruhe bis zum Wahnsinn
Kaum Fenster
Mit abnehmender Dosierung weniger NW
Bei 75 mg plötzlich keine Unruhe mehr! Ich hatte Recht! Es lag an den Medis! Aber wieder glaubt mir keiner (Psychiaterin: „Sicher haben Sie sich jetzt vom Selbstmord ihrer Mutter erholt.“)
Egal: Ich werde langsam wieder ich. Kann wieder fühlen, mitfühlen, Wohlbehagen empfinden.
Stabil, aber kein Vertrauen mehr in Ärzte/Medizin
Eigeninitiative: Kunsttherapie, KBT, Selbsthilfegruppe, Feldenkrais, Gesprächstherapie, Yoga, Wandern, gesunde Ernährung
Sabs
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von Sabs »

Hey :-)
Auch ich möchte dir vehement von PP abraten, neben vielen Gründen ist der Hauptgrund - wie du schon selbst befürchtet hast, dass das Problem spätestens nach dem Absetzen wieder kehrt.
Ein paar Tipps von mir:
Bewege dich viel tagsüber, also suche dir einen Sport, dass du müde wirst (laufen an der frischen Luft vielleicht).
Versuche mal ein kombipräparat aus Baldrian + passionsblume und übe eine entspannungstechnik ein.
Vielleicht helfen dir auch geführte Meditationen in den Schlaf o. Ä
Es gibt noch soviel, dass du testen kannst - tu dir den Gefallen und nimm keine PP.

Liebe Grüße Sabs
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AntiAD
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von AntiAD »

Lieber Lennart,

ohne meine Schlafprobleme hätte ich vermutlich niemals zu Psychopharmaka gegriffen, da ich - wie du - recht kritisch gegenüber Medikamenten war.

Es vergeht kein Tag an dem ich mir nicht wünsche ich hätte auf mein Bauchgefühl gehört und mich nicht zur Einnahme durch die Ärzte verleiten lassen.

Psychopharmaka heilen nicht die Ursache des Problems, sondern deckeln eventuell einen Teil der Symptome. Dazu zerstören sie Körper und Geist.

Bitte folge den Ratschlägen der bisherigen Schreiber in deinem thread, besonders die links finde ich sehr hilfreich.

Ich bin mittlerweile 139 Tage clean, habe aber immer noch Symptome wegen den eingenommenen Psychopharmaka. Lass dir das bitte Warnung sein und sage nein zu (legalen) Drogen.

Bei Schlafproblemen mache ich mir mittlerweile zb eine Meditation bei Youtube an (mojo, Thomas Andres, Nina Beste zb gefallen mir sehr gut) oder höre schöne klassische oder keltische Musik. Ich kämpfe nicht mehr gegen die Schlafprobleme an, sondern akzeptiere sie. Dadurch verschwanden sie nach und nach (fast ganz) von selbst bzw befinden sich im erträglichen Rahmen.

Du schaffst das auch. Und das ohne dir noch einen Haufen Probleme zusätzlich ins Boot zu holen.

Liebe Grüße AntiAD
Oktober 2018 Diagnose Burnout, Depression
Seitdem arbeitsunfähig und in Therapie (einzel und Gruppe)

Meine Medikamentengeschichte:
Ab 10/2018 7,5 mg Mirtazapin
Ab 12/2018 15 mg Mirtazapin
Ab 3/2019 Schlafprobleme, Herzneurose
4/2019 Reduziert, nach Rücksprache mit Psychologen auf 7,5
5/2019 auf Null
Unruhe, Herzneurose, Panikattacken
6/2019 7,5 mg Mirtazapin, nach Rücksprache mit Hausarzt
7/2019 15 mg Mirtazapin
3/2020 auf 7,5 reduziert
4/2020 0
Unruhe, Angst
5/2020 wieder 7,5 und dann 15 mg Mirtazapin
Unverträglichkeitssymptome im Juni 2020, Herzrythmusstörungen, zittrig, schwach
Daraufhin reduziert auf 7,5 mg und als die Brustschmerzen zu heftig wurden am 24.08.2020 abgesetzt.

Andere PP: Escitalopram, Citalopram, Pipamperon,... kurz bzw. versuchsweise

Seitdem (24.08.2020) frei von Medikamenten.

September 2020 das Forum entdeckt und gesehen, dass ich zu viel hin und her gesprungen bin. Die Ärzte und Psychiater hatten mich dahin gehend nicht gewarnt, sondern sprachen von "kleiner Dosis" usw.

Mein thread:
viewtopic.php?t=17803
Niemandsland
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Re: LennartR: Antidepressiva

Beitrag von Niemandsland »

Hallo LennartR,

ich möchte nicht alzu viel schreiben. Ich kann mich auch nur den Warnungen der Anderen anschließen.

Viele von uns würden diesen einen Moment der Ersteinnahme gerne rückgängig machen...

Das werden dir die Ärzte nicht erzählen, für sie sind Absetzerscheinungen weitgehend harmlos und können keinesfalls Monate/Jahre anhalten.
Das mag für jemanden, der sowas nicht durchgemacht hat, fast wie eine Verschwörungstheorie klingen. Ich kann dir jedoch sagen das ich
absolut jemand bin der sich von "Verschwörungstheorien" fernhält und selbst wissenschaftlich ausgebildet ist.

Erspare dir diese Lebensepisode und versuche alle möglichen Alternativen VOR der Einnahme von jeglichen Psychopharmaka (evtl. informier dich
etwas über Melatonin).

Liebe Grüße
Vorgeschichte:
seit vielen Jahren Übelkeit, Schwindel bei Essen in Gemeinschaft, anfangs einzelne Episoden, ab Ende 2019
starke Verschlechterung, nun auch ausserhalb des Essens (davor 3-4 Monate mit Reisetabletten "behandelt").

Hausarzt findet keine Ursache, Arbeit beeinträchtigt, depressive Grundstimmung, Gewichtsverlust
-> Psychosomatisch bedingte Übelkeit -> In der Not zur PIA gegangen -> Mirtazapin

Medikation:

Seit 03.03.2020 Mirtazapin 15mg
03.03. bis 06.04. 15mg über 7,5 mg bis 0 (ziemlich blöde Idee, etwa 5 Tage auf 0) aber 2 gute Wochen auf 7,5mg
-> danach plötzlich drastische Verschlechterung der Depression, Übelkeit/Schwindel, Ängste, die ich nie so hatte.

06.04. bis 20.04. -> ~ 7,5 mg
21.04. bis 31.04. -> 15 mg
01.05. bis 13.05. -> ~ 10 mg (alles sehr ungenau)
14.05. bis 19.07. -> 15 mg (da Aufenthalt in psychosomatischer Klinik)

Absetzstart mit Feinwaage und Feile:

19.07. -> 14 mg (-6,6%)
08.08. -> 12 mg (-14,3 %)
27.08. -> 10 mg (-16,6 %)
15.09. -> 8 mg (-20 %, nach 7 Tagen massive Unruhe, Übelkeit, Appetitsverlust, Schwindel)
23.09. -> 10 mg (+20 %)

NEM:

250 mg (=elementar) Magnesiumbiglycinat am Tag (~ seit 12.06.2020)

Histaminärmere Ernährung (als Test) seit 04.10.2020

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat als an der Zukunft!"

Mein Thread: viewtopic.php?f=35&t=17576
Antworten